oder …

Einen Topf Farbmaterial optimal ausgenutzt

Auf meinem Balkon steht seit Jahren ein kleiner Olivenbaum, der leider nach dem vergangenem Winter nur noch trockenes, braunes Laub hatte. Was tun? Ich entschied mich ihn zu verwerten:

Es liegt immer etwas Wolle in einem Kaltalaunbad zum Beizen, und aus diesem Eimer holte ich ein paar Stränge, die für die kleine Menge an Olivenblättern reichte: 10g Wolle auf 30g Blätter.

Die Skepsis wich nach einer Stunde auf dem Herd. Mit jeder halben Stunde mehr intensivierte sich ein gelbgoldener Farbton.

Nach zwei Stunden schaltete ich den Herd ab. Die Wolle ließ ich im Farbsud auskühlen.

In der Zwischenzeit kümmerte ich mich um das Olivenbäumchen. Es sollte etwas transportabler geschnitten werden und das große Stück wollte ich gleich zu Nadeln schnitzen. Schon beim ersten Schnitt war ich verblüfft und beim zweiten noch mehr. Ich schnitt in grünes Holz!
Also kam der Baum wieder in den Topf, mit etwas frischer Erde und Wasser. Mal sehen ob aus ihm wieder etwas wird.
So lief das restliche Wasser aus der Wolle als eine Art Bewässerung auf das Bäumchen.

Der Farbsud schien mir intensiv genug zu sein, um daraus noch ein paar Pigmente zu ziehen. Deren Herstellung steckt meist voller Überraschungen. Der filtrierte „Pudding“ sah hier nicht so vielversprechend aus. Aber erst einmal abwarten.

Doch es war wie ein kontinuierliches Verblassen, was sich auf dem Filtertuch und später im Mörser zeigte.

Die Ausbeute an Pigmenten sieht immer etwas spärlich aus, doch ich bin zufrieden. Auch das Vermalen der Reste aus dem Mörser mit geklärtem Eiweiß sah ganz ansprechend aus.

Damit ist das Projekt „Farbe aus Olivenblättern“ vorerst abgeschlossen, beinahe. Eins fehlt noch.

Ansonsten

Ohrwurm der Woche

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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