oder …
Alle Flächen in Beschlag genommen
Ganz langsam beginne ich mich auf die kommenden Kurse vorzubereiten, die ab März laufen werden. Dabei sichte ich nicht nur Boxen und deren Inhalt, Ordner und Unterlagen, ich versuche jedes Jahr auch etwas Neues anzubieten. Dazu habe ich mich auch in den vergangenen Wochen und Monaten selbst fortgebildet.
Im Programm sind unter anderem die verschiedensten Schreib-, Zeichen- und Malgeräte, wie auch Tinten. In dieser Woche entstanden dann einige neue Schreibfedern, nach traditionellen Vorlagen und nebenher ein paar Pinsel.
Zuerst entstand eine weitere Zeichenfeder aus Bambus und ein Halter für Kreiden. Schilf und die Halme von Pampasgras lassen sich ebenfalls verwenden, sind allerdings mit Vorsicht zu benutzen, da nicht besonders stabil. In meinem Fundus sind immer noch eine Reihe Bambusfedern, von ehemaligen SchülerInnen geschnitzt, die ich in Ehren halte. Wenn sie wüssten, dass ich jetzt einen Weg gefunden habe, wie sich das Bambus leichter bearbeiten lässt:
Das Bambusstück in der Länge der Spitze über Nacht in ein Wasserglas stellen.
Darauf kam ich per Zufall, dabei ist es so logisch!

Schreibfedern aus Vogelfedern zu schneiden hat etwas von viel Versuch und Irrtum, Frust und Freude. Dank eines Videos von Caroline Ross, foundandground.com, startete ich einen neuen Versuch. Wie üblich bei solchen Spontangedanken lief das nachts ab, deshalb auch das folgende etwas unscharfe Bild. Doch es war solch ein WOOHOO-Moment, dass das Bild hier erscheint, die Tinte noch feucht.

Die Freude darüber hielt am nächsten Morgen an, als ich mir das Ergebnis anschaute.

Wo der schöne Rest der (Truthahn-)Feder geblieben ist? Weg! Die Fahne der Vogelfeder wurde in der Regel abgeschnitten, da sie einfach beim Schreiben und Zeichnen im Weg war. So ging man auch mit den restlichen Federn entlang des Schaftes vor. Sie wurden abgezupft oder abgeschabt, dass am Ende eine Feder entsprechend eines einfachen Federhalters entstand, wie wir ihn kennen.

Der Federrest ist jedoch kein Fall für den Kompost. Dieser wird zum Beispiel für Pinsel genutzt. Das probierte ich ebenfalls und das Ergebnis passte prima zu meinen Pinseln aus Bambus und Binsen.
Bei Binsen und Bambus reicht es völlig aus die Enden vorsichtig zu klopfen. Damit wird die äußere Schicht porös und sie kann vorsichtig abgebröselt werden. Übrig bleiben feine Fasern, die sich als Pinsel eignen. Solche Binsenpinsel wurden unter anderem im alten Ägypten verwendet.

Mitte: Schreib- und Zeichenfedern aus Truthahn, Binse, Schilfrohr, Pampasgras und Bambus
ganz rechts ein Halter für Holzkohle
Zeit zum Ausprobieren, mit Tinte aus Tarapulver – Link. Ich bin angenehm überrascht.

Fortsetzung folgt.
Küchen- und Kochgedanken
In der Küche und mit dem Kochen bin ich momentan auf keinem guten Weg, zumindest bin ich über das Geschehen rund um die Nahrungsaufnahme meinerseits nicht zufrieden.
Fertigprodukte kommen bei mir nicht auf den Teller, außer Brot und Brötchen, was ja im weitesten Sinn auch Conveniance-Lebensmittel sind.
Bisher habe ich so gekocht, dass ich am Herstellungstag etwas auf dem Teller hatte. An Tag 2 bekam der zweite Teil eine kleine Veränderung beim Aufwärmen. Leider war oft schon beim Kochen ersichtlich, das reicht für mehr, wenn nicht gleich für Besuch/erInnen. Also wanderten die übrigen Portionen ins Tiefkühlgerät für müde Tage. Das Fach quillt inzwischen über und ich habe überhaupt keine Lust auf die Portiönchen, die sich dort tummeln. Nach drei Tagen Bohneneintopf in Variationen will ich endgültig eine Veränderung – ich mag Bohnen! – und Abwechslung!
Ich muss meine Koch- und Küchenroutine ändern.
Mittwoch begnügte ich mich mit einem großen Salatteller als Hauptmahlzeit – von einem Salatkopf esse ich mindestens eine Woche und da sind noch nicht Radieschen &. Co. mitgezählt. Donnerstag kam eine Kartoffel in die Pfanne. Mit vier in Scheiben geschnittenen Rosenkohlköpfchen aus dem Garten und einem übrig gebliebenen Eigelb war das eine feine Mahlzeit, ohne Reste! Der kleine Salatteller dazu war fast schon überflüssig, aber es zählen auch die Vitamine.
Keinen Kopf mache ich mir über das Frühstücksmüsli. Noch sind im Tiefkühlgerät reichlich Beeren vorhanden, dass ich inzwischen auch schon welche verschenkte.

Ich bekomme das sicher hin, aber im Moment nervt es mich, weil sich zudem der Zeiger der Waage, auf Teufel komm raus, nicht in die richtige Richtung bewegt.
Werkstatteinblicke
Wo soll ich anfangen?
Wenn ich weitermache, wie in den vergangenen beiden Wochen, habe ich selbst bald keinen Platz mehr in meiner Wohnung. Alle freien Flächen sind mit irgendeiner angefangenen Sache gefüllt. Die Kater tummeln sich dazwischen, schaffen sich ihre Freiräume – nicht immer zu meiner Freude – und ich bin unzufrieden, weil ich schon wieder neue Ideen habe.
- fast fertig und tatsächlich so gut wie abgeschlossen sind nun die Armstulpen, die ich durch Nadelbinden hergestellt habe – diese Technik wird auch Inhalt einer Fortbildung sein, die für November geplant ist 😊
Fäden vernähen und ein weiterer Platz wird frei sein!

- vom Färben mit Avocadokernen und Farbe bzw. Pigmente aus ihnen herzustellen lasse ich in Zukunft meine Finger. Es stinkt! Penetrant! Genug der Missergebnisse. Mir ist es inzwischen völlig egal wie andere ihre pinkfarbenen Ergebnisse hinbekommen. Auf Wolle funktioniert das nicht und Pigmente ebensowenig. Mit Schalen der Avocado hatte ich bisher mehr Erfolg – Link. Jetzt wird getrocknet was vorhanden ist und dann das Kapitel abgeschlossen.

- falsch begonnen, vor allem mit einer viel zu großen Menge an zerstoßenen Eierschalen für den Versuch sogenanntes „eggshell-white“ herzustellen – dazu gelernt. Es wird, aber das kann noch dauern. Bis dahin stehen inzwischen zwei Gläser für den Herstellungsprozess da und es wird ein drittes dazu kommen
- ich wollte das Tablett mit den angefangenen Pastellkreiden auflösen, wegräumen, als erledigt abhaken, was nicht geklappt hat. Es geht weiter.

- an anderer Stelle köchelte erst ein Farbansatz aus Zwiebelschalen, zum Gewinnen von Pigmenten. Teil 1 der Herstellung ging fix und seitdem dröppelt das Zeug so vor sich hin, immer wieder frisch gespült, durch neue Filter, … es dauert auch hier seine Zeit

- es ist immer noch nicht fertig genäht und gestrickt, und hier und da sammeln sich Materialien zur Schnurherstellung aus Naturmaterialien

Wie es aussieht werde ich, so diese Angelegenheiten ein Ende finden, für eine Weile eine Reihe an wöchentlichen Themen haben.
Ich freue mich auf die frei werdenden Flächen.
Ansonsten
- am vergangenen Sonntag trafen sich die SchafpatInnen bei der Freundin und ihren Schafen im Stall – Link – und ich brachte mir etwas Fasermaterial von den Herdwick-Schafen mit

- ich versuche im Fluss zu bleiben – Platz schaffen und in dieser Woche war etwas dabei, das mir kurz ein feuchtes Auge verschaffte: Alles gut, es landete direkt auf dem „Zum-Mitnehmen-Tisch“ auf dem Wertstoffhof

- Sorgenkaterchen wieder nicht fit
- und ich habe seit Tagen ein Kratzen im Hals und friere, friere, friere
Ohrwurm der Woche
Macht’s gut und bleibt gesund

Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot
Kommentare
Ich bin fasziniert. So viele wunderschöne Dinge, liebe Karin. Ich freue mich auf deine nächsten Beiträge
Liebe Grüße
Gaby
Das freut mich ebenfalls.
Die Schnur aus den Fasern der Frühlingszwiebel ist fertig. 😊
Viele Grüße und schönes Wochenende
Karin
Mit dem Kochen ist das so eine Sache… am dritten Tag schmeckt es einfach gar nicht mehr. Du scheinst doch aber praktikable Lösungen gefunden zu haben!-
Deine Zauberküche ist wohl wirklich gut gefüllt! Da wünsche ich dir, das manches zum Abschluss kommt. Ablenkung tut ja not…
Alles Liebe!
Astrid
Zauberküche 😅😊
Auch im Arbeitszimmer und dem Wohnzimmer sind alle Flächen belegt. Es lichtet sich langsam, manches jedoch nur vorübergehend. Ich werde es aushalten, wie den Zeiger auf der Waage. Es gibt schlimmeres.
Das ganze Tun lässt vieles in nah und fern für kurze Zeit vergessen.
Viele liebe Grüße
Karin
Ich hoffe, du wirst nicht krank! Und der Kater wieder gesund.
Ich habe es gelernt, nur eine kleine Menge zu kochen. Als die Monster noch hier gewohnt haben da konnten, ohne weiteres alle Freunde die gerade vorbeikamen mitessen.
Die Schreibfederversuche sind ja spannend. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht. Aber toll, deine Erfolge.
Lieben Gruß
Andrea
Diese Hoffnungen habe ich ebenso. Für alle Fälle habe ich mich wieder mit Medikamenten für den Kater versorgt.
Für zwei zu kochen ist noch einmal einfacher, als für eine Person. Das stelle ich immer wieder fest. Manche Gerichte funktionieren erst ab einer gewissen Menge. Früher habe ich gefühlt für ganze Horden gekocht, doch solche Gelegenheiten gibt es nur noch selten. Viele der großen Töpfe habe ich weggegeben oder sie sind in die Färberküche gewandert.
Aktuell mag ich nicht mehr auf Vorrat kochen, zumindest keine Mahlzeiten.
Die Zeit verwende ich lieber für irgendetwas kreatives oder ein Ich-will-wissen-wie das-geht-Projekt.
Viele liebe Grüße
Karin
Schwer zu glauben, dass all dieses Tun in eine Woche passt! Beeindruckt mich tatsächlich SEHR!
Liebe Grüße (und schade um den Fritten-Schneider 😢)
Carina.
Das Tun hat halt nicht so gepasst 🫣😅 weil von allem einfach zu viel.
Der Pommes-Frites-Schneider landete direkt auf dem Mitnahmetisch vom Wertstoffhof und kam gar nicht erst in die Verschenkhütte. Das ist immer ein gutes Zeichen und ich bin mir sicher, der kam in gute Hände. Er hat seit Anfang 1970 lange genug unbenutzt in Kellern gelegen – nachdem er so sehr benutzt worden war. Kindheitserinnerungen halt!
Viele Grüße
Karin
Oh, mit der Kartoffelreibe haben wir früher immer frisch die Mandeln und Haselnüsse gemahlen. (Kartoffeln wurde mit dem Reibbrett gerieben) Die hätte ich behalten. 😉 Ich muss da gut aufpassen, bin immer noch eine große Sammlerin. Aber ich stelle oft fest, dass altes „Werkzeug“ oftmals länger hält und besser durchdacht ist. Dafür bleibt vieles Neues bei mir außen vor, weil zB zu groß oder zu wenig genutzt.
Aber n6n zu Deinen wunderbaren Werken, ich bin hin und weg. Schreibfedern werden auf Bildern oft als ganze Feder angezeigt, aber es ist ja unpraktisch. Daran habe ich eigentlich nie gedacht. Auch die Pinsel sind einfach aber genial. Die nadelgebundenen Stulpen haben ein schönes Muster, der schwarze Pullover sieht elegant aus,…Du meine Güte, Du bist scheinbar im Dauereinsatz. Für die Küche braucht es etwas, bis man raus hat, was man mehr kochen kann, um es dann flexibler die Folgetage zu nutzen. Bohnen esse ich lieber nur an 1 Tag, Kartoffeln gerne an 2. Aber Du hast da ja wohl eine gute Möglichkeit gefunden. Ich koche ja auch nicht für nur 1, wenn auch nicht mehr regelmäßig für 4 oder 5.
Dir und dem Kater viel Gesundheit!
Und möge der Flow weiterbestehen, aber auch freie Flächen einziehen.
Liebe Grüße
Nina
Es gab Trennungsschmerz, aber ganz ehrlich, ich habe die letzte Nutzung zurückgerechnet, mich noch einmal in Kindheitserinnerungen verloren und dann beschlossen, die Teile müssen weg. So sehr ich Kartoffelpuffer liebe, es wird erst der zweite/dritte richtig gut in der Pfanne und dann bin ich schon satt – abgesehen davon brauche ich für die Menge keine Kartoffelreibe.
Beim Pommes-Schneider war es schon schwieriger. Die gab es viel mithilfe dieses Tschakka-Geräts, bis wir Anfang der 1970er in die nun aufgelöste Wohnung zogen. In der neuen Küche wollte meine Mutter keine Pommes mehr frittieren. Das wurde akzeptiert und seither wandert das Teil von Keller zu Keller und nun auf den „Gaben“-Tisch vom Wertstoffhof. Die Damen dort haben ein gutes Gespür für verteilbares Gut und ich mache mir Bratkartoffeln.
Bisher waren meine liebsten, selbst hergestellten Federn die aus Bambus. Jetzt bin ich, zum Schreiben, von der aus Vogelfeder fast schon in einem Zwiespalt. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.
Ich werde froh sein, wenn sich meine Flächen leeren. 😅 Es kam halt so zusammen.
Viele liebe Grüße
Karin
deine erfolgreichen experimente mit federn und co finde ich so schön und habe mich schon an den fotos total erfreut. ich habe immer noch eine gänsefeder, die ich mal bearbeitet habe und die ich schon lange zeit benutze, auch wenn sie inzwischen ausgefranst ist. bambus hab ich noch nie bearbeit, könnte mir aber mal welchen von freunden aus dem garten holen.
tinten und tuschen herzustellen ist mir zu aufwändig, dazu habe ich inzwischen keine lust mehr. aber toll, dass du immer weiter damit machst und sogar aus zwiebelschalen pigmente herstellst.
die beiden mitnahme-sachen sehen toll aus, aber man kann einfach nicht alles behalten! ich sortiere weiter aus…
liebe grüße und dir und dem katerchen gute gesundheit!!
mano
Gänse- und Bambusfedern können nachgearbeitet werden, das ist ja auch das besonders schöne.
Bambus ist recht zäh zu bearbeiten, deshalb bin ich froh auf den Gedanken gekommen zu sein das Material einzuweichen. So sind die ersten Schnitte deutlich leichter durchzuführen.
Mein Bedarf an farbigen Tinten ist nach dem Beginn meines Ruhestands deutlich gesunken. Seither konzentriere ich mich mehr auf die Herstellung von Pigmenten. Sie lassen sich vielseitiger verwenden und halten länger. Schreib- und Zeichentinte habe ich immer auf Vorrat, in einem eigenen Fach im Kühlschrank.
Ich sehe es wie du, man kann nicht alles behalten. Das Loslassen fällt nicht immer leicht und natürlich könnte ein Verkauf hier und da das Portmonnaie füllen. Verkaufen ist mir zu aufwändig und deshalb freue ich mich über Mitnahmetische oder Verschenkhäuschen, wie wir sie auf dem Wertstoffhof haben.
Mit vielen lieben Grüßen
Karin