oder …

Eine Woche voller Fortbildungsvorbereitungen

Erich der Braune

Freitagmorgen, mit dem ersten Blinzeln zum Fenster, beschloss ich den Tag in aller Ruhe anzugehen, hatte ich doch schon vieles für die kommenden Tage vorbereitet. Da kann frau doch den Segen des Ruhestands genießen. Dazu gehören vor allen die Morgen- und Vormittagsstunden zum Vor-sich-her-puzzeln und spätes Aufstehen. Gerade hatte ich die Augen noch einmal geschlossen meldete sich mein Telefon. Oje, bitte nicht der Vater! Nein, ein Amt, morgens um kurz nach 8:00 Uhr. Für schnelle Gedankensprünge brauche ich nach dem Aufstehen Vorlaufzeit und vor allem mindestens zwei Tassen Tee! An diesem Tag musste ich das schneller hinbekommen. Irgendwie schien die Angestellte das bemerkt zu haben und rief zur Sicherheit noch meinen Lieblingsmenschen an – es geht immer noch um Änderungen nach dem Abschied von der Lieblingsmenschin. Mein Teewasser war noch nicht fertig, als mein Telefon wieder klingelte – der aufgeregte Lieblingsmensch! Also nichts mit Ruhe und Gemütlichkeit. Der erste Tee des Morgens landete so schnell wie möglich in mir. Bis zur zweiten Tasse hatte ich alle notwendigen Unterlagen parat und zum Glück die Durchwahl-Nummer der Sachbearbeiterin noch im Gerät – vom Vater wusste ich nur ihr Alter. Er hatte den Anruf zum Smalltalk genutzt. Fünf Minuten später war diese Angelegenheit erledigt. Die junge Frau bedankte sich für meinen schnellen Rückruf und den korrekten Abgleich der Daten. Nun müsste alles erledigt und geändert sein. Hoffentlich.

Erich der Rote

Freitagabend, Zeit für den kompletten Wochenrückblick. Mal schauen, was die Bilder der Woche auf dem handlichen Multimediabegleiter zur Verfügung stellen. Die benötige ich, damit ich meine Gedanken für den Rückblick auf die Reihe bringen kann.

Samstag, mir war nach Wohlfühl- und Aufbauprogramm. Stellte sich die Frage: Baumarkt oder Gärtnerei? Die erste Option siegte. Stellte sich die neue Frage, welchen der drei Adressen in der Nähe ich besuchen werde. Für die Besorgung von Kleinteilen bevorzuge ich den, wo ich Schrauben, Muttern & Co. einzeln abzählen, abtüten und bezahlen kann. OK, das dauert, aber ich muss nicht mehr als nötig kaufen. Mit diesem Einkauf kommen hoffentlich alle restlichen neuen Spalierdrähte auf das Gerüst.

Sonntag ist Gartenruhetag. Stattdessen nutzte ich das sonnige Wetter, mein Balkonien für mich und die Kater auf Vordermann zu bringen.

Das lohnte sich! Die letzten Sonnenminuten, bevor sich der Himmel bedeckte, konnte ich es noch durchgewärmt genießen, dann wurde es wieder richtig schattig!
Ich bin gespannt, wie sich die Rose, die sich von außen durch das Balkongeländer drückt entwickeln wird.

Um mich herum brummte es immer wieder. Eine Steinhummel nutzte die freien Löcher meiner Gartenmöbel. Soll sie. Die Kater werden sie in Ruhe lassen – Erfahrungssache.

Montag, der Countdown konnte beginnen. Drei Fortbildungen liegen an und müssen fertig vorbereitet werden. Montagmittag hatte ich die letzten schriftlichen Vorbereitungen und Texte zusammengestellt und wollte das pünktliche Abarbeiten meines Wochenplans feiern. Stattdessen ließ ich alles stehen und liegen, schnappte mir Tasche und Autoschlüssel nach dem Blick auf die Uhr, denn für ÖPNV war ich zu spät. Ich hatte in dreißig Minuten einen Termin in Stuttgart und hoffte nur auf freie Fahrt. Tatsächlich kann es sowas noch geben, pünktlich, wie ich war!
Statt gut durchgezogenem kaltem Tee gab es später dann das Tröpfchen, das ich als Dankeschön bekommen hatte.

Entspannungsprogramm zuhause … ein Mini-Büchlein rund um die Verwendung von Tinte aus roter Zwiebelschale.

Dienstag, trotz der Sonne waren die Gartenmomente am Nachmittag nicht die freundlichsten. Der Wind kühlte meine Finger beim Ziehen, Montieren und Spannen der letzten Spalierdrähte immer wieder so aus, dass ich Pausen einlegen musste. Zum Schluss wollte ich nur noch fertig werden.
Zur Entspannung weichte ich mir abends getrocknete Streifen von Tulpenblättern ein und drehte sie zur Schnur.

Schnur aus Tulpenfasern, unversäubert

Mittwoch, ist vorrangig Vatertag. Dieses Mal gestaltete er sich durch einen Arztbesuch etwas holprig, doch am Ende klappte alles zur Zufriedenheit.
Alle Ablageflächen in meiner Wohnung sind inzwischen wieder belegt mit Materialien, selbst auf den Fensterbrettern. Gemütlich geht anders, aber irgendwann ist alles gepackt.
Im Garten konnte ich endlich die Kartoffeln setzen. Total falsch kalkuliert habe ich nun Saatkartoffeln übrig, männo. Der Garten ist einfach zu klein ! 😀
Dafür tummeln sich auf dem kleinen Wiesenstück meines Kleingartens – zum Grauen der GartennachInnen – eine ziemliche Menge an Löwenzahnpflanzen, die aktuell auch noch blühen. Sowas aber auch! 😉
Was ich dagegen tue? Ernten, verarbeiten, essen – OK – ein kleiner Teil kam in den Kompost, oder in den Eimer, wie Verblühtes.

links Löwenzahnknospen für Löwenzahnkapern, Mitte die Sammlung für Löwenzahnblütensud, rechts die Tüte für den gerade nicht brauchbaren Rest

Nicht auf dem Bild sind die gesammelten Stängel vom Löwenzahn – je länger, je besser – denn der Abend gehörte erst einmal dem Verarbeiten der Blütenblätter und Knospen.

Donnerstag, meine Listen wuchsen weit über das alltägliche Programm hinaus! Keine Klagen, denn irgendwie schien ich das Adrenalin zu brauchen, den Aber über die wachsende, vermeintliche Unübersicht. Es brachte mich auf neue Ideen, bereitete mich auf die kommenden Tage vor.
Als erstes kümmerte ich mich um den ansetzten Löwenzahnblütensud. Perfekt.
Abgesiebt und aus den Resten gleich wieder eine Löwenzahnblüten-Zitronen-Orangenmarmelade gekocht. Ich könnte mich da einfach so durchlöffeln, so lecker!

Es kamen neue Wünsche für eine der mehrtägigen Fortbildungen. Also packte ich diese Teile dazu – das, wenn es so einfach wäre, Ausprobieren erledigte ich am Freitag.

links Dose zur Zeichenkohleherstellung, rechts Sammelsurium für die Herstellung von Wachstüchern

Die Entstehung der Schnur aus Löwenzahnstängelstreifen entwickelte sich zuerst ungeeignet in Sachen Entspannungstätigkeit. Das änderte sich nach dem ersten Misserfolg. Mit ruhiger Hand und Bedacht gab es dann doch ein Ergebnis mit ansehlicher Länge.

Freitag, nach den Morgenstunden – eingangs beschrieben – nutzte ich die Zeit mich wieder in die Herstellung von Wachstüchern, bee’s wraps, einzuarbeiten. Dabei war es hilfreich bei mir selber nachschlagen zu können – Link. Nebenbei musste noch das superschnelle Brotrezept für das Fortbildungsprogramm funktionieren.

Wachstuch perfekt und Brot lecker – vom Abwiegen bis fertig gebacken in 90 Minuten! Keine Backmischung!

ein altes Taschentuch aus Kindertagen als Wachstuch

Was die Kater treiben? Man frisst und liegt im Weg herum. Chewies Problemauge benötigte wieder Tropfen, aber – knock on wood – soweit sind sie in Ordnung.

Gelesen. Gesehen. Angehört.

Zum Tod von Barry Humphries : Brutal und doch liebevoll – ein Bericht in der FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 23.04.2023 – verschiedene Videoausschnitt zu einem seiner Auftritte: in kurz – Link – und ausführlicher – Link

Das Jahrhundert-Projekt: Wie entsorgen wir verstrahlte Atommeiler? – eine Dokumentation in der Sendereihe „Unkraut“ des Bayrischen Rundfunks, vom 24.04.2023, verfügbar bis 23.04.2024

TV-Debatte bei Anne Will: „Finger weg, never again“ – TV-Physiker Harald Lesch reichen drei Minuten, um die Atomkraft zu zerstören – ein Artikel im Stern, vom 17.04.2023

Private Raumfahrt: Der Traum von der ersten privaten Mondlandung scheint geplatzt – ein Beitrag im Spektrum, vom 25.04.2023

Ohrwurm der Woche.

Was mir das Wochenende bringen wird?
Letzte Vorbereitungen für das was kommen wird. Dazu wird es ein paar Stunden Hände in den Schoß legen und Füße hoch geben.

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot.

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Kommentare

Abwechslungsreich fällt mir dazu ein. Ein gemütliches Wochenende. Ist es auch länger als üblich? Oder startet die Weiterbildung schon am Montag?

LG von Regula

Es wird mit dem Maifeiertag ein langes Wochenende und ich kann in Ruhe meine Kisten fertig richten. Dann werde ich hoffentlich etwas Sonne genießen können.
Viele Grüße und schönes Wochenende,
Karin

Hey, das eine Wachstuch kenne ich 😊 Ich finde Taschentücher zur Weiterverwendung in dieser Art immer noch super!
Mit einem Textilstift kann man sie auch personalisieren
Einen Guten Start in den Tag liebt wohl jeder zum Denken und mehr.
Ich hatte auch zu viel SetzKartoffeln und habe 3 noch „irgendwo“ verteilt. Und teste 2 Pflanzsäcke. Aber wo eine tatsächlich schon herausguckt, hätte ich nicht erwartet.
Ein ganz schönes und erholsames langes Wochenende
Ganz liebe Grüße
Nina

😀 das Wachstuch von dir muss natürlich mit, allein schon durch die Idee das Tuch vorher zu bedrucken.
Holla, im Moment pupst da noch eine Idee in mir hoch …
Die restlichen gekauften Saatkartoffeln stecke ich wahrscheinlich auch in einen Sack und gut ist’s. Die meinen kommen in den Topf.
Die Wetteraussichten für das Wochenende sind jenseits von traumhaft. Ich habe heute Nachmittag im Garten so gefroren, dass ich Mütze, warme Jacke und Schuhe vermisst hatte. Es war allerdings schon später Nachmittag, trotzdem ungemütlich.
Schönes Wochenende und alles liebe,
Karin

Danke für die lieben Worte bei mir im Blog!
Offensichtlich kommt bei dir Formales voran wie die engagierte Vorbereitung der Fortbildung. Die Kordeln werden immer schöner!
Joy Crookes mag ich auch. Ich höre momentan meine jazzigen iTunes -Sammlungen ab…
Dir ein erholsames langes WE.
❤️lich
Astrid

Mir hing heute wieder die eine und andere Träne im Augenwinkel.
Die Formalitäten ins Laufen zu bringen war nicht einfach und anfangs ein echter Hürdenlauf. Es bedurfte eines Machtworts und die Übernahme von meiner Seite, um die Übersicht zu bekommen. Aber ich glaube wir sind jetzt tatsächlich den letzten Behördenweg durch, nach mehr als vierzehn Monaten seit dem Abschied von der Mutter.
Ich freue mich auf die Tage die kommen.
Mit vielen lieben Grüßen,
einem schönen Wochenende,
Karin

Ich wünsche Dir viel Spaß und nette TeilnehmerInnen bei den Fortbildungen! Das superschnelle Brotrezept hast Du nicht zufällig schon mal verbloggt?
Lg, Lea
PS: Der Löwenzahnhonig ist gelungen und sehr begeistert von meinen Familienangehörigen verspeist worden (Volumen ca. die Hälfte vom Sud)

ich staune immer wieder über deine Ideen 😉
Kordeln aus Tulpenblättern.. Löwenzahlstängeln..Brennesseln .. usw.
meine Kartoffeln sind noch nicht in der Erde.. ich sollte wohl mal langsam voran machen
liebe Grüße
Rosi

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