Rezept

Knuspermüsli mit viel Kernen

 

Vor knapp zwei Jahren hatte ich schon einmal ein Rezept für ein Knuspermüsli vorgestellt – Link – und nun gibt es eine kernige Variation, die nicht nur von mir als gut befunden wird.

Gefunden habe ich dieses Rezept in einem der Bücher von Ella Woodward und es nach meinen Gegebenheiten etwas abgewandelt.

Zum Abmessen verwendete ich die bunten Kunststoffbecher des schwedischen Möbelhauses, die randvoll ca. 250 ml fassen.

 

Zutaten

  • 1 Becher Walnusskerne
  • 1/2 Becher Mandeln
  • 1 Becher Kürbiskerne
  • 1 Becher Sonnenblumenkerne
  • 1/2 Becher Leinsamen
  • 2 Becher Haferflocken
  • 3 Esslöffel Kokosöl
  • 3 Esslöffel Ahornsirup
  • 3 Teelöffel Zimtpulver
  • 1/2 Becher Aroniabeeren
  • 1/2 Becher Berberitzenbeeren

 

Zubereitung

Den Ofen auf 200°C vorheizen (Umluft 180°C)

Die Walnusskerne und die Mandeln mit einem großen Messer auf einem Küchenbrett hacken. Die Stücke sollten noch Bissgröße haben, wie bei gekauften gehackten Mandeln.

Walnüsse und Mandeln zusammen mit den anderen Kernen, Leinsamen und Haferflocken in eine große Rührschüssel geben und gut vermischen.

In einem Kochtopf das Kokosöl mit dem Ahornsirup und dem Zimt mit kleiner bis mittlerer Hitze langsam schmelzen. Dabei immer wieder mit einem Holzlöffel rühren bis sich eine flüssige Mischung ergeben hat.

Die Öl-Sirup-Mischung in die Rührschüssel zu der trockenen Nuss-Flocken-Mischung geben und alles gut verrühren. Anfangs glaubt man, das wird nie was, aber nach einer Weile und rühren, rühren, rühren ist eine klebrig-krümelige Masse entstanden.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Müslimischung darauf verteilen und ca. 30 – 40 Minuten backen. Alle 10 Minuten muss die Mischung gewendet werden, damit alle Zutaten gebräunt und geröstet werden und nichts verbrennt.  (Mir reichen in meinem Backofen 30 Minuten!)

Ist das Müsli fertig geröstet, das Blech aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

In die abgekühlte gebackene Müslimischung die Beeren untermischen und alles zusammen in einem luftdichten Behälter aufbewahren.

 

Anmerkung

Ich verwende Aroniabeeren und Berberitzen, weil ich sie habe. Genausogut geht das Müsli, wie in Emmas Rezept, mit Rosinen. Grundsätzlich passen alle Trockenfrüchte. Gerne verwende ich getrocknete Preiselbeeren, Blaubeeren und Cranberries als Beeren. Datteln, Aprikosen, Feigen, Pflaumen, Apfelringe etc. müssen vor dem Untermischen allerdings kleingeschnitten werden.

 

Zubereitung

Für ein Müsli am Wochenende oder an Tagen, wenn ich nicht ganz früh morgens zur Schule muss, kommen für eine Portion ca. 3 Esslöffel Knuspermüsli in die Schüssel. Dazu gibt es einen kleinen, geschnippelten Apfel, einen halben Becher Naturjoghurt und etwas Milch.

Für den größeren Hunger darf es natürlich noch etwas mehr sein.

 

Unter der Woche bereite ich mir häufig am Abend vorher ein Müsliglas für den nächsten Tag vor.

Hinein kommen auch wieder ca. 3 Esslöffel Müsli und 1/2 Becher Joghurt oder 3 Esslöffel Skyr oder Quark. Dazwischen fülle ich ein paar Löffel Apfelmus vom weltbesten Apfelmushersteller, meinem Vater. Er kennt mein Verhältnis zu Obst und anderem Süßen. Obst muss man mir vorbereiten, außer Trauben und Beeren, sonst findet es keinen Zugang in meinen Körper. Wenn mein Papa mir keine Orange mehr pellen wird und keinen Apfelmus mehr liefert werde ich im Winter wohl fast völlig auf Trockenobst umsteigen.

 

Informationen

Ein Knuspermüsli oder Granola bezeichnet ein mit Honig gebackenes Müsli. Als Alternative zu Honig bieten sich alle süßen Sirupvarianten an, wie Agavendicksaft, Ahornsirup, Rübensaft, solange sie hitzebeständig sind. Ich persönlich mag Ahornsirup und Rübensaft im Knuspermüsli am liebsten.

Das Originalrezept von diesem Rezept steht in „Deliciously Ella“ von Ella Woodward auf Seite 76 und auch hier in einer Buchrezension vom August 2015.

Gutes Gelingen und guten Appetit!

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 2/2018

oder …

Von „No good“ bis „Geht doch“ alles drin!

Unglaublich wie viel Sorgen ein kleines Stückchen am Ende des Blinddarms verursachen kann! Unglaublich die Geschichte, die ich miterleben und unser momentanes Sorgenkind in der Familie seit Jahresbeginn durchleben musste. Donnerstag wurde im Laufe des Tages nachoperiert. Dummerweise hatte ich genau an diesem Tag mein Handy zuhause vergessen und in der Schule fand sich kein Luftloch in den acht Stunden Präsenzzeit, um schnell mal nachhause, das um die Ecke liegt, zu kommen. Dafür liefen die Telefonleitungen heiß sobald ich zuhause war. Ein schlimmer Tag in der Schule und dann gab es, statt Entspannung zum Feierabend, noch eine Zugabe, Schlingenbildung vom Dünndarm und Darmverschluss.

Inzwischen geht es unserer Patientin endlich besser, das Ende ihres Krankenhausaufenthalts kommt in Sicht und ich kenne inzwischen, dank Navi, jede Menge alternativer Strecken von BB nach KA abseits der Autobahn. Alles hat seine zwei Seiten.

Meine Kater nahmen mir meine häufige Abwesenheit Tag für Tag weniger krumm, ganz anders als erwartet. Sie teilten sich sogar endlich den Kratzbaum (ein Jahr seitdem ich ihn aufgebaut habe). Selbst der Aussichtsplatz zum Katzenkino wurde geteilt! Dafür räumt Angus nach wie vor, wenn es ihm langweilig wird, meine Unterwäsche aus der Kommode.

Trotz aller Anspannung nahm ich mir die Zeit zum Kochen. Wenn ich es schon nicht schaffe Entspannung zu finden, muss zumindest der Plan gesund zu kochen eingehalten werden. So kann ich, wie angekündigt, eine Variante der im letzten Blogpost vorgestellten Erbsen-Pesto vorstellen (vegetarisch) in Kombination mit veganen Gnocchi; auch wieder in Anlehnung oder direkt nach einem Rezept von Ella Woodward (aus dem Buch „Deliciously Ella – genial gesundes Essen für ein glückliches Leben“, Seite 39).

Der ganz große Unterschied zum letzten Rezept ist die Wildkräuterzugabe in Form von Gartenschaumkraut, auch bekannt unter Behaartes Schaumkraut, Cardamine hirsuta. Als Kreuzblütler enthält diese Schaumkrautart Senfölglycoside, was an der Schärfe, wie bei Kresse, herauszuschmecken ist. Zusätzlich enthält Gartenschaumkraut noch Bitterstoffe und Vitamin C.

Normalerweise tauchen die ersten Blättchen dieses Unkrauts erst Anfang März auf. Durch den milden Winter grünt es jetzt schon Anfang Januar. Doch bitte nicht direkt am Wegrand ernten, wo Hunde Gassi geführt werden, und auch nicht pflücken, wenn man sich nicht ganz sicher ist ob es Gartenschaumkraut ist! Hilfreich zur Bestimmung für Anfänger kann das Buch „Wird das was – oder kann das weg“, von Bärbel Oftring sein, erschienen im Kosmos-Verlag.

 

 

 

Erbsenpesto-Variante #2

Zutaten:

1 Becher tiefgefrorene Erbsen (bei Becher spreche ich von den bunten 08/15 Trinkbechern aus Kunststoff des schwedischen Möbelhauses)

½ Becher Nüsse Paranüsse

1 Büschel frisches Gartenschaumkraut (ca. 30 g ungeputzt), alternativ geht auch Kresse – Wildkräuteranfänger sollten ihrem Magen zuliebe nur die Hälfte verwenden und den Rest mit Petersilie oder anderen frischen Kräutern ersetzen

1 klitzekleine Zwiebel

2 gehäufte Esslöffel geriebenen Parmesan oder, falls es vegan sein soll, 2 Esslöffel Nährhefe

2 – 5 Esslöffel Olivenöl

Salz

 

Zubereitung:

Die Erbsen entweder in der Mikrowelle oder auf dem Herd mit etwas Wasser und Salz bissfest kochen. Ich würze mit meinem eigenen Estragonsalz. Nach dem Kochen das Wasser abgießen.

Die Nüsse auf einem Brett mit einem großen Messer fein hacken.

Das Gartenschaumkraut waschen, welke Blätter und Wurzeln entfernen, und grob hacken. Kleine Besucher natürlich auch aussortieren.

 

Das Zwiebelchen fein würfeln.

Erbsen, Nussstücke, Schaumkraut, Zwiebelwürfel, geriebenen Käse mischen und mit etwas Öl entweder in einer Küchenmaschine oder mithilfe eines Pürierstabs zerkleinern. Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Öl dazu geben. Auch diese Pesto schmeckt mir mit zu beißenden Stückchen besser.

Eventuell noch mit etwas Pfeffer und/oder Chiliflocken abschmecken.

 

Dieses Erbsen-Pesto kommt ganz nah an das Erbsengericht heran, das meine Kinder früher gerne gegessen haben. Statt Schaumkraut oder Kresse verwendete ich Estragon. Die Zugabe von vielen frischen Kräutern, zusammen mit Salz, hebt die Süße der Erbsen auf, aromatisiert sie auf eine neue Weise. Dazu gab es entweder Kartoffelpüree oder aufgebratene Schupfnudeln, die hier in der Gegend Bubenspitzle genannt werden. Ganz ähnlich werden italienische Gnocchi hergestellt, die ich auf veganer Art herstellte.

 

Gnocchi nach Ella

Zutaten:

500 g Kartoffeln

1 1/2 Esslöffel Apfelmus (ich verwende mein eigenes, ungesüßtes)

1 Becher Reismehl

Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

Die Kartoffeln mit der Schale in leicht gesalzenem Wasser kochen, bis sie gerade gar sind.

Die Pellkartoffeln schälen und entweder grob reiben, oder durch eine Kartoffelpresse drücken.

In die Kartoffelmasse das Reismehl, etwas Pfeffer und Salz, sowie das Apfelmus kneten. Statt dem Apfelmus kann alternativ auch ein Ei eingearbeitet werden. Beides dient der Bindung des Teigs. Ich verwendete, wie im Rezept, eben Apfelmus. Ich wollte auch wissen ob das tatsächlich funktioniert. Tut es. 😉

Wenn der Kartoffelteig gut durchgeknetet und glatt ist, wird er in vier Teile aufgeteilt. Aus jedem dieser Stücke wird daumendick eine Rolle geformt. Wenn nötig die Unterlage mit Reismehl bemehlen. Von diesen Rollen werden kleine Stücke abgeschnitten, die, um die typische Verzierung der Gnocchis zu bekommen, über einen Gabelrücken gerollt werden.

In einem Topf Wasser aufkochen, salzen und die Gnocchis dazugeben. Nach kurzer Zeit schwimmen die Gnocchis oben auf dem Wasser, das bedeutet, dass sie gar sind.

Die Gnocchis mit dem Pesto in einen Topf geben und kurz zusammen erwärmen.

Die Gnocchis lassen sich auch gut im Kühlschrank aufbewahren und schmecken aufgebraten fast noch besser.

 

Ich heiße Karin und bin Schafpatin

Zum Wochenende konnte beinahe Normalität in meinen Alltag einkehren. Ganz besonders freute ich mich auf den Samstag. An diesem Tag ging es zum Schafstall „meiner“ Schäfer in Magstadt, Krüger-Land. Seit letztem Jahr können Nichtschäfer deren Arbeit für den Natur- und Landschaftsschutz unterstützen, indem sie Schafpaten werden. Ich bin eine davon, die 20ste. Für die Patenschaft gibt es eine Urkunde und es darf eine Baumscheibe für das Stall- bzw. Scheunentor gestaltet werden. Dafür setzte ich endlich wieder mein heißgeliebtes neues Spielzeug, eine Dremel, ein.

Alle Schafpaten trafen sich diesen Samstagnachmittag um dem neuen Schafbock, der mit unserer Hilfe angeschafft werden konnte, seinen Namen zu geben. Demokratisch abgestimmt heißt er nun Ole und er erwies sich als kamerascheu.

Ole, bevor sich der alte Schafsbock, von rechts kommend, wieder komplett vordrängeln konnte

Wunderhübsch zeigten sich auch die Neuzugänge im Stall, die die letzten zwei Tage geboren wurden. Die ersten fünf Lämmer dieses Jahres tummelten sich zwischen ihren Mamas und Tanten. Jedes Muttertier kennt ihr Lamm ganz genau. Schnell mal eine bereitstehende Zitze nutzen geht nicht. Da wird auch einmal etwas derb weggeschubst.

 

Schöne Stunden, zwar in der Kälte, aber mit Glühwein bzw. Punsch, der Möglichkeit zu grillen und begleitet von vielen Gesprächen mit gleichgesinnten, neuen Bekannten. Alle ohne Knopf im Ohr genossen wir zudem das Blöken und die vielen Mähs, ungefiltert, ganz real, als Originalsound, mit allen Sinnen. Ich freue mich auf das nächste Treffen.

In den nächsten Tagen werde ich hoffentlich den immer wieder angekündigten Beitrag zur Brennnessel auf den Blog bringen.

 

Bleibt gesund und bis die Tage,

Karin

 

 

Woche 1/2018

oder …

 

Da geht noch was …

 

Mitternacht, zum Jahreswechsel, war meine Welt noch in Ordnung. Zusammen mit meinen Engländern verfolgte ich, via Facetime, das Feuerwerk von meinem Balkon aus. Wir sangen „Auld lang syne“ (obwohl sie eigentlich noch eine Stunde auf das Neue Jahr warten mussten) und meine Nichten und Neffen wunderten sich über das wilde Geknalle, die wüst in die Luft, wie kreuz und quer gejagten, Raketen. Ich bleibe ein Befürworter von professionellen Feuerwerken. Die Lust sich einmal im Jahr als kleine Pyrotechniker zu beweisen kann ich noch nachvollziehen, doch, abgesehen vom Feinstaub, ärgert mich der liegengelassene Müll an jeder kleinen Feuerstation am nächsten Tag gewaltig!

Ansonsten begann 2018 weder ruhig noch gesund. Ganz untypisch für mich wandert momentan mein Blick immer wieder zum Handy. Bitte dieses Mal eine gute Nachricht und Licht am Horizont!

Zur Ablenkung zog es mich immer wieder nach draußen, in den Schulgarten und an die Straßen- / Bahnbaustelle, und danach, hungrig wie eine Bärin, an den Herd.

Wie seit Wochen schon probiere ich etliche Rezepte von Ella Woodward, bekannt durch ihren Blog Deliciously Ella, aus. Sie kocht vegan, und zwar so, wie ich als Vegetarierin Spaß daran haben kann. Sie bietet mir tolle Ideen für die zwei Tage in der Woche, die ich für mich als (fast) frei von Milchprodukten vorgenommen habe. „Fast“ deshalb, weil ich ohne meinen nachtschwarzen Schwarztee zum Frühstück nicht wach werden mag. Dazu gehören einfach ein Schuss richtiger Milch und 1 Teelöffel brauner Zucker.

 

Ich liebe Pesto und konnte mir unter einem Pesto aus Erbsen, wie in Ellas ersten Buch beschrieben, zuerst einmal nichts leckeres vorstellen. Bloß blöd, mir fehlte das im Rezept beschriebene frische Basilikum. Echt prima! Ich liebe das Finden von Alternativen! Frischen Koriander hatte ich fast keinen mehr, den hatte Chewie abgefressen, aber Petersilie. Diese hatte ich vor seiner Gier nach Grünem in die Höhe gerettet.

Bauchweh – selber schuld

 

Erbsenpesto-Variante #1

Zutaten:

1 Becher tiefgefrorene Erbsen (bei Becher meine ich einen der bunten 08/15 Trinkbecher aus Kunststoff des schwedischen Möbelhauses)

½ Becher Nüsse (ich mischte Macadamia- und Paranüssen)

20 g frische Petersilie

1 Esslöffel gehackte Schnittlauch

1 kleine Zwiebel

2 – 5 Esslöffel Olivenöl

Salz

 

Zubereitung:

Die Erbsen entweder in der Mikrowelle oder auf dem Herd mit etwas Wasser und Salz bissfest kochen. Ich würze mit meinem eigenen Estragonsalz. Nach dem Kochen das Wasser abgießen.

Die Nüsse auf einem Brett mit einem großen Messer fein hacken.

Die Petersilie waschen, mit Strunk und Stiel grob hacken.

Die Zwiebel fein würfeln.

1 – 2 Esslöffel Hefeflocken (nicht Backhefe!!!), die auch weggelassen werden können (mit fand ich leckerer, da sie etwas Käsearoma mitbringen)

Erbsen, Nüsse, Kräuter, Zwiebel, Hefeflocken und etwas Öl entweder in einer Küchenmaschine oder mithilfe eines Pürierstabs zerkleinern. Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Öl dazu geben. Diese Pesto schmeckt mir etwas stückiger besser, weshalb ich nicht wie wild püriere und einen Babybrei produziere.

Eventuell noch mit etwas Pfeffer und/oder Chiliflocken abschmecken.

 

Wozu solch ein Pesto passt?

Ich probierte es mit Reis – sooo lecker! (OK, ich hatte mir, Veggie hin oder her, noch drei Fischstäbchen dazu in die Pfanne gehauen)  – soulfood – musste mal sein!

Sehr lecker war das Pesto auf getoasteten Süßkartoffelscheiben als schneller Snack!

 

Dazu schäle ich die Süßkartoffeln und schneide sie in ca. 7mm starke Scheiben. Die gebe ich dann in den Toaster. Auf mittlerer Stufe braucht es bei meinen Toaster drei Durchgänge bis die Schnittchen weich und nicht zu lapprig sind um als „Toasties“ durchzugehen.

Erbsenpesto drauf und noch ein paar Tomätchen = Lecker-Snack!

 

Erbsenpesto-Variante #2 gibt’s in Kürze.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Lieblingstee neu entdeckt

oder …

Statt gekauft selbst gesammelt!

Was in Sachen Kräutertee auf dem Markt angeboten wird lässt mich immer wieder den Kopf schütteln – inzwischen mehr denn je. Nach Abschluss meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin hinterfrage ich manche Teemischung, die im Handel angeboten wird noch mehr. Hinter all den hübschen Namen wird eine ganze Menge an Emotionen und Versprechungen mit möglichen Wirkungen impliziert. Ich darf mit solchen Aussagen, trotz meiner erworbenen Kenntnisse, keine Tees mit Aussagen jedweder Art die nur im Ansatz eine Heilwirkung oder Stimmungsverbesserung im Namen erwarten lassen  anbieten. Dieser Tee soll nach Packungsaufschrift gut für die Haut sein.

Als leidenschaftliche Teetrinkerin von Tees mit und ohne Teein, genieße ich jede Tasse. Ohne zu den traditionellen  Teezeremonienmeisterinnen zu gehören verachte ich auch keine Teebeutel. Trotzdem schaue ich genau hin, was in den Packungen (und den  Teebeuteln) abgepackt sein soll.

Ich will wissen was ich trinke und trinke nicht alles!

Vor ein paar Tagen landete einer meiner Lieblingstees wieder einmal praktischerweise im Teebeutel in der Tasse. Während er im heißen Wasser zog – ich habe ja wieder etwas mehr Zeit und Muße, die ich auch genieße – las ich mir die Vorderseite der Papierverpackung des Beutels durch und danach die Rückseite. Ohh! Da steht ja noch mehr darauf!

Wie blöd aber auch! Da hatte ich doch in den Sommermonaten nur die drei Zutaten auf der Vorderseite des Kauftees gesammelt um eine meiner Teedosen mit der getrockneten Teemischung nach Art der Kaufmischung aufzufüllen:

Brennnessel, Pfefferminze und Fenchelsamen

Brennnessel wuchs reichlich rund um den Kompost, Pfefferminze wucherte zwischen dem Sellerie im Schulgarten, nur der Fenchel bildete nicht genug Samen, weshalb ich da nachkaufen musste.

Ein Vergleichsteetrinken musste her, doch vorher schaute ich mir den Inhalt vom gekauften Teebeutel vor dem Ausguss genauer an.

Es ist mir klar, dass der Zerteilungsgrad wichtig ist bei chemischen Prozessen, aber bei dieser Teeprobe fragte ich mich dann doch, wo in all den Krümeln neben 40% Brennnesseln, 25% Pfefferminz, 25% Fenchelsamen noch die Löwenzahnwurzel, die Süßholzwurzel und die Aloe Vera Blätter sind.

Meine Süßholzpflanze hat den Sommer nicht überlebt, deshalb kann ich keine (eigenen) Bilder von dieser Pflanze zeigen. Darüber bin ich nicht wirklich unglücklich, denn ich mag Süßholzwurzel eigentlich nicht im Tee (Lakritze ist was ganz anderes :D). Die Blätter der Aloe Vera trockne ich nicht, sie nutze ich frisch zur Hautpflege und Löwenzahnwurzeln zu ernten ist echte Knochenarbeit.

Aloe Vera
Getrocknete Löwenzahnwurzeln

Ich mag es bei Tees, wie bei vielen anderen Dingen auch, lieber pur oder übersichtlich in den Mischungen. Deshalb werde ich meinen Brennnessel-Pfefferminz-Fencheltee nicht noch „ausbauen“. Er ist lecker so wie er ist. Abgesehen davon scheue ich mich davor die Löwenzahnwurzel im Mörser zu zerkleinern. Dagegen ist der Kraftakt bei der Ernte fast Erholung.

Die getrockneten Bestandteile von Brennnesselblättern und Pfefferminze rebbel ich nicht bis zur Unkenntlichkeit. Erst kurz vor dem Aufgießen mit heißem Wasser zerreibe ich die Blätter und quetsche die Fenchelsamen auf einer festen Unterlage etwas. Sind die Fenchelsamen schon untergemischt gebe ich einen guten Esslöffel der Trockenmischung in den Mörser und zerquetsche alles zusammen etwas, denn es kommen schon mehr Inhaltsstoffe in den Aufguss wenn die Kräuter feiner zerteilt sind. Allerdings sind viele Inhaltsstoffe schon längst verpufft, wusch weg, wenn das Zerkleinern Wochen früher geschehen ist.

 

Kräutertees tun nicht nur in der kalten Jahreszeit gut und es wächst so vieles draußen vor der Tür, was nicht nur als Tee lohnenswert zum Sammeln ist. Hauptsache man kennt das Sammelgut wirklich und es wächst an Stellen ohne Tierkontakt, fern einer Straße und gedüngter Flächen. Wer ganz sicher gehen will  kauft sich die Zutaten aus biologischem Anbau und stellt seine Teemischung nach Geschmack zusammen. Es lohnt sich!

 

Bleibt gesund und bis die Tage,

Karin

 

Kräuteressig-Variationen

oder …

Kräuteraroma vom Sommer für den Winter konservieren

Im Schulgarten blühen und gedeihen Gemüse und Kräuter auch in den Sommerferien weiter. So viele Salatgurken wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Darüber freuen sich alle, die mir im Garten halfen und helfen. In der Schulküche liegen auf vielen Flächen Kräuter zum Trocknen, die nach den Ferien von den SchülerInnen weiter verarbeitet werden. Fast täglich können Brombeeren geerntet werden, die zum größten Teil im Tiefkühlgerät landen. Aus der heutigen Ernte wollte ich damit, nach dem letzten Frucht-Kräuter-Essigauszug mit Erdbeeren und Basilikum, einen Auszug mit Brombeeren und Rosmarin probieren.

Die Zutaten für den zweiten Essigauszug sind Grundzutaten für den Vierräuberessig, auch als Pestessig bekannt.

Der Legende nach waren zu Pestzeiten Räuber in den Häusern von Pesttoten unterwegs, ohne sich anzustecken. Man versprach ihnen von einer Verhaftung abzusehen, wenn sie verrieten wie sie sich schützten. Ihr Geheimnis, sie nutzten die Wirkstoffe und ätherischen Öle aus verschiedenen Kräutern, die unter anderem antibakteriell, immunstimulierend und entzündungshemmend wirken, in Essig ausgezogen.

Es gibt eine Menge an Rezepten zu Pestessig. Bei manchen frage ich mich wie ein Räuber zu dieser Zeit an die Zutaten kommen konnte. Andere Zusammenstellungen mag ich mir weder unter der Nase oder im Magen vorstellen. Die meisten finde ich als viel zu viel wenn ich mir die Liste an Kräutern so anschaue.

Ich verwende für meinen Vierräuberessig vier bis fünf Kräuter bzw. Gewürze. So bleibt die Wirkung der Kräuter, auch untereinander, übersichtlich und das Ergebnis ist hinterher auch wirklich kulinarisch lecker (und nicht nur als Putzmittelzusatz verwertbar).

Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian und als zusätzliches Gewürz Wacholderbeeren. Gerne hätte ich statt Wacholder Eberraute dazu gegeben, aber die hatte man mir ja im Frühsommer abgemäht.

Frische Kräuter müssen absolut gute, frische Qualität haben. Ich mag diese nicht einmal von jedem Händler auf dem Markt kaufen. Meist verwende ich sie aus dem Garten. Dazu warte ich eine regenfreie, warme Periode ab und „wasche“ die Kräuter am Abend vor der Ernte mit der Gartenbrause, auch von der Unterseite. Um die Mittagszeit, wenn die Kräuter trocken und warm sind, wird geerntet. Diese frische Ernte lasse ich immer etwas welken; Wasser aus den Pflanzenzellen verdunstet und im Verhältnis bleiben mehr sekundäre Inhaltsstoffe zum Ausziehen übrig. Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Fäulnis- oder Schimmelgefahr.

Anmerkung: Gekaufte frische Kräuter vor der Verwendung zu Waschen ist keine gute Idee, selbst wenn sie hygienisch sinnvoll ist. Vor der Verwendung in einem Auszug in Essig, Öl oder Alkohol sollten, müssen, sie so trocken wie möglich sein.

Kräuter von den Stengeln abzupfen, abrebbeln, so gut es eben geht. Gewürze quetsche und mörsere ich grob. Alles in ein hohes Glasgefäß geben.

Die Kräuter oder Früchte (ich habe ja auch Brombeeren im anderen Essigansatz verwendet) mit gutem Essig aufgießen. Ich verwende Apfelessig in Bio-Qualität, denn ich möchte meine guten Kräuter nicht wie Perlen vor die Säue werfen.

Deckel zu, und zwar luftdicht, wasserdicht, denn ab jetzt muss für mindestens drei bis vier Wochen täglich der Inhalt bewegt werden (ohne dass die Soße heraus läuft).

Der Brombeeressig-Ansatz ist nun völlig in den Hintergrund getreten. Um diesen fertig aufzugießen musste ich noch einmal einkaufen gehen, fand unterwegs etwas was meine Eltern glücklich machen könnte, brachte ihnen dieses auch gleich vorbei um dann auf den Rückweg noch einen ehemaligen Kollegen mit seiner Frau, eine ehemalige Lehrerin von mir, zu treffen. In den Ferien kann ich solche Entwicklungen so was von genießen – schlecht gedeutscht, aber aus der Seele gesprochen!!

Etwas verspätet kam dann der frisch eingekaufte Essig auf die Brombeeren mit Rosmarin. Erschwerte Bedingungen zum Fotografieren, denn nun war das Licht noch schlechter. Sorry.

Ab jetzt heißt es abwarten!

 

Ein Wildkräutermenü im Frühling

oder …

Auf in die Brennnesseln

Wie ich schon mehrfach berichtet habe bin ich dabei mich im Kräuterwissen fit zu machen. Am ersten April-Wochenende war es wieder soweit. Samstag gab es von nine to five two eine große Portion Theorie, bevor wir uns eine Wiese suchten, die möglichst naturnah abseits von Straßen lag, nicht gedüngt wurde, keine Beweidung durch Nutztiere hat, auch keine Schafe … gar nicht so einfach, eine solche Fläche im Großraum Stuttgart zu finden. (Wenn jemand ein solches Wiesenstück im Kreis Böblingen kennt, bitte melden, please!)

Am Samstag sammelten wir jede Menge Wildkräuter, die wir dann am Sonntagnachmittag verarbeiteten.

Auf dem Menüplan standen:

  • Neunkräutersuppe
  • Wildkräuter-Schneckennudeln
  • Unkrauttaschen nach griechischer Art
  • Brennnessel in Bierteig mit Hägemark
  • Frankfurter grüne Soße mit Wildkräutern
  • Chicoreesalat mit Scharbockskraut und Orange
  • Sekteis/Sektsorbet mit Veilchenblüten, alternativ Apfelsaftsorbet mit Veilchen
  • Sahneeis mit Sauerampfer und Heidelbeerkompott
  • Erdbeeren mit Basilikumzucker
  • Waldmeister- und Wildblumenblüten im Apfelsaft

G.E.N.I.A.L.

Doch zuerst ging es auf die Wiese und danach in die Küche.

Ein Teil der Ernte mit Scharbockskraut, Sauerampfer, wildem Schnittlauch, Giersch, Vogelmiere, Weidenröschen, Sauerampfer, Gartenschaumkraut und Brennnesseln

Zur Vorspeise gab es eine Neunkräutersuppe, traditionell ein Frühlingsgericht. Sie gehörte früher vor allem am Gründonnerstag auf die Teller. Nach den langen Wintermonaten, wenn alle Vorräte aufgebraucht, oder nicht mehr allzu lecker waren, hatten unsere Vorfahren Lust auf frisches Grün. Die verwendeten Kräuter variieren je nach Landstrich, Höhenlage, Wetter und Jahreszeit. Dieses Jahr liegt Ostern sehr spät und so lässt sich auf den Wiesen deutlich mehr Grünzeug finden, als Ende März. Wenn ich jetzt spontan in den Garten gehen würde kämen bei mir momentan junge Triebe vom Giersch, Brennnesseln, Knoblauchsrauke, Gartenschaumkraut, Vogelmiere, Löwenzahn, Wiesenkerbel, Weidenröschen und Wiesenschaumkraut in den Korb und zum Garnieren ein Schlüsselblumenblütchen aus dem Garten (bitte wirklich nur von hier!). Möglich sind noch viele andere wilde Kräuter. Da manche durch ihren Gerbstoffgehalt eher streng schmecken, wie Gundermann, sollten diese eher nur wenig verwendet werden. Und wirklich nur die Wildpflanzen verwenden, die man ganz genau kennt! Alternativ können auch übliche Küchenkräuter in die Neunkräutersuppe wandern. Rezepte zur Neunkräutersuppe, wie auch wir sie zubereitet hatten, sind auch leicht im Internet zu finden, z.B. hier, hier und hier (das Gänseblümchen nicht als Ganzes essen, schmeckt so eher bäh). Und Sarah von Das Kräuterkörbchen gibt noch mehr Informationen, insbesondere erklärt sie wie die 9 in die Suppe kam!

In der Tiefe der Tasse hatte sich bei uns ein Bärlauchnockerl versteckt, die unsere Köchin in der Runde, Katharina, vorbereitet hatte.

In der Menüfolge passten im Anschluss passten in Bierteig ausgebackene Brennnesseln, die mit einem Klecks Hagebuttenmark, oder wie wir hier sagen Hägemark, garniert waren. Das Hägemark brachte den letzten Pfiff, bildeten das Tüpfelchen auf dem i.

Der Hauptgang …

Chicoreesalat mit Wildkräutern und Orangen, Unkrauttaschen, Kartoffeln, Ei und dazu grüne Soße aus Wildkräutern

… und im Anschluss ein Nachtisch nach dem anderen, die gar nicht so schnell fotografiert werden konnten, wie sie wegschmolzen sind bzw. in unseren Mägen landeten. Vor allem das Eis mit Sauerampfer traf genau meinen Geschmack. Ich, die in der Regel den Nachtisch weiter gibt, kratzte die Eismaschine leer, weil das Zeug zu lecker war um weggespült zu werden. Deshalb gibt es auch von dieser Leckerei keine Bilder, aber vom letzten Teil, den Erdbeeren mit Basilikumzucker.

 

Zum Schluss stelle ich die verwendeten Kräuter im Einzelnen vor:

Nicht im Einzelnen abgebildet fehlen Gartenschaumkraut, Waldmeister (der hing schon im Saft), den Veilchenblüten (froren schon eine Nacht im Sekt bzw. Apfelsaft) noch Kohldistel und ein Kraut, an dessen Namen ich mich erinnern kann. Irgendwann wird es mir wieder einfallen, vorzugsweise in der Nacht 😉

So lecker satt zu sein, nach so viel Bücken, Pflücken und Lernen, war herrlich! Leider war die Schlange auf dem Markt in Stuttgart so ewig lang, dass ich meinem Besuch das lange anstehen für Sauerampfer nicht zumuten wollte. Doch vielleicht finde ich am Wochenende welchen in freier Natur. Die Sahne wartet im Kühlschrank!

 

Schöne Ostern!

An, in und unter den Linden

oder …

Lindenblüten – duftende Helfer

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Es blühen die Linden! Was für ein Duft!

So riecht für mich der Beginn des Sommers – Lindenblütenduft!

Erst kommt er von der Sommerlinde, dann legt die Winterlinde nach. Jetzt ist es an der Zeit um diesen Duft einzufangen und für die Erkältungszeit im Winter zu präparieren. Ende Juni, Anfang Juli ist ein optimaler Zeitpunkt um Lindenblüten zu ernten und zu trocknen. Lindenblütentee ist schweißtreibend und lindert Atemwegsbeschwerden bei Erkältungen.

In meiner direkten Umgebung stehen einige Linden, von denen ich sonst immer meinen Wintervorrat schneide. Was war ich verblüfft, dass sie dieses Jahr in erreichbarer Höhe schon „abgeerntet“ waren, bis ich dazu kam. Auf der Suche nach neuen Erntestellen erlebte ich die nächste Überraschung – die Menge an Linden in meiner Stadt, vor allem entlang den Hauptverkehrsstraßen, war mir bisher nicht aufgefallen. Allerdings macht es wenig Sinn Blüten für Tees von Bäumen so dicht an den Straßen zu ernten, da Linden mit ihrer Fähigkeit optimal Luft filtern zu können, Schadstoffe entsprechend gut speichern. Nachdem ich lange nach DER idealen Linde gesucht hatte, sie fand und meine Lindenblüten geerntet und getrocknet habe, entdeckte ich heute tatsächlich eine noch bessere Quelle! Direkt auf dem Schulhof, fernab einer Straße, … , und ich dachte, ich weiß was auf unserem Schulgelände wächst!

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Der erste Schwung an Lindenblüten ist nach der Ernte …

 

… frisch getrocknet schon in der Teeschüssel gelandet!

 

Lindenblütentee lindert nicht nur im Winter eine Erkältung, er ist auch hilfreich bei Auswirkungen des deutschen Sommers!

Das Ende der Bärlauch-Zeit

oder …

Der Mai ist gekommen!

Kaum zu glauben, der April ist vorbei. Ganz einfach so. Wo ist der Monat nur geblieben? Ohne Fotoausflüge in den Schönbuch und zur Obstbaumblüte ins Gäu fehlt mir dieses Jahr ein kleines Stückchen Frühlingserwachen. Sicher hätte ich eine Chauffeuse oder einen Chauffeur für eine Ausfahrt gefunden: „Sag’s, wenn ich dir helfen kann!“. Doch ohne Konstanze einfach so durch die Landschaft tappen? Mit der/m ruhig gestellten Hand/Arm war seit dem Armbruch kein Fotografieren mit der Spiegelreflexkamera möglich. Aber es geht voran.

Seit gestern kann ich, wenn ich mit der rechten Hand die Kamera halte, mit der linken den Objektivdeckel aufschnippen. Tolle Sache! Kleines Stückchen Glückseligkeit. Zum Schließen muss ich mich bücken und suchen, wo das Teil hingeflogen ist. Um den Deckel wieder aufzusetzen brauche ich noch die rechte Hand.

Heute schaffte ich mit links den Wasserhahn im Spülbecken der Küche zu öffnen. Yeah! Es ist ja „nur“ ein Hebel und es klappte super – fragt meinen Kater! 🙂 Das Ergebnis war eine Riesensauerei, hatte die Qualität ‚Zustand nach Wasserschlacht‘. Aber ich habe den Wasserhahn öffnen können, grobmotorisch zwar, auch noch etwas schmerzhaft, doch effektiv. 😀 Allerdings werde ich den zweiten Versuch mit dem Hahn besser erst nach der nächsten Ergotherapiesitzung versuchen. Habe ich Katerchen versprochen, denn er fand die Springflut aus der Spüle gar nicht lustig. 😉

Doch zurück zum verpassten Frühling draußen in der Natur.

Mit dem Cast rund um Hand und Unterarm konnte ich dieses Jahr auch nicht zu meinem Plätzchen zur Bärlauchernte radeln. Schade! Ich tröstete mich mit ein, zwei gekauften Bünden vom Markt. Als Pesto verarbeitet war es ruckzuck weg gefuttert. Bei den nächsten vier gekauften Bünden hatte ich dann das Pech, dass sie, wohl nass gepflückt und gleich eng gebündelt, im Bund schon schimmelten – bei einem Preis von 1,50€ pro 100g recht ärgerlich. Ich fand mich damit ab dieses Jahr ohne Bärlauch-Depot auszukommen.

Und dann kam ein Gespräch unter Nachbarn, denen ich eigentlich nur ein Päckchen angenommen hatte und ihnen nur abgeben wollte. Als Dankeschön hatte ich von ihnen eine Tüte selbst geernten Bärlauch in die Hand gedrückt bekommen!

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Drei Tage später fragte mich mein Nachbar, ob er mir noch einmal Bärlauch mitbringen soll/kann. Ich antwortete: „Oh, das wäre schön. Ein wenig könnte ich noch brauchen.“ – Wenig ist eine vage Aussage, die unterschiedlich interpretiert werden kann.

Frischer Bärlauch in Salaten ist lecker. Nur leider kann er nur kurze Zeit im Frühjahr geerntet werden. Deshalb verarbeite und konserviere ich jedes Frühjahr einen Teil meiner Ernte um auch später im Jahr Bärlauch genießen zu können.

Bärlauchpesto auf Brot oder zu Spaghetti ist ein toller Einsstieg in die (Basilikum-)Pestosaison, oder auch eine Alternative dazu, denn Bärlauchpesto kommt im Gegensatz zu der mit Basilikum ohne Knoblauch aus. Das hat schon Vorteile! 😀

Von meiner unerwarteten Bärlauchschwemme habe ich

  • die Blätter in Öl püriert
  • die Blätter in Öl püriert, mit Mandeln und Parmesan zu Pesto verarbeitet (Verhältnis Bärlauch:Mandeln:Parmesan – 1:1:1 in Gramm, Öl nach Gefühl und Konsistenz)
  • die Blätter eingefroren
  • die Blätter im Dörrautomat getrocknet
  • die Stengel, wie Gurken, süß-sauer eingelegt
  • die Knospen in Öl eingelegt
  • die restlichen Knospen einfach blühen lassen.

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Tipps aus dem Internet, die ich ausprobiert habe:

Bärlauch haltbar machen

Das ganze Jahr über Bärlauch

Und was ich noch ausprobieren möchte:

Bärlauchkäse – vegan

 

Der Frühling scheint nun wirklich angekommen zu sein!

 

 

Müsli geht immer – selbst gemachtes noch besser

oder …

Was macht der Arm(bruch)?

Tag 18 nach dem Bruch, Tag 12 mit Gips, Tag 3 ohne Schmerzmittel – es geht voran, langsam. Katerchen begreift endlich, dass er irgendwie geartete Kuschelversuche mit den Fingern, die aus diesem blauen, inzwischen müffelnden, Gebilde ragen, lieber lässt. Meine Stimmung ist vergleichbar muffig. Nichts geht so richtig mit dem ich mich sonst gerne beschäftige. Selbst lesen strengt an, sogar mit dem E-Reader. Bleibt die Glotze, ohne Begleitstricken, -häkeln oder sonstiges Gepuzzel. Bis ich auf dem Markt den ersten frischen Bärlauch in diesem Jahr sehe und Lust auf Bärlauchpesto bekomme. Dazu benötige ich auch abgezogene Mandeln und endlich habe ich meine Beschäftigung:

Mandeln überbrühen und enthäuten!

Das geht auch mit einer Hand, plopp plopp plopp, und am Fernseher sitzen ist weniger stupide. Mit dieser Beschäftigung, 500 g Mandeln nackig zu machen, hatte ich eine Weile zu tun. Bis Sohnemann Zeit hatte diese für mich zu verarbeiten schaffte ich es, einen Teil davon, in ein Müsli zu verbacken.

Aber zuerst musste nach dem Abpellen der eigentlich unbeteiligte Arm gekühlt werden. Als Hülle für das Kühl-Pad benutze ich zweckentfremdet eine Kerzenhülle aus Stoff, die mir eine Kollegin zu Weihnachten geschenkt hatte. Der aufgenähte Spruch baut auf!

Warten kann ich. Nicht immer willig und gerne. Aber wenn es hinterher passt ist alles ok. Genug gekühlt und ab in die Küche zum Müsli mischen und knusprig machen. Das Original-Rezept hat irgendwann einmal mein Sohn angeschleppt und es gehört in verschiedensten Modifikationen seit Jahren bei ihm, bei mir und bei meiner Tochter zu den Basis-Vorräten in unseren Küchen. Die Mengenangaben beließen wir, wie beim Original, bei Tasse statt Gramm. Zum Abmessen verwenden wir eine ganz normale Kaffeetasse und nehmen es ansonsten auch nicht so genau mit den Mengen. 😉

Crunchiges Müsli aus dem Backofen

Zutaten
  • 3 Tassen Haferflocken (ich verwende Schmelzflocken, meine Kinder eher die kernigen Haferflocken)
  • 1 Tasse grob gehackte Pecanüsse (oder Walnüsse, oder Haselnüsse, oder andere Kerne, wie z. B. Mandeln, oder irgendwie gemischt)
  • 1/2 Tasse Kokosflocken (ich verwende fertig gekaufte, geröstete Kokoschips, die ich am Schluss, zusammen mit dem Trockenobst ins Müsli gebe)
  • 1 bis 3 Esslöffel braunen Zucker (lasse ich weg, oder nehme höchstens 1 Esslöffel voll)
  • 1/2 bis 1 Teelöffel gemahlenen Zimt
  • 1/2 Teelöffel gemahlenen Ingwer (habe ich nur zur Weihnachtsbäckerei im Haus, deshalb lasse ich ihn meist weg)
  • 1 Prise Salz
  • 1/3 Tasse Honig (oder Agavendicksaft, den ich nicht mag, oder Ahornsirup, oder Rübensaft, oder irgendwie gemischt)
  • 2 Esslöffel Öl
  • 1 Tasse klein geschnittenes gemischtes Trockenobst (es gehen auch getrocknete Beeren, oder für Schokoschnuten Schokostückchen)

Zubereitung
  • Den Backofen auf ca. 150°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Die Haferflocken mit den Nüssen, den Kokosflocken und den Gewürzen in einer Schüssel miteinander verrühren.
  • In einem kleinen Topf den Honig mit dem Öl vermischen und auf kleiner Hitze erwärmen, nicht kochen.
  • Die Honig-Öl-Mischung über die Haferflocken in der Schüssel geben und alles miteinander gut verrühren.

  • Alles zusammen auf dem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen. 40 Minuten im Backofen goldbraun rösten und alle 10 Minuten die Mischung wenden.

  • Nach dem Rösten die Haferflockenmischung auskühlen lassen bevor das Trockenobst (Kokoschips, Schokolade oder anderes) untergemischt werden.

Ich esse das Müsli am liebsten mit Joghurt, Milch ist aber auch lecker. 😉

Und Katerchen? Er machte Pause im Einkaufskorb bis es an die Bärlauchpesto ging. Das Rezept gibt es ein anderes Mal.