Schulgarten

Es tut sich was im Schulgarten #3/2018

im …

Mai 2018

 

Endlich passte an den Tagen das Wetter und in den verfügbaren Stunden der Stunden- wie Vertretungsplan um im Schulgarten zu reparieren, wie aufzuräumen. Ein paar Bilder zeigte ich schon in meinem Wochenbericht #19 hier.

 

Erledigte Gartenaufträge im April:

  • die ersten Bohnen wurden gesteckt
  • Salatpflänzchen kamen ins Hochbeet
  • Gemüsesamen aus Japan (ein Reisemitbringsel meiner Tochter) wurde gesät
  • das neue Spalier bekam neue Drähte
  • die selbst gezogenen Chili-, Paprika- und Tomatenpflanzen kamen ins Gewächshaus und in Außenbeete
  • ein zweites Aufbewahrungsregal entstand
  • eine Wegkante wurde durch Steine ersetzt, die verrottete Wegkante konnte nicht mehr repariert werden
  • Jauche von Ackerschachtelhalm konnte angesetzt werden

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Pflanzenwelt entwickelt, wenn Licht, Wärme und Wasser stimmen.

 

Bei näherem Hinschauen ist es eine Freude zu sehen, was grünt und blüht – die Lupinen allerdings nur mit halben Kerzen. So haben im rosarotem Beet die Läuse ihr zerstörerisches Werk hinterlassen. Dagegen hatten sie den blutroten Storchschnabel verschmäht. Ohne Beeinträchtigung blühen der Gartenlein, der Beinwell, die Brombeere, und manch anderes.

 

 

Wenn manche Blüte schon verblüht ist bleibt doch bei einigen die Vorfreude auf die Früchte, die es zu ernten gibt.

 

Im Juni kommen die vorgezogenen Kürbis- und Zucchinipflanzen ins Freiland. Kräuter für Kräutersalz und Tees müssen geerntet werden. Da sich einiges an Neulingen auf den Beeten ausgesät hat muss entschieden werden, wer bleiben darf und wer nicht. Manches Pflänzchen wird wohl einen anderen Platz bekommen. Das heißt dann auch wieder für die SchülerInnen Pflanzen bestimmen, sich über sie informieren und neue Schilder herstellen.

Es bleibt ein Abenteuer.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Verlinkt mit 12tel-Blick von Eva.

Woche 19/2018

und …

Jeder Tag ein Gartentag …

… dazu mein unterrichtsfreier Tag, ein paar Schultage und kein Brückentag, Besuchstage, ein Verkaufstag, ein Feiertag, ein Markt- und Haushaltstag und am Ende der Sonntag, (k)ein Ruhetag:

– im Garten der Tochter – der Vorgarten wurde mit Stauden bestückt um zusammen mit den schon stehenden Rosen eine duftende Hecke zu bilden

– im Schulgarten

  • der Apfelbaum bekam nach dem Spaliergerüst seine Spalierdrähte, in verschiedenen Varianten. Es ist nun einmal ein Schul- und Lehrgarten. Welch eine Freude, dass viele kleine Äpfelchen angesetzt sind. 🙂

  • die heruntergetretene Wegkante wurde im Fach Natur und Technik (NuT) erneuert. Es wurde Erde ausgehoben, Flächen geebnet, mit Schotter ausgeglichen und Steine gesetzt. Muss ich sonst im Unterricht Arbeitsaufgaben x-mal erklären, zur Weiterarbeit motivieren, reichte für diese Aufgabe die Auftragserteilung zusammen mit dem Hinweis, wo das Material zu finden war! „Das hält jetzt aber!“, war der trockene Kommentar eines Schülers nach der Fertigstellung, der schon mehrfach mit der Reparatur der alten Holzkonstruktion beschäftigt gewesen war.

  • die ersten eigenen Salatpflänzchen durften ins Hochbeet.

  • die selbst gezogenen Tomaten, Chilis und Paprika kamen aus den Töpfen ins Gewächshaus. Die vielen überzähligen Pflänzchen wurden verkauft. Richtig blöd war, dass ich die Kamera mit leerem Akku mit in die Schule nahm und das Handy zuhause vergessen hatte. So fehlt ein Beweisfoto von diesem Anzuchterfolg. Schade. Andererseits steckte bei der Hälfte der Pflanzen ein falsches Schild. 😉 Bis zur letzten Minute stritt ein Schüler mit mir um die Art der von ihm gezogenen Pflanzen. Seine Stabtomaten hatten sich alle zu Prunkwinden entwickelt. Dafür entpuppte sich das Eisenkraut als Tomaten, die Kapuzinerkresse als Pimpinelle. Selbst das von mir, zum Vergleich, gekaufte Eisenkraut konnte den Schüler nicht überzeugen: „Frau Be, es könnten ja die bei D***** einen Fehler gemacht haben!“. <argh>

  • das neue Beet außerhalb des eigentlichen Schulgartens, der Form wegen Klecks-Beet genannt, fand fleißige Hände, die lieber Unkraut entfernten als in Technik zu werkeln oder künstlerisch kreativ im Kunstunterricht zu arbeiten. Witzig, wie sie sich aus einer Palette und zwei verirrten Baumstümpfen einen Tisch zur Ablage bauten. Einen ähnlichen fand ich die Tage auf der Straßenbaustelle.

In den Werkräumen und im Kunstraum war in dieser Woche kein ruhiges Arbeiten möglich. Sicher, auch Bohren, Sägen, Schleifen, Hämmern macht Lärm, aber das steht in keinem Vergleich zum Bohrhammer, der in diesen Tagen ein altes Straßenstück von altem Asphalt befreit hat. Allein schon deshalb ging es lieber auf die andere Seite des Gebäudes für Unterricht und andere Aktivitäten (im Garten oder auf dem Gelände).

Ärgerlich fanden SchülerInnen und ich die Kratzspuren am Eingangstor zum Schulgarten und das Loch in der Scheibe zum Nebengebäude, wo auch die Werkräume liegen. Wer macht denn so etwas?

Auch bemerkten wir die neuen Markierungen auf den Fußwegen, die zeigen, dass demnächst die Fußgänger wieder kreativ werden müssen um ans Ziel zu gelangen. Die Umwege waren teilweise enorm, die in den letzten Wochen gelaufen werden mussten.

 

– auf dem Schulgelände

  • sammelte ich frische Birkenblätter für meinen Vorrat an Färberpflanzen. Tags darauf fand ich noch gut 1kg getrocknete Blätter vom Vorjahr, die ich komplett vergessen hatte. Ich schüttle über mich selbst den Kopf.
  • sammelte ich Wildkräuter für eine neue Kräutersalzmischung, der noch etwas fehlt oder sie hat ein Zuviel von einem Kraut.

 

– auf meinem Balkon versetzte ich kleine Pflänzchen in größere Töpfe, sortierte die größeren Pflanzen aus für den Schulgarten oder den Garten der Tochter. Wie habe ich micht über meine kleinen Isländer gefreut, die sich nicht nur wieder zeigen, sondern auch vermehrt haben – Rosenwurz, eine tolle Pflanze, über die ich noch ausführlicher berichten werde. Doch es wächst dort noch mehr, obwohl ich letztes Jahr beschlossen habe keine Topfpflanzen mehr zu kaufen. Ich möchte einfach der Natur ihren Lauf lassen und schauen, was sich so aussät. Ab und an drücke ich auch selbst mal ein paar Samen in die Erde. Mal sehen, wie bunt mein Balkon dieses Jahr werden wird.

 

Freude machte der kurze, überraschende Besuch meines Sohns. Nicht nur ich freue mich über diese gemeinsame Zeit. Schon wenn ich in sein Zimmer gehe und den Bettkasten öffne stehen die beiden Graubären bereit und warten. So auch dieses Mal. Beide Kater ließen nicht von ihm ab. Sohnemann musste streicheln bis die Flusen flogen, vorher kam er keinen Schritt weiter. (Härtetest für meinen Staubsauger! mich! – Mistding!!) Sonst halten sich beide Tiere nicht so gerne in diesem Raum auf.

 

 

So ging die Woche vorbei, in der auch der 12te des Monats lag – die Gelegenheit an einer Fotoberichtsammlung teilzunehmen, die Caro von Draußen nur Kännchen organisiert. Schöne Sache und ich nahm daran teil. In meinem 12 von 12 im Mai 2018 steckt der Haushalts- und Markttag, die ich eingangs aufgelistet hatte.

Deshalb mache ich für heute Schluss und wünsche allen LeserInnen eine gute Woche. Danke fürs Lesen.

 

Bis die Tage,

Karin

Vom Küchenabfall zur Pflanze

oder …

Grünzeug recycelt

 

 

Irgendwann im zeitigen Frühjahr dieses Jahres legte mir meine Mutter eine dieser Land*-Zeitschriften in die Wohnung. Dazu hinterließ sie mir eine kurze, schriftliche Botschaft:

„Schöne Ausgabe. Schau mal ab Seite 124. Das wird dir gefallen! Hast du das nicht einmal mit den Kindern gemacht?“.

Hatte ich! Mit meinen Kindern und immer und immer wieder mit SchülerInnen in den vergangenen, nun beinahe 40 Dienstjahren. Auch in diesem Frühjahr, Mitte Februar, ließ ich neben der Samenanzucht von Tomaten & Co. Grünzeug aus dem Kompost holen, das wir sauber geputzt einfach in Gläser mit Wasser setzten. Damit kann schnell beobachtet werden, wie ein wenig Wasser und Licht zu Wachstum führen kann.

Eine tolle Sache um die Zeit zu überbrücken bis Samen keimen und sich zur Pflanze entwickeln!

Möhren, Radieschen, Petersilienwurzel, Pastinake, Lauch, Zwiebel

 

 

Es funktioniert vor allem mit Wurzelgemüse, wie Karotte, Pastinake, Petersilienwurzel, Sellerie, Fenchel, Rübchen, Rettichen, sowie Lauch und Zwiebeln. Die Erfolgsquote liegt bei 50 %, doch der Kompost im Schulgarten liefert immer reichlich Material um die unerfreulichen 50 % misslungener Versuche auszugleichen.

Die Gemüseabschnitte sollten ca. 1 cm lang sein. Kürzere Teile faulen sehr schnell, weshalb wir bei Radieschen bisher nur in ein Mal erfolgreich Radieschengrün gezogen haben.

Täglicher Wasserwechsel ist wichtig. Interessierte SchülerInnen kümmern sich gerne, vor allem wenn sich schnell eine Veränderung zeigt.

 

Über die Ferien hatten wir einige Verluste, doch zum Glück hatte ich einen Teil mit zu mir nachhause genommen. Hier bemühte ich mich um Schadensbegrenzung, wie -ausgleich, mit äußerst interessierten Katern ;-).

 

 

 

Abschnitte von Zwiebeln und Lauch sind besonders interessant zu beobachten.

 

Leider hat sich die Zwiebel, nachdem sie für einige Salate reichlich Zwiebelgrün geliefert hatte, verabschiedet. Der Lauch lebt noch, inzwischen in Erde gepflanzt.

 

Trotzdem die Eisheiligen noch anliegen kamen die letzten Überlebenden des Kompost-Grünzeug-Recyclings vom Frühjahr 2018 heute ins Hochbeet, die Karotte (links) und die Pastinake.

 

Pastinaken hatten wir nicht gesät, weshalb dieses Grün einen Sonderplatz im Hochbeet bekam.

 

Dafür hat die Karotte einiges von mir und den SchülerInnen an Instruktionen mitbekommen:

Zeige den kümmerlichen Karottensämlingen, wie eine ordentliche Karotte Grün zeigt!

 

Karottengrün mit zwei kümmerlichen Sämlingen – beinahe ein Suchbild

 

Allen Karotten wünschen wir: Gutes Gedeihen ins Grün und in die Wurzel!

Woher ich diese Idee ursprünglich bekam, Gemüsereste ins Wassrer zu stellen? Sie stand in meinem allerersten gekauftem Buch zum Gärtnern, das, unterstützt von einer Tabakfirma, 1976 veröffentlicht wurde: Mein Garten im Hause. Auf der entsprechenden Doppelseite (200/201) hat das Buch einen deutlichen Knick.

Der neue Artikel im Zeitschriftformat hat viele schöne Fotos, lässt sich gut lesen und inspiriert. Umfangreichere Anleitung, wie mit Gemüseresten Pflanzen gezogen werden können, finde ich jedoch in meinem altem Buch.

Wir sind alle gespannt, wie sich die Karotten entwickeln werden.

 

Bis die Tage,

Karin

Es tut sich was im Schulgarten #2/2018

im …

April

 

In der Wildblumenecke am Zaun blühten im April die Schlüsselblumen, das Leberblümchen, das Schöllkraut und, meine Lieblinge, die Bachnelkenwurz.

Im Garten selbst wurde viel gejätet, gefegt, repariert und immer noch nicht aufgeräumt – nächsten Monat.

April

 

Erledigte Gartenaufträge im April:

  • die Bohnenstangen im Gemüsebeet wurden ausgetauscht
  • das Hochbeet wurde mit Erde aufgefüllt
  • der Apfelbaum bekam ein neues Spalier, leider noch ohne Drähte
  • die Wassertonne musste repariert werden, sie war undicht
  • ein Aufbewahrungsregal entstand
  • Blumentöpfe wurden gesichtet und sortiert
  • Spinat wurde geerntet, dazu noch Liebstöckel und Zitronenmelisse

Vor allem in den Außenbeeten passierte viel!

Ende April

 

Zum Vergleich ein Bild, wie es vor zwei Jahren in diesem Garten-Teil aussah …

… und im September 2015 noch so!

Ich freue mich über jedes Pflänzchen, das einzieht und sich im folgenden Jahr wieder zeigt.

 

 

Im Mai kommen endlich die selbst gezogenen Gemüse und Kräuter in den Garten. Die SchülerInnen können es schon nicht mehr abwarten.

Bis die Tage,

Karin

 

Anmerkung

Diesen Blogpost verlinke ich bei Tabeas Evas 12tel-Blick, wo meine anderen Blickwinkel und noch viele mehr zu finden sind.

Woche 17/2018

und …

Das erste Kräuterfrauen-Treffen nach der Prüfung

Vorfreude baut auf. Und ich freute mich die ganze Woche auf das Wochenende, zählte die Tage bis zum Samstag. Doch zuerst gab es die Arbeitswoche zuende zu bringen.

Was war ich froh über das ziemlich stabile Wetter in dieser Woche, in der wieder Prüfungen anlagen: Mathematik für den Hauptschul- und den Werkrealschulabschluss. Danach schien bei vielen Schülern irgendwie die Luft heraus zu sein. Entsprechend schwierig war es manche zur Prüfungsvorbereitung für Englisch zu motivieren, anderen das Umfeld zu geben, um sich konzentrieren zu können und den „Null-Bock-auf-Englisch-Schülern“ eine sinnvolle Beschäftigung zu geben.  Schüler M. gab unerwartet das Stichwort; ist er doch einer derjenigen die maximal mit einem Stift in der Hosentasche zur Schule gehen, aber zum Fußballtraining eine Tasche schultern, in der sie, zusammengefaltet, hinein passen würden. Er fragte: „Können wir nicht in den Garten gehen?“. Mit einem Gartenauftrag zog er glücklich mit Gleichgesinnten ab und ich zog hinterher den Hut! Der Auftrag war mehr als erfüllt! Weitere folgten. Am Ende der Woche standen die neuen Unkrautbeete aus geerbten U-Steinen aus Beton, die Palettenbank neu gestrichen, in rot :D, wieder auf ihrem Platz im Außenbeet und das erste Palettenregal für Gartenhandschuhe und Schaufeln im geschlossenen Gartenbereich.

An dieser Stelle würde ich so gerne ein Plädoyer voller Herzblut gegen die Bildungspläne in Ba-Wü halten und die Bildungspolitikmacher am Kragen packen, vor allem dann wenn über den Fachkräftemangel gejammert wird. Aber noch bin ich im Schuldienst und werde auf diesem Weg kein Fass aufmachen.

 

Endlich Wochenende und ich fuhr durch’s frühlingshafte Siebenmühlental nach Filderstadt zum ersten Treffen von uns Kräuterpädagoginnen nach unserer Prüfung im Oktober 2017. Glücklicherweise verzogen sich die Wolken, die morgens Nieselregen gebracht hatte. Viel gab es zu erzählen und für das leibliche Wohl hatten wir reichlich gesorgt. Einkehr war deshalb nicht nötig, der Spaziergang allerdings schon.

Entlang vom Streuobstlehrpfad gingen unsere Blicke natürlich häufig eher zu unseren Füßen als in die Ferne.

Unterwegs machten einige von uns noch spontan eine Töpferin glücklich. Obwohl fast keine von uns einen Geldbeutel dabei hatte wurden aus den Taschen kleine Scheine und Münzen zusammengekratzt um eins dieser Pflanztöpfchen mitnehmen zu können.

 

Wer rund um die Filder eine Kräuterwanderung unternehmen möchte oder Lust an einem Workshop zu Kräutern hat dem hätte ich einen Tipp. Eine von uns bietet genau dies an. Schaut doch mal auf Birgits Homepage Wundergrün!

 

Zum Abschluss noch Erich … . Er ist momentan dabei das hängende Futterhaus zu zerlegen. Es ist das dritte innerhalb von zwei Jahren.

 

Bis die Tage!

Karin

 

Anmerkung zu den Pflanzenbildern: Zu sehen sind, chronologisch, Schöllkraut, Klappertopf, Spitzwegerich und Bärlauch.

Es tut sich was im Schulgarten #1 2018

von …

Januar bis März

Bis Mitte März sollte es nicht sein, dass im Garten etwas getan werden konnte. Hatte ich passenden Fachunterricht und willige Schüler machte das Wetter nicht mit. Lud das Wetter ein im Garten zu arbeiten hatte ich keine Schüler. Es war für alle frustrierend.

So vergingen beinahe drei Monate ohne das wirkliche Veränderungen sichtbar wurden, außer durch das Wetter.

Im Januar blühte noch einiges. Anfang des Monats blühte die Färberkamille noch mit ihren gelben Blüten. Am Monatsende zeigte der Huflattich erste gelbe Knospen. Der Feldsalat wollte dieses Jahr nicht so wirklich gedeihen, dafür überwinterte der Spinat wie erhofft.

Der Februar machte alle Blüten erst einmal mit Schnee und Eis platt. Nachdem die Schneedecke verschwunden war zeigte sich darunter nicht mehr viel, außer erfrorenen, matschigen Pflanzenteilen. Überlebt hatten vor allem Feldsalat, Spinat und Huflattich.

 

Im März zeigte sich er Garten trostlos. In den Außenbeeten leuchteten nur die Holzblumen bunt. Der Boden war zu nass für Gartenarbeiten und ohne Sonne viel zu kalt zum arbeiten.

 

Deshalb holte ich die im letzten Schuljahr angefertigten Vermessungen und Karten heraus, damit unser Garten endlich kartiert wird. Mein Ergebnis fiel etwas genauer aus. 😉

 

Daneben plante jeder Schüler seine eigene Aussaat. Dazu wurden aus Papprollen Pflanztöpfchen geformt, Erde gemischt und endlich ausgesät.

 

Im Garten und den Außenbeeten konnte Ende des Monats endlich für Ordnung gesorgt werden. Fast alle Beete sind für die Bepflanzung fertig. Der blühende Huflattich durfte stehen bleiben.

Färberpflanzenbeet
Gemüsebeet

 

Ich bin gespannt wie sich alles in den nächsten Monaten entwickeln wird. Die rot gestrichene Bank durfte zumindest schon ins Freie.

Bis die Tage,

Karin

 

Anmerkung

Diesen Blogpost verlinke ich bei Tabeas 12tel-Blick, wo meine anderen Blickwinkel und noch viele mehr zu finden sind.

Mottenkugeln

und …

Rainfarn vom Garten in den Kleiderschrank

Obwohl ich inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte an dieser Schule arbeite suchte ich erst vor drei Jahren nach dem Namen dieses gelb blühenden Gewächses auf dem Schulgelände, weil ein Schüler danach fragte: „Frau Be, was ist das?“. Meinereine hatte keine Ahnung, brauchte Tage um dahinter zu kommen und wusste dann:

  1. ich brauche eine Fortbildung
  2. was da wächst ist Rainfarn, Tanacetum vulgare, und ist giftig!

 

 

Im Grunde genommen ist der Rainfarn meine Auslöserpflanze, dass ich die Ausbildung zur Kräuterpädagogin begonnen habe. Dabei kannte ich den Rainfarn schon längst als Färberpflanze aus meiner Sturm-und-Drang-Zeit in den späten 1970ern und frühen 1980ern! Long time no see im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Rainfarn gilt als alte Heilpflanze, obwohl die frühesten beschriebenen Anwendungen erst rund um die Zeit von Karl dem Großen nachgewiesen sind, in denen ein Einsatz gegen Würmer beschrieben wird. Auch wenn in manchen Quellen, wie von Hildegard von Bingen, Rainfarn als Heilkraut für mancherlei Beschwerden angepriesen wird, Tees und Zubereitungen mit Rainfarn im Internet angeboten werden, im Mittelmeerraum sogar ein Likör aus Rainfarn hergestellt wird, ist für mich dieses Kraut zur innerlichen Einnahme tabu. Schon wenige Gramm lösen Vergiftungserscheinungen aus, bei empfindlichen Menschen reicht schon der Hautkontakt.

Trotzdem ist und bleibt der Rainfarn eine interessante, nützliche Pflanze. Mit Rainfarn kann man im Haus und im Garten gegen Insekten vorgehen. Die Blüten und vor allem das Kraut verströmen beim Zerreiben einen intensiven Duft, den viele Insekten nicht mögen. Deshalb gehörte Rainfarn im Mittelalter hier und in vielen Kulturen andernorts unbedingt zu den Streupflanzen bei wichtigen Anlässen – wehe ein unguter Geist kommt vorbei! :).

Ich erinnerte mich irgendwann an meine Großmutter, die Rainfarn statt Lavendel in den Wäscheschrank gab. Sie fand Rainfarn effektiver gegen Motten und außerdem mögen Männer den duftigen Lavendel nicht, meinte Oma. Deshalb hirnte ich den gesamten Frühsommer dieses Jahres über ein leicht an Schüler zu vermittelndes Konzept, nachdem die Ideenschmiede innerhalb der Klasse kein Ergebnis erbracht hatte.

Ende Juli erntete ich mit meiner Klasse einen großen Teil vom Rainfarn auf diesem Gelände, der Trockenmauer, die hier, wie immer im Sommer zugewachsen ist. An ein paar wenigen Stellen ist die Mauer noch zu sehen. Ich achtete auf Handschuhe bei den Kindern um ja keine allergischen Erscheinungen hervorzurufen. Interessanterweise fanden alle beim Ernten den Geruch eher widerlich und am Ende, nachdem alle Sträußchen zum Trocknen hingen, doch richtig toll. Leider kamen trotz der duftenden Umgebung keine neuen Ideen für die Antimottenproduktion zusammen. Da musste erst ich eine schlaflose Nacht haben.

 

Im Oktober wurden die Blätter und Blüten von den Zweigen gerebbelt. Den größten Teil der gelben Körbchen sortierten wir für Färbearbeiten aus. Aus dem Kraut, den Blättern, die den meisten Anteil an ätherischen Ölen/Duftstoffen haben, sollten Mottenkugeln entstehen.

Und jetzt kam ich mit einer Idee aus einer schlaflosen Nacht …

 

 

 

Mottenkugeln mit Rainfarn

Material

  • getrocknete Rainfarnblätter und -blüten
  • Chiffonreste oder Chiffonzuschnitte in der Größe von 12 x 12 cm
  • Perlgarnreste in verschiedenen Farben

 

 

In die Mitte des Chiffonstücks Rainfarnblätter und -blüten geben, bis sie beim Zusammendrehen in etwa die Größe eine Lollipops ergeben. Das zusammengedrehte Chiffonstück mit farbigen Perlgarn umwickeln, am Ende verknoten und die überstehenden Chiffonecken gerade schneiden.

 

 

Am Ende unserer Mottenkugelproduktion landete doch noch ein großer Teil des Färbematerials in den Kugeln, weil es einfach an Masse fehlte. Nächstes Jahr wird bewusster geerntet.

Trotzdem fanden alle Hersteller-kids unsere Mottenkugeln cool und schick und mega-duftend! Jetzt gehen sie erst einmal auf den Weihnachtsmarkt – wir betreuenden LehrerInnen mit der Hoffnung auf Käufer.

 

Über Rainfarn gibt es eine Menge im Internet zu lesen und bei vielen Berichten fehlt mir die Sachlichkeit bzw. lassen mich die Informationen den Kopf schütteln.

Übersichtlich, kurz, knapp, knackig informativ fand ich vor allem diesen Link:

 

https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Rainfarn.htm

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 47/2017

und …

endlich Wochenende!

Wenn zwei große Klassen im Praktikum sind hört sich das wie totale Entspannung für die KlassenlehrerInnen an. Ist es nicht. Der Fachunterricht in den anderen Klassen findet statt, die SchülerInnen müssen besucht werden – die Praktikumsstellen liegen meist nicht gleich nebenan – und diejenigen, die keine Praktikumsstelle gefunden haben müssen in der Schule betreut werden. Dazu noch Krankenstand im Kollegium auffangen und Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt vorantreiben, der kommenden Mittwoch beginnen wird, und geduldig bleiben. Blieb ich leider nicht und das Resultat meines genervten Allgemeinbefindens traf am Ende meine alten Eltern, leider leider leider, und nicht die Verursacher.

Die Geräuschkulisse zuhause und in der Schule macht mich inzwischen richtig mürbe. Egal wo ich mich aufhalte, ob im Klassenzimmer, in meinen Werkräumen oder zuhause, die Baustellen entlang der B14 und der Schönbuchbahn sind nur nachts und sonntags still. So sehr mich Baustellen, Maschinen und schweres Gerät faszinieren, aber die erträgliche Dosis ist überschritten. Bloß nicht daran denken wie lange das noch gehen soll!

 

Ob es am Lärm von draußen lag, dass die Schüler nur die ersten Weihnachtskarten sauber geprägt bekamen und danach den Prägestempel schrotteten plus einer nicht unerheblichen Menge an Papier? Das Material für den neuen Prägestempel besetzte dann auch noch sofort der junge Wilde. Wenn etwas anfängt unrund zu laufen, bleibt es auch so. 🙁

 

Zumindest kamen drei Meter Beetumrandung aus Hartriegelzweigen vom Schulgelände in dieser Woche zusammen: „Boah, ist das anstrengend …!“, tönte es immer wieder aus Schülermund. Mit solchen Beetumrandungen wollen wir versuchen einige Bereiche auf dem Schulgelände vor wilden Rasenmähern zu schützen.

 

Eigentlich genug von Umtrieb um mich herum machte ich mich am Samstag doch auf zum Messegelände am Stuttgarter Flughafen. Die „Kreativ“ lief und ich wollte mir ein paar Dinge für die Herstellung meiner Weihnachtsgeschenke besorgen. Was ich nicht bedacht hatte war die Zugkraft des Gebindes an Messen, die zeitgleich stattfanden. Halle 1 teilte sich die Kreativ mit der Spielemesse. Daneben fand die Modell + Technik statt und in den anderen Hallen Familie & Heim, die Babywelt, eat & style und veggie. Das ideale Angebot für die ganze Familie nutzte gefühlt halb Ba-Wü. Im strömenden Regen angekommen hatte ich im allerletzten Eck noch einen Parkplatz gefunden und stand doch tatsächlich wieder vor Baustellen! Wie schön!

Was für ein Trubel! Großkampfzeit für mein Befinden, das bei dieser Menschenmenge eher für Flucht und nichts wie weg stimmte. Ich habe durchgehalten, bin geblieben und überstand den Rummel ohne leeren Geldbeutel. Die gekaufte Ausbeute war übersichtlich, ohne Stöffchen, ohne Perlen, Bändchen, Borten, Stanzen, …

 

 

 

 

 

Am meisten faszinierte mich ein Workshop und Messestand, der Kalebassen zu Lampen verarbeitete. Nicht dass ich jetzt eine Kalebassenlampe brauche, aber ich weiß jetzt wieder warum ich mir vergangenes Jahr eine Dremel zusammengespart hatte. Das Gerät muss ich jetzt unbedingt ausprobieren, UNBEDINGT!

 

 

Kurz danach stand ich an einem anderen Stand mit tollen Maschinen im Kleinformat, eigentlich für den Modellbau, aber ich wäre nicht Karin wenn ich nicht um die Ecke zweckentfremdend denken könnte.

 

Heute, Sonntag, hatte ich noch einmal meine Kartons für den Weihnachtsmarkt gesichtet, dabei hier was abgeschnitten, dort etwas aufgefüllt, Teile zurecht gerückt, … . Ein Segen, dass von draußen kein Getöse kam. So konnte ich in Ruhe vor mich hin werkeln und die letzten Sachen verpacken.

 

 

So müde wie ich war setzte ich trotzdem noch den Teig für die wichtigsten Weihnachtskekse der Familie an – pepparkakor – schwedische Pfefferkuchen. Jetzt wartet er, in Portionen verpackt, im Kühlschrank auf die Weihnachtsbäcker. Petterson und Findus lassen grüßen 😉

 

Ach ja, völlig vergessen! War es bei euch auch heute morgen mit Schnee überzuckert vor der Tür? Meine Kater liefen völlig verzückt auf dem Balkon herum und die Vögel taten halb verhungert rund ums Vogelhaus, wie auch das Eichhörnchen.

Leider hatte ich mal wieder das falsche Objektiv angeschraubt, als ich auf dem Weg zur Futterstelle war. Trotzdem nett, wie der kleine Räuber dort sitzt.

 

Bis die Tage,

Karin

Kräuteressig-Variationen

oder …

Kräuteraroma vom Sommer für den Winter konservieren

Im Schulgarten blühen und gedeihen Gemüse und Kräuter auch in den Sommerferien weiter. So viele Salatgurken wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Darüber freuen sich alle, die mir im Garten halfen und helfen. In der Schulküche liegen auf vielen Flächen Kräuter zum Trocknen, die nach den Ferien von den SchülerInnen weiter verarbeitet werden. Fast täglich können Brombeeren geerntet werden, die zum größten Teil im Tiefkühlgerät landen. Aus der heutigen Ernte wollte ich damit, nach dem letzten Frucht-Kräuter-Essigauszug mit Erdbeeren und Basilikum, einen Auszug mit Brombeeren und Rosmarin probieren.

Die Zutaten für den zweiten Essigauszug sind Grundzutaten für den Vierräuberessig, auch als Pestessig bekannt.

Der Legende nach waren zu Pestzeiten Räuber in den Häusern von Pesttoten unterwegs, ohne sich anzustecken. Man versprach ihnen von einer Verhaftung abzusehen, wenn sie verrieten wie sie sich schützten. Ihr Geheimnis, sie nutzten die Wirkstoffe und ätherischen Öle aus verschiedenen Kräutern, die unter anderem antibakteriell, immunstimulierend und entzündungshemmend wirken, in Essig ausgezogen.

Es gibt eine Menge an Rezepten zu Pestessig. Bei manchen frage ich mich wie ein Räuber zu dieser Zeit an die Zutaten kommen konnte. Andere Zusammenstellungen mag ich mir weder unter der Nase oder im Magen vorstellen. Die meisten finde ich als viel zu viel wenn ich mir die Liste an Kräutern so anschaue.

Ich verwende für meinen Vierräuberessig vier bis fünf Kräuter bzw. Gewürze. So bleibt die Wirkung der Kräuter, auch untereinander, übersichtlich und das Ergebnis ist hinterher auch wirklich kulinarisch lecker (und nicht nur als Putzmittelzusatz verwertbar).

Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian und als zusätzliches Gewürz Wacholderbeeren. Gerne hätte ich statt Wacholder Eberraute dazu gegeben, aber die hatte man mir ja im Frühsommer abgemäht.

Frische Kräuter müssen absolut gute, frische Qualität haben. Ich mag diese nicht einmal von jedem Händler auf dem Markt kaufen. Meist verwende ich sie aus dem Garten. Dazu warte ich eine regenfreie, warme Periode ab und „wasche“ die Kräuter am Abend vor der Ernte mit der Gartenbrause, auch von der Unterseite. Um die Mittagszeit, wenn die Kräuter trocken und warm sind, wird geerntet. Diese frische Ernte lasse ich immer etwas welken; Wasser aus den Pflanzenzellen verdunstet und im Verhältnis bleiben mehr sekundäre Inhaltsstoffe zum Ausziehen übrig. Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Fäulnis- oder Schimmelgefahr.

Anmerkung: Gekaufte frische Kräuter vor der Verwendung zu Waschen ist keine gute Idee, selbst wenn sie hygienisch sinnvoll ist. Vor der Verwendung in einem Auszug in Essig, Öl oder Alkohol sollten, müssen, sie so trocken wie möglich sein.

Kräuter von den Stengeln abzupfen, abrebbeln, so gut es eben geht. Gewürze quetsche und mörsere ich grob. Alles in ein hohes Glasgefäß geben.

Die Kräuter oder Früchte (ich habe ja auch Brombeeren im anderen Essigansatz verwendet) mit gutem Essig aufgießen. Ich verwende Apfelessig in Bio-Qualität, denn ich möchte meine guten Kräuter nicht wie Perlen vor die Säue werfen.

Deckel zu, und zwar luftdicht, wasserdicht, denn ab jetzt muss für mindestens drei bis vier Wochen täglich der Inhalt bewegt werden (ohne dass die Soße heraus läuft).

Der Brombeeressig-Ansatz ist nun völlig in den Hintergrund getreten. Um diesen fertig aufzugießen musste ich noch einmal einkaufen gehen, fand unterwegs etwas was meine Eltern glücklich machen könnte, brachte ihnen dieses auch gleich vorbei um dann auf den Rückweg noch einen ehemaligen Kollegen mit seiner Frau, eine ehemalige Lehrerin von mir, zu treffen. In den Ferien kann ich solche Entwicklungen so was von genießen – schlecht gedeutscht, aber aus der Seele gesprochen!!

Etwas verspätet kam dann der frisch eingekaufte Essig auf die Brombeeren mit Rosmarin. Erschwerte Bedingungen zum Fotografieren, denn nun war das Licht noch schlechter. Sorry.

Ab jetzt heißt es abwarten!