oder …

Wie ein Gemischtwarenladen

Termine und Erledigungen standen im Kalender, auf den Listen, an den Kühlschrank gepinnt. Zum Glück ist Papier geduldig – im Gegensatz zu einigen Menschen. Ich ließ mich nicht drängeln und schieben, dafür fehlte mir in dieser Woche der Sinn.

Ich bekam endlich meinen 12tel-Blick auf meinem zweiten Blog – hierundfort – aktualisiert und fand es wieder so schade, wie wenig Gelegenheit und Zeit ich für ihn habe.
Zum Reisen komme ich nicht und das Angesparte investierte ich in diesem Februar, wie im vergangenem Jahr, in die Gesundheit meiner Kater. Schnappatmung bekomme ich keine mehr, wenn mir die Rechnung nach den Behandlungen vorgelegt wird. Ich weiß was kommt und ich habe mich für pelzige Mitbewohner entschieden. Sie kommen in die Jahre, wie ich selbst.

In die Jahre scheint auch meine Garderobe zu kommen, vor allem die Pullover für Lady in Black. Den einzigen, der von den Motten verpönt wurde, schrumpfte ich in der Waschmaschine durch ein falsches Programm. Aus mir unerklärlichen Gründen verströmte der Pullover nach dem Lüften auf dem Balkon ein Aroma nach Basstölpelerbrochenem. YUCK! Nach dem Waschgang hatte er Kindergröße. Ich hätte ihn gleich entsorgen können, denn er riecht immer noch, aber jetzt woanders!
Auf jeden Fall muss ich mich an die Nadeln setzen. Bloß wann?

Nähen und die geplanten Nähwerke bleiben ein holpriges Unternehmen. Richtig in den Fluss bin ich noch nicht gekommen, wobei es zum Wochenschluss etwas besser lief. Weitgehenst von den Anleitungen Abstand genommen klappt es bei mir einfach besser. Die erste Vorderseite für einen Babyquilt ist fertig, fehlt nun die für einen weiteren und zwei Rückseiten.

Resteverwertung

Vorher lenkte ich mich viel lieber selber ab.
Ein wenig Jahresprojekt, ein wenig Garten und vor allem die erste Aussaat! 😀

sorry, unscharf!

Ich habe begonnen den Wein zu schneiden und die erste Hälfte ist geschafft.

Der Bänderwebstuhl ist neu bespannt, auch nicht so wie ich es geplant hatte und mit Fehlern in den ersten Zentimetern. Das Stück kann ich hinterher abschneiden. Eigentlich sollte es ein breiteres Band werden. Dafür stellte ich vor dem Bespannen noch zusätzliche Litzen her. Aber irgendwie verzählte ich mich und sie blieben hinterher übrig. Dann eben für das nächste Band.

Eine Kontrolluntersuchung in der Tierklinik sorgte für Wartezimmerzeit. Zum Überbrücken wickelte ich zuerst die knapp 30 g mit Schilfblüte gefärbte Sockenwolle handlich auf und nahm sie mir für ein neues Häkelwerk mit. Das reicht natürlich nicht für ein weiteres Paar Handstulpen.

Deshalb drückte ich mich weiter vor dem Nähen und suchte meine Spindeln heraus – das musste ich sowieso, stehen doch demnächst Fortbildungen an. Alle Handspindeln sind belegt, doch keine mit Wolle in der Materialstärke, die ich als zusätzliches Material für die Handstulpen weiterspinnen konnte.
Eine schnelle Lösung musste her und Möbelknäufe aus Porzellan sind eine gute Lösung, wenn noch ein passender Stab oder Rundholz vorhanden ist. Zur Not schnitze ich mir einen, dachte ich, hatte aber zum Glück etwas Passendes in meinem Depot.

Zuletzt wurde ich in eine völlig andere Richtung abgelenkt. Mit der Geburt meiner Tochter hatte ich vor Jahren etwas Ahnenforschung betrieben und alle Jubeljahre überfällt mich ein Schub damit weiterzumachen, was mich im Stammbaum immer ein Stückchen weiter bringt. Manche Fäden verlor ich über die Jahre wieder, andere fand ich. Mit dem Tod meiner Mutter habe in ihrem Familienzweig nichts mehr unternommen. Mit ihr ist die letzte lebende Quelle versiegt. Nun bekam ich über eine Plattform einen Hinweis, der mich neugierig machte. Da saß ich wieder am Rechner, recherchierte, entzifferte Handschriftliches, verglich, verwarf und kontaktierte einen „Match“, der vielversprechend klang. Tatsächlich scheine ich mindestens ein weiteres passendes Steinchen für mein Familien“puzzle“ gefunden zu haben – WOHOO! – wie sich bei einem letztlich geführtem Telefonat herausstellte! Was hätte das meine Mutter gefreut! Selbst meinen Vater haben die Informationen mobilisiert. Jetzt bin ich sogar froh, das alte Fotoalbum meiner Tante noch zu haben und werde mir das der Mutter noch dazuholen. In einem ruhigen Moment bekomme ich vielleicht die eine oder andere Familiengeschichte wieder in mein Gedächtnis und miteinander verknüpft. Mal sehen. Auf jeden Fall hat mir dieses Tun gut getan.

Gut taten mir ganz besonders die Nachrichten und das geteilte Mitgefühl Anfang der Woche.

Danke!

Zwei Jahre ist es nun her, als sich meine Mutter von dieser Welt verabschiedete und auch zwei Jahre dieses unsäglichen Kriegs nicht weit von hier! Es sind nur 1.000 km bis zur ukrainischen Grenze! Aber der Arm Putins reicht viel weiter, wie auch der Tod des übergelaufenen russischen Hubschrauberpilots vergangene Woche zeigt – Link zum Artikel von rnd (Redaktionsnetzwerk Deutschland, vom 19.02.2024).

Der Vater hat diesen Tag gut überstanden. Er war in dieser Woche auch ziemlich beschäftigt, dass ich seinen Wocheneinkauf alleine erledigte. Dabei leuchteten mich ein paar Narzissen an, die ich unbedingt mitnehmen musste.

Anderes kam zu mir unverhofft. In der Gartenhütte fiel mir eine Tüte mit der letzten Bohnenernte 2023 in die Hand, Bohnenhülsen, die auf das Palen der Kerne warteten.
Zuhause gab es die nächste Fundsache!
Dazu muss ich erklären, ich suche nicht mehr, sondern finde. Wenn eine (Sachen)Suche länger als eine Stunde dauert breche ich sie ab. Ich notiere mir die Sache in meinem Kalender und lasse die Suche ruhen. Ab und zu schaue ich auf die Findeliste und siehe da, da fand sich doch tatsächlich das Väschen, das ich seit Anfang Februar vermisste – dabei stand es täglich vor meinen Augen, nur nicht wahrgenommen!

Positiv denken und ich streichle meine innere Optimistin, denn ich habe hiermit wenigstens zwei Dinge erledigt bekommen. YEAH!

Neben mir, gleich neben der Tastatur, schnurrt der wiederhergestellte Kater, inzwischen im Wert von einem gebrauchten mittleren Kleinwagen, und ich bin glücklich ihn noch zu haben, so wie ich froh bin hier mein Zuhause zu haben!!! Zwar haben wir in unserem Gebäudekomplex wieder einmal einen Legionellenbefall – dieses Mal sogar mit Duschverbot – aber ich bin mir sicher, dass dieses Problem gelöst werden wird.

Gelesen. Gesehen. Angehört.

125. Geburtstag – Relevanter denn je: Erich Kästner – ein Beitrag mit Podcast in Deutschlandfunk Kultur, vom 19.02.2024

Spuren der Eiszeitjäger in der Ostsee entdeckt – ein Artikel in Archäologie heute, vom 12.02.2024
Mecklenburger Bucht: Vermutlich mehr als 10.000 Jahre alter Steinwall in der Ostsee entdeckt – ein Artikel im Spiegel, vom 13.02.2024

In ZDFinfo mehrfach schon ausgestrahlt und angeschaut – sehenswert:
Bauplan des Bösen: Benito Mussolini – eine Dokumentation, Erstausstrahlung am 23.12.2020, verfügbar bis 30.11.2025

Ohrwurm Mantra der Woche.

Ein guter Freund aus der Vergangenheit, mit dem ich leider keinen Kontakt mehr habe, teilte häufig den Spruch: Wenn dir das Wasser bis an den Hals steht, dann lass‘ den Kopf nicht hängen!
So weit muss es nicht kommen!
Ich habe bewusst nicht das Original-Video hier verwendet. Das beginnt mit einem russischen Sprecher und das brauche ich gerade gar nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=JfZT5PygxrY

Was mir das Wochenende bringen wird?

Nähen! Mit Power!!

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot.

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Kommentare

Ich freu mich, auf diese Weise ein wenig Anteil an deiner Woche mit ihren vielfältigen Beschäftigungen, Gedanken & Gefühlen nehmen zu können.
Übrigens hab ich diese Woche, ich glaube bei Insta, einen Tipp gesehen, wie frau eingelaufene Pullover wieder entschrumpfen kann. Leider nicht gespeichert. Aber es scheint zu gehen.
Aus Köln ein paar Sonnenstrahlen und ein Umärmler!
Astrid

Es war schon eine besondere Woche und es war gut, mich in meinem Tun treiben zu lassen. Jetzt liegt zwar noch mehr Angefangenes herum, aber was soll’s.
Ich glaube diesen Tipp zum Entschrumpfen sah ich auch, aber den Geruch bekäme ich dadurch wahrscheinlich auch nicht raus. Vielleicht hole ich ihn noch einmal aus dem Sack und probiere mich am entfilzen – allerdings nicht hier auf dem Balkon, sondern im Garten. 😊
Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Karin

Basstölpelerbrochenes – Was für ein Vergleich! Leider (oder gottseidank?) hab ich dazu keinen Geruch in der Nase 😉 Ich finde es sehr beruhigend, daß auch Dir ab und an was in der Waschmaschine verrutscht; was hab ich mich schon geärgert über meine Unachtsamkeit, wenn ich die Wolle-Seide-Sachen aus der normalen Wäsche gezogen habe. Gibt es denn wirklich funktionierende Wieder-groß-mach-Hacks? Lg, Lea

😀 das ist auch gut so – es gibt zwei Gerüche, die sich bei mir nachhaltig eingeprägt haben und dazu gehört eben dieser!
Ich habe das Schrumpfprodukt im Sack auf dem Balkon und bin mir unsicher mich daran am Entfilzen zu üben. 🤢 Interessieren würde es mich ja schon, ob das funktioniert.
Wie schade, wenn es Wolle-Seide-Kleidung betrifft! Da würde sich sicher ein Versuch lohnen.
liebe Grüße,
Karin

Manchmal ist wirklich der Wurm drin, so scheint es mir. Gut, dass es auch Lichtblicke gibt, wie Wiederentdecktes, Erfreuliches, Genesene. Ja, die Felltiere könnte man sich von den Summen her auch prahlend vor die Garage stellen… Das kenne ich auch leider nur zu gut. Aber die Freude mit ihnen ist unbezahlbar.
Liebe Grüße
Andrea

Wie sich an diesem Wochenende zeigte ist Chewbacca nicht über dem Berg, die Infektion scheint sich wieder zu melden. Dabei waren die letzten Laborwerte Erfolg versprechend.
Wir werden weiter sehen.
Liebe Grüße,
Karin

Dein Gemischtwarenladen schien ja vielversprechend zu sein und ich wollte schreiben, wie schön und wunderbar (Katze besser, Wolle in verschiedenen Projekten, Garten, Weberei…) und dann lese ich Deine letzte Antwort
Und wiederhole mich: ganz viel Kraft (auch weil sich der Abschied der Mutter jährte)
Fühl Dich wieder umarmt (und weil die Weihnachtspost verschwand, wie leider viel zu oft im vergangenen Jahr, geht jetzt nochmal was raus)
Ganz liebe Grüße
Nina

Das ist lieb von dir, Nina!
Manchmal, wenn ich mich abends umschaue, denke ich, es reicht eigentlich eine Sache zu beginnen und fertigzustellen. Ab zwei Projekten sieht mein Umfeld entsprechend aus. 🫣 Dabei mag ich es übersichtich, inklusive zwei munteren, gesunden, pelzigen Mitbewohnern. Ist nicht so, mache ich das Beste daraus.
Viele liebe Grüße,
Karin

Hallo,
was eine hübsche Idee für eine Handspindel und wie toll das superfeine Garn damit geworden ist. Die Idee muss ich mir merken :-).
Die Sache mit den „Schrumpfpullovern“ kenne ich leider auch. Einer meiner liebsten Isis und ein schönes Tuch hatten, nachdem mein Mann sie gewaschen hat, Zwergengröße. Nun ja, kann ich Neues stricken.

Liebe Grüße
Sabine /Wortgestrick

So geschrumpft bekam ich lange kein Strickwerk. Selbst die bewusst heiß gewaschenen Strickfilze hatten nicht diese feste Qualität. Ärgerlich, aber es ist wieder Platz im Schrank für Neues.
Liebe Grüße,
Karin

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