oder …

Verpackungsmaterial selbst herstellen

Ich liebe es Geschenke einzupacken und stehe jedes Mal mit mir selbst im Konflikt, wenn es ans Verpacken geht. Nachhaltig ist der Müll nach dem Auspacken eher nicht, aber etwas aufzuhübschen, bevor es überreicht wird, gehört einfach dazu. Oder wie seht ihr das?

Kunststoffhaltiges Verpackungsmaterial habe ich vor dem Umbau aussortiert und verschenkt. Was übrig blieb ist im Kunstunterricht zum größten Teil verarbeitet worden.

Jetzt musste schnell eine Verpackung für das Geschenk einer Kollegin her, die uns Ende des Schuljahres verlassen wird und ich wollte nichts kaufen, hatte auch keine Zeit mich durch die chaotische Verkehrssituation zu m nächsten Schreibwarenladen zu quälen.

Ich erinnerte mich an meinen Versuch, Anfang Mai, aus Seidenpapier Garn zu spinnen (Link). Da das zuhause lag, suchte ich mir neues Material zusammen, dieses Mal eine Doppelseite aus einer Tageszeitung.

In Streifen gerissen, in Faserlaufrichtung, klebte ich die Enden aneinander, bis ich zwei gleich lange Papierstreifen zum Verdrehen hatte. Zuerst entstehen Schnüre, die ich dann miteinander verdrehte. Im Prinzip läuft das wie bei der Herstellung einer Kordel.

Knapp zwei Meter gedrehte Schnur hatte ich zum Schluss.

Die Enden noch mit etwas Papierkleber gesichert, konnte ich mich an das Geschenkpapier machen.

Dazu verwendete ich ein großes Stück Druckausschusspapier. Das ist unbedrucktes Zeitungspapier. Ich bekam es von der örtlichen Druckerei auf einer Restrolle, doch man kann es auch kaufen. Es ist stärker als Seidenpapier und dadurch besser geeignet um Umverpackungen herzustellen.

Diesen Bogen knüllte ich vorsichtig, strich ihn glatt und wiederholte das noch zwei Mal. So entstand das Knitterpapier, das hervorragend zur Zeitungsschnur passt.

Nach dem Auspacken kann alles bedenkenlos in den Altpapiercontainer. Aber man kann das Papier, wieder glattgestrichen, erneut verwenden, wie auch die Schnur.

Nun gehe ich mit gutem Gewissen zum Einpacken! Mein nachhaltiges Gewissen ist beruhigt 😀 – wenn bloß nicht der Blumentopf aus Kunststoff wäre. Bild folgt – Manchmal versagt die Technik oder der Anwender.

Bis die Tage,
Karin

# # # # #

24. Juli 2019

Kommentare

Ja, das ist eine schöne Verpackung. Ich nutze gerne Baststreifen, eigentlich könnte ich die auch mal ein wenig färben, fällt mir da ein, das müsste ja eigentlich gehen..hm. Und als Papier nehme ich gerne schöne Seiten aus der Tageszeitung oder Zeitschriften, auch Kalenderblätter u.ä.lassen sich manchmel gut als Verpackung nutzen. Ich sammel da alles, was mir gefällt zwecks Weiterverarbeitung.
Lieber Gruß
Gabi

Alles was sich wieder verwerten lässt ist doch schön zum Verpacken. Letztlich kommt es auf den Inhalt an, oder? 😀
Mit vielen Grüßen,
Karin

Schreibe einen Kommentar