Woche 36/2017 – die letzte Ferienwoche

oder …

Vorbereitungen auf das neue Schuljahr und eine alte (Schul-)Tasche aufgepimpt!

Montagmorgen entschied ich, nach einer unglücklichen Bewegung, kein abschließendes Resümee zu den großen Ferien aus meiner Sicht zu schreiben. Beim Nasespülen reichte eine falsche Bewegung beim Griff nach einem Handtuch und die Hexe hatte zugeschlagen – kein Wunder nach fünf Wochen ohne Sport. Ist so, das Leben geht weiter, auch mit Aua und überhaupt.

In der Schule tut sich einiges, inklusive ersten Sichtungen des Klassenzimmers und meiner Fachräume (steht noch alles so wie es soll nach der Partnerstadtolympiade?), Treffen mit Kollegen, der ersten Konferenz, … und einer schönen Überraschung in meinem Klassenzimmer. Damit, dass in meiner restlichen Lehrerlaufzeit die Fenster repariert werden rechne ich nicht mehr, aber was da gerade eingebaut wird gefällt mir auch recht gut, bringt meine Augen zum Leuchten – blink – und die meines Teamkollegen auch. Ich werde berichten.

Der erste Schulbesuch vor dem Ferienende beinhaltet eigentlich:

  • die Rückkehr der Schultasche in die Schule, wo sie auch den Rest des Schuljahres bleiben wird – Schultasche eben
  • den Auszug der Kaffeetasse aus der Spülmaschine, denn nach fünf Wochen in dieser ist sie entseucht genug für das kommende Schuljahr
  • den Arbeitsplatz im Lehrerzimmer einrichten, nach Plan, denn vor Schuljahresende habe ich mir eine Liste (WOHIN habe ich WAS hingeräumt?) in den Schrank gehängt – wer jetzt sagt: „Voll, die Lehrerin!“ bekommt Haue, echt!
  • nette Gespräche mit lieben Kolleginnen und Kollegen, anfangs noch entspannt
  • den Erhalt vom neuen Stundenplan, wodurch sich die Gespräche etwas unentspannter entwickeln
  • so eine Art Warmlaufen in die Schulroutine
  • und die Lektüre diverser Schreiben des Kultusministeriums inklusive des Briefs der Kultusministerin zum Schuljahresbeginn – im Ernst, ich fand das Gespräch mit unserem Ex-Kultusminister, das ich im Laufe der Ferien führen konnte (Facebook-Freunde haben eventuell das Bild gesehen) konstruktiver und motivierender

 

Zuhause brachte ich ein paar Ferienprojekte zuende, wie das vermaledeite, prüfungsrelevante Herbarium für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Es könnte noch ein paar Fotos vertragen, oder ein paar Texte, aber nee, Ende Gelände, Schluss, aus, fertig, babbela. Bilder davon gibt es ein anderes Mal. Ist schon ganz schick, und anders als die anderen, geworden und alleine schon deshalb ein paar Bilder wert.

 

Das Patchwork-Projekt für das Baby einer Kollegin ist fast fertig genäht und benötigt nur noch ein paar Stiche zum fertigen Quilt. Auch von diesem Werk gibt es erst später Bilder. Erst muss es verschenkt sein, sonst ist es ja keine Überraschung mehr, oder? Alternativ biete ich ein paar Eindrücke vom Nähen mit Kater und unserem Kampf um den Besitz des Nahttrenners! Angus liebt genau DIESES Teil heiß und innig. Wenn ich es nicht in einer Schublade verstecke findet er ihn! Wenn ich ihn in der Hand habe möchte er ihn! Dieses Mal nähte ich ihm beinahe in die Pfote!

 

Und dann stand ich vor meiner in die Jahre gekommenen Frühstücks-/Laptop-/Irgendwas-Transporttasche, die mich eigentlich bis zu meiner Pension hätte begleiten sollen. Es ist zweifelhaft ob dieser Schulterriemen noch sieben Jahre durchhalten wird. Dazu haben die Kater einigen Schaden an der Oberfläche angerichtet, nachdem sie die Tasche als Ersatzkratzfläche benutzt hatten. Sie bröselt an einer Seite mächtig.

Neue Tasche kaufen? Nee, nicht wirklich!

Alte Taschen gesichtet und eine gefunden, die ich, ursprünglich auf einem Afrika-Markt gekauft, auch schon als Proviant- und Notenlistentransporttasche verwendet hatte. Viel benutzt hatte sich in ihr das Futter in der Tasche begonnen an den Nähten aufzulösen und nach einigen Auslaufunfällen von Tee, Saft & Co. waren etliche Flecken unappetitlich nicht mehr zu übersehen (die Fleckenseite zeige ich hier nicht, das Szenario darf sich jeder selbst ausmalen). Von außen immer noch intakt konnte ich mich jedoch nicht von ihr trennen. Deshalb hing sie lange im Keller, bis jetzt. Einmal umgedreht erschien mir eine Wiederbelebung, ein Upcycling, machbar. Katerchen stimmte mir zu.

Futter gesichtet, rausgetrennt, Muster leicht verändert auf einen eigentlich ungeliebten Stoffrest übertragen, zugeschnitten, genäht und voilà … wie Phönix aus der Asche ist das alte Provianttäschchen neu belebt. Jetzt noch das Futter am Rand und am Boden festnähen, einräumen, Equipment (Schlüssel und Haarspange) anpinnen und Montag kann es losgehen.

Bei diesem Nähwerk benutzte ich zum ersten Mal Nähclips und ich finde sie ideal für gerade Nähte. Schwupps dran und genauso schnell wieder entfernt. Einziger Nachteil: Angus mag sie auch! Hmpf!

 

Mit dabei mein neuer Leererkalender (kein Schreibfehler) mit Foto von mir auf dem Einband. Es ist das siebte Exemplar aus diesem Verlag, das mich nun ein Jahr begleiten wird. 2014 hatte ich über diesen etwas anderen Kalender schon einmal berichtet (Link zum Blogpost).

 

 

Für die Baden-Württemberger Schulkinder und Eltern: Guten Start ins neue Schuljahr!

Ansonsten, alles Gute und bis die Tage,

Karin

 

Woche 28/2017

oder …

Unrund!

Die Woche fing so gut an um dann zur Wochenmitte ins Stolpern mit gruseligem Ende zu kommen.

Im Schul-Garten

… können die ersten Gurken geerntet werden. Richtig lecker ist die allgemeine Meinung. Leider müssen wir auch bemerken, wie plötzlich die paar wenigen schwarzen Johannisbeeren verschwinden, bevor sie im Essig landen konnten. Auch die ersten reifen Brombeeren wurden „fremd geerntet“. Wirklich schade.

Ins Glas

… landete am Ende dieser Woche das meiste Obst bevor es ungenießbar wurde. Ich bin und bleibe eine Gemüseesserin. Obst mag ich nur, wenn es geschält und portioniert vor mir liegt, nicht zu sauer ist und auch nicht zu süß. Vielleicht mag ich deshalb Erdbeeren und Aprikosen. Ich hatte es morgens nicht geschafft mir eine Ladung Obst für die Pausen zusammenzustellen. Nun schauten mich nicht nur die Äpfel mit braunen Augen an. Es sollte ein gesundes Wochenende werden, mit mindestens einem Smoothie am Tag. Freitag ging es mit Apfel, Wassermelone und Johannisbeeren an den Start.

In den Armen

… hat sich über Nacht die Fibromylagie mit Schmerzen zurück gemeldet. Ich habe auch so gewusst, dass ich seit dem letzten Urlaub zu wenig Bewegung, wie Entspannung hatte. Deshalb wollte ich mir am Wochenende gemütliches Nähen gönnen.

Im Eimer

… versenkt lag durch eine dumme Bewegung das Handy. Für ein paar Tage liegt mobil Telefonieren auf Eis bzw. gilt iphone on in rice!

In und ran an die Stoffe

… ging es dann doch am Freitagabend, sehr zur Freude vom kleinen Katerchen. Er liebt Stoffe in allen Farben, Hauptsache er kann sich darunter verstecken oder in sie einkuscheln.

In die Motten

… schaute ich fassungslos! Auf der Suche nach Applizier-Vlieseline griff ich ins Grauen, im Fach mit meiner Schwimm- und Schnorchelausrüstung. Vor Wochen hatte ich einen Bericht im Fernsehen verfolgt, der Motten zeigte, die sich durch Kunststoff gefressen hatten. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit meiner Lieblings-Fleecejacke gemacht, die auch die Motten lieb gewonnen hatten; so lieb, dass mir die Trennung nicht mehr schwer gefallen ist. Jetzt schaute ich auf ein Mottenlager in einem Neopren-Anzug! Yuck!! Der Sonntag ist gelaufen – Schmerztablette rein und ran an den Dreck.

 

Mir ist die Lust auf’s Nähen vergangen.

 

Später wurde doch noch etwas aus den bereit gelegten Stoffen – ohne Muster, ohne Schablone geht es weiter mit der Babydecke.

 

Ich wünsche eine schöne Woche.

 

Kissenbezüge für den Balkon

oder …

Nähen mit Hindernissen

Der erste Versuch für eine richtige Näharbeit,  4 1/2 Monate nach meinem Armbruch und einen Monat nach dem Einzug von Jungkaterchen, gestaltete sich von Anfang an als eine echte Herausforderung. Meine Ergotherapeutin hatte mir so viel Mut zugesprochen wieder mit dem Nähen zu beginnen, dass ich es einfach wieder probieren wollte. Nachdem es mit Häkeln und Stricken wieder richtig gut klappt, sollte es mit beidhändigem Fieselkram an der Nähmaschine auch wieder funktionieren. Ein Denkansatz, der eine Lücke aufweist!

Der Plan

Die Kissen und Bezüge meiner Balkonmöbel, die ich im Mai 2012 genäht hatte, sahen schon im letzten Sommer reichlich ausgeblichen aus und trotz einer kräftigen Farbwäsche in Knallorange war die Sommersonne 2016 gnadenlos entfärbend. Da fiel mir auf der Suche nach meinen Gerätschaften zum Papierschöpfen im Keller ein Stöffchen als Vorhang in die Hand, das wohl Jahrgang 1980 +/- 5 sein muss. Sieb, Schöpfrahmen, Wanne etc. waren kurzzeitig nur Nebensache, denn im Kopf wuselte sich schon die Weiterverarbeitung der Fundsache zurecht – keine Hussen mehr für die Stühle, aber Kissenbezüge.

 

Zuschneiden

Zum Zuschneiden von Stoffen benötigt man zwei Hände und bewegliche Handgelenke und nicht noch zusätzlich einen überaktiven, gelenkigen, jungen Kater, der mit einer Kralle geschwind einen meiner mit der Stecknadel beschäftigen Finger auf den Punkt fixiert – AHH – ANGUS (auf Scotty hört er in Notsituationen noch nicht) ! Der Blutfleck landete nicht auf dem Stoff und die mit dem Rollmesser geschnittene Kurve konnte ich später ausgleichen. Mannomann, da braucht man drei Anläufe um schmerzfrei und fest ein Lineal zu halten und dann schlägt Katerchen zu, nicht in die rechte Bewegungs-mit- dem Rollmesser-Hand, nein, in die linke, nicht so funktionierende Festhaltehand! Saboteur!!

Es wäre gemein alles auf Katerchen zu schieben, aber so schlecht habe ich ein paar gerade Stücke schon lange nicht mehr zugeschitten. Mir fehlt einfach noch ein Tick vom Cocktail Kraft, Gelenkigkeit und Geschick um mit links wieder voll da zu sein.

 

Nähmaschine aufbauen

Die Maschine irgendwie vom Regal gewuchtet, auf den Tisch gestellt, die Teleskopstange mit den Garnrollen ausgezogen … oje, Scottys glänzten nicht nur vor Freude, da ging ein Feuerwerk hoch!!! Wow! Nicht nur EIN Faden zum Spielen, sondern gleich VIER! Wie toll ist DAS denn!

„AHH!“

„ANGUS!“

„NEIN!“ – Er: „Doch!“ 😉 und sich so richtig mitten in die Fäden eingefädelt.

Aber beim Ausfädeln sich auch nicht helfen lassen wollen! Oh, Katerchen.

Nach erledigter Rettung musste er draußen vor der Tür bleiben, was auch nicht so einfach war. Chewie saß bei mir auf der einen Seite der Tür und Scotty auf der anderen. Chewie miaute, Scotty miaute. Also schob ich Chewie geschwind zu seinem Neffen auf seine Seite, um die Tür schnell wieder zu schließen. Auch nicht gut, denn es folgte erst einmal Fauchen, Knurren und etwas Gepolter um dann gemeinsam jaulend an der Tür zu sitzen. Ich musste spontan an einen 80er-Jahre Stück von Trio denken: … Mama 😉 … „…  Anna, …. lass mich rein, lass mich raus … “ (Was habe ich diese Band geliebt in all ihrem Minimalismus und noch habe ich zwei originale Musikkassetten von Trio.)

Beide Kater wurden aus ihrem Exil entlassen, aber es blieb weiterhin schwierig mit dem jungen Wilden.

 

Irgendwann musste ich mir eine Bremse für „Fang den Fuß“ einfallen lassen!

 

Das Ergebnis

Sechs Balkonkissen sind aus einem der alten Vorhänge entstanden, die die Balkonstühle ganz gut hübschen (finde ich).

 

Und Chewie nach seinem kurzen Exil und trotz dem Umtrieb vom jungen Wilden? Voll entspannt!

 

Verflixt, verfilzt und zugenäht

oder …

Die Entwicklung vom Lieblingspullover zum verkatertem Türsteher

30 Grad im Schatten, die Rüsselpest im Kopf, Schuljahresende und Reisevorbereitungen im Nacken sind eine Kombination, die zu Schäden im Alltag führen muss(te).
Zu Schaden kamen die zwei Lieblingspullover, DIE zwei, die trotz warm und fluffig gut ins Reisegepäck ins Kalte passen und dieses Jahr wieder ganz oben auf der Packliste standen.
Nur noch einmal kurz durchwaschen, dachte ich!

Ich hätte lieber zuerst die Packungsbeilage meiner Medikamente gelesen, in denen stand: Vorsicht beim Betätigen von Maschinen!, und die Finger von der Waschmaschine gelassen:

  • Falsches Waschprogramm.
  • Zu hohe Temperatur.
  • Ergebnis: Zwei Kinderpullover!

Diese zwei Teile legte ich heute auf den Entsorgungsplatz, nah an den „geerbten“ Sack Katzenstreu. Leider mag mein Kater in diese Sorte keine Pfote, noch einen Haufen, setzen und so stand dieser riesige, sauschwere Sack dort auch schon seit gefühlten Wochen.

Mein Blick ging von den Pullovern, zum Katzenstreu, weiter zum Kater, es gab einen Luftzug, eine Tür knallte und ich nahm die Pullover wieder mit, plus einer Idee im Kopf.

Nach kurzem Papier- und Bleistifteinsatz kam die Schere zum Zug und die Nähmaschine zum Einsatz.

Zwei Stunden später war das Anti-Türknall-Katzen-Türstopper-Tier mit sechs Kilo Katzenstreu gefüttert fertig für den Einsatz!

Doch zuerst der Fototermin im Freien:

 

 

 

Der Beweis, ich war ein Pullover der Firma B…

Ab jetzt im Dienst!

 

 

 

Schnell genähter Rock für heiße Tage

oder …

Luftig und locker im Sommer angezogen

Endlich Sommer! Wenn selbst ich mit ärmellosen Tops das Haus verlasse, dann ist es warm und meine Definition von Sommer erfüllt. Das Zimmerthermometer zeigt selbst abends noch 26°C an – ich liebe es!! Das sind die Temperaturen, von denen ich 11 1/2 Monate im Jahr träume! Mit passender Kleidung und entschleunigtem Arbeitstempo ist es einfach meine Lieblingsjahreszeit!!!

Apropos Kleidung – vernichtete ich doch meinen Lieblingsrock im falschen Waschgang in der Waschmaschine!!! Das gleicht einer mittleren Katastrophe, denn passende Röcke sind wirklich schwierig für Frauen „in mittleren Jahren“ zu bekommen. Der einzige Rock, in den ich bei einer Einkaufstour passte, war in Größe XXL gerade mal so in der Taille passend und hing dann irgendwo sackartig wadenmittig. Irgendwie hat die Bekleidungsindustrie sich noch nicht auf die Mitfünfziger Klientel umgestellt, wie meinereine so gebaut ist. Deshalb nähe ich meine Röcke doch lieber weiter selbst, wie hier schon beschrieben.

Für einen bequemen Sommerrock ohne Firlefanz brauchte ich, mit Schnitt herstellen und nähen gerade einmal eineinhalb Stunden.

Material

80 cm Leinenstoff (140 cm breit liegend) und vorgewaschen
40 cm Strickbündchen (Schlauchware mit 70 cm Umfang)

Der Schnitt

Einfache Regel:
Einmal rundherum, an der dicksten Stelle, ein Maßband um Hüfte bzw. Po legen.
Die gemessenen Zentimeter durch 4 teilen.
Mit den errechneten Zentimetern ein Stück Schnur messen und zuschneiden.
Die Schnur auf ein großes Zeitungsblatt mit einem ganz leichten Bogen legen und diesen Bogen gut sichtbar mit einem dicken Stift nachzeichnen
Von dieser Linie aus mithilfe des Maßbands 40 cm entfernt in regelmäßigen Abständen Markierungen setzen.

Fertig genäht, einmal durchs Wasser gezogen – plus Schnittteile

 

Zuschneiden

Zwei Rockteile mit Umbruch aus dem Schnitt zuschneiden.
Dabei für die Seiten plus 1,5 cm, am Bund 1 cm und für den Saum 2 cm als Nahtzugabe zum Schnitt auf den Stoff einzeichnen.

Nähen

Seitennähte schließen
Das Strickbündchen an den Rock heften, nähen und versäubern oder mit der Oberlockmaschine in einem Rutsch annähen.
Den Rocksaum versäubern und 1,5 cm nach innen umgeschlagen zuerst stecken und dann steppen.
Fertig.

Warum ich einen Strickbund in dieser Länge gewählt habe?

Diese Bundlänge in diesem Material erinnert schon sehr Schwangerschaftsbekleidung. Aber warum soll man nicht die Vorteile dieser nicht kneifenden und einengenden Bekleidung gerade in dieser Jahreszeit nutzen? Der lange flexible Bund lässt sich variabel umklappen und sodie Rocklänge nach Lust und Laune einstellen.

 

Rock mit gekrempeltem Bund

Ein Lieblingsteil, schon nach wenigen Tagen, …

… egal ob in voller Länge

… oder ein ganz klein wenig am Bund gekrempelt, …

… oder ganz kurz getragen.

Der nächste Stoff für diesen Schnitt wartet schon. Angedacht ist ein Wenderock mit einem kleinen Anklang an einen Ballonrock.

 

Die größten Vorteile:

das Ding sitzt, passt und hat Luft! 😉
keine Kaufhaus-Suchtour mit nerviger Klimaanlage
keine Ausbeuter-(Kinder)-Hände bei der Herstellung
Die Dokumentation vom Projekt einer norwegischen Zeitung, die junge Fashion-Victims nach Kambodscha schickten, damit sie sehen, wo ihre Kleidung herkommt ist sehenswert, auch noch nach einem Jahr – Sweatshop. Wer seine T-Shirts nur als Schnäppchenware kauft sollte sich das ansehen!

T-Shirt-Neuverwertung

oder …

Geht doch! 😉

Da liegen sie, die aussortierten T-Shirts meines Sohnes. Sie liegen seit Wochen, Monaten. Jahre? Egal. Wenn jetzt nicht der Aufschrei kommt („Mutter!“) setze ich weiter Schere und Rollmesser an und zerlege, seziere und gebe den Teilen eine neue Realität! 2015 ist wieder ein Jahr unter dem Motto: Mach Platz für Neues!

An anderer Stelle steht seit Wochen, Monaten, zum Glück noch kein Jahr, meine Overlock-Maschine, auf die ich Wochen, Monate, Jahre hingespart hatte.

Es kam Tag 10 meiner Rüsselpest #1/2015. Tags zuvor hatte ich das Gerät zumindest einmal aufgebaut gehabt, um das zwölfte Foto für 12 von 12 im Juli zu bekommen. Und ich setzte mich tatsächlich an die Maschine, unterstützt von der Bedienungsanleitung und einem tollen Lernprogramm auf meinem Laptop.

Trotzdem dauerte es zwei Stunden bis alle Fäden eingefädelt, wieder ausgefädelt, neu eingefädelt und die Maschine endlich nähbereit war! Und ich habe doch tatsächlich zwei Stunden lang nicht gehustet. Da musste einiges nachgeholt werden.

Aber dann! Die erste Naht! Woohoooo! YES! Genäht, versäubert und geschnitten – geht doch!

 

Danke an Makerist! Die Ausgabe für euren Onlinekurs hat sich nur gelohnt!
Ok, das war/ist jetzt Werbung, und ich finde die Werbeflut, die seit meiner Anmeldung dort auf meinem Rechner ankommt nicht so toll. Aber diesen Videokurs zur Einführung in den Umgang mit der Overlock-Maschine kann ich nur empfehlen.

In der Zwischenzeit langweilte sich Katerchen gewaltig … natürlich mitten auf dem Probestoff!

Wie ich nun einmal bin stieg ich an einem Punkt aus diesem Kurs aus. Das heißt, ich machte nicht mehr parallel mit, sondern schaute mir nur noch die Bilder an und machte dann an meinem Ding weiter. 😉

Mein Ding,

entweder schmeiße ich Sohnemanns alte T-Shirts jetzt endgültig weg (höre ich einen Aufschrei?)
oder
ich mache einen T-Shirt-Quilt daraus und lerne diese neue Maschine kennen.

Einige schon vor Jahren zugeschnittene T-Shirts kamen zuerst unter die Maschine und nun nähe ich munter weiter. Erst einmal nur Streifen an Streifen. Nun muss ich mir etwas für die Sprüche und Motive einfallen lassen.

Katerchen liegt schon wieder zur Probe auf dem ersten Arbeitsergebnis und ich schnappe mir jetzt das Rollmesser und gehe den restlichen T-Shirts an den Kragen.

Ein neuer Babyquilt

oder …

Endlich wieder ein Grund zum freuen und quilten

Nicht nur die eigenen Kinder werden groß, größer, flügge und selbstständig um ihr eigenes Leben zu führen. Dem stehen die ehemaligen Spielgefährten aus der Nachbarschaft nicht nach.
Vor 20 Jahren sorgten noch acht bis zwölf Kinder rund ums Haus für Trubel und so viel Leben, dass in dieser Nachbarschaft kein Unbekannter einfach so in einen Hauseingang hineinkam (leider so geschehen, in den letzten Tagen).
Von den Eltern von damals leben noch einige hier. Einige von den Kindern von damals wohnen auch nicht weit weg oder sind sogar wieder echte Nachbarn. Aber echte kleine Krachmacher sind rar bzw. zwei Kinder im Vorschulalter und ein Enkelkind als regelmäßiger Besucher sind zur Belebung eines Hauses mit 24 Wohnungen einfach wenig!
Doch endlich gibt es wieder einen kleinen Schreihals, das zweite Kind aus der Spieltruppe von vor 20 Jahren, mit einer verflixt kräftigen Stimme!! 😀
Solch ein Ereignis muss gefeiert werden und ich hatte einen Grund alles andere liegen zu lassen, YES!

Heute ist er fertig geworden, der Quilt für Martinas Baby, ein Mädchen, aktuell vierzehn Tage jung.

 

Mit den Maßen 90 cm x 110 cm ist dieser Babyquilt größer als üblich. So passt er im Augenblick zwar nicht optimal in einen Kinderwagen, ist jedoch groß genug um noch lange als Bodendecke, Spieldecke oder Bettdecke benutzt werden zu können.

Für die Rückseite passte gerade mal so ein Reststück gepunkteten Stoffes, das im Gegensatz zu den 50er-Jahre-Retrostöffchen der Vorderseite ein kräftiges orange und grüne Sprenkel hat (sieht man nicht auf den Bildern).

Die Retrostoffe für die Vorderseite habe ich von fabricworm. Der Stoff von der Rückseite bekam ich als Reststück im Fabrikverkauf bei Zweigart.

Und nun komme ich zum eingebauten Fehler, den jeder Quilt einfach hat bzw. haben MUSS, aber dieses Mal nicht an der Stelle landete, wo ich ihn aus Verzweiflung (da die Rückseite nun einmal ein knappes Reststück war) einplante … .
Der Nähfehler an dieser Ecke war NICHT geplant!

Geplant war, weil das Stoffstück für die Rückseite einfach nicht von der bedruckten Fläche her passen wollte, dass ich ganz bewusst den weißen Stoffrand mit Firmenlogo etc. einarbeite.

Tja, irgendwie verschwand er dann doch unter dem Schrägband und die Hilfsnaht unter der Ecke kam zutage.

 

Zum Abschluss testete Kater Harry den Quilt, unaufgefordert, und ist zufrieden!

Was habe ich den Burschen gesucht bis ich ihn gefunden hatte!!!

Des Futons neues Kleid

oder …

Nähen mit Hindernissen

Nach dem ersten neu genähten Kissen für das Gästebett ging es in die zweite Runde. Diese Ansammlung an Mobilar aus dem Studentenzimmer meines Sohnes als ein solches zu bezeichnen ist gut gemeint. Momentan besteht das Gästebett aus den zwei aufeinander gestapelten Tatamis und dem darüber liegendem Futon. Dahinter klemmt die aufgeklappte Gästematratze an der Wand und alles wird von einem Berg an Bettzeug gekrönt, für das mir einfach der Stauraum fehlt.
Die schnellste Lösung, einfach über alles eine Decke legen, erwies sich nach einer Fliegenjagd meiner Kater: „Einer für alle, alle für einen!“ als unhübsches Schlachtfeld. Dann lieber so lassen, vorerst, bis jetzt.

Der Futon bekommt einen neuen Bezug!

Wie üblich nähe ich ohne Schnitt, nur messen, schneiden, stecken, heften, nähen, …, hoffen, dass es passt. Heften musste aus aktuellem Hindernis entfallen (siehe Postende).
Da das Prinzip für den Futonbezug ein übergroßer Kissenbezug mit Bändern zum Schließen ist, ist das schnittlose Nähen in diesem Fall kein Problem.

1. Schritt

Bahn 1 an einer der langen Kanten zwei Mal umklappen, feststecken und mit Stichlänge 2,5mm absteppen.

 

 

2. Schritt

Die ungesäumte lange Kante von Bahn 1 auf eine Kante von Bahn 2 feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm verteilen.
Die beiden Teile zusammensteppen und versäubern.

Auf der Vorderseite schmalkantig mit einer weiteren Steppnaht die Naht mit den Bändern sichern.

 

3. Schritt

Eine Schmalkante von Bahn 3, wie bei Bahn 1, zwei Mal umklappen und feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm in die Kante verteilen.
Absteppen.

Zur Stabilisierung die Bänder auf der Rückseite kurz vor der Kante noch einmal feststeppen.

 

4. Schritt

Beide Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen, so dass zueinander gehörenden Bänderpaare zusammen liegen. Feststecken.
Das kurze überstehende Stück über die Bänderkante auf das lange Stück legen und feststecken.
Alle drei offenen Kanten schließen und mit Zickzackstich versäubern.

 

5. Schritt

Da der Futon eine Höhe von ca. 7cm hat müssen die vier Ecken im Bezug innen schräg abgenäht werden.
Dazu lege ich an den Ecken die Nähte aufeinander, stecke sie fest und messe/zeichne mithilfe des Geodreiecks die nötige Naht.

 

6. Schritt

Den Futon beziehen und mit den Bändern schließen.

 

 

Die Hindernisse

Schnell noch eine Stärkung, dachte ich, bevor ich mit dem Nähen beginne. Ruckzuck einen Salat gerichtet und noch schnell ein paar Käsespäne gehobelt, dachte ich. Daumen zwischen Hobelmesser und Käse gerutscht, halbes Blutbad angerichtet.

Nähstube = Katzenspielplatz, so sehen das meine Kater.

 

Metamorphose eines Küchenhandtuchs

oder …

Der Anfang vom Gästezimmer

Wenn sich nicht einmal meine Kater in einem Zimmer aufhalten wollen, das mal ihr Lieblingszimmer war, dann muss etwas geändert werden! Aber ich kann sie ja verstehen! Das Zimmer meines Sohnes spiegelt die Nutzung der letzten Jahre – halb entkernt und entleert zum Studium in Karlsruhe, Zwischenlager während des Praktikums in Island, Rückkehr aus Island, Auffüllen und Teilentleerung des Zwischenlagers, Studium in Karlsruhe und nun, schwupps, Rumpelkammer. Von jetzt auf nachher gab es für ihn eine Chance in Japan die Masterarbeit zu schreiben. Alles musste schnell gehen. Zimmer in Karlsruhe auflösen und nachhause karren. Flugticket, Versicherungen, Papiere, … , wusch, weg. Was nicht in die Kisten zum Einlagern hier oder in den Koffer für dort passte, blieb liegen und liegt seit einem Monat so vor sich hin.

Natürlich könnte ich einfach die Tür schließen und das Chaos dahinter ausblenden. Doch ich gehöre zu den Menschen, die zum Wohlbefinden offene Fenster und Türen brauchen und so fühle ich mich in den kalten Monaten und zur Sicherheit genug eingeschränkt. Also blieb der freie Blick ins Übel mit andauernder Aufforderung:
Tu was!

Manchmal braucht es nur einen kleinen Zünder um einen Prozess anzustoßen.

Mein Zünder war ein Geschirrtuch, dass ich irgendwann geschenkt bekam und ich einfach nicht „verlieren“ konnte, weil mir Farben wie Muster eigentlich gefielen.

Heute standen Geschirrtuch und ich dann kurzzeitig doch vor der endgültigen Trennung, als mir die Nähmaschine und eine Idee dazwischen kamen.

Zwei Knopflöcher und zwei Nähte später hatte das Geschirrtuch eine neue Funktion.

 

Voilà – aus einem Geschirrtuch ist ein Kissenbezug entstanden, der sofort einen Platz fand!

 

Da liegt das neue Kissen auf Sohnemanns entrümpelten Futon und wartet auf mehr: Kissen – Kater – Kuschelfaktor.

 

Sternenregen

oder …

Stars on the line

Pünktlich zum 1. Advent kümmerte sich meine Klasse um die Weihnachtsdekoration im Schulhaus.

Erste wichtige Aufgabe:

Die Sternenketten an die Decke des Treppenaufgangs in unserem Schulgebäude anbringen! Und da hängen sie wieder!

 

Letztes Jahr hatten meine Schüler noch Unterstützung von Schülern meiner letzten Klasse gehabt – eine Generation gibt ihre Erfahrungen an die nächste weiter. Dieses Jahr waren sie auf sich selbst gestellt und mussten sich erinnern, wer was wann und wie gemacht hat. Oh meine Nerven! 😀

Wie in den letzten 15 Jahren pendeln, drehen und bewegen sie sich wieder, viele Sterne, im Luftzug eines geöffneten Fensters oder dem Rückenwind stürmender Schülerscharen.

 

Was man dazu benötigt?

  • Etwas Geometrie zum Zeichnen eines Sterns mit sechs Zacken. Diesen habe ich im Fotokopierer in zwei weitere Größen verkleinert kopiert.
  • Laminierfolie um die Kopien einzuschweißen. Daraus werden die Schablonen für die Sterne geschnitten. Bei einer Klasse mit 22 Schülern reichen sechs Schablonen.
  • Plakatpapier und Plakatkarton in verschiedenen Grau- und Silbertönen.
  • Bleistift zum Umfahren/Aufzeichnen der Schablonen.
  • Scheren.
  • Viele fleißige Hände zum Ausschneiden. Vielen Dank auch an Kolleginnen und Kollegen für ihre Unterstützung!
  • Eine Nähmaschine mit weißem Ober- und Unterfaden. Damit werden die Sterne in unterschiedlicher Anzahl hintereinander zusammen genäht.
  • Büroklammern zum Aufhängen.
  • Leitern
  • In Deckennähe gespannte Drahtseile.
  • Und, unverzichtbar, eine Schiebehilfe, zum Beispiel eine Teleskopstange.

 

Beim Aufhängen und Nähen blieb keine Zeit um Fotos zu schießen. So wie wir neue Sternenketten genäht hatten wurden sie aufgehängt und neue produziert:

„Ey, wir brauchen noch ein Fünfer!“,
„Alter, was hast du da gemacht? Kannst du nicht bis acht zählen? Das sieht doch Sch… aus!“
„Frau Brinker, schicken Sie den Paul (Name geändert) weg! Boah, der macht nur Stress.“
„Was guckst du? Hol ’nen Dreier, aber flott.“

Zum Schluss hängte diese Gruppe noch eine Reihe kurzer Sternenketten ans Ende des Flurbereichs, der zur Schulleitung führt.

Im Klassenzimmer wurde parallel an der Fensterdekoration gefaltet und der Pappweihnachtsbaum von IKEA aufgebaut, wobei sogar Weihnachtslieder gesungen wurden!!! Unaufgefordert!

Und tatsächlich arbeitete der/die eine oder andere zur Abwechslung doch tatsächlich am Tagesplan für die Schule weiter 😉
Der Rest wäre ja auch Hausaufgabe gewesen – wie lästig!

 

Was mich all die Jahre immer wieder freut ist die Tatsache, dass die Sterne tatsächlich zum allergrößten Teil hängen bleiben. Neue Schüler meinen zwar immer wieder, wie auch dieses Jahr: „Das hängt nicht lange!“ doch Schüler Alis derbe Antwort: „Verp… dich, Alter!“ setzte deutlich Maßstäbe. Wenn Schüler aktiv beim Gestalten mithelfen achten sie auch auf ihr Werk.