oder …

manche Ideen dauern etwas länger, bis sie realisiert sind

und …

mein erster Pinsel

Im Mai 2025 sammelte ich während einer Fortbildungswoche ein paar Puschel abgestreifter Winterwolle der Kamerunschafe vom LSZU, in Adelsheim, ein. Viel kam nicht zusammen, werden diese Schafe nicht zur Wollproduktion genutzt und gehalten. Hier, in Adelsheim, leben sie zur Freude der Kinder und BesucherInnen.
Ich wollte es trotzdem wissen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass daraus nichts hergestellt werden kann. Doch dann blieb das Projekt nach dem ersten Auskämmen stecken und die beiden Kämme – einer mit heller Unterwolle, der andere mit dunkler Oberwolle – liegen.

Irgendwann holte ich eine Filznadel heraus, damit das größere Wollpuschel, aus dem dunklen Oberhaar, endlich eine Form bekommt. Nicht so einfach, denn aus der sowieso schon groben Wolle hingen jede Menge lange Stichelhaare fest. Mit denen konnte ich nicht weiterarbeiten und ich zupfte sie während einer guten Sendung im Fernsehen (die gibt es tatsächlich!), Haar für Haar heraus.

Während das Filzwerk entstand kamen noch weitere unerwünschte Haare zur Sammlung dazu, aber auch der Kater.

Das Häufchen mit Stichelhaaren wuchs, ein Gedanke kam dazu, wie der Wunsch – dass muss doch klappen!

Ich möchte meinen ersten Pinsel herstellen.

Die gesammelten Stichelhaare schnürte ich mit Leinengarn, so eng es irgendwie ging. Nicht fest genug, wie ich inzwischen weiß, denn der Pinsel haart.

Der Pinselkopf benötigte einen Pinselhalter. Den fand ich im Garten, als ich meinen Japanischen Staudenknöterich schnitt. Dieser steht im Topf und wächst dadurch kontrolliert, nur leider ohne dicke Strünke. Mir reichte in diesem Fall einer meiner dünnen Stengel aus dem Rückschnitt.

Fehlte der Funktionstest.
Dazu benutzte ich Tinte aus einem eingekochten Oreganosud, mit dem ich im Herbst Wolle gefärbt hatte.

Pinsel, wie Tinte, zeigten sich als tolles Team!

Fast jedes Faserstückchen fand eine Verwendung und das gefällt mir besonders.

Ansonsten

Ein Rückblick auf eine Ausstellung

Es war ein Tipp aus einem Kulturmagazin im Fernsehen gewesen, der mich in der Vorwoche nach Mainz in die Kunsthalle führte.

Britta Marakatt-Labba war mir ein Begriff – sie hatte auf der documenta 14 ausgestellt, die ich leider nicht besuchen konnte. Deshalb galt es für mich … jetzt, nicht warten.

Wie berichte ich über eine Ausstellung mit Bildern ohne Urheberrechte zu verletzen?

Ich habe mich entschieden meine Bilder nicht zu veröffentlichen und auf schon veröffentlichtes Material zu verlinken:

Die Ausstellung war beeindruckend!

Auf halber Höhe, zwischen zwei Ausstellungsräumen, lief ein Dauer-Video mit dem 24 Meter langem Stickwerk, das auf der documenta 14 vorgestellt wurde, begleitet von Sami-Musik.

Mir fehlen immer noch die passenden Worte, die Werke zu beschreiben. Sie haben mich einfach begeistert, so wie sie ohne viel Schnickschnack und trotzdem mit Botschaft gestaltet sind. Britta Marakatt-Labba ist nicht nur eine brillante Textilkünstlerin, sondern auch eine engagierte Unterstützerin der Natur Nordskandinaviens und der Kultur der Sami. Das lebt und zeigt sich in ihren Werken!

Danach gab es noch einen kurzen Spaziergang an den Rhein und in Mainz – Link.

Ohrwurm der Woche

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot 

######

Kommentare

Naturhaarpinsel sind auch die erste Wahl beim Aquarell Malen. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Du mit Deinem neuen Pinsel gut malen kannst. Wofür wird die Wolle der Schafe sonst ursprünglich genutzt?
Deine ganzen Links arbeite ich gleich mal durch.
Liebe Grüße und schönen Sonntag
Nina

Die Wolle dieser Schafe wird nicht geschoren oder gesammelt. Sie wird von den Tieren abgeschuppert und gut ist’s damit. Ähnlich ist es mit dem Dorperschafen meiner Freundin. Sie bilden im Winter zwar Wolle zum Schutz vor der Witterung, aber die Menge bei der Schur im Frühjahr ist unerheblich.
Es wird sicher nicht bei diesem einen Pinsel bleiben.
Viele liebe Grüße und auch dir einen schönen Sonntag wünschend
Karin

So schön, deine Produktpräsentation! Der Pinsel scheint mir perfekt.
Hab einen schönen Abend zum Erholen ( und einen punching ball in irgendeiner Form )!
Herzlich
Astrid

Bis auf das Verlieren der Haare ist es ein tatsächlich ein feiner Pinsel. Und ich mache weiter. 😊
Langsam wird es mir warm und das Gemüt pendelt sich auf Wochenende ein.
Viele liebe Grüße
Karin

Liebe Karin,
da bin ich hin und weg, jetzt hast du dir auch noch einen eigenen Pinsel erschaffen. Ich finde, er sieht super aus und malt sehr gut. Gratuliere!
Für die Ausstellung und die Links werde ich mir morgen mal richtig viel Zeit nehmen. Habe sie gerade nach dem Nachhausekommen nur kurz angeklickt. Sieht alles sehr vielversprechend aus und ich freue mich darauf.
Hab eine gute Nacht und einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße
Ingrid

Danke. Nach den selbst hergestellten Zeichenfedern war ein Pinsel fällig. 😊 Im Grund bin ich mit dem Ergebnis zufrieden – werde das Schätzchen hüten! – aber nach dem Prototyp kommt das verbesserte Modell.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, mit ein wenig wärmeren Temperaturen, als Samstag,
mit vielen lieben Grüßen
Karin

Danke. Solange mir im Tun neue Ideen im Kopf aufploppen, ich Zeit und eine Möglichkeit finde diese dann zu realisieren, ist meine Welt in Ordnung.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag
Karin

deine Ideen sind immer zu bewundern 😉
vielleicht kannst du die Pnselhaare mit Kleber unten befestigen ..
die Ausstellung war sicher schön..
endlich hat sich das Wetter wieder gebessert und ich kann in den Garten
liebe Grüße
Rosi

Die Pinselhaare sind verklebt worden, bevor sie in den Pinselstiel kamen. Es kann auch sein, dass ich zu ungeduldig war und der Kleber keine Zeit zum Aushärten hatte.
Das Wetter hat sich gebessert. Die Sonne scheint, aber der Wind ist böig und sehr kalt. So blieb ich heute nicht lange im Garten.
Liebe Grüße
Karin

Antworte auf den Kommentar von karin Antwort abbrechen