oder …

2020 #52 – der Plan: Weihnachten klein, aber fein

Sonntag, nach Weihnachten, „fünfter Advent“. Im Katzenkino besucht uns zum ersten Mal wieder ein Rotkehlchen. Ich sehe das als gutes Omen. Die Spülmaschine läuft. Das Gästebett ist aufgeräumt, die Bettwäsche in der Waschmaschine. Die Kater belegen die gemütlichsten Plätze.
Dann setze ich mich eben doch an den Rechner, warm eingepackt, die Teetasse in Griffweite. Eine dicke, fette Mandelentzündung habe ich mir eingehandelt, nicht die aktuelle Seuche, denn es gibt noch andere fiese Bakterien und Viren, die für gehöriges Unbill sorgen können. Wie mir das passieren konnte, trotz AHA und Rückzug in meine Blase nach dem Lockdown? Ich habe eine blasse Ahnung und überhaupt, das Böse ist immer und überall – frei, und etwas unpassend, aus Banküberfall von EAV.

Die Woche, von Anfang an

Sonntag, vierter Advent. Abend, viertel vor acht Uhr in Deutschland. Schnell noch den Müll ins Gemeinschaftsmüllhäuschen gebracht und inne gehalten. Stille. Die B14, die B464 wie die A81 rauschten nur sanft aus der Ferne. Kein Auto war in der Nähe zu hören. Unglaublich! Aber dann, Einflugschneise Stuttgart Echterdingen, ein landendes Flugzeug, laut Flugplan aus Berlin. Die nächste Landung wäre aus London Heathrow. Hmm. Ob das wohl das letzte Flugzeug aus dieser Richtung vorerst sein würde? (War es!)
Im Radio lief „Auf das was da noch kommt“ von LOTTE & Max Giesinger.
Die letzten Päckchen gepackt, die, die ich in der Nachbarschaft noch verteilen wollte. Dabei gönnte ich mir dann doch schon einen Blick in Päckchen aus dem Bloggerland, wie dem von Astrid. Hmm. Lecker, was sie mit meinem Schlehengelee gebacken hat, und so schön, was sie noch dazu packte!

Danke überhaupt an alle WeihnachtskartengestalterInnen, die mich mit ihren Schreiben und Kreationen beschenkt haben.

Montag. Aufgeräumt, geputzt, die Vorräte gesichtet und einen Speiseplan mit Einkaufszettel für die nächsten Tage geschrieben.
Mit dem Bruder in UK gechattet. Sorgen. Brexit. Unser fragiles Netzwerk.
Hauptsächlich ging es dann aber ran an die Weihnachtsdekoration und ans Geschenke einpacken für die Lieben vor Ort. Ich freute mich so sehr auf ein paar Tage mit Sohnemann! Er hatte die Tage vorher Quarantäne eingehalten, einen Schnelltest geplant und würde mit einem Mietwagen kommen, nicht wie sonst mit der Bahn. Perfekt!
Zum Tagesende blieb mir sogar noch Zeit den zweiten Schal fertig zu weben. Der junge Wilde „bewachte“ das Webwerk schon den ganzen Nachmittag!

Dienstag. Kleines dickes Katerchen hatte den Abschluss des Webwerks nicht mitbekommen. Er wollte die morgendliche Ruhe nutzen und seine persönliche, edle Hänge-Web-Matte belegen. 😀 Aber die war an einer Seite schon lose. Plumps! Dumm gelaufen, Kleiner! Durchgefallen! Nichts kaputt gemacht. Alles gut.

Die letzten Einkäufe erledigt. Noch einmal Aufräumarbeiten in der Schule bewältigt. Geschenke, mit Abstand, verteilt. Mich gewundert, mit welchen heilsbringenden Botschaften die Nahrungsmittelhersteller inzwischen werben.

Ich erinnerte mich wieder einmal, sorry. Da gab es einen Film mit Adriano Celentano und einem geheimen Zusatz, habe keine Ahnung, wie der Film hieß … . Ich fand den Filmausschnitt. Ist böse, ja, aber, hmm – verzeiht. Er verletzt meine etwas abergläubische, esoterisch angehauchte Seele nicht. Celentanos Geheimzutat ist Satire, wandert zudem durch ein Feuer, macht dadurch zumindest keinen Ärger mehr.


Aber weiß ich wirklich was Kristalle und Co. im Wasser bringen, vor allem wenn es dann durch’s Feuer im Backwerk geht?
Bringt Bäckern und Wasserlieferanten momentan Geld, akzeptiert.
Wenn die Seuche vorbei ist reden wir hoffentlich wieder mehr über Naturschutz und sauberes Wasser, das nicht durch Kristalle gereinigt und belebt werden muss.

An die Vögel im Katzenkino dachte ich dann auch noch. Den ersten Satz der aufgefüllten Walnussschalen hatte das Federvieh, gemeinsam mit Erich, in Windeseile leer gefuttert gehabt.

Mittwoch. Mein großes Kind hatte in der Nacht Halsschmerzen bekommen und blieb nun doch bei sich zuhause. Kein Verwandtenbesuch. Weihnachten allein zuhaus‘. Wie traurig! Ich sammelte ihr aus meinen Vorräten im Laufe des Tages einen Fundus für die nächsten Tage zusammen. Mehr konnte ich erst einmal nicht tun. OK, tröstende Worte am Telefon und so ausgenommen.

Donnerstag. Heiligabend. Vorfreude auf den Sohnemannbesuch. Selbst die Kater waren in Erwartung. Wenn es im Gästezimmer rappelt könnten streichelnde Hände im Anmarsch sein! Sie kamen dann auch, und die Fellflusen flogen vor Begeisterung über den Boden – gerade Staub gesaugt. 😉
Nach so vielen Tagen, Wochen alleine am Tisch wieder gemeinsam zu essen war schon als Weihnachtsgeschenk genug.

Endlich wieder mit jemanden ein Spiel spielen zu können – welche Freude – war das Sahnehäubchen dazu!
Mit anschließenden Mußeminuten.

Die weiteren Pläne:
gemeinsame Spaziergänge
ein Kaffeestündchen mit den Großeltern
Servicewünsche an meinem Rechner erledigen

ALLES gestrichen,
DENN,

In der Nacht stellten sich bei mir Schluckbeschwerden ein, … und Alpträume von der letzten Lungenentzündung. Morgens war mein Hals zugeschwollen. Jeder Schluck schmerzte. Prima!
Zumindest kein Fieber, kein Schnupfen, kein Husten, kein Geschmacksverlust. Keine Corona-Hotline über die Feiertage. Der hausärztliche Notdienst befindet sich im Krankenhaus, nicht die erste Wahl. Man darf nur alleine hinein und drinnen gibt es keinen Handyempfang. Darauf verzichtete ich lieber und versuche bis zum nächsten Arbeitstag durchzuhalten.
Sohnemann entschied sich zu bleiben – „jetzt bin ich eh‘ schon da“ – und bestellte sich für den Wochenbeginn wieder einen Schnelltest, gesponsort by Mama.

Was für ein Weihnachten!
2018 hatte mich eine Rüsselpest im Griff (Link)
2019 laborierte ich noch an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung
2020 – hmpf – klingt meine Stimme wie nach sieben durchzechten Nächten und entsprechend vielen Stangen Gitanes, nur schmerzte nach solchen Exzessen der Kopf und nicht der Hals!

Für Weihnachten 2021 mache ich vorsichtshalber keine Pläne!
Erinnert mich daran!

Zum Glück gibt es auch nach Weihnachten liebe Menschen, die es gut mit mir meinen. Danke B., für die stimmungsaufhellenden Worte am Telefon, die du mindestens ebenso benötigst, und dann fährst du noch eine Sondertour zu mir, damit mir ein großes Stück Vitamin C und Sizilien zur Genesung hilft.

Ich habe seit Wochen nah am Wasser gebaut.

Gelesen. Gehört. Angeschaut.

Lehre aus dem Corona-Jahr: Am Ende der Ich-Party – eine Kolumne in SpiegelOnline, vom 18.12.2020

Nicht jeder lässt sich testen. Aber alle gehen auf die Toilette: Wie Forscher die Ausbreitung der Pandemie im Abwasser mitverfolgen – ein Artikel aus NZZ (Neue Zürcher Zeitung), vom 18.12.2020

Der geschäftige Herr Ballweg – ein Bericht auf netzpolitik.org, vom 18.12.2020; selbiger hat sich nun für eine Demonstrationspause zum Kräfte sammeln ausgesprochen. Wie?

Wenn Schüler die Elterntaxis aussperren – ein Artikel zur Verkehrswende auf ZeitOnline, vom 12.12.2020

Schottlands Regierungschefin will zügigen EU-Beitritt – ein Artikel auf SpiegelOnline, vom 18.12.2020

Großbritannien zahlt einen saftigen Preis für den Brexit – ein Artikel in der SZ (Süddeutsche Zeitung), vom 24.12.2020

Niederlage eines vollendeten Opportunisten – eine Analyse auf ZeitOnline, vom 24.12.2020

Weihnachten hat mir geholfen, mich in Deutschland zu Hause zu fühlen – ein Artikel auf SpiegelOnline. vom 24.12.2020

Aus der geplanten Weihnachtsliederlieblingsliste wurde nichts. Maybe next year. Zumindest gibt es einen meiner Favoriten:

Für die Schwaben und HipHop-Freunde, die musikalisch etwas schmerzblind sind, habe ich schon einmal den „Bruddaalen Jahresrückblick 2020“, vom 20.12.2020
Als Erinnerungshilfe ist der Text noch mit Ereignissen verlinkt.

Hintergründe zu MC Bruddaal – Link , aus der Landesschau Baden-Württemberg, vom 18.05.2018

Eine Woche noch und 2020 ist Geschichte, bis auf das was wir mitnehmen werden müssen.

Macht’s gut und bis die Tage,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot, mit den besten Wünschen an sie und ihre Familie!

und

als Nachtrag …

Ich muss mir noch überlegen, was ich mit einem Weihnachtsgeschenk anfangen werde. Ein Spiegel-Bestseller, irgendwann auf Platz 1, nun schon eine Weile nicht mehr; aber ehrlich … „Corona – Fehlalarm? … brauche ich nicht in meiner Bibliothek!
Aber, obwohl Sohn sagte: „Gleich ins Feuer“! blätterte und las ich. Ich will ja wissen, was ich da in der Hand habe, stolperte dann über sonderbare Zeilen über Bill Gates und hatte genug!

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Kommentare

Ach, eine Mandelentzündung. So gemein! Aber wie so oft, wenn der Körper zur Ruhe kommt, wird man krank. Der ganz Stress vorher, lässt den Körper ja nicht ruhen und hält dadurch die Abwehr hoch. Hier war es gnädig und hat mich mit Durchmarsch erst am 2. Feiertag und meinen Schatz mit einer Erkältung gestern erwischt, kein Vergleich zu einer Mandelentzündung (die ich so gar nicht mehr bekommen kann) Hoffe, Du bist ganz schnell wieder fit! (Auch Dank des wunderschönen Vitaminzuführens)
Jedenfalls war es mit dem Sohn zusammen dann wenigstens ein durchaus noch schönes Fest, wenn auch Menschen gefehlt haben! Man nimmt, was man kriegen kann ☺ ohne einander, dass ist doch die Essenz durch die Ansteckungsgefahr.
Deinen Lieblingssong zu Weihnachten teilen hier einige und wird auch von mir gern gehört! Den Schal bewundere ich wieder. Diese belebte Wasser Geschichte macht der Bio Bäcker hier auch schon lange, pfff.
Werde schnell gesund und hab eine schöne Woche
Ganz liebe Grüße
Nina

Die Dinge nehmen, wie sie kommen, und dann das beste aus der gegebenen Situation machen – Weihnachten 1985 feierten wir auf der neonatologischen Intensivstation, wo die Tochter seit Ostern lag. Für die Schwestern und Pfleger hatten wir Häppchen vorbereitet, die sie später in der Schwesternküche wirklich brauchten.
Ansonsten gab es nur uns Eltern und das Kind – man lernt mit der Zeit das Drumherum eines solchen Umfelds auszublenden – und ein besonderes Weihnachten.
Ich hoffe dir und deinem Mann geht es langsam besser und wünsche euch gute Besserung. Es ist wirklich der Klassiker, wie der Körper reagiert, wenn alles an Programm erledigt ist!
Kommt gut ins neue Jahr,
mit vielen lieben Grüßen,
Karin

Ich hab die Wassergeschichte gleich meinem Gatten (Hydrogeologe) vorgelesen und damit gleich für eine morgendliche Erheiterung gesorgt.
Heute muss man ja wirklich erleichtert sagen: „wie gut, NUR eine Mandelentzündung!“ Hoffentlich geht es Stimme und Hals wieder besser!
Wir haben die Tochterfamilie, die eigentlich unbedingt zu Weihnachten kommen und uns endlich das Novemberbaby vorstellen wollte, gebeten, lieber daheim zu bleiben. Trotz Elternzweitquarantäne. 6 Stunden Autofahrt mit Baby und Hund muss immer irgendwo mal unterbrochen werden. Das allein ist schon zu viel Risiko, allein für den Minifratz.
Schauen wir mal im Januar, aber ohne feste Planung. We will see.
Ich versuche mich stattdessen jetzt mal an eine kleine Vorfreude auf etwas, dass hoffentlich irgendwann im nächsten Jahr eintreten wird. Zeitpunkt noch offen. Kleines Geheimnis, baut aber auf.
Ansonsten, warten aufs Impfen… Erstmal sind meine Eltern dran.
Liebe Grüße
Andrea

😀 die Reaktion deines Mannes macht mich breit schmunzeln 😀 – das tut so gut!
Es war ein besonderes Weihnachten, doch es ist nicht das erste für mich/die Familie in dieser Art. Durch die Vorlaufzeit – Reisewarnungen, Lockdown, wir werden uns wohl nicht sehen können – kam es dieses Jahr dann zu einem so fern und doch/trotzdem/jetzt aber so nah wie möglich mit verloren geglaubten Familienmitgliedern. Das macht Freude!
Abwarten, und du wirst den kleinen Fratz sicher noch vor seinem ersten Geburtstag sehen und in den Arm nehmen können, zusammen mit der Tochterfamilie!
Abwarten, was im Januar an neuen Regeln kommen werden. Einen regulären Schulbeginn am 11. Januar sehe ich nicht. Und impfen, erst einmal meine Eltern!
Viele liebe Grüße,
Karin

Ach was für eine Woche.
Ich hoffe es bleibt nur beim Hals und wird nicht schlimmer (Ich bin in letzter Zeit zum schwarzsehen verurteilt, Tschuldigung)
Aber immerhin ist der Sohnemann da gewesen. Und manche Bücher muss man einfach nicht lesen.
Danke für deine lieben Wünsche.
Andrea

Es blieb natürlich nicht nur beim Hals, aber es ist erträglich. Meine SchülerInnen würden meine momentane Stimme total cool finden, aber ich möchte als Mickey Maus-Stimmdouble auf Dauer keine Karriere machen!
Liebe Grüße,
Karin

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