oder …
Lösungen finden
Ich räume, seit Jahren, in allen möglichen Varianten und Vorsilben, in Sprache und Tat. Ob ab-, auf-, aus-, um-, ver-, vor- oder weg, ich räume.
Genau ein Jahr ist es her, dass ich in meiner Wohnung die Nutzung zweier Räume tauschte – Link. Lange genug hatte ich die Machbarkeit durchdacht, bis ich dann spontan begann. Das Ergebnis hat sich als alltagstauglich erwiesen und es entwickelten sich Ideen für weitere Veränderungen. Das große Ziel: Übersicht in meinem Hab und Gut und zwei renovierte Zimmer mit neuen Fußböden. Letzteres liegt noch in weiter Ferne.
Bis zur aktuellen Fortführung blieb ich bei meinen wöchentlichen Besuchen vom Wertstoffhof, füllte Boxen für die Möbelhalle von Campus Mensch und Kartons für den Second-Hand-Laden. Das tat gut, doch das eigentliche Übel verschwand nicht vor meinen Augen – unverrückbare, raumfüllende Stauraum-Monster. Inzwischen zur Hälfte geleert entschied ich mich in der Vorwoche, es muss weg. Jetzt!
Tatsächlich dauerte es keine Woche von der Entscheidung bis zur Erledigung, denn der Abholungstermin kam völlig überraschend. Einen Tag nach dem Besichtungstermin vom Gutachter der Möbelhalle musste ich morgens verflixt flexibel sein. Sie wollten in drei Stunden zum Abbau kommen. Meine ungewohnte morgendliche Hektik machte die Kater so nervös, dass einer über das Katzenklo pinkelte und der andere sich übergeben musste.
Letztlich schaffte ich es alle Fächer in zweieinhalb Stunden zu leeren. Punktlandung! Die letzte Box stand an ihrer Übergangsstelle, als es schon an der Tür läutete. Der erste Kommentar der Möbelpacker: „Oha!“ und der zweite: „Das wird dauern!“ Sie benötigten eineinhalb Stunden für das Zerlegen und Abtransportieren.
Meine Erleichterung, das Ungetüm loszuhaben, war und ist unbeschreiblich! 5 Kubikmeter Stauraum sind Geschichte. Sie entsprachen dem Inhalt eines handelsüblichen Containers.
Und nun?
Ein Zurück gibt es nicht.
Ich könnte zwar den ganzen Kladderadatsch in den Keller oder die Garage schichten, doch es scheint mit denkbar ungemütlich sich zwischen Getränkekisten, Eingemachten und anderem Gedöns die Kleidung für den nächsten Tag herauszusuchen.
Als erste Lösung zog der Kleiderständer für die Winterjacken in die Wohnung. Somit lag meine komplette Garderobe an einem Ort. Einen solchen Überblick hatte ich noch nie und damit ideale Voraussetzungen für die folgende Überlegung:
Brauche ich all das wirklich?
Eine Frage, die sich ab jetzt öfters aufdrängte.
Kleidung ist eine dankbare Kategorie für den Einstieg seine Habe zu sortieren. Unterkategorien lassen sich einfach bilden, zudem gehen diese nicht ins Unendliche. Als Beispiel, die Unterkategorie Socken, die ich jetzt in Wollsocken, Sportsocken, Sneakersocken und Strümpfe aufteilte, was für meine Belange ausreichte. Es gibt zwar noch Overknees, Stulpen, etc. doch darunter gibt es nicht mehr arg so viel mehr, für das es sich lohnt eine eigene Box zur Verfügung zu stellen.
Zurück zum Kleiderständer – Kategorie Oberbekleidung – mit den Winterjacken. 50% der Winterkleidung wird neue Wege gehen, ein Teil in den Second-Hand-Laden, der andere in die Kleiderkammer vom Roten Kreuz oder der Diakonie. Das machte Platz für die leichteren Kleidungsstücke. Die hatte ich im Frühjahr schon ausgedünnt, nach dem gleichen Prinzip, teils verkauft, teils verschenkt. Übrig blieben jede Menge Bügel, die niemand wollte, eine Sache für den Wertstoffhof.
Ich weiß jetzt ganz sicher, ich benötige keine weitere schwarze Leinenhose!

Nächste Kategorie: Shirts, mit Ärmeln, ohne Ärmel, Halbarm.
Für die gab es inzwischen Platz in einer Kommoden-Schublade. Teile mit Schäden hatten keine Chance gefaltet und dort hineinzukommen.
Ärgernis: Ich bekam keine passenden Schubladenteiler zu kaufen.
Der Weg vom Ärgernis zur eigenen Lösung dauerte eine halbe Runde mit dem Staubsauger. Meine Sammlung mit Holzleisten stand im Weg, die beim Beiseiteschieben etwas durcheinander kamen. Ich rückte sie gerade, hatte eine Leiste in der Hand und es machte „Pling“ im Kopf. Staubsauger abgelegt.
Ich musste kein Material kaufen. Es war alles vorhanden. Papier und Pappe hatte ich erst vor gut zwei Monaten sortiert.
Schubladentrenner nach Maß

Material:
- Graupappe in 2mm oder 3mm Stärke
- schmale Holzleisten oder Vierkanthölzer
- Holzleim
Werkzeuge:
- Bandmaß
- Bleistift
- Fein- oder Japansäge (optional eine Schneidlade, als Sägehilfe)
- Teppichmesser
- Schneideunterlage
- etwas Schleifpapier
Herstellung:
- 4 gleich lange Holzplättchen oder Vierkanthölzer in der gewünschten Höhe des Schubladenteilers zusägen.
Meine Holzleisten waren aus Sperrholz, 3mm dick und 27mm breit. Als Höhe wählte ich 60mm.

- die ausgefransten Kanten etwas abschleifen
- 2 Stück Graupappe in der Hölzchenhöhe zuschneiden.
Die Breite errechnet sich aus aus der Materialstärke der Graupappe (bei mir waren es 2mm) und 2 x der Breite der Holzplättchen.
Daraus ergibt sich: 27mm + 27mm + 2mm = 56mm - jeweils zwei Holzplättchen auf das Stück Graupappe kleben und einen Spalt lassen, dass der Graupappenstreifen Platz hinein passt. Pressen und trocknen lassen.
- 1 Streifen Graupappe in der Höhe der Leisten zuschneiden.
Die Länge ergibt sich aus der Schubladenbreite (bei mir 360mm) minus 2 x der Materialstärke der Graupappe:
360mm – 4mm = 356mm

- falls der Streifen zu lang sein sollte vorsichtig kürzen. Abschneiden geht immer, dransetzen nicht! Ich musste mir ein zusätzliches Stück Graupappe an eines der Stücke kleben, damit es Halt bekam.
Das Ärgernis Schubladenteiler hat sich hiermit aufgelöst.
Die Holzleisten, die eigentlich Hilfsmittel zum Weben sind, dezimierten sich weiter bei der nächsten Kategorie, die ich zusammensuchte und einen Platz benötigten: kleine Taschen und Beutel.
Ein Korb wurde seinen bisherigen Inhalt los, er passte für die neue Bestimmung zu perfekt. Leider kippten die daneben stehenden Taschen durch die offenen Seitenteile des Regals immer wieder weg.
Die nächste Leiste musste nur halbiert und leicht abgeschrägt werden und schon klappte die Wegfallsicherung.

So puzzle ich mich durch meine Habe, doch wie gesagt, Kleidung zu sortieren und loszulassen ist die leichteste Übung. Vor allem ist schnell ein Ergebnis zu sehen! Richtig schwierig wird es – bei mir – wenn es an den Fundus für all mein Tun geht! Der hat nun teilweise auch keine Bleibe mehr oder verteilt sich an allen möglichen Orten. Das Sammelsurium möchte ich in diesem Zug auch einmal zusammenbringen. Dazu fing ich nebenbei ganz klein an:
Handarbeitsnadeln, Unterkategorie: Stricknadeln, Gruppe: Rundstricknadeln
Unglaublich, was ich alles zusammengesammelt bekam, nachdem ich wirklich jede Kiste, jede Box, jeden Beutel in der Hand hatte. Rundstricknadeln lassen sich zudem wunderbar zweckentfremden, weshalb ich auch andernorts welche fand. Durch Haushaltsauflösungen kamen in den vergangenen Jahr auch noch etliche Materialien und Werkzeuge dazu, darunter auch Nadelspiele. Am Ende sprengte die Sammlung das Fassungsvermögen der bisherigen Nadelkiste. Dabei hebe ich die von mir am meisten genutzten Stärken schon in einer Extradose auf.
Eine Lösung fand sich in einem Stoffbündel, das ich vor Jahren von meiner Schwiegermutter genäht bekommen hatte. Ursprünglich waren darin Besteckteile aufbewahrt gewesen. In den Fächern fanden nun meine Rundstricknadeln einen Platz, teilweise prall gefüllt, doch ordentlich sortiert. Die Lösung ist nicht optimal. Bis ich Zeit habe das Teil zu optimieren sind die Nadeln jedoch bestens darin aufgehoben.
Stoff und Borte sind mindestens 100 Jahre alt. Vielleicht sind sie zu schade für diesen Zweck. Ich finde es eher schade, wenn diese Dinge nicht benutzt werden.


Ansonsten …
- … gab es Gartenzeit, auch ein wenig zum Erholen, Energie aufladen, zur Ruhe kommen
- … entstand ein Tomatensalz
- … warte ich, dass der Schreiner aus dem Urlaub zurück kommt
- … ist es mir kalt, sobald die Sonne hinter den Bäumen verschwindet. Die Nicht-mein-Wetter-Zeit hat begonnen
- … gönnte ich mir etwas Ausgang und Ausklang am Freitagabend, während die Kater das Strickwerk oder Balkonien hüteten

Morgen geht es weiter.
Ohrwurm der Woche
Musik, 9. Klasse, vom Rock zum Rap – mit Run DMC ft. Aerosmith bin ich zum Schuljahresbeginn häufig in dieses Thema eingestiegen (alternativ, je nach Alter und Entwicklung der SchülerInnen auch Alphabet St von Prince)…
Was mir das Wochenende bringen wird?
Es wird sich zeigen.
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot