oder …
der Juni geht ohne Leitthema zu Ende
Zwar hängen noch Johannisbeeren an den Sträuchern, doch viele sind inzwischen Trockenobst. Was noch pflückbar ist kommt nun ins Müsli. Sonntagabend kam der Rest der Ernte in den Topf, nachdem ich die überreifen Aprikosen aus dem Crowdfarming-Paket verkocht hatte und die restlichen Bananen in den Dörrautomaten gepackt.
Die Küche hatte Mitternacht stolze 29,4°C.

Montag minimierte ich mein Fingerspitzengefühl an der rechten Hand. Vielleicht war die Hitze schuld, aber wahrscheinlich doch eher ich selbst. Wie konnte ich auch auf den Gedanken kommen mit bloßen Fingern in eine Konservendose zu greifen und dann am Rand entlang zu streifen? Die Spüle in der Küche glich einem Schlachtfeld. Die Wunde hätte im Grund genäht gehört, oder geklammert … was mich dann auf eine Idee brachte. Hat funktioniert!

Dienstag versuchte ich zum Monatsende wieder ins Sortieren, Aufräumen und Aussortieren zu kommen. Im Mai lief es so gut, dafür gestaltete sich der Juni richtig zäh.

Morgens ging es jedoch erst in den Garten, nachdem am Vortag wieder der Regen ausgeblieben war. Zum Glück waren die Temperaturen bis zum Mittag erträglich, vor allem wenn sich eine Wolke vor die Sonne schob und der Wind blies.
Bei der Nachbarin sammelte ich Zwetschgen-Gummi. Wenn die unreifen Zwetschgen von Wespen angestochen werden, wird eine Art Kleber zum Verschließen dieser Wunde ausgeschieden. Dieser kann zum Binden von selbst hergestellten Wasserfarben verwendet werden. Noch sammle ich. Es dauert bis eine ausreichende Menge zusammenkommt.

Im häuslichen Schatten – die Küche hatte immer noch 28°C – kümmerte ich mich um die selbst gefärbte Wolle, die sich im Laufe der letzten Wochen angesammelt hatte. All dieses Material ist versponnen und gewickelt und hat einen Platz gefunden. Das funktionierte selbst mit lädiertem Finger.

Fünf Wochen hatte ich das kleinste Lieblingsmenschlein nicht mehr gesehen! Das musste dann am Mittwoch geschehen.
Donnerstagmorgen war ein kurzer Besuch an meiner ehemaligen Schule dran – ich werde mich in den Sommerferien um den neu angelegten Schulgarten kümmern, sowie um das eine oder andere Pflänzchen der Schulleitung.
Endlich ohne Pflaster am Finger war nachmittags der eigene Garten dran. Die Erde ist so trocken und wieder schien der Regen, den wir im Ort hatten, hier vorbeigezogen zu sein. Üppig grün ist es vor allem in Teilen vom Hochbeet, weil ich hier viel aus der Leitung gegossen hatte.

Ich brauchte einen Ortswechsel und überlegte wohin ich einen Ausflug unternehmen könnte. Im Grund war von vornherein klar welches Zeil es sein wird, doch dieses Mal sollte es ein wenig anders werden.
Der Plan: Ich fahre zum Campus Galli, bei Meßkirch. Dort findet am Wochenende das Lagerleben von verschiedenen Living-History-Gruppen statt. Dann fiel mir ein ausgebuchter Kurs ins Auge, zum Herstellen eines Netzbeutels. Kurz vor Büroschluss nahm ich Kontakt auf und, siehe da, für mich wurde noch ein Platz gemacht. Hurra!
Und so stellte ich mir den Wecker für Freitagmorgen und nicht für Samstag, damit ich pünktlich unterwegs sein und ankommen konnte.
Es sind von mir aus ca. 100 km bis zum Campus Galli bei Meßkirch und wenn alles gut läuft bin ich im Auto in 1 3/4 Stunden da.
Viel sah ich bei diesem Besuch nicht von der Anlage. Die Zeit vor dem Kurs und danach reichte etwas zum Plaudern in der Weberei, mit einigen schon angereisten TeilnehmerInnen vom Lagerleben, die mit Färben von Wolle beschäftigt waren oder mit der Bearbeitung von frisch geernteten Brennnesseln. Auch ein Halt bei den Korbflechterinnen in ihrer neuen Hütte musste sein.


Für mich und fünf weitere Teilnehmerinnen ging es darum die Kunst ein Netz zu knoten zu erlernen. Gar nicht so einfach! Nach vier Stunden bin ich noch ein Stück vom Ziel entfernt, doch ich denke die Technik in ihren Grundzügen begriffen zu haben. Ich bleibe dran.

Ohrwurm der Woche
Mir war nach Zap Mama, und ihren alten CDs und Aufnahmen, wie Brrrlak!
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot