oder …

Gammeln ist gar nicht so einfach!

Der Plan für diesen Sonntag sah mit seinen Versionen A für Sonnenschein und B für Regenwetter ganz anders aus, als das was ich letztlich daraus machte. Das fing schon beim Aufwachen an, als ich mit verschlafenem Blick auf den ausgeschalteten Wecker die Uhrzeit registrierte. Ich erinnerte mich an die Worte eines ehemaligen Kollegen: „Irgendwann beginnt bei jedem die senile Bettflucht!“ – Aber doch nicht schon mit Ende 50, voll im Berufsleben stehend und aktiv in etlichen Ehrenämtern!

Da half auch nicht die Uhr zu ignorieren, die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und sich noch einmal im Bett umzudrehen. Katerchen hatte die Lebenszeichen seiner menschlichen Versorgungseinheit registriert und rückte an. Chewbaccas Absprung und Landung auf meinen organischen Versorgungseinheiten brachte selbst die letzte müde Zelle in Aktion und ich MUSSTE mal, dringend aufstehen. Sieben Kilogramm Lebendmasse lassen sich nicht ignorieren, schon gar nicht wenn sie hungrig ist.

Der Blick aus dem Fenster ließ mich das Mantra rezitieren: Die Natur braucht den Regen! …

Aber muss das in dieser Ausdauer und Menge seit Tagen sein? Selbst das sonst so muntere Eichhörnchen hatte heute sichtlich die Faxen dicke!!

Da es vor den Fenstern einfach nicht heller werden wollte entschied ich mich bei der ersten Tasse Tee des Morgens Plan A wie B völlig zu ignorieren und einen Gammeltag einzulegen. Guter Plan, den Katerchen einen Wimpernschlag schneller hatte. So war der Haupt-Gammel-Sessel schon belegt, als ich mich dort einrichten wollte. Auch stand dort noch der Wäschekorb mit der Wäsche, die ich tags zuvor nicht mehr zusammen gelegt bekommen hatte. (Seufzer) Wie soll man gammeln, wenn einen die Arbeit so anschreit?

Tief durchgeatmet und mit positiven Gedanken eingestimmt – bald hast Du den Schrank voll sauberer Wäsche!! – stellte ich mich ans Bügelbrett und benötigte zur weiteren Einstimmung dann doch noch eine Schmerztablette, damit mein immer noch jammerndes, ungelenkes Handgelenk Ruhe gab. Trotzdem schön, als alles in ordentlichen Stapeln in Schränken und Schubladen lag! Katerchen verlegte sein Gammellager kurzzeitig aufs Bügelbrett.

Die Höhe des bearbeiteten Wäscheberges schrie eigentlich nach einer Belohnung. 😉 Ich schwankte mit Blick auf meine wachsenden Hüftpolster zwischen der Banane im Obstkorb und dem Päckchen einer Schokoladenfabrik mit den Tafeln einer limitierten Schokoladenkreation, Hafer & Banane. Weil ich mich nicht entscheiden konnte naschte ich das letzte Stück Black Banana aus Island. Jetzt bleiben mir von meiner letzten Nord-Reise nur noch zwei Stückchen Schokolade mit Lakritze und Meersalz.

Die Banane darf in ihrer Schale aus Bananenschalen noch eine Weile reifen.

Irgendwann erinnerte ich mich, dass ich doch einfach nur gammeln wollte. Katerchen hatte damit kein Problem und gammelte mal hier mal dort genüsslich vor sich hin. Von ihm kann ich wirklich noch einiges lernen.

Zwar war der Gammel-Sessel inzwischen nicht mehr belegt, aber irgendwie ließ es sich darauf nicht so wirklich entspannen. Gerade in der ersten Entspannungsminute mussten sich ein paar Sonnenstrahlen zeigen und das verstaubte Schreibtischambiente bis in die letzte Dreckecke unentspannt ausleuchten. Also rappelte ich mich auf um dort für Ordnung zu sorgen.

Jetzt fand ich es doch an der Zeit für eine Schokoladenbelohnung und packte eine Tafel aus – nur ein Riegel Hafer & Banane der Äffle und Pferdle-Edition.

Inzwischen war es Nachmittag. Immer noch nicht richtig gegammelt, waren dafür alle Pflanzen gegossen, das Bad geputzt, die Spülmaschine ausgeräumt und viel telefoniert worden. Jetzt aber beherzt mich auf den Gammel-Sessel fallen gelassen fiel mein Blick auf den Wohnzimmertisch und dem dort herrschenden Chaos. Plan B hatte vorgesehen, dass ich endlich alle Unterlagen der letzten Reise abhefte, ins Reisetagebuch klebe oder übertrage und den Rest wegwerfe. Bei diesem Anblick war der erste Anflug an Entspannung futsch.

Es wurde langsam abendlich dunkel, was fast zuerst nicht auffiel, da es den ganzen Tag nicht richtig hell hat werden wollen. Aus dem Reisetagebuch flattert nichts mehr heraus, ein Blogpost von einem Spaziergang an der Costa Brava wurde geschrieben, der Rest fand seinen Weg in den Eimer. Aus dem Berg an Unterlagen tauchte wie Phönix aus der Asche der Reiseführer für die Planung der nächsten Reise auf. Hmm, was tun? Endlich gammeln oder den Sommerurlaub endlich planen? Gute Frage. Erst einmal Abwarten und einen Tee trinken, Kräutertee, mit Kräutern aus Island.

Und jetzt gehe ich wirklich abgammeln, obwohl der Gammel-Sessel wieder von Katerchen besetzt ist! Aber ich kenne die Alternativen 😉

Mag es um 21:00 für Sonntags-Gammeln etwas spät sein, jetzt gönne ich mir ein intensives Power-Gammeln! Möge die Kraft/Macht mit mir sein bis ich, wahrscheinlich, kaum dass ich gemütlich sitze, die Augendeckel schließen werde – ohne Fußball.

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12. Juni 2016

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