Papier

Spiralen an die Fenster

oder …

Aus eckig wird rund

„Mir ist langweilig“, gibt es nicht in meiner Klasse. Für all diejenigen, die meinen ihre Aufgaben erledigt zu haben, habe ich immer etwas zu sammeln, schneiden und zu falten. Meine Schüler machen das gerne, egal ob in Klasse 7, 8 oder 9. Auch in unerwartete Vertretungsstunden bringe ich meine Arbeitskisten mit. Momentan werden wieder Nautilus-Spiralen aus Transparentpapier gefaltet, eine Aufgabe, die der Labbé-Onlineshop fertig zugeschnitten mit Anleitung und Faltschablone anbietet.

Meine Schüler fasziniert es immer wieder, wie sich aus dem Papierdreieck Schritt für Schritt eine Spirale entwickelt.

 

 

 

 

Nicht jedes Kind schafft es immer exakt zu falten, aber das ist nicht unbedingt wichtig. Manche Spirale bekommt gerade WEIL sie nicht so genau gearbeitet wurde ihren eigenen Charakter.

 

 

 

Leider hängen diese Gebilde oft nicht lange im Schulhaus und von groben Kinderhänden von den Fenstern gerissen, ist das zarte Transparentpapier schnell zerstört. Deshalb laminiere ich die Spiralen, die an die Fenster im Schulhaus gehängt werden, und lasse sie mit einem schmalen Rand ausschneiden.

Diese Spirale hängt jetzt schon zum dritten Mal am Fenster, inzwischen schon etwas ausgebleicht, doch immer noch schön.

Laminiert verlieren die Spiralen etwas von ihrem leichten Charakter, doch so können sie nach der Saison abgehängt, aufgehoben und im nächsten (übernächsten) Jahr wieder aufgehängt werden. Nicht jedes Jahr ist Zeit und Muße für ansprechende Dekorationen.

Herzig gepixelte Popup-Karte nicht nur zum Valentinstag

oder …

Ein Kartengruß mit Herz, der 365 Tage im Jahr passt!

Eigentlich suchte ich nach einer Idee, wie ich meine kranken Kolleginnen mit einer Grußkarte aufmuntern kann. Gar nicht so einfach. Anfang Februar ist Karnevals- und Faschingssaison mit „Helau“, „Alaaf“ und „Narri-Narro“. Das ist nicht jedermanns Sache und man muss damit aufgewachsen sein, um den Spaß der Sache freudig erleben zu können oder um den Ernst dahinter zu verstehen.
Im Zweifelsfall ist eine fröhliche Karnevalskarte keine gute Idee für Genesungswünsche.

Als Alternative wird in diesen Tagen DER Tag der Tage für den Süßwaren-, Geschenk- und Blumenhandel mit viel rosa und Herz angeboten:

Valentinstag.

Hmm. Ich persönlich fange wenig mit diesem Tag an. Aber ich erinnere mich an das Entsetzen einer meiner Neffen, als ich ihm erklärte noch nie eine Valentinskarte bekommen zu haben. „Auntie, never? Really never? Never?“ Er war unglücklich, weil auf seinem Regal deutlich weniger Karten gestanden hatten, als bei seinem jüngeren Bruder. Ein großes Drama zwischen den damals sechs und acht Jahre alten Burschen! Ich versuchte zu vermitteln und zu trösten. Irgendwie bekam der jüngere Bruder das Gespräch mit und wollte mich auf seine stille Art trösten. Dazu schnitt und bemalte er kleine Blumen, die er mir nachts als Überraschung an meine neuen Schuhe klebte. Mir kommen immer noch die Tränen wenn ich daran denke, wie die Geschichte ausging – überhaupt nicht in meinem Interesse und schon gar nicht für little J.!

Nach Abwägen meiner persönlichen Befindlichkeiten entschied ich mich für meine Grußkarten für meine Kolleginnen für die Richtung Herz und Valentinskarte, unter Ausschluss von ROSA, obwohl ich weiß, dass eine der beiden betroffenen diese Farbe liebt. ROSA scheint in den Papiergeschäften gerade ausverkauft zu sein, <pff> und Stirn gewischt. KnallePINK war leider auch nicht im Angebot. Das hätte ich zwar genommen, doch das rote Papier finde ich nach wie vor als gute Wahl.

Im Internet recherchiert, mit Suchwort „Herz“ und meinen Treffer in Bonbonfarben, inklusive ROSA, gefunden, eine Popup-Karte mit Herz.

Ausprobiert und umgesetzt zuerst in weiß …

… in rot und weiß …

… in rot-weiß-rot … um dann in Wikipedia zu lesen:

 

In Südafrika wird der (Valtentins)Tag auch als öffentliches Fest gefeiert. Es ist dort Brauch, Kleidung in den Farben weiß und rot für die Reinheit und Liebe zu tragen.

Prima.
Da habe ich mit der Farbwahl schon einmal keinen Fehlgriff getan. 😉

Zudem kann ich ein paar Tipps weitergeben, die bei der Herstellung der Popup-Karten mit Herz hilfreich sind.

Die Anleitung von Mini eco ist auf Englisch, hübsch, mit Schneideplan als ‚template‘, doch knapp beschrieben. Über Gamergirls gibt es eine deutsche Anleitung mit einem Schneideplan als ‚gif‘, den ich nach Download verwendet habe.

Meine Tipps zur Herstellung

Man braucht

  • Schneidematte
  • Pergamentpapier
  • Papier mit mindestens 120 g/m2
  • Schneidemesser oder besser ein Skalpell
  • Stecknadel
  • Falzbein
  • Tesafilm oder besser Maskingtape

Zum Vorgehen
Zuerst die Schneidevorlage auf das Pergamentpapier ausdrucken.
Das Pergamentpapier mit der ausgedruckten Schneidevorlage auf das zu schneidende Papier legen und mit Maskingtape auf einer Schneideunterlage fixieren.

Die Eckpunkte der Linien werden nun mit einer Stecknadel, oder einem anderen spitzen Gegenstand, durch das Transparentpapier in das später zu schneidende Papier durchgedrückt.

Sind alle Eckpunkte durchgestochen wird das Transparentpapier entfernt. Es sind dann nur noch die Eckpunkte zu sehen.

Jetzt heißt es aufpassen, welche Verbindungen zwischen den Punkten mit dem Messer geschnitten und welche mit dem Falzbein zum falten geprägt werden!!!

Wenn alles geschnitten und geprägt ist muss vorsichtig alles in Form geschoben, gedrückt, gebogen, gefalzt werden. Das braucht Muße und ich denke, dass da jeder seine eigene Technik entwickeln muss.

Ich beginne mit dem Kartenfalz, rechts und links vom Herz. Danach falte ich die zwei oberen Herzbögen um dann langsam die Karte zusammenzufalten. Mithilfe einer Stricknadel (die lag dort gerade herum) oder einem Stift können die schmalen Streifen in die richtige Richtung dirigiert werden. Zum Schluss liegt meine Karte dann so platt da.

Die Karten für meine Kolleginnen kaschierte ich auf der Rückseite mit einem Bogen Druckerpapier und schnitt sie auf Briefumschlaggröße zu.

Als ich wieder zuhause war dachte ich mit, ich hätte die Karten einfach so lassen sollen, denn hier standen die ersten Versuchskarten noch auf meinem Arbeitstisch als Stillleben.

 

 

 

Und ganz zum Schluss erinnerte ich mich, dass es Zeiten gab, in denen ich als Kind Fasching und Karneval geliebt habe. Gemeinsam saßen wir als Familie am Fernseher und sahen uns die Übertragungen aus Mainz, Köln und Düsseldorf an. Und bei einem dieser Anlässe hörte ich Ende der 1960er zum ersten Mal DAS Heilerlied von mit Ernst Neger neu interpretiert, was inzwischen Kulturgut ist:

Wer hat seinem Kind noch nicht Heile, heile Gänschen vorgesungen?
Ich schon!!
Karneval kann doch zur Gesundheit beitragen!

Doch ein paar Vorsätze für 2015

oder …

Ich tu mir was Gutes!

Das Jahr hat inzwischen schon den ersten Monat hinter sich und die meisten, typischen Vorsätze zum Jahreswechsel sind wahrscheinlich Schnee von gestern. In den Fitness-Studios ist man wieder unter sich und das Verhältnis von Joggern und Hunden auf den Feldwegen stabilisiert sich zurück zu 1:2, dem Vorjahresstand.

Ich hatte mir zum Jahreswechsel für 2015 nichts vorgenommen, doch mit den ersten Tagen des neuen Jahres entwickelte sich der

Vorsatz 1:

Ich wiederhole mein Jahresprojekt 2012:

Mach Platz für Neues!

Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung und am Jahresende war meine Wohnung, der Keller und die Garage deutlich geleert und aufgeräumt.
Die Aufgabe ist, jeden Tag muss ein Stück aus dem Haushalt raus, das länger als zwei Jahre ungenutzt im Schrank liegt, die Regale verstopft oder zwecklos Kisten füllt. Von über 1000 kleinen und großen Teilen hatte ich mich 2012 getrennt. Viele Dinge verschenkte und spendete ich, manches konnte ich verkaufen. Der Mülleimer oder der Wertstoffhof waren die letzte Alternative. Bei einigen Dingen kamen mir auf dem Weg zum Mülleimer Bedenken („Das ist doch viel zu schade!“) oder Ideen zum neu verwerten.

Die erste Zahl der Neuauflage dieses Projekts ist 179!
182 Teile „zogen“ im Januar aus, drei Teile zogen ein – alles dokumentiert und so komme ich zu meinem nächsten Vorsatz,

Vorsatz 2:

Tu dir was Gutes, solange du dich noch hast!

Diesen Spruch hörte ich vor Jahren von einer ehemalige Nachbarin. Ich fand ihn lohnenswert zu notieren und platzierte ihn, gut sichtbar, am Bildschirm meines Rechners, bis ich ihn verlor, ohne die Aussage umgesetzt zu haben. Nun fand ich das Post-it auf der Suche nach dem Entsorgungsstück des Tages zwischen meinen Mal- und Zeichenutensilien und wertete es als ein Zeichen!
Mein Ziel ist jeden Tag etwas kreatives für mich zu unternehmen:

  • zeichnen
  • malen
  • schneiden
  • falten
  • kleben
  • eine Ausstellung oder Galerie besuchen

Unterrichtsvorbereitung für den Kunstunterricht zählt nicht!
Stricken und Häkeln zählt auch nicht!
Nähen zählt auch nicht! Oder vielleicht doch? Ich glaube, diesen Punkt muss ich noch überdenken, vor allem weil ich meine im Sommer gekaufte Overlock-Maschine immer noch nicht ausprobiert habe! Was für eine Schande!!

Damit ich diesen Vorsatz nicht gleich wieder verwerfe und vergesse fing ich auch gleich damit an ihn zu gestalten, so groß, dass er gut sichtbar ist und nicht wieder so einfach verloren gehen kann. 😉

 

Der Entwurf

 

Das Riesen-Post-it in Arbeit

Außerdem habe ich mir wieder eine Bahncard zugelegt und werde sie benutzen. Es gibt noch so viele Plätze, die ich gerne sehen möchte.

Die nächste große Reise kommt bestimmt.

Weihnachtskarten – Edition 2014

oder …

Noch sieben Tage bis Weihnachten

Meine Weihnachtskarten für dieses Jahres sind fertig ausgedruckt, geschnitten, gefaltet, geklebt, …

… eingetütet und zum größten Teil schon verschickt.

Eine etwas andere Karte sollte es dieses Jahr sein. Entsprechend hatte sich das Chaos auf meinem Wohnzimmertisch ausgebreitet.

Ich schwankte zwischen einer echten Bastel-Schnippel-Klebekarte und einem Ausdruck einer selbst gemalten und gedruckten, um diese dann weiter zu schnippeln und zu kleben. Im Ergebnis sollte auf jeden Fall eine Klapp-kreuz und quer-Faltkarte herauskommen, die auf jeder Faltposition etwas Neues von sich gibt.

Die ersten Entwürfe schnitt und klebte ich aus den Papieren meines Papierschatzes. Als ich dann hochrechnete wie viel Zeit dann jede Karte benötigen würde cancelte ich diesen Produktionsweg.

Halb fertiger Entwurf der geschnippelten und geklebten Karte

Zum Glück! Ich genoss die Stunden einfach so vor mich hin zu malen, ohne mir vorab Gedanken zu machen, wie alles später vervielfältigt werden kann. Scanner machen zwar selten das, was sie machen sollen, aber es gibt ja noch die Kamera.

Original-Aquarelle der vier Seiten der Weihnachtskarte

Nachdem ich mich für die Variante Malen und Ausdrucken entschieden hatte erledigte der Scanner seine Arbeit, ausnahmsweise wie ich man es von ihm erwartet – ruck zuck!
Die zweite Runde mit diversen Druckern lief nicht problemlos ab. Ich bin mit der Qualität des Ausdrucks auch nach der x-ten Modifizierung des verwendeten Laserdruckers nicht zufrieden.
Als drittes musste auch bei dieser Karte geschnitten und geklebt werden, was einfach Zeit brauchte.

Das Ergebnis sieht, mit den Abstrichen bezüglich des Druckers, so aus, wie ich mir die Karte vorgestellt habe – mit allen Funktionen, bzw. Ansichten!

 

 

 

Wer diese Karte nacharbeiten möchte, einfach fragen!

Weihnachtskarten selbst hergestellt

oder …

Karten von vergangenen Weihnachten

Vor mir liegt der Ordner voller Grußkarten mit denen meine Familie in den letzten Jahren Grüße zu Weihnachten, oder, wenn ich spät dran war, zum Neujahr verschickt hat. Noch fehlt mir eine Inspiration für die Weihnachtskarten-Edition 2015.

Es gilt die Regel:
Außer Papier, Bastelmaterial, Umschlag und Briefmarke wird nichts gekauft!

2013
gingen Faltsterne auf Reisen

2012
gab es einen Neujahrsgruß mit Kater – Aquarell eingescannt und auf Pergamentpapier gedruckt

2011
machte mir eine quietschebunte Grußkarte kurz vor dem Abschicken doch etwas Bauchweh!

Dazu entwickelte sich eine alternative Karte aus den Resten!

2010
musste es schnell und flott gehen, da meine Schule zusätzlich 100 Stück brauchte. Ganz einfach, Faltschnitt in grün und gold.

Die ersten 50 Stück hatten jedoch einen kleinen Schreibfehler, einen zum weinen 😉
Das „h“ hatten meine Schülerlein vergessen!!

2009
erschienen Sterne auf einer Falt-Klappkarte in weiß, rot, gelb – eine schöne Karte zum Aufstellen. Vielleicht poste ich die Anleitung dazu noch.

2008
ging ein Engel auf einer Wolke auf Reisen und leider habe ich von dieser Karte nur noch die Vorlagen und kein fertiges Exemplar 🙁

2007
war keine Zeit zum Basteln, aber zum Fotografieren. Ich verschickte einen Weihnachtsstern auf Pergament und sprenkelte ein wenig Blattgold auf die Bildmitte.

2006
inspirierte mich ein Spruch zu einer Karte mit Engelsflügel und Federn.

2005
leuchteten Sterne in rot und gold, geschnitten, ausgestanzt, mit Draht umwickelt, … von den Weihnachtskarten und innen ein Gedicht von Hermann Hesse.

2004
fehlt in meiner Sammlung, keiner kann sich erinnern und demzufolge muss es ein Zwischen-den-Jahren-Modell gewesen sein.

Nachtrag: Es war eine Karte in Serviettentechnik, sagt meine Freundin.

2003
erschien eine Weihnachts-Sternschnuppe aus Glasperlen, Pailetten und Sternchen am blauen Nachthimmel

Jede Menge Entwürfe lassen sich in meinem Ordner mit den Weihnachtskarten finden, auch einige an die ich mich fast nicht mehr erinnern konnte.

 

Mal sehen, was ich dieses Jahr hinbekomme.

Wie versendet ihr Weihnachtsgrüße?

Wie Lose zu Fischen werden

oder …

Manchmal läuft es auf die Schnelle und dann doch wieder ganz anders

Unsere Tauchabteilung des Sportvereins vor Ort hat sein 40jähriges Jubliäum dieses Jahr, es darf gefeiert werden und eine Tombola mit Losen soll es geben, aber bitte nicht 08/15.
Letzteres so entschieden und in meine Hände gelegt – „Du hast doch immer die tollen Ideen!“ – zweieinhalb Wochen vor der Veranstaltung.

Ich schlage vor die Lose als Angelspiel anzubieten und habe gleich ganz schlechte Karten:
Taucher und Angler mögen zwar beide Fische, aber die einen zum gucken und die anderen zum fangen/essen.
Nicht kompatibel, geht gar nicht.

Ich schlage die Alternative Dartscheibe vor, da es ja doch auch Taucher/Fischer mit Harpune gibt.
Die Reaktionen zeigen mir schnell – Keine gute Idee!

Okay.
Durchatmen.
Hilft nicht.

Kurze Trotzidee: Vierzig numerierte Äpfel zum Apfelschnappen im großen Bottich.
Wir bekommen so schnell keinen Bottich in der Größe, also gecancelt.

Ich hänge, während die Festplanungstruppe schon einen Schritt weiter bei der Verköstigung ist, immer noch in der Schleife:
Boah, nee! Und dazu die Blicke von wegen ‚Du schaffst das schon‘!

Drei Tage später, während einer Facetime-Session mit meinem Sohn, der momentan nicht gerade um die Ecke lebt, schildere ich ihm diese vermaledeite Losgeschichte. Immer noch überzeugt, dass Fische als Losträger optimal sind schnippel ich vor der Kamera aus einem Papierfetzen Freihand einen Fisch, haue mir dem Locher ein Loch für ein Losröllchen hinein und stecke ein entsprechendes Teil hinein.

Sohnemann ist überzeugt.
Einziger, nachvollziehbarer Einwand ist das Loch für das Losröllchen.  Am Auge sitzend ist das Ganze nicht optimal. Aber als Flosse, optimal.
Wahnsinn, was so via Facetime-Video so über ca. 9300 km besprochen werden kann!!

Eine Nachtschicht folgte mit Aufzeichnen und Ausschneiden. Zum Glück bot das Fernsehen ausnahmsweise ein unterstützendes Programm.

Zuletzt setzte ich dann doch noch aus Locherresten Augen auf die Fische.

 

Das Jubiläum wurde gefeiert und dann wurde nichts mehr aus der Verlosung. Bevor es soweit war stolperte ich, fiel, rettete zwar das Glas in meiner Hand, aber nicht meine Knochen.
Die Verlosung wurde vertagt.

Zum Glück hatte ich mir nichts gebrochen, aber ich war genug außer Gefecht gesetzt. Profitiert hat dadurch meine Schule. So hatte ich Muße mich um all die anderen Festprogramme und Verabschiedungen zu kümmern, die zum Schuljahresende anlagen.

Weihnachtskarten – Edition 2013

oder …

Sterne gehen auf Reisen

Letztes Jahr, 2012, verpasste ich es pünktlich vor Weihnachten meine Weihnachtspost auf den Weg zu bringen und es gab meinen traditionellen Jahresrückblick für meine Familie, Freunde und Bekannten „zwischen den Jahren“ ohne die dafür vorgesehene Verpackung.
Nachdem die Bestandteile dieser verpatzten Weihnachtskarte ein Jahr Zeit hatten sich zu Entwickeln, Abzuhängen, … , und zu Verstauben 😉 sind sie jetzt, mit aktuellem Jahresrückblick, fertig verpackt tatsächlich noch vor dem 4. Advent auf Reisen gegangen.

 

Die Idee

2012 hatte ich einen Faltstern umgesetzt und darüber hier (klick zum Post) berichtet.

Nachdem ich etliche dieser Sterne geschnitten, geklebt und gefaltet hatte und diese zum Lagern zusammengefaltet in eine Plastikbox stellte, kam mir der Gedanke: lauter kleine Tannenbäume.

Jeder Tannen- oder Weihnachtsbaum muss an der Spitze einen Stern haben. Dafür besorgte ich mir Büroklammern in Sternform.
Und passend zur Höhe der gefalteten Sterne fand ich nach langer Suche quadratische Umschläge.

Zum 3. Advent holte ich Sterne, Sternbüroklammern und Umschläge aus den tiefsten Tiefen meiner Regale heraus und fragte mich: Wie bringe ich das alles dieses Jahr auf den Weg?

Die Basiskarte

Keine Weihnachtskarte ohne ein Gedicht, Zitat oder Spruch.
Ich entschied mich für diese Karte und dieses Jahr für einige Worte des Malers, Philosophen und Dichters Khalil Gibran:

Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht.
Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt.

 

Die Herstellung der Karten

Drucken, schneiden, falten, eintüten. Adresse und Briefmarke drauf und los geht es!

Fehlt nur noch der passende Platz für den Jahresrückblick!

 Im ersten Versuch wird noch in Form gefaltet. Geschnitten und gefaltet passt alles!

 

Meine Sterne sind nun alle auf der Reise. Ab Montag werden sie sich dann hoffentlich in ihrem neuen Zuhause entfalten können.

Sternenregen

oder …

Stars on the line

Pünktlich zum 1. Advent kümmerte sich meine Klasse um die Weihnachtsdekoration im Schulhaus.

Erste wichtige Aufgabe:

Die Sternenketten an die Decke des Treppenaufgangs in unserem Schulgebäude anbringen! Und da hängen sie wieder!

 

Letztes Jahr hatten meine Schüler noch Unterstützung von Schülern meiner letzten Klasse gehabt – eine Generation gibt ihre Erfahrungen an die nächste weiter. Dieses Jahr waren sie auf sich selbst gestellt und mussten sich erinnern, wer was wann und wie gemacht hat. Oh meine Nerven! 😀

Wie in den letzten 15 Jahren pendeln, drehen und bewegen sie sich wieder, viele Sterne, im Luftzug eines geöffneten Fensters oder dem Rückenwind stürmender Schülerscharen.

 

Was man dazu benötigt?

  • Etwas Geometrie zum Zeichnen eines Sterns mit sechs Zacken. Diesen habe ich im Fotokopierer in zwei weitere Größen verkleinert kopiert.
  • Laminierfolie um die Kopien einzuschweißen. Daraus werden die Schablonen für die Sterne geschnitten. Bei einer Klasse mit 22 Schülern reichen sechs Schablonen.
  • Plakatpapier und Plakatkarton in verschiedenen Grau- und Silbertönen.
  • Bleistift zum Umfahren/Aufzeichnen der Schablonen.
  • Scheren.
  • Viele fleißige Hände zum Ausschneiden. Vielen Dank auch an Kolleginnen und Kollegen für ihre Unterstützung!
  • Eine Nähmaschine mit weißem Ober- und Unterfaden. Damit werden die Sterne in unterschiedlicher Anzahl hintereinander zusammen genäht.
  • Büroklammern zum Aufhängen.
  • Leitern
  • In Deckennähe gespannte Drahtseile.
  • Und, unverzichtbar, eine Schiebehilfe, zum Beispiel eine Teleskopstange.

 

Beim Aufhängen und Nähen blieb keine Zeit um Fotos zu schießen. So wie wir neue Sternenketten genäht hatten wurden sie aufgehängt und neue produziert:

„Ey, wir brauchen noch ein Fünfer!“,
„Alter, was hast du da gemacht? Kannst du nicht bis acht zählen? Das sieht doch Sch… aus!“
„Frau Brinker, schicken Sie den Paul (Name geändert) weg! Boah, der macht nur Stress.“
„Was guckst du? Hol ’nen Dreier, aber flott.“

Zum Schluss hängte diese Gruppe noch eine Reihe kurzer Sternenketten ans Ende des Flurbereichs, der zur Schulleitung führt.

Im Klassenzimmer wurde parallel an der Fensterdekoration gefaltet und der Pappweihnachtsbaum von IKEA aufgebaut, wobei sogar Weihnachtslieder gesungen wurden!!! Unaufgefordert!

Und tatsächlich arbeitete der/die eine oder andere zur Abwechslung doch tatsächlich am Tagesplan für die Schule weiter 😉
Der Rest wäre ja auch Hausaufgabe gewesen – wie lästig!

 

Was mich all die Jahre immer wieder freut ist die Tatsache, dass die Sterne tatsächlich zum allergrößten Teil hängen bleiben. Neue Schüler meinen zwar immer wieder, wie auch dieses Jahr: „Das hängt nicht lange!“ doch Schüler Alis derbe Antwort: „Verp… dich, Alter!“ setzte deutlich Maßstäbe. Wenn Schüler aktiv beim Gestalten mithelfen achten sie auch auf ihr Werk.

Teelichthülle aus Pergament – der Prototyp

oder …

Die Jahreszeit der Kerzen beginnt

Morgens aus meiner Baustelle geflüchtet hatte ich mich, vor meinem Unterrichtsbeginn, in die Schule gerettet. Als fünf kräftige Handwerker sich den begrenzeten Raum auch noch mit Maschinen und Material zu teilen anfingen war es zum Platzangst bekommen. Nichts wie weg! Und bloß den Leutchen nicht im Weg stehen, sie sollen ja fertig werden! 😀

Mit auf dieser Flucht war ein Stapel Pergamentpapier, Reste von meinen Hochzeitskarten (ich bin inzwischen länger geschieden, als ich verheiratet war 😉 ) – ein so tolles Material, dass ich mich über die Jahre davon nicht trennen konnte. Auf der Suche nach ganz was anderem fiel mir dieser Stapel wieder in die Hand und bevor dieser 30 Jahre alt wird wollte ich mich nun endlich auch davon trennen, am besten indem ich etwas daraus entstehen lasse.

So saß ich denn viel zu früh in der Schule. Der Kopierer streikte. Alles andere war schon vorbereitet. Was tun?

Hmm. Tja. Daumen drehen. Schwätzchen hier. Tee trinken. Schwätzchen da. Och, ich könnte ja mal wieder einen Kaffee trinken. Und dann kam die Idee auf dem Weg zur Kaffeemaschine, als ich ein Teelicht auf einem der Lehrertische stehen sah:

Teelichthüllen

Google bemüht nach Anleitungen. Doch ich suchte nach Modellen ohne Schnickschnack, Bändern, Schleifchen, Aufkleber, … – vergeblich.
Also, selber denken, hirnen, ausprobieren mit normalen Papierresten.
Mein Hauptproblem:
Wie bringe ich einen Papierstreifen so zusammen, dass er, rund zusammengefügt, auch rund stehen bleibt?

Die Urtypen


Die ersten Exemplare testete ich im Schulsekretariat, denn auch da brennen schon (da Nordseite) die ersten Kerzen. Schwupps, die ersten Hüllen drübergestülpt, getestet und diese beiden Exemplare verworfen.
Zuhilfe kam mir dann ein gefundenes 5-Cent-Stück auf dem Schulhof.

Der Prototyp

Material:

  • Pergament 31 cm x 12,5 cm
  • Schneideunterlage
  • Schneidemesser
  • Maßband oder Lineal
  • 5-Cent-Stück

 

 

Mein Vorgehen in Bildern:

 

Auf einer Schmalseite oben und unten zwei Halbrund schneiden

 

Auf der gegenüberliegenden Schmalseite zwei Schlitze schneiden

 

Wellen freihand geschnitten

 

 

Zum Schluss fehlt nur noch ein Teelicht. Zum Fotografieren stellte ich das Teelicht ohne Glas in die Pergamenthülle.

Für den täglichen Gebrauch empfehle ich allerdings die Verwendung von einem Kerzenglas! Es ist einfach sicherer.