Wollkämmstation

oder …

 

Geld gespart durch selbst ist die Frau.

 

Rohwolle zum Verarbeiten vorbereiten ist anstrengend, egal ob sie gekämmt oder kardiert wird. Zum Kardieren hatte ich mir schon einmal eine Kardiermaschine geliehen. Tolles Gerät, von dem ich hier berichtet hatte. Allerdings war dieses Gerät bei reinem Katzenhaar überfordert.

Nun hat mein Hauptlieferant für Tierhaare, Francis, wieder einiges an Material von seiner Besitzerin herausgekämmt bekommen. Diese Lieferung wollte ich nun kämmen. Ich erkundigte mich im Internet, wie solche Kämme aussehen bzw. wie sie hergestellt werden können und traf sehr schnell auf ein Video über Benjamin Green’s Woolcombing kit. Cool, dachte ich mir. Das brauche ich. Am liebsten hätte ich mir eins dieser Teile bestellt. Leider war der Link zum Etsy-Shop Jahre alt und dann siegte die Sparsamkeit und die Lust auf Eigenbau.

 

Es brauchte ein paar Wochen grübeln, zeichnen, messen, ausprobieren, Material zusammensuchen, zusägen, usw. um am Ende auch noch die Zwingen selbst zu bauen. So entstand meine Wollkämmstation fast komplett aus Resten, bis auf die Nägel und zwei Flügelmuttern.

 

Auf die Zwingen bin ich besonders stolz. Sie entstanden aus Rundstahl, den ich am Anfang meiner Lehrerzeit aus einem Container einer Kinderwagenfabrik holen durfte (immer erst fragen, wenn man was aus dem Müll einer Firma holt!). Beim Aufräumen des Materiallagers meiner Werkräume entdeckte ich einen Rest davon und daneben ein alten Staubsaugerrohr.

Es hat so sein sollen. Rohr = Hebel! Ah!! Ruckzuck ließen sich die Stangen abwinkeln. Jetzt nur noch das Gewinde schneiden. Voilà, geht doch. Auch das ist wie Schwimmen und Radfahren. Einmal gelernt fehlt beim Ausprobieren nach Jahren nur die Übung. 😉

 

Alle Holzbretter sind Reste aus der Produktion von Vogelhäusern und Holzlastern. Für den Boden musste ich mehrere Teile verleimen.

Die Holzkugeln sind Überbleibsel eines Spiels.

Die dickeren Rundhölzer kommen aus meinem Keller und gehörten einmal zu einer Werkzeugkiste.

Die dünnen Rundhölzer und nicht zu sehenden Dübel kommen aus der Rundholz-Restekiste.

Arbeitszeit: Leider nicht dokumentiert. Schätzungsweise, ohne Planung, Trockenzeiten, 8 Stunden.

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