oder …

2020 #15 – Hauptsache vor die Tür

Ich mag mein Zuhause, meine eigenen vier Wände. Vor allem mag ich es seit dem Umbau, der vor einem Jahr noch voll im Gange war (Link). Ich kann auch gut alleine sein. Doch wenn die einzige direkte Ansprache die Kater sind oder beim wöchentlichen Einkauf der Kontakt mit der Verkäuferin an der Wursttheke: „200 g Aufschnitt bitte. Ja, das vom Angebot.“, brauche ich Tapetenwechsel.

Balkonien

Der kürzeste Weg führt auf meinen Zwergenbalkon. Luft, gefiltert durch das Katzenschutznetz, aber Luft! Dazu der Alltag der Nachbarschaft, der beinahe Kino ersetzt. Die Handvoll Kinder im Vorschulalter können inzwischen alle Fahrrad fahren! Jetzt kommen Rollschuhe und Inlineskates dran. Ich glaube, dass diese Generation an Kindern ein besseres Körpergefühl haben wird, als die vorangegangene – zumindest die vor meiner Tür.

Aber ich gehe ja nicht nur auf den Balkon zum Leute gucken, nee! Hier ist der Frühling im Gang. In jedem Topf und Töpfchen, das mit Erde gefüllt ist regt sich etwas, in den Blumenkästen sowieso.

Monatserdbeeren zur linken, die Fasernessel zur rechten Seite
Die Obstbaumplantage mit Samen von Äpfeln aus Gotland wartet auf das Umtopfen
Die Rosenwurze, meine Isländer, sind noch knubbelig – das Zimbelkraut blüht, zusammen mit der Felsenbirne

Hatschi! Die Nase läuft. Allergie? Rüsselpest? Beides mögliche Folgen nach dem Kratzen im Hals der letzten Woche und der Blühexplosion vor der Tür. Andere mögliche Auslöser schließe ich aus, da ich mich nur ein Mal die Woche unter das Volk begebe, um alle anstehenden Besorgungen für mich und meine beiden ersten Lieblingsmenschen zu erledigen.
Ok, es könnte auch Holzstaub sein, der mich zum Niesen bringt, weil ich gerade für den neuen Schulgarten Beetumrandungen baue.

Szenenwechsel in andere Räumlichkeiten

In meinem Kunstraum stehen die aus Samen gezogenen Pflänzchen der Garten-AG und der Schüler aus Natur und Technik. Die müssen regelmäßig gegossen werden, wie die Exoten, die in diesem Raum überwintern

Im Maschinenraum stehen bzw. liegen immer noch die in die Jahre gekommenen, ausgemusterten Regalteile aus der Schülerbücherei. Was mir jedoch im Weg steht kommt unter die Säge, denn an Ideen mangelt es mir gerade nicht und mir steht der Sinn nach etwas zu tun!

Und die Nase juckt und läuft!

Da ich inzwischen so an der Kreissäge stehe, wie es sich mein Ausbilder Ende der 1970er für die Arbeit in Maschinenräume an Schulen gewünscht hat – Augenschutz, Atemschutz, Hörschutz – kann das beinahe nicht die Ursache für die laufende Nase sein. Der Hörschutz ist alleine schon notwendig wenn die Absauganlage für entstehende Späne und Stäube an Sägen und Schleifmaschinen läuft.

Ich trage Hörschutz inzwischen generell im Technik-Unterricht und biete bei lärmintensiven Arbeiten meinen SchülerInnen Hörschutzstöpsel an. Selbst zum Nageln der neuen Beetumrandungen in diesen Tagen kommt der Hörschutz auf meine Ohren.

Die Schulgärten

Die Sonne scheint. Es ist warm. Gießen! Mein tägliches Krafttraining, vor allem für die neue Anlage. Hier habe ich nach wie vor KEIN Wasser, außer dem was von oben kommen könnte. Dreihundert Schritte Kannen schleppen vom alten Garten, mit Wasseranschluss, zum neuen – one way – geht in Muskeln und Knochen, macht mich müde und führt zu Materialermüdung bei den Kannen. Die ersten zwei machten schon schlapp und brachen am Griff! Jetzt habe ich durch die Hilfe eines Kollegen wieder eine funktionierende Schubkarre, nicht nur für diesen Transport!

Bei den Schulgartenbesuchen treffe ich zumindest, auf Distanz, Nachbarinnen beim Gassigehen mit ihren kleinen Hunden. Sie drehen nur kurze Runden, den Hundebeinchen angemessen, wie dem Alter der Halterinnen, vorzugsweise rund ums Schulgelände. Wenn ich mit dem Gießen fertig bin, gibt es so wenigstens noch einen kleinen Schnack.

Der Schnupfenauslöser steht übrigens auf meinem Weg zur Schule – eine Weide! Also doch Allergie!

Alles gut.

Zum Abschluss noch kleine Fundsachen zum Hören und Schauen. Das Konzert, das Sohnemann und ich gemeinsam an diesem Wochenende erleben wollten ist auf Januar 2021 verschoben worden. Gönnen wir uns andere Hör- und Sehfreuden. Viel Spaß.

Keine Ostereier gefärbt.
Keine Osterdekoration.
Vielleicht an Ostern.

Wer noch eine Idee benötigt Ostereier zu färben, der kann gerne mal bei mir nachschauen, in meinen Versuchen mit Pleiten und Erfolgen:

Ostereier färben mit AvocadoschaleZwiebelschale und mehr – Spinat. Ein schönes Gelb bekommt man auf die Eier mit Gelbwurzel, Kurkuma.

Bis die Tage,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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11. April 2020

Kommentare

Ich hab momentan das Gefühl, nirgends mehr niemanden zu treffen. Überall, selbst im allertiefsten Wald, an der allereinsamsten Ecke, biegt jemand um die Ecke, der dem Daheim entfleucht ist und freundlich nickend im Zweimeterabstand an einem vorbeitänzelt.
Deine Line-Rider sind eine tolle Idee. Ich habe gleich mal einen ausgewählt für eine Homeschooling Aufgabe.
Liebe Grüße
Andrea

Tatsächlich habe ich gar keine Eier gefärbt. Für wen denn auch.
Leute gucken, mache ich auch immer wieder gerne. Nur wandeln hier keine.
Gut das du den Verursacher deiner Tropfnase ausgemacht.
Frohe Ostern
Andrea

Bei uns gibt es auch keine gefärbten Eier, wir essen eh lieber morgen Rührei…die Schule lässt dich ja nicht los, so viel Verantwortung! Ich bin froh, dass ich nur die Verantwortung hab, DAS zu überleben mit dem Herrn K. Vor allem ( der sich um nichts anderes als seinen Kompost kümmert und dem es auf einmal körperlich gut geht mit der Aufgabe). I ch bin ruhig und fokussiert wie nie und hoffe, viele Kräfte in der Reserve zu behalten.
Virusfreie Umarmung! Gute Nacht!und morgen frohe Ostern!
Astrid

Hallo Karin

am Dienstag geht die Schule wieder los. Ich werde mich in der Werkstatt tummeln. Du hast mich grad auf eine Idee gebracht. Liebe Grüsse zu Ostern Spezial. Regula

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