Woche 28/2017

oder …

Unrund!

Die Woche fing so gut an um dann zur Wochenmitte ins Stolpern mit gruseligem Ende zu kommen.

Im Schul-Garten

… können die ersten Gurken geerntet werden. Richtig lecker ist die allgemeine Meinung. Leider müssen wir auch bemerken, wie plötzlich die paar wenigen schwarzen Johannisbeeren verschwinden, bevor sie im Essig landen konnten. Auch die ersten reifen Brombeeren wurden „fremd geerntet“. Wirklich schade.

Ins Glas

… landete am Ende dieser Woche das meiste Obst bevor es ungenießbar wurde. Ich bin und bleibe eine Gemüseesserin. Obst mag ich nur, wenn es geschält und portioniert vor mir liegt, nicht zu sauer ist und auch nicht zu süß. Vielleicht mag ich deshalb Erdbeeren und Aprikosen. Ich hatte es morgens nicht geschafft mir eine Ladung Obst für die Pausen zusammenzustellen. Nun schauten mich nicht nur die Äpfel mit braunen Augen an. Es sollte ein gesundes Wochenende werden, mit mindestens einem Smoothie am Tag. Freitag ging es mit Apfel, Wassermelone und Johannisbeeren an den Start.

In den Armen

… hat sich über Nacht die Fibromylagie mit Schmerzen zurück gemeldet. Ich habe auch so gewusst, dass ich seit dem letzten Urlaub zu wenig Bewegung, wie Entspannung hatte. Deshalb wollte ich mir am Wochenende gemütliches Nähen gönnen.

Im Eimer

… versenkt lag durch eine dumme Bewegung das Handy. Für ein paar Tage liegt mobil Telefonieren auf Eis bzw. gilt iphone on in rice!

In und ran an die Stoffe

… ging es dann doch am Freitagabend, sehr zur Freude vom kleinen Katerchen. Er liebt Stoffe in allen Farben, Hauptsache er kann sich darunter verstecken oder in sie einkuscheln.

In die Motten

… schaute ich fassungslos! Auf der Suche nach Applizier-Vlieseline griff ich ins Grauen, im Fach mit meiner Schwimm- und Schnorchelausrüstung. Vor Wochen hatte ich einen Bericht im Fernsehen verfolgt, der Motten zeigte, die sich durch Kunststoff gefressen hatten. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit meiner Lieblings-Fleecejacke gemacht, die auch die Motten lieb gewonnen hatten; so lieb, dass mir die Trennung nicht mehr schwer gefallen ist. Jetzt schaute ich auf ein Mottenlager in einem Neopren-Anzug! Yuck!! Der Sonntag ist gelaufen – Schmerztablette rein und ran an den Dreck.

 

Mir ist die Lust auf’s Nähen vergangen.

 

Später wurde doch noch etwas aus den bereit gelegten Stoffen – ohne Muster, ohne Schablone geht es weiter mit der Babydecke.

 

Ich wünsche eine schöne Woche.

 

Kissenbezüge für den Balkon

oder …

Nähen mit Hindernissen

Der erste Versuch für eine richtige Näharbeit,  4 1/2 Monate nach meinem Armbruch und einen Monat nach dem Einzug von Jungkaterchen, gestaltete sich von Anfang an als eine echte Herausforderung. Meine Ergotherapeutin hatte mir so viel Mut zugesprochen wieder mit dem Nähen zu beginnen, dass ich es einfach wieder probieren wollte. Nachdem es mit Häkeln und Stricken wieder richtig gut klappt, sollte es mit beidhändigem Fieselkram an der Nähmaschine auch wieder funktionieren. Ein Denkansatz, der eine Lücke aufweist!

Der Plan

Die Kissen und Bezüge meiner Balkonmöbel, die ich im Mai 2012 genäht hatte, sahen schon im letzten Sommer reichlich ausgeblichen aus und trotz einer kräftigen Farbwäsche in Knallorange war die Sommersonne 2016 gnadenlos entfärbend. Da fiel mir auf der Suche nach meinen Gerätschaften zum Papierschöpfen im Keller ein Stöffchen als Vorhang in die Hand, das wohl Jahrgang 1980 +/- 5 sein muss. Sieb, Schöpfrahmen, Wanne etc. waren kurzzeitig nur Nebensache, denn im Kopf wuselte sich schon die Weiterverarbeitung der Fundsache zurecht – keine Hussen mehr für die Stühle, aber Kissenbezüge.

 

Zuschneiden

Zum Zuschneiden von Stoffen benötigt man zwei Hände und bewegliche Handgelenke und nicht noch zusätzlich einen überaktiven, gelenkigen, jungen Kater, der mit einer Kralle geschwind einen meiner mit der Stecknadel beschäftigen Finger auf den Punkt fixiert – AHH – ANGUS (auf Scotty hört er in Notsituationen noch nicht) ! Der Blutfleck landete nicht auf dem Stoff und die mit dem Rollmesser geschnittene Kurve konnte ich später ausgleichen. Mannomann, da braucht man drei Anläufe um schmerzfrei und fest ein Lineal zu halten und dann schlägt Katerchen zu, nicht in die rechte Bewegungs-mit- dem Rollmesser-Hand, nein, in die linke, nicht so funktionierende Festhaltehand! Saboteur!!

Es wäre gemein alles auf Katerchen zu schieben, aber so schlecht habe ich ein paar gerade Stücke schon lange nicht mehr zugeschitten. Mir fehlt einfach noch ein Tick vom Cocktail Kraft, Gelenkigkeit und Geschick um mit links wieder voll da zu sein.

 

Nähmaschine aufbauen

Die Maschine irgendwie vom Regal gewuchtet, auf den Tisch gestellt, die Teleskopstange mit den Garnrollen ausgezogen … oje, Scottys glänzten nicht nur vor Freude, da ging ein Feuerwerk hoch!!! Wow! Nicht nur EIN Faden zum Spielen, sondern gleich VIER! Wie toll ist DAS denn!

„AHH!“

„ANGUS!“

„NEIN!“ – Er: „Doch!“ 😉 und sich so richtig mitten in die Fäden eingefädelt.

Aber beim Ausfädeln sich auch nicht helfen lassen wollen! Oh, Katerchen.

Nach erledigter Rettung musste er draußen vor der Tür bleiben, was auch nicht so einfach war. Chewie saß bei mir auf der einen Seite der Tür und Scotty auf der anderen. Chewie miaute, Scotty miaute. Also schob ich Chewie geschwind zu seinem Neffen auf seine Seite, um die Tür schnell wieder zu schließen. Auch nicht gut, denn es folgte erst einmal Fauchen, Knurren und etwas Gepolter um dann gemeinsam jaulend an der Tür zu sitzen. Ich musste spontan an einen 80er-Jahre Stück von Trio denken: … Mama 😉 … „…  Anna, …. lass mich rein, lass mich raus … “ (Was habe ich diese Band geliebt in all ihrem Minimalismus und noch habe ich zwei originale Musikkassetten von Trio.)

Beide Kater wurden aus ihrem Exil entlassen, aber es blieb weiterhin schwierig mit dem jungen Wilden.

 

Irgendwann musste ich mir eine Bremse für „Fang den Fuß“ einfallen lassen!

 

Das Ergebnis

Sechs Balkonkissen sind aus einem der alten Vorhänge entstanden, die die Balkonstühle ganz gut hübschen (finde ich).

 

Und Chewie nach seinem kurzen Exil und trotz dem Umtrieb vom jungen Wilden? Voll entspannt!

 

Verflixt, verfilzt und zugenäht

oder …

Die Entwicklung vom Lieblingspullover zum verkatertem Türsteher

30 Grad im Schatten, die Rüsselpest im Kopf, Schuljahresende und Reisevorbereitungen im Nacken sind eine Kombination, die zu Schäden im Alltag führen muss(te).
Zu Schaden kamen die zwei Lieblingspullover, DIE zwei, die trotz warm und fluffig gut ins Reisegepäck ins Kalte passen und dieses Jahr wieder ganz oben auf der Packliste standen.
Nur noch einmal kurz durchwaschen, dachte ich!

Ich hätte lieber zuerst die Packungsbeilage meiner Medikamente gelesen, in denen stand: Vorsicht beim Betätigen von Maschinen!, und die Finger von der Waschmaschine gelassen:

  • Falsches Waschprogramm.
  • Zu hohe Temperatur.
  • Ergebnis: Zwei Kinderpullover!

Diese zwei Teile legte ich heute auf den Entsorgungsplatz, nah an den „geerbten“ Sack Katzenstreu. Leider mag mein Kater in diese Sorte keine Pfote, noch einen Haufen, setzen und so stand dieser riesige, sauschwere Sack dort auch schon seit gefühlten Wochen.

Mein Blick ging von den Pullovern, zum Katzenstreu, weiter zum Kater, es gab einen Luftzug, eine Tür knallte und ich nahm die Pullover wieder mit, plus einer Idee im Kopf.

Nach kurzem Papier- und Bleistifteinsatz kam die Schere zum Zug und die Nähmaschine zum Einsatz.

Zwei Stunden später war das Anti-Türknall-Katzen-Türstopper-Tier mit sechs Kilo Katzenstreu gefüttert fertig für den Einsatz!

Doch zuerst der Fototermin im Freien:

 

 

 

Der Beweis, ich war ein Pullover der Firma B…

Ab jetzt im Dienst!

 

 

 

Schnell genähter Rock für heiße Tage

oder …

Luftig und locker im Sommer angezogen

Endlich Sommer! Wenn selbst ich mit ärmellosen Tops das Haus verlasse, dann ist es warm und meine Definition von Sommer erfüllt. Das Zimmerthermometer zeigt selbst abends noch 26°C an – ich liebe es!! Das sind die Temperaturen, von denen ich 11 1/2 Monate im Jahr träume! Mit passender Kleidung und entschleunigtem Arbeitstempo ist es einfach meine Lieblingsjahreszeit!!!

Apropos Kleidung – vernichtete ich doch meinen Lieblingsrock im falschen Waschgang in der Waschmaschine!!! Das gleicht einer mittleren Katastrophe, denn passende Röcke sind wirklich schwierig für Frauen „in mittleren Jahren“ zu bekommen. Der einzige Rock, in den ich bei einer Einkaufstour passte, war in Größe XXL gerade mal so in der Taille passend und hing dann irgendwo sackartig wadenmittig. Irgendwie hat die Bekleidungsindustrie sich noch nicht auf die Mitfünfziger Klientel umgestellt, wie meinereine so gebaut ist. Deshalb nähe ich meine Röcke doch lieber weiter selbst, wie hier schon beschrieben.

Für einen bequemen Sommerrock ohne Firlefanz brauchte ich, mit Schnitt herstellen und nähen gerade einmal eineinhalb Stunden.

Material

80 cm Leinenstoff (140 cm breit liegend) und vorgewaschen
40 cm Strickbündchen (Schlauchware mit 70 cm Umfang)

Der Schnitt

Einfache Regel:
Einmal rundherum, an der dicksten Stelle, ein Maßband um Hüfte bzw. Po legen.
Die gemessenen Zentimeter durch 4 teilen.
Mit den errechneten Zentimetern ein Stück Schnur messen und zuschneiden.
Die Schnur auf ein großes Zeitungsblatt mit einem ganz leichten Bogen legen und diesen Bogen gut sichtbar mit einem dicken Stift nachzeichnen
Von dieser Linie aus mithilfe des Maßbands 40 cm entfernt in regelmäßigen Abständen Markierungen setzen.

Fertig genäht, einmal durchs Wasser gezogen – plus Schnittteile

 

Zuschneiden

Zwei Rockteile mit Umbruch aus dem Schnitt zuschneiden.
Dabei für die Seiten plus 1,5 cm, am Bund 1 cm und für den Saum 2 cm als Nahtzugabe zum Schnitt auf den Stoff einzeichnen.

Nähen

Seitennähte schließen
Das Strickbündchen an den Rock heften, nähen und versäubern oder mit der Oberlockmaschine in einem Rutsch annähen.
Den Rocksaum versäubern und 1,5 cm nach innen umgeschlagen zuerst stecken und dann steppen.
Fertig.

Warum ich einen Strickbund in dieser Länge gewählt habe?

Diese Bundlänge in diesem Material erinnert schon sehr Schwangerschaftsbekleidung. Aber warum soll man nicht die Vorteile dieser nicht kneifenden und einengenden Bekleidung gerade in dieser Jahreszeit nutzen? Der lange flexible Bund lässt sich variabel umklappen und sodie Rocklänge nach Lust und Laune einstellen.

 

Rock mit gekrempeltem Bund

Ein Lieblingsteil, schon nach wenigen Tagen, …

… egal ob in voller Länge

… oder ein ganz klein wenig am Bund gekrempelt, …

… oder ganz kurz getragen.

Der nächste Stoff für diesen Schnitt wartet schon. Angedacht ist ein Wenderock mit einem kleinen Anklang an einen Ballonrock.

 

Die größten Vorteile:

das Ding sitzt, passt und hat Luft! 😉
keine Kaufhaus-Suchtour mit nerviger Klimaanlage
keine Ausbeuter-(Kinder)-Hände bei der Herstellung
Die Dokumentation vom Projekt einer norwegischen Zeitung, die junge Fashion-Victims nach Kambodscha schickten, damit sie sehen, wo ihre Kleidung herkommt ist sehenswert, auch noch nach einem Jahr – Sweatshop. Wer seine T-Shirts nur als Schnäppchenware kauft sollte sich das ansehen!

T-Shirt-Neuverwertung

oder …

Geht doch! 😉

Da liegen sie, die aussortierten T-Shirts meines Sohnes. Sie liegen seit Wochen, Monaten. Jahre? Egal. Wenn jetzt nicht der Aufschrei kommt („Mutter!“) setze ich weiter Schere und Rollmesser an und zerlege, seziere und gebe den Teilen eine neue Realität! 2015 ist wieder ein Jahr unter dem Motto: Mach Platz für Neues!

An anderer Stelle steht seit Wochen, Monaten, zum Glück noch kein Jahr, meine Overlock-Maschine, auf die ich Wochen, Monate, Jahre hingespart hatte.

Es kam Tag 10 meiner Rüsselpest #1/2015. Tags zuvor hatte ich das Gerät zumindest einmal aufgebaut gehabt, um das zwölfte Foto für 12 von 12 im Juli zu bekommen. Und ich setzte mich tatsächlich an die Maschine, unterstützt von der Bedienungsanleitung und einem tollen Lernprogramm auf meinem Laptop.

Trotzdem dauerte es zwei Stunden bis alle Fäden eingefädelt, wieder ausgefädelt, neu eingefädelt und die Maschine endlich nähbereit war! Und ich habe doch tatsächlich zwei Stunden lang nicht gehustet. Da musste einiges nachgeholt werden.

Aber dann! Die erste Naht! Woohoooo! YES! Genäht, versäubert und geschnitten – geht doch!

 

Danke an Makerist! Die Ausgabe für euren Onlinekurs hat sich nur gelohnt!
Ok, das war/ist jetzt Werbung, und ich finde die Werbeflut, die seit meiner Anmeldung dort auf meinem Rechner ankommt nicht so toll. Aber diesen Videokurs zur Einführung in den Umgang mit der Overlock-Maschine kann ich nur empfehlen.

In der Zwischenzeit langweilte sich Katerchen gewaltig … natürlich mitten auf dem Probestoff!

Wie ich nun einmal bin stieg ich an einem Punkt aus diesem Kurs aus. Das heißt, ich machte nicht mehr parallel mit, sondern schaute mir nur noch die Bilder an und machte dann an meinem Ding weiter. 😉

Mein Ding,

entweder schmeiße ich Sohnemanns alte T-Shirts jetzt endgültig weg (höre ich einen Aufschrei?)
oder
ich mache einen T-Shirt-Quilt daraus und lerne diese neue Maschine kennen.

Einige schon vor Jahren zugeschnittene T-Shirts kamen zuerst unter die Maschine und nun nähe ich munter weiter. Erst einmal nur Streifen an Streifen. Nun muss ich mir etwas für die Sprüche und Motive einfallen lassen.

Katerchen liegt schon wieder zur Probe auf dem ersten Arbeitsergebnis und ich schnappe mir jetzt das Rollmesser und gehe den restlichen T-Shirts an den Kragen.

Ein neuer Babyquilt

oder …

Endlich wieder ein Grund zum freuen und quilten

Nicht nur die eigenen Kinder werden groß, größer, flügge und selbstständig um ihr eigenes Leben zu führen. Dem stehen die ehemaligen Spielgefährten aus der Nachbarschaft nicht nach.
Vor 20 Jahren sorgten noch acht bis zwölf Kinder rund ums Haus für Trubel und so viel Leben, dass in dieser Nachbarschaft kein Unbekannter einfach so in einen Hauseingang hineinkam (leider so geschehen, in den letzten Tagen).
Von den Eltern von damals leben noch einige hier. Einige von den Kindern von damals wohnen auch nicht weit weg oder sind sogar wieder echte Nachbarn. Aber echte kleine Krachmacher sind rar bzw. zwei Kinder im Vorschulalter und ein Enkelkind als regelmäßiger Besucher sind zur Belebung eines Hauses mit 24 Wohnungen einfach wenig!
Doch endlich gibt es wieder einen kleinen Schreihals, das zweite Kind aus der Spieltruppe von vor 20 Jahren, mit einer verflixt kräftigen Stimme!! 😀
Solch ein Ereignis muss gefeiert werden und ich hatte einen Grund alles andere liegen zu lassen, YES!

Heute ist er fertig geworden, der Quilt für Martinas Baby, ein Mädchen, aktuell vierzehn Tage jung.

 

Mit den Maßen 90 cm x 110 cm ist dieser Babyquilt größer als üblich. So passt er im Augenblick zwar nicht optimal in einen Kinderwagen, ist jedoch groß genug um noch lange als Bodendecke, Spieldecke oder Bettdecke benutzt werden zu können.

Für die Rückseite passte gerade mal so ein Reststück gepunkteten Stoffes, das im Gegensatz zu den 50er-Jahre-Retrostöffchen der Vorderseite ein kräftiges orange und grüne Sprenkel hat (sieht man nicht auf den Bildern).

Die Retrostoffe für die Vorderseite habe ich von fabricworm. Der Stoff von der Rückseite bekam ich als Reststück im Fabrikverkauf bei Zweigart.

Und nun komme ich zum eingebauten Fehler, den jeder Quilt einfach hat bzw. haben MUSS, aber dieses Mal nicht an der Stelle landete, wo ich ihn aus Verzweiflung (da die Rückseite nun einmal ein knappes Reststück war) einplante … .
Der Nähfehler an dieser Ecke war NICHT geplant!

Geplant war, weil das Stoffstück für die Rückseite einfach nicht von der bedruckten Fläche her passen wollte, dass ich ganz bewusst den weißen Stoffrand mit Firmenlogo etc. einarbeite.

Tja, irgendwie verschwand er dann doch unter dem Schrägband und die Hilfsnaht unter der Ecke kam zutage.

 

Zum Abschluss testete Kater Harry den Quilt, unaufgefordert, und ist zufrieden!

Was habe ich den Burschen gesucht bis ich ihn gefunden hatte!!!

Des Futons neues Kleid

oder …

Nähen mit Hindernissen

Nach dem ersten neu genähten Kissen für das Gästebett ging es in die zweite Runde. Diese Ansammlung an Mobilar aus dem Studentenzimmer meines Sohnes als ein solches zu bezeichnen ist gut gemeint. Momentan besteht das Gästebett aus den zwei aufeinander gestapelten Tatamis und dem darüber liegendem Futon. Dahinter klemmt die aufgeklappte Gästematratze an der Wand und alles wird von einem Berg an Bettzeug gekrönt, für das mir einfach der Stauraum fehlt.
Die schnellste Lösung, einfach über alles eine Decke legen, erwies sich nach einer Fliegenjagd meiner Kater: „Einer für alle, alle für einen!“ als unhübsches Schlachtfeld. Dann lieber so lassen, vorerst, bis jetzt.

Der Futon bekommt einen neuen Bezug!

Wie üblich nähe ich ohne Schnitt, nur messen, schneiden, stecken, heften, nähen, …, hoffen, dass es passt. Heften musste aus aktuellem Hindernis entfallen (siehe Postende).
Da das Prinzip für den Futonbezug ein übergroßer Kissenbezug mit Bändern zum Schließen ist, ist das schnittlose Nähen in diesem Fall kein Problem.

1. Schritt

Bahn 1 an einer der langen Kanten zwei Mal umklappen, feststecken und mit Stichlänge 2,5mm absteppen.

 

 

2. Schritt

Die ungesäumte lange Kante von Bahn 1 auf eine Kante von Bahn 2 feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm verteilen.
Die beiden Teile zusammensteppen und versäubern.

Auf der Vorderseite schmalkantig mit einer weiteren Steppnaht die Naht mit den Bändern sichern.

 

3. Schritt

Eine Schmalkante von Bahn 3, wie bei Bahn 1, zwei Mal umklappen und feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm in die Kante verteilen.
Absteppen.

Zur Stabilisierung die Bänder auf der Rückseite kurz vor der Kante noch einmal feststeppen.

 

4. Schritt

Beide Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen, so dass zueinander gehörenden Bänderpaare zusammen liegen. Feststecken.
Das kurze überstehende Stück über die Bänderkante auf das lange Stück legen und feststecken.
Alle drei offenen Kanten schließen und mit Zickzackstich versäubern.

 

5. Schritt

Da der Futon eine Höhe von ca. 7cm hat müssen die vier Ecken im Bezug innen schräg abgenäht werden.
Dazu lege ich an den Ecken die Nähte aufeinander, stecke sie fest und messe/zeichne mithilfe des Geodreiecks die nötige Naht.

 

6. Schritt

Den Futon beziehen und mit den Bändern schließen.

 

 

Die Hindernisse

Schnell noch eine Stärkung, dachte ich, bevor ich mit dem Nähen beginne. Ruckzuck einen Salat gerichtet und noch schnell ein paar Käsespäne gehobelt, dachte ich. Daumen zwischen Hobelmesser und Käse gerutscht, halbes Blutbad angerichtet.

Nähstube = Katzenspielplatz, so sehen das meine Kater.

 

Metamorphose eines Küchenhandtuchs

oder …

Der Anfang vom Gästezimmer

Wenn sich nicht einmal meine Kater in einem Zimmer aufhalten wollen, das mal ihr Lieblingszimmer war, dann muss etwas geändert werden! Aber ich kann sie ja verstehen! Das Zimmer meines Sohnes spiegelt die Nutzung der letzten Jahre – halb entkernt und entleert zum Studium in Karlsruhe, Zwischenlager während des Praktikums in Island, Rückkehr aus Island, Auffüllen und Teilentleerung des Zwischenlagers, Studium in Karlsruhe und nun, schwupps, Rumpelkammer. Von jetzt auf nachher gab es für ihn eine Chance in Japan die Masterarbeit zu schreiben. Alles musste schnell gehen. Zimmer in Karlsruhe auflösen und nachhause karren. Flugticket, Versicherungen, Papiere, … , wusch, weg. Was nicht in die Kisten zum Einlagern hier oder in den Koffer für dort passte, blieb liegen und liegt seit einem Monat so vor sich hin.

Natürlich könnte ich einfach die Tür schließen und das Chaos dahinter ausblenden. Doch ich gehöre zu den Menschen, die zum Wohlbefinden offene Fenster und Türen brauchen und so fühle ich mich in den kalten Monaten und zur Sicherheit genug eingeschränkt. Also blieb der freie Blick ins Übel mit andauernder Aufforderung:
Tu was!

Manchmal braucht es nur einen kleinen Zünder um einen Prozess anzustoßen.

Mein Zünder war ein Geschirrtuch, dass ich irgendwann geschenkt bekam und ich einfach nicht „verlieren“ konnte, weil mir Farben wie Muster eigentlich gefielen.

Heute standen Geschirrtuch und ich dann kurzzeitig doch vor der endgültigen Trennung, als mir die Nähmaschine und eine Idee dazwischen kamen.

Zwei Knopflöcher und zwei Nähte später hatte das Geschirrtuch eine neue Funktion.

 

Voilà – aus einem Geschirrtuch ist ein Kissenbezug entstanden, der sofort einen Platz fand!

 

Da liegt das neue Kissen auf Sohnemanns entrümpelten Futon und wartet auf mehr: Kissen – Kater – Kuschelfaktor.

 

Sternenregen

oder …

Stars on the line

Pünktlich zum 1. Advent kümmerte sich meine Klasse um die Weihnachtsdekoration im Schulhaus.

Erste wichtige Aufgabe:

Die Sternenketten an die Decke des Treppenaufgangs in unserem Schulgebäude anbringen! Und da hängen sie wieder!

 

Letztes Jahr hatten meine Schüler noch Unterstützung von Schülern meiner letzten Klasse gehabt – eine Generation gibt ihre Erfahrungen an die nächste weiter. Dieses Jahr waren sie auf sich selbst gestellt und mussten sich erinnern, wer was wann und wie gemacht hat. Oh meine Nerven! 😀

Wie in den letzten 15 Jahren pendeln, drehen und bewegen sie sich wieder, viele Sterne, im Luftzug eines geöffneten Fensters oder dem Rückenwind stürmender Schülerscharen.

 

Was man dazu benötigt?

  • Etwas Geometrie zum Zeichnen eines Sterns mit sechs Zacken. Diesen habe ich im Fotokopierer in zwei weitere Größen verkleinert kopiert.
  • Laminierfolie um die Kopien einzuschweißen. Daraus werden die Schablonen für die Sterne geschnitten. Bei einer Klasse mit 22 Schülern reichen sechs Schablonen.
  • Plakatpapier und Plakatkarton in verschiedenen Grau- und Silbertönen.
  • Bleistift zum Umfahren/Aufzeichnen der Schablonen.
  • Scheren.
  • Viele fleißige Hände zum Ausschneiden. Vielen Dank auch an Kolleginnen und Kollegen für ihre Unterstützung!
  • Eine Nähmaschine mit weißem Ober- und Unterfaden. Damit werden die Sterne in unterschiedlicher Anzahl hintereinander zusammen genäht.
  • Büroklammern zum Aufhängen.
  • Leitern
  • In Deckennähe gespannte Drahtseile.
  • Und, unverzichtbar, eine Schiebehilfe, zum Beispiel eine Teleskopstange.

 

Beim Aufhängen und Nähen blieb keine Zeit um Fotos zu schießen. So wie wir neue Sternenketten genäht hatten wurden sie aufgehängt und neue produziert:

„Ey, wir brauchen noch ein Fünfer!“,
„Alter, was hast du da gemacht? Kannst du nicht bis acht zählen? Das sieht doch Sch… aus!“
„Frau Brinker, schicken Sie den Paul (Name geändert) weg! Boah, der macht nur Stress.“
„Was guckst du? Hol ’nen Dreier, aber flott.“

Zum Schluss hängte diese Gruppe noch eine Reihe kurzer Sternenketten ans Ende des Flurbereichs, der zur Schulleitung führt.

Im Klassenzimmer wurde parallel an der Fensterdekoration gefaltet und der Pappweihnachtsbaum von IKEA aufgebaut, wobei sogar Weihnachtslieder gesungen wurden!!! Unaufgefordert!

Und tatsächlich arbeitete der/die eine oder andere zur Abwechslung doch tatsächlich am Tagesplan für die Schule weiter 😉
Der Rest wäre ja auch Hausaufgabe gewesen – wie lästig!

 

Was mich all die Jahre immer wieder freut ist die Tatsache, dass die Sterne tatsächlich zum allergrößten Teil hängen bleiben. Neue Schüler meinen zwar immer wieder, wie auch dieses Jahr: „Das hängt nicht lange!“ doch Schüler Alis derbe Antwort: „Verp… dich, Alter!“ setzte deutlich Maßstäbe. Wenn Schüler aktiv beim Gestalten mithelfen achten sie auch auf ihr Werk.

Lavendel einsacken

oder

Wei.na…sges..enke 2012 – ich mag es noch nicht ausschreiben, es ist doch erst September

Lavendelduft-Säckchen, die ersten

Es herbstelt, vor allem nachts, und das spüre ich auch auf der Arbeit. Die Zimmer auf der Nordseite sind jetzt schon so ausgekühlt, dass einem beim Öffnen der Türen die kalte Luft wie ein Brett entgegenkommt – klatsch – igitt – der Winter kommt. Ich könnte wie jedes Jahr darauf verzichten. Da ich aber nun einmal in Deutschland zuhause bin muss ich eben durch neun Monate schmuddelkalt durch und drei Monate auf eine durchgehende Wärmeperiode hoffen. Meist fällt deutscher Sommer nur auf einzelne Tage, hier in Baden-Württemberg bevorzugt in die Schulzeit vor den Sommerferien.
Was sind wir dieses Jahr mal wieder verwöhnt worden mit den beinahe drei heißen Wochen am Stück!

Die Schule hat begonnen und in den Supermärkten wird Platz gemacht. Gestern begegnete ich in einem von dieser Art dem ersten Weihnachtsstollen 2012!! Oh Schreck, Weihnachten steht vor der Tür, ich habe den geernteten Lavendel im Keller vergessen und wo liegt der Stoff für die Duftsäckchen? Im neu geordnten Haushalt findet sich alles, doch habe ich mich noch nicht an die neuen Wege nach dem Umräumen gewöhnt. Nach diesem Nähwerk weiß ich endlich wieder blind, wo sich meine Nähutensilien befinden. Die ersten Lavendel-DuftSäckchen von der Ernte 2012 sind fertig und somit die ersten Weihnachtsgeschenke (uups, jetzt habe ich es doch ausgeschrieben).

Jedes der Lavendelsäckchen ist ca. 18 cm lang und 8 cm breit, wird aus durchsichtigem Stoff (Organza, Tüll, oder ähnlichem) genäht und mit getrockneten Lavendelblüten gefüllt.

Aber zuerst der Lavendel, der kaum aufgeblüht im Sommer zum ersten Mal geschnitten werden sollte und ohne direktes Licht getrocknet wird. Normalerweise mache ich kleine Bündel aus den Lavendelblütenstengeln und hänge sie in den Keller. Dieses Jahr blieb der geschnittene Lavendel ungebündelt auf Zeitungspapier ausgebreitet liegen.

Nach dem Trocknen ribbelte ich die Blüten und Blätter von den Stengeln. Für die Lavendelsäckchen verwende ich später nur die Blüten. Die Blätter und Stengel hacke ich klein, befülle damit Gläser und Schüsseln und stelle sie als Raumerfrischer auf oder mische sie in Potpourries.

Das Nähwerk selbst besteht aus durchsichtigen Stoffen und wird mit verschiedenfarbigen Unter- und Oberfäden genäht. Auf diese Weise komme ich wieder an leere Nähmaschinenspulen, da all die Reste aus vergangenen Näharbeiten aufgebraucht werden können. Ideale Resteverwertung.

 

Beim Zuschnitt gebe ich jeweils oben und an der Seite 1,5 cm dazu, das heißt ich schneide für ein Säckchen zwei Teile mit einer Größe von 19,5 cm auf 9,5 cm zu. Natürlich könnte ich auch ein anderes Maß verwenden, aber ich finde diese lange schmale Form ideal um sie zwischen die Wäsche im Kleiderschrank zu schieben.

Schon beim ersten Stecken merkte ich: Das Material ist anders als das, was ich vor drei Jahren verwendet habe! Es flutschte weg, wo es nur konnte <argh> und so konnte ich nicht die alten Nähschablonen verwenden. Ärgerlich, aber irgendwie schaffte ich es doch beide Längsseiten mit schmalem engen Zickzackstich gerade zu nähen. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz und trotzdem wurde der Stoff nicht so stumpf, wie der zuletzt verwendete.

Genäht wird immer in Steppfußbreite. Für den Bereich in den später der Lavendel eingefüllt werden sollte steckte ich einen Pappstreifen auf das flutschige Material, weil es sich auf Biegen und Brechen nicht dauerhaft gleichmäßig nähen lassen wollte. So ließ sich das „U“ dann endlich auch an den Ecken bewältigen.

 

 

Geschafft! Rechts und links eine Zickzacknaht und in der Mitte das oben offene „U“, <puh>.

Endlich können die Lavendelblüten in das Innere des „U“ gefüllt werden.

 

Die Einfüllöffnung zustecken und mit Zickzackstich verschließen.

An der oberen und unteren schmalen Kante eine weitere Zickzackreihe zum Abschluss nähen. Vorher muss geschaut werden, ob Blüten in die Seiten vom Einfüllen gekommen sind. Die müssen vor dem Zunähen herausgeschüttelt oder herausgerieben werden.

Mit der Schere vorsichtig die überstehenden Ränder abschneiden und das Lavendel-Duftsäckchen ist fertig.