Filzen mit Tierhaaren #6 & Katzenhaar-Filzgleiter für Stühle

oder …

2. Akt vom Fingerwerk „Warme Füße für nackte Stuhlbeine“

Maine-Coon-Filzgleiter
Britisch-Kurzhaar-Filzgleiter

Noch eine Woche und der Mai ist zuende und vom Frühling ist keine Sicht. Die Heizung angeschaltet und im warmen Wollpullover plus Wollschal verpackt versuche ich mich auf warme Gedanken zu bringen. Doch egal wie das Wetter draußen ist vor allem für meinen Kater Harry ist Fellwechsel angesagt! Selbst ihn stören die Flocken, die ihm ohne sich groß zu bewegen um die Nase wehen. Also half ich ihm dabei sein winterliches warmes Unterfell loszuwerden. Gleiches hatte Kater Nachbars Kater, der schönste „Löwe“ der Welt, Francis letzten Herbst über sich ergehen lassen. So kam einiges an Katzenhaar zusammen.

Francis-Wolle und der Spender

Das Tierhaar dieses Main Coon Katers ist sehr fein mit langen Fasern. Vor dem Filzen habe ich es mit Handkarden kardiert, damit die Fasern in einer Richtung liegen.

 

 

Harry beim Bürsten

Als typischer Vertreter eines Britisch Kurzhaar Katers bringt Harrison nur kurze Haare aus seinem Unterfell. Wenn man es sich genauer betrachtet ist es nicht glatt sondern leicht wellig. Diese Oberfläche führt schon beim Bürsten und Sammeln der Haare in der Hand zum Verfilzen. Was mich ursprünglich auf den Gedanken brachte mit Harrys Flocken zu filzen.

 

Vom Filzprozess versuchte ich einen Film zu drehen, was mir nicht glückte. Aber zum Glück gibt es reichlich Videos zum Filzen von Hohlformen im Internet und ich fand eine Anleitung von „filzeninfo“ (leider ohne funktionierendem Link zu weiteren Informationen), die ähnlich wie ich arbeitet:

Die Hohlform am oberen Ende vorsichtig mit einer Schere aufschneiden nicht vergessen!

Im Video wird nur gezeigt wie das Filzwerk der Länge nach im Handtuch gewalkt wird. Dadurch schrumpft der Filz auch vor allem in der Länge.
Um auch quer eine Festigung und Schrumpfung zu erreichen muss auch in dieser Richtung gewalkt werden.

Zum Schluss passte ich die Filzgleiter direkt auf den Stuhlbeinen an, auf die sie hinterher benutzt werden.
Um das Holz mit der Feuchtigkeit des unfertigen Filzgleiters nicht zu schädigen und um diesen leichter entfernen zu können schützte ich das Stuhlbein mit Klarsichtfolie.

Passen alle Filzgleiter zog ich diese von den Stuhlbeinen und nutzte den alten Fingerpuppenständer meiner Tochter um sie zu trocknen.

 

 

Nach dem Trocknen die Filzgleiter auf einer Schneideunterlage ausrichten und mit einem Rollmesser in eine Länge schneiden.

 

Anziehen und fertig!

 

Wie sich diese Filzgleiter bewähren muss sich zeigen. Auf jeden Fall gleiten sie, wie das Strickfilzmodell, beinahe gefährlich leicht über den Fußboden. Den Haltbarkeitstest müssen alle erst noch durchlaufen. Ich werde darüber berichten.

Neue Socken für meine Stühle

oder …

Test bestanden!

 

Fünf Jahre ist es nun her, seit ich meine Stühle mit Strümpfen ausstattete. Trotz Gleitern aus Filz und anderen Materialien hatte ich mir rund um den Esstisch meinen Fußboden ordentlich zerkratzt. Für die Socken oder Strümpfe probierte ich 2013 allerhand Techniken aus, wie häkeln, stricken und filzen. Bestanden haben alle Varianten. Doch nun gleichen nach ca. fünf Jahren die meisten Sockenquartette durchgetanzten Schuhen. Test bestanden und Zeit für neues Schuhwerk!

Am besten hatten die gestrickten Strümpfe an den Stuhlbeinen gepasst, weshalb ich mich wieder für Stricksocken entschied.

 

Material
  • Wollreste (bevorzugt von fest gedrehter Wolle oder dickerer Sockenwolle, oder feine Sockenwolle doppelt nehmen)
  • Nadelspiel in 4mm
  • 1 Sticknadel mit großem Öhr
  • 1 Schere

 

Anleitung

1 Anschlag von 18 Maschen auf vier, besser drei, Nadeln verteilen

2 4 Runden im Bündchenmuster, 1 re 1 li, stricken – in der ersten Runde lasse ich immer den Faden vom Anschlag mitlaufen. So mache ich es auch bei Socken.

3 20 Runden glatt rechts stricken

 

4 2 Runden jede 3. und 4. Masche zusammenstricken

 

5 1 Runde immer 2 Maschen zusammenstricken

 

6 die restlichen 5 Maschen mit einer Nadel zusammenziehen und den Faden vernähen.

 

Fertig!

 

 

Wieviel Zeit ich für diese fünf Socken-Quartette benötigte? – Einmal „Mary Poppins“ mit Werbeunterbrechungen 😉 im Fernsehen. Eigentlich hatte ich an diesem Abend einen Blogpost zu Kinofilmen fertigstellen wollen. Astrid hatte zu dieser Link-Party eingeladen. Doch dann lief dieser Film und ich konnte nicht widerstehen lieber den Fernseher anzuschalten und es mir mit Strickzeug gemütlich zu machen, als am Rechner zu sitzen. Mary Poppins war in meinem Beitragsentwurf dabei gewesen. Was habe ich diesen Film als Kind geliebt! Ich weiß auch wieder warum!

 

Viel Spaß beim Nacharbeiten.

Bis die Tage,

Karin

 

 

Für diejenigen, die sich für meine ursprünglichen Blogposts vom Mai 2013 zum Thema Stuhlsocken interessieren:

Stuhlsocken – der Prolog

Stuhlsocken #1 – gestrickt und gefilzt

Stuhlsocken #2 – gefilzt aus Katzenwolle

 

 

Ferien zuhause

und …

Balkonien 2016, ein Fazit zur Zwei-Drittel-Zeit und ein Liebstöckelpesto zum Reinlegen!

Ferien und Urlaub zuhause in den Sommerferien? Nee, nä? Du bleibst echt zuhause? … ? … ? …. ? DU?

JA!

Die Entscheidung, Ende Juli, alle Pläne für den Sommerurlaub zu streichen war gut. Es wäre jedoch gescheit gewesen, trotz meiner Daueranwesenheit während der Schulferien, einen Dienstplan für den Schulgarten zu organisieren. So schaute in den vergangenen vier Wochen nur ein Kollege ein Mal vorbei. Schade eigentlich. Denn gerade jetzt reift einiges an Gemüse und Kräutern, vor allem die Zucchini! Viele habe ich verschenkt, aber inzwischen möchte keiner mehr mit einer beglückt werden. Die Blüten kommen bei mir jetzt gleich in den Topf und die drei/vier Früchte, die noch im Beet liegen reifen zu Monstern heran. (Ich werde von der Ernte berichten!)

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Von einer anderen Ernte habe ich jetzt im zweiten Anlauf ein richtig leckeres Ergebnis auf’s Brot bekommen. Aus dem etwas zu dicht bepflanzten Kräuterbeet quollen regelrecht Rucola, Gartenmelde, Kapuzinerkresse, Salbei und Liebstöckel. Andere Kräuter in dem Beet hatten da wenig Chance auf Licht und Überleben. Da half nur Rückschnitt, Ernte (der Salbei hängt zum Trocknen auf dem Dachboden) und was leckeres daraus machen. 😀 Eine Kollegin hatte mir vor den Sommerferien erzählt, dass sie ein superleckeres Pesto aus Liebstöckel gegessen hätte. Nach solch einem Rezept recherchierte ich, probierte es aus und ließ es Testessen. Alle waren vom Versuch 1 begeistert, nur ich nicht. Kein Wunder, Liebstöckel gehört als Kraut nicht zu meinen Favoriten. Aber Versuch 2 hat mich überzeugt, denn es zählt Klasse statt Masse! Strünke und Stiele weglassen garantiert ein leckeres Aroma und verhindert ein Zuviel an strenger Würze. Auch verzichtete ich auf den im Rezept angegebenen Knoblauch. Ich fand die Kombination von Maggi-Aroma und Knofi nicht lecker. Es ist als ob zwei dominante Stinker gegeneinander antreten und keiner zu richtig zu Potte kommt. Weniger Zutaten sind manchmal von Vorteil und so auch hier!

Liebstöckelpesto oder Pesto aus Maggikraut

Zutaten:

  • 65 g Liebstöckelblätter
  • 65 g gehackte Mandeln
  • 65 g frisch geriebenen Parmesan
  • 1/2 gehackte Zwiebel
  • ca. 100 g Olivenöl
  • Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

  • Die Liebstöckelblätter mit dem Olivenöl fein pürieren.
  • Die Zwiebel dazugeben und den Pfeffer nach Geschmack.
  • In die Liebstöckel-Zwiebel-Öl-Masse die Mandeln geben und weiter pürieren.
  • Den geriebenen Parmesan unterheben.
  • Salzen nach Geschmack.

Jetzt fehlt nur noch ein Stück frisches Brot!

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Was ich sonst in meinen Ferien mache? Ich gestalte meine Ferien, wie ich es mir Ende Juli verordnet hatte. Eine perfekte Umsetzung sieht anders aus, doch ich bin mit dem Ergebnis bisher zufrieden:

Pflichtprogramm

  • Entspannung und fünfe gerade sein lassen – klappt gut
  • ein paar Wochen raus aus der Fremdtaktung und in den Biorhythmus wechseln – klappt auch – 7:30 Uhr ist meine Aufwachzeit
  • das linke Handgelenk fit machen – ich trainiere und gehe weiterhin zwei Mal die Woche zur Ergotherapie
  • nur zwei „Äh-bäh-Termine“ in der Woche zulassen, naja, drei sind auch noch ok 😉 – hmm, im Schnitt kommt’s hin
  • einen richtigen Tagesausflug in jeder Ferienwoche = sechs Mal fort – Nachholbedarf, ein halber Tagesausflug fehlt – demnächst nachzulesen auf meinem zweiten Blog hier und fort

Zusatzprogramm

  • Aufbrauchen der Wollreste – klappt super!!! – Ich werde darüber berichten.
  • meinen Dawanda-Shop befüllen – der erste Teil ist drin und nur einen Klick weiter zu sehen.
  • filzen mit oder ohne Katzenhaar – 🙁
  • Papier schöpfen, aus was auch immer, Hauptsache aus Naturmaterial – die Roh-Masse steht fertig im Kühlschrank
  • nähen – etliche Quiltprojekte dümpeln in meinem Kopf, auf Papier und in Kisten herum – 🙁
  • zeichnen – ein büschen 😉
  • LESEN! – Oh Mann! Wo ist das Buch bei dem ich nicht schon nach dem ersten Kapitel denke: Gute Frau/guter Mann, Deine Probleme brauche ich nicht auch noch! Es ist mir ein Rätsel, wie ich als Mega-Viel-Leserin im letzten Jahr zu einer Buch-Anlese-Weglegerin mutiert bin! Rund um mein Bett stapeln sich halb gelesene Bücher … zum regelmäßigen Abstauben statt Weiterlesen … und ich frage mich: „Hallo Frau Be, was geht da ab?“.

 

Doch noch liegen zwei Wochen Ferien vor mir, die genutzt werden können.

Ferienprogramm etc.

und …

Urlaub auf Balkonien und in der Region

 

Endlich beginnen Ende Juli auch in Ba-Wü die Schulferien! Wieder ein Jahr geschafft, mein 38. als Lehrerin, acht liegen noch vor mir. Den Stundenplan für das nächste Schuljahr habe ich schon. Auf der neuen Klassenliste stehen sechs neue SchülerInnen. Ich packte beides, Plan wie Liste, beiseite. Wer weiß, ob diese Informationen in sechs Wochen noch aktuell sind?

Nicht mehr aktuell sind meine Urlaubspläne. Für den Sommer 2016 hatte ich geplant mit meinem Auto nach Irland zu fahren. Drei Wochen fort mit meinem alten Ford. Nachdem ich Monate am Reiseweg gebrütet hatte kam mein Armbruch im März dazwischen und ein langer Weg der Heilung und Rekonvaleszenz. Es wurde Mai und ich flog zu meiner Freundin, die seit Jahren an der Costa Brava lebt. (Zwei Berichte stehen auf hier und fort, meinem neuen Reise- und Fotoblog: Bericht 1 und Bericht 2). Den Mietwagen ließ ich in dieser Woche meist stehen, nutzte unter anderem die Mitfahrangebote von Freunden meiner Freundin oder bewegte mich, wie zuhause, zu Fuß voran. Im Juni ging es mit der Beweglichkeit meines Handgelenks anfangs, mithilfe der Ergotherapeutin, richtig flott voran, um dann in den Zwei-Schritte-vor-einen-zurück-Modus überzugehen.

Keine gute Aussicht für mein Vorhaben Roadtrip nach und durch Irland im Sommer 2016.

Keine gute Idee gesundheitlich angeschlagen drei- bis viertausend Kilometer zu fahren, allein auf mich gestellt. Doch so leicht gab ich nicht auf.

Die Alternative Flug direkt nach Irland und dort einen Mietwagen buchen war eine Option, wenn, ja wenn, mein linker Arm, bzw. das zu mobilisierende Handgelenk mitmacht, um, in Rechtslenkerland, mit links schalten zu können. Ich setzte mir ein Ziel: Wenn ich bis Mitte Juli den Riegel vom Garagentor mit der linken Hand  geöffnet bekomme, werden die Planungen im August realisiert. Zwei Wochen bewegt, gedehnt, massiert, trainiert und gerade einmal 5° mehr an Bewegungswinkel im Handgelenk mobilisiert. Mir fielen keine passenden Flüche mehr ein! Die Irland-Reise wurde vertagt (und hoffentlich nicht in die Kategorie Wunschdenken verschoben!).  Bevor ich in ein mit Kübeln von vergossenen Frusttränen gefülltes oh-wie-ist-das-traurig-Loch fallen konnte leitete ich alle Planungskapazitäten um, in die Gestaltung …

Sommerferien 2016 zuhause!

 

Pflichtprogramm

  • Entspannung und fünfe gerade sein lassen
  • ein paar Wochen raus aus der Fremdtaktung und in den Biorhythmus wechseln
  • das linke Handgelenk fit machen
  • nur zwei „Äh-bäh-Termine“ in der Woche zulassen, naja, drei sind auch noch ok 😉
  • einen richtigen Tagesausflug in jeder Ferienwoche = sechs Mal fort, mit Bus oder Bahn oder Ford (das Wortspiel „mit dem Ford fort“zufahren kennen wohl eher diejenigen um meinen Jahrgang, +/- 1958. Es war ein Lieblingslied meiner Oma, Heinz Erhardts „Fährt der alte Lord fort“.  Die Sommertage bei ihr sind mir unvergesslich. Sie weckte, als Schneiderin, in mir meine Leidenschaft für Handarbeiten. Aber genausogut gab es bei ihr ganz spontane Ausflüge, Wanderungen, oder Umwege, um Pause vom Alltag zu machen. Wenn Oma anfing zu singen waren wir wieder auf Tour, toll, und der alte Lord war immer mit dabei. Manchmal fährt meine Oma, wenn ich, statt nachhause in die andere Richtung spontan unterwegs bin, immer noch mit mir mit: „Wenn er dann so flitzt, lacht er ganz verschmitzt!“)

Alles zusammen garniert mit etwas Sport, Plantschen im Thermalbad, Freunde treffen und einer Stunde mehr Schlaf lässt es sich gut zuhause erholen.

Zusatzprogramm

  • Aufbrauchen der Wollreste – eigentlich wollte ich sie alle abgeben; der Plastiksack stand schon bereit. Statt in den Sack landeten die ersten Knäuel auf der Nadel.
  • meinen Dawanda-Shop befüllen – Ware hätte ich, aber es fehlte bisher einfach die Zeit sie zu fotografieren und online zu stellen
  • filzen mit oder ohne Katzenhaar
  • Papier schöpfen, aus was auch immer, Hauptsache aus Naturmaterial
  • nähen – etliche Quiltprojekte dümpeln in meinem Kopf, auf Papier und in Kisten herum
  • zeichnen
  • LESEN!

… die Liste ist noch lange nicht zuende und ich schließe sie jetzt lieber, bevor ich mich irgendwie dann doch verpflichtet fühle und im Erfüllungsnotstand lande. 😉

 

Im Moment ist erst einmal unterrichtsfreie Zeit. Das entspannte Aufstehen ohne Wecker, abgesehen von den Forderungen der hungrigen Kater (ja, wieder im Plural!), steigert die Lebensqualität enorm. Gemütliches Teetrinken am Morgen, ein wenig lesen, Radio hören, und es ist egal wann ich mit den Aufräumarbeiten in meinen Fachräumen in der Schule weiter mache. Kein Zeitfenster, keine Taktung, ich entscheide.

Während eine Kollegin in der Schulküche für Ordnung sorgte, schliff ein Kollege die Patina des Schuljahres und der Projektwoche von den Werkbänken. Ich kümmerte mich um den Zeichenraum und organisierte in den Tonraum der Schule eine Gartenabteilung, wo endlich unsere Produkte aus dem Schulgarten übersichtlich in einem gespendeten Regal gelagert werden können.

Leider beinhaltete die Regalspende keine Haken und Ösen, bzw. keine Befestigungsstifte, und kein Kreuz zum Stabilisieren. Ein Ausflug zum schwedischen Möbelhaus war nötig und dann wurde doch improvisiert. Das Kreuz gab es zu einem Euro, die Stifte auch, aus dem Automaten, immer nur ein Vierpäckchen nach dem anderen. Ich zählte im Gedanken die Regalbretter und stoppte nach dem vierten Euro: Ich wollte keinen Klassensatz an Getränkegutscheinen!! Ich brauchte Stifte! Und ich benötigte einen Rechnungsbeleg!

Zurück in der Schule baute ich mit dem Materialeinkauf das Grundregal auf: Drei Holme, vier Bretter und das Stabilisierungskreuz. Danach zählte ich die restlichen Bretter durch und machte mich auf die Suche nach Rundstäben im Materiallager. Recht schnell traf ich auf einen Restbestand an Rundstäben aus V2A Stahl, die letzten Reste von denen die ich vor Jahrzehnten aus der Restekiste einer Kinderwagenfabrik hatte mitnehmen dürfen. Rostfreier Edelstahl. Cool, aber zum Sägen von Hand, selbst mit einer großen Bügelsäge, schweißtreibend. Nach dem zweiten Stift, in echter Handarbeit gefertigt, ging ich noch einmal im Gedanken die Menge an Bretter durch, multiplizierte mit vier und fand die Menge an benötigten Stiften mehr als demotivierend. Edelstahl <argh>! Die Rettung nahte mit meinem Kollegen:

  • „Magst Du die Flex ausprobieren?“
  • „Flex? Wir haben eine Flex? Nee, oder? Seit wann?“
  • „Du hast sie doch mit ausgesucht!“
  • „Echt? Wann? Egal! WO IST DAS TEIL?“ – ich halt, wie immer, unverändert vergesslich
  • „Schau mal in den Werkzeugschrank.“
  • „Boah, ey, cool. Ganz neu. Und wie funktioniert das Teil?“ – ich halt, betriebsanleitungsresistent an der Maschine drehend, drückend, schraubend, …

Während Kollege in der Anleitung las hatte ich mittels „learning by doing“ die Trennscheibe draufmontiert bekommen und losgelegt … 😀 😀 😀

Fehlte nur noch der Spritzschutz für den Funkenflug, an den ich in meinem Hype – wie toll und schnell geht das denn – erinnert werden musste.

 

Keine Stunde später hatte ich meine erste Ladung Stifte, geflext, gefeilt und entgratet (beides wieder echte Handarbeit), fertig zum weiteren Aufbau und Einräumen des Geschenk-Regals. Allerdings fehlen uns jetzt weitere breite Bretter.

Hier finden alle nicht auf dem Schulfest verkauften Marmeladen, Gelees, Tees, Kräutersalze usw. ein Lager, um bis zum Weihnachtsmarkt in Böblingen (23.11.2016 bis 27.11.2016 am Unteren See) weiter aufgestockt zu werden. Super verkauft hatten wir jetzt beim Fest den Holundersirup! Wir haben noch ein paar Flaschen übrig! 😀

 

Seit gestern kann ich den Riegel vom Garagentor öffnen! Schon einmal ein Handgelenk knirschen gehört und gefühlt – uhhh!

Hauptsache Ferien.

 

A – Z & Co.

Anleitungen

 

Dekoration

Herbstliches: Rosen aus HerbstlaubTürdekoration

 

Geschichten aus meinem Alltag

 

Jahreszeiten

 

Holz

Messlöffel aus Restholz #2 – …

 

Kräuter

BrennnesselBrombeereKräuteressig – …

 

Kunststoff

 

Kunstunterricht und Schule

Schreiben wie früher

 

Quilt und Patchwork

Sommerquilt 2011Babyquilt 2012Babyquilt 2014Babyquilt 2017

 

Recycling und Reuse

Katzenhaare: siehe Wolle und andere Garne

Papier aus Naturmaterialien:  Naturpapier aus PflanzenrestenBlütentüten aus Naturpapier

Spargelpapier:  Die vier Zustandsformen von Spargel –   Von Spargelschalen zu (Spargel-)Schalen –  Eine neue Variation

 

Rezepte

Erbsenpesto #1Erbsenpesto #2 mit GnocchiKnuspermüsli mit Kernen

 

Pflanzen auf Balkon und im Schulgarten

 

Pflanzenfarben

Naturfarben #1Naturfarben #2/ChromatographieDornentinteNaturfarben #3Farbe aus Birkenblättern #1

 

Wolle und andere Garne

Filzen mit Schafwolle und Tierhaar:

Katzen filzen #1Katzen filzen #2

Filzen mit Katzenhaar:

Der erste Versuch – #2: Ohrringe#3: Noch mehr Ohrringe#4: Perlen#5: Filzsteine#6: Filzgleiter für Stühle

Schwabenkater #1#7: Heidekätzchen und Schwabenkater #2

Häkelwerke:

Korb für Strickwerke

Strickwerke:

Ein Schal fürs Leben 2016Hussen für Stühle oder Stühle anziehenGestrickte Babydecken 2016 – Stuhlsocken 2018 –

 

Wollkämmstation

oder …

 

Geld gespart durch selbst ist die Frau.

 

Rohwolle zum Verarbeiten vorbereiten ist anstrengend, egal ob sie gekämmt oder kardiert wird. Zum Kardieren hatte ich mir schon einmal eine Kardiermaschine geliehen. Tolles Gerät, von dem ich hier berichtet hatte. Allerdings war dieses Gerät bei reinem Katzenhaar überfordert.

Nun hat mein Hauptlieferant für Tierhaare, Francis, wieder einiges an Material von seiner Besitzerin herausgekämmt bekommen. Diese Lieferung wollte ich nun kämmen. Ich erkundigte mich im Internet, wie solche Kämme aussehen bzw. wie sie hergestellt werden können und traf sehr schnell auf ein Video über Benjamin Green’s Woolcombing kit. Cool, dachte ich mir. Das brauche ich. Am liebsten hätte ich mir eins dieser Teile bestellt. Leider war der Link zum Etsy-Shop Jahre alt und dann siegte die Sparsamkeit und die Lust auf Eigenbau.

 

Es brauchte ein paar Wochen grübeln, zeichnen, messen, ausprobieren, Material zusammensuchen, zusägen, usw. um am Ende auch noch die Zwingen selbst zu bauen. So entstand meine Wollkämmstation fast komplett aus Resten, bis auf die Nägel und zwei Flügelmuttern.

 

Auf die Zwingen bin ich besonders stolz. Sie entstanden aus Rundstahl, den ich am Anfang meiner Lehrerzeit aus einem Container einer Kinderwagenfabrik holen durfte (immer erst fragen, wenn man was aus dem Müll einer Firma holt!). Beim Aufräumen des Materiallagers meiner Werkräume entdeckte ich einen Rest davon und daneben ein alten Staubsaugerrohr.

Es hat so sein sollen. Rohr = Hebel! Ah!! Ruckzuck ließen sich die Stangen abwinkeln. Jetzt nur noch das Gewinde schneiden. Voilà, geht doch. Auch das ist wie Schwimmen und Radfahren. Einmal gelernt fehlt beim Ausprobieren nach Jahren nur die Übung. 😉

 

Alle Holzbretter sind Reste aus der Produktion von Vogelhäusern und Holzlastern. Für den Boden musste ich mehrere Teile verleimen.

Die Holzkugeln sind Überbleibsel eines Spiels.

Die dickeren Rundhölzer kommen aus meinem Keller und gehörten einmal zu einer Werkzeugkiste.

Die dünnen Rundhölzer und nicht zu sehenden Dübel kommen aus der Rundholz-Restekiste.

Arbeitszeit: Leider nicht dokumentiert. Schätzungsweise, ohne Planung, Trockenzeiten, 8 Stunden.

Tiere filzen ohne Ende #2

oder …

Schwabenkater #4 und 5 aus Katzenhaar

Nun kommt er doch noch, der zweite Teil zum Bericht vom Filzkurs in Oberrot, den ich Anfang Juni 2015 gemacht habe (Link zum Teil 1).
Ich hatte vom kardierten Katzenhaar ein Paket dabei und machte mich am zweiten Tag daran das von Gabi von Filzkram Gelernte auch an diesem Material einzusetzen.
Auch der kleine Kater, den ich trocken mit der Nadel gefilzt hatte – der Kleine aus der Spargelschale – war im Gepäck um ihn hier weiter zu bearbeiten.
Trocken genadelter Filz ist wenig stabil und kann nicht so sehr beansprucht werden. Deshalb begannen meine Versuche Katzenhaar nass zu filzen, allerdings waren sie nicht immer erfolgreich, selbst wenn ich es auf einen Korpus auf Schafwolle auffilzte. Vor allem das Haar von Maine-Coon-Kater Francis, das ich bisher verwendete, ist sehr fein und in nass-seifigem Zustand fast nicht in Form zu bringen. Daran lässt sich nichts ändern, aber mit etwas mehr Erfahrung weiß ich nun:

Es geht tatsächlich Katzenhaar von Anfang an nass zu filzen. Es geht, aber es ist wie Laufen auf rohen Eiern.

Zuerst landete der vorbereitete kleine Kater in der heißen Seifenlauge und bekam noch ein paar mehr Schichten Wolle auf seinen „Pelz“.

Hübscher wurde er durch diese Behandlung erst einmal nicht. Doch seine Oberfläche wurde deutlich dichter. Gespült ging es ans Walken und zum Schluss in Form gedrückt kam doch wieder ein Katerchen zutage, deutlich geschrumpft!

Den zweiten Kater filzte ich von der ersten Kugel an mit ansetzen, Schichten auflegen, mit Seifenwasser bearbeiten, usw. nur aus Francis-Wolle. Immer wieder stand ich kurz vor dem Verzweifeln. Ohne die Aufmunterung von den anderen Kursteilnehmerinnen und ohne die Tipps von Gabi als Kursleiterin hätte ich vermutlich aufgegeben. Danke!

So stehen nun zwei stabile Schwabenkater hier, die aus reiner Katzenwolle nassgefilzt entstanden sind.

Der Fototermin zuhause gestaltete sich schwierig. Neugierig, wie Chewbacca nun einmal ist, beäugte und beschnupperte mein Kater die neuen Mitbewohner.

 

Noch schwieriger wurde es, als ich noch einen Geruch dazu brachte!

Meine Freundin hat mir zwei Tüten herausgekämmtes Unterhaar eines Hundes bis aus Spanien mitgebracht, von einem Alaskan Malamute.
Das gibt viel zu tun. Bloß wann?

 

Bis mir einfällt was ich aus diesem Materialberg machen werde wandert der wieder in die Tüten und in den Keller. Die zwei Schwabenkater dürfen in einem Regal Stoffreste bewachen.

 

Kleine Enten aus Filz

oder …

Härtetest für Filztiere aus Katzenhaar

Es sollten Vögel mit Flügeln werden.
Falsch.
Ursprünglich wollte ich einen Osterhasen mit der Nadel filzen, gemütlich in der spanischen Sonne sitzend, völlig entspannt.
Trotz vieler Nadelstiche wollte sich allerdings kein Hase entwickeln und dann ließ ich die Nadel einfach laufen, bis diese Teilchen heraus kamen.

Besonders standfest waren sie nicht, deshalb die Überlegung mit ein paar Flügeln die Leichtgewichte auszubalancieren.

Doch bis es soweit kommen konnte, entdeckte beim Osterfrühstück Nachbarsjunge Matti die beiden „Quackquacks“ und ließ sie in seiner Welt Abenteuer erleben.

 

 

 

Da die beiden Vögelchen immer noch keine Flügel zum fliegen haben, mussten sie in Spanien bleiben. Aber ich denke, sie werden ein zuhause finden! Sie haben das Überlebenstraining durch Mattis Spieleinheit überlebt, also machen sie ihren Weg!

 

Mit nachhause brachte ich einen angenadelten Hasen-Kater. Mal sehen wohin sich dieses Tierchen entwickeln wird.

Noch mehr Katzenwolle

oder …

Andere halten sich ein Schaf

Es ist kaum zu glauben wie viel Haar manche Katze (oder Hund) im Laufe ihres Lebens verliert! Was der Staubsauger nicht schafft landet unerfreulicherweise auf der dunklen Hose, dem schwarzen T-Shirt und auch schon einmal auf dem Brötchen. Meine Staubsaugerbürste verweigert seit einigen Tagen gleich ganz den Dienst. Selbst nach dem allmonatlichen Reinigungsritual – aufschrauben, entfusseln, enthaaren, abpinseln und wieder zusammensetzen – dreht sich die Bürste nicht mehr. Wieder ein Gerät, das nicht hält, was es verspricht, zum Devil aber auch! Garantie hin oder her, der Fachverkäufer wird sicher nicht erfreut sein mich wieder zu sehen. Vielleicht aber doch, denn bei der Häufigkeit, die wir uns sehen, kennt man sich ganz gut mittlerweile. Aber Freunde werden wir wohl nicht.

Dabei tu ich doch alles, damit es dem Staubsauger gut geht!

Frei nach dem Motto: ‚Wehret den Anfängen!‘ musste Kater Harry regelmäßig unter dem Ferminator Haare lassen, damit die Staubsaugerbürste geschont werden konnte. Nachbarskater Francis kennt als langhaariger Maine-Coon diese Prozedur auch, mag diese (im Gegensatz zu Harry) ganz und gar nicht, sehr zum Leidwesen seiner Menschen. Trotzdem flockt es munter weiter aus unseren tierischen Freunden und den optimalen Staubsauger, der mich nicht ins Armenhaus bringt, habe ich noch nicht gefunden. Also muss Francis weiter gebürstet werden und was ist der Bursche ergiebig!

Hier liegen knapp 350 g kardierte Maine-Coon-Wolle, die Francis meist nicht freiwillig zur Staubsaugerentlastung und zum Wohlergehen seiner Menschen in den letzten ein bis zwei Jahren lassen musste.

Den Haufen von Hand aufzuarbeiten gab ich bald auf. Um den Nadelbelag meiner Handkarden stand es nicht zum besten und es dauerte ewig bis ein Haarbällchen entknubbelt war. Die Anschaffung einer Trommelkardiermaschine reizte mich, aber diese Geräte sind nicht unbedingt billig zu nennen. Außerdem fürchtete ich, der Kardiermaschine wird es genauso gehen, wie meiner neuen Nähmaschine. Diese wartet seit dem Kauf immer noch auf ihren ersten Einsatz.

Irgendwann kam mir im Baumarkt die Idee: Wenn man teure Maschinen bzw. Werkzeuge leihen kann gibt es diese Möglichkeit vielleicht auch für eine Karde.
Suchanfrage in Google modifiziert und im Internet tatsächlich fündig geworden. Das-Wollschaf.de macht es möglich! Knapp zwei Wochen später stand eine niegel-nagel-neue Trommelkarde bei mir … bloß ich hatte völlig unverhofft einen zusätzlichen Kübel Arbeit über mich geschüttet bekommen und keine Zeit sie einzusetzen.

Aber jetzt!!

Trotz der Trommelkarde war es nicht einfach das Katzenhaar in Form zu bekommen. Die Maine-Coon-Fasern sind zwar deutlich länger, als die von meinen „Briten“, aber sehr fein und weich. Das Zeug flutschte wo es nur konnte auf die vordere Walze und lud sich ständig elektrisch auf.

 

Zuletzt klappte es dann doch! Haarbällchen nach Haarbällchen landete auf der großen Nadelwalze und dann als kardiertes Vlies zuerst auf den Tisch.

 

 

Jedes Vlies ließ ich zwei Mal durch die Kardiermaschine laufen. Bei einem kleinen Teil ließ ich meinen letzten Rest Merinowolle mitlaufen. Das war eine gute Entscheidung. Das Vlies ist deutlich stabiler.

Arbeit erledigt und ich weiß immer noch nicht, was ich aus dem Material machen soll. Deshalb packte ich alle Vliese in Seidenpapier ein. Vielleicht nehme ich sie zum Filzkurs mit, zu dem ich mich im Juni angemeldet habe.

Fachkundige Kontrolle von Kater Chewie, der, zu seinem Glück, nicht so viele Haare verliert und eher selten den Ferminator an sich lassen muss.

Noch einmal ein Eindruck von der Menge, die ein Maine-Coon-Kater liefern kann. Die Ausbeute kann sich zeigen lassen.

Morgen wird das Gerät abgebaut, wieder eingepackt und es kann seine Rückreise antreten. Die Ausleihgebühr von 20 € haben sich wirklich gelohnt.