oder …
eine kalte Woche
Was tun, wenn das Wetter nicht das gewünschte Gartenprogramm zulässt? – Den Fundus sichten, während ich die Fortbildungskisten leere und in den Bestand hinein sortiere. Das Packen der Kisten geht mir eindeutig leichter von der Hand.
Übrig blieben die Brennnesselstengel, die ich nur teilweise während der vergangenen Fortbildungswoche in den Abendstunden zu Schnur verarbeitet hatte. Seit Tagen lagen die Stengel im Arbeitszimmer und das Interesse der Kater daran stieg mit jedem neugierigen Umkreisen. Bevor sie die nun anknabbern konnten machte ich lieber etwas daraus – Fasern!

Seit meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin fasziniert mich die Brennnessel, von der Wurzel, über die Blätter, die Samen und die Stengel, als Faserlieferant. Bloß an diese Fasern heranzukommen ist eine echte Herausforderung, ohne die heftige Chemiekeule auszupacken.
Nun denn, dieses Mal habe ich die trockenen, im tiefsten Winter geschnittenen Stengel, zuerst mit einem Holzhammer geklopft, damit sich die Stengel spalten. Wenn ich Glück hatte – einige Stengel waren schon zu sehr verrottet – konnte ich das trockene, verholzte Mark ausbrechen und die außen liegende Faserschicht abziehen.
Wie das im feuchten Zustand gehandhabt wird beschrieb ich 2021 in einem Blogpost – Link.
Ob frisch oder getrocknet, es bleibt im Verhältnis zum gewünschten Ergebnis viel Kompost- oder Mulchmaterial übrig.

An den abgezogenen Fasern klebten noch Reste der Außenhülle, was ich bei der Herstellung der Schnur ignorierte. Ich kämmte die Baststücke nicht aus, sondern arbeitete mit den Fasern und allen Resten dran weiter, wie ich sie abgezogen hatte.

Beim nächsten Schritt versuchte ich die abgezogenen Bastfasern zu kämmen. Dazu verwendete ich einen selbst hergestellten Kamm aus Dornen der Schlehe, nach einer Anleitung aus einem Online-Kurs mit Sally Pointer – Link zu ihrer Homepage.

Der Ausschuss an Fasern war so groß, dass meine Ungeduld wuchs und parallel dazu die Unzufriedenheit.
Ich entschied mich dann die abgezogenen Streifen mit allem drum und dran mit einem Hakenstöckchen zu Garn zu verdrehen. Mit dem Stöckchen habe ich den Vorteil den Prozess des Verdrehens der Fasern zu steuern, weil ich den Stab von Hand über meinen Oberschenkel bewege – und, siehe da, ich habe vergessen ein Foto zu machen. Die Fallspindel wird schon noch ihren Einsatz bekommen.

Bei den nächsten Stengeln möchte ich nun durchhalten, geduldiger sein. Nach dem Abziehen der Baststreifen lege ich sie nun in Bündeln zwischen meine Hände und rubble die Unreinheiten und die verklebten Stücke heraus, die noch vorhanden sind. Übrig bleibt ein Faserbüschel, das zwar immer noch nicht frei von harten, verklebten Stellen ist, doch es ist brauchbar. Ob ich die Faserbüschel noch kämmen werde wird sich zeigen.

Im Gartenhaus liegen noch weitere Stengel und die nächste Ernte wächst vor sich hin. Das heißt für mich, die werde ich auch noch verarbeiten. Ich bin gespannt, wie viel Fasermaterial ich am Ende habe.
Aus der Küchenwerkstatt
- ein biologisches Pflanzenschutzmittel aus Seife, Rapsöl und ätherischen Ölen angerührt – fotografieren vergessen – das in englischen Gartenanlagen verwendet wird
- Seifenreste eingeschmolzen und neue Seifenstücke geformt – dieses Mal schaffte ich es ohne Anbrennen, aber richtig flüssig bekam ich die Masse nicht.

Gartenzeit
Viel Zeit im Garten verbrachte ich nicht. Mir war dazu einfach zu kalt. Immer wieder gab es heftige Windböen oder kurze Schauer. Die schon abgehärteten Gemüsepflanzen stehen in einem geschützten Bereich auf der Gartenveranda, die anderen trage ich täglich auf den Balkon und abends wieder in die Wohnung. Ich hoffe nur, das kleine Katermonster findet keinen Weg an das junge Grün zu kommen!
Demnächst wird es wieder einen ausführlichen Bericht von meiner Parzelle geben, denn es tut sich einiges auf Parzelle 108.

Ohrwurm der Woche
Dieses Mal ist es eine Entdeckung während der Radiosendung an Christi Himmelfahrt / Vatertag im Sender meiner Wahl (Link), eine Band aus der Mongolei – The Hu. Sie performen zwischen Heavy Metal und Folk Rock in ihrer Muttersprache und nutzen auch Instrumente, die eher traditionell sind. Da kam dann die Metal-Liebe von einst wieder hoch. 😊
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot