oder …

Ferienausklang und Schulanfang – 2019 #37

Dass der Sommer nun wirklich in den letzten Zügen liegt beginnt spürbar nach Sonnenuntergang. Gewöhnungsbedürftig sind das frühere Dunkelwerden und die kalten Füße. Zuhause gibt es dagegen die warmen Puschen und draußen wieder Strümpfe sowie festes Schuhwerk.

Schon am zweiten Schultag war, so eingeengt malträtiert, zuerst mein kranker Fuß stinkesauer, dann ich mit mir. So kurz nach den Ferien hatte ich doch nicht damit gerechnet wieder in die pharmazeutische Trickkiste greifen zu müssen. Deshalb war diese in meinem Schulfach noch nicht frisch bestückt. Mir blieb nichts anderes übrig, als die Wege kurz zu halten und durchzuhalten. Mist aber auch.

Positiv denken und zuhause zumindest etwas gegen die kalten Füße unternommen – Socken stricken.


Die kühleren Abende lassen solche Handarbeiten wieder zu, ohne dass der Faden in den schweißigen Händen auf den Nadeln gebremst wird.

Die Tage in Schweden schienen nach drei Schultagen, wie weggewischt, weit in der Vergangenheit zu liegen. Dabei bin ich in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, gerade eine Woche zurück!

Der letzte vorletzte Spaziergang in Visby


Die Rückreise mit Hindernissen verlängerte meinen Aufenthalt in Schweden um einen Tag. Der Start des Flugzeugs wurde während der Beschleunigung auf der Startbahn abgebrochen, da ein technischer Schaden in einem Triebwerk vermutet wurde. Aussteigen. Die knapp sechs Stunden Warten im Flughafengebäude wurden von den Passagieren ganz unterschiedlich ertragen. Techniker wurden aus Stockholm eingeflogen, die an unserer Maschine den Fehler suchen, finden und beheben sollten.
Wir hätten es schlechter treffen können.
Der kleine Flughafen auf Gotland ist klein, überschaubar, gemütlich, mit Sitzplätzen für alle und schnell erreichbaren Ansprechpartnern. Ich sparte mir den Gedanken in solch einer Situation auf einem großen Flughafen gestrandet zu sein und war dank zwei netter Reisebekanntschaften in guter Gesellschaft.

Der letzte Spaziergang und ein Plan entwickelt sich in meinem Kopf …

Mit einer der beiden reiste ich dann nach einer weiteren Nacht auf Gotland, von der Flughafengesellschaft per Taxi in ein Hotel gebracht, am nächsten Tag weiter. Durch einen Buchungsfehler erhielt ich keine SMS mit meinen neuen Flugdaten und auch noch keine neue Bordkarte. Handschriftlich auf Konzeptpapier war die vorübergehende, nachhaltige Alternative.

Visby – Stockholm – Kopenhagen. Auf dem Weg zu unseren Gates stand ich vor diesem … hach … soll ich vielleicht mein handschriftliches Alternativticket modifizieren? 😉

An unseren benachbarten Gates angekommen schauten wir zwei Frauen uns an – schon wieder eine Verspätung. Laut Plan hätte ich später abfliegen sollen. Warschau first, dann Stuttgart. Letztlich verabschiedete ich mich als erste.
Dafür vergaß ich im Wartebereich ein Gepäckstück, was ich beim Einstieg ins Flugzeug bemerkte. Aus der vorletzten Reihe durfte ich mich, mit Erlaubnis des Bordpersonals, nach vorne zur Tür durch würgen als der Pilot „Boarding completed“ durchgab und mich der Sicherheitsdienst trotzdem durch Tür, Flugfeld, Treppe, Flur, Schranke, … durchschleuste – „Hurry up!!“ – Tasche greifen und zurück.
Ich bin mir sicher meine Mitpassagiere hassten mich in diesem Moment.

Mein Glück, ab jetzt lief für mich alles glatt. Yeah!
Reisebekannte M1, auf dem Weg nach Warschau, hatte weniger Glück. Ihr Flugzeug musste wegen Maschinenschaden auf halber Strecke umdrehen.
Reisebekannte M2, kam zwar auf dem zweiten Versuch gut in Deutschland an, durfte aber auf dem Rückweg nach Schweden eine Flughafenräumung in Hamburg miterleben, mit anschließendem Abenteuer.

Ich hasste dafür bei meinem ersten Besuch meiner Schule im neuen Schuljahr, schon auf meinem Fußweg, wieder einmal die Stadtgärtnerei oder das Subunternehmen, das zur „Pflege“ der Schulanlage genau in den Tagen meiner Abwesenheit aktiv war.
In einem Gartenbereich des Schulgartens wurden bei dieser Aktion die Buchsbaumreste hübsch kugelig geschnitten (das machen auch gerne die SchülerInnen) und die dazwischen stehenden Pflanzen platt gemacht. PLATT! Ob Holunder, Herbstanemone, Physalis, Malve, Rittersporn, … inklusive Stützstangen, wusch weg! Kommentar einer Schülerin: „Warum? Da stehen doch Schilder.“

So führte mich der erste Weg, nachdem ich mir meinen Stundenplan abgeholt hatte, in die nächste Gärtnerei um für Ersatzpflanzen zu sorgen.

Wie konnte man solch eine Pflanze „übersehen“ und absäbeln?

Da war es doch schön ein wenig heile und schöne Welt bei zwei Veranstaltungen am Wochenende genießen zu können. Zuerst ging es zum Tag der offenen Tür der Schäferei Krüger-Land hier im Gäu – Link , bei der ich auch Schafpatin bin.

Im Anschluss, ein paar Kilometer weiter, führte mich mein Weg wieder einmal nach Nebringen, wo der Künstler Lutz Ackermann lebt und arbeitet – Link.


Es ist immer wieder ein Erlebnis das Gelände mit Garten und Nebengebäuden besichtigen zu können, vor allem wenn der Meister dazu spricht oder die Kinder motiviert seine Werke unter seiner Anleitung bespielen!


Was mich sonst noch interessierte, im Auszug:

Ein Artikel in der Z*eit – Scientists for future: Es macht mich traurig, wie dumm wir sind – Link

Ein Youtube-Beitrag … Klimawandel: Das ist jetzt zu tun! (feat. Rezo) – Link

Macht’s gut und bis die Tage,
Karin


Das Titelbild mit Brillen ist Teil einer Installation im Garten Lutz Ackermanns


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17. September 2019

Kommentare

Mal abgesehen von dem beachtlichen Flugchaos, hört sich der Schuljahresanfang an wie sich Schuljahresanfänge anhören ( oder besser: anfühlen ) seit Jahrzehnten. Ich könnte zu jedem Detail deines Erlebens was Passendes aus meinem Erfahrungsschatz schreiben. Ich drücke dir einfach nur die Daumen, dass du es überlebst und dir dann noch ein paar schöne Jahre bleiben.
Herzlich
Astrid

puh! kein guter start! flugunbillen, fußweh und dann noch gartenfrevel. da kann ich gut verstehen, dass du dich so gern bei den offenen gärten aufgehalten hast. was für eine wohltat!
liebe grüße
mano
ps: reykjavik hätte mich auch sehr verlockt…

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