Spannung im Katzenkino

und …

Eichhörnchen im Futterhaus

Ich gehöre zu den Ganzjahres-Vogelfütterinnen und ganz besonders seit diesem Jahr. Den Grund schilderte ich im Wochenbericht 32 (Link). Im selben Blogpost berichtete ich zudem von dem Eichhörnchen, das das Vogelhaus von oben leer futtert. Jetzt habe ich von ihm doch tatsächlich mit der Kamera ein Beweisfoto festhalten können, zwar nicht beim Öffnen dafür beim „Auslöffeln“, Futtern und Flüchten. 😀

Katerchen hatte mich aufmerksam gemacht, aufgeregt am Katzenkino-Fenster sitzend.

Eigentlich beobachtet er am liebsten die Büsche. In ihnen ist ständig Bewegung durch eine Horde von Haus- und Feldsperlingen. Es rappelt und zappelt und flattert und wusch sind sie weg. Ist ja auch ein lecker Plätzchen für den Nachtisch!

 

Weil ich mich mit dem Auffüllen der Futterstellen verspätet hatte versuchte sich der Eichelhäher, notgedrungen, an der Spatzenstation, die der Buntspecht am unteren Ende nun beinahe vollständig zerhackt hat. Es herrscht Einsturzgefahr. Demnächst fällt der Boden ab und die Birke vor meinem Küchenfenster muss wohl auch gefällt werden, bevor sie beim nächsten Sturm von alleine fällt.

 

Vielen Dank für’s Schauen und bis die Tage,

Karin

Kräuteressig-Variationen

oder …

Kräuteraroma vom Sommer für den Winter konservieren

Im Schulgarten blühen und gedeihen Gemüse und Kräuter auch in den Sommerferien weiter. So viele Salatgurken wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Darüber freuen sich alle, die mir im Garten halfen und helfen. In der Schulküche liegen auf vielen Flächen Kräuter zum Trocknen, die nach den Ferien von den SchülerInnen weiter verarbeitet werden. Fast täglich können Brombeeren geerntet werden, die zum größten Teil im Tiefkühlgerät landen. Aus der heutigen Ernte wollte ich damit, nach dem letzten Frucht-Kräuter-Essigauszug mit Erdbeeren und Basilikum, einen Auszug mit Brombeeren und Rosmarin probieren.

Die Zutaten für den zweiten Essigauszug sind Grundzutaten für den Vierräuberessig, auch als Pestessig bekannt.

Der Legende nach waren zu Pestzeiten Räuber in den Häusern von Pesttoten unterwegs, ohne sich anzustecken. Man versprach ihnen von einer Verhaftung abzusehen, wenn sie verrieten wie sie sich schützten. Ihr Geheimnis, sie nutzten die Wirkstoffe und ätherischen Öle aus verschiedenen Kräutern, die unter anderem antibakteriell, immunstimulierend und entzündungshemmend wirken, in Essig ausgezogen.

Es gibt eine Menge an Rezepten zu Pestessig. Bei manchen frage ich mich wie ein Räuber zu dieser Zeit an die Zutaten kommen konnte. Andere Zusammenstellungen mag ich mir weder unter der Nase oder im Magen vorstellen. Die meisten finde ich als viel zu viel wenn ich mir die Liste an Kräutern so anschaue.

Ich verwende für meinen Vierräuberessig vier bis fünf Kräuter bzw. Gewürze. So bleibt die Wirkung der Kräuter, auch untereinander, übersichtlich und das Ergebnis ist hinterher auch wirklich kulinarisch lecker (und nicht nur als Putzmittelzusatz verwertbar).

Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian und als zusätzliches Gewürz Wacholderbeeren. Gerne hätte ich statt Wacholder Eberraute dazu gegeben, aber die hatte man mir ja im Frühsommer abgemäht.

Frische Kräuter müssen absolut gute, frische Qualität haben. Ich mag diese nicht einmal von jedem Händler auf dem Markt kaufen. Meist verwende ich sie aus dem Garten. Dazu warte ich eine regenfreie, warme Periode ab und „wasche“ die Kräuter am Abend vor der Ernte mit der Gartenbrause, auch von der Unterseite. Um die Mittagszeit, wenn die Kräuter trocken und warm sind, wird geerntet. Diese frische Ernte lasse ich immer etwas welken; Wasser aus den Pflanzenzellen verdunstet und im Verhältnis bleiben mehr sekundäre Inhaltsstoffe zum Ausziehen übrig. Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Fäulnis- oder Schimmelgefahr.

Anmerkung: Gekaufte frische Kräuter vor der Verwendung zu Waschen ist keine gute Idee, selbst wenn sie hygienisch sinnvoll ist. Vor der Verwendung in einem Auszug in Essig, Öl oder Alkohol sollten, müssen, sie so trocken wie möglich sein.

Kräuter von den Stengeln abzupfen, abrebbeln, so gut es eben geht. Gewürze quetsche und mörsere ich grob. Alles in ein hohes Glasgefäß geben.

Die Kräuter oder Früchte (ich habe ja auch Brombeeren im anderen Essigansatz verwendet) mit gutem Essig aufgießen. Ich verwende Apfelessig in Bio-Qualität, denn ich möchte meine guten Kräuter nicht wie Perlen vor die Säue werfen.

Deckel zu, und zwar luftdicht, wasserdicht, denn ab jetzt muss für mindestens drei bis vier Wochen täglich der Inhalt bewegt werden (ohne dass die Soße heraus läuft).

Der Brombeeressig-Ansatz ist nun völlig in den Hintergrund getreten. Um diesen fertig aufzugießen musste ich noch einmal einkaufen gehen, fand unterwegs etwas was meine Eltern glücklich machen könnte, brachte ihnen dieses auch gleich vorbei um dann auf den Rückweg noch einen ehemaligen Kollegen mit seiner Frau, eine ehemalige Lehrerin von mir, zu treffen. In den Ferien kann ich solche Entwicklungen so was von genießen – schlecht gedeutscht, aber aus der Seele gesprochen!!

Etwas verspätet kam dann der frisch eingekaufte Essig auf die Brombeeren mit Rosmarin. Erschwerte Bedingungen zum Fotografieren, denn nun war das Licht noch schlechter. Sorry.

Ab jetzt heißt es abwarten!

 

Woche 32/2017 – die zweite Ferienwoche

oder …

Wo ist denn der Sommer hin?

Montag

Den frühen Morgen mit leeren Straßen trotz vieler Baustellen genossen. Auf einem der Böblinger Seen treiben noch die Bilder zweier Künstler, Alfredo Pucci und Annette Rappold, als Floating Pictures. Durch das bessere Wetter heute schöner in Szene gesetzt als letzte Woche und letzte Überbleibsel der Partnerstadtolympiade.

Völlig unerwartet werden heute schon die Schienen, die meine operierte Nasenscheidewand stützen, gezogen. Ich hatte meine Spül-, Tropf- und Pflegearbeit wohl richtig gut gemacht gehabt. Für fast zwei Stunden lernte ich ein tolles, freies Nasenatmungsgefühl kennen. Ich werde geduldig sein!

Hmm, Vorsätze sind dazu da gebrochen zu werden. Ich sag jetzt mal nicht, was ich gemacht habe, denn auch mit Ende 50 mag ich keine Vorhaltungen durch meine Eltern, mit meinen Kindern im Schlepptau, und die lesen hier ja mit. Nee, war nicht gut, tat mir nicht gut, ich werde mich bessern 😉 !

 

Dienstag

Den Schulgarten inspiziert, Brombeeren und Lavendel geerntet – nicht alleine! Ich hielt den Korb, dirigierte bzw. kommandierte die „Lakaien“, die brav gehorchten. Die Brombeeren werden im Tiefkühlgerät für die Schulküche gesammelt. Für den Lavendel fehlen mir noch Ideen, denn es ist mehr als ich für Essig, Kekse und Lavendelsäckchen brauche.

 

Mittwoch

Etwas Wahlkampfhilfe für die Bundestagskandidatin meiner Wahl und danach zum Arzt zur Kontrolle. Praktisch, wenn alles gleich in der Nähe ist. Frau Doktor ist sehr zufrieden, ich immer noch nicht. Ja, ich muss geduldig sein. Ja, ich ziehe das Therapieprogramm für zuhause weiter durch. Nein, ich fühle mich nicht besser oder geehrt oder sonstwas, weil ich OP und Erholung von derselben in die Schulferien gelegt habe. Mittags bin ich innerlich so etwas von auf Krawall gebürstet und möchte zum Dampf ablassen am liebsten die Wohnung umräumen, den Garten umgraben, laufen. Darf ich alles noch nicht. Alternativ könnte ich etwas Geschirr zertöppern, doch auch keine gute Idee, da ich mich zum Aufsammeln der Bruchstücke ja bücken muss. Leider habe ich wohl zu laut gedacht. Die Sensoren des jungen Wilden im grauen Pelz empfingen diese Ideen, die er spontan umsetzte. Was er die Woche an beweglichem Inventar zerlegt bekam genügt. Der Eimer ist voll – meine Nase auch, schon wieder.

Schon einmal in Bewegung schaffte es Angus auch wieder auf die andere Seite vom Katzennetz auf dem Balkon. Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, wo das Schlupfloch ist. Es ist jedoch nicht so ganz einfach gleichzeitig Katerchen zu beruhigen und das Netz abzubauen, dass der Bursche wieder dort ist wo er sein sollte! Und was macht Onkelchen Chewie? Er schaut zu und kommentiert!

Den übrigen Lavendel in Büschel gebunden, bevor er zu sehr bröselt.

 

Donnerstag

Mein Auto in die Werkstatt zum TÜV gebracht: 17 Jahre alt, erster Motor, erstes Getriebe, … . Geputzt, mit zwei neuen Reifen, neuen Wischerblättern und neuer Plakette konnte ich es abends wieder mit Bezahlbarrechnung abholen. Yeah!

Zwischendurch brütete ich wieder an einem Beitrag zur Linkparty, zu der Astrid eingeladen hat, denn ich weiß inzwischen nicht mehr wie ich das bunte Gemenge gebacken bekomme.

Dafür bekam ich die Blogposts über die Westmännerinseln endlich für meinen Reiseblog hierundfort fertig. Die Reise war im Juni, da wurde es aber auch Zeit:

 

Freitag

Arztbesuch und mich den ganzen Tag unrund im Kreis gedreht. Die Wolken hängen dicht über der Erde, als ob einem der Himmel auf den Kopf fällt. Zumindest falle ich aus ihnen, als ich das nächste Bündel an Terminen beim Arzt erhalte. Es regnet und ich muss mir zumindest keine Hilfe für den Schulgarten suchen.

Bei soviel Zeit bleibt welche um mir meine Vogelschar an den Futterstellen zu beobachten. Das Eichhörnchen muss ich die Tage mal erwischen, wie es den „Kamin“ vom Vogelhaus öffnet. Es geht bei der Futterorganisation damit um, als wäre es ein Joghurtbecher: Deckel auf und den Inhalt auslöffeln.

Die beiden Eichelhäher kommen inzwischen auch ins Vogelhaus hinein um sich den Bauch vollzuschlagen. Überhaupt kommen sehr viele Vögel für einen Sommermonat vorbei. Normalerweise muss ich im August maximal einmal die Woche Futter nachfüllen. Dieses Jahr ist schon nach einem Tag alles ratzeputz weggefuttert. Seit so viele Flächen in der Nachbarschaft für einen Straßen- und Bahnumbau gerodet worden sind fehlen Nist- und Futterflächen.

 

Samstag und 12 von 12 im August

 

Sonntag kommt am Nachmittag endlich wieder etwas die Sonne heraus! So kann ich ohne Schirm die Straßenbaustelle besichtigen gehen. Eineinhalb Jahre soll die B 14 an dieser Stelle unterbrochen bleiben, eine der Hauptzufahrtswege in die Stadt und wichtigste Umleitungsstrecke der A 81. Noch mag ich mir nicht vorstellen, wie es mit dem Verkehr nach Ende der Sommerferien werden wird.

Auf dem Weg einen kurzen Besuch im Schulgarten absolviert und zuerst sieben, dann ACHT Salatgurken gezählt, voll biologisch angebaut!

Dazu noch Ringelblumen, wie Borretschblüten, für Tees und die Färberwerkstatt gesammelt.

Auf dem weiteren Weg fiel mir eine Kornelkirsche auf, die erste, die ich außerhalb eines Gartens hier in der Umgebung gesehen habe. Und sie steht beinahe noch auf dem Schulgelände, weit genug weg von einer Straße, außerhalb des Hundespazierwegs – also pflücken gehen die nächsten Tage.

Jetzt werde ich ein wenig Sonne genießen gehen, mit Kopf im Schatten, und zusammen mit meinen Katern entspannen.

 

Einen schönen Sonntag noch und eine gute Woche!

Bis die Tage,

Karin

 

 

Dienstagsfrust durch rasende Aufsitzrasenmäher

oder …

Sag mir wo die Pflanzen sind, wo sind sie geblieben?

Eigentlich wollte ich heute ein kleines Stück erfolgreicher gärtnerischer Bemühungen der letzten Tage, Wochen und Monate meiner SchülerInnen etwas detaillierter vorstellen. Samstag und Sonntag freute ich mich noch, wie sich die Pflanzenwelt auf dem Schulareal entwickelt. Heute wollte ich eigentlich darüber posten, was alles inzwischen an Pflanzen rund um unsere Trockenmauer wächst und gedeiht.

Gestern hörte ich ein aggressives Rasenmähergeräusch, dachte mir aber nichts negatives. Das Trockenmauerareal wurde all die anderen Jahre, als es ungepflegt so vor sich hin zuwucherte,  immer großzügig beim Mähen ausgespart. Deshalb machte ich mir auch keine Sorgen, dass es irgendwann mal anders sein könnte. Falsch gedacht. Dieses Jahr ging die Mähmaschine vor der Mauer platt machend im Turbotempo über Königskerze, Odermennig, Marienblatt, Eberraute, Rainfarn, Baldrian, Malve, Beinwell, … um dann über der Mauer noch eine Schneise zu mähen!

Es war einmal:

Vor der Mauer ist das alles wusch und weg.

Den Schaden oberhalb der Mauer entdeckte ich erst später und hätte dann wirklich heulen können. Wenn an Rändern im Eifer des fertig werden wollens platt gemäht wird kann ich das irgendwie noch verstehen. Aber wenn eine Schneise gemäht wird stehe ich schon vor Rätseln, bzw. es sollte kein Schuldiger in meiner Nähe sein!

Ein ganz klein wenig tröstet mich und die SchülerInnen das rot blühende Pflänzchen, dass sich fern vom Mähareal im „wilden“ Garten selbst ausgesät hat – ein Sommer-Adonisröschen, oder Kleines Teufelsauge.

Ein teuflisch wachsames Auge werde ich auf den nächsten Mähauftritt haben. Rot-weißes Absperrband ist schon besorgt!

 

An, in und unter den Linden

oder …

Lindenblüten – duftende Helfer

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Es blühen die Linden! Was für ein Duft!

So riecht für mich der Beginn des Sommers – Lindenblütenduft!

Erst kommt er von der Sommerlinde, dann legt die Winterlinde nach. Jetzt ist es an der Zeit um diesen Duft einzufangen und für die Erkältungszeit im Winter zu präparieren. Ende Juni, Anfang Juli ist ein optimaler Zeitpunkt um Lindenblüten zu ernten und zu trocknen. Lindenblütentee ist schweißtreibend und lindert Atemwegsbeschwerden bei Erkältungen.

In meiner direkten Umgebung stehen einige Linden, von denen ich sonst immer meinen Wintervorrat schneide. Was war ich verblüfft, dass sie dieses Jahr in erreichbarer Höhe schon „abgeerntet“ waren, bis ich dazu kam. Auf der Suche nach neuen Erntestellen erlebte ich die nächste Überraschung – die Menge an Linden in meiner Stadt, vor allem entlang den Hauptverkehrsstraßen, war mir bisher nicht aufgefallen. Allerdings macht es wenig Sinn Blüten für Tees von Bäumen so dicht an den Straßen zu ernten, da Linden mit ihrer Fähigkeit optimal Luft filtern zu können, Schadstoffe entsprechend gut speichern. Nachdem ich lange nach DER idealen Linde gesucht hatte, sie fand und meine Lindenblüten geerntet und getrocknet habe, entdeckte ich heute tatsächlich eine noch bessere Quelle! Direkt auf dem Schulhof, fernab einer Straße, … , und ich dachte, ich weiß was auf unserem Schulgelände wächst!

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Der erste Schwung an Lindenblüten ist nach der Ernte …

 

… frisch getrocknet schon in der Teeschüssel gelandet!

 

Lindenblütentee lindert nicht nur im Winter eine Erkältung, er ist auch hilfreich bei Auswirkungen des deutschen Sommers!

Einwegpaletten-Upcycling #2

und …

Möbel für den Schulgarten und Tomaten für die Schulküche

 

Das Anlegen von einem offenen, bunt blühenden Staudengarten in direkter Nachbarschaft zum eingezäunten Schulgarten, der als Nutzgarten für Gemüse und Kräuter dient, war ein Ziel meiner Schule im Schuljahr 2015/16. Viele Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 haben, nicht nur im Rahmen des Unterrichts, mitgeholfen. Besonders viel Einsatz zeigten die Schüler der 9. Klasse im Fach Natur und Technik, denn es fand sich eine Gruppe, die daraus noch ein Thema für ihre Projektprüfung fand.

Im Werkraum hatte die Beeteinfassung riesig ausgesehen.

 

Vorbereitungen für den Platz an dem eine Bank stehen soll.

Im Hintergrund, im Nutzgarten, war zur gleichen Zeit die andere Projekprüfungsgruppe in Sachen Garten aktiv. Sie bereiteten ein Beet für ihre selbst gezogenen Tomatenpflanzen vor. Nach dem Hacken bauten die Schülerinnen das aus den Vorjahren gerettete Tomatenspalier neu auf.

Große Freude Tage später, da die eigenen Pflanzen nicht so richtig wachsen wollten. Vom Klassenlehrer gab es eine Lieferung aus seiner Anzucht! Die Gruppe war glücklich und hatte ihren Spaß beim Pflanzen.

Die Tomaten im Beet wachsen und gedeihen, denn sie wurden selbst in den Pfingstferien von den SchülerInnen versorgt.

Im Staudengarten ging der Kampf weiter, nicht nur gegen die Pflanzen, die wir hier nicht mehr wollen – Unkraut! Daran hat sich bisher nichts geändert!!

Nach viel Hacken, Wurzeln ziehen, noch einmal Hacken kam eine Schicht Holzschnitzel mit Rindenmulch auf die Fläche auf der nichts wachsen soll.

Anfang Juni 2016 im Staudengarten

Nach dem Besuch der Gartenkommission von der Schulgarteninitiative folgte dann die Präsentation der Projektprüfungen im Schulgarten.

Alles klar!

Glückliche Jungs, die ihre Präsentation von, nach eigenen Entwürfen, selbst gebauten Möbelstücken hinter sich hatten!

Tage später grünt und blüht, wächst und gedeiht es weiter im Schul- und Staudengarten.

Tausend Dank an meine SchülerInnen, die mir die Freigabe dieser Fotos für diesen Bericht gegeben haben!!!

Alles Palette – Einwegpaletten Upcycling #1

oder …

Neues aus dem Schulgarten #2

Paletten sind eine geniale Erfindung zur Optimierung von Transport und Lagerung, keine Frage.

Und was passiert mit ihnen nach dem Transport und der Lagerung? Europaletten werden oft wiederverwertet, aber was geschieht mit all den anderen?

Wer entsprechend googelt, oder sich auf Pinterest umschaut, findet eine ganze Menge an Ideen, was aus Paletten alles herstellt werden kann bevor sie im Müll oder Ofen landen.

Es war immer wieder ein Wunsch von mir die eine oder andere, aus Paletten gebaute, Fundsache selbst oder in der Schule auszuprobieren. Dazu bin ich bisher nie gekommen. Aber mit meinen Ideen im Kopf, und von März bis Mai gezwungenermaßen als Fußgänger unterwegs, entdeckte ich einen Stapel Paletten vor einem Gebäude in der Nachbarschaft. Tags darauf fiel mein Blick auf einen weiteren Stapel Paletten, im direkten Blickfeld von meinem Balkon aus! Es war Material zum Isolieren der Dachböden unserer Wohnhäuser angeliefert worden. Ich sah eine Chance an Material zu kommen und nutzte meinen direkten Draht um daran zu kommen 😉 :

Zwei Tage später wusste ich, dass es „nur“ Einwegpaletten sind. Aber ich durfte mir davon nehmen soviel ich wollte. Und ich wollte ALLE! 😀 Den ersten Schwung holte ich mit meinen „kleinen“ SchülerInnen – immer zu zweit eine Palette. Die nächste Ladung holte ein Kollege mit einer Delegation seiner 9er. Am Ende waren wir im Besitz von 21 Paletten. Zwei Monate später sind nur noch zwei übrig!

Der Rest steht, zusammen mit drei echten Europaletten verarbeitet, im Schulgarten!

Palettenprojekt 1 – ein Zaun

Um den anderen SchülerInnen die Erweiterung des Schulgartens, das Projekt Staudengarten, ohne große Worte oder Plakate klar zu machen: „Leute, hier entsteht was! Trampelt nicht über diese Fläche und müllt sie nicht zu!“ kam die Idee auf einen Zaun zu gestalten, der hoch genug ist um eine Grenze zu markieren und niedrig genug für freie Sicht.

Drei Gruppen mit je vier SchülerInnen aus den 8. Klassen bauten jeweils ein Zaunelement und benötigten dazu:

  • 1 Einwegpalette
  • Hasendraht
  • Nägel

Drei Unterrichtsstunden später waren die Zaunteile fertig, komplett von Hand gefertigt mit:

  • Meterstab
  • Schreinerwinkel
  • Bleistift
  • Fuchsschwanz
  • Hammer
  • Nägel
  • Krampennägel
  • Seitenschneider
  • (Pinzette für die Entfernung diverser Spreißel, auf hochdeutsch Splitter)

Der Zaun zwei Wochen später – montiert, aufgestellt, gestaltet und bepflanzt!

Ursprünglich wollten die SchülerInnen den Hohlraum zwischen Holz und Hasendraht frei lassen, damit eventuell Pflanzen hochranken können. Jetzt ist er mit Moos vom Vertikutieren der Rasenflächen meiner Wohnanlage gefüllt, das die über den Winter angewurzelten Grünlilien stützt.

Die aus alten Kistenbrettern gesägten Figuren als Gestaltungselement haben ihre eigene Geschichte, denn sie lagen seit dem vergangenem Schuljahr, nur zur Hälfte fertiggestellt, im Technikraum. Keiner hatte sie wegwerfen können, weshalb der Stapel halb ausgesägter und teilweise bemalter Figuren von hier nach dort wanderte. Irgendwann entdeckte eine Schülerin ihr halbfertiges Werk und ließ alles andere an Aufgaben stehen und liegen: „Frau B., kann ich meine Figur anmalen?“. Klar! Warum auch nicht? Eine Stunde später suchte sie sich einen Platz im Schulgarten um ihr Werk anzuschrauben, mit dem Akkuschrauber – drei Mal mit dem Gerät abgerutscht, aber dann, alles fest, eine Schraube verloren, egal, glücklich!

Inzwischen hängen viele fertig gestellte (Altlasten) Menschlein im Schulgarten und es entstehen sogar neue!

 

Palettenprojekt 2 – Halterung und Ablage für Gartengeräte

Zu Recht hatte die Kommission von der Garteninitiative beanstandet, wie wir unsere Gartengeräte, von Hacke bis Spaten, einfach nur am Kompoststand angelehnt abgestellt hatten. Eine weitere, verarbeitete, Einwegpalette später hat alle Gerätschaft einen sicheren Platz.

 

Die Vorstellung der Palettenprojekte 3 und 4 – Bank und Tisch – ist in Vorbereitung.

 

Neues aus dem Schulgarten #1

oder …

Alles Paletti und die Erkenntnis, dass Erdbeere nicht gleich Erdbeere ist!

Es blüht und gedeiht am, im und um den Garten unserer Schule! Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Freude daran zu sehen, was sich aus ihrem Einsatz entwickelt und ich dachte: „Da machst du mal geschwind einen hübschen Blogpost daraus, denn sie haben es verdient, dass gezeigt wird, was sie können!“. Denkste! Beim Sichten meiner Fotos dazu war ich erst einmal ausgebremst.

Äußerst vorsichtig in Sachen Datenschutz fotografiere ich in der Schule Arbeitsprozesse und Werkstücke immer ohne Schüler, oder so, dass keine Gesichter zu erkennen sind. Entsprechend lauten meine Anweisungen: „Gehe bitte einmal zur Seite, damit ich ein Foto machen kann!“.

In Sachen Schulgarten musste ich anfangen umzudenken, da ich für eine Dokumentation zur Teilnahme an der Schulgarteninitiative in Baden-Württemberg 2015/16 auch Fotos von Schülern in Aktion benötigte. Genau solche Bilder hatte ich nicht, als ich mit den Vorbereitungen dazu begann! Ab November 2015 bat ich deshalb die Schüler nicht mehr ihre Arbeit zu unterbrechen und zur Seite zu gehen, ich fragte sie: „Ist es ok, wenn ich ein Foto mache und Du darauf zu erkennen bist? … „. Da die Schüleraussage nicht unbedingt dem Elternwunsch entspricht, Mutter eventuell anders denkt als Vater, und überhaupt, beschränkte ich mich in der Dokumentation auf „sichere“ Bilder und dann doch vor allem auf welche ohne kids. So besitze ich eine Menge Bilder rund um die Entwicklung unseres Schulgartens im letzten halben Jahr aber kann sie zum allergrößten Teil nicht verwenden. Schade. Ein paar Aktionsbilder zeigte ich in einer Dia-Show, als unser Schulgarten dann von der Kommission der Schulgarteninitiative besucht wurde. Mal schauen was ich vielleicht doch noch zeigen werden kann.

Seit 2014 hat die Schule, an der ich arbeite, wieder einen Garten, der sich Schritt für Schritt in den Schulalltag mit Ganztagesangebot integriert. Hübsch eingezäunt wuchsen und gediehen die ersten zwei Sommer Massen an Tomaten und Zucchini, viele Kräuter und Bohnen, Ringelblumen und  Borretsch, allerdings auch Schachtelhalm und Schnecken.

Außerhalb des Zauns, genau dort, wo sich SchülerInnen im Eingangsbereich eines Nebengebäudes der Schule aufhalten, verlockte verunkrautetes Brachland, nachdem eine Buchsbaumhecke entfernt worden war, eher zum Müll abladen statt wohlfühlen.

Ich sah dagegen eine Chance und träumte von einem für SchülerInnen offen begehbaren Staudengarten. Im Oktober 2015 war einiges an Unkraut entfernt. Eine Stockrose, eine Rose und eine Lavendelpflanze machten den Anfang für den neuen Gartenbereich. Der Winter konnte kommen.

Keiner hatte mit dem milden Winter gerechnet und so musste im Frühjahr noch einmal kräftig umgegraben werden. Vor die Wahl gestellt „Technisches Zeichnen“ oder „Gartenarbeit“ zogen die 9er Spaten und Hacke vor!

Und dann brach ich mir im März meinen Arm, stand vor der Frage, wie ich dieses Projekt zuende bringen kann ohne selbst Hand anlegen zu können.

Ich lernte in den folgenden Monaten mich zurückzunehmen, Arbeitsaufträge und Anweisungen genauer, bzw. auf den betreffenden Schüler zugeschnitten, auszudrücken und erst einmal mit einem Arbeitsergebnis zufrieden zu sein, das mich sonst nicht glücklich gemacht hätte – DENN 😉 zu  50 % kamen später die kids selbst auf die Idee: Da könnte man ja noch was machen!

In Eigenregie bereiteten die 7ten und 8ten Klassen Beetbegrenzungen am Rand vor, pflanzten Lavendel, überlegten sich einen „Weg“ aus fünf gefundenen Platten zu legen, die 9er bauten Beete, es fanden sich zudem zwei Teams, die ein Thema innerhalb des Schulgartens in der Projektprüfung erarbeiten wollten, und, und, und  … .

Gleicher Blick, zwei Monate später. Alles Schülerarbeit!

Schade, das ich die Aufnahmen vom Bau und Aufstellen der Beete hier (noch) nicht zeigen kann, die Grübelmomente, die Spaßeinlagen, die Aha-Erlebnisse, … . Ende Mai 2016 hatte nicht nur der eingezäunte Nutzgarten ein grünendes Gesicht, auch der neu angelegte Staudengarten zeigte endlich Farbe!

Das lockte endlich Bestäuber in das gerade überarbeitete Bienen- und Insektenhotel.

Das passte auch zeitlich, denn die Tomatenpflanzen der Projektprüfungsgruppe „Rund um die Tomate“ begannen zu blühen. So konnten die Gruppe bei der Prüfungspräsentation tatsächlich auch die ersten Fruchtansätze präsentieren!!

Doch am schönsten ist ernten! Die ersten Monatserdbeeren reifen nun Mitte Juni. Ernten dürfen die, die sich auch für den Garten einsetzen. Wer an diesen heißen Tagen beim Gießen hilft darf Erdbeeren naschen!

Anfangs war dieses Angebot wenig attraktiv, denn man glaubte nicht, dass „die kleinen Dinger“ schmecken. Ein Schüler wollte partout nicht glauben, dass es sich überhaupt um Erdbeeren handelt. Ein anderer fragte: “ Frau B., warum pflücken wir die, wenn sie noch so klein sind? Die müssen doch erst noch wachsen. Im Laden sind die viel größer!“.

Heute hatte ich keine Probleme „Personal“ zu finden 😉 ! Über den Zaun hinweg hatte man schon reiche Ernte gesichtet.

 

Birnenkonfekt und Birnen-Karamell-Apfel-Gelee

oder …

Wie Streuobst von der Schulwiese die Augen strahlen lässt

… aus dem Bauch heraus zusammengeköchelt, gekostet, Augen geschlossen, aufgeseufzt: „Himmlisch!“

Oh wie gerne würde ich jetzt meine ehemalige Schulleiterin, meine „Chefin“ (wie ich sie bis zuletzt nannte) anrufen oder bei ihr vorbeifahren um sie probieren zu lassen, von den ersten Produkten aus einem ihrer Herzensprojekte, der Streuobstwiese vor unserer Schule.

Manche Projekte brauchen Zeit bis sie Früchte tragen.
Manche Krankheiten nehmen Menschen aus dem Leben bevor sie die Früchte ernten können.

Von den vor fünfzehn Jahren gesetzten zwölf Bäumchen haben es vier geschafft sich zu Bäumen auszuwachsen, allerdings bisher fruchtlos.

Entsprechend überrascht war ich nach diesem Schuljahresbeginn bei einem Nachhauseweg, als ich die Minibirnen unter einem der Bäume entdeckte!

Ich konnte nicht anders als mich bücken und einsammeln, was da rund um dem Stamm lag. Es stellte sich die Frage, wie es bei den anderen Bäumen aussieht:
Baum 2 = Fehlanzeige
Baum 3 = 1 Äpfelchen (lecker!)

Baum 4 = Äpfel!, leider viele schon in der Weiterverarbeitung von Fliegen, Maden, Wespen & Co.

Aus den knapp 2 kg Minibirnen und 2 kg Äpfeln, die ich in meiner Euphorie zusammengesammelt hatte, blieben nach dem Entsaften 1500 ml Saft in einer Konsistenz, die ich so noch nicht hatte. Selbst ohne Zuckerzusatz fiel der Apfel-Birnensaft in die Kategorie ‚trinkbar‘ und stand kurz vor dem Gelieren. Und das aus Äpfeln und Birnen, die im Rohzustand alle Geschmacksknospen auf ein Minimum zusammenziehen!

Den nächsten Tag sammelte ich wieder ca. 400 g Birnchen ein und ich bin mir inzwischen sicher, das es Palmischbirnen sind, auch wenn unser Bäumchen noch recht klein ist. Diese Birnen versaftete ich nicht. Ich packte sie auch nicht in den Dörrautomat, denn dort liegen schon seit Stunden eine Handvoll, ergebnislos. Ohne irgendeine Vorstellung vom Kandieren zu haben beginne ich einfach, ohne Rezept und überhaupt:

Kandierte Minibirnen

400 g Minibirnen
500 g Zucker
1 l Wasser
1/2  Zitrone
50 g Feinzucker

Die gewaschenen Birnen werden mit dem Zucker und dem Wasser zum Kochen gebracht. Danach die Kochtemperatur herunterschalten, dass die Birnen langsam im Sud simmern und die Kochflüssigkeit nach und nach verdampfen kann.

Nach ca. 2 Stunden die Birnen im Sud vom Herd nehmen und, über Nacht, stehen lassen.
Nach der Ruhezeit die Birnen im Sud langsam wieder zum Kochen bringen und die Temperatur herunterschalten. Die Zitrone ausdrücken und zu den Birnen geben.
Jetzt so lange köcheln lassen bis der Sud Blasen schlägt.

Vorsichtig eins der Birnchen aus dem Sud holen, etwas auskühlen lassen und probieren.
😉 Jetzt schon lecker!
Die Temperatur noch weiter herunterschalten, dass gerade noch ein paar Blasen aufsteigen. Die Birnchen sollten jedoch noch in Flüssigkeit liegen und nichts sollte anbrennen!!!

Die Birnchen aus dem Sud nehmen (bei mir blieben 300 ml Sud übrig) und einzeln auf ein gezuckertes Backpapier zum Auskühlen legen. Nach dem Auskühlen noch etwas Zucker darüber streuen und ganz weit wegpacken, sonst schaffen sie es nicht bis zum Verschenken!

 

 

Karamellisiertes Apfel-Birnen-Gelee

1500 ml Saft von Äpfeln und Birnen (heiß entsaftet)
500 g Gelierzucker 2:1
300 ml Sud von den kandierten Minibirnen
20 noch heiße kandierte Minibirnen

Den kalten Saft mit dem Gelierzucker mischen. Kurz vor dem Kochen den restlichen Sud von den kandierten Minibirnen dazugeben und alles aufkochen.
In die heiß ausgespülten Gläser ein bis zwei kandierte Minibirnen geben und mit dem flüssigen Gelee auffüllen. Die Gläser schließen und ca. 30 Minuten auf den Deckel stellen und dann umgedreht weiter auskühlen lassen.

 

 

Die nächsten 600 g Birnen liegen im Topf. Auf dem Bäumchen hängen noch ein paar. Die GPS-Koordinaten behalte ich für mich! 😉