oder …
Stillstand in der Woll- und Färbewerkstatt
Die gefärbten Stränge in Rosavarianten sind getrocknet. Der Eimer mit der aufgebrauchten Kaltbeize ist geleert und geputzt. Farbstoffe für weitere Färbeversuche liegen bereit. Was fehlte waren Rohwolle und frische Kaltbeize, die ich bestellen musste. In Ba-Wü ist Ferienzeit und das nächste Wolllager hat noch geschlossen. Ich musste eine Bestellung aufgeben, die inzwischen auch geliefert wurde. Wunderbar!
In der Wartezeit wusste ich mich zu beschäftigen. Die Päckchen und deren Inhalt für die Geburtstage der Woche wurden pünktlich fertig, verpackt und abgeschickt und kamen tatsächlich überpünktlich an. Und ich wollte, endlich, zwei Beete im Garten verändern. Selbst bei Hitze schien es mir kein Akt ein paar Erbeerpflanzen aus dem Boden zu holen und die Erde 30cm beiseite zu schieben. Ich mache es mal kurz und fange mit dem Stand am Ende der Woche an:
Die Beete sind unverändert, aber …
- die Klaräpfel sind geerntet und der Apfelbaum erhielt seinen Sommerschnitt. Die Rinde werde ich in den nächsten Tagen abschälen und zum Färben verwenden

- meine Melissenarten wanderten in das neu angelegte Himbeerbeet und eine Flatterbinse in den Miniteich, dessen Behälter ich aus dem ehemaligen Schulgarten gerettet habe
- mein Pflanztisch zog von meinem Balkon in den Garten, nachdem ich erst einen neuen für den angedachten Zweck kaufen wollte. Nach tagelanger Recherche entschied ich mich anders. Noch einmal mit dem Meterstab unterwegs kam der schon vorhandene Tisch raus
- die Spitzhacke musste noch einmal ran
- die Brombeere am Pflanztisch ist geschnitten und bekam neue Pfosten gesetzt – Danke K., ohne dich hätte ich noch mehr blaue Finger!

- schon einmal mit Unterstützung, kamen die potthässlichen Pflanzsteine an der Wasserzapfstelle weg – der Wächteradlergeier muss einen neuen Platz bekommen
- der Balkon ist aufgeräumt und die Sitzmöbel sind umgebaut – eine Geschichte für sich! Einige Pflanzen sind umgestellt, das Katzennetz neu fixiert und es ist alles geputzt
- alle Pflanztöpfe stehen an einem Ort, im Garten! – Dabei kam mir endlich auch eine Idee für die Tischdekoration eines anstehenden Sommerfests

- seit Freitagabend ist auf dem Balkon endlich alles an Ort und Stelle, wie ich es mir gefällt, x-fach umgestellt, hin und her geschoben, bis auch die Kater ihr okay gaben. Sie waren in den vergangenen Tagen nicht glücklich mit den Veränderungen



- die Werkzeugkiste ist wieder komplett und neu sortiert

- endlich etwas Regen … seit Donnerstagabend mit ein paar ergiebigeren Schauern

- …
Schon einmal im Fluss ploppen die nächsten Ideen zur Umgestaltung auf. Mitte der Woche stand ich schon wieder mit dem Meterstab in der Hand mitten im Garten.
Küchenwerkstatt
Die Ernte musste verarbeitet werden. Ein knappes Kilogramm Grüner Bohnen liegt geschnippelt und blanchiert portionsweise im Tiefkühlgerät. Die restlichen Gurken reichten zum Befüllen von genügend Gläsern, um den Einkochautomaten einzusetzen. Als nächstes kamen die Äpfel dran, zusammen mit einem Denkfehler. Ich wollte sie heiß entsaften, doch Klaräpfel sind dazu nicht geeignet. Das eigentliche Problem war die Ernte an sich. Gerade einmal zwölf Äpfel von den eineinhalb Eimern waren ohne Schadstellen oder Wurm. Deshalb entschied ich mich zwei Kilo für Apple Crumble vorzukochen um sie einzufrieren. Was mit den restlichen zwei Kilogramm geschehen wird entscheide ich am Wochenende. Danach sind die Tomaten dran.

Ansonsten
Glück gehabt, so richtig und den Glauben an gute Menschen um mich herum bestätigt bekommen.
Ich habe beim Abholen eines großen Pakets im Paketshop, der sich in einem großen Supermarkt befindet, meinen Geldbeutel im Einkaufswagen abgelegt. Das Paket ins Auto gewuchtet, den Einkaufswagen weggebracht, zurück zum Auto gegangen, eingestiegen und heimgefahren. Zuhause öffnete ich die Garage, fuhr hinein, stellte das Auto ab, öffnete den Kofferraum, holte das Paket heraus und … ach du Schande … kein Geldbeutel in Sicht. Er musste wohl beim Abstellen des Einkaufwagens aus meinem Sichtfeld gerutscht sein. Egal, … PANIK!
Auto gestartet, raus aus der Garage, Paket hineingeschoben und ab, zurück zum Supermarkt. Unterwegs verfluchte ich jeden Schleicher, jede rote Ampel. Bange Momente und in Gedanken schon einmal durchgegangen, was ich im Fall der Fälle unternehmen muss. Am Supermarkt angekommen lag natürlich kein Geldbeutel in den abgestellten Einkaufswagen. Das wäre zu einfach, zu schön gewesen. An den Kassen nachgefragt und keinen Erfolg gehabt. Die Kassiererinnen schickten mich zum Info-Stand, den ich erst suchen musste, da ich selten dort einkaufe. Dort angekommen reihte ich mich ans Ende einer langen Warteschlange ein. Und dann, an der Reihe, setzte ich zu meiner Frage an: „Ist bei Ihnen vielleicht …?“ und die Angestellte zog mit einem Lächeln und einem „Aber sicher!“ meinen Geldbeutel aus einer Schublade! YEAH YEAH YEAH! Eine ältere Dame hatte ihn gefunden und abgegeben, leider ohne Namen und Kontaktmöglichkeit, um mich zu bedanken. Was war ich erleichtert!
Meinem geplanten Ausflug nach Stuttgart stand nichts mehr im Weg, und ich merkte wieder, wie sehr ich mit dieser Stadt verbunden bin.
Wie üblich hielt ich auf der Heimfahrt am Aussichtspunkt unterhalb vom Kräherwald, noch einmal Durchatmen, Stadtluft schnuppern, Innehalten. Unzählige Male saß ich hier, während meines Studiums, den vielen Monaten des Krankenhausaufenthalts meiner Tochter, nach Besuchen bei Freunden und Bekannten, schaute in den Kessel, suchte mir vertraute Gebäude, blickte auf die Häuser und Gärten unterhalb und wünschte mir eines davon. Als ein Haus nahe dieser Stelle zu verkaufen war spielte ich sogar einige Male Lotto.

Ohrwurm der Woche
„Passing Through“, von Leonard Cohen ging mir auf der Fahrt durch den Kopf – Link – und ich stieß bei meiner Recherche dann zuerst auf einen Videomitschnitt eines Auftritts vom kürzlich verstorbenen Glen Hansard, mit Worten vorab, die zu meinen Erfahrungen in dieser Woche passen:
Was mir das Wochenende bringen wird? Ich werde den ersten Schwung an Tomaten ernten und verarbeiten und mich an ein Strickzeug setzen. Ich habe tatsächlich wieder einmal richtig kalte Füße!
Vielleicht schiebe ich tatsächlich noch, nur mal eben, den Streifen Erde beiseite und setze die Erdbeeren um.
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot
Kommentare
Wir sind doch alle umgeben von lieben Menschen, die einen helfen gerne und andere geben ab was liegen geblieben ist. Glauben wir doch an das gute unserer Mitmenschen. Dein Balkon sieht gemütlich aus.
L G Pia
Ich bin froh darüber, diese Aufräumarbeit und das Umstellen hinter mir zu haben. Doch es war eine gute Entscheidung, denn ausgelichtet gefällt mir der mein Balkon wieder.
Genieße noch den restlichen Sonntag, mit vielen Grüßen
Karin
Was für ein Schreck! Aber Ende gut, alles gut. Erdbeeren möchte ich auch noch verpflanzen, jetzt wo es endlich genügend geregnet hat. Ein schönes Wochenende wünsche ich dir. Regula
Solch einen Schreck möchte ich so bald nicht mehr erleben – Glück gehabt!
Meine Erdbeeren müssen warten bis ich wieder Lust auf Graben habe.
Schönen Sonntag noch, mit vielen Grüßen
Karin
Was hast du alles geschafft! Wow. Ich sitze gerade hier und lese das alles und muss dich bewundern. Das die Kater erst zufrieden sein mussten war ja auch klar.
Viel Spaß mit den Tomaten. Die ich geerntet habe, habe ich eben zum Abendessen verputzt.
Lieben Gruß
Andrea
Wenn etwas nötig ist, oder so erscheint, muss ich das einfach durchziehen. Manchmal wundere ich mich über mich selbst.
Die Tomaten sind geerntet, doch nun ist mehr mehr nach einem Ruhetag.
Viele liebe Grüße
Karin
Was für eine umtriebige und aufregende Woche bei dir, liebe Karin. Wie gut, dass dein Geldbeutel abgegeben wurde. Mir ging es vor ein paar Wochen ähnlich – auch mein Geldbeutel wurde abgegeben. Ja, es gibt auch noch, das Gute im Menschen.
Bei mir warten auch einige Kilogramm Äpfel zur Verarbeitung, die mir geschenkt wurden. Allerdings kann ich sie noch eine Weile lagern. Ich wünsche dir viel Spaß beim Kuchenbacken o.ä. und einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße
Ingrid
Heute ist Faulenzen angesagt. Die Tomaten verarbeite ich Montag, oder Dienstag. Das werden sie schon aushalten, wie die restlichen Äpfel.
Erst einmal gab es ausgiebiges Zeitungswesen auf Balkonien, dann einen gemütlichen Spaziergang. Jetzt muss noch etwas Garten sein, selbst wenn sonntags eigentlich mein Gartenruhetag ist. Ich gieße in den Gewächshäusern zweier Gartennachbarn.
Hab noch einen schönen Sonntag, mit vielen lieben Grüßen
Karin
Ich weiß grade nicht, was mit meinen Kommentaren bei dir los ist. Ich lebe noch und lese auch nach wie vor gerne & regelmäßig bei dir, aber meine Reaktionen landen im Bermudadreieck. Ich hoffe, meine Wünsche zur Guten Nacht kommen durch 🤣
♥️lich
Astrid
Ich habe jetzt noch einmal in den Spam-Ordner geschaut, ob ich deinen Kommentar versehentlich gelöscht habe. Dem ist nicht so.
Also doch Bermuda-Dreieck oder Nirwana.😊
Viele liebe Grüße
Karin
dein Balkon sieht richtig gemütlich aus
und deinen Fellnasen gefällt es wohl auch 😉
und Glück hast du auch gehabt dass dein Geldbeutel abgegeben wurde
ich hatte meinen am Auto verloren.. er wurde zwar von lieben Menschen gefunden und mir wieder gegeben.. allerdings hatte sich schon vorher jemand an der EC Karte und dem Bargeld bedient 🙁
bei dem kühleren Wetter bin ich auch wieder im Garten aktiv .. nächste Woche sind aber noch mal 30° gemeldet .. 🙁
liebe Grüße
Rosi
Den Geldbeutel zurück bekommen zu haben, mit allem was drin ist, war eine riesige Erleichterung! Schade, dass ich mich bei der Finderin nicht bedanken konnte.
Den Balkon haben meine zwei Pelze und ich an den letzten schönen Tage genossen. Sie haben sich mit der Veränderung abgefunden .
Mir sind die Abende inzwischen schon wieder zu kühl, kalte Füße inbegriffen.
Liebe Grüße
Karin