oder …

Eichengallustinte

Mein Ziel war es eine schwarze Tinte selbst herzustellen ohne einen Chemiesaal zu brauchen und ein Datenblatt zur Verwendung von Gefahrstoffen bereithalten zu müssen. Lange tüftelte ich, las mich quer durch Literatur in Bibliotheken und online, um einfach weiter zu probieren. Ich wollte eine möglichst dunkle, schwarze Tinte als Ergebnis und landete bei meinen Recherchen immer wieder bei der Eisengallustinte. Diese besteht aus Eichengallen, Eisen(II)-sulfat (Eisenvitriol), Wasser, Gummi arabicum und oft noch aus ein paar anderen Zutaten, wie zum Beispiel Konservierungsstoffe.

Es muss doch einfacher gehen! Und es geht!

Mein Rezept

Zutaten

 

Herstellung

Schon nach kurzer Zeit zeigt sich eine Reaktion. Selbst nach vielen Tintenansätzen auf diesem Weg bin ich fasziniert, wenn sich die ersten lilafarbenen Schlieren zeigen.

Die rötliche Farbentwicklung am Anfang lässt nicht vermuten, was sich noch farblich entwickeln wird.

 

Nach ungefähr einer Woche sind meine so hergestellten Tinten dunkel genug, um als Schreib- und Zeichentinten eingesetzt zu werden. (Netter Nebeneffekt: Die Eisenteile sind entrostet!) Je nach Zerkleinerungsgrad wird der Sud durch ein Sieb oder einen Filter aus Stoff / Papier abgegossen und in ein Schraubglas abgefüllt.

 

Diese Tinte ist bisher das beste Ergebnis, das ich mit Pflanzenmaterial, als Schreib- und Zeichentinte hergestellt habe. Der parallel laufende Versuch mit den Samenkapseln der Rosskastanie brachte zwar ein akzeptables Ergebnis, doch war er mir nicht dunkel genug.

Auch wenn viele andere Pflanzen einen hohen Gerbstoffanteil haben, überzeugt mich bei diesem einfachen Verfahren – gerbstoffhaltiges Pflanzenmaterial, Rost und Wasser – vor allem die Verwendung von Eichengallen (und inzwischen auch Eichenrinde).

 

Als nächstes probiere ich ein Rezept mit Eichengallen aus und bin gespannt auf das Ergebnis.

Bis die Tage,

Karin

 

 

Tipp

Vor neugierigen Katern, oder anderen Haustieren, schützen!

 

 

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15. August 2018

Kommentare

Alles was kullert und klappert wird untersucht bzw. bespielt. Eichengallen kullern und klappern herrlich. Ich finde immer wieder verloren geglaubte Zutaten.
Viele Grüße,
Karin

Das hätte ich mal vor meinem Walk heute lesen sollen, denn ich bin an ganz vielen Eichen vorbei gekommen!
Diese rötlichen Farbtöne bis hin zum schwarz sind wunderbar intensiv und die Herstellung so einfach! Das möchte ich auch unbedingt probieren. Interessant wäre es zu wissen, wie lichtecht diese Farben sind… das muss wohl einfach ausprobieren.
Liebe Grüße Ulrike

Probiere es, denn es ist wirklich toll zu beobachten! Problem ist die Schimmelgefahr beim Ausziehen und Entwickeln der Farbstoffe. Die Farbe ist lichtecht.
Viele Grüße,
Karin

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