oder …

Schaukelwetter mit Schafskälte

Drei Mal habe ich das Leitthema von diesem Blogpost geändert und nun muss/will ich dieses durchziehen.

Abgesehen davon, dass in meinem Färberpflanzenbeet nicht alles so läuft, wie ich es geplant hatte, fand sich eine kleine Überraschung an. Im Grund war ich auf einem Feldzug gegen den sich ausufernden Färberkrapp, als ich beschloss erst einmal einige der Stengel vom Samen tragenden Färberwaid zu schneiden.

Irgendwann fielen mir gefärbte Blätter auf dem Boden auf, die teilweise auch Farbe an den Holzhäcksel abgegeben hatten.
Wohlwissend, dass zweijährige Waidblätter keinerlei Farbwirkstoffe beinhalten (sollten), sammelte ich die trockenen Blätter ein.

Und es kamen immer mehr Blätter zusammen!

Zuhause weichte ich die Blätter in etwas destilliertem Wasser ein. Nichts mit Googeln oder Einlesen, mir war nach selbst probieren, selbst erfahren. Lange musste ich nicht warten, bis sich das Wasser einfärbte. Unspektakulär auf Papier, anfangs. Der Farbauftrag veränderte sich allerdings nach dem Trocknen.

Ich, ungeduldig, begann zu probieren, mit Essiglösung, gelöstem Kaisernatron und verdünntem Salmiakgeist.

Einen Blauton erreichte ich mit den zweijährigen, getrockneten Waidblättern nicht mehr. Es hätte mich auch sehr gewundert.

Überraschenderweise entwickelten sich jedoch schöne Grüntöne auf Papier, nachdem ich in die Blätterlösung etwas verdünnten Salmiakgeist hinzufügte.

Für diese Versuche blieb einiges liegen.

Weiteres Werkstattsgeschehen

links Schöllkraut auf Seide, rechts Olivenblätter auf Seide – leider mit Verlust vom Glanz durch Überhitzen

Ansonsten

Ohrwurm der Woche

Vergangenes Wochenende war Rock am Ring. Der Plan, mit einer Freundin die Toten Hosen dort einmal live zu sehen hat sich nicht erfüllt. Daran muss ich seit Jahren denken, wenn es wieder soweit ist.
Noch eine Person, die viel zu früh gehen musste.
Nicht nur deshalb schalte ich mich gerade gerne in das Festival-Radio ein. Die Toten Hosen waren zwar dieses Jahr nicht dabei, aber es gibt etwas Neues von ihnen:

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

Da der Saft aus der Pflanze so knallig orange ist hatte ich mir etwas mehr Farbe beim Färben erhofft. Auf Wolle war das Ergebnis nicht so toll.
Liebe Grüße
Karin

Die Karten sind wunderschön und wenn man ihre Entstehung verfolgen kann besonders. Was aus Naturmaterialien alles schönes entstehen kann, bewundere ich immer wieder bei dir.
L G Pia

Ich konnte einfach nicht diese gefärbten Blätter liegen lassen und musste probieren, was aus ihnen noch zu machen ist. Die Flüssigkeit gärt nun seit 24 Stunden vor sich hin und ich bin gespannt, ob sich daraus noch mehr entwickeln wird, oder sie nur gut für den Kompost ist.
Viele liebe Grüße
Karin

Die Waid-Wirtschaft war ja im Mittelalter in Köln sehr groß, gab ja einen Extra Marktplatz dafür ( Platz heißt heute noch so ), angebaut wurde er allerdings rund um Jülich. Meine Schulkinder fanden immer sehr eklig, dass bei der Färberei viel Urin von Nöten war. 😆
Den Grünton finde ich aber auch nicht schlecht!
Hab ein produktives Wochenende!
Herzlich
Astrid

Nachdem mein Waid dieses Jahr so üppig und schön geblüht hat hoffe ich, er samt gut aus. Nächstes Jahr möchte ich es noch einmal mit Waidfärbung probieren. Mag es stinken, aber das Müffeln verzieht sich auch wieder. 😅
Ursprünglich wurde Knabenurin vor der Geschlechtsreife bevorzugt – die armen Jungs, denn sie wurden dafür mit Dünnbier abgefüllt.
Über die Grüntöne war ich ebenfalls erfreut – meine Farbe.
Mal schauen, was das Wochenende mir beschert. Es gibt drei Alternativen.
Viele liebe Grüße
Karin

Laurie Anderson in der Kapelle Sainte Jeanne d’Arc – wie COOL! Und parallel Seide wickeln? Geht schlimmer, würde ich sagen 😉
Alle Farben sind wunderschön – die Seidenstränge noch ein bißchen mehr. Tolle, tolle Farben!

Das Konzert in der Mediathek zu finden war eine absolute Perle! Anhören und anschauen. Ich wiederhole das auf jeden Fall!
Das Wickeln lief mit dieser Berieselung so wunderbar!
Seide nimmt in der Regel Pflanzenfarben intensiver auf, allerdings wird dieser Effekt durch den Glanz der Faser meist intensiviert.
Schellkraut auf Wolle ist eher … naja, ein Gelb eben.
Liebe Grüße
Karin

Auch hier ist die Schafskälte wirklich nicht angenehm, wenn man das so sagen darf 😉 Schade, wenn es ausgerechnet die edle Seide erwischt. Aber vielleicht kann man es trotzdem verstricken?
Ich hoffe, heute ist das Wetter auch bei Dir besser. Allerdings geht ein ekeliger Wind.
Schönes Wochenende und liebe Grüße
Nina

Der Wind konnte einen heute buschig machen, aber die Böen erinnerten mich einfach an die Nordsee, was gut tat.
Hauptsache Sonne und etwas mehr Wärme, als in den vergangenen Tagen. So kamen heute meine Tomaten in den Boden, zwar immer noch mickrig, aber mit dichten Wurzelballen. Es wird schon werden.
Viele liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Karin

Liebe Karin,
deine Experimente finde ich klasse. Und wunderschön deine bemalten Papiere. Die Würth-Ausstellung mit David Hockney hatte ich mir vor drei Jahren auch vorgemerkt. Leider ist nichts daraus geworden. Schade.
Hab einen sonnigen Sonntag! Abends wird es trotzdem kalt…
Wir gucken WM-Fußball.
Liebe Grüße
Ingrid

Liebe Ingrid,
da ist mir dein Kommentar doch tatsächlich durchgegangen. Das tut mir leid!
Die Ausstellungsgebäude und das Gelände dieser Firma sind allein schon etwas Besonderes. Doch ich bin wirklich froh, die Hockney-Ausstellung besucht zu haben. Dazu noch der Resteverkauf echter Englischer Kartoffelchips, die von der Vernissage liegen geblieben waren … 😊😅 – ich nahm sie alle!
Mich hat an dieser Ausstellung das Monumentale fasziniert und die Tatsache, dass die einzelnen Teile am iPad entstanden sind.
Ich wünsche dir einen guten zweiten Wochenteil – für mich ohne Fußball.
Viele liebe Grüße
Karin

ja die Schafkälte war pünktlich und unangenehm
doch wenn es trocken war war ich im Garte .. man kann sich wa warm arbeiten 😉
deine Farbexperimente finde ich wieder gelungen
auch die gelbe Seide gefällt mir
Schöllkraut färbt mir immer die Finger wenn ich es ausreiße 😉
meine Tomaten sind schon lange draußenhabe aber nur zwei im Kübel und einen Geiztrieb der auch schön angegangen ist
liebe Grüße
Rosi

Der orangefarbene Pflanzensaft vom Schöllkraut – übrigens ein Warzenmittel – hatte mich auf den Gedanken gebracht, damit Fasern zu färben.
Meine eigenen Tomaten entwickeln sich so langsam, seit sie direkt in den Beeten stehen. Eineige der geschenkt bekommenen und gekauften Pflanzen tragen auch schon Früchte, dass die Vorfreude auf die Ernte wächst.
Ich bin froh über die steigenden Temperaturen und das Ende der kalten Tage.
Viele Grüße
Karin

ich liebe deine experimente! du kannst anscheinend aus allem noch eteas machen – garne, kordeln, farben, interessante objekt, wirklich toll!
die monde sehen sehr, sehr schön aus und die garnfarben finde ich traumhaft. schade, dass die seide glanzverlust hat, dafür sieht die schöllkrautgefärbte herrlich aus.
liebe grüße von mano

Manchmal schüttle ich selbst den Kopf über eine neue Idee, ein neues Tun. Aber nichts ist schöner, als mich in ein Tun hineinzuvertiefen.
Im Augenblick versuche ich etwas Ordnung in die Ergebnisse zu bringen, zu dokumentieren und wegzuräumen. Ich brauch Platz für neues Geschehen.
Die glanzlose Seide wird auch ihre Verwendung finden. Eine Idee habe ich schon.
Viele liebe Grüße
Karin

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