oder …

den passenden Rosafarben auf der Spur

Eine Herausforderung, mein aktuelles Großprojekt!

Nicht eine Stelle habe ich am Teppich repariert. Seit Sonntag wird Wolle gefärbt. Dazu verwendete ich vor allem Krappwurzeln, die ich im Frühjahr aus dem Boden geholt hatte. Der Farbtopf kühlte auf dem Herd nicht wirklich aus. Entweder wurde das Färbegut erneut aufgekocht oder es simmerte neues Material in der Küpe.

Stunden und Tage später habe ich die Wurzeln drei Mal ausgekocht und alle Wolle aus dem Beizbad war gefärbt. Die passenden Rosatöne waren noch nicht entstanden und mir ging das Material aus.

Nach dem ersten Farbbad mit Krappwurzeln, von links: frisch gefärbt, beim Spülen, nach dem Spülen
von links: Strang 1-3 aus dem ersten Farbauszug, erste und zweite Färbung, Strang 4-6 aus dem zweiten Farbauszug, erste und zweite Färbung

Mir blieb nichts anderes übrig, als mich ans Spinnrad zu setzen und Nachschub zu spinnen.

Das Spinnwerk muss nun erst einmal in Stränge gewickelt werden und mindestens 24 Stunden in der Kaltalaunlösung liegen, um gebeizt zu werden. Die Pflanzenfarben haften nur über Metallverbindungen in der Wollfaser.

In der Zwischenzeit suchte ich mir schon gefärbte Wollfasern zusammen, um deren Verspinnen ich mich eine gefühlte Ewigkeit gedrückt hatte – zum Schluss mit Unterstützung, denn Angus lag freundlicherweise auf der Box. Das Material war voller Knötchen. Nun ist es endlich auch verarbeitet. Zudem konnte ich meine Augen nach dem ganzen Rosa etwas erholen. Grüntöne erfreuen mich viel mehr. Diese hier sind vergangenes Jahr durch Schilfblüten entstanden, die Rosatöne durch Coreopsis-Blüten

Noch ein Färbeversuch

Im Garten hatte ich meinen halb vertrockneten Salbei geschnitten und damit versucht ein Stück Bettleinen zu färben. Das klappte nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte, trotzdem ich es vorher heiß mit Alaun gebeizt hatte. Der Farbsud, die Küpe, sah nach dieser ersten Nutzung noch reichhaltig aus, dass ich sie noch zwei Mal benutzte um Kammzüge aus Islandwolle zu färben. Erfreulicherweise klappte das viel besser.

Der Kammzug aus der ersten Färbung (nach dem Leinentuch) ist inzwischen gesponnen, der zweite kommt Sonntag auf die Spindel.

das Bettleinenstück und, gesponnen, die erste Färbung mit Wolle und im Strang die zweite Färbung mit dem Salbeiauszug

Ein Sonntagsausflug

In der Zeitung hatte ich eine Ankündigung zu einer Veranstaltung im Haus der Handweberei in der Nachbarstadt entdeckt – eine Vorführung des dort stehenden Jacquard-Webstuhls. Das machte mich neugierig, zudem Sindelfingens Geschichte eng mit der Handweberei verbunden ist. Link

Gezeigt wurde nicht nur wie an einem solchen Webstuhl gearbeitet wird, sondern auch die Herstellung der notwendigen Lochkarten für das Muster, wie diese Karten verbunden werden und aufgehängt.

So ganz nebenbei erfuhr ich, dass sich in diesem Gebäude regelmäßig, ein Mal im Monat, eine Gruppe von Spinnerinnen trifft. Wunderbar! Nächste Woche findet das nächste Treffen statt.

Im Anschluss wäre ich gerne noch etwas länger durch die Sindelfinger Altstadt gelaufen, wenn da nicht der Garten und die Gießkannen gerufen hätten.

Ansonsten

Ohrwurm der Woche

Fury and the Slaughterhouse …

Was mir das Wochenende bringen wird? … Ich erwarte Besuch von Freunden, so lange darauf gewartet und die Stunden gemeinsam werden wahrscheinlich wie im Flug vergehen.

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminro

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