oder …

Ostern vorbei geplätschert und gleich auf Fortbildung

Für viele ist es eins der schlimmsten Unkräuter, die sich im Rasen und Garten anfinden, der Löwenzahn (Taraxacum). Aus Mittelasien stammend kam er als Zierpflanze in unsere Breiten und zeigte sein ausuferndes Potential. Inzwischen gehört der Löwenzahn zu den Pionierpflanzen, wie ich es an Gletscherrändern in Island beobachten konnte. Leider fand ich genau das Foto nicht, aber dieses an einem Vogelfelsen auf den Westmännerinseln.

10.06.2017, Westmännerinseln

Löwenzahn wird jedoch zu Unrecht so verteufelt, denn die ganze Pflanze ist zu verarbeiten und dabei nicht nur genießbar. Von der Wurzel, über das Blatt, bis zur Blüte, hat der Löwenzahn wertvolle Inhaltsstoffe. Deshalb ist Löwenzahn ein wichtiger Teil der April-Fortbildung am LSZU, dem Landesschulzentrum für Umweltbildung, an der ich beteiligt bin. Das Problem in diesem Jahr? Das Wetter! Wenn es regnet, die Sonne fehlt, bleiben die Blüten in den Blütenkörbchen geschlossen. Doch ohne Blütenernte würde das komplette Modul der Fortbildung ausfallen. Was war ich glücklich es am späten Nachmittag endlich an einer Stelle gelb leuchten zu sehen! Nichts wie raus zum Sammeln von Löwenzahnblüten.

Dann wurde gezupft, gezupft und noch mehr gezupft!

Alle Blüten kamen in die Kochtöpfe, wurden weiter verarbeitet, wie ich es hier beschrieben habe, bis daraus Sirup, Gelee, Honig und Marmelade entstanden.

Zweieinhalb Tage dauerte das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Konservierungsmethoden. Es war ein straffes Programm, das mir mit den Teilnehmenden viel Spaß gemacht hat. Was waren sie produktiv!

Gemüsebrühe, Senfe, Kräutersalze, Beerensalze, Pesto, Löwenzahnsirup, Löwenzahngelee, Löwenzahnhonig, Löwenzahnmarmelade, Salzzitronen, Chilipaste, Ketchup, Zucchini-Chutney, Dörrobst, Dörrgemüse, Sauerkraut, … Teekräuter … und … ich habe garantiert etwas vergessen. 🫣😅

Ansonsten

Ohrwurm der Woche

Hatte ich schon, egal … es hatte sich einfach wieder ins Ohr geklickt:

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

Danke für deine vielen Informationen zum Löwenzahn. Ich bin seit Neuestem auch wieder auf dem Wildkräuter-Trip. Das war ich schon vor vielen, vielen Jahren {rund 40} und jetzt endlich wieder.
Da kommen mir deine Ausführungen zum Löwenzahn und die Rezepte sehr zu pass.
Liebe Kräutergrüße
von Mira

Das freut mich!
Löwenzahn zu verarbeiten lohnt sich, auch wenn es erst einmal viel Arbeit macht.
Auch ein Thema der Fortbildung waren Teekräuter aus dem eigenen Garten, was sehr gut ankam.
Viele Grüße und schönes Wochenende
Karin

Gerade der ganz junge Löwenzahn ist gut zu verwerten, man kann ihn auch etwas bleichen, wenn man ihn zB in den Salat tun will.
Unglaublich, was Ihr alles geschafft habt! Das Ihr so viele Gläser hattet. Die hast Du doch nicht alle mitgeschleppt, oder?
Jedenfalls hättest Du hier in der Umgebung viel Löwenzahnblüten haben können. Im eigenen Garten sehe ich allerdings zu, dass er nicht überhand nimmt.
Ich hoffe sehr, es ist wirklich genug Rumgehuste jetzt. Und Pollen könnten da nicht auch noch mit rein spielen? Hier sind so viele aufeinmal, dass ich ein Problem habe.
Und Deine Post ist immer noch nicht raus, tut mir leid. Aber alles verpackt und endlich Kartöngchen gefunden 😉
Bestimmt schaffst Du auch gerade im Garten. Hier ist es schwühlwarm, dass ich gerade mal geflohen bin.
Liebe Grüße
Nina

Mache dir keinen Kopf über das Päckchen! Mir gehen auch so weder Ideen noch Arbeit aus. 😊
Die Gläser wurden größtenteils bestellt und vor Ort geliefert. Ich spendete den letzten Rest an Gläsern, die ich noch aus der Elternversorgung auf Vorrat hatte.
Richtig lecker sind die Löwenzahnknospen, wenn sie möglichst klein geerntet werden. Als Kapern-Alternative eingelegt sind sie wirklich lecker! Das klappt auch mit Gänseblümchenknospen, aber das Sammeln dauert, bis eine Handvoll zusammen kommt!
Die Löwenzahnblüte auf meinem Gartenstück hat, seit ich die Parzelle bewirtschafte, deutlichen Rückgang! Das fällt sogar den GartennachbarInnen auf. Ich habe nur Blüten und Knospen geerntet!
Und ich war an diesen wunderbaren sonnigen Samstag nicht im Garten, sondern unterwegs zu einem anderen schönen Ort voller Inspirationen.
Viele liebe Grüße
Karin

Tatsächlich schien die Sonne nicht, aber es fiel genügend Licht durch die Wolkendecke, dass sich die Blütenköpfe vom Löwenzahn öffneten. Erfreulicherweise gab uns der Zeitpunkt auch noch Spielraum, bevor sich die Blütenköpfe naturgemäß, gepflückt oder umgepflückt, abends schließen. Das erschwert nämlich das Zupfen.
Viele Grüße
Karin

toll, was ihr alles mit löwenzahn angestellt habt. ich habe mal die knospen gebraten, war aber nicht ganz begeistert davon. honig hab ich leider nie gemacht und jetzt fehlen mir die möglichkeiten dazu.
ich hoffe der husten hat sich verzogen und du kannst wieder viele schöne sachen machen.
liebe grüße von mano

Knospen von Löwenzahn und Gänseblümchen ernte ich tief aus der Blattrosette heraus und diese verarbeitet ich als Kapern-Ersatz, was wirklich lecker ist. Bis auf das Sammeln ist es kein großer Aufwand, weil mir als Vorrat jeweils eine Handvoll reicht.
Die Reste dieser Kombi aus Erkältung und Allergie begleiten mich noch, aber zum Glück inzwischen alltagstauglich. Die Energie für Neues zu entdecken kehrt zurück. 😊
Viele liebe Grüße
Karin

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