unterwegs

Woche 22/2018

und …

Unterrichtsfrei mit Auszeit #2

In der Waschmaschine dreht sich die Wäsche. Die in meiner Abwesenheit entstandenen Katerschäden sind, wie die des Unwetteres vor ein paar Tagen, beseitigt. Noch bin ich nicht richtig zuhause angekommen und doch schon wieder im Arbeitsmodus, obwohl vor dem Ende der Schulferien noch das Wochenende liegt.

 

Die knappe Woche am Bodensee im Urlaubsquartier meiner Eltern war schön. Gesundheitliche Beeinträchtigungen hatten sie beinahe abgehalten diese Reise zu unternehmen. Ich hätte sie auch gebracht, da ich weiß wie gut es ihnen abseits vom Feinstaubklima im Großraum Stuttgart geht und wie wohl sie sich dort fühlen. Doch sie schafften die An- und Abreise richtig gut alleine. Das Quartier am Bodensee ist nach vielen Besuchsjahren ihr zweites Zuhause und so begrüßte sie die Vermieterin: „Willkommen daheim!“. Deshalb werde ich meinen Eltern so lange es geht diese Urlaube ermöglichen, auch wenn sie nicht mehr alleine anreisen können. Ich bin froh sie noch zu haben.

Neben der Gemeinsamzeit mit den Eltern war mein Plan die freien Stunden der Tage zum Laufen, Freunde, Bekannte, Plätze besuchen zu nutzen, die ich lange nicht mehr gesehen habe oder immer schon besuchen wollte. Allerdings änderte ich schon bei der Anreise die Wegstrecke, fuhr nicht direkt, sondern wie fremd gesteuert, zuerst an meinen allerersten Dienstort. Selbst nach beinahe 38 Jahren fuhr ich die Strecke, sogar quer durch die Pampa des Klettgaus, bis ins letzte Eck am Hochrhein ohne Karte und Navi. Die Geister die mich riefen überfielen mich schon beim ersten, fast unveränderten!, Anblick vor dem Ortsschild, dass ich erst einmal anhalten musste. Noch keine 22 war ich als echtes Stadtkind hierher verpflichtet worden, mit einer Menge an ökologischen, sozialen, frauenpolitischen Idealen im Gepäck und war im oberkonservativen Outback voll aufgelaufen.

Ich fuhr tatsächlich, selbst nach so vielen Jahren, in den Ort ein wie damals mit meinem blauen 2CV4, den ein chinesischer Drache auf der Motorhaube zierte, wie der gestickte auf meiner Jeans. Man beäugte mich schief, schräg, egal wo ich mich im Ort aufhielt, damals wie heute. Die Stiege zu meiner damaligen „Wohnung“ existiert noch genauso wie der braun lackierte Briefkasten. Noch einmal lief ich bei dieser Tour in die Vergangenheit entlang meiner alten Strecken zur Schule und zum Laden vor Ort (den ich in guter Erinnerung behalten werde) und hake nunmehr dieses Kapitel in meinem Leben endgültig ab.

Viel schöner fiel der Weg, die Strecke Richtung Bodensee, aus. Entsprechend meines Retro-Wegs fuhr ich den ersten Teil so, wie vor vielen Jahren nachhause – erst durch Eglisau und Rafz in der Schweiz, dann durch Lottstetten und Jestetten in Deutschland und weiter durch die Schweiz über Neuhausen und Schaffhausen. Allerdings bog ich auf dieser Tour nicht in Richtung Norden ab, sondern fuhr am Rhein entlang Richtung Büsingen (da ich ja nicht Richtung Stuttgart wollte, sondern Richtung Konstanz). Hierher zog es mich allerdings oft in meiner Lehrerinnenanfangszeit. An dieser Stelle saß ich oft mit den Gedanken den Bettel einfach hinzuschmeißen, oder mir alternativ, eine Wohnung in Schaffhausen zu suchen.

Dieses Mal, Jahrzehnte später, saß ich mit ähnlichen Gedanken hier. Ich mache mir Gedanken wie ich meine letzten Jahre im Schuldienst gestalten oder steuern kann, um nicht noch mehr Federn, oder mich verbiegen zu lassen.

Lieber genieße ich überschaubare Wege und schöne Aussichten, im Urlaub wie im Alltag.

Bevor der Alltag nächste Woche losgeht jetzt noch ein paar Eindrücke aus der vergangenen Woche, in der ich mich x-fach verfluchte ohne das richtige Objektiv unterwegs gewesen zu sein. So hat der Haubentaucher links einen Fisch im Schnabel, den ich eben ohne richtige Hardware nicht so einfangen konnte, wie ich es gerne gehabt hätte.

Vollmond und Unwetter über der Mainau waren beeindruckend, wie der morgendliche Eindruck.

Wie erwartet waren es viel zu wenig Tage, denn es reichte nur für einen Freundschaftsbesuch. Der galt einer meiner Kräuterfrauen aus der Ausbildung, die auf der Höri wohnt. Zusammen liefen wir entlang des Rheins nach Stein und besuchten die frisch restaurierte Klosteranlage St. Georgen mit seinem wunderschönem Kräutergarten.

In den anderen Tagen probierte ich das Bodenseeticket aus und bin nun ein Fan der Thurbo, der Schweizer Regionalbahn die entlang des Bodensees verläuft. Das Ticket ist ein lohnendes Angebot um rund um, oder auch mal über den See von A nach B, und ins Umland, zu kommen.

Interessant fand ich das Schulmuseum und das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen, schön die Macke-Ausstellung in Lindau und in Konstanz verblüffte die ausufernde Sammelleidenschaft eines früheren Stadtrates im Rosgartenmuseum. Erholsam waren die Spaziergänge am Wasser, sofern ich ans Wasser kommen konnte.

 

 

Für mich selbst schaffte ich wieder ein paar Abschnitte meiner Mission Deutschland-rundherum auf Nebenstrecken, überquerte den Rhein zu Fuß in Laufenburg in die Schweiz und in Weil am Rhein ging es über die Dreiländerbrücke nach Huningue in Frankreich.

Jetzt schaue ich noch was in der Bloggerwelt in den letzten Tagen so geschehen ist bevor es ans bügeln und an die unerledigte Post geht. Eigentlich sollte ich noch auf meinen Blogseiten ein paar Reparaturarbeiten erledigen, da das Cookie-Informations-Plugin nur noch auf Safari arbeitet. Ärgerlich, doch das muss warten.

 

Bis die Tage,

Karin

Aquarellfarben herstellen im Allgäu

und …

Im Farbenglück!

 

Bis Steine und andere Mineralien so im Regal als Pigmente stehen können liegt ein langer Weg.

Bis aus den Pigmenten vermalbare Farben werden durchlaufen sie weitere Prozesse und etliche Arbeitschritte.

Ich wollte immer schon wissen wie dies funktioniert und fuhr knapp 170 km ins Allgäu um dies in einem Pigmentwerk im Kleinen selbst durchführen zu können.

 

Der erste Eindruck

 

Pigmentherstellung aus Mineralien – roter und gelber Ocker

 

Chemische Pigmentherstellung

 

Bindemittel herstellen

 

Aquarellfarben herstellen

 

Die wunderschöne Umgebung und die gute Organisation rundeten den Kurs für mich perfekt ab. Ich habe jede Minute genossen, bis hin zum Rundgang im Betrieb.

 

Die Vorliebe des Chefs für Stiere ist unübersehbar!

 

Die Zeit verging wie im Flug und ich hätte gerne noch Stunden weiter Pigmente zerrieben und angerührt!

Zuhause kontrolliere ich täglich meine Farbtöpfchen ob sie getrocknet sind und fülle sie regelmäßig auf. Was ich hauptsächlich gelernt habe – Aquarellfarben lassen sich, bis sie verwendbar sind, nicht hoppla hopp herstellen. Wie bei der Herstellung von Pflanzenfarben muss Zeit mitgebracht werden. Dafür überzeugen die Vorteile der Aquarellfarben aus (mineralischen) Pigmenten in ihrer Haltbarkeit und Lichtechtheit.

 

Wo ich diesen Kurs bzw. Lehrgang gemacht habe? – In Aichstetten im Allgäu, bei Kremer Pigmente. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht mein letzter dort gewesen ist.

Bis die Tage,

Karin

Woche 14/2018

oder …

Woche #2 der Osterferien

Wie vom Wind verweht sind die zwei Ferienwochen rund um Ostern vergangen. Um zwei Ferientage tu ich mir selbst etwas leid. Ich wartete vergeblich auf ein angekündigtes Paket, das an meine Adresse umgeleitet worden war. So etwas biete ich nie wieder an! Schließlich landete das verflixte Teil ganz woanders. Hmpf. Ich fühlte mich in etwa so, wie dieser junge Mann 😉 …

Statt etwas zu unternehmen, was sich wirklich wie Ferien anfühlt, mistete ich diverse Schränke aus. Doch auch wenn ich mich von jeder Menge getrennt habe, die Schränke ordentlich aufgeräumt wurden, blieben zwei Haufen übrig, die sich irgendwie nicht einräumen lassen wollen. Da ist das halb fertig genähte Kleid, ein angefangenes Strickwerk, eine Bluse von der ich vor Ewigkeiten den Schnitt kopieren wollte, … . Wenn ich diese Dinge wieder einräume vergesse ich sie dort garantiert wieder. Eigentlich gehört das Zeug weg und normalerweise trenne ich mich ohne große Probleme von solchen Restposten. Doch ab und an bleibt so ein Ladenhüterhaufen liegen, in der Hoffnung er erledigt sich von selbst oder tritt sich fest. Kennt ihr das auch?

Donnerstag begannen die Frühjahrsmessen in Stuttgart und ich ging gleich am Eröffnungstag hin. Neben der Kreativ verteilten sich in neun Hallen eine ganze Reihe anderer interessanter Messen. Bei den Ständen der Mineralien, Fossilien, Schmuck muss ich meinen Geldbeutel immer ganz tief in der Tasche versenken. Publikumsmagnet ist die Slow Food Messe – Markt des guten Geschmacks. Bei all den tollen Angeboten zum Probieren und Kaufen entschied ich mich für die schlechtesten Kartoffeln mit Quark, die ich je gegessen habe. Wäre ich doch bei meinem üblichen Proviant, Apfel und Ei, geblieben. Yuck!

Die Kreativ enttäuschte mich ein wenig, oder anders ausgedrückt, ich wurde mit meinen Interessen dieses Mal dort nicht wirklich fündig. So hatte ich mehr Zeit für die Halle mit Garten outdoor und ambiente. Vieles entspricht nicht meinem Stil und ich stellte mir immer wieder die Frage, wie das eine oder andere nach ein paar Jahren, Wind und Wetter ausgesetzt, aussehen wird. Mir gefielen einfach die vielen neuen Ideen Gärten einzurichten.  Ich lief aus dieser Ausstellung nur mit ein paar Samentütchen aus der Hand heraus ;-).

Lohnenswert fand ich die Ausstellung FAIR HANDELN. Nachhaltigkeit ist inzwischen in den Unterrichtsfächern der Schulen verankert, nur nicht in den Köpfen vieler angekommen.

Neugierig machte zum Beispiel der Stand ifixit. Dort wurden nicht nur Tipps zum Reparieren von Elektrogegenstände gegeben. Zuzusehen, wie zum Beispiel ein Toaster repariert wurde ließ einige Messebesucher stehen bleiben.

 

Einen echten Urlaubstag, der sich wie Ferien anfühlte, gab es dann zum Abschluss. Es ging für einen Tag ein paar Stunden raus aus dem Ländle. Über ganz viele Nebenstrecken brachte ich meine Mutter ins Allgäu in eine Seniorenfreizeit.

Wenn schon, denn schon dachte ich mir und gestaltete die Rückreise mit einer Reihe kleiner Umwege, vorbei an Ortschaften mit witzigen Namen zuerst ans schwäbische Meer, nach Lindau.

Den Sonnenuntergang wollte ich, wieder in Ba-Wü, am Federsee erleben. Den verpasste ich zwar ganz knapp, doch die Ruhe am See war herrlich! Wobei Ruhe anders definiert werden muss. So viele unbekannte, laute Tiergeräusche habe ich schon lange nicht mehr gehört! Das laute Platschen eines Biebers, der vor mir ins Wasser sprang, war ein völlig neues Erlebnis.

 

 

 

Bis die Tage (nächste Woche ist wieder der 12te!),

Karin

 

Nachtrag:

In dieser Woche jährte sich die Scheidung vom Vater meiner Kinder zum zwanzigsten Mal. Wie die Zeit vergeht!

 

Woche 44/2017

und …

Kaum fort schon wieder hier!

 

Wenn ich das nächste Mal verreise stelle ich den Anrufbeantworter ab und erst wieder ein, wenn ich den Koffer ausgepackt, den Haushalt versorgt und vor allem meine Kater gestreichelt habe. Obwohl ich weiß, dass dieses blinkende Lämpchen eine total technische Sache ist habe ich trotzdem das Gefühl unterschiedliche Taktungen beim Aufleuchten festzustellen – gemächliches Blink Blink Blink, ungemütliches BlinkBlinkBlink, und aggressives BLINK grrr BLINKKKKK wennDUnichtGLEICHranGEHST gibt es was an den Ballon, katschong!

So empfand ich es als ich nach meinem kurzen Ausflug in den Sommer wieder nachhause kam. Spät abends angekommen begrüßten mich meine zwei Graubärchen und im Hintergrund gab die Lightshow der Telefonanlage ihr bestes. ARRGH!

Ganz schnell ausblenden gelang nur bei der Ankunft – zu müde und um 23:30 Uhr rufe ich niemanden zurück, egal wie dringend (außer wenn es die Eltern und Kinder betrifft).

Ganz schnell einblenden, rückblenden,  die schönen Momente der Woche:

Gut gegessen in einer Tapas Bar in Calella de Palafrugell, die ihr Bezahlsystem ähnlich gestaltet wie Sushi-Restaurants. Man nimmt sich was man mag und am Ende werden Holzsticks nach Größe und Schälchen gezählt. Superlecker!

 

Noch einmal gut gegessen in einem japanischen Selbstbedienungs-Restaurant in Palafrugell.

Über meinen Schatten gesprungen und mich auf eine Halloween-Veranstaltung von den Mittwochs-Frauen meiner Freundin eingelassen. Vor zwei Jahren war ich schon einmal mit dabei in dieser Runde. Allesamt liebe und schätzenswerte Frauen mit denen ich einen lustigen Abend verbringen konnte. Doch meine Verkleidung blieb in Spanien, sauber verpackt in einem Karton, für ein anderes Mal. Hier, zuhause, blende ich Halloween komplett aus. Mit der Nacht vor Allerheiligen beginnt für mich die Zeit der Stille vor der Adventszeit (Hektik ausgeblendet, die durch die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarktaufkommt). Wo bleibt die Tradition ein paar Tage später, wenn die Martinssinger unterwegs sind?

Kunst genossen, obwohl der Künstler nicht zuhause war. Im Can Pau de Llabià werden nicht nur Urlaubsquartiere angeboten. Hier lebt auch ein Künstler, der das Umfeld gestaltet. Leider konnte ich wieder nur seine Ausstellungsstücke außerhalb seiner Werkstatt bewundern, dafür funktionierte dieses Mal die Kamera.

Gelesen habe ich, wirklich! Vor dem Abflug nach Barcelona hatte ich vor einer Woche die Verspätung des Flugzeugs genutzt, indem ich in Geschäften nicht in Magazinen blätterte sondern in Büchern, wie früher. Mir fiel das erst so richtig auf, als ich an der Kasse mit drei Büchern stand, auch wie früher. Ob das nun das erhoffte Ende meiner Leseblockade bedeutet? Es ist ein Anfang.

Ausgeschlafen und danach die vielen Gespräche mit meiner Freundin, wie das Zusammensein mit ihr genossen.

Spaziergänge am Meer unternommen, wie hier am Strand von Calella.

 

Farben der Natur bewundert, auch den herbstlichen Sonnenuntergang.

 

Den Kopf geschüttelt, wie es nicht nur herbstlich kühl im Nordosten Spaniens geworden ist. Es ist frostig zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Unabhängigkeit Kataloniens. In der einen Gemeinde wehen Mengen an katalonischen Fahnen, kleben die Fahnen mit dem Aufruf nach „Democracia“ und „Si“ für die Abspaltung von Spanien. Im nächsten Ort ist vieleicht ein Fähnchen zu sehen. Im Hinterland sind unter einigen Ortsschildern nagelneue Schilder angebracht, die deutlich macht, dass der Ort als geschlossene Gemeinde für die Unabhängigkeit Kataloniens ist. Mein erster Gedanke war: Huch!

Als ich abreiste hatten schon ca. 1600 Firmen ihren Firmensitz aus Katalonien in andere Gebiete verlegt und die Verlegung der Produktionsstätten wird vorbereitet. Freixenet gehört zum Beispiel dazu. Doch es sind nicht nur Firmen, die sich eine neue Bleibe suchen. Menschen, die dort zuhause sind überlegen sich ihre Heimat zu verlassen, falls es doch noch zu einer Unabhängigkeit kommen sollte.

 

Den Weg gefunden zu einer Burg, die ich immer wieder aus der Ferne, von der Autobahn aus, gesehen habe. Im Frühjahr hatte ich schon den Weg gesucht und mich ziemlich verfranst in den Ortschaften. Am Ende half mir nicht einmal mehr der Sonnenstand zur Orientierung um zurück zur Autobahn zu finden. Dieses Mal nahm ich eine Ausfahrt früher, Hostalric, und nahm den Weg in Richtung St Hilari Sacalm. Es hörte sich irgendwie richtig an und mit einem Weg muss man ja anfangen. Was für ein kurvenreiches Gegurke! Egal, die Richtung stimmte tatsächlich!!! Leider fehlte mir dann doch die Zeit bis hoch zur Burg zu kommen. Dafür weiß ich jetzt wie Erdbeerbäume aussehen und habe ein neues Vorhaben für meine Bucket-Liste.

 

Abschied von Barcelona, zur richtigen Zeit. Meine Freundin meldete mir im Moment, es stürmt und regnet in den Küstenregionen, inklusive Stromausfall.

 

Ich bin wieder zuhause und ein Jahr älter.

Bis die Tage,

Karin

 

Kunstgenuss in Baden-Baden

und …

Einmal Kombiticket für Museum Frieder Burda und Staatliche Kunsthalle!

Wer in Baden-Baden ist und etwas Interesse an Kunst hat sollte sich das Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle nicht entgehen lassen, vor allem nicht in diesen Tagen. Die 18,-€ sind zwar happig, aber gut investiert für das was geboten wird.

Das Museum Frieder Burda zeigt noch bis zum 26. November 2017 Leuchtkästen, lightboxes, mit Fotos des Kanadiers Rodney Graham – Künstler, Fotograf und Musiker. Er inszeniert akribisch seine Bilder bis ins letzte Detail, wie die holländischen Maler im 17. und 18. Jahrhundert. Rodney Graham hat jedoch den Vorteil der digitalen Nachbearbeitung. Seine Bilder beeindrucken gestochen scharf in großer Größe und erzählen alle eine Geschichte. Der Star in jedem Bild, Rodney Graham.

Audio-Guide auf die Ohren und die Ausstellung genießen. Ich war gut zwei Stunden dabei mit einer Art Déjà vu als ich auf dieses Bild traf:

Media Studies ’77

Ich sah wieder einen meiner Kunst-Dozenten vor mir sitzen, 1976-1978, Kippe in der Hand, die er im Kreidenkästchen der Tafel ausdrückte bevor er sich die nächste Zigarette angezündet hat. Ihm sei Dank, denn er war einer der Initiatoren, dass wir Studenten 1977 gemeinsam die documenta 6 besuchen konnten. Unvergessen seine teilweise kernigen Aussagen zur Entwicklung der Kunst und allgemeinen Kunstverständnis: „Kinder bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Der Steinzeitmensch hat sich einfach nur über die schöne Form gefreut, die beim Pinkeln entstanden ist.“

Doch zurück zu Rodney Graham. Es lohnt sich absolut diese Ausstellung anzuschauen und dazu gibt es hier einen guten Eindruck:

https://www.museum-frieder-burda.de/index.php?id=59&L=0#c4015

http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/Rodney-Graham-im-Museum-Frieder-Burda/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=18349524&documentId=44226626

 

Ich war schon nach dieser Ausstellung im absoluten Glücksmodus, überlegte den Eintritt zur Kunsthalle verfallen zu lassen, lief dann doch weiter. Eigentlich wollte ich nur kurz mal schauen, völlig uninformiert wie ich war über die momentan laufende Ausstellung. So tappte ich unvorbereitet weiter, schnupperte auf den ersten Stufen Holz. Das ist ein Geruch, der bei mir (Sche… auf Allergie) alle Sinne weckt und die Augen strahlen lässt! Hier hätte ich gerne mitgearbeitet. Mann Mann Mann aber auch.

Liang Shuo hat in allen Räumen eine Berglandschaft geschaffen, alles aus Holz von Abbruchhäusern und einer Decke einer Turnhalle. Genial! Und noch bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kunsthalle-beherbergt-bergmassiv-aus-holz-von-liang-shuo-15458992.html

Zum Abschluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulisse.

 

Baden-Baden, ich komme wieder.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 37/2017 und das neue Schuljahr hat begonnen

oder …

Rote Fahnen als Begleiter der Woche

Die erste Schulwoche ist vorbei und schon am Freitag hätte ich einen Kran als Aufstehhilfe benötigt! Schulbeginn und die letzten Wochen vor der Bundestagswahl machten platt, obwohl ich, immer noch nicht ganz fit, nicht bei jeder Aktion meiner Partei zum Mitmachen den Finger hob. Der Kalender ist voller Termine und ich habe immer noch nicht begonnen für meine Prüfung zu lernen. Aber am Dienstag war Dabeisein eine gern gemachte Pflichtsache – Martin Schulz sprach in Böblingen auf dem Marktplatz. (Hier ein Link zu seiner Rede.) Zum Glück begann der Regen erst nach der Veranstaltung und Pöbeleien blieben bis auf eine aus.

Dienstag, bei 12 von 12 im September, berichtete ich ja schon über den normalen Schulalltag. Unglaublich wie schnell der Alltag mich wieder eingeholt hat, doch zum Abschluss gab es etwas Besonderes.

Freitag nach Schulschluss setzte ich mich ins Auto um nach Baden-Baden zu fahren, zum NewPop-Festival, mit einem Ticket für das Konzert der isländischen Band Kaleo in der Tasche. Mit dabei die beiden CDs der Band, die, immer hübsch abwechselnd, auf der Fahrt durchgedudelt wurden. Hach! Doch was für eine Fahrt! Der Navi schickte mich nicht über die Autobahnen A81, A8 und A5 nach Baden-Baden, sondern quer durch die Pampa aka Schwarzwald! Vernünftige Entscheidung an einem Freitagnachmittag, wer die Straßensituation im Raum Stuttgart und Karlsruhe kennt. Aber hallo, der digitale Wegbegleiter zeigte eine überraschend gute Ortskenntnis und Vorliebe für Schleichwege (Einspruch: Nur auf dem Hinweg!), so dass ich durch die schmalen, etwas unebenen Straßen ein ganz klein wenig an Island erinnert wurde.

In Baden-Baden angekommen war unüberhörbar Musik in und an allen Ecken der Innenstadt. Direkt neben meinem Hotel spielte eine Folk-Band unter freiem Himmel. In der anderen Richtung konnte man über Boxen ein Konzert von werweißwoher mitverfolgen. Rote Teppiche lagen hier und dort auf den Fußwegen. Dort ein Plakat oder ein Leuchtkasten, auf der anderen Straßenseite ein Geschäft geöffnet zum Late-Night-Shopping und vorbei an der Großbaustelle (wo wird eigentlich nicht gebaut?) am Leopoldsplatz musste ich nur dem Besucherstrom folgen. Wo sonst Kurgäste vor dem Kurhaus flanieren breitete sich das Festival-Gelände aus. Musik und Menschen, Bühnen und Bands, … . Kaleo spielte erst um 23:00 Uhr und, was soll ich sagen, das Warten lohnte sich. (Hier ein Ausschnitt des Konzerts.)

Der Tag danach, nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück – ich durfte glücklicherweise das Auto in der Hotelgarage stehen lassen – machte ich mich auf zur Stadtbesichtigung. Schon auf dem ersten Blick wusste ich, eine Übernachtung war zu wenig geplant für diesen Ort. Baden-Baden! Logisch! Auch ohne NewPop-Festival, oder gerade ohne Festival-Rummel, zeigte sich an fast jeder Ecke die mondäne Vergangenheit und Gegenwart. Es lohnte sich ein Spaziergang durch den Kurgarten, ausgehend von der Trinkhalle mit der Touristeninformation in den frühen Morgenstunden. Plantschen in einer der Thermen, wie die Besichtigung der Ruinen der römischen Soldatentherme hob ich mir für ein anderes Mal auf. Mein Plan führte mich vor meiner Rückfahrt nachhause ins Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle. Das war eine sehr gute Entscheidung!

Bis zum 15.10.2017 ist in der Kunsthalle noch DISTANT tantamount MOUNTAIN von Liang Shuo zu sehen und im Museum Frieder Burda Lightboxes von Rodney Graham bis zum zum 26. November 2017.

Mein Tipp: Anschauen!! Und vor allem bei Rodney Graham lohnen sich die 4,- € für den Audiobegleiter.

Ich werde in einem Blogpost über die beiden Ausstellungen berichten.

 

 

Ganz zum Schluss noch ein Nachtrag zu 12 von 12 im September, bezüglich der Baustelle, die auch Fußgänger – allen voran unsere Schüler – betrifft. Den riesigen Umweg ließen sich vor allem die Schüler meiner Schule nicht lange gefallen. Schon am dritten Tag nach Schulbeginn hatten sie sich entlang des Bauzauns einen Weg getrampelt, während die Schulleiter der betroffenen Schulen Rabatz bei den Verantwortlichen der Stadt und der Schönbuchbahn machten und die noch überlegten eine Holzbrückenkonstruktion in Auftrag zu geben. Am vierten Tag wurde der Trampelpfad professionell ausgebaut und so was von sofort angenommen. Geht doch! 😀

vorher …
nachher …

 

Das war mein Wochenbericht mit Mut zur Lücke. Draußen regnet es jetzt zum dritten Mal an diesem Sonntag wie aus Kübeln. Was bin ich froh meinen Baustellenrundgang schon früh am Morgen erledigt zu haben. Morgen geht es in die nächste Arbeitswoche. Lasst es euch gut gehen!

 

Bis die Tage,

Karin

 

Fünfzehn Fakten über mich und den Sommerurlaub

oder …

Die Magie von Inseln und dem Norden

 

In der Gegend in der ich aufwuchs konnte sich fast keiner einen Sommerurlaub leisten. Die Siedlung war, wie viele andere Stadtteile, Anfang der 1960er Jahre für all die Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der späteren DDR aus dem Boden gestampft worden. In erster Linie bemühten sich die Familien sich ein neues Leben aufzubauen; da war kein Geld für Urlaubsreisen übrig. Man hatte für die Sommermonate eine Dauerkarte für das Schwimmbad, füllte morgens eine Sprudelflasche mit kaltem Tee, Mutter schmierte ein paar Brote und dann machte sich die (Kinder-)Kolonne auf den Weg zur Abkühlung.

Höhepunkte waren eine Bahnfahrt zum Blühenden Barock mit seinem Märchengarten rund um Schloss Ludwigsburg, oder ein Besuch der Wilhelma, dem Zoo in Stuttgart.

Luxustage, wenn der Vater über das Wochenende den Firmenwagen privat nutzen durfte und wir in den Schwarzwald, auf die Schwäbische Alb oder an den Bodensee fahren konnten.

Irgendwann war „Adria“ das Zauberwort. Wie sich das anhörte: „Ahh.driii.ahhh!“ – hach! So klingt Sonne, Meer, Eis. Noch ein Seufzer. Der erste Wohnwagen stand an der Straße und wir vergaßen beinahe unseren Weg in Richtung kühles Bad: „Mann, die fahr’n an die Adria!“.  Ich durfte dafür zu meinen Großeltern nach Leutenbach, auf der anderen Seite von Stuttgart!

1 Urlaub bei Oma

Wir waren fünf Enkelkinder, doch vor allem mein Cousin und ich entwickelten eine Art Oma-Tourismus. Jeder von uns beiden buchte Oma für zwei Wochen in den Sommerferien und Oma machte mit. Opa auch, was bei seinem etwas schwierigem Charakter selbst über die Jahre nach seinem Ableben noch verwundert.

Von meiner Großmutter lernte ich, dass Urlaub auch einfach ein paar Stunden weg von zuhause sein kann, dass Qualität und nicht die Quantität entscheidet. Von ihrem Beispiel aus entwickelte ich eine ähnliche Tendenz zu Handtaschen mit einer Grundausstattung für alles. Wie sonst konnte mein Sohn, Jahre später, an einem griechischen Sandstrand auf die Idee kommen mich zu fragen, ob ich denn zufällig eine Rolle Tesafilm dabei hätte. Hatte ich zwar „ausnahmsweise“ 😀 nicht, aber er fand den 3 mm Holzbohrer und das angebrochene Tütchen Zucker zusammen mit ein paar Büroklammern, der Schraube und dem Stück Kreide in meinem Mäppchen-Sammelsurium als Alternative super.

Mit Oma Herta gab es Besuche in der Backstube von einer Bäckerei, die noch selber Einback und Zwieback herstellte. Mit Oma wanderte ich, wenn Opa aus dem Haus war, durch die Landschaft um Tiere, Vögel, Insekten zu beobachten. Wir sammelten Blumen, flochten Kränze, sammelten Beeren, Kräuter, Früchte. Und wenn das Wetter nicht so mitmachte gingen wir in die Wilhelma in Stuttgart oder Oma saß an der Nähmaschine, ich daneben sitzend, mit Stoffresten und Garnen spielend, nebenbei häkeln, stricken und nähen lernend.

2 Österreich – Salzburger Land

Der erste richtige Sommerurlaub führte meine Familie ins Salzburger Land.

Mein Vater hatte Überstunden bis zum Abwinken gemacht, um uns diesen Urlaub zu ermöglichen. Wir lebten so sparsam in diesen Tagen, dass das Geld am Ende noch für den Urlaub im nächsten Jahr reichte. Es schreckte uns auch nicht das unbeständige Wetter, meist waren es verregnete Tage im August, der Zeit der Handwerkerferien. Doch im Rückblick finde ich, dass meine Eltern ein gutes Händchen in der Wahl ihrer Quartiere dort hatten. Urlaub auf dem Bauernhof auf der Höhe einer Zwischenalm war das Beste, was mir und meinem Bruder als Kinder angeboten werden konnte. OK, mir bekam gesundheitlich die Höhenluft nicht so gut, aber das drumherum war einfach nur genial natürlich schön. Abends nicht einschlafen zu können weil von draußen keine Autogeräusche zu hören waren, sondern nur das Rauschen von Bäumen im Wind, dem Gurgeln und Gluckern vom Bach, ab und an das Muhen einer Kuh, das Bimmeln der Kuhglocken, … war anfangs ein Problem für mich und meinen Bruder als Stadtkinder.

Doch der Blick morgens auf die Berge vom Bett aus – überwältigend.

Ganz viele Jahre später war Österreich durch den Tauchsport meines Sohns wieder eine Adresse. Vor allem an den Plansee ging es häufig und ich konnte in dem Funkloch dort herrlich gut abschalten!

Plansee Juli 2008

3 England

Am Ende von meinem zweiten Jahr Englisch an der Schule stellte meine damalige Klassenlehrerin uns Schülern eine pen-pal-Aktion vor. Das hörte sich Anfang der 70er-Jahre schon mächtig reizvoll an, richtig exotisch, die Chance sich mit anderen Schülern weltweit in Brieffreundschaften schriftlich austauschen zu können. Klar machte ich mit und erzählte meinem Onkel davon, bzw. ich holte mir mit meinem begrenzten Wortschatz in Englisch Hilfe bei ihm als Englischlehrer. Er führte seit seiner Studenzeit auch eine Brieffreundschaft mit einer englischen Familie, mit der er Zeit seines Lebens auch Kontakt hielt. Über diesen Weg erhielt ich neben den Adressen aus Australien, Norwegen, Indonesien, Südafrika und Pakistan auch Kontakt zu einer Brieffreundin im Süden Londons. Die Kontakte hielten teilweise bis über meine Realschulzeit hinaus, zwei dieser Brieffreundinnen lernte ich dann auch direkt kennen. So kam ich mit 15 zu meinem ersten Flug, der mich zu Jane aus Coulsdon in England führte. Voll cool! Vor allem ihre Eltern, der älteste Bruder und ihre Freundinnen 😉 !

Bis zu diesem Besuch war mir britischer Humor völlig unbekannt (klar, als 15-jähriger) . Ich durfte ihn hautnah in realen Situationen kennenlernen und erleben, zum Beispiel als wir unterwegs nach Eastbourne mit dem Auto liegen blieben. Das Auto war ein Vorkriegsmodell, mit ganz viel Holz in der Innenverkleidung bzw. -ausstattung. Es fuhr selbst in guten Momenten vielleicht 80 km/h und hatte so seine Probleme bei Steigungen. Auf halber Höhe von den Hügeln dampfte es unter der Motorhaube hervor und man musste an den Randstreifen zum Abkühlen anhalten. Bei einem dieser vielen Zwischenstopps gab es dann mal eine zarte Anfrage von der Gastmutter, ob es nicht doch mal an der Zeit für eine neues Auto wäre. Gastvaters Antwort:

„An old pal doesn’t need a new machine!“, machte die Motorhaube auf, spuckte einmal auf den Motor, Deckel zu und das Auto fuhr, „an old car doesn’t need a mechanic!“

 

Später wurde England Familienland, da mein Bruder dort seine Familie gründete. Meine Kinder lernten so spielend Englisch bei Besuchen und Urlauben, leider meine Nichten und Neffen kein Deutsch. London und die Gegend rund um Torquay in Devon, ließ sich mit oder ohne cream tea and scones immer genießen.

 

 

4 Österreich – Kärnten

Endlich ein Badeurlaub!! Meine Freundin und ich hatten uns so sehr einen Urlaub am Meer gewünscht und wir hatten alles versucht umd unsere Eltern zu solch einer Unternehmung zu überreden. Keine Chance. Wieder keine Adria, aber auch keine Aussicht an Nord- oder Ostsee. Unsere Eltern wollten in den Bergen wandern. Tja, da war Kreativität und eigenes Handeln angesagt. Wir gingen zu zweit ins Reisebüro und ließen uns beraten, holten Angebote ein – das ging auch ohne Internet – und schafften unsere Eltern von der gefundenen Alternative zu überzeugen. Wir fuhren gemeinsam nach Seeboden am Millstätter See in Kärnten. So hatten wir Mädels den Badeurlaub und abends die Disco, der Rest der Familie konnte sich in den Bergen tummeln.

 

5 Dänemark, Norwegen und Schweden – Interrail

Meine Liebe zu Skandinavien entwickelte sich mit meinen ersten eigenen Büchern, die zum größten Teil ihre Schauplätze im Norden hatten und es spielten immer wieder auch Tiere, vor allem Vögel, eine Rolle. Da kam mir das Angebot der Bahn zum halben Preis durch Deutschland fahren zu können und sonst durch ganz Europa (und Marokko) kostenlos sehr gelegen. So fuhr ich mit meinem Bruder und einer Studienkollegin kreuz und quer durch Skandinavien, was sich als schwieriger herausstellte als gedacht. Die Bahnstrecken in Norwegen bilden kein Netz sondern eher einen Stern, alle Linien führen irgendwie wieder zurück nach Oslo oder Trondheim. Doch ich konnte meine andere, damalige, Brieffreundin, Tone, im Süden Norwegens treffen.

Mich überwältige die Natur, die Fjorde, die Leere, das Meer und ich wusste, dorthin fahre ich wieder. Doch vorher, mussten wir wieder heim, allerdings mit Umweg. Da wir noch zwei Tage auf dem Interrail-Ticket übrig hatten stiegen mein Bruder und ich in Kopenhagen in das Zugabteil nach Paris und nicht nach Stuttgart.

6 Frankreich

Zu Fuß durch Paris, weil meinem Bruder und mir das Geld fast ausgegangen war:

Gare du Nord – Gare de l’Est (Rucksäcke ins Schließfach) – Le Centre de Pompidou – Notre Dame – Place de la Concorde – Tour Eiffel – Sacre Coeur – Gare de l’Est (Rucksäcke abgeholt) und ab in den Zug nachhause. Es war ein toller Tag, an den ich mich gerne zurück erinnere.

Mit der nächsten Reise begann meine Liste an Rundreisen, denn es ging von der Normandie aus, immer schön der Küste entlang, bis kurz vor Bayonne zuerst in die Pyrenäen. Dort bestätigte sich wieder wie wenig ich mit Höhenluft zurecht komme. Nach dem dritten Pass ging es mir so schlecht, dass Andorra links rechts liegen gelassen wurde. In Südfrankreich angekommen war die Küste so überlaufen, dass es mit Saintes-Maries-de-la-Mer auch nichts wurde, trotzdem schön im Hinterland, denn wir kamen immer wieder.

Bretagne Juli 1979

7 Italien

Südtirol war das Hauptziel von meinen eigenen Schullandheimaufenthalten. Die Toskana musste natürlich auch mal sein, doch richtig herrlich war Sizilien im Herbst 2016, weniger schön die mitgebrachte Lungenentzündung.

Landschaft bei Montalcino, Ostern 1984

8 Sylt

Nach den erfolgreichen Kärnten-Urlauben versuchten meine Freundin und ich die Eltern nun von der Nordsee zu überzeugen. Ich hatte Erfolg, allerdings durch unerwartete Mithilfe. Mein Vater hatte bei Gesprächen mit einem Kunden über Urlaub und Urlaubspläne gesprochen, Erfahrungen ausgetauscht, konträre Familienwünsche beklagt und hatte irgendwann nicht nur eine Urlaubsadresse abends mit nachhause gebracht, sondern schon dort angerufen. OK, es war nicht Föhr, Amrum oder Sylt, sondern nur Büsum, aber an der Nordsee! Leider ohne Freundin und ihrer Familie, die fuhr wieder nach Kärnten.

Büsum blieb für meine Eltern lange das liebste Reiseziel und später übernahm mein Großvater diese Ferienadresse. Mich zog es aber noch weiter in den Norden.

Die ganz große Liebe, die durch die Familie vom Vater meiner Kinder entstand, ist und bleibt Sylt. Hier erholte ich mich nach der Geburt meiner Tochter um Kraft zu tanken! Hier verbrachten wir auch den ersten Familienurlaub mit schwerkrankem Kind, weitere Urlaube dort sollten folgen und später verbrachte ich meine Herbstferien dort.

Sylt Weststrand Oktober 2008

9 Schweden und seine Inseln

Öland Neptuns Äcker 1982

10 Kreta

Durch meine Freundin aus Studententagen kam ich nach Kreta. Ganz spontan hatten wir beiden unsere Kinder und etwas Gepäck eingepackt und flogen mit einem Billigflieger los. Verspätet gestartet ging im Flugzeug der Proviant aus. Er reichte nur für die Passagiere in den ersten Reihen und ich sehe noch, wie meine Freundin entrüstet aufstand und der Stewardess die letzte Dose Bier aus der Hand riss – die tranken wir dann bei Sonnenaufgang, als wir völlig übermüdet im Süden Kretas angekommen waren und uns beinahe mit der Machete durch Gestrüpp zu ihrem Häuschen durcharbeitet hatten. Auch nach Kreta kamen wir nicht nur einmal, doch am schönsten ist und bleibt der Süden.

Chania Juli 2001

11 Spanien – Costa Brava

Und zwischendurch geht es immer wieder zum Seele baumeln lassen zu meiner anderen Freundin, die seit ihrer Pensionierung in Spanien, an der Costa Brava, lebt.

Tossa de Mar 2015

 

Dem Kind zuliebe auch mal Urlaub alles inklusive. Hat was, wenn man sich um fast gar nichts, außer dem Tauchgerödel, kümmern muss. Zudem machte es großen Spaß zusammen mit den anderen tauchenden Vereinsmitgliedern unterwegs zu sein. So kam ich auch in Länder in die ich als überzeugte Alleinreisende sonst nicht reisen würde, wie …

12 Kuba und

Kuba, Juni 2005

13 Ägypten

Abseits von den ganz großen Touristenhochburgen Hurghada und Sharm-el-Sheik sieht die Welt schon ein wenig anders aus und tagsüber auf dem Boot ging es auch die Hitze zu ertragen. Absoluter Höhepunkt wurde jedoch ein Ausflug nach Jordanien zum Weltkulturerbe Petra.

Schlucht vor Petra, Jordanien, Mai 2012

14 Adria 😀

Endlich, bloß nicht wieder und dann doch noch einmal – Tauchurlaub für den Sohn, Schnorcheln für mich. OK, ich war nur in Kroatien, genauer in Istrien, aber nee, nur nett und nicht mein Ding. Nun stelle ich auch noch fest über die letzte Reise dorthin, 2014, nicht gebloggt zu haben.

Amphitheater in Pula, Istrien 2014

15 Island

Was soll ich dazu sagen 😉 – ich werde wieder dorthin fahren. Ganz sicher. Noch sind nicht alle Bilder von der Reise in diesem Jahr gesichtet und sortiert. Kommt noch. Hier und hier gibt es Berichte der letzten Reisen.

 

Mehr Geschichten über den Sommerurlaub gibt es bei Astrid!

Bis die Tage.

Von einer die auszog um kalte Füße zu bekommen

oder …

Der lange Weg zu warmen Socken – Walblick inklusive!

Ich bin die Frau der Packlisten. Für jede Jahreszeit und alle bisherigen Urlaubsziele habe ich Listen, zudem noch in Varianten für verschiedene Anreisearten. Das minimiert den Stress bei den Reisevorbereitungen. So gern ich reise, Koffer packen ist mir ein Graus. Deshalb Packliste raus und nach Anleitung packen. Jede Liste wird nach dem Urlaub überarbeitet, damit bei der nächsten Reise Unnötiges zuhause gelassen wird und dafür Sinnvolles im Gepäck landet.

Aus mir unerfindlichen Gründen fand ich die überarbeitete Island-Packliste für diese Reise nicht, als ich mit dem Packen begann. Ohne Packlisten bin ich vor einer Urlaubsreise ungenießbar und es packte sich bei knapp 30°C schwierig für zu erwartenden 10°C abwärts. Ich kam mir schon einigermaßen komisch vor mit der Winterjacke unter dem Arm, mit Schweiß auf der Stirn, im dämpfigen Stuttgart in den Flieger zu steigen.

Schon im Flugzeug fiel mir ein, was ich so alles vergessen hatte. Das meiste war verzichtbar, jedoch zwei Dinge fehlten mir ganz besonders auf dieser Reise:

a) Föhn – nasse lange Haare an der Luft trocknen zu lassen ist, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist, keine gute Idee

b) Puschen – in vielen Quartieren ist es üblich, wie in Island generell, die Straßenschuhe auszuziehen und da können die Füße ganz schön kalt werden. In zwei Unterkünften hatte ich Steinfußböden und da genügten selbst meine handgestrickten Wollsocken nicht für eine dauerhaft anhaltende Wohlfühlfußwärme.

Nach einer Woche Reise fand ich, zumindest in der Sockenfrage muss ich für Abhilfe sorgen und machte mich auf den Weg zum nächsten, großen Laden. Es sollte ein Ausflug werden, denn bis zum nächsten großen Ort, Egilsstaðir sind es mal so gute 60 km vom Borgarfjörður aus. Wenn ich mir überlege, mit welchen Distanzen ich zuhause rechne, mir überlege ob sich eine Fahrt nach Stuttgart lohnt – das sind 25 km – und dann manchmal ewig herumeiere, bis ich mich entschieden habe, wo ich was dann tatsächlich besorge.

Aus meinem Tagebuch

Jetzt, in diesem Moment, 3°C und scharfer Wind von Nordost plus Regen, von oben bis zu den Knöcheln gut und winddicht eingepackt verfluche ich zum x-ten Mal diese verf…, blöden, nach links und rechts eingeteilten Funktionssocken! Mir ist es so was von egal, ob sie Druckstellen verhindern, atmungsaktiv sind, nach dem Waschen schnell trocknen. Sie wärmen NICHT! Abgesehen davon hängen diese Mikrofasermistdinger jeden Morgen beim Anziehen an jedem Nagelhäutchen fest und am Abend bleiben sie beim Ausziehen an meinen Fingern hängen.

Nachdem ich wieder einmal den Status ‚im-Fußbereich-ordentlich-runtergekühlt‘ erreicht hatte konnte mich weder ein prächtiger Vogel in zwei Meter Nähe noch ein schöne Blüte begeistern. Lieber setzte ich mich ins Auto, wo ich die Heizung hochdrehen und eine Sitzheizung genießen konnte. Ich hatte noch nie ein Auto mit diesem Luxus, und jetzt verzeiht mir meine Wortwahl, das ist ein geiler Scheiß! Das kann man mit den 30°C Außentemperatur, die gerade so im süddeutschen Raum herrschen, vielleicht nicht so richtig nachvollziehen. Momentan ist ja eher die Klimaanlage der Renner. Doch ich schweife schon wieder ab!

Zurück zum Ausgangspunkt:

  • Ort: 64°N
  • Temperatur: 3°C
  • Monat: Juni
  • Status: kalte Füße

Ich fuhr die gut 60 km um diesem Zustand Abhilfe zu leisten. Unterwegs ging es, Popo warm und Füße kalt, über dem Pass auch noch durch Schneegriesel! Auf der anderen Seite sah die Welt schon etwas freundlicher mit 5°C aus, vor allem auch durch die immer wieder Schnappatmung verursachende Aussicht! Mir war alles egal, voll fixiert auf das Ziel: Warme Füße!

Der Name dieser Marke ist echt Programm und nun mache ich ausnahmsweise mal Werbung, für den Netto in Egilsstaðir. Dort gibt es wirklich fast alles und ich hatte endlich richtig dicke, fette, warme Wollsocken. Yes!

Die große Versuchung dicht daneben mit Lettlopi, Plötulopi und Einband schaffte ich, nach wer weiß wie vielen Kurven dran längs, irgendwie ohne Griff in die Regale, ohne Einkauf zu bewältigen. Ein Kraftakt!

Was allerdings viel wichtiger war: Ich hatte mein Tagesziel erreicht – warme Füße!

Um meine momentane Gefühlswelt noch ein wenig mehr in Ordnung zu rücken gönnte ich mir in der direkt daneben liegenden Tankstelle noch einen großen Pott Kaffee. Ob in Skandinavien oder in Island, es gibt an jeder Tankstelle ordentlichen Kaffee. Ein Segen!! Tja nun, der Tag war noch nicht zuende, wärmetechnisch wiederbelebt stand ich mit meinem Kaffee vor einer Reihe Infotafeln zu sehenswerten Plätzen in der Nähe. Wobei der Begriff Nähe relativ zu sehen ist bei den Distanzen vor Ort. Eine Tafel war sehr verlockend – die vom Mjóifjörður.

Der Tag hatte noch ein paar Stunden, überhaupt wurde es in diesen Tagen nie richtig dunkel. Ideale Bedingungen für mich, die in der Dunkelheit immer ein wenig Probleme mit dem Sehen hat. Aber auf was für eine Strecke hatte ich mich da eingelassen! 18% Gefälle bzw. Steigung – zuerst hoch zu den Schneefeldern und dann in Serpentinen runter zum Fjord.

Ein Haus? Hier? Ja! Also hin!

Ein Wrack! Da musste ich auch hin und meinte in der Ferne noch ein paar Häuser zu erkennen. Also hin und stoppte keine 10 m weiter, da sich auf dem Wasser etwas bewegt hatte.

Musste eine Täuschung gewesen sein. Still ruhte der Fjord. Oder doch nicht?

Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Das konnte kein Vogel mit Bauchplatscherlandung ins Wasser sein. Aber ein Wal, soweit im Fjord? Nee, oder?

Doch!

Selbst nach Tagen, mit dem Abstand durch die Heimreise nach Deutschland, dem Temperaturunterschied, fühle ich, wenn ich mir die Fotos anschaue, wieder die Spannung unter der Haut; das Kribbeln, als sich jedes Härchen vibrierend aufrichtete, wenn die erste Fontäne ausgepustet wurde und danach der Bewegungsablauf – Buckel, Rückenflosse, Schwanzflosse. Dazu auch noch die Geräusche, die einfach dazu gehören, wahrnehmen zu können machte alles zusammen zu einem perfekten Moment.

Kalte Füße?

Völlige Nebensache! 😉

 

Mehr Bilder zum Wal des Tages gibt es auf meinem Blog hierundfort.

12 von 12 im Juni 2017

oder …

Urlaubsalltag

Der erste Blick am Morgen geht nach draußen. Dazu begrüßt mich dieses herrliche Relikt aus Omas Jahren auf dem Fenstersims des Badezimmers 😀 .

 

Der zweite Blick führt auf den Wetterbericht. Hmpf. Tja. Ich nehme jede Wolke, wenn sie kein Wasser lässt und es wird etwas besser werden, als angekündigt. So ist es in Island eben.

 

Der dritte Blick lässt mich Schmunzeln. Wie gestern steht mein Frühstück vorbereitet im Kühlschrank, mit einer netten Nachricht von Margret, meiner Vermieterin.

 

Frühstück mit einer Art isländischem Wochenblatt als Lektüre – eine andere Welt mit anderen Prioritäten.

Erste Station heute ist am Borgarfjörður Bakkagerði, ein kleiner Ort mit ca. 100 Einwohnern, zu „meiner“ Bank. Dort habe ich im September 2015 gesessen und mir vorgenommen hierher zurück zu kommen. Erinnert das Haus im Hintergrund nicht an die Geschichten vom Ollen Hansen?

 

Es ist zu windig zum Verweilen und die inzwischen 5°C fühlen sich nicht kuschelig an. Deshalb bewege ich mich lieber, besuche ich die Elfenkönigin auf ihrem Berg Álfaborg. Trolle, Elfen, Zwerge sind in den Sagas und Geschichten in Island fest verankert. So lebte zum Bespiel im Njarðvík das Ungeheuer Naddi.

 

Auf der Passstraße hoch zum Vatnsskarð, der in den Wolken liegt, und hinaus aus dem Fjordgebiet des Borgarfjörður und der Bucht Njarðvík, hinein in die Ebene Héraðssandur.

 

Lakritz-Diät 😉 und danach dann doch noch etwas leckeres im Warmen – Kaffee mit Kleinur, einer Art isländischem Doughnut, den ein Hauch Kardamom einzigartig macht.

 

Zurück in die Bucht Njarðvík, wo irgendwo, ganz weit in der Ferne, mein Quartier liegt.

 

Bloggen zum Tagesabschluss im 1970er Ambiente und allem was der Gesundheit gut tut – Tee, Wasser, Schnupftuch.

Und nun bin ich gespannt auf die anderen 12 von 12 Geschichten. Vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung, 12 Bilder am 12ten eines Monats, zur Verfügung stellt.