Author Archives: karin

Woche 24/2018

oder …

Think pink!

and blue 😉

Wenn meine Eltern tagsüber mit ihrem Handy auf meinem Festnetz anrufen werde ich gebraucht. Wenn auf meinem Handy die Handynummer meiner Eltern erscheint, lasse ich sofort alles stehen, dann ist Notstand. Alarmstufe rot mag ich mir gerade nicht vorstellen, die wäre wenn mich jemand anderes informieren sollte, dass ein Problem bei meinen Eltern vorliegt.

Das Telefon vom Festnetz funktionerte dieses Mal nicht, auch nicht das Internet. Die pinkfarbene Hotline – zum dritten Mal in einer Woche genutzt – war wieder relativ zügig erreichbar. (Beim ersten Mal rief ich an, kam sofort durch und musste lachen, als sich die Dame am Ende der Leitung für die entstandeen Wartezeit entschuldigte.) Nur helfen konnte man nicht. Es besteht ein Schaden, der seit Anfang der Woche repariert wird, wohl auch noch ein Gewitterschaden, und nach dem Wochenende weiter repariert werden wird. Im Hochhaus, in dem meine Eltern wohnen fällt weiter ein Anschluss nach dem anderen aus und es gibt ein weiteres Problem.

Wenn ich dann in einem Fahrstuhl stehe, in dem ich durch einen Handzettel informiert werde ihn auf eigene Gefahr zu benutzen, da durch Leitungsprobleme mit dem Telefonanbieter der Notruf nicht funktioniert, aber im Notfall ja diese oder jene Telefonnummer angerufen werden könnte … greife ich natürlich zu meinem Mobilgerät, obwohl ich weiß, in diesem Fahrstuhl hat man keinen Empfang, wie auch nicht an allen Stellen in der Wohnung meiner Eltern.

Massenstörung! Was für ein Wort, aus der Telekommunikation, das ich bisher noch nicht kannte. Mal ganz ehrlich, ich hätte ganz gerne wieder ein Telefon, das unabhängig von der sonstigen Stromleitung nutzbar ist. Das würde mir und meinen Eltern zwar in der momentanen Situation auch nichts nützen, doch dieses Kabelgefussel an den Steckdosen geht mir inzwischen ordentlich auf den Zeiger.

Was bin ich froh erst meine Mutter, dann meinen Vater mit neuen, einfach zu bedienenden Handys Anfang des Jahres versorgt zu haben. Dadurch werden sie auch benutzt, was in den anhaltenden Ohne-Festnetz-Tagen ein Segen ist.

Irgendwie von den Hotline-Aktionen beeinflusst suchte ich mir für das Deckblatt meines neuen Lehrerkalenders ein rosa-lastiges Foto für den Buchdeckel aus.

 

Die schönen Momente der Schulwoche waren spärlich. Einer war am Dienstag, als meine paar Jungs aus der 8ten in Natur und Technik (Wahlpflichtfach in Ba-Wü) ein neues Hochbeet für den Garten aufzubauen begannen (Bild 8 im letzten Beitrag: 12 von 12 im April 2018). Für den anderen schönen Moment sorgten drei meiner vielen Sprachlernkinder aus nahen und fernen Ländern. Auch sie mussten, wie alle anderen 9er, nach einer Vorbereitungs- und Durchführungszeit im Rahmen einer Projektprüfung ihr Thema präsentieren. Gerade einmal zwei bis zweieinhalb Jahre in Deutschland setzten sie Maßstäbe.

 

 

Für völlig unerwartete schöne Momente am Rand von Schule und Schulgarten sorgte der Kulturverein, der sich in „meinem“ Kunstraum beinahe jeden Sonntag immer aktiv zum musizieren zusammenfindet. Auch an diesem Sonntag, dem dritten Tag des Zuckerfests, trafen sich die Mitglieder und es wurde viel Kulinarisches mitgebracht. Man sah mich im Schulgarten werkeln und schon stand der erste Teller mit Leckereien da!

 

Mit dieser Stärkung ließ sich die Ernte von griechischem Bergtee und Zitronenmelisse entspannt auf der roten Bank putzen und bündeln, bevor sie in Ruhe zu Teekräuter trocknen dürfen.

 

 

Zuhause wird genäht

Die vor Monaten angedachten Babyquilts sind in meiner Freizeit jetzt wirklich Thema. Vorsichtig angefragt, welche Farbe denn gewünscht ist, habe ich mich inzwischen in Sachen Stoffen eingeblaut. Allerdings muss ich jetzt wirklich langsam voran kommen, sonst sind die Babys schneller da als ich mit einer weichen Unterlage, bzw. warmen Decke!

 

 

 

Filmtipp!

Amelie rennt! – Trailer

Es war der erste Film, den ich komplett in diesem Schuljahr mit einer Klasse schaute. Nicht der Film der ersten Wahl meiner Kollegin und mir, doch nachdem sich der Wunschfilm im Fundus nicht auffinden ließ, musste aus den vorhandenen DVDs ausgewählt werden. Nach etlichen gelesenen Rückseitentexte fiel die Entscheidung auf diesen Film – gute Wahl, wie sich bei der gemeinschaftlichen Filmzeit der beiden 8er-Klassen erwies. Spätestens das anschließende Gespräch mit den SchülerInnen zeigte, der Film kam bei den 13- bis 15/16jährigen an. Die Geschichte der jungen Amelie, die trotz Asthma einfach leben möchte, nicht in Watte gepackt, ist meines Erachtens für jung und alt sehenswert aufbereitet.

Leider sind meine Erichs nicht so handzahm, wie das im Film gezeigte Eichhörnchen.

 

 

Katzenkino

Die beiden Flohträger zerlegen das hängende Futterhaus inzwischen wirklich systematisch, vor allem der scheuere Erich der Braune. Alles halb so wild, außer die Flöhe! Yuck! Egal welche Sorte an Flöhe, ob von Hunden, Katzen, Hoppeltieren, Federvieh und Wildgetier, ein Meter reicht und ich werde gekapert, feindliche Übernahme, Widerstand ist zwecklos. Flöhe lieben mich! Vorerst füttere ich keine Vögel (und Eichhörnchen) mehr, bis ich die Vogelfutterhäuser vor Fremdfressern gesichert habe. Meine Erichs werden nicht zu kurz kommen. Sie bekommen ihren eigenen Futterplatz. Ihre ganz persönliche Mensa ist schon im Bau.

 

Macht’s  gut und bis die Tage,

Karin

 

 

 

 

 

 

 

12 von 12 im Juni 2018

und …

Schafskälte light und nass

1 Schon die Nacht brachte, nach den Regenperioden des Vortags, etwas Frische mit sich. Echte Abkühlung sieht anders aus, doch sie reichte um die Strickjacke morgens anzuziehen, wie den Regenschirm einzupacken. Vor zwei Jahren war es nicht anders (Link), weshalb ich den verregneten Erich aus dem Archiv herausholte. Allerdings saß er heute morgen genau so in der Birke und fand sein Leben zum k****, denn auch beide Futterhäuser waren leer. Zu kalt, zu nass, zu wenig Zeit um diese aufzufüllen. Ich fand die Aussicht auf den Tag nicht weniger toll, doch schaffte ich es positiv zu denken und mir etwas Gutes zu tun.

2 Ich füllte meine Futterbox mit unverpackt gekauftem Gemüse vom Markt, geputzt, geschnippelt und abgepackt in meine Blechdose. Langsam hat sie Benutzungsspuren, YEAH! Die Spiegelung von meinem Saftkrug im Deckel animierte mich im Laufe des Tages die Augen aufzuhalten, wo ich noch mehr finden kann. Es war schwierig. Der Schultag war lang und es war zudem der letzte Durchführungstag der Projektprüfung für die 9er, mit Abgabeschluss der schriftlichen Dokumentation.

3 Mittagspause und unterwegs in die Innenstadt um eine Postsendung abzuholen, als der Regen wieder einsetzte.

4567 Farbenspiel und Nebenschauplätze am Bahnhof

8 Kleine Sternstunde im Fach Natur und Technik. Geplant war im Garten zu arbeiten, doch pünktlich zum Unterrichtsbeginn goss es wieder in Strömen. Mit den Schülern sichtete ich das letzte verfügbare Material und aus den Resten entsteht nun ein neues, niedriges „Hoch“-Beet. Bis auf den Einsatz der Bohrmaschine und dem Akku-Schrauber lief alles in reiner Handarbeit – selbstständig, fachlich und sachlich richtig.

Solche Stunden tun mir so gut!

9 Der Aufreger des Tages – der Kirschbaum steht HINTER dem Bauzaun! Und die Bauarbeiter haben eine Leiter an UNSEREN Baum gestellt!! „Frau Be, dürfen die das?“, war die aufgeregte Frage. Ich war auch traurig nicht einmal eine Kirsche abbekommen zu haben, doch der Baum ist, dank besserer Leitern, dieses Jahr beinahe professionell abgeerntet worden. Nicht einmal den Vögeln wurde etwas übrig gelassen.

10  und 11 Selbst nach Unterrichtsschluss am Nachmittag schüttete es noch auf meinem Heimweg.

12 Zuhause wartete der Rest vom gefrorenem Joghurt, den ich mir mit Rosenzucker aufhübschte und versüßte. Lecker!

 

Zwölf Eindrücke am Zwölften eines Monats ist das Thema, das Caro von Draußen nur Kännchen jeden Monat anbietet und ich mache mit. Mehr Geschichten von diesem Tag im Juni 2018 gibt es hier.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Apropos Schafskälte: Regen und Abkühlung um diese Jahreszeit sind nicht ungewöhnlich -> Link

Woche 23/2018

und …

Hauptsache es geht in den Garten, egal in welchen!

Brandkraut

Der schönste Tag der Woche war für meine SchülerInnen eindeutig der Montag. Ich mag Montage auch nicht, habe zum Glück das zweite Jahr in Folge unterrichtsfrei an diesem Tag, doch dieser Wochenbeginn lief anders. Gleichzeitig Schulbeginn nach den Pfingstferien, begann für die SchülerInnen des Schulzentrums, in dem ich unterrichte, dieser Schultag mit einem freien Tag. Stromausfall, seit dem Unwetter von Donnerstag auf Freitag. Der Hauptschalter im Verteilerhäuschen ließ sich, altershalber, nicht einfach wieder auf „an“ wuchten, bzw. er ließ sich nach einer Säuberung zwar mit vereinten Kräften bewegen, nur ohne Wirkung. In der örtlichen Tageszeitung (Bericht) fand dieser Unterrichtsausfall, der eine Realschule und eine Werkrealschule betraf, keine Erwähnung. Letztlich ist das auch egal, denn für uns Lehrer, alle, bestand Anwesenheitspflicht. Ich mag Montage wirklich nicht, nicht erst seit die Boomtown Rats mir musikalisch beipflichteten (Link). Nebenbei ist „I don’t like Mondays“ untrennbar mit einer Urlaubs- und Autogeschichte verknüpft. Blöd nur, es war nicht mein Auto, weshalb es bei Astrids Linkparty zu unseren Geschichten, wie Erfahrungen mit Autos nicht auftauchen wird (schade eigentlich, denn alleine diese hatte alles in sich, was eine Geschichte ausmacht. Ich schweife ab. 😉

Irgendwie gespenstisch empfand ich die Atmosphäre im Schulhaus. Gleichzeitig wurde nicht nur mir bewusst, in welchem Ausmaß die technischen Geräte um uns herum die Umgebung beschallen. Ein Schulhaus ohne Schüler ist leise, ohne Strom tatsächlich geräuschlos, und dunkel. Da ging ich doch lieber in den Garten, der es nach den Ferien dringend nötig hatte, dass jemand Hand anlegte! Unkraut allüberall, wie dieser hübsche Feinstrahl.

Meine schönsten Arbeitstage – tatsächlich im Plural! – waren dann der Mittwoch und der Donnerstag. Gut 100 km entfernt von meiner eigentlichen Dienststelle durfte ich, wie letztes Jahr (Link), am Landesschulzentrum für Umwelterziehung, LSZU, in Adelsheim einen Lehrervorbereitungskurs unterstützen. Dieser Schulgarten ist mein Traum, obwohl ich mit meinem eigenem, wachsenden Projekt schon glücklich bin. Doch es ist ein ganz anderes Arbeiten mit motivierten Kolleginnen und Kollegen Projekte zu verwirklichen, wie diese kleine Sitzecke.

Da das Material nicht so wirklich schick für zwei Sitzbänke gereicht hatte, stand ich unverhofft an der einer mir unbekannten Kreissäge um eine neue Idee voranzubringen. Statt einer zweiten, sehr kurzen Sitzbank, standen dafür zwei Sitzhocker im Garten – kaum fertig, schon von Schülern besetzt/besessen.

Auch in diesem Jahr schaute ich nach, ob sich der Hirschhornkäfer, der sich vor Jahren in einem neu angelegten Hochbeet angesiedelt hatte, wieder zeigt. Leider nicht, doch ich habe zum Glück immer noch die Fotos von diesem beindruckendem Insekt.

Dienstag und Freitag, als normale Schultage zum Schuljahresende mit Abschlussprüfungen, Schulabschlussvorbereitungen, regulärem Unterricht, und den üblichen Überraschungen könnte ich in Worte fassen. Sie liegen mir auf der Zunge und in den Fingern kribbelt es. Allein es siegt die Vernunft. Nur so viel, ich brauche keine zusätzlichen Aufreger und mache auf dieser breiten Ebene kein Fass auf.  „In Sachen Schule versteht sich jeder als Bescheidwisser, weil er diese einmal besucht hat!“, gab einer meiner Dozenten aus meiner Lehrerausbildungszeit uns mit auf den Weg. Als Junglehrerin belächelte ich Herrn M. ob dieser Aussage. Im Laufe meiner Dienstjahre erinnerte ich mich immer wieder an diese Worte, vor allem wenn wieder ein neuer Bildungsplan auf den Weg geschickt wurde. Inzwischen, mitten drin im Ergebnis dieser Kultusreformen in Ba-Wü, die von Menschen gemacht wurden, weil sie mal zur Schule gegangen sind, bade ich wieder einmal zusammen mit den Schülern diese aus und versuche dort wo die Reformen ankommen sollten zu retten, was zu retten ist. Warum werden neue Ideen nicht zusammen mit den Leuten überlegt, die dort arbeiten, wo neue Entwicklungen hin gehören?

Wunsch. Traum. Ausgeträumt.

Vielleicht sollte ich mich wie diese Biene im Baldrian einfach abhängen lassen.

 

Dagegen verbrachte ich den Sonntag mit Rechnungsprüfung als Beirätin der Wohnungseigentümer meiner Wohneinheit. Viel lieber hätte ich mit Gesumm und Gebrumm das Wochenende genossen.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Pflanzenfarben aus Birkenblättern #2

oder …

Von brodelndem Pflanzenmaterial zu Malfarbe, Farbpigmenten und Malversuchen

 

Am Anfang stand der große emaillierte Topf, ehemals als Bräter in meiner Vor-Vegetarierzeit genutzt, auf dem Herd. Gefüllt mit einer ordentlichen Portion getrockneter Birkenblätter und Wasser simmerte alles vor sich hin und in der Küche duftete (roch, stank – je nach Geruchsempfinden) es für meine Begriffe wie zu Zeiten, als ich mit meiner ehemaligen Schwiegermutter Teppichwolle färbte.

Im Gegensatz zu früher verzichtete ich bei der Herstellung vom Farbsud auf irgendwelche Zusatzstoffe und verwendete nur Birkenblätter und Wasser, mehr nicht. Entsprechend unspektakulär fiel auch das erste Färbeergebnis beim im Sud schwimmenden Wollstrang aus. Zum Malen war die in Brühe in diesem Stadium ebenso wenig geeignet.

Abgeseiht von den Pflanzenresten  kochte ich den Sud ein und filtrierte die restliche, ziemlich braune Brühe. Dieser Vorgang dauerte eine gefühlt Ewigkeit, Tage, um mir ganz zum Schluss ein paar grünliche Partikel im Filterpapier als „Ernte“ zu bieten.

Ich spreche jetzt mal nicht darüber welche Assoziationen mich im ersten Moment überkamen, als ich die getrockneten Reste, aus dem Filter abgeschabt, vor mir liegen hatte, sondern lieber über die magere Ausbeute an Farbpigmenten. Enttäuschend! Inzwischen etwas klüger werde es noch es noch einmal versuchen, doch zuerst zur Weiterverarbeitung der paar Brocken Farbpigmente.

Im Mörser zerkleinert, und durch ein zweckentfremdetes Glasursieb gearbeitet, freute ich mich schließlich doch über das Ergebnis. Egal wie groß die Ausbeute schließlich war, es hatte geklappt!

 

Der restliche Sud, der vom Filtrieren übrig blieb, erwies sich überraschend vielfältig, dass ich meine Pinsel wieder herausholte.

Zwar nicht in erhofftem grün, sondern in einer Reihe von Gelbtönen sammelten sich Linien und Druckmuster auf Resten von Papierstreifen.

 

Zum Schluss reichte die Doppelseite in meinem Musterbuch gerade zur Dokumentation der vielen Schritte zur Farbherstellung aus, einschließlich der aus der ersten Versuchsreihe (Link).

 

Von den Malproben schafften es ein paar Stücke als Bild an die Wand.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

Woche 22/2018

und …

Unterrichtsfrei mit Auszeit #2

In der Waschmaschine dreht sich die Wäsche. Die in meiner Abwesenheit entstandenen Katerschäden sind, wie die des Unwetteres vor ein paar Tagen, beseitigt. Noch bin ich nicht richtig zuhause angekommen und doch schon wieder im Arbeitsmodus, obwohl vor dem Ende der Schulferien noch das Wochenende liegt.

 

Die knappe Woche am Bodensee im Urlaubsquartier meiner Eltern war schön. Gesundheitliche Beeinträchtigungen hatten sie beinahe abgehalten diese Reise zu unternehmen. Ich hätte sie auch gebracht, da ich weiß wie gut es ihnen abseits vom Feinstaubklima im Großraum Stuttgart geht und wie wohl sie sich dort fühlen. Doch sie schafften die An- und Abreise richtig gut alleine. Das Quartier am Bodensee ist nach vielen Besuchsjahren ihr zweites Zuhause und so begrüßte sie die Vermieterin: „Willkommen daheim!“. Deshalb werde ich meinen Eltern so lange es geht diese Urlaube ermöglichen, auch wenn sie nicht mehr alleine anreisen können. Ich bin froh sie noch zu haben.

Neben der Gemeinsamzeit mit den Eltern war mein Plan die freien Stunden der Tage zum Laufen, Freunde, Bekannte, Plätze besuchen zu nutzen, die ich lange nicht mehr gesehen habe oder immer schon besuchen wollte. Allerdings änderte ich schon bei der Anreise die Wegstrecke, fuhr nicht direkt, sondern wie fremd gesteuert, zuerst an meinen allerersten Dienstort. Selbst nach beinahe 38 Jahren fuhr ich die Strecke, sogar quer durch die Pampa des Klettgaus, bis ins letzte Eck am Hochrhein ohne Karte und Navi. Die Geister die mich riefen überfielen mich schon beim ersten, fast unveränderten!, Anblick vor dem Ortsschild, dass ich erst einmal anhalten musste. Noch keine 22 war ich als echtes Stadtkind hierher verpflichtet worden, mit einer Menge an ökologischen, sozialen, frauenpolitischen Idealen im Gepäck und war im oberkonservativen Outback voll aufgelaufen.

Ich fuhr tatsächlich, selbst nach so vielen Jahren, in den Ort ein wie damals mit meinem blauen 2CV4, den ein chinesischer Drache auf der Motorhaube zierte, wie der gestickte auf meiner Jeans. Man beäugte mich schief, schräg, egal wo ich mich im Ort aufhielt, damals wie heute. Die Stiege zu meiner damaligen „Wohnung“ existiert noch genauso wie der braun lackierte Briefkasten. Noch einmal lief ich bei dieser Tour in die Vergangenheit entlang meiner alten Strecken zur Schule und zum Laden vor Ort (den ich in guter Erinnerung behalten werde) und hake nunmehr dieses Kapitel in meinem Leben endgültig ab.

Viel schöner fiel der Weg, die Strecke Richtung Bodensee, aus. Entsprechend meines Retro-Wegs fuhr ich den ersten Teil so, wie vor vielen Jahren nachhause – erst durch Eglisau und Rafz in der Schweiz, dann durch Lottstetten und Jestetten in Deutschland und weiter durch die Schweiz über Neuhausen und Schaffhausen. Allerdings bog ich auf dieser Tour nicht in Richtung Norden ab, sondern fuhr am Rhein entlang Richtung Büsingen (da ich ja nicht Richtung Stuttgart wollte, sondern Richtung Konstanz). Hierher zog es mich allerdings oft in meiner Lehrerinnenanfangszeit. An dieser Stelle saß ich oft mit den Gedanken den Bettel einfach hinzuschmeißen, oder mir alternativ, eine Wohnung in Schaffhausen zu suchen.

Dieses Mal, Jahrzehnte später, saß ich mit ähnlichen Gedanken hier. Ich mache mir Gedanken wie ich meine letzten Jahre im Schuldienst gestalten oder steuern kann, um nicht noch mehr Federn, oder mich verbiegen zu lassen.

Lieber genieße ich überschaubare Wege und schöne Aussichten, im Urlaub wie im Alltag.

Bevor der Alltag nächste Woche losgeht jetzt noch ein paar Eindrücke aus der vergangenen Woche, in der ich mich x-fach verfluchte ohne das richtige Objektiv unterwegs gewesen zu sein. So hat der Haubentaucher links einen Fisch im Schnabel, den ich eben ohne richtige Hardware nicht so einfangen konnte, wie ich es gerne gehabt hätte.

Vollmond und Unwetter über der Mainau waren beeindruckend, wie der morgendliche Eindruck.

Wie erwartet waren es viel zu wenig Tage, denn es reichte nur für einen Freundschaftsbesuch. Der galt einer meiner Kräuterfrauen aus der Ausbildung, die auf der Höri wohnt. Zusammen liefen wir entlang des Rheins nach Stein und besuchten die frisch restaurierte Klosteranlage St. Georgen mit seinem wunderschönem Kräutergarten.

In den anderen Tagen probierte ich das Bodenseeticket aus und bin nun ein Fan der Thurbo, der Schweizer Regionalbahn die entlang des Bodensees verläuft. Das Ticket ist ein lohnendes Angebot um rund um, oder auch mal über den See von A nach B, und ins Umland, zu kommen.

Interessant fand ich das Schulmuseum und das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen, schön die Macke-Ausstellung in Lindau und in Konstanz verblüffte die ausufernde Sammelleidenschaft eines früheren Stadtrates im Rosgartenmuseum. Erholsam waren die Spaziergänge am Wasser, sofern ich ans Wasser kommen konnte.

 

 

Für mich selbst schaffte ich wieder ein paar Abschnitte meiner Mission Deutschland-rundherum auf Nebenstrecken, überquerte den Rhein zu Fuß in Laufenburg in die Schweiz und in Weil am Rhein ging es über die Dreiländerbrücke nach Huningue in Frankreich.

Jetzt schaue ich noch was in der Bloggerwelt in den letzten Tagen so geschehen ist bevor es ans bügeln und an die unerledigte Post geht. Eigentlich sollte ich noch auf meinen Blogseiten ein paar Reparaturarbeiten erledigen, da das Cookie-Informations-Plugin nur noch auf Safari arbeitet. Ärgerlich, doch das muss warten.

 

Bis die Tage,

Karin

Es tut sich was im Schulgarten #3/2018

im …

Mai 2018

 

Endlich passte an den Tagen das Wetter und in den verfügbaren Stunden der Stunden- wie Vertretungsplan um im Schulgarten zu reparieren, wie aufzuräumen. Ein paar Bilder zeigte ich schon in meinem Wochenbericht #19 hier.

 

Erledigte Gartenaufträge im April:

  • die ersten Bohnen wurden gesteckt
  • Salatpflänzchen kamen ins Hochbeet
  • Gemüsesamen aus Japan (ein Reisemitbringsel meiner Tochter) wurde gesät
  • das neue Spalier bekam neue Drähte
  • die selbst gezogenen Chili-, Paprika- und Tomatenpflanzen kamen ins Gewächshaus und in Außenbeete
  • ein zweites Aufbewahrungsregal entstand
  • eine Wegkante wurde durch Steine ersetzt, die verrottete Wegkante konnte nicht mehr repariert werden
  • Jauche von Ackerschachtelhalm konnte angesetzt werden

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Pflanzenwelt entwickelt, wenn Licht, Wärme und Wasser stimmen.

 

Bei näherem Hinschauen ist es eine Freude zu sehen, was grünt und blüht – die Lupinen allerdings nur mit halben Kerzen. So haben im rosarotem Beet die Läuse ihr zerstörerisches Werk hinterlassen. Dagegen hatten sie den blutroten Storchschnabel verschmäht. Ohne Beeinträchtigung blühen der Gartenlein, der Beinwell, die Brombeere, und manch anderes.

 

 

Wenn manche Blüte schon verblüht ist bleibt doch bei einigen die Vorfreude auf die Früchte, die es zu ernten gibt.

 

Im Juni kommen die vorgezogenen Kürbis- und Zucchinipflanzen ins Freiland. Kräuter für Kräutersalz und Tees müssen geerntet werden. Da sich einiges an Neulingen auf den Beeten ausgesät hat muss entschieden werden, wer bleiben darf und wer nicht. Manches Pflänzchen wird wohl einen anderen Platz bekommen. Das heißt dann auch wieder für die SchülerInnen Pflanzen bestimmen, sich über sie informieren und neue Schilder herstellen.

Es bleibt ein Abenteuer.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Verlinkt mit 12tel-Blick von Eva.

Woche 21/2018

und …

Unterrichtsfrei mit Auszeit

Die über die Schulwochen angewachsene Liste der zu erledigenden Aufgaben (andere nennen das To-Do-Liste, ich nicht) erwies sich zäh in der Erledigung. Der Hauptgrund – einfach keine Lust dazu. Gibt es doch so viel angenehmeres zu tun, als den Keller aufräumen, an der Steuererklärung sitzen, die Datenschutzerklärung in die Reihe bringen, Katzenklo grundreinigen, Fortbildungsmaterial richten, Noten ausrechnen, …

Unschwer zu erkennen, zwei Übel habe ich erledigt bekommen. Ein drittes Übel brachte ich am Dienstag ins Gesundheitsamt. Auf irgendeinem Weg hatte ich am Wochenende ein völlig ungeeignetes Spielzeug für meinen jüngeren Kater in die Wohnung gebracht. Das woher konnte ich nicht wirklich ergründen, aber die Art des Mitbringsels, dank Google, schon: Haemaphysalis longicornis (vermutete ich zumindest nach den gefundenen Bildern, mit dem Fazit: Google weiß auch nicht alles!). Noch nie davon gehört, noch nie ein solches Wesen gesehen und auch auf dem Amt waren alle überrascht. Es ist eine Zeckenart, die hier eigentlich nicht vorkommt. Ende der Woche kam dann die Entwarnung – keine von diesen asiatischen Alien-Zecken und auch frei von unerwünschten kleineren Nichtlebewesen. Bilder zeige ich auf hierundfort.

Wenn schon in der Innenstadt besuchte ich endlich wieder einen meiner Blickwinkel, denn bis zum Monatsende und dem 12tel-Blick liegen nicht mehr allzuviele Tage. Sonnenschein und die freie Zeit verlockten zu einer kleinen Sünde.

Herrlich fühlen sich die Momente an, wenn die Seele und der Kopf im Einklang sind, gemeinsam munter eine Melodie vor sich hin summen und kein Störgeräusch von innen durch die Ohren pfeift. Für ein paar Momente keinen Druck zu fühlen ist so unbeschreiblich schön und wertvoll.

Im Schulgarten traf ich immer wieder meinen Kollegen aus der benachbarten Schule, der, wie ich, in seinem Gartenteil nach dem rechten schaute. Neben gießen, Pflanzen hochbinden, Unkraut im Zaum halten kam es zu viel Austausch in aller Ruhe.

Der nächste Stress kommt bestimmt, und er kam, unter anderem in diesen Formen:

Meine Mutter hatte eins ihrer wichtigsten Medikamente vergessen in den Urlaub mitzunehmen. Problem gelöst.

Zahnarztbesuche sind nötig, gehören zudem ebenso wenig zu meinen liebsten Unternehmungen in den Schulferien, wie Schreibtischtätigkeiten.

Musste doch zum Wochenende unbedingt noch das Paket mit den Belegen zur Prüfung der Jahresabrechnung der Wohnungseigentümer kommen! Damit ich es nicht mehr sehen musste wurde es bei einer anderen Mit-Prüferin zwischengeparkt. Puh!

Irgendwann konnte ich mich auch in den Stau stellen für einen kurzen Tapetenwechsel, mit etwas Seele baumeln lassen und im wahrsten Sinn des Wortes bemuttert zu werden. Ich besuchte meine Eltern an ihrem Urlaubsort um mit ihnen zu feiern.

Sechzig Jahre verbrachten die beiden inzwischen zusammen und diesen speziellen Hochzeitstag wollte ich mit ihnen gemeinsam verbringen, es ihnen schön machen.

 

Zuhause darf sich die expandierende Baustelle – wie vermutet ist jetzt eine weitere Zufahrtsstraße in das Wohngebiet, in dem ich wohne, bis Ende Oktober gesperrt worden – ohne meine stille Teilhabe weiter entwickeln. Einzig positiv daran ist, es gibt keinen Durchgangsverkehr mehr. Der Geräuschpegel hat sich dadurch am Wochenende deutlich gesenkt. Unter der Woche ist er, durch die Zunahme der Baustellentätigkeiten, allerdings gleich geblieben.

Zumindest für die Fußgänger wurde auf der linken Seite ein Gehweg offen gehalten. Irgendwie müssen die Schüler ja in ihre Schulen kommen ;-).

Erich ist das alles egal. Dank seiner Tätigkeiten ist das Futterhaus bald Geschichte, oder auch eine Baustelle.

 

Nicht hängen lassen!

Und bis die Tage,

Karin

Pflanzenfarben aus Birkenblättern #1

oder …

Malfarbe aus Blattwerk plus Nebenprodukten – der Anfang

 

Mit Birkenblättern probierte ich vor gefühlten paar Jahren – tatsächlich sind es mehr als vierzig – meine erste handgesponnene Wolle zu färben. Der Geruch von frisch aufgekochten Birkenblättern ist einer meiner liebsten Gerüche in der Färberküche geblieben. Seit ein paar Tagen schnuppere ich ihn wieder in meiner Küche, weil ich in diesem Frühjahr daran gedacht habe junge Birkenblätter zu sammeln (um dann festzustellen, dass ich noch ein Kilo der 2016er-Ernte im Keller gelagert hatte).

Ich liebe Birken. Neben dem Spitzahorn, ist es ein Baum, der mich immer wieder inspiriert, mich einfach glücklich macht, wenn ich in die Äste und ins Blattwerk schaue.

 

 

Eichhörnchen Erich stimmt mir bestimmt zu, denn er beobachtete mich zwischen Futterhaus plündern und Turnübungen von Ast zu Ast beim Abzupfen der vielen Blätter. Er liebt die Birke auch ganz besonders!

 

 

Nach einer guten Stunde lag dieser Haufen Blattwerk sauber abgezupft in der Kiste. Keine einfache Aufgabe im Freien, da genau in dieser Stunde unbedingt ein Lüftchen wehen musste.

 

 

Die übrigen Zweige schienen mir zu schade für Kompost & Co. . Kurzerhand wand ich noch einen Kranz, der garantiert noch weitere Verwendung finden wird. Weihnachten kommt ja immer so überraschend ;-).

 

 

Aus den getrockneten Blättern probierte ich meinen ersten Versuch im Kaltverfahren, d.h. Blattmaterial mit etwas Wasser fein mörsern. Nach viel Muskelarbeit entsteht ein Pflanzensaft, den ich dann absiebe oder filtriere. Ich verwende dazu meist Tücher.

 

 

Spannend wird es, wenn der entstandene Pflanzensaft auf das Papier aufgetragen wird. Mit etwas Essig, Zitronensaft oder Natron lassen sich oft, nicht immer, noch ein paar Farbvariationen beim Spiel mir pH-Werten erzielen. Interessant ist auch, die entstandenen Farben auf unterschiedlichen Papieren auszuprobieren. Ich verwendete stark verdünnte Essigessenz und eine Lösung von Wasser und Kaisernatron bei diesem Versuch.

 

 

Hinweis: Diese Pflanzenfarben sind nicht lichtecht, aber für den Moment eine tolle Erfahrung. Wenn die Farben nicht ständig direktem Licht ausgesetzt sind, bleiben sie doch erstaunlich lange erhalten.

 

Der große Rest der getrockneten Birkenblätter wartet, in Wasser eingeweicht, auf seine Weiterverarbeitung: Pflanzenfarben aus Birkenblättern #2

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 20/2018

oder …

Rückblick mit Ausblick auf die kommenden unterrichtsfreien Tage

Bei einem Gespräch mit einer befreundeten Kollegin fiel eine Äußerung von ihr: „Wenn ich nicht bald wieder Zeit und Muße habe kreativ zu werden, verdorre ich wie eine Primel in der Sonne. Du kennst das garantiert auch.“ – JA!
Es ist ja nicht so, dass wir gar keine Gelegenheiten finden, aber die Zeitfenster um Ideen zuende zu probieren, sich einfach fallen lassen zu können in Farbe, Papier, Pinsel, Nähmaschine & Co. ohne Blick auf die Uhr, die mahnende Fülle auf dem Schreibtisch, im Spülbecken, … gleichen homöopathischen Dosen in unzureichender Potenzierung.

Der Alltag fühlt sich an wie im Netz gefangen zu sein und von vielen Enden angenagt zu werden …

 

Nicht wirklich offen über den Schulalltag sprechen zu können fühle ich zunehmend als Belastung. Am Ende meines 40. Dienstjahres geht mir manchmal die Kraft aus positiv zu denken. Zum Glück gibt es sie noch die ganz besonderen Unterrichtsstunden, die Sternstunden, wenn ganz einfache Anweisungen in ruhiger Atmosphäre eine produktive, einfallsreiche Vielfalt hervorbringen lässt. Das Chaos in der Lötzinnrolle verzeihe ich sogar, ausnahmsweise.

Chaos kann ich auch, dachte ich mir, als am Dienstag eine Mitteilung über eine weitere Straßensperrung im Briefkasten lag (irgendwann müssen wir fliegen, um aus diesem Stadtteil zu kommen). Ich hatte es geahnt. Die Markierungen auf den Straßen und Fußwegen waren Vorboten. Inzwischen üben sich die Absperrungen mit ihren Leuchten.

 

Chaos kann ich auch, dachte ich mir, als schon wieder, wie im letzten Jahr, die blühende Himbeere wie der Rainfarn und andere mühsam gehegten Wildpflanzen an der Trockenmauer auf dem Schulgelände platt gemäht wurden, aber die Plage an Hartriegel verschont blieb. Ab jetzt werde ich hier keine Energie mehr investieren.

 

 

 

Chaos kann ich auch, dachte ich mir nach meiner Zahn-OP Mitte der Woche. Zum Essen genieße ich momentan lieber flüssiges und weiches Vorgekochtes aus dem Tiefkühlgerät. Deshalb köchelten auf meinem Herd statt Mahlzeiten eher Pflanzen zu Farben und Hydrolaten. Nächste Woche wird abgefüllt und ausprobiert.

 

Chaos kann ich auch, dachte ich, als ich mich an meine beiden Blogseiten setzte um sie in Sachen Datenschutz auf den neuesten Stand zu bringen. Ab einem gewissen Punkt wurde Sohnemann-Support benötigt, der zudem den Anschub gab weitere Veränderungen vorzunehmen. Ich bin gespannt, wie sich diese Aktionen entwickeln werden, denn, wie gesagt, Chaos kann ich auch. Trotzdem hoffe ich, dass meine Blogs den Serverumzug unbeschadet überleben werden.

 

Chaos braucht einen Ausgleich. Dazu genieße ich die schattigen Momente draußen in der Natur. Bis meine Backe abgeschwollen ist soll ich Wärme und Sonne meiden. Wie schön ist es dann, nachdem die Bachnelkenwurz verblüht ist, meinen beiden anderen Lieblingsblumen zu begegnen.

Ich kann für die Färberküche wieder Mohnblüten und Wiesenstorchschnabelblüten ernten.

 

Bis die Tage,

Karin