oder …

Von brodelndem Pflanzenmaterial zu Malfarbe, Farbpigmenten und Malversuchen

 

Am Anfang stand der große emaillierte Topf, ehemals als Bräter in meiner Vor-Vegetarierzeit genutzt, auf dem Herd. Gefüllt mit einer ordentlichen Portion getrockneter Birkenblätter und Wasser simmerte alles vor sich hin und in der Küche duftete (roch, stank – je nach Geruchsempfinden) es für meine Begriffe wie zu Zeiten, als ich mit meiner ehemaligen Schwiegermutter Teppichwolle färbte.

Im Gegensatz zu früher verzichtete ich bei der Herstellung vom Farbsud auf irgendwelche Zusatzstoffe und verwendete nur Birkenblätter und Wasser, mehr nicht. Entsprechend unspektakulär fiel auch das erste Färbeergebnis beim im Sud schwimmenden Wollstrang aus. Zum Malen war die in Brühe in diesem Stadium ebenso wenig geeignet.

Abgeseiht von den Pflanzenresten  kochte ich den Sud ein und filtrierte die restliche, ziemlich braune Brühe. Dieser Vorgang dauerte eine gefühlt Ewigkeit, Tage, um mir ganz zum Schluss ein paar grünliche Partikel im Filterpapier als „Ernte“ zu bieten.

Ich spreche jetzt mal nicht darüber welche Assoziationen mich im ersten Moment überkamen, als ich die getrockneten Reste, aus dem Filter abgeschabt, vor mir liegen hatte, sondern lieber über die magere Ausbeute an Farbpigmenten. Enttäuschend! Inzwischen etwas klüger werde es noch es noch einmal versuchen, doch zuerst zur Weiterverarbeitung der paar Brocken Farbpigmente.

Im Mörser zerkleinert, und durch ein zweckentfremdetes Glasursieb gearbeitet, freute ich mich schließlich doch über das Ergebnis. Egal wie groß die Ausbeute schließlich war, es hatte geklappt!

 

Der restliche Sud, der vom Filtrieren übrig blieb, erwies sich überraschend vielfältig, dass ich meine Pinsel wieder herausholte.

Zwar nicht in erhofftem grün, sondern in einer Reihe von Gelbtönen sammelten sich Linien und Druckmuster auf Resten von Papierstreifen.

 

Zum Schluss reichte die Doppelseite in meinem Musterbuch gerade zur Dokumentation der vielen Schritte zur Farbherstellung aus, einschließlich der aus der ersten Versuchsreihe (Link).

 

Von den Malproben schafften es ein paar Stücke als Bild an die Wand.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

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7. Juni 2018

Kommentare

Auch, wenn mir persönlich diese Pigment-Herstellung viel zu aufwändig wäre, finde ich deine erzielten Naturfarbtöne wunderschön, so, wie deine Katze wohl auch!
Liebe Grüße Ulrike

Ich muss immer wissen, wie etwas funktioniert 😉 Da ist es mir uch einmal egal, wie viel Aufwand die Geschichte mit sich bringt. Den Katern gefiel es natürlich auch, blieb ich doch so beim Herd zuhause.
Viele Grüße,
Karin

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