oder …

Impftermine gestoppt und teilweise Rückkehr der SchülerInnen

Zuerst einmal war am Sonntag Wahltag, der sich nicht wirklich danach anfühlte. Ich hatte mich für die Briefwahl entschieden und nun fehlte mir die gewohnte Prozedur eines Wahlgangs. Bis zu den ersten Hochrechnungen Zeitvertreib bei der Zusammenstellung der Materialpakete und Anleitungen für eine SchülerInnengruppe. So kann auch ein Sonntag vergehen.

Nach 18:00 Uhr wurde es dann doch richtig aufregend und spannend, als sich die Karte von Ba-Wü deutlich grün-schwarz für die erhaltenen Erstmandate einfärbte. Die Sorge, das Bangen. Schafft es der Kandidat meiner Wahl, den ich auch ein klein wenig aktiv unterstützt hatte, zu einem Zweitmandat. Es wurde spät bis es sicher war: Er ist drin! Und meine oberste Chefin raus.

Wochenbeginn mit Prüfungen und sich füllendem Schulgebäude.

Kopf schütteln bei KollegInnen und die bange Frage, ob das gut gehen wird: 10er im Haus, 9er in der Prüfungsvorbereitung, Teile der Vorbereitungsklassen, die Notbetreuung und nun noch alle 5er und 6er! Aus zwei Schulen, zwei- und vierzügig.

Die Erkenntnis bei Aufräumarbeiten, wie lange ich schon an dieser Schule arbeite.

Am Nachmittag, als ich mich von einer Kollegin verabschiedete, wünschten wir uns gegenseitig einen guten Schuss, da wir beide für Dienstag unsere Impftermine hatten. Doch schon auf dem Heimweg erhielt ich eine Nachricht von einer Freundin aufs Handy: „Zu früh gefreut!“, sowie den Hinweis mir einen Nachrichtenticker anzusehen. SchXXXX! ARRGH!! Zwei Stunden später erhielt ich einen freundlichen Anruf einer erschöpft klingenden Frau, dass meine Impftermine ausgesetzt sein würden und ich doch bitte erst einmal nichts unternehmen, sondern abwarten sollte.

Als Laborratte vorerst gestrichen, bleibt das aufgefüllte, gefühlte Seuchenmutterschiff, und ich ging arbeiten.
Die Bitte von Montag einzuhalten, erst einmal nichts in Sachen Ersatz-Impftermin zu unternehmen, war brav, doch keine gute Idee. Telefonisch gab es noch Termine, leider keine mehr für mich, selbst im entfernteren Umkreis, aber meinen Vater habe ich endlich auf der Warteliste. Blick auf die Uhr – 22:10 Uhr, an diesem Dienstag – und ab jetzt waren alle Schotten dicht, online wie telefonisch.

Mein Optimismus ist für diese Woche aufgebraucht. Ich pendel zwischen Sarkasmus und Galgenhumor. Der März ist nicht mein Monat und dieses Jahr ganz besonders! Jammern bringt nichts, also Ostereier bemalt. Ich berichtete hier.

Wochenmitte und Jahrestag. Heute vor einem Jahr schlossen die Schulen zum ersten Lockdown. Vor der Tür zeigte der Winter, dass er noch Saison hat. Ich hatte einen Termin in einer Fahrradwerkstatt, damit mein Drahtesel wieder einmal technisch überprüft wird. Mein gebuchtes Zeitfenster verfehlte ich etwas – die Kondition im Keller – und dann die Enttäuschung, dass diese Terminbuchung nur für die Fahrradabgabe galt. Für den Laden und eine Beratung hätte ich extra einen Termin buchen müssen. Dann eben nicht, selbst wenn ich die Tage schon ein wenig mit einem Pedelec geliebäugelt hatte. Konto geschont, und mehr Zeit für den Spaziergang heimwärts gehabt, wo eh nur Homeschooling und Korrekturen warteten. Zudem hatte ich das ideale Wetter-Zeitfenster für Unternehmungen wie diese im Tageswetterverlauf erwischt! Vorher Schneeregen und nachmittags schneite es richtig große Flocken!

Abends kam dann das zu erwartende Zurückrudern vom gelockerten Lockdown im Kreis, nach drei Tagen mit Inzidenzwerten über 50, Tendenz steigend.

Donnerstag erfuhr ich dann, wer im Kollegium noch alles irgendwie an einen Ersatz-Impftermin kam oder für die nächsten Tage gekommen ist. Die Art und Weise der Durchführung dieser Impfstrategie wird mir nun langsam zu krass! Ich war von Anfang an bereit mich gegen Corona impfen zu lassen, hatte mich im Herbst in eine Liste eingetragen, mich bereit erklärt, als Testperson eines Impfstoffs zur Verfügung zu stehen. Nichts mehr gehört, dafür seit Mitte Februar Stunden am 116117-Roulette gesessen oder in der Warteschleife derselben Nummer gehangen. Fakt ist, dass ich als Dienstälteste noch nicht geimpft bin, keinen Impftermin habe, mir wieder einen selber suchen darf und beinahe der Rest des Kollegiums die erste Runde hinter sich hat oder kurz davor steht.
Das. Ist. Nicht. Fair! und da lasse ich mir auch nicht wieder mangelnden Pragmatismus vorwerfen.

Freitagmorgen platzte mir dann der Kragen. Ich setzte mich noch vor der Schule ans Telefon um bei der Impfhotline meinen Frust kundzutun. Was für ein unerfreuliches Gespräch, das ich so nicht stehen lassen wollte. Deshalb wählte ich mich nach der Schule wiederholt bei der 116117 ein, sprach dieses Mal mit einem freundlichen jungen Mann, der dann auch feststellte, dass an meinem bisherigen, abgesagten Termin das Häkchen oder der Hinweis „Warteliste“ fehlte. Er konnte sich auch nicht erklären warum Dame 1 vom Montag gemeint hatte, ich soll erst einmal abwarten und Dame 2 mir am Dienstag „ersatzlos gestrichen“ verkündete. Es würde mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als bis zum Dienstag zu warten, wenn die Impfvergabe wieder frei geschaltet ist, um es erneut zu versuchen. Da waren dann meine Schleusen geöffnet! Keine halbe Stunde später kam dann die Nachricht zu einem neuen Impftermin. Es dauerte, bis ich mich darüber freuen konnte.

Und draußen schneite es schon wieder!

Samstag. Ich muss schauen mich dieses Wochenende wieder zu erden. Ist ja auch Frühlingsanfang.

Gelesen. Gesehen. Angehört.

Vertane Chance: Coronavirus-Nachweis im Abwasser – ein Artikel von DW (Deutsche Welle), vom 15.03.2021 – es ist nicht der erste Bericht über dieses Thema, den ich in den letzten Monaten las und ich finde nach wie vor diesen Ansatz faszinierend!

So geht es mit den Impf-Terminen in Baden-Württemberg weiter – ein Artikel aus der Stuttgarter Zeitung, vom 15.03.2021

Wie Prokrastination beim Lernen hilft …das verschiebe ruhig auf morgen – ein Beitrag im Spiegel, vom 17.03.2021

Türkei tritt aus Konvention gegen Gewalt an Frauen aus – ein Artikel im Tagesspiegel, vom 20.03.2021

Fagradalsfjall : Vulkanausbruch nahe Islands Hauptstadt Reykjavík – ein Artikel von ZeitOnline, vom 20.03.2021

Der Ohrwurm der Woche

Passend zu meiner Stimmungslage …

und schlimmer geht immer …

Bis die Tage und macht’s gut,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot


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Kommentare

Stimmt, die Impfsituation in BaWü ist wirklich zum Schreien. Mein Ü80-Vater hat jetzt sogar noch einen vorgezogenen Impftermin bekommen, damit er nicht noch 3 Wochen warten muss.
Du stehst beruflich an vorderster Front. Da verstehe ich wirklich nicht, warum du solange warten musstest. Kein Wunder, dass es emotional bergauf und bergab geht.
Bei uns wird es noch ewig dauern, weil für uns aus unterschiedlichen gesundheitlichen Gründen A.S. ausfällt.
Liebe Grüße
Andrea

Heute bekam ich auch meine Mutter auf die Warteliste, zum Warteplatz meines Vaters, als Paartermin – mit Menschen zu sprechen hat doch noch Vorteile vor den Onlinebuchungen.
Banger Blick auf die Inzidenz am Morgen und dann sooo viele SchülerInnen heute um mich herum. Es ist Prüfungszeitraum. Ich will nur hoffen, dass die SchülerInnen unserer Schule diese Woche mit Projektarbeiten noch fertig durchführen dürfen.
Liebe Grüße,
Karin

Ich hab jetzt immerhin ein Attest, rücke damit in die gleiche Gruppe wie der Herr K. vor, mehr nicht.Ich hab mit diesem Thema einfach mal Pause gemacht, es ist wirklich zum irre werden.
Dir alles Gute und mehr Glück!
Herzlich
Astrid

Die Impfterminvergabe ist zum irre werden, zudem sie in jedem Bundesland anders verläuft. Ich habe seit heute beide ersten Lieblingsmenschen auf der Warteliste, als Paartermin, eine Buchung oder Anmeldung, die online so nicht möglich ist. Zudem musste ich mich erstmalig nicht selber kümmern, sondern wurde angerufen, ob mein Vater noch auf der Warteliste stehen möchte. Aber JA! …
Fortsetzung folgt.
Viele liebe Grüße,
Karin

Nicht ärgern liebe Karin, nur wundern und sich am beginnenden Frühling freuen. Alles andere schadet dir nur. Die Ostereier sind ja wunderschön und auf der Fensterbank spriessen die Pflänzchen es auch schon.
L G Pia

Du hast die Chili-Kultur auf dem Katerfoto entdeckt! 😀
Dort machen leider nicht alle Sämlinge Freude, aber ich bin zuversichtlich. Üppigsten kommt Glockenpaprika.
Liebe Grüße,
Karin

Das kenne ich. Manchmal läuft es wirklich grandios. Ich könnte jetzt erzählen, wie das bei uns mit dem Impfen gelaufen ist. Lasse ich lieber. Es hat jetzt geklappt, vor allem für meinen Mann war das sehr wichtig. Die nächste Woche wird bestimmt besser. Grüß das Katerchen!
Magdalena

Das Katerchen ist gegrüßt! 😀
Auch diese Arbeitswoche wird mit AHAL vorübergehen. Ab Mitte der Woche sind Schnelltests in der Schule geplant. Grundsätzlich eine Supersache. Aber jetzt erst mal selbst geimpft werden.
Liebe Grüße,
Karin

Was für ein Impfschlamassel 😬!! Es tut mir leid, dass du immer noch nicht geimpft bist! Und dann noch dieser ganze Schulstress – verständlich, dass da die Augen schwitzen. Zumal das Wetter ja gerade auch nicht für ein Stimmungshoch sorgt…Ich hoffe, du konntest dich dieses Wochenende ein wenig erholen.
Alles Gute und eine stressfreie Woche wünscht dir
Ingrid

Stressfreie Woche ist nicht. War schon so im Kalender. Prüfungswoche der 9er mit Projektarbeiten. Interessant und anstrengend. Ich werde berichten.
Viele liebe Grüße,
Karin

Ach du ahnst es nicht…
Gut das ich das hier „verspätet“ lese, mit dem Wissen, das es endlich geklappt hat
Meine Mutter, noch keine 80 aber mit mehreren Vorerkrankungen, hat jetzt einen Hausarzt Termin. Was mich in zweifacher Hinsicht beruhigt. Und vor allen Dingen
Deine Chilis mucken auch? Bei mir ist nur ein Drittel aufgegangen. Tomaten kommen heute in die Erde. Und was sonst noch Platz hat…☺ Das erfreut das Gärtnerherz.
Alles Liebe samt Grüße
Nina (muss mir noch die schönen Ostereier ansehen)

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