oder …

dem Zeitmanagement entgegen gearbeitet

Wer schon einmal mineralische Pigmente selbst hergestellt hat weiß, das hat in der Regel mit viel Muskelkraft zu tun. Wenn sich dann ein alternatives Verfahren so viel einfacher anhört, kann ich meist nicht widerstehen dieses auszuprobieren, immer im Wissen physikalische Grundregeln lassen sich nicht austricksen. Setze ich weniger Kraft ein, geht das meist auf Kosten der Zeit.

Ich sammle Eierschalen, für den Kompost, für meine Gartenbeete als Düngung (als Schneckenabwehr taugen sie NICHT!), …, als Zusatz zu Handwaschpaste, für Straßenkreide – Link – und nun wollte ich den Kalkanteil in reinem, echten Eierschalenweiß in der Hand, im Glas und auf dem Papier haben. Doch ohne Lust auf Reibschale, Pistill und das knirschende Geräusch blieb es beim Wunsch. Dann kam ein Online-Kurs zu Pastellkreiden, ein nebenbei gezeigter Kreidestrich aus einem Eierschalenprodukt, plus der Erwähnung wie dies hergestellt wurde. Das hörte sich so toll und einfach an, dass ich gleich loslegte.

Erst nachdenken, dann tun – wie oft habe ich das meinen SchülerInnen erklärt – und nun saß ich selbst im Schlamassel:

Ich hatte den Inhalt von fein zerkleinerter, vom Häutchen befreiter, Eierschalen aus einem 150ml-Glas in ein 500ml-Glas gefüllt, mit Wasser bedeckt und ohne abzumessen Zitronensäure dazu gegeben.
Macht das nicht nach!
Es schäumte und schäumte und in Nullkommanichts tat ich alles, um die Sauerei in Grenzen zu halten.

Zumindest hatte ich ein Ziel erreicht, die Zitronensäure löste die Eierschale auf, ohne Muskelkraft einsetzen zu müssen, zumindest nicht für das eigentliche Vorhaben.

Mehrmals täglich Rühren, Wasser zugeben, Zitronensäure nachfüllen und so wurden aus einem 500ml-Glas am Ende drei, auf die ich die Lösung dann verteilen musste.
Ein Tipp: Zum Rühren am besten kein Metall oder Holz verwenden, das könnte die Farbe verändern.

Es dauerte, lange, zu lang für mich, bin ich doch im Grund nicht besonders geduldig. Das glaubt mir nur niemand. Ich habe Ausdauer, ja, aber mit der Geduld hapert es. Ich möchte Ergebnisse sehen, zumindest Veränderungen, ein sich entwickelndes Ziel. Irgendwann schüttete ich den Inhalt von einem Glas durch ein feines Sieb in eine Schüssel und dann durch ein feuchtes Tuch. Die übrig gebliebenen Eierschalen verteilte ich auf die beiden Gläser, die noch in der Entwicklung waren. Wieder konnte ich nicht abwarten, musste fotografieren, obwohl die Lichtverhältnisse bescheiden waren, und versuchte das Filtrieren zu beschleunigen.

verzeiht den Blaustich, den ich nicht weggefiltert bekam

Da ist er, mein erster Brocken Eierschalenweiß, am Morgen danach. Noch feucht war mir trotzdem klar, der bleibt so, wird nicht umgeformt oder zermörsert.

die ersten 18g Eierschalenweiß

Zwei Tage später schien mir der Inhalt des zweiten Glases „reif“ zum Filtern. Wieder gab es Reste, aber ich war geduldiger. Das Ergebnis durfte in Ruhe sein restliches Wasser verlieren und durchtrocknen. Meine Belohnung, die herrliche Struktur auf der Unterseite vom Filterstoff.

Vorsichtig den Filterstoff abgezogen trocknete das Ergebnis weiter.

Inzwischen durchgetrocknet zeigt die Waage 20g für das zweite Ergebnis an und die zusammengeknetete Kreide aus Resten kann was sie soll, Farbe auf Papier bringen.

Das dritte Glas ist noch in Arbeit und parallel dazu versuche ich einen anderen Ansatz an Kalkkreide oder Kreidekalk zu kommen.
Bevor ihr jetzt unbedingt diese Versuchsreihe durchführen möchtet, meine Empfehlung, lasst es, bzw. wartet auf die Ergebnisse aus meinen zweiten Versuch. Der verspricht einen besseren Erfolg.

Fortsetzung folgt.

Werkstatteinblicke

Pigmente aus gelber Zwiebelschale und Avocadokernen

Ich habe es zumindest versucht, meine Zeit einzuteilen und Angefangenes fertigzustellen:

Ansonsten

Es war wieder einmal Zeit für eine Kontrolle in der Rheumatologie und es wurde ein Tagesausflug daraus. Das Wetter bei meiner Abfahrt zeigte sich von seiner wenig einladenden Seite.

Doch kaum in Tübingen angekommen setzte sich die Sonne durch. Die Untersuchungen liefen schneller, als erwartet und ich nutzte die Gelegenheit für einen Rundgang, einen Kaffee, sowie ein paar Blicke in Geschäfte.

das Taxi musste natürlich just in dem Moment, als ich fotografierte einparken

Ich war müde, die Heimkehr zog sich durch eine Baustelle mit großzügiger Umleitung, als mein Blick aus dem Seitenfenster auf die Schwäbische Alb fiel. Den nächsten Parkplatz angefahren, Schuhe gewechselt und einen Spaziergang unternommen. Die Sonne täuschte, es war kalt und mir fehlte mein warmer Anorak. Trotzdem schön.

bei Waldorfhäslach

Mein Zeitplan war allerdings inzwischen Makulatur.

Wie sehr zeigte sich am darauf folgenden Tag. Neujahrsempfang am frühen Abend und ich hatte bis auf die Blumen weder etwas besorgt noch vorbereitet. Ich musste ja erfreulicherweise tagsüber keinen Brot-und-Lohn-Job ausfüllen, wie meine ParteifreundInnen, aber auch ich war um 23:30 Uhr nur froh wieder zuhause zu sein. Müde, aber glücklich und zufrieden. Wir hatten als Stadtverbands-Team richtig gut die Veranstaltung organisiert. Es gab Lob und Anerkennung der Gäste, was gut tut, aber die Gemeinschaft war mindestens ebenso wichtig.

der Start der Dekoration mit Tulpen

Inzwischen sind auch alle meine Dekorationsteile sortiert, gereinigt, verpackt und aufgeräumt und ich habe mal wieder Blumenschmuck auf meinem falschen Kamin.

inzwischen kamen die noch nicht ausgebrannten Teelichter dazu

Ohrwurm der Woche

Macht’s gut und bleibt gesund


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot 


Zum Schluss noch zwei Fundsachen:

in Tübingen gesehen und auf Instagram

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Kommentare

Willst du deinen Blumenschmuck nicht mal am Friday-Flowerday verlinken?🤣
Die Zufallsprodukte bei deinen Farbherstellungsexperimenten sind ja von gnadenloser Schönheit! Und das Häuschen in Tübingen ein Kinder-Traum.
Einen schönen Sonntag wünscht dir Astrid
( die jetzt das Nähzimer entrümpelt hat, aber auch eine kleine Scheibe Daumen abgesäbelt )

Ich habe seit ich Kater als Mitbewohner habe so selten Blümchen, das war früher anders. Es bleiben zum Abstellen nur Schutzzonen, wie eben der flache Kamin.
Oh Schreck! Daumen angeschnippelt, beim Nähzimmer entrümpeln? Eine Erinnerung ploppte in mir auf: Ich hatte mir einmal mit dem Rollmesser einen Daumennagel mit Hautzulage abgesäbelt. Ich wünsche dir schnelle und gute Heilung!
Schönen Sonntag und viele liebe Grüße
Karin

Unglaublich, was Du auf Dich nimmst, um Farbpigmente und Kreide zu bekommen. Ich hoffe, Dein Pullover ist in der Verlängerung schön geworden. Meine Schwiegermutter wollte mir ja meine gewonnene Wolle verspielen, kann es aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, wollte aber beim letzten Besuch noch nicht klein Bei geben, ich hätte ja schon 1 Farbe gesponnen. Ursprünglich wollte ich mir eine Auflage aus den 3 Farben filzen. Mal sehen, wie es weitergeht, beim nächsten Treffen. (Nur als Anstoß, ich glaube, ich habe von Dir noch nichts Gefilztes gesehen)
Mumford & sons gefallen mir gerade auch Sonne im Winter heißt meistens gleichzeitig Ostwind und der ist iR kalt. Aber gestern war es tatsächlich sonnig warm, zweistelligen Bereich! Bin gleich in den Garten, schicke Dir bald Holz vom Lorbeer und Quitte.
Hab einen schönen Sonntag noch und liebe Grüße
Nina

Der Pullover ist immer noch nicht fertig, aber das muss heute erledigt werden.
Leider führe ich meinen Blog nicht zu ordentlich und kategorisiert, wie ich mir das einmal vorgestellt hatte, denn dann wäre ich selbst auch schneller zum Thema „Filzen“ fündig. Hast du einmal auf meinem Blog die Rubrik Portfolio angeklickt und runtergescrollt? Oder schau einmal auf A-Z & Co. unter „Wolle und andere Garne“.
Die Sonne gestern nutzte ich auch im Garten. Ein Bokashi-Eimer musste dringend auf ein Beet zum Vererden, bzw. mir gehen gerade die leeren Bokashi-Eimer aus. Die Gartenzeit zu nehmen war eine gute Idee, denn heute herrscht grau in grau.
Schönen Sonntag und viele liebe Grüße
Karin

ich bin wieder voll begeistert ob deiner experimente! ich wusste nicht, dass man aus eierschalen so eine schöne farbe herstellen kann und schon gar nicht, dass es so viel arbeit macht. auf die neuen versuche bin ich schon gespannt.
dazu noch pigmente aus avocado und zwiebelschalen, gedrehte schnur aus lauchzwiebel etc…
schön auch dein ausflug nach tübingen (hoffentlich erfreuliche untersucherungsergebnisse!) mit cafébesuch und bummelei und anschließendem spaziergang. so etwas tut einfach gut!
liebe grüße von mano

Ich wusste bisher auch nichts von diesem Verfahren und bin mit dieser Versuchsreihe noch nicht fertig.
So sieht es auch mit den Pigmenten aus. Dazu nehme ich zudem an einem Online-Kurs teil, weil ich mit meinen Erkenntnisfortschritten irgendwie in einer Sackgasse stecke.
Einfach mal raus und es sich gut gehen lassen tut immer gut. Vor allem hat der Arzt nicht weh getan. 😊
Viele liebe Grüße
Karin

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