oder …

2020 #23 mit Pflanzen, Farben, Gedanken und Aktionstagen der Woche

Fast hätte ich den Regenbogen an pflanzengefärbter Wolle in dieser Woche geschafft, doch einer der Pflanzenfarbstoffe (siehe Titelbild) fordert mich immer noch heraus.
Seit zwei Tagen fülle ich die Färberküpe aus Krappwurzel, oder Färberröte, immer wieder mit Wasser auf, um einen weiteren Strang Wolle einzulegen. Der Wäscheständer füllt sich weiter mit gefärbter Wolle aus diesem Topf und in ihm liegt schon wieder ein Strang um Farbe aufzunehmen.

Eröffnet wurde die Färberküche am Sonntag mit Ackerschachtelhalm aus dem alten Schulgarten, gut durchgekaut vom „jungen“ Wilden (der inzwischen auch schon vier Jahre alt ist).

Wirkstoffe aus Ackerschachtelhalm enthalten auch die homöopathischen Kügelchen, die mein älterer Kater täglich bekommt, kann also nicht so wirklich schaden.

Mein Bild der Woche!

Mittlerweile sind die Wedel alle verarbeitet, auf Kupferbeize dieses Jahr. Im Entsorgungskübel für Abfälle aus dem Chemieunterricht ist noch Platz und so wagte ich mich an eine Kupferbeize für den Schachtelhalm.

So hingen am Pfingstsonntag die ersten gefärbten Stränge am Katerfluchtschutznetz.

By the way, the same procedure as last year! 😀 … läuft nicht nur an Silvester bei Dinner for One 😉

Ich weiß nicht, wie es zustande kommen konnte, dass ich auch im Vorjahr in der 23. Kalenderwoche Wolle (wie Stoff) färbte und mit Ackerschachtelhalm die Färberküche eröffnete. Das hatte ich nicht mit mir selber abgesprochen. Es ist einfach passiert.

(Der vollständige Text von „Dinner for One“ ist hier nachzulesen.)

Als nächstes verarbeitete ich die gesammelten Zwiebelschalen. Es waren genug übrig, nachdem Ostern mit Ostereier färben dieses Jahr für mich ausfiel.

Zwischen Auskochen der Schalen und Färben weichten die Birkenblätter aus der Woche #18 im Wasserbottich ein. Getrocknet waren es nur 44 g und eigentlich zu wenig für eine Küpe.

Mitte der Woche freute ich mich erst einmal über die Ergebnisse zwischen grün und orange aus Schachtelhalm und Zwiebelschale.

Motiviert probierte ich es, trotz der geringen Menge, mit den Birkenblättern, band halbe Wollstränge mit 25 g und färbte eben nur kleine Mengen.
In den ersten drei Durchgängen erzielte ich nur ein fahles Gelbgrün – nicht schlecht, aber ich hatte einen anderen Farbton in Erinnerung, der zu erreichen wäre.
Um an diesem Tag die Küche aufgeräumt zu bekommen gab ich am Abend einen übrigen Wollstrang noch in den simmernden Birkensud und traute eine Viertelstunde später meinen Augen nicht. (So ein) Gelb! Wie das denn?

Pflanzenfarben sind immer für eine Überraschung gut!

Es fehlt blau, das ich eigentlich aus dem Waid im Schulgarten am Freitag alchimieren wollte. Ich bezweifle, dass die Menge an verfügbaren Pflanzenmaterial reicht und ich würde diese Färbung lieber im Chemieraum der Schule probieren, da eben einiges an Chemikalien benötigt wird und dort die Entsorgung leichter ist.

Da schaue ich mir vorerst lieber die Blaustudie auf meinem falschen Kaminsims an.

Meine große Freude über die selbst ausgesäte Glockenblume im Balkonkasten hatte der junge Wilde beendet. Er sah in der wippenden Glocke einen Vertreter einer Insektenfamilie und pflückte für mich durch Pfoten-Kanten-Krallen-Hieb den Stengel. Wusch weg! Oh nein!

Gestreamt, gehört, gelesen

Brexit – ARGH – Link zur Tagesschau vom 02.06.2020 – Link zur Tagesschau vom 05.06.2020
… wenn nur die Familie nicht betroffen wäre …

Bruce Springsteen, der sich, von seinem Zuhause in unsere, auch zu den rassistischen Geschehen in USA äußert – LinkLink

Peter Gabriel und sein Lied für (Stephen Bantu) Steve Biko sind in meinem Kopf, zwei Konzerte in Erinnerung, in denen ich mitgesungen habe … und ich wähle heute bewusst nicht das Originalvideo aus, sondern die Version vom 15.11.2011 von Live on Letterman

You can blow out a candle
but you can’t blow out a fire.
Once the flames begin to catch
the wind will blow it higher.

Eine Auswahl an Welt- und Aktionstagen der Woche

Sonntag, 31. Mai

Weltnichtrauchertag (World No Tobacco Day) – Link zur deutschen Seite der WHO, Stand 05.06.2020

Montag, 01. Juni

Weltelterntag und Weltkindertag – Warum gibt es den Kindertag zwei Mal im Jahr? Link zur Kinderseite des Deutschen Kinderhilfswerks, Stand 05.06.2020

Dienstag, 02. Juni

Internationaler Hurentag – Beitrag von Deutschlandfunk Kultur vom 02.06.2020

Mittwoch, 03. Juni

Tag des Fahrrads, seit 1998 in Europa, seit 2018 von der UN – Artikel auf der Seite von fahrradmagazin.net vom 03.06.2020

Donnerstag, 04. Juni

Internationaler Tag der Kinder, die unschuldig zu Aggressionsopfern geworden sind – Seite der UN (englisch) Stand 05.06.2020

Freitag, 05. Juni

Welttag der Umwelt – Link zur Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMU – Link für Kinder zur Seite des BMU, Stand 05.06.2020

Samstag, 06. Juni

Tag der Organspende in Deutschland – Link zur offiziellen Seite, Stand 05.06.2020

So viel von dieser Woche, der 23. Woche des Jahres und der 12. Woche Zuhausebleiben.
Geplant war die zwei Ferienwochen gemeinsam mit meinen Lieblingsmenschen am Bodensee zu verbringen. Wenn ich aus dem Fenster schaue bin froh es gelassen zu haben, trüb und grau. Da gehe ich doch lieber in meine Küchenwerkstatt und erfreue mich an den Farben der frisch gefärbten Wollstränge.

Macht’s gut und bis die Tage,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot.


Outtake, und dann doch wieder eingefügt,
mein Marie-Kondō-Erlebnis zwischen Färbertöpfen und Haushalt.
Während ich das Thermometer in den Töpfen im Auge hatte sortierte ich Zeitungen, wie Die Z*eit, aus und blieb natürlich bei einigen Artikeln hängen. Aufräummeisterin Marie-Kondō outete sich zum Beispiel Anfang Mai mit „Auf meinem Desktop herrschte Chaos“! Wie schön und menschlich normal!

Im Anschluss räumte ich meinen Kühlschrank auf.

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Kommentare

Dein Bild der Woche ist wirklich ein Hingucker. Ich liebe diese Wollfarben auch so sehr. Das Ziegelrot des Krapps ist so warm. Ackerschachtelhalm ergibt aber auch ein feines Grün. Als Kind habe ich damit immer gern die Pferde auf der Weide gefüttert.
Liebe Grüße
Andrea

Pferde fressen Schachtelhalm? Interessant.
Mit „normaler“ Alaunbeize ergibt Schachtelhalm ein gelb. Es benötigt einen Griff in den Chemiebaukasten um mehr herauszubekommen. Bisher empfand ich es als die schwierigste Pflanze zur Farbherstellung, wie zum Färben.
Viele Grüße,
Karin

Wie wunderschön sind diese Naturfarben…sie faszinieren mich immer wieder aufs Neue…vor Jahren habe ich mal einen Wochenendkurs mitgemacht…das fand ich sehr praktisch, weil ich dann nicht diese Utensilien alle selber haben muss…das lohnt sich für mich nicht, denn ich stricke auch sehr gerne andere Garne …

Liebe Grüße
Augusta

Ja, man benötigt schon einiges an Ausrüstung zum Färben, da das normale Küchenequipment besser nicht benutzt werden soll!
Aber es spricht auch nichts dagegen einmal eine kleine Wollmenge in einem alten Topf zu färben, der kurz vor der Entsorgung steht.
Viele Grüße,
Karin

Da juckt es sofort zwischen den Fingern die Stricknadeln zu bewegen. Die Naturfarben sind satt und schön!

…und ich liebe Deinen Kater. Apropos: meine Mieze liegt hier zu Füßen, es regnet heute schon zum 5. Male.

Bleib gesund und munter.

Sonnige Grüße durch die Regentropfen hindurch von Heidrun

Ich war die Tage dankbar für den Regen. Der förderte die Ruhe und Muße zum Färben, da ich nicht zum Gießen in den Garten musste.
Viele grüße,
Karin

Liebe Pia, ich bin im Gedanken auch schon bei der Weiterverarbeitung! 😀 Es wird nicht gestrickt, denn für einen kuscheligen Pullover ist die Wolle zu kratzig – eben von Walliser Schwarznasenschafen – dafür ewcht stabil. Lass‘ Dich überraschen.
Viele Grüße,
Karin

Danke für den Link und ich bestätige, bei mir sieht es im Kleinen inzwischen ähnlich aus. 😀 Heute bekam ich ein messinggelb hin, völlig überraschend mit einer neuen Pflanze.
Viele liebe Grüße,
Karin

Guten Morgen!
Wahnsinn, wie schöne Farben die Wolle bekommt. Das hätte ich nicht gedacht, dass man sowas so wunderschön selber machen kann. Ich muss aber auch gestehen, dass sich mich mit Wolle so gar nicht auskenne.
Ich wünsche dir viel Spaß beim verarbeiten der Wolle und einen schönen Sonntag
LG
Yvonne

Pflanzenfarben bringen so schöne Farben hervor, wenn man Zeit mitbringt und bereit ist Überraschungen zu akzeptieren.
Auch heute freute ich mich wieder über einen neuen Farbton.
Viele Grüße,
Karin

wunderschöne farbtöne! da ich auch viel schachelhalm im garten habe, werde ich mal versuchen ecoprints mit ihm zu machen und vielleicht mit ein paar kleinen stoffresten (für collagen) einen sunprint hinzubekommen.
dein bild der woche ist wirklich ein augenschmaus!!
liebe grüße
mano

Schachtelhalm färbt üblicherweise gelb und erreicht Grüntüne nur durch Einsatz von Kupfer- oder Eisensulfat, oder Rost-Essig-Lösung. Da mir der Schachtelhalm im Sommer nicht ausgeht probiere ich mich Jahr für Jahr weiter durch. Letztes Jahr verwendete ich Rost-Essig-Lösung, dieses Jahr Kupfersulfat (was fachmännisch entsorgt werden muss).
Viel Erfolg bei Deinen Versuchen,
mit vielen Grüßen, Karin

Wunderschöne Farben, liebe Karin. Ich bin gespannt, was daraus gewerkelt wird. Schön, dass du die Regentage so kreativ verbringen konntest. Ja, mittlerweile genießen wir die Regentage und sind dankbar, dass die Erde nass wird.
Hab eine schöne Woche!
Liebe Grüße
Ingrid

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