oder …

ein neuer Webkamm aus Großvaters Zigarrenkiste und anderes Verwertetes

Vom im Mai fertiggestellten Brennnesselgarn wollte ich ein Ergebnis sehen. (Link und noch ein Link zu den Vorarbeiten) Viel Material war nicht aus meinen im Winter geernteten Stengeln herausgekommen, doch ich war mit den knapp 150 Metern zufrieden. Es stellte sich die Frage, ob ich damit stricken oder weben würde. Ich entschied mich für ein gewebtes Band. Dafür benötigte ich jedoch ein kontrastfarbenes Material. Der Versuch einen Strang mit Olivenblättern zu färben blieb erfolglos, ebenso lief es mit Schöllkraut. Deshalb nutzte ich schließlich eine tanninhaltige Lösung in die ich noch etwas Eisenoxid gab. Perfekt!

Für den Bandwebstuhl reichte das Material nicht und ich entschied mich mit dem Rückengurt zu weben. Dafür benötigte ich einen Webkamm und einen passenden hatte ich gerade in Arbeit, aus einer alten Zigarrenkiste meines Großvaters.

Das Garn gefärbt und gewickelt konnte die Kette für ein Band gespannt und in den Webkamm eingefädelt werden. Im Zentrum des Bands drehte ich aus dem naturfarbenen Brennnesselgarn einen dreifachen Faden.

Ich habe schon mit leichter zu verarbeitenden Fasern gewebt! Unzählige Male riss einer der Kettfäden, ich musste Garn ansetzen und die Kette flicken. Trotzdem machte es Spaß mit Material zu arbeiten, dass ich wachsen gesehen hatte.

Alle Ansätze und überstehende Fäden vernäht ist von den Schwierigkeiten beim Weben nichts mehr zu sehen.

Fertig sind 1m 30cm Brennnesselband aus selbst angebauten Nesseln!

Das Material für die Ernte 2026 wächst zum größten Teil noch, doch, so robust Brennnesseln im Grunde sind, die Hitze macht meiner Pflanze zu schaffen. Noch haben die Stengel nicht ihre endgültige Höhe erreicht und ich ging im Wald ernten. Das erste Faserbündel kann weiter verarbeitet werden.

Gartenzeit

Es muss jetzt doch mehr gegossen werden, als mir lieb ist! Die Böden, die kein zusätzliches Wasser erhalten, sind knochentrocken und wenn Regen fällt, dann woanders.

Inzwischen habe ich mich von einigen Pflanzen oder mancher Ernte verabschiedet. Die Zwetschgen – es wären meine ersten von meinem Baum gewesen – vertrocknen vor der Reife, obwohl ich regelmäßig gegossen habe. Bei den Himbeeren und Brombeeren sieht es genauso aus. Schade, ist jedoch so.

Den Strauch mit Jostabeeren erntete ich ab und schnitt ihn auch gleich. Er kam ohne zusätzliches Wasser aus, was bei den Tomaten nicht der Fall ist. Bald kann geerntet werden.

Die Aussaat für das Herbst- und Wintergemüse ist geplant und einiges an Saatgut steckt schon in den Töpfen. Was mir fehlte waren Schilder, denn spätestens nach der dritten Saattüte und dem zehnten Topf ist total vergessen was in welchem Topf steckt.
Mir fiel ein vom Häckselplatz gerettetes Bündel an dünnen Hölzern ein – wahrscheinlich Reste einer halb verrotteten Sperrholzkiste – mit denen ich kürzlich einen Sonnenschutz für die Grünkohlpflänzchen gebaut hatte. Die schnitt ich zuerst in Streifen und später in passende Größen, um sie dann mit einem wasserfesten Stift zu beschriften.

Ansonsten

Chewbacca

Ohrwurm der Woche

Vor einem Jahr begann das tägliche Abschiednehmen von meinem ältesten Lieblingsmenschen, nachdem er als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert worden war …

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

So schön wie traurig dein heutiger Beitrag… Wie liebevoll dieser Webkamm doch gemacht ist. Bei deinen Projekten ist immer so viel Herzblut dabei. Und dann solche Bürokratie, das schmerzt ( selbst mich ein wenig ). Aber die können nicht ermessen, welch inspiratiob du für andere bist.
Drück dich!
🩵lich
Astrid

Im vergangenen Jahr passierte dies schon einmal und es dauerte Wochen und viel Schriftverkehr bis etwas Geld floss. Dieses Jahr liefen die Abrechnungen der ersten beiden Kurse problemlos und beim dritten wieder dieses Heckmeck. Unterstützung habe ich von den Kollegen vor Ort. Mal schauen, wie es weitergeht.
Lieber kümmere ich mich um das nächste Tun. Das Netzknüpfen ist wunderbar meditativ.
Viele liebe Grüße
Karin

Das war aber eine mühsame Arbeit mit den Brennesseln.
Und Regen fehlt an so vielen Stellen. Erstmal kommt auch keiner. Selbst Trockenkünstler kommen damit nicht mehr zurecht, außer wir setzten fast nur noch Sukkolenten.
Ich hoffe, Dein Einspruch kommt durch, schließlich bist Du jetzt freischaffend.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Nina

Da sich die Faserherstellung über einen Zeitraum zog – immer mal wieder ein Schritt weiter – fühlt es sich nicht nach Arbeit an. Aber beim Gedanken, dass früher Tuch für Kleidung aus Brennnesseln hergestellt wurde, ziehe ich meinen Hut!
Die Honorare von Freischaffenden im Bildungswesen sind nicht mit denen in der freien Wirtschaft vergleichbar. Die Bildungseinrichtungen haben ein festes Budget pro Kurs, der unter den teilnehmenden Dozenten aufgeteilt wird. Mehr FortbildnerInnen von extern weniger Honorar für jede/n.
Nun denn, positiv denken und weitermachen. 😊
Viele liebe Grüße
Karin

Den Gedanken, dass Du nicht nur die Schönheit des Bandes, sondern auch die bei Dir gewachsenen Pflanzen siehst, mag ich sehr! So hat es schon eine Geschichte, kaum dass es fertig ist.
Viele liebe Grüße, Carina.

Wegen dieser Geschichte wird dieses Band bei mir bleiben, aber auch benutzt werden.
Beinchen und Arme vom Tierchen sind schon fertig. 😊
Viele liebe Grüße
Karin

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