oder …
Holznadeln, Flechtgabeln und was sonst die Woche so brachte
Meine Schnitzwerkzeuge wurden in den vergangenen Tagen – alle Jahre wieder – bewegt, aber auch gröberes Werkzeug oder die eine und andere Maschine zur Erleichterung.
Zuallererst gab es eine Versuchsreihe mit verschiedenen Hölzern, die sich im Garten fanden oder mir auf Spaziergängen begegneten. Außerhalb meines Gartens schneide ich nichts ungefragt ab. Das gehört sich nicht! Ich nehme nur abgebrochene Stücke, die auf allgemeinem Boden liegen oder Schnittgut, das ich auf Sammelstellen finde.
Zum Aufwärmen entstanden eine Reihe an Nadeln, einfach so und auch zur Verwendung bei verschiedenen Textiltechniken.


Bei diesen Nadeln verarbeitete ich dünne Äste von Sträuchern, wobei ich vor allem bei der Heckenrose, das Problem mit einem weichen Kern aus Mark hatte. Das sollte mir bei der zweiten Schnitzrunde wieder begegnen. Bei der dritten war ich dann schon klüger und wählte dickere Äste, wie den von meiner abgehängten, abdekorierten, weihnachtlichen Türdekoration.

Gespalten ist der Zustand und die Art des Kerns gut zu erkennen, wie bei diesem Stück Thuja, Lebensbaum.

Das Holz der Schwarzen Johannisbeere hat tatsächlich einen leichten Grünstich.

Weiter geschnitzt. Vom Häckselplatz hatte ich mir vor Wochen Astgabeln mitgebracht und aus zumindest einer sollte nun eine Flechtgabel entstehen. Was war das Holz hart! Obstbaum halt. Obwohl es noch recht frisches Holz war ließ sich das Messer nach dem Entrinden nur Spurenelemente ins Holz drücken. Gut wenn eine Maschine zur Hand ist, bevor der Frust überhand nehmen oder das Messer sonstwohin abrutschen kann.

Ich konnte es nicht abwarten bis das Schnitzwerk fertig geschliffen und geölt war. Das handgesponnene Dochtgarn, mit Zwiebelschalen und einem Hauch Eisenwasser gefärbt, ließ sich recht gut zu einer Strickkordel verarbeiten.

So hübsch die zweite Flechtgabel aus einem Nadelholz aussieht, noch ist sie nicht funktional. Daran wird gearbeitet und notiert: Das nächste Mal erst die Form verändern, dann bohren.

Zu beachten, wenn mit Holz gearbeitet wird:
Da Nadeln zwischen Fingern benutzt werden, oder in der Hand liegen, muss auf die Holzart geachtet werden. Nicht jede ist unbedenklich und enthält Giftstoffe, wie zum Beispiel Eibe, Holunder, alle Spindelsträucher oder Robinie. Manche Hölzer sind an und für sich ungiftig, aber nicht die Stäube, die beim Schnitzen und Schleifen auftreten und eingeatmet werden können, wie zum Beispiel Eiche, Buche und Weide. Ich schleife grundsätzlich nur mit Maske und am liebsten im Freien.
AllergikerInnen sollten bei den ansonsten unbedenklichen Obsthölzern achten, wenn sie zum Beispiel auf Äpfel allergisch reagieren. Ich bin allergisch auf Haselnüsse, weshalb ich Haselhölzer grundsätzlich mit Maske bearbeite und meine Arme so bedeckt wie möglich halte.
Übrigens: Arbeitsflächen werden nach der Arbeit mit Hölzern NICHT abgefegt, sondern abgesaugt.
Wenn ich bedenke, dass traditionelles Bogenholz Eibe war und aus Pfaffenhütchen, ein wunderhübsch blühender Spindelstrauch, die Stäbe von Fallspindeln und Stricknadeln hergestellt wurden – weil das Holz so schön gerade wächst, bekomme ich schon etwas Gänsehaut. Ganz besonders bei der Tatsache, dass Leinengarn am besten angefeuchtet oder mit feuchten Fingern gesponnen wird. Was glaubt ihr woher die Feuchtigkeit am schnellsten genommen wurde?
Gartenzeit
Start ins neue Gartenjahr und das bedeutete für mich erst einmal die Sichtung vom Saatgut, das ich auf drei Stellen verteilt lagere, dachte ich:
- Küche
- Keller
- Gartenhaus
wären da nicht:
- Schubladen, Boxen, Tüten,
- Platz in Regalfächern zwischen Büchern
- Reisemitbringsel zwischen Tagebüchern und Fotos
- …
Übersichtlichkeit sieht anders aus!
Ich gebe zu ich kann an keiner Samenkapsel, keiner vertrockneten Blüte, Frucht einfach so vorbeigehen. Das werde ich nicht ändern, dafür etwas anderes.

Ich benötige EINE Stelle, die leicht erreichbar, gut zu merken und wirklich praktikabel ist, wo ich meine Schätze sammeln und wiederfinden kann. Irgendwie muss ich erreichen von einer Sorte, egal ob Blümchen oder Gemüse, nicht wieder drei und mehr Tüten zu bunkern, von denen noch das Ablaufdatum teilweise nicht mehr lesbar ist. Bei Spinat und Möhren bin ich inzwischen Meisterin im Saatguttütensammeln, obwohl sich mein Garten als absolut unbrauchbar für dieses Gemüse bewiesen hat.
Erst einmal alles zusammensammeln, sichten, sortieren, wegwerfen, umfüllen, eintüten, beschriften, … . Dabei bin ich mir absolut sicher tatsächlich nicht alle Tüten beisammen zu haben. Es fehlt unter anderem ein Mitbringsel meiner Nichte, für das sie extra zum RHS Wisley Garden – einem DER Gartenanlagen/-center in Großbritannien – gefahren ist. RHS steht übrigens für Royal Horticultural Society.

Aus der Küche
Richtig Lust zum Kochen hatte ich die vergangene Woche nicht. Im Tiefkühlschrank lagern genügend vorgekochte Portionen für die schnelle Küche. Der Inhalt der Gemüsekiste brachte mich allerdings doch in die Puschen und an den Herd.

Ansonsten
- das letzte Plätzchen gegessen
- den letzten Kalender 2025 ausgetauscht
- Weihnachten zu 80% in Kartons verpackt im Keller verstaut, nachdem ich alles, wirklich ALLES, gesichtet und ausgelichtet habe
- das hü-und-hott-Wetter ausgehalten – viel Schnee hatten wir hier nicht, es war vor allem richtig kalt

- ein wenig mit Pflanzenfarben experimentiert
- Material für im Frühjahr anliegende Kurse gesammelt
- meinen blühenden Papyrus geschnitten – kein Wunder, dass mir immer abends die Augen brannten und die Nase lief! Die Pflanze stand im Wohnzimmer. Nun ist sie ausquartiert.

- das aktuelle Strickwerk vorangebracht
- an ein neues Strickwerk gedacht
- …

Ohrwurm der Woche
Ich bin kein Fan von Adele, aber sie hat hier und da doch auch etwas, was mir ins Ohr und tiefer geht:
Macht’s gut und bleibt gesund

Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot
Kommentare
Deine Nadeln (und der Weg dahin) beeindrucken mich sehr! Vor allen Dingen die aus Mahonien-Holz ist unglaublich schön! Toll!
Danke auch für den Ohrwurm – kann ich Dir im Tausch meinen zurückgeben? 😉 Seit sicher einer Woche ist es „Wind beneath my wings“ von Bette Midler.
Liebe Grüße und eine wunderbare Woche
Carina.
Die erste Nadel ist inzwischen in Aktion und arbeitet so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bringe mir hoffentlich endlich erfolgreich das Nadelbinden bei. Keine Sache, die so nebenbei zu erlernen ist, obwohl die Technik gar nicht so schwierig ist.
Schön, dass dir mein Ohrwurm Freude brachte und ich bedanke mich für deinen. 😊
Schönes Wochenende und viele liebe Grüße
Karin