oder …

Wo liegt die Entspannung? Im Garten oder beim Strickwerk?

Einmal angefangen musste ich an der Sache bleiben. Bis zum Ende der Woche hatte ich alle über die Jahre gesammelten Brennnesselstengel zusammengebracht. Noch habe ich nicht bei allen das „Holz“, die Scheben, entfernt. Den abgezogenen Bast sammle ich, weil ich noch ein anderes Verfahren zum Herausarbeiten der Fasern ausprobieren möchte. Vielleicht bleiben mir dann mehr, als die bisherigen 10% Ausbeute an langen Fasern. In der Zwischenzeit kümmerte ich mich um den ersten Schwung an kurzen Bast- und Faserstücken. Es war mir zu schade, sie einfach auf den Kompost zu bringen.

Ich packte das Durcheinander auf ein altes Paar Handkarden, das ich von meiner Ex-Schwiegermutter geerbt habe. Ich konnte mich bisher nicht davon trennen, weil es noch komplett ohne Kunststoff hergestellt worden ist. Die Drahthaken stecken in einer Lage Leder, statt in einer Auflage aus Kunststoff. Die Haken sind etwas in die Jahre gekommen, weshalb ich das Kardenpaar nur noch für grobe oder experimentelle Arbeiten verwende. Auf jeden Fall leisteten sie bei den Brennnesselresten gute Arbeit.

Mit jedem Wechsel nach dem Ausstreichen von einer Karde auf die andere wurde das Ergebnis feiner und fluffiger.

Keine langen Fasern aus der Brennnessel, doch dafür ein fluffiges, weiches Fasermaterial, mit dem ich, bei dem Zustand vom Ausgangsmaterial, nicht gerechnet hatte.

Die nächste Überraschung hatte ich, als ich den Faserpuschel in meine Box mit den Arbeitsergebnissen aus Brennnessel packen wollte. Ich muss den Inhalt dringend sichten und neu sortieren. Da stecken inzwischen die Ergebnisse von zehn Jahren drin!

ein Auszug von den Anfängen, mit einer Kordel, bis zum aktuellen Spinnwerk
acht Jahre alte Faser-, Schnur- und Spinnproben

Ich bleibe weiter dran.

Gartenzeit

Den Blogpost zum Stand der Dinge in meiner Gartenparzelle habe ich vertagt. Mein Ziel ist einen zu veröffentlichen, bevor alle Pflanzen in ihren Beeten sind. Viel Zeit habe ich demnach nicht, denn alle Töpfe und Töpfchen mit Gartengrün haben mein Zuhause verlassen, aus der Not geboren. Was mein verfressenes Katermonster auf dem Fensterbrett nicht angeknabbert bekam, versuchten dann die Amseln zu erledigen, als die Pflanzen zum Abhärten auf dem Balkon standen. Deshalb verfrachtete ich – Ankündigung von Nachtfrost hin oder her – die komplette Anzucht auf die Veranda der Gartenhütte.

Seit Dienstag bepflanze ich die Beete. Das Problem, wie jedes Jahr, wohin mit all den Pflänzchen und Pflanzen? Trotz aller Planung muss, auch wie jedes Jahr, freier Platz geschaffen werden. Ich kann einfach kein selbst angezogenes Grün auf den Kompost entsorgen. Deshalb warten die meisten Gemüsepflanzen weiter, doch sie sind zumindest – zum Sonne tanken – von der Veranda ins Hochbeet umgezogen.

Vor der Veranda wuchert es jeden Tag etwas mehr zu. Die Gräser auf der Wiese stehen kniehoch und die Margeriten beginnen zu blühen.

In den Beeten reifen die Erdbeeren und ich konnte die ersten beiden ernten. Eine musste ich leider mit einem kleinen Schleimer teilen.

Die Frühlingszwiebeln blieben allerdings ganz meine. 😊

Strickwerkstatt

Stricken sollte Spaß machen und zu einem tragbaren Ergebnis führen. Ich stehe mehr und mehr mit meinen Strickwerken auf dem Kriegsfuß. Nicht eines flutschte mal so von der Nadel. Liegt es an mir oder an den Anleitungen? Beim aktuellen Werk kam die Entscheidung nach der Anprobe. Ich hatte mich an die Anleitung gehalten, auch in Sachen Passform. Aber nee, das wird ein Kartoffelsack! Ich habe zwar zugenommen, aber so viel nicht!

Ich mag zwar meine Pullover mit etwas Spielraum, aber so viel muss nun wirklich nicht sein, vor allem bei einem T-Shirt. Also wird wieder einmal aufgeribbelt und neu angefangen.

Das Material kann mich immer noch nicht überzeugen.

Ohrwurm der Woche

Es dauerte bis Mitte der Woche, bis die Kälte und der kalte Wind sich verabschiedeten. Seit Donnerstagnachmittag stiegen die Temperaturen stetig, denn … The Sun is Shining …

Macht’s gut, bleibt gesund, frohe Pfingsten und bis die Tage


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

So ein Pflaum! Aus Brennnesseln? Ein bisschen musste ich mich an meine Pappelpflaumdecke denken…
Der Garten sieht aus, als hätte es keinen Winter gegeben! Da wirst du hoffentlich noch mehr ernten als die zwei Erdbeeren!
Hab ein schönes Pfingstwochenende!
Astrid

Erst der Regen, nun die Wärme und es machte im Garten „Plopp“! So schnell komme ich nicht hinterher um dem Wachstum (Herr) Frau zu werden! Es ist trotzdem schön diesen jährlichen Neuanfang zu erleben.
Die Brennnessel ist einfach eine tolle Pflanze! Ich war selbst verblüfft, als aus all dem Ausschuss dann dieses Faserbüschel entstand.
Eine Erdbeere gab es noch zu ernten, die ich zum Menschlein mitnahm. Aber ich rechne mit einer Erdbeerschwemme in den nächsten Tagen.
Viele liebe Grüße
Karin

Ich bewundere deine Brennnesselausbeute. Wow, was haben die Leute gearbeitet, um aus Brennnesseln Stoff zum Nähen herzustellen.

Die Sonne ist auch hier seit Donnerstag am Wirken. Wunderbar. Sie lockt mich in den Garten, so dass mittlerweile alle Pflanzen im Boden sind. Etwas Platz habe ich noch, bin mir aber noch nicht klar, was ich noch setzen möchte. Vielleicht doch wieder Rote Beete? Ich beschränke mich diese Saison auf drei Tomatenpflanzen und werde sie in Kübel setzen. Mal gucken, wie das rauskommt.

Liebe Grüsse von Regula

Brennnesseln zu Fasern zu verarbeiten ist eine Herausforderung und auch ich habe großen Respekt vor den Menschen, die sich in der Vergangenheit dieser Herausforderung stellten.
In meinem Garten sind noch nicht alle angezogenen Gemüsepflanzen eingezogen. Ein paar mehr Tomaten werden es bei mir schon werden. 😉
Frohe Pfingsten und viele Grüße
Karin

Oh ja, die Temperaturen steigen und steigen,gleich soll die offizielle Marke 32°C erreicht haben. Schatten natürlich.
Ich habe gerade noch ein ganz bisschen geharkt, hatte ein altes Daunenkissen im Garten verteilt. Ist auch Horn. Seit Donnerstag arbeite ich immer wieder im Garten, nur alleine das aufarbeiten, was durch die Eisheiligen liegen geblieben bzw gewundert ist. Bei Dir wird das ähnlich sein, wenn ich das so richtig lese.
Bis auf eine Gurke, die ich noch etwas päppeln muss (beim gekauften Pott waren sie nicht vereinzelt worden, aber so klein, dass mir das noch gelang. Nur eine hatte wenig Wurzeln abbekommen…) steht auf der Fensterbank. Und geschnittenes Basilikum aus der Rettertüte wurzelt gerade im Wasser.
Viel Erfolg weiterhin mit den Brennessel. So sehen sie aus, als würden sie auch gutes Dämmmaterial abgeben.
Oder zu einer Matte. Oder, oder…ich bin gespannt.
Frohes Schaffen und schöne Pfingsten samt lieber Grüße
Nina

Ich hoffe gerade, dass meine gepflanzten und noch nicht im Beet gelandeten Pflanzen die heutige Durststrecke überlebt haben – ich war unterwegs zu Enkelinnenzeit und kam erst in der einsetzenden Dunkelheit zurück.
Es ist schon krass, Montag noch die warmen Stiefel im Garten gebraucht und Freitag die FlipFlops an den Füßen.
Ausgekämmte Brennnessel würde ich neverever als Dämmmaterial gebrauchen, aber gehäckselte, gepresste Brennnesselstengel sind tatsächlich zum Dämmen geeignet.
Gute Idee mit den ausgedienten Daunen, aber ich würde sie gut in den Boden einarbeiten.
Viele liebe Grüße und schöne Pfingstfeiertage
Karin

dein allerlei von der brennnessel ist wirklich ein schatz und sieht ganz wunderbar aus. so etwas schätze ich mehr als irgendeine gekaufte deko. ich glaube, ich könnte es gar nicht in kisten packen, sondern würde es mir immer wieder gerne im vorbeigehen anschauen.
dein garten sieht prächtig aus und wie ich dich kenne, findest du noch hier und da ein plätzchen für alle pflanzen. kannst du stroh unter die erdbeeren legen? das hat früher bei mir meist die ollen schnecken abgehalten.
ich wünsche dir frohe pfingstage – hoffentlich mit deinem lieblingsmenschlein!
liebe grüße, mano
ach ja, ich weiß schon warum ich nicht stricke…

Ich kann nicht alle meine Schätze liegen lassen. Irgendwann kommen neue dazu, dann müssen die vorherigen weichen. Auf die Art und Weise sammelte sich das Schatzgut in meiner Nesselbox an. In der lag dann auch noch ein Yuccafaser-Schatz.
Ich kann auch keine Pflänzchen einfach in den Kompost geben. Deshalb habe ich inzwischen drei Beete mit Erdbeeren und hier und da auch eine Erdbeerpflanze zwischen den Rosen. Stroh verwende ich, wobei ich dieses Jahr wohl so viele Erdbeeren haben werde, dass die Schnecken kein Problem sein werden.
Zeit mit dem Lieblingsmenschlein hatte ich heute! 🥰
Schöne Pfingstfeiertage und liebe Grüße
Karin

Liebe Karin,
dein Garten sieht so klasse aus! Und was du aus den Brennnesseln machst ist beeindruckend und ganz besonders.
Die Natur ist nun durch den Regen explodiert und im Garten ist auch bei mir viel zu tun, auch wenn ich kein Gemüse angepflanzt habe. Die vielen Schnecken fressen alle meine Hostas an.
Schön, dass du heute bei der Enkelin warst. Davon kannst du bestimmt ein paar Tage zehren. Wir hatten heute die Familie zum Grillen eingeladen und es wurde so spät, dass ich gerade noch den Garten gießen konnte.
Hab noch einen schönen Pfingstmontag!
Liebe Grüße
Ingrid

Mein Garten ist ein Stück weit eine Wildnis, die mir meistens gefällt. Mit den Schnecken versuche ich mich zu arrangieren und setze gezielt Opferpflanzen ein. Schade um die Zinnien und Tagetes, doch solange sie das Gemüse in Ruhe lassen ist das ok.
Die Zeit mit der Enkelin und der Familie hat mir gut getan und ich hoffe ich sehe sie bald wieder.
So sehr ich die Sonne mag, doch der Gartenboden ist so trocken und noch nicht von den wachsenden Pflanzen beschattet, dass ich mehr gießen muss, als ich es geplant hatte.
Mit vielen lieben Grüßen wünsche ich dir einen schönen Pfingstmontag
Karin

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