oder …

Vierte Ferienwoche – Woche # 34: Zwischen ganz gut und och nö

Bevor die restlichen Pflanzenfarben – aus den Färbebädern für Wolle und Stoffe – zu schimmeln anfangen konnten landeten sie auf verschiedenen Papieren. Das gelang mir nicht immer ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte und wie es diverse (Fach-)Bücher vermitteln.

Kaffee fand ich am interessantesten.

Auf Papier färbt Kaffee nicht durch, sondern geht seine eigenen Wege.

Färberkamille lieferte nicht nur ein tolles Gelb auf der Schafswolle. Selbst der Farbrest färbte die Papiere schön gelb.

Getrocknet verblasste der Farbton leider etwas.

Die Farbe aus Karottenschalen war wieder enttäuschend, obwohl die ersten Versuche, mit geänderter Rezeptur, vielversprechend waren.

links trocknende Ringelblumenblüten

Die auf die Papiere aufgetragene Saftfarbe der Karotte zeigte ein Problem.

Karotten enthalten Zucker und der klebt bekanntlich. Wartete ich zu lange, bis ich die Papiere wendete, klebten sie auf den Unterlagen fest. Auch versackten die Farbpartikel im Nirgendwo. Schade.

Jetzt sollten es die Beeren der Mahonie bringen. Mit ihnen hatte ich schon Saftfarben hergestellt, mit mäßigem Erfolg.
Eins meiner neu erstandenen Bücher zu Pflanzen- und Naturfarben verriet nun ein Hilfsmittel, um die rote Farbe zu halten und erklärte, wie die Farbpigmente (in blau) extrahiert werden können.

Genial. Das wollte ich auch!

Drei Versuche später bereue ich den Zeitaufwand und ärgere mich, nicht auf meine eigene Erfahrung vertraut zu haben.
Die Anleitung verriet nämlich nichts gegen das klebrige Problem aller reifen Früchte – Zucker.
Abgesehen davon wäre eine Mengenangabe der Zusatzstoffe auch ganz hilfreich gewesen.

Statt Pigmente habe ich ein paar Bröckchen von teerartiger, klebriger Substanz erhalten, die ich mühsam vom Filterstoff abkratzen musste. Das zu mörsern – wie in der Anleitung – kann ich vielleicht in fernster Zukunft, wenn es ausgeklebt hat.

Zumindest sieht das überbelichtete Bild von einem der Filter ganz nett aus.

Zucker blieb auch das Problem beim Einfärben der Papiere mit dem abgefilterten Farbsaft. Sie sind und bleiben klebrig.


Was mich sonst noch beschäftigte:

Die Art und Weise, wie die Medienberichterstattung mit Greta Thunberg umgeht, macht mir Sorgen, wie die riesigen Waldbrände in Sibirien und im Amazonasgebiet.

Aus Sibirien gab es diese Woche wenig Berichterstattung, da sich die Lage stabilisiert haben soll, was auch immer das heißen soll. Doch es brennt auch auf Gran Canaria, in Alaska und eben im Amazonasgebiet.

Diese Naturkatastrophe finde ich furchtbar, so sehr dass mir für die abstrusen Handlungen des Blondschopfs jenseits des Atlantiks nur noch ein müdes Kopfschütteln übrig bleibt. Grönland kaufen wollen und dann noch beleidigt einen Staatsbesuch absagen, weil Dänemark nicht mitspielen will.
Nun denn.
Der Blonde von jenseits des Kanals kam trotzdem über das Wasser, auch wenn sein Ansinnen an die EU auch nicht positiv ausfiel.

Doch zurück zu Greta Thunberg und ihrem Antlantik-Trip.
Seit Tagen folge ich dem einen oder anderen Bericht, auch wenn sich das manchmal weniger nach Interesse als nach Voyeurismus anfühlt.
Ich bin vorsichtig geworden, wenn mir jemand mit erhobenen Zeigefinger vorrechnet, was gut und schlecht an meiner Art zu leben ist, mich kritisiert und dann genau nach dem Gegenteil seiner Aussagen lebt (mir eigentlich den Mittelfinger zeigt).
Deshalb gefiel mir grundsätzlich ein Artikel, der die Woche durchs Netz schwappte. Was mich an ihm störte war die Ausdrucksweise in manchen Passagen, die nicht zu meinem Stil der Konversation gehört und ich kontraproduktiv finde.

https://www.unsere-zeitung.at/2019/08/18/mir-reichts-greta/

Erfreulich finde ich dann die kleinen Schnipsel, die ich zu der Reise Gretas über echte Freunde und über f*acebook erfahre, die ein etwas anderes Bild zeichnen, als in manchen Medien hochgekocht werden.

Bildschirmfoto vom 21.08.2019, 18:36

Beinahe die „Och, nö“-Sammlung der Woche vergessen. Dabei steht es im alternativen Titel! Ich reduziere es auf den, der mir kurz vor meinem abendlichen Ausflug zum Schulgarten wieder aufstößt.
Diebische Elstern kann ich akzeptieren, aber Unmenschen, die sich an und in einem Schulgarten ungefragt bedienen oder vergreifen finde ich die Pest!


Im Vogelfutterbeet sind die reifen Ähren vom Roggen abgebrochen worden und es fehlt innerhalb des eingezäunten Bereichs der einzige Kürbis, der sich dieses Jahr entwickelt hat.
So etwas finde ich zum k*****!

Was vermittelt das den Kindern, die sich bis zu den Ferien gekümmert haben? Was sage ich ihnen nach den Ferien, damit sie motiviert weiter machen?

So viel für heute.
Macht’s gut, schönes Wochenende und bis die Tage,
Karin


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot, ausnahmsweise nur knapp verspätet 😉

# # # # # # #

25. August 2019

Kommentare

Deine friedlichen Färbeversuche kontrastieren dann mit dem, was du in deinem Text „beleuchtest“. Ich hab diese Woche mal Abstand davon genommen, das in meinen Wochenpost aufzunehmen und freu mich umso mehr, dass du es hier tust, denn ich kann diesen weltumspannenden Abgesang auf Verstand, Vernunft, Gemeinsinn & Solidarität, dem zu viele unserer Mitmenschen huldigen, einfach auch nicht mehr ab.
Deinen Link bei mir muss ich noch nachverfolgen.
Und deine Gefühle in puncto Ferienende kann ich auch nach 5 Jahren in Freiheit sehr gut an bestimmten Stellen in meinem Körper nachvollziehen. Ich drück dich!
Astrid

Zwei Wochen bis zur ersten Konferenz. Die erste Nacht wieder vom Verschlafen und der Schule geträumt. Na prima.
Danke für den Drücker, den ich gerne erwidere.
Viele Grüße,
Karin

Ein paar neue Farbtests trocknen noch. Mal sehen wohin mich die bunten Papierstücke führen, denn irgendetwas muss daraus gemacht werden.
Deine Mail ist in Beantwortung, danke! 🙂
Viele Grüße,
Karin

deine farbtests sind spannend! ich hab gerade von holundertinte gelesen und wollte es ausprobieren. mal sehen, ob das auch so klebt! diese idiotisch-dummen greta-kritiker sollen sich bloß mal an ihre eigene nase fassen…
liebe grüße vonn mano

Viel Erfolg!
Falls in Deinem Rezept steht … durch ein Sieb drücken … zerquetsche die Beeren erst in einer Schüssel und drücke den Saft dann durch ein Stück Stoff.
Ich glaube, das Ergebnis wird dir gefallen.
Viele Grüße,
Karin

Schreibe einen Kommentar

Ich stimme zu.