oder …

Eine Strick-Filz-Tasche für meine Kamera – Strickwerk 2013 #5

Die Vorgeschichte:

Wochenlang hatte ich mich mit der Anschaffung einer neuen Kameratasche beschäftigt und leistete mir nach reichlich reiflicher Überlegung ein tolles, schickes, nicht 08/15-Teil aus Büffelleder.

Was bin ich stolz!
Was bin ich glücklich!
Aber der erste Einsatz meiner Kamera in der neuen Tasche wird wohl erst im Sommer sein, wenn ich mit dem Auto unterwegs sein werde. Für einen Reiseeinsatz bei begrenzter Gepäckstückzahl ist sie nicht tauglich.
🙁
Leider – leider – leider!

Zur Documenta letzten Sommer hatte ich meine Kamera für die Bahnreise in Tücher gewickelt, im Koffer verstaut, nach Kassel transportiert. Das war weit entfernt von optimal.

Nach Spanien nahm ich im Februar wegen der Packproblematik die Kamera gar nicht erst mit.

Jetzt, während der Vorbereitungen auf die Island-Reise, war klar, die Kamera MUSS mit. Egal wie!

Bei nur einem zugelassenem Handgepäckstück eine Herausforderung …

und …

da der Koffer sowieso besetzt ist …

Harry

… DIE Chance der Ablenkung vom Koffer packen! (Ich hasse Koffer packen!)

Ich stricke mir eine / meine Kameratasche.

Der 1. Versuch

In meinem Wolldepot dümpelten seit Jahren vier Knäuel Filzwolle, für die ich bisher einfach noch keine Verwendung gefunden hatte.

Jetzt fing ich einfach an: Kurze Überlegung, Skizze, Maschenanschlag, Stricken. Das fertige Strickwerk kam mir dann doch zu langweilig vor und ich montierte einige Stränge farbiger Rohwolle, punktförmig verteilt, in die Maschen, bevor ich das Ganze bei 50°C in der Waschmaschine filzte.

Meine Erfahrung:

Die Angabe, dass eine Schrumpfung von 30- 40% zu erwarten ist, ist mehr als ungenau. Mein Strickwerk schrumpfte bei diesem Material fast gar nicht in der Breite und um fast 50% in der Länge.

Der 2. Versuch

Grundsätzlich fand ich das Ergebnis (vor allem durch die Punkte) gut. Deshalb versuchte ich es noch einmal. Bei einem Billigverkauf holte ich mir dann Nachschub an Filzwolle – rot gab es nicht mehr, aber orange! Toll!! Weniger Maschen angeschlagen, mehr Reihen in der Höhe gestrickt und nach dem Filzen festgestellt, diese Filzwolle schrumpft in der Länge tatsächlich um 30 %. Aber, egal, denn …

… es hat geklappt!!

Frisch aus der Waschmaschine, noch nass und nicht in Form gezogen

Ich habe jetzt eine Kamera-Transport-Schutz-Tragetasche, die ich einfach so tragen kann. Oder ich kann die Kamera darin eingewickelt sicher in eine andere Tasche stecken. Keiner sieht, dass in dieser Tasche eine gute Kamera drin steckt und eine solche Tasche hat nicht jede/r.
Meine Konstanze hat ein zuhause!

Meine Notizen in Loseblattsammlung zur Tasche schreibe  ich noch zu einer Anleitung zusammen, wenn ich den Koffer nach Benutzung wieder ausgepackt habe. Versprochen!


Überarbeitet mit Nachtrag im Oktober 2018

 

Aus einer Zusammenfassung mit Anleitung ist nichts geworden, zu meinem eigenen Bedauern. Fünf Jahre später machte ich mich nach einem Fehlversuch für eine weitere Kameratasche auf die Suche und wurde zumindest bei meiner Fotosammlung fündig.

Der Anschlag und die ersten Reihen

Die Träger

Nach vielen rundgestrickten Reihen teilte ich die Maschen, nahm auf zwei Seiten ab um dann die Träger, parallel, hochzustricken. Am Ende nähte ich die Maschen der zwei Träger Schlinge für Schlinge zusammen.

Ganz hübsch, aber eben langweilig. Deshalb kam ich auf die Idee mit den Punkten.

Die Verarbeitung innen war, so wie auf dem Foto zu sehen ist, zu schlampig. Manche Punkte lösten sich deshalb beim Filzen in der Waschmaschine.

Der zu kurz gestrickte Prototyp

Treue Dienste hat mir das endgültige Ergebnis an  Kameratasche geleistet, weshalb ich, Jahre später, wieder eine für eine andere Kamera herstellte (Link).

 

Bis die Tage,
Karin

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22. März 2013

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