oder …

2019 #33 – Ferienhalbzeit, innerlich endlich im Ferienmodus mit falschen Schokoküssen beim Nähwerk

Anfang der Woche drehte sich das Spinnrad mit der hellen Wolle des Jahres, die ich schon gewaschen, gekämmt oder kardiert hatte. Ich brauche Material zum Färben.

Spinnen ist so entspannend, wenn alle Teile am Spinnrad wieder reibungsfrei am Laufen sind.

Wenn ich zur Ruhe komme tun es mir die Kater gleich. Während die letzten Fäden am Rad gezwirnt wurden hüteten die beiden, abwechselnd, die Stoffe wie die vorbereiteten Teile für den geplanten Quilt.

Zwischendurch hatten wir viel Zeit für Streicheleinheiten. Hinterher brauchte ich auch einige Minuten um mich und die Umgebung von Katzenhaaren zu befreien. Vor allem der kleine Dicke flockt diesen Sommer bei jedem Schmusen und Kämmen ergiebig in rauen Mengen.

Da beim Kämmen der Schafswolle auch einiges an Resten übrig geblieben war, der junge Wilde an der Nähmaschine gefährlich gerne mit den Stecknadeln spielt, ich vor mir die Wollhäufchen liegen hatte, kam mir der Gedanke für eine Lösung und eine Beschäftigung an einem Fernsehabend – Filmtipp kommt am Blogpostende – daraus kann ich mir etwas filzen.

Nadelkissen oder falscher Schokokuss aus Tierhaaren

Sehr praktisch, mit einem eingefilztem Stein (Gewicht) und einer Portion Lavendel (gegen Motten).

Der Wilde kann sich jetzt auf den Nahttrenner konzentrieren, und ich auf das Nähen.

Mit Spinnen und Nähen bekomme ich allerdings keine 10.000 Schritte am Tag zusammen. Deshalb gab es immer wieder Auszeiten mit Spaziergängen und Ausflügen.

Fünfe gerade sein lassen im Schönbuch …

oder dorthin gehen, wohin es auch andere in den Ferien hier in der Umgebung zieht – nach Ludwigsburg ins Blühende Barock.

auch hier leben inzwischen Nilgänse

Dort liefen die Vorbereitungen für das Lichterfest und die für die anstehende Kürbisschau.

Herrlich, die Stille des Kräutergartens.


Mit jedem Dienstjahr dauert es länger bis ich in den Sommerferien, bei mir selber, ankomme.
Die abgestellten Wecker lassen langsam wieder meinen Biorythmus aktiv werden, was soviel heißt, ich genieße jeden Tag entspannter die Abendstunden als Nachteule.
Kein Erschrecken mehr am Morgen, wenn es beim Aufwachen schon 7:15 oder später ist.
Wenn ich für einen geplanten Tagesausflug auch ohne Wecker schon frühzeitig putzmunter und fit aufwache weiß ich, dass in mir selbst Ferien Fuß gefasst haben und ich endlich den Arbeitsalltag los lassen konnte.

Um an diesen Punkt und diesem Lebensgefühl anzukommen brauchte es drei Wochen.

Zum Glück habe ich diese Zeit zum Luft holen, regenerieren und erholen. Inzwischen konnte ich auf Halde liegende Pflichten erledigen, Ideen verwirklichen, arbeite weiter an meinem Nähwerk und habe den Kopf voll mit Gedanken, die ich in den freien Tagen noch für den Einsatz in der Schule ausarbeiten möchte.

Und, natürlich, bin ich im Schulgarten.

Die ersten Setzlinge zeigen Wurzeln und der Frosch im Miniteich begrüßte mich, wenn ich kam.

Erst das Suchbild 😉 dann die Vergrößerung. 😀

Was mich noch beschäftigte:

Was macht die Fülle an Informationen mit uns, die wir durch Zeitungen und das Internet bekommen?
Ich lese gerne Zeitung, bevorzugt aus Papier und ich höre viel Radio. Aber ich genieße es auch einfach ohne auszukommen.
Ich nutze gerne und viel den Computer, das Tablet und das Smartphone. Aber ich genieße auch da ganz bewusst Auszeiten – meine Küche liegt, ohne Wlan, sowieso in einem Funkloch.

Gerade in der Ferienzeit tut es mir gut auch nicht immer erreichbar zu sein, nicht alles zu wissen und zu erfahren.
Mein Smartphone macht nur „piep“, wenn sich die Familie meldet. Alle anderen bekommen keine sofortige Bedienung, sondern frühestens dann wenn ich das Teil in die Hand nehme.
Das fördert meine Erholung.
Und dann las ich diese beiden Artikel:

https://www.nzz.ch/feuilleton/rolf-dobelli-vergessen-sie-die-news-ld.1500106?utm_source=pocket-newtab

https://www.zeit.de/kultur/2019-08/digital-detox-soziale-netzwerke-internet-smartphone-sucht-konsumverhalten

Hat was von „Weniger ist mehr“, oder?

Zuletzt noch der Zufallsfund im Fernsehen, ein Film den ich jetzt doch streamen werde, weil ich ihn noch einmal sehen möchte:
Ich und Earl und das Mädchen, Originaltitel Me and Earl and the Dying Girl, aus dem Jahr 2015.
Es ist die Geschichte dreier Teenager, die nicht auf direktem Weg zueinander fanden. Greg und Earl verbindet die Leidenschaft für alte Filme, die sie in Kurzfilmen neu interpretieren. Rachel und Greg kommen durch den Einfluss von Gregs Mutter zusammen, nachdem bei Rachel Leukämie festgestellt wurde.
Eine Geschichte vom Alltag als Highschool-Schüler mit den gelebten Unsicherheiten, von Freundschaft und der Begegnung mit dem Tod. Alles zusammen ist in einer Art und Weise verpackt, die, durch die Filmschnipsel aus den Kurzfilmen unterbrochen, nicht seicht versackt oder theatralisch wird. Es bleibt der Ernst der Situation mit dem schwer kranken Mädchen, das durch Gregs ganz persönliche Art aber noch einmal Freude und Lachen erleben konnte.

So viel von der vergangenen Woche und heute.
Macht’s gut und bis die Tage,

Karin


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot, wie üblich verspätet, und bei Andrea, der Zitronenfalterin und ihrem Monatsmotto Weniger ist mehr

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18. August 2019

Kommentare

Dein Ferientag ist wirklich prall voll mit kreativen Dingen. Wie gut, dass die Miezen den Entspannungsfaktor mit einbringen (die Fotos sind so klasse…)
Den digitalen Detox bekommen wir immer in unseren Wochen im Berghaus hin, von wegen mieser Empfang…
Liebe Grüße
Andrea

Es graust mich schon daran zu denken, wie es den zwei Grauen gehen wird, wenn ich wieder in der Schule und viel weg bin.
Doch noch sind Ferien und die Küchenwerkstatt unser gemeinsamer Lieblingsplatz für kreative Unternehmungen.
Viele Grüße,
Karin

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