oder …
mit Besen und Meterstab durch die Woche
Wie vergangene Woche angekündigt kümmerte ich mich um die Dekoration für ein Sommerfest. Da ich zu der Veranstaltung kurzfristig nicht selbst dabei sein kann musste ich mir etwas einfallen lassen, das gut zu transportieren ist, kein Wasser benötigt und einfach aus der Kiste auf den Tisch gestellt werden kann. Das alles möglichst mit wenig Kosten.
Die Basis waren dieses Mal kleine Töpfe vom gelb-blauen Möbelriesen, der tatsächlich ein günstigeres Angebot macht, als die asiatischen Billiganbieter. Letztere bediene ich generell nicht, allein schon aus Prinzip, auch wenn in der Suchmaschine des Computers die Preise natürlich verlockend ins Auge springen. Grundsätzlich schaue ich mich bei jeder Online-Bestellung durchs Kleingedruckte, um zu erfahren, wo das Produkt hergestellt wurde. Von manchen Kauf habe ich dann abgesehen oder ich ärgerte mich bei der Lieferung beim Blick auf die Verpackung. Es ist fast unmöglich etwas nicht in China hergestelltes zu bekommen, aber es geht! Leider trifft das auf die Blechtöpfchen vom Möbelriesen nicht zu, die sind ebenfalls aus China.
Die Preisschilder mussten als erstes weg und dafür ließ ich mir von der Sonne helfen. Deren Energie heizte das Blech auf, dass sich die „Bepper“ leicht abziehen ließen.
Die wollte ich – Sommerfest hin oder her – mit etwas herbstlichem füllen. Der erste Gedanke ging in Richtung roter Erika oder Calluna, Besenheide. Die hätte ich im Anschluss in meinen Garten und in meine Balkonkästen gepflanzt. Ich fand jedoch kein günstiges Angebot.
Nächste Idee – eine Dekoration aus Stroh, getrockneten Karden, Ähren von meinem angebauten Einkorn, Jungfer im Grünen und Lavendel. Das zu binden gab ich nach dem ersten Topf auf. Mein Material hätte nicht für 30 Töpfe gereicht und jedes Gesteck dauerte eine gefühlte Ewigkeit.

Nächster Versuch, aus Stroh, Ähren und Lavendel. Das dauerte zwar ebenfalls, weil das Stroh aus dem Sack mehr kurze Halme, als die benötigten langen enthielt. Je tiefer ich in den Strohsack griff umso kürzer wurde das Stroh. Nach dem sechsten Topf war auch diese Idee abgehakt. Ich packte das Ergebnis trotzdem in einen Korb, zum Ausliefern.

Was nun? Die ganze Gartenveranda lag voller Stroh und einiges hatte ich schon in Töpfchen gepackt.
Denkpause, mit einer Tasse Tee.
Ich packte noch mehr Stroh in eins der Blechtöpfe, doch das Zeug blieb nicht so einfach dort drin. Es flutschte immer wieder raus, bis ich es etwas fester eindrückte. Irgendwann, mit nachfüllen, noch einmal drücken, drehen, quetschen, usw. war das erste Töpfchen mit Stroh und einer Vertiefung gefüllt, ohne dass es wieder herausfiel. Restliche Krümel schüttelte ich ab und machte mich auf den Weg zum benachbarten Bauern. Dort hatte ich einen Kürbisstand gesehen. Ich bin zwar keine große Freundin von Zierkürbissen, doch beim letzten Spaziergang hatten mir einige Formen und Farben gefallen. Zwei hatten unbedingt auf meinen Gartentisch wollen.

Voilà, am Ende des Nachmittags waren die 30 Blechtöpfe mit Stroh gefüllt und jeder garniert mit einem Kürbis.
Fertig!


Dachte ich!
Ich hatte die Körbe mit der Dekoration in die Gartenhütte gestellt, bis ich sie am Donnerstag ausliefern wollte.
Donnerstagmorgen öffnete ich die Hütte und mir kam Mausgeruch entgegen. Auf dem Fußboden lag die Holzschachtel mit den gerade vom Flachs gereffelten Leinsamen, großflächig verteilt. Zwei Tage zuvor stand sie noch auf einer Ablage. Die Behälter mit getrockneten Färberpflanzen hatten den gleichen Weg genommen. Keine Zeit mich um die Sauerei zu kümmern griff ich nur die drei Körbe und brachte sie zu meinem Auto. Erst dort, beim Einladen des Korbs mit den sechs Prototypen, sah ich die Bescherung. Alle Ähren waren abgefressen! Zum Donnerdrummel aber auch!
Zum Glück hatte ich noch genügend Ähren um den Schaden zu reparieren.

Ansonsten
- die Gartenhütte aufgeräumt, auf der Suche nach einem Mäusenest. Keins gefunden, aber jede Menge Spuren an angeknabberten Samentüten und Saatgut, Papierresten, …, Kötteln. Zum Glück hängen Zwiebeln und Knoblauch an der Decke, wie die Kräuterbüschel. Warum sie nicht an das restliche Einkorn gegangen sind, das vor der Hütte auf der Veranda steht, ist mir ein Rätsel.
- ein Projekt abgeschlossen – die Wasserstelle im Garten (Link) – ist es Zeit sich um ein neues zu kümmern. Ich war meist wieder mit dem Meterstab unterwegs, dieses Mal in meiner Wohnung. Drei Zimmer sind noch nicht renoviert, bzw. saniert und der letzte Umbauabschnitt liegt sieben Jahre zurück. Ich fand für den nächsten Schritt über die Wochen und Monate einfach keine Lösung, ich war auch mit genügend anderen Dingen beschäftigt. Jetzt gibt es keine Entschuldigung oder Ausrede mehr, dass es nicht weiter geht. Nun setzte ich mir eine Frist. Zwar dreht mein Gedanken- und Gefühlskarussell immer noch festgefahrene Runden, doch meist hilft mir körperliches Tun und/oder die Arbeit an etwas Neuem heraus. Manchmal funktioniert es für eine Weile, bringt mich auf andere Gedanken. Dieses Mal scheint es zu klappen. Erste Entscheidungen habe ich getroffen und ich hoffe in zwei Wochen Farbe kaufen zu können.
- meinen alleinstehenden Nachbarinnen weiter mit Kleinigkeiten aus meinem Garten Freude bereitet. Am Ende der Woche gab es Mini-Gemüse: Mexikanische Minigurken und die ersten reifen wilden Tomaten. Die Tomaten sind leicht zu finden, aber die Gürkchen sind Ton-in-Ton eine Herausforderung.


- den Freitagmorgen mit zwei ehemaligen, befreundeten Kolleginnen in einem Gartencafe verbracht, während die KollegInnen im Dienst in ihrer ersten Konferenz des neuen Schuljahres saßen. Wir dachten ganz fest an sie und bemühten uns über etwas anderes, als Schule zu sprechen. Ebenso dachten wir an den 11.09. vor 25 Jahren und wo wir zu dem Zeitpunkt waren, als der Anschlag, nicht nur auf die Twin Towers, die Welt erschütterte – mein Bruder hätte an dem Tag eigentlich in New York sein sollen.
- das Konzertticket, dass seit November 2025 an meinem Kühlschrank hing eingelöst und angehört, das von Robin Smith initiierte Projekt MIKE OLDFIELD’S TUBUBLAR BELLS mit einer Auswahl aus Tubular Bells I, II & III, im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle. Es war etwas schwierig meinen Popo hochzukriegen, mir war nicht nach vielen Menschen. Der Wille siegte über die innere Befindlichkeit und das war/tat gut.
Ich habe die Schallplatte seit Ende der 1970er, aber keinen Plattenspieler mehr und ich hörte mich vorab auch nicht über YouTube durch. Das war eine gute Entscheidung! Auch nach über 50 Jahren – wo ist die Zeit geblieben! – nahm mich die Musik wieder mit.
Nach dem Konzert nutzte ich dann doch mein Musik-Probeabo vom Smartphone und weiß jetzt auch, wie ich das über das Autoradio verwende. Oh, diese Technik! Eine schöne Heimfahrt mit schönen Gedanken.

Ohrwurm der Woche
Tubular Bells, von Mike Oldfield …
Was mir das Wochenende bringen wird?
Es ist der 12te Tag des Monats, doch ich weiß noch nicht, ob ich an 12von12 – Caro von Draußen nur Kännchen, sammelt an diesem Tag zwölf Bilder des Tages und lädt ein mitzumachen – dabei bin. Mal sehen was Lust und Laune Samstagabend sagen. Ich schalte den Rechner jetzt aus.
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot
Kommentare
Ach, die Mäuse!
Mein Mann hat eben eine ziemlich verweste in seinen Gartenschuhen gefunden. Das Tier hat sich bestimmt halblebend dort hinein in Sicherheit gebracht.
Kürbis macht immer eine gute Figur und überzeugt mit der Farbe. Ein frohes Wochenende wünsche ich dir.
Liebe Grüsse von Regula
Oh Oh, bei dem Gedanken gruselt es mich schon etwas!
Ich werde weiter schauen, wo sie herkommen, doch ich mag auch keine Fallen aufstellen.
Bei den Kürbispötten bin ich gespannt, ob sie mir auch ein Foto machen werden, wie es dann vor Ort ausschaut.
Viele Grüße
Karin
Oh mein Gott, es ist schon so lange her, dass ich Mike Oldfield gehört habe, sollte ich mal wieder. Ich hab auch noch LPs aber auch noch einen Plattenspieler und theoretisch auch angeschossen, aber komme kaum zum Musik hören. Ab und an im Auto…
Du hast ja verfressene Mäuse. Und auch noch picky eaters 😉
Toll, dass Du die umfangreiche Deko noch geschafft hast!!
Mach langsam beim Renovieren. Achte auf Dich. 🤗
Hab ein schönes Wochenende noch und mit lieben, aufmunternden Grüßen
Nina
Genau den Gedanken hatte ich, als ich die Konzertvorstellung im vergangenen Jahr las. 😊
Es sind 50 Jahre her, dass die LP herauskam, dabei fühle ich mich noch gar nicht so alt … manchmal, heute Morgen schon, als der Wecker um 6:00 Uhr tönte.
Bei den Mäusen hatte ich mich schon gewundert, warum sie das große Angebot verschmäht hatten. Aber vielleicht sind es Ästheten, bei denen das Auge mitisst.
Ich mache langsam, denn die Kraft muss reichen. Und ich hole mir dieses Mal etwas Hilfe, gezielt, vom Fachmann.
Schönes Wochenende und liebe Grüße
Karin