oder …

Noch einmal Farbe aus dem Olivenblättersud

Es gab noch einmal Spargel auf meinen Teller und der geschälte, wie abgeschnittene Rest kam nicht zu den Sammlung in meinem Tiefkühlgerät. Ich fand, es ist an der Zeit dieses Fach zu leeren und aus dem Inhalt etwas herzustellen – Papier aus Spargelschalen.

Das ist kein neues Thema für mich:

Tiefgefroren sah es nach Mengen aus, was sich im Topf schnell reduzierte. Als es dann an die Verarbeitung ging, war die Menge tatsächlich reichlich!

links ein Teil der Tiefkühl-Spargelschalen, rechts die Reste vom letzten Familientreffen

Aus dem ersten Kochtopf holte ich die schönsten Stücke für ein Streifen-Spargelpapier heraus. Ich hätte vorher in meinen Blogposts recherchieren sollen. 😊

Es war so entspannend die Streifen auf das Schöpfsieb zu legen, um es dann auf einen Stoff zu übertragen, das Wasser auszudrücken, und das noch einmal zu wiederholen.

Tja, und dann kam ich auf die Idee, das auf dem Stoff haftende Papier nicht liegend zu trocknen, sondern aufzuhängen.
Es war ein sehr windiger Tag. Papier 1 wurde vom Winde verweht.

Aufgeben? Nein!
Ich suchte die Teile zusammen, reinigte sie grob und pappte sie wieder auf einem Presstuch zusammen. Die weiteren Streifenpapiere trocknete ich wieder liegend.

Ich habe in den vergangenen Jahren viel ausprobiert um die Spargelschalen für Papier aufzubereiten. Ein Püriergerät verabschiedete sich völlig überhitzt, bei einem anderen Gerät zerstörte ich ein Püriermesser. Aus diesem Grund begann ich meine Suche nach neuen Wegen diese Fasern zu bändigen.
Dazu kochte ich vergangenes Jahr die organischen Bestandteile mit Chemikalien, wie Waschsoda, aus. Das dauert, denn die Spargelschalen müssen dazu mehrfach gekocht und gespült werden. Das war mir zu energieintensiv. Letztlich bleiben auf diesem Weg die langen Fasern erhalten, die später doch wieder irgendwie zerkleinert werden müssen, wie zum Beispiel durch Schlagen mit einem Hammer oder, wie in der Papiermühle, mit einem Hammerwerk.

Deshalb trocknete ich die aufgetauten Fasern, die ich mit Soda behandelt hatte, indem ich den Papierbrei flach ausstrich und trocknen ließ.

Bei den frischen Spargelstreifen verzichtete ich auf Chemie. Gar gekocht und abgekühlt rieb ich Streifen für Streifen die Spargelreste aus, bevor ich sie, zum Beispiel, auf ein Schöpfsieb legte. Die nicht verwendeten Reste trocknete ich ebenfalls flächig ausgebreitet.

Mit der Schere ließ sich das getrocknete Material ganz einfach in kleine Stücke schneiden, die ich dann problemlos aufweichen und mit dem Pürierstab schreddern konnte.

So klappte es dann auch mit dem Schöpfen.

Getrocknet zeigte sich ein Problem, weil die unterschiedlich dicke Fasermasse ungleichmäßig trocknete.

Im Moment bin ich mit dem Geraderichten der Papiere beschäftigt, die ich dann nächste Woche zeigen werde.

Werkstatteinblicke

Durch einen Kurs, an dem ich selbst teilnehme, war ich motiviert noch etwas mit dem restlichen Sud aus der Färbung von Wolle und Seide mit Olivenblättern herauszuholen.

Der zweite Versuch, Pigmente aus der Flüssigkeit zu holen, klappte deutlich besser. Zudem klappte die Herstellung einer Pastellkreide.

Ich werde darüber in einem eigenen Blogpost berichten.

Als nächstes holte ich Axt und Spaltmesser heraus, denn von der Gartennachbarin gab es Kirschen am Ast und noch ein paar Äste dazu. Die bereitete ich für die Herstellung von Nadeln vor. Schon einmal dabei teilte ich ein paar Äste, die mir Nina geschickt hatte. Lorbeer ist richtig hart!

Ansonsten

Es gab viel Gartenzeit! Alle Pflanzen aus der Anzucht stehen endlich in den Beeten und bei der momentanen Wetterlage muss viel gegossen werden. Mich freut vor allem das Gesumm und Gebrumm um mich herum. Besonders beliebt ist der Natternkopf.

Herrlich, doch auch anstrengend, der Freitag, ich war von 11:00 Uhr bis abends unterwegs. Deshalb kommt der Wochenrückblick heute auch etwas später.
Mittags war ich bei einer Preisverleihung, nachmittags feierte eine Freundin ihren Geburtstag. Im Anschluss fuhr ich zu einem Klassentreffen meines Abschlussjahrgangs 1974 – wunderbar! Zum Schluss gab es Wasser für meine Gartenpflanzen. Während des Gießens kamen Windböen auf, die aber kein Nass von Oben brachten. Der Wetterbericht sagt zehn trockene Tage voraus – und gerade eben, während des Schreibens kam dann doch ein Schauer herunter, bei anhaltendem Sonnenschein.

Ohrwurm der Woche

Doch diese neue Version von „People Have the Power“, von Patti Smith, vom 13.06.2026 hat es mir auch angetan.

Macht’s gut, bleibt gesund – findet Schatten, vergesst nicht zu trinken – und bis die Tage


verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

Ein kleines, feines Stück Spargelpapier wird hier auch immer noch aufbewahrt. Interessant, wie du dich in diese Experimente systematisch vertiefen kannst. ( Ich hab mich grade von so einem intensiven Projekt aus der Zeit vor meinem Mutterdasein getrennt, was nun sehr viel leichter war als noch vor zwei Jahren . Ersatz könnte wohl die ausgiebige Beschäftigung mit Literatur erden.)
Ich hoffe auch, dass mir das Gießen ab und an abgenommen wird. Muss allerdings nicht so ausgehen wie gestern Abend.
Alles Liebe!
Astrid

Wenn ich das letzte Stück Spargelpapier aus der Presse hole schließe ich dieses Projekt ab. Noch weiß ich zwar nicht, wie ich das komplette Sammelsurium an Papieren aufbewahren werde oder was ich daraus mache, doch es wird einen Haken hinter diesem Herstellungsthema geben. Ich habe etwas Neues als Projekt in Arbeit. 😊
Gießen ist auch ein Thema bei mir. Es gibt Stellen in meinem Garten, da sind die Trockenrisse so breit und tief. dass ich locker meine Hand darin verstecken kann! Wo es möglich ist versuche ich die freien Bodenflächen zu bedecken und die Verdunstung einzuschränken. Aber das geht nicht überall.
Viele liebe Grüße und schönen Sonntag noch
Karin

Bei uns ist die Wettervorhersage auch wolkenlos. Ich muss dem Mann den Haushaltsjob „Garten tränken“ geben, denn ich entschwinde morgen Morgen ins Klassenlager. 🙂
Deine Spargelpapierversuche tönen sehr spannend.

Liebe Grüsse von Regula

Unglaublich, was Du Dir für eine Mühe mit dem Spargelpapier gegeben hast. Wenn es hier mal Spargel gibt, dann anschließend aus den Resten noch eine Suppe oder „Spargelwasser“. 😉
Bei der Hitze jetzt könnte ich am Gießen dran bleiben. Unglaublich der Wechsel. Netterweise hat es heute Nacht einmal gut gewittert mit 1mm Regen. (Besser als Unwetter) aber in die Tiefe geht das Wasser nicht… und bei der Hitze bleiben auch die Kartoffeln wieder klein.
Hab noch einen (hoffentlich bald kühleren) Sonntag Abend und sende liebe Grüße
Nina

Im Ort hatte es vergangene Nacht tatsächlich geregnet, aber nicht im Gartengelände. Das hat uns alle etwas verblüfft heute.
Die Beeren kommen bei der Hitze zu einer Art Notreife, wenn sie nicht mit Sonnenbrand am Strauch vertrocknen. Ich versuche sie durch Wässern zu retten und werde sie in Kürze ernten.
Für die besonders schönen Spargelpapiere gilt es einen besonderes Behältnis zu finden oder zu entwickeln, wenn alle Papiere trocken und platt sind.
Sommerliche Grüße
Karin

ich schrieb es gerade in deinem letzten post: ich liebe deine experimente. auch diese hier wieder. ich hätte nicht die ausdauer und geduld, die dazu gehört, um so vieles auszuprobieren. richtig toll, liebe karin! deine papiere sind wunderschön, ich mag besonders die leichte durchsichtigkeit der streifenpapiere. du wirst bestimmt auch die welligen teile noch gut hinbekommen.
liebe grüße von mano
…und danke für die guten wünsche, wir können sie wirklich gut brauchen.

Ausdauer habe ich, Geduld weniger. Glaubt keiner, ist aber so. Ich brauche Ergebnisse, zumindest schnell etwas Sichtbares wohin ein Versuch geht.
Bei den Spargelpapieren sind die transparenten Ergebnisse auch meine Favoriten. Ich mag zudem wenn die Faserstruktur sichtbar bleibt. Je dünner die Papiere jedoch sind desto schwieriger ist der Trocknungsprozess, wie das folgende Plätten ohne Bruchschäden.
Liebe Grüße
Karin

Liebe Karin,
ich bewundere nicht nur deine Schaffensfreude, sondern auch deine Geduld :-).
Hab eine gute Woche! Bei uns kam jetzt gestern viel Wasser samt Hagel vom Himmel. Und heute war es wieder so heiß, puh.
Liebe Grüße
Ingrid

Liebe Ingrid,
wir hatten in BB auch Regen, aber leider keinen Tropfen am Stadtrand, wo mein Garten liegt. Dort beobachteten wir das Wetterleuchten in Richtung TÜ und CW, sahen die Regenwolken. Ist so, weshalb ich heute um die Bohnen ich etwas Gras zum Molchen schichtete.
Heiß ist es, ja, aber ich genieße diese Tage – kein Schmerzen, keine Medikation, wunderbar!
Viele liebe Grüße
Karin

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