Stulpen für Hände und Arme – noch ein Versuch

oder …

Hauptsache die Finger sind frei und das Handgelenk schön warm!

 

Ich liebe Stulpen! Seit Jahren probiere ich neue Varianten und bin immer noch nicht zufrieden mit den Ergebnissen. Die perfekte Arm- oder Handstulpe oder der perfekte Pulswärmer scheint nicht erreichbar zu sein, egal ob gehäkelt oder gestrickt.

Hand-/Armstulpen 2016

Knackpunkt ist immer wieder der Daumen bzw. die Frage, ob er eine eigene Öffnung bekommt. Wenn die Antwort „ja“ lautet geht das Grübeln und Entscheiden weiter:

  • senkrechter Schlitz?
  • waagerechter Schlitz?
  • angestrickter Daumen?

Den besten Sitz hat eine Stulpe, wenn ein Daumenansatz wie bei Handschuhen angestrickt wird. Aber wenn man, wie ich, immer wieder die Stulpen von den Handflächen zu den Handgelenken streift muss der Daumen aus seiner wärmenden Hülle gezogen werden und dieser Zipfel sieht nicht so hübsch am Handgelenk aus. Deshalb lasse ich häufig diesen angestrickten Daumenteil weg und stricke über ca. drei cm einen Schlitz. Aber das sieht beim Hochstreifen auch nur gut aus, wenn die Stulpen richtig lang sind.

Das Modell 2009 – kurz, mit angestricktem Daumen

Stulpenstrickpause. Monate. Zeit zum Überdenken, Suchen, selbst entwickeln, … bis irgendwann durch Vieltragen der Verschleiß nach Nachschub ruft und ein hübsches Bild via Pinterest und Blog von schönstricken.de einfach Lust auf Weitermachen – egal wie – machte.

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Leider. Leiderleiderleider machte ich mir keine Notizen bei der Arbeit. Darüber ärgere ich mich vor allem selbst. Jetzt muss ich mich vor dem Beginn des neuen Pärchens ans Zählen machen. Nervig! Doch ich habe von den Handflächen aus hin zu den Armen gestrickt, einen senkrechten Schlitz für den Daumen eingearbeitet, am Handgelenk ein Bündchenmuster gestrickt und von dort aus in regelmäßigen Abständen Maschen zugenommen.

Als Material verwendete ich für diese Stulpen ein einfach gesponnenes Garn aus Schurwolle von Rowan, das bei mir seit mindestens 20 Jahren liegt und irgendwie nicht weniger zu werden scheint. Das hat auch sein Gutes. Schauen wir mal, wie viel Wärmendes aus den „Resten“ noch entstehen wird.

 

 

Schnell genähter Rock für heiße Tage

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Luftig und locker im Sommer angezogen

Endlich Sommer! Wenn selbst ich mit ärmellosen Tops das Haus verlasse, dann ist es warm und meine Definition von Sommer erfüllt. Das Zimmerthermometer zeigt selbst abends noch 26°C an – ich liebe es!! Das sind die Temperaturen, von denen ich 11 1/2 Monate im Jahr träume! Mit passender Kleidung und entschleunigtem Arbeitstempo ist es einfach meine Lieblingsjahreszeit!!!

Apropos Kleidung – vernichtete ich doch meinen Lieblingsrock im falschen Waschgang in der Waschmaschine!!! Das gleicht einer mittleren Katastrophe, denn passende Röcke sind wirklich schwierig für Frauen „in mittleren Jahren“ zu bekommen. Der einzige Rock, in den ich bei einer Einkaufstour passte, war in Größe XXL gerade mal so in der Taille passend und hing dann irgendwo sackartig wadenmittig. Irgendwie hat die Bekleidungsindustrie sich noch nicht auf die Mitfünfziger Klientel umgestellt, wie meinereine so gebaut ist. Deshalb nähe ich meine Röcke doch lieber weiter selbst, wie hier schon beschrieben.

Für einen bequemen Sommerrock ohne Firlefanz brauchte ich, mit Schnitt herstellen und nähen gerade einmal eineinhalb Stunden.

Material

80 cm Leinenstoff (140 cm breit liegend) und vorgewaschen
40 cm Strickbündchen (Schlauchware mit 70 cm Umfang)

Der Schnitt

Einfache Regel:
Einmal rundherum, an der dicksten Stelle, ein Maßband um Hüfte bzw. Po legen.
Die gemessenen Zentimeter durch 4 teilen.
Mit den errechneten Zentimetern ein Stück Schnur messen und zuschneiden.
Die Schnur auf ein großes Zeitungsblatt mit einem ganz leichten Bogen legen und diesen Bogen gut sichtbar mit einem dicken Stift nachzeichnen
Von dieser Linie aus mithilfe des Maßbands 40 cm entfernt in regelmäßigen Abständen Markierungen setzen.

Fertig genäht, einmal durchs Wasser gezogen – plus Schnittteile

 

Zuschneiden

Zwei Rockteile mit Umbruch aus dem Schnitt zuschneiden.
Dabei für die Seiten plus 1,5 cm, am Bund 1 cm und für den Saum 2 cm als Nahtzugabe zum Schnitt auf den Stoff einzeichnen.

Nähen

Seitennähte schließen
Das Strickbündchen an den Rock heften, nähen und versäubern oder mit der Oberlockmaschine in einem Rutsch annähen.
Den Rocksaum versäubern und 1,5 cm nach innen umgeschlagen zuerst stecken und dann steppen.
Fertig.

Warum ich einen Strickbund in dieser Länge gewählt habe?

Diese Bundlänge in diesem Material erinnert schon sehr Schwangerschaftsbekleidung. Aber warum soll man nicht die Vorteile dieser nicht kneifenden und einengenden Bekleidung gerade in dieser Jahreszeit nutzen? Der lange flexible Bund lässt sich variabel umklappen und sodie Rocklänge nach Lust und Laune einstellen.

 

Rock mit gekrempeltem Bund

Ein Lieblingsteil, schon nach wenigen Tagen, …

… egal ob in voller Länge

… oder ein ganz klein wenig am Bund gekrempelt, …

… oder ganz kurz getragen.

Der nächste Stoff für diesen Schnitt wartet schon. Angedacht ist ein Wenderock mit einem kleinen Anklang an einen Ballonrock.

 

Die größten Vorteile:

das Ding sitzt, passt und hat Luft! 😉
keine Kaufhaus-Suchtour mit nerviger Klimaanlage
keine Ausbeuter-(Kinder)-Hände bei der Herstellung
Die Dokumentation vom Projekt einer norwegischen Zeitung, die junge Fashion-Victims nach Kambodscha schickten, damit sie sehen, wo ihre Kleidung herkommt ist sehenswert, auch noch nach einem Jahr – Sweatshop. Wer seine T-Shirts nur als Schnäppchenware kauft sollte sich das ansehen!

Pullover-Tunika aus Islandwolle mit Anleitung

oder …

Strickwerk 2015 #3

Niemand will im April an den nächsten Winter denken! Die Nächte erinnern noch genug an die kalte Jahreszeit und jedermann und -frau sucht sich doch lieber ein windgeschütztes sonniges Fleckchen um den warmen Pullover auszuziehen.

Tja,
damit hätte ich mir diesen Blogpost eigentlich schenken können. 😉

Wenn ich da nicht diesen Pullover aus Islandwolle, Plötulopi, über dessen Anfänge ich im Januar berichtet hatte, nicht nur fertig gestrickt, sondern inzwischen auch Probe getragen und erfolgreich gewaschen hätte.

Und ich weiß eines gewiss, was ich mir von meiner nächsten Reise nach Island von dort mitbringen werde!
Jedes noch so kleine Eckchen in meinen Taschen werde ich mir mit Plötulopi stopfen!!!

Da es außer mir noch andere weibliche Islandreisende gibt, die gerne stricken, nicht empfindlich gegenüber „kratzende“ Wolle sind und warme, superleichte Pullover lieben gibt es hier meine Anleitung für diesen Pullover.

 

 

Ich wollte die Anleitung nicht mit einem „Wasserzeichen“ verhunzen, deshalb gibt es sie hier nur in klein. Wer sie in höherer Auflösung haben möchte kann mir ein Email schicken.

Plötulopi auf der Nadel

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Stricken und von Island träumen

Der Januar ist noch nicht vorbei und das dritte Strickwerk des Jahres liegt auf der Nadel – wieder ein Pullover für mich. Der nächste Winter kommt bestimmt und ich bin der Meinung, Pullover kann man nicht genug haben! Da ich es fertig bringe selbst in Ägypten zu frieren (nicht tagsüber ;-), aber nachts kann es sich schon empfindlich abkühlen) kann ein weiterer Pullover nicht schaden.

Wie auf dem Foto zu sehen ist stricke ich diesen Pullover nicht aus Knäueln, sondern mit einem Mitbringsel aus Island:

Plötulopi.

 

Der Wortteil lopi bedeutet ungesponnene Wolle, und wer das Garn in den Händen hält kann es nicht glauben, dass daraus tatsächlich tragbares Strickwerk herzustellen ist. Bei diesem Garn ist keine festigende Drehung bei den Fasern zu erkennen, wie sie beim Spinnen von Wolle entsteht.

 

Plötulopi ist dann frei übersetzt Platte aus ungesponnener Wolle, Plattenwolle, obwohl mich das Material, so wie es verkauft wird, eher an runde Scheiben erinnert. Auf jeden Fall haben diese Wollplatten, so flach wie sie sind, ein optimales Stapel- bzw. Lager- und Transportvermögen.

Ostern 2013 füllte die grüne Wolle die Hohlräume in meinem Reisekoffer und im Sommer konnte ich in Kirkjubaejarklaustur nicht an der grauen Wolle vorbeigehen.

Islandwolle ist mir nicht neu. Mit diesem Material machte ich während meines Studiums, Ende der 1970er Jahre, zum ersten Mal Bekanntschaft, als ich mir etwas zusätzliches Taschengeld durch Stricken verdiente.
Ein Auftrag war damals gewesen eine Jacke nachzustricken. Das hörte sich machbar an, die Jacke hatte auch kein anspruchsvolles Muster. Im Zeitrahmen von drei Wochen sah ich auch kein Problem und ich hatte den Job sofort angenommen. Etwas vorschnell, wie sich herausstellen sollte.
Als ich zuhause die Tüte auspackte, das Material aus den Tiefen der Tüte hervor holte, dachte ich erst einmal, da macht sich jemand einen Scherz mit mir! Aus diesem Fusselzeug wird NIE ein Strickwerk!!

Sechs Platten hatte ich zur Verfügung, die teilweise durch Transportschäden entsprechend verrupft etliche Fadenanfänge anboten. Das gestrickte Probestück war eine Katastrophe, doch ab dann wollte ich es mir selbst beweisen. Ganz so zuversichtlich war meine Mutter nicht. Meinen Kampf beobachtend, reparierte sie stillschweigend nebenher schon einmal die alte Jacke des Kunden, an der er so hing. Falls meine Bemühungen mit der neuen Jacke daneben gehen sollte, wäre die Reparatur wenigstens ein kleiner Ausgleich, dachte sie sich.

Für Anfänger mit festem Griff von Nadeln und Wolle ist Plötulopi nicht zu empfehlen. Für Strickerinnen und Stricker mit Erfahrung ist dieses leichte, fragile Garn eine tolle Sache.

Gestrickt wird die Plattenwolle mit zwei bis drei Fäden. Ich stricke mit zwei Fäden. Ein Faden wird aus der Mitte der Platte geholt und der zweite Faden wird von außen genommen. Manche wickeln zuerst Knäuel bevor sie mit dem Stricken beginnen. Mir ist es jedoch lieber direkt von der Platte weg zu arbeiten. „Verdünnisiert“ sich doch einmal ein Faden, wird das abgerissene Stück einfach wieder, etwas überlappend, angesetzt und man kann weiter stricken. Dabei muss nichts vernäht werden!

Auftrennen ist keine gute Idee! Erst denken, dann handeln, damit Fehler sich ersparen.

Im übrigen wurde es damals eine schöne Jacke!
Jedes abgerissene Fitzelchen hatte ich gesammelt und hinterher daraus einen stabilen Faden zum Zusammennähen gesponnen.

Nun ist mein Pullover in Tunikalänge aus Plötulopi im Entstehen. Die Farben erinnern an das Land, das ich es bei jedem Stich vor Augen habe.

 

 

Dazu gibt vor allem die graue Wolle, die in Folie eingeschweißt verkauft wurde, das passende, bis zum Auspacken konservierte, Schafaroma ab! Islandgefühl mit allen Sinnen! Fernweh!

 

 

Strickwerk 2015 #2 im Fotosession-Selbstversuch

oder …

Zum Glück gibt es die digitale Fotografie ;)

Tag 18 des neuen Jahres 2015 strahlte morgens sonnig in mein Schlafzimmer und ich beschloss:
Toller Tag für Fotos vom letzten Pullover am lebenden Objekt – mir! 😉

Also, zuerst den nervenden Kater gefüttert, danach noch einmal in die Federn gekrochen und den Sonnenstrahlen folgend so lange gedöst, hmm, geplant, bis die Strahlen das Bett verlassen hatten. Keine Frage, diese planerische Phase war Inspiration und wichtig!

Kamera, Objektive, Filter, Akku?, Akku!, Stativ, Fernauslöser für die Kamera … irgendwann war alles komplett und dann stand ich grübelnd da: „Wie ging das noch einmal mit dem Fernauslöser?“

Entscheidung 1:
Erst einmal ein häuslicher Trockenkurs

  • Stativ aufgestellt
  • Kamera montiert
  • Fernauslöser Teil1 in die Kamera gesteckt
  • Kamera eingestellt
  • Fernauslöser von Teil 2 gedrückt

Ergebnis 1:

Licht grün, Licht rot
nichts
kein Klick, gar nichts
hmm?

Wieder einmal alles vergessen, wie ein technisches Teil funktioniert?
Wieder ALLES vergessen!

Lösung 1:
In Bedienungsanleitungen recherchieren

  • Bedienungsanleitung der Kamera durchforstet
  • Bedienungsanleitung des Fernauslösers zu entziffern versucht – was für eine schlechte Übersetzung!!
  • alle Tipps ausprobiert

Ergebnis 2:

Licht grün, Licht rot
nichts
kein Klick, gar nichts
hmm?

In Gameshows gäbe es jetzt den Telefonjoker oder die 50:50 Lösung!!
Mein Telefonjoker lebt allerdings in Karlsruhe, schläft um diese Uhrzeit wahrscheinlich noch und die 50:50-Geschichte erledigt sich wahrscheinlich bei jedem meiner neuen Versuche irgendwann von selbst.
Also mache ich weiter!

Lösung 2:
Von vorne anfangen

  • Stativ noch einmal aufgestellt
  • Kamera montiert
  • Fernauslöser Teil1 an die Kamera neu gesteckt
  • Kamera eingestellt
  • Fernauslöser von Teil 2 gedrückt


Ergebnis 3:

Licht grün, Licht rot
nichts
kein Klick, gar nichts
hmm?

Entscheidung 2:
Ich baue alles wieder ab und gehe zurück ins Bett!

  • Fernauslöser Teil 2 abgestellt
  • Fernauslöser von der Kamera gelöst
  • Kamera vom Stativ abmontiert
  • Stativ abgebaut
  • Objektiv ausgewechselt
  • Kamera ausschalten … wollen, …
  • was nicht ging, …
  • DENN sie war gar nicht eingeschaltet!!! AARGH!


Ergebnis 4:
erst einmal gehörig ärgern
Haare raufen

Entscheidung 3:
Noch einmal von vorne anfangen – aber JETZT!

  • Stativ wieder aufgestellt
  • Kamera montiert
  • Fernauslöser Teil1 an die Kamera gesteckt
  • Kamera eingestellt
  • Fernauslöser von Teil 2 gedrückt

Ergebnis 5:
Licht grün, Licht rot
Klick
Woohoo!!
😀

Geht doch!
Ich habe Mengen an schrägen Fotos geschossen, einfach nur um meinen Frust über die eigene Dummheit abzubauen. Aber es macht auch Spaß dieses ganz persönliche Stressabbau-Sammelsurium zu genießen.

Oh, Mann, Mann, diese Technik! Und dann nur vergessen einzuschalten!

 

 

 

 

 

Spieglein, Spieglein an der Wand …: Keine/r ist so schön wie er im Land – Chewbacca! 😉

 

Noch ein Pullover wird Strickwerk 2015 #2

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Ein Prototyp, hoffentlich

Immer noch auf Sofa und Sessel zur Ruhe verbannt griff ich wieder zu den Stricknadeln. Was mir fehlte war Material in ausreichender Menge und die Möglichkeit der Materialbeschaffung in einem Wollgeschäft. Also (ver)griff ich mich in die Materialkiste zum Stricken lernen für meine Schüler, wo ich für schweißige Kinderhände nicht filzende „Wolle“ eines Discounters mit vier Buchstaben lagere. Dort fand ich 600g von einer erträglichen Farbe und tröstete mich damit, erst einmal nur ein Probemodell zu stricken um es später mit reiner Wolle nachzustricken. Zudem hoffe ich, dass ich das verbrauchte Material bald wieder durch ein Angebot auffüllen kann.

Wie üblich ging ich ohne Anleitung die Sache an und entschied mich für falsches Patent als Strickmuster:

Hinreihe
RM 2re 1li * 3re 1li * 2re RM

Rückreihe
RM 1li * 3re 1li* RM

Mithilfe von farbigen Markierungen half ich mir beim Zählen für Zu- bzw. Abnahmen.

 

Die Kunstfaser/Wollmischung des Materials verzieh mir das Auftrennen, wenn ich mal wieder nicht mit der Weite des Ärmels zufrieden war, oder der Halsausschnitt zuerst zu schmal und dann viel zu weit ausfiel oder sich ganz einfach ein Strickfehler eingeschlichen hatte. Insgesamt habe ich den Pullover wohl 1 1/2 mal gestrickt 😉 bis ich den letzten Faden vernäht hatte.

Jetzt ist er also fertig – der zweite Pullover dieses noch recht kurzen Jahres. Morgen wird das Strickwerk Probe getragen und dann entscheide ich, was daraus wird …

 

Ein langer Pullover wird Strickwerk 2015 #1

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Aus alt mach neu!

Feiertage heißen schlemmen und genießen mit geruhsamen Stunden, vor allem an Weihnachten. Ich schaffte es noch den Kühlschrank zu füllen, ein paar Flaschen Wein ins Weinregal zu stellen und einen Kasten Wasser in die Garage zu bringen um mich dann zusammen mit einer Wärmflasche auf die geruhsamen Stunden zu beschränken. 🙁

Glücklicherweise bot das Fernsehen über die Feiertage ein umfangreiches Programm für eine Krankenstube. Nach der x-ten Wiederholung von „Stirb langsam“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und „Tatsächlich Liebe“ bin ich die Tage bei „Drei Männer im Schnee“ angekommen, immer noch nicht gesund aber mit einem fertigen Pullover!

Einfach nur so vor der Glotze zu hängen war mir auf die Dauer zu wenig Ablenkung von den Leckereien in der Küche. Zu umtriebig durfte das Begleitprogramm jedoch nicht sein, damit das aufgeheizte Kirschkernkissen nicht vom Bauch rutschen konnte.

Stricken – JA!
Sessel, Kuscheldecke, Tischchen mit Teetasse rechts, Strickkorb links, Kater mittendrin – tolle Idee!
Aber mit was?
Der Kühlschrank voll (wenn man nichts essen kann muss man IMMER zuerst daran denken) aber in den Wollkisten und -körben nichts richtig motivierendes in ausreichender Menge! Wie blöd ist DAS denn?!
Auf meiner Materialsuche opferte ich den Pullover aus dem Kleiderschrank, den ich am seltensten angezogen habe und ribbelte ihn auf. Das war das Ende von Strickwerk 2012 #1.

Höre ich nach dem Klick auf den Link einen Aufschrei?

Lohnt sich nicht!

Gelohnt hat sich dafür das neue Strickwerk. Aus dem teilweise sehr filigranem Strickpullover entstand ein wirklich tragbarer, einfacher, langer Pullover in der Länge einer Tunika – ohne Anleitung, Reihe für Reihe passend auf meine körperlichen Gegebenheiten gearbeitet, die je nach Körperpartie irgendwo zwischen Größe 38 und 42 liegen. Wie das eben so ist bei Frauen Mitte/Ende 50.

 

Es ist mein momentaner Lieblingspullover und ich überlege ihn mit Islandwolle noch einmal in Variation zu stricken. Dann gibt es die Anleitung in Reinschrift.

Ein Schal für die kühlen Stunden im Frühling

oder …

Wieder ein Strickwerk, einfach glatt hoch!

Da ist er, der frisch gestrickte Schal in meiner Lieblingsfarbe, grün! Er ist ein luftig lockeres Leichtgewicht mit gerade einmal 50 g und das bei einer stattlichen Länge von 210 cm und 40 cm Breite.

 

Das Material, ein Mohairgarn, wandert schon seit Dezember 2008 von einem Strickkorb in den anderen. Ursprünglich hatte ich vor kleine Quadrate ins Strickwerk einzuarbeiten um meine Seidenreste verarbeiten zu können. Später sollte es mit einem Ajourmuster verarbeitet werden.

Doch immer wenn ich das Garn anschaute dachte ich mir: Viel zu schön für ein Muster oder mit anderen Farben/Materialien verstrickt zu werden.

Also, wieder einmal, wie meine letzten beiden Pullover, glatt rechts hoch!
Langweilig!
Stimmt!
Aber dieses langweilige Nadelklappern lohnt sich!!

Ich garantiere ein langes Tragen, wenn mit guten Materialien gearbeitet wurde und einem die Farbe wirklich gefällt :-)!

Da kann nichts aus der Mode kommen und das Material entfaltet seine ganz eigene Wirkung!

Mit 6er Nadeln verstrickt entstand aus dem Mohairgarn nun ein leicht transparentes Strickwerk. Der Schal wirkt so nicht winterlich und auch optisch leicht.

 

 

 

Durch die relativ große Nadelstärke für das feine Material haben die Mohairfasern Platz sich aufzuplustern. Das ist jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache! Mancheine/r empfindet das als kratzend!

Was ich als Vorteil von dem einfachen Strickmuster – glatt rechts bzw. eine Reihe rechte Maschen, eine Reihe linke Maschen – empfand, war der sich nach links rollende Rand. Diese Eigenheit verträgt sich gut mit dem leichten Material. Der Schal rollt sich wie zu einem Schlauch und lässt sich leicht um den Hals legen.

Gutes Mohairgarn ist nicht günstig, aber es lohnt sich! Wer beim Einkauf auf die Banderole schaut wird erkennen, dass die Lauflänge oft deutlich höher ist, als z.B. bei Wolle. Meine 50 g haben vor fünf Jahren 12 Euro gekostet.

Strickwerk einfach glatt hoch #1

oder …

Einen neuen Pullover braucht die Frau :D

Nicht nur ein Pullover ging mir in den letzten Wochen über die Nadel. Allerdings brachte ich keinen Bericht darüber zusammen damit er gepostet werden konnte.
Jetzt ist wieder ein Pullover fertig geworden und bevor er die ersten Fäden zieht (dank meiner zwei Kater) oder die ersten Fussel bildet kommt der Bereicht jetzt.

Da liegt er nun, hübsch zusammengelegt, der zweite Pullover des Jahres 2014! Naturfarben, schlicht, ohne Schnickschnack, keine Experimente, keine Muster (bis auf die Kanten) – einfach glatt hoch gestrickt, einschließlich der Ärmel.

 

Das Material habe ich vor einem Jahr selbst gesponnen und ist ein herrliches Gemisch aus Islandwolle und Seide.

 

Ursprünglich wollte ich einen zweifarbigen Pullover stricken und mir dazu auch Gotlandwolle besorgt. Nur ließ sich die Gotlandwolle nicht so leicht verspinnen wie das Gemisch aus der Islandwolle. So zäh, wie das Garn durch die Spule lief verging mir beim Spinnen einfach die Laune und da motivierte mich auch nicht mehr der herrlich schimmernde dunkle Grauton zur Weiterarbeit.

links Gotlandwolle, rechts Islandwolle mit Seide

Also blieb es bei den 500g gesponnener und gezwirnter Islandwolle, aus der was werden sollte. Bloß was? Ein Pullover für Pulloverfrau Karin, klar! Aber, wie wo was welches Muster? Musterbücher gewälzt, *Pröbchen gestrickt, Pröbchen aufgeribbelt*, von * bis * ein paar Mal wiederholt um zuguterletzt genauso zu verfahren, wie bei meinem ersten Pullover dieses Jahres – kein Muster, damit das Material zur Wirkung kommen kann.

Bei diesem Pullover strickte ich die Ärmel direkt an, so dass ich am Ende nur zwei Teile hatte, die zusammengenäht werden mussten.

Bis auf die Bündchen und den Halsausschnitt strickte ich nur glatt rechts.

Das Ergebnis ist ein Kurzpullover, der sowohl zu Hosen und Röcken getragen werden kann. Mit seinen knapp 350g ist der Pullover ein Leichtgewicht und trotzdem herrlich warm.

 

Leider habe ich wieder einmal nur per Schmierzettel auf einem Briefumschlag meine Anleitung dokumentiert. Diesen kann ich niemandem zum Nacharbeiten anbieten, aber ein paar Details daraus.

Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 6
Anschlag 74 Maschen
Bündchen mit 4 M re und 4 M li – 5 Reihen
65 Reihen glatt rechts
Ärmelzunahme beidseitig alle zwei Reihen 1 M, 1 M, 2 M, 4 M, 8 M, 16 M, 36 M
34 Reihen glatt rechts
abketten

Alle Nähte schließen. Dabei für den Kopf eine Öffnung lassen, oder vorher einen Abschluss einarbeiten (habe ich auch wieder nicht genau dokumentiert, außer dass rechts und links 94 Maschen abgenommen werden müssen).
An den Ärmeln Maschen aufnehmen, die teilbar durch 8 sind und 5 Reihen im Bündchenmuster stricken und abketten.