oder …

Ernte und mehr

Richtige Kümmerlinge waren meine Tomaten im Frühjahr, als ich sie in die Beete brachte. Zum gleichen Zeitpunkt waren die Pflanzen der GartennachbarInnen mindestens doppelt so groß, kräftig und üppig grün. Sie ernteten inzwischen auch schon längst.
Inzwischen sieht es im Laub derer Pflanzen etwas schütter aus und bei mir herrscht üppiges Wachstum und Reife. Im April ausgesät reichte das Zeitfenster für die Entwicklung meiner Pflanzen völlig, wie es sich nun zeigt. Zudem setzte ich an jeden freien Platz im Garten eine Tomate, weil ich mich von keiner trennen konnte und auch aus Geiztrieben Pflanzen zog.

Die ersten paar geernteten Früchte wurden direkt vom Strauch weggenascht oder landeten zügig auf den Teller. Was nicht direkt gegessen wurde fror ich ein. Die Menge lohnte sich noch nicht zum Konservieren, bis jetzt. Fast fünf Kilogramm kamen in dieser Woche bei einem Rundgang durch den Garten zusammen.

Ich hatte keine Lust darauf Tomatensoße zu kochen. Das war mir zu viel Aufwand. Ein Rezept für Tomatenmark erschien mir schneller in der Vorbereitung zu sein, auch wenn das Ganze seine Zeit im Backofen benötigt. Zudem konnte die eingefrorene Ernte mit verwendet werden.

Ich füllte meine allergrößte Auflaufform mit ca. 3,5kg Tomaten, die ich gewaschen und vom Strunk befreit hatte. Grob geteilt oder geviertelt kam noch gut 1 Esslöffel Salz dazu. Ab in den Backofen, bei 180°C. Alle 30 Minuten rührte ich die Tomaten um. Angst vor Anbrennen oder Verbrennen ist nicht nötig. Die Tomatenstücke ziehen schnell Wasser und die größeren Stücke schwimmen oben.

Nach zweieinhalb Stunden war schon viel Flüssigkeit verdampft. Ich unterbrach den Kochvorgang um die Masse durch die Flotte Lotte zu drehen. Normalerweise setze ich die ganz feine Scheibe in das Passiergerät. Dieses Mal nahm ich die nächst gröbere, die zudem an den Löchern kleine Grate hatte. Damit wurden zwar nicht die ganz feinen Kerne zurückgehalten, doch der größte Teil der Schalen wurde fein zerrieben. Dadurch erledigte sich dieser Vorgang ruckzuck. Der nicht verwertete Rest passte in eine kleine Schüssel.

Tomatenmark konnte das Ergebnis noch nicht genannt werden, weshalb ich es zurück in die Auflaufform füllte und im Backofen weiter eindampfen ließ. Nach einer weiteren Stunde bei 180°C wurde mir das Blubbern zu heftig und die Masse fing an zu Spritzen. Keine Lust auf das Putzen vom Backofen füllte ich das kochend heiße Ergebnis in Gläser ab. Die ersten Deckel auf den Gläsern ploppten schon, als ich mit dem Abfüllen noch gar nicht fertig war. Wunderbar! Das ersparte das Sterilisieren im Einkochautomaten.

Tomatenmark ist es nicht geworden, zumindest keines, wie das aus dem Supermarkt. Allerdings ist es deutlich fester, als das zu kaufende Tomatenpüree aus Flaschen oder Tetra Packs. Es schmeckt, was die Hauptsache ist. Tomaten benötigen nicht viel, wenn sic vollreif geerntet und gegessen bzw. verarbeitet werden. Meine Mark-Püree-Variante beinhaltet nichts, außer Salz.

Die ersten Gläser sind schon verschenkt, wie etliche frische Tomaten, die auf Wanderschaft gingen.
Bis die nächsten Früchte reif sind, sind die Weintrauben dran. Die sind dieses Jahr deutlich früher erntereif und zuckersüß. Zudem sind es viele, seht viele!

Ansonsten

mit Mut zur Lücke …

Ohrwurm der Woche

Traurig über den Tod Dolly Partons muss es diese Woche ein Stück von ihr sein … Coat of Many Colors

Was mir das Wochenende bringen wird? Es geht noch einmal in den Baumarkt und ich werde im Garten das Bauprojekt abschließen
Vielleicht bekomme ich Lust und Laune auf einen Blogpost vom Stand der Dinge in meiner Parzelle 108, oder ich gehe Brennnesseln ernten. Mal sehen.

Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage


verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

Sommer-Tomaten sind doch was Tolles, oder?! Ich liebe alles daran: Farbe, Geruch, Geschmack, alles!
Vielleicht versuche ich mich auch mal an Tomatenmark und rette so ein bißchen Sommer in den Winter.
Danke für die Inspiration!

Tomaten, noch von der Sonne warm, direkt vom Strauch … herrlich! Da brauche ich kein Salz, kein Brot, das ist purer Genuss!
Ich habe mir gerade überlegt, die nächste Portion als Tomatensoße ebenfalls im Backofen zu machen. Das ging so einfach und ohne Sorge, dass da gleich etwas anbrennen könnte.
Liebe Grüße
Karin

Und dann durfte ich mich auch noch glücklich schätzen, an deiner Ernte teilhaben zu können! Grandios! So sollten Tomaten schmecken ( Trauben natürlich auch ). Du hast mir so viel Freude gemacht damit ( und die Woche zu einem sehr versöhnlichen Abschluss gebracht )! Danke nochmals!
Den Balkon hast du wohl so schön gemacht, dass es beide Kater auch genießen mögen. Hoffentlich kannst du da auch mal sitzen und die Gedanken schweifen lassen…
Bon week-end!
Astrid

Ich teile gerne, manchmal direkt aus dem Korb. Freude schenken tut allen gut. 😊
Dass ich Balkonien entrümpelt und geputzt habe tut ebenfalls gut und es ist Platz genug auf dem Sofa, für die breiten Popos der Pelze und mich.
Jetzt geht’s zum Baumarkt. Dort hoffe ich eine Maschine leihen zu können, um nicht für zwei Löcher tief in die Tasche greifen zu müssen. Ich frage in dieser Woche keinen Nachbarn mehr um Hilfe, frau hilft sich selbst. Das dauert zwar, ist aber deutlich entspannter, vor allem wird’s wie ich es will. Alleine mit diesen Erfahrungen hätte ich einen Blogpost füllen können.
Mit vielen lieben Grüßen
Karin

Ein Glas Tomatensauce (ganz einfach nur mit Pfeffer&Salz, etwas Kräuter, Preise Zucker, pürieren) bekam ich von den Minis der Nachbarn, die ich gerade ernten kann und darf und die eigenen von den 2 Balkonpflanzen wanderten gleich im den Mund (war so hungrig auf frische Tomaten) oder der Sohn hat sie mitgenommen. Traubensaft hab ich uA heute gemacht, Trauben weitergereicht und Saft eben auch die erste Flasche. Wünsche Dir weiter gute Ernte, Deine Zubereitung klingt sehr praktisch und lecker.
Mal sehen wie die nächsten Ernte Tage werden. Bei den Nachbarn sitzen viele Wanzen an den Früchten.
Ich bin ja sehr gespannt auf das neu Gewerkelte! ☺️
Hoffe, du findest noch Freude am Baumwoll Leinen Shirt, als luftiges Shirt nächstes Jahr (etwas weich gewaschen?).
Schönes Wochenende und liebe Grüße
Nina

Was ich mit den vielen Trauben anstellen werde weiß ich noch nicht. Wespen und Hornissen sind an einigen Stellen zugange und futtern sich von Beere zu Beere. Ich gönne es ihnen, kann sowieso nicht alle essen und verwerten. Ich habe noch Saft vom vergangenen Jahr.
Von Tomaten kann ich nicht genug bekommen und ich freue mich darüber, dass der Anbau dieses Jahr besser geklappt hat, als im vergangenen Jahr.
Das angesprochene Gartenprojekt ist fast fertig. Was mir fehlt ist eine passende Maschine. Auf jeden Fall funktioniert alles, was mich ein wenig stolz macht. Den Rest schaffe ich auch noch.
Schönes Wochenende und viele liebe Grüße
Karin

Ein Glas Sommer im Winter aus dem eigenen Garten ist Luxus pur. Ich backe meine Tomaten fast immer im Backofen. Viel Glück für dein Gartenprojekt.
L G Pia

Du sagst es!
Bei jeder fertigen Verarbeitung von Geerntetem fühle ich mich nicht nur wie ein Eichhörnchen. dass sich auf den Winter vorbereitet. Ich weiß vor allem, was in jedem Glas drin steckt.
Schönes Wochenende und liebe Grüße
Karin

selbstgemachtes tomatenmark klingt wirklich köstlich und schmeckt bestimmt um ein vielfaches besser als gekauftes. ich freue mich auch immer, wenn ich in der natur früchte finde und habe gestern gerade holunder und äpfel für gelee und saft bearbeitet. es ist immer ein genuss, im winter auf solche vorräte zurückgreifen zu können.
viel spaß noch beim bauprojekt!
liebe grüße von mano

Heute kamen weitere Tomaten in den Backofen, dieses Mal zur Soße. Ich hätte das Ergebnis einfach so Weglöffeln können!
Holunder muss ich noch sammeln, so ich Beeren finde, die nicht vertrocknet sind.
Gebaut wird wieder ab Montag, heute ist Ruhetag. Die Muskeln und Sehen freuen sich.
Viele liebe Grüß0e
Karin

Köstlich sehen sie aus, deine Tomaten. Wir haben dieses Jahr auch sehr viele, teilweise kamen wir bei der Hitze gar nicht mit dem Ernten hinterher, sodass die in oder andere Frucht am Strauch vertrocknet ist. Daraus habe ich gerade noch Samen gewonnen, mal gucken, ob die Anzucht im nächsten Jahr klappt. Unser zwei Rebstöcke hängen auch voller süßer, saftiger Trauben. Auch da sind es dieses Jahr massenhaft viele. Ich hatte vor einigen Wochen schon grüne Trauben abgenommen, weil die Reben die Last kaum noch tragen konnten. Ist – zumindest in unserem Schrebergarten – wohl ein Traubenjahr. ♥
Ich wünsche dir schöne Spätsommertage mit vielen Genüssen aus und rund um den Garten und bei allem, was dir Freude bereitet.
Viele Grüße über die Autobahn rüber zu dir ♥ Anita

Ich habe die angetrockneten Tomaten mit in die Soße getan. Mit Samen vom vergangenen Jahr hatte ich weniger Glück. Sie keimten zwar, da Hybride, kamen teilweise die Elterngene durch. Für nächstes Jahr werde ich wieder Saatgut kaufen, außer von den beiden wilden Sorten. Die kommen, seit ich sie zuerst im Garten hatte, jedes Jahr wieder zuverlässig von alleine. Üppig! Ich muss die Pflänzchen teilweise jäten.
Es ist auch wieder in meinem Kleingarten ein Traubenjahr und ich überlege mir was ich mit den Beeren anstellen soll. Es sind noch mindestens acht alte Rebstöcke, die, obwohl ich sie im Frühjahr rigoros und danach auf Qualität geschnitten habe, einiges zum Ernten tragen.
Einen schönen sonnigen Sonntagabend von jenseits der Autobahnbaustelle – heute geht nichts, da der Anschluss wieder komplett gesperrt ist – und liebe Grüße
Karin

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