oder …

Rote Beeren luftig leicht angerichtet im schwedischen Tiramisu

Es gibt fast kein (Weihnachts-)Fest in meiner Familie ohne Himlamat. Das ist ein schwedischer Nachtisch-Klassiker mit zahlreichen Varianten und auch unter dem Namen Änglamat bekannt.

Die Übersetzung von Himlamat ist schon Aussage genur: Himmlische Mahlzeit! 😉
Hinter Änglä steckt der Begriff Engel, und was Engel mögen, kann für uns Menschen nur lecker sein.

Das Grundprinzip der Herstellung ist einfach:
Drei Lagen leckerster Bestandteile, drei Mal abwechselnd übereinander geschichtet und ab in den Kühlschrank. Dort sollte es für mindestens 24 Stunden, besser etwas länger, bleiben bevor es serviert werden kann.

Die Zutaten

Das Kompott stelle ich meist selber her, weil mir das gekaufte oft zu süß ist, zu dick oder mit Zusatzstoffen versehen. Aber dazu später mehr.

Preiselbeerkompott

500g Preiselbeeren (es gehen auch tiefgekühlte)
100 ml Wasser
200 – 300 g feiner Zucker

Preiselbeeren, Wasser und Zucker in einen Topf geben, aufkochen und mindestens 8 Minuten köcheln lassen. Dabei muss gerührt werden, damit das Kompott nicht überkocht. Abkühlen lassen.
Die Konsistenz sollte flüssiger als Marmelade sein.

Eine Alternative zu Preiselbeeren ist ein Kompott aus Cranberries. Cranberries haben den Vorteil, dass sie etwas weniger Zucker brauchen.
 

Kompott aus Cranberries

340 g Cranberries
340 ml Wasser
175 g Zucker

Cranberries mit Wasser und Zucker langsam aufkochen lassen. Wenn die Flüssigkeit kocht die Temperatur etwas herunterdrehen und gleichmäßig mit einem Holzlöffel rühren, bis die Beeren aufplatzen.
Die Beeren noch fünf Minuten köcheln lassen und dann den Topf vom Herd nehmen. Die Flüssigkeit in den Cranberries dickt beim Abkühlen langsam ein.

Wenn ich keine Zeit oder Lust zum selber kochen habe geht das Rezept auch mit Lingonsylt von einem großen schwedischen Möbelhaus oder anderen Preiselbeeren im Glas. Diese müssen auf jeden Fall verdünnt werden, sonst ist der Preiselbeersaft zu zäh um von den Löffelbiskuit aufgesaugt werden zu können.
<das war wohl ein bissele unaufgeforderte verdeckte Werbung>

Nun aber zum wichtigsten Teil, die Herstellung von …

Himlamat nach Art meiner Familie

Preiselbeerkompott
300 ml frische Sahne
1 Päckchen Vanillinzucker
150 g Löffelbiskuit
etwas Kakaopulver

Die Sahne mit dem Vanillinzucker sehr steif schlagen und etwas davon als sehr dünne Schicht auf dem Boden einer hohen Auflaufform verteilen.

Löffelbiskuit einzeln in das Preiselbeerkompott tunken (nicht zu lange) und den Boden der Auflaufform damit auslegen. Der Boden muss ganz bedeckt sein, deshalb müssen manche Biskuit „zurechtgeschnitzt“ werden.

Die Biskuitschicht satt mit Preiselbeeren bedecken und darüber eine Schicht Sahne geben.
Wieder Biskuits tunken und die zweite Schicht in die Auflaufform legen … usw.. Die letzte Schicht muss eine Sahneschicht sein.

Die Auflaufform mit Frischhaltefolie abdecken und für 48 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Kurz vor dem Servieren Kakaopulver über die letzte Sahneschicht geben.

Tipp 1
Es ist besser eine hohe Auflaufform mit einem geringen Durchmesser zu verwenden, als eine große und niedrige Form. Die Mengen der Schichten sind wichtig, drei sollten es mindestens sein.

Tipp 2
Weihnachten verwendete ich statt Löffelbiskuit selbst gebackenen Biskuit. Das hat den Vorteil passende Formen für die Gefäße zuschneiden zu können. Ich füllte das Himlamat in Gläser und schnitt dafür Kreise aus dem Biskuit.

Alternativen
Was statt Biskuit in schwedischen Rezepten noch verwendet wird:

 

Guten Appetit und bis die Tage,

Karin


überarbeitet im November 2018

 

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2. Januar 2015

Kommentare

Wie ist die Konsistenz des Desserts? Wird die Sahne nicht wieder flüssig nach so langer Standzeit? Wollte es am Wochenende zu einer Familienfeier erstmalig ausprobieren.

Liebe Kerstin,
die Konsistenz ist die eines guten, saftigen, italienischen Tiramisu. Es lassen sich einzelne Portionen aus der Form nehmen, d.h. sie verlaufen nicht, wenn sie auf den Teller kommen.
Die Sahne wird nicht wieder flüssig, da die Löffelbiskuits noch reichlich Flüssigkeit aus dem Kompott und der Sahne aufnehmen. Das muss auch sein, da sonst der Biskuit, trotz dem Tunken in die Preiselbeeren, zu hart bleiben würde.
In der Summe ist Himlamat einfach herzustellen und wirklich so lecker.
Viele Grüße und gutes Gelingen,
Karin

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