Balkon und Garten

Es tut sich was im Schulgarten #4/2018

im …

Juni 2018

 

So schnell wie der Monat vorbei zu gehen schien, spross, grünte, blühte und reifte es auch im Garten.

Der Lavendel schoss so in die Höhe, dass, um zur Bank zu gelangen, zurzeit ein kleiner Umweg gelaufen werden muss. Sie verschwindet beinahe im Lavendelmeer, das seit Monatsmitte herrlich duftend blüht. Zu meiner Freude wird dieser Teil rege von Schmetterlingen und Hummeln besucht.

Nebendran blüh(t)en Mädesüß, die Stockrose, Rosen, Ysop, Heilziest, Quendel, Johanniskraut, Mädesüß, und vieles mehr.

 

Doch jetzt erst einmal geht es in den geschlossenen Gartenteil zum 12tel-Blick.

Außer fleißigem Gießen geschah hier im Juni wenig von Menschenhand. Die 9er und 10er waren mit ihren Prüfungen beschäftigt und die Gruppe mit den 8ern schaffte es auch nur ein Mal echte Gartenarbeit zu erledigen. Dazu gehörten vor allem Reparaturarbeiten an den Beeten. Alle losen Bretter sind befestigt, das verrottete Brett am Kompost wurde ersetzt und etliche Schilder neu verschraubt.

Vorbei am Beet der 5./6. Klasse, die dieses Jahr Zwiebeln und Kartoffeln gesetzt haben geht es zu den Beeten, die von der Schulküche, der Ganztagesbetreuung und den Schülern in Natur und Technik genutzt und betreut werden. Die im Mai gebaute Wegbegrenzung hält!

 

 

Die Aussaat im Hochbeet tut sich dieses Jahr schwer. Bis auf den Koriander will kein Kraut richtig keimen und wachsen. Dagegen entwickeln sich, in der Beetmitte zu sehen, die Exoten prächtig. Gut durch den Winter gebracht bekommen, wachsen Zitronengras, Gelbwurzel und Ingwer mächtig im Sonnenschein. Die Schnecken lassen diese Pflanzen links stehen, ihnen reicht der Salat.

 

Ein Beet weiter wachsen die Färberpflanzen neben einigen Kräutern. Viel zu dicht teilen sich Färberhülse, Färberröte, Klatschmohn, Ringelblume, Färberscharte, und mehr, als Färberpflanzen die kleine Fläche. Der Rotkohl, den die Schnecken übrig gelassen hatten, geht in dieser Menge an Grün unter. Dazwischen wuchern noch Pfefferminze, Wiesenkümmel, Senf und Süßdolde (Myrrhenkerbel) mit ein paar blühenden Zwiebeln aus dem Vorjahr. Nächstes Jahr müssen einige Stauden versetzt werden.

 

Dagegen wirkt das letzte Beet, das Gemüsebeet, geradezu kahl und übersichtlich mit den Bohnen, zwei Gurkenpflanzen und zwei Kürbissen aus eigener Anzucht. Nächsten Monat wird dieses Beet entsprechend begrünt sein! Die mühsam gepäppelte Zucchini fiel den Schleimspurmachern zum Opfer. Zwei meiner Schülerinnen fanden das ganz in Ordnung, denn „die brauchen doch auch was zum essen“! Liebevoll sammelten sie danach die Schnecken von gezogenem Unkraut um sie vor der Vernichtung im Kompost oder im Mülleimer zu retten: „Frau Be., das sind doch Lebewesen!“.

Im Moment reifen die ersten „normalen“ Stangenbohnen. Die Feuerbohnen zeigen noch Knospen.

Doch die größte Freude fanden wir zu unseren Füßen, die erste Gurke!

 

Vor dem Zaun, im äußeren Bereich hat sich jedoch einiges getan in einem Beet. Während der Projektprüfung bekam es eine Begrenzung zum Schulhof, damit die Erde nicht mehr weggespült werden kann (wenn es dann mal wieder regnet – tut es tatsächlich beim Korrekturlesen!). Das war harte Arbeit! Jetzt fehlt noch der terrassenartige Aufbau für Beerensträucher, denn nachdem die Himbeere an anderer Stelle schon wieder abgemäht wurde kommt sie nun an diesen Platz, zusammen mit den Stecklingen, die wir von einer Jostabeere angewurzelt bekommen haben.

 

Es bleibt noch viel zu tun!

Immer unter Beobachtung vom zickigen Gartenrotschwanz, der so langsam begreift, dass wir ihm nichts tun.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

Verlinkt mit 12tel-Blick von Eva von verfuchstundzugenäht – die Sammelstelle für viele andere schöne Blicke. Dort findet ihr auch die 12tel-Blicke meines anderen Blogs oder hier.

Es tut sich was im Schulgarten #3/2018

im …

Mai 2018

 

Endlich passte an den Tagen das Wetter und in den verfügbaren Stunden der Stunden- wie Vertretungsplan um im Schulgarten zu reparieren, wie aufzuräumen. Ein paar Bilder zeigte ich schon in meinem Wochenbericht #19 hier.

 

Erledigte Gartenaufträge im April:

  • die ersten Bohnen wurden gesteckt
  • Salatpflänzchen kamen ins Hochbeet
  • Gemüsesamen aus Japan (ein Reisemitbringsel meiner Tochter) wurde gesät
  • das neue Spalier bekam neue Drähte
  • die selbst gezogenen Chili-, Paprika- und Tomatenpflanzen kamen ins Gewächshaus und in Außenbeete
  • ein zweites Aufbewahrungsregal entstand
  • eine Wegkante wurde durch Steine ersetzt, die verrottete Wegkante konnte nicht mehr repariert werden
  • Jauche von Ackerschachtelhalm konnte angesetzt werden

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Pflanzenwelt entwickelt, wenn Licht, Wärme und Wasser stimmen.

 

Bei näherem Hinschauen ist es eine Freude zu sehen, was grünt und blüht – die Lupinen allerdings nur mit halben Kerzen. So haben im rosarotem Beet die Läuse ihr zerstörerisches Werk hinterlassen. Dagegen hatten sie den blutroten Storchschnabel verschmäht. Ohne Beeinträchtigung blühen der Gartenlein, der Beinwell, die Brombeere, und manch anderes.

 

 

Wenn manche Blüte schon verblüht ist bleibt doch bei einigen die Vorfreude auf die Früchte, die es zu ernten gibt.

 

Im Juni kommen die vorgezogenen Kürbis- und Zucchinipflanzen ins Freiland. Kräuter für Kräutersalz und Tees müssen geerntet werden. Da sich einiges an Neulingen auf den Beeten ausgesät hat muss entschieden werden, wer bleiben darf und wer nicht. Manches Pflänzchen wird wohl einen anderen Platz bekommen. Das heißt dann auch wieder für die SchülerInnen Pflanzen bestimmen, sich über sie informieren und neue Schilder herstellen.

Es bleibt ein Abenteuer.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Verlinkt mit 12tel-Blick von Eva.

Woche 19/2018

und …

Jeder Tag ein Gartentag …

… dazu mein unterrichtsfreier Tag, ein paar Schultage und kein Brückentag, Besuchstage, ein Verkaufstag, ein Feiertag, ein Markt- und Haushaltstag und am Ende der Sonntag, (k)ein Ruhetag:

– im Garten der Tochter – der Vorgarten wurde mit Stauden bestückt um zusammen mit den schon stehenden Rosen eine duftende Hecke zu bilden

– im Schulgarten

  • der Apfelbaum bekam nach dem Spaliergerüst seine Spalierdrähte, in verschiedenen Varianten. Es ist nun einmal ein Schul- und Lehrgarten. Welch eine Freude, dass viele kleine Äpfelchen angesetzt sind. 🙂

  • die heruntergetretene Wegkante wurde im Fach Natur und Technik (NuT) erneuert. Es wurde Erde ausgehoben, Flächen geebnet, mit Schotter ausgeglichen und Steine gesetzt. Muss ich sonst im Unterricht Arbeitsaufgaben x-mal erklären, zur Weiterarbeit motivieren, reichte für diese Aufgabe die Auftragserteilung zusammen mit dem Hinweis, wo das Material zu finden war! „Das hält jetzt aber!“, war der trockene Kommentar eines Schülers nach der Fertigstellung, der schon mehrfach mit der Reparatur der alten Holzkonstruktion beschäftigt gewesen war.

  • die ersten eigenen Salatpflänzchen durften ins Hochbeet.

  • die selbst gezogenen Tomaten, Chilis und Paprika kamen aus den Töpfen ins Gewächshaus. Die vielen überzähligen Pflänzchen wurden verkauft. Richtig blöd war, dass ich die Kamera mit leerem Akku mit in die Schule nahm und das Handy zuhause vergessen hatte. So fehlt ein Beweisfoto von diesem Anzuchterfolg. Schade. Andererseits steckte bei der Hälfte der Pflanzen ein falsches Schild. 😉 Bis zur letzten Minute stritt ein Schüler mit mir um die Art der von ihm gezogenen Pflanzen. Seine Stabtomaten hatten sich alle zu Prunkwinden entwickelt. Dafür entpuppte sich das Eisenkraut als Tomaten, die Kapuzinerkresse als Pimpinelle. Selbst das von mir, zum Vergleich, gekaufte Eisenkraut konnte den Schüler nicht überzeugen: „Frau Be, es könnten ja die bei D***** einen Fehler gemacht haben!“. <argh>

  • das neue Beet außerhalb des eigentlichen Schulgartens, der Form wegen Klecks-Beet genannt, fand fleißige Hände, die lieber Unkraut entfernten als in Technik zu werkeln oder künstlerisch kreativ im Kunstunterricht zu arbeiten. Witzig, wie sie sich aus einer Palette und zwei verirrten Baumstümpfen einen Tisch zur Ablage bauten. Einen ähnlichen fand ich die Tage auf der Straßenbaustelle.

In den Werkräumen und im Kunstraum war in dieser Woche kein ruhiges Arbeiten möglich. Sicher, auch Bohren, Sägen, Schleifen, Hämmern macht Lärm, aber das steht in keinem Vergleich zum Bohrhammer, der in diesen Tagen ein altes Straßenstück von altem Asphalt befreit hat. Allein schon deshalb ging es lieber auf die andere Seite des Gebäudes für Unterricht und andere Aktivitäten (im Garten oder auf dem Gelände).

Ärgerlich fanden SchülerInnen und ich die Kratzspuren am Eingangstor zum Schulgarten und das Loch in der Scheibe zum Nebengebäude, wo auch die Werkräume liegen. Wer macht denn so etwas?

Auch bemerkten wir die neuen Markierungen auf den Fußwegen, die zeigen, dass demnächst die Fußgänger wieder kreativ werden müssen um ans Ziel zu gelangen. Die Umwege waren teilweise enorm, die in den letzten Wochen gelaufen werden mussten.

 

– auf dem Schulgelände

  • sammelte ich frische Birkenblätter für meinen Vorrat an Färberpflanzen. Tags darauf fand ich noch gut 1kg getrocknete Blätter vom Vorjahr, die ich komplett vergessen hatte. Ich schüttle über mich selbst den Kopf.
  • sammelte ich Wildkräuter für eine neue Kräutersalzmischung, der noch etwas fehlt oder sie hat ein Zuviel von einem Kraut.

 

– auf meinem Balkon versetzte ich kleine Pflänzchen in größere Töpfe, sortierte die größeren Pflanzen aus für den Schulgarten oder den Garten der Tochter. Wie habe ich micht über meine kleinen Isländer gefreut, die sich nicht nur wieder zeigen, sondern auch vermehrt haben – Rosenwurz, eine tolle Pflanze, über die ich noch ausführlicher berichten werde. Doch es wächst dort noch mehr, obwohl ich letztes Jahr beschlossen habe keine Topfpflanzen mehr zu kaufen. Ich möchte einfach der Natur ihren Lauf lassen und schauen, was sich so aussät. Ab und an drücke ich auch selbst mal ein paar Samen in die Erde. Mal sehen, wie bunt mein Balkon dieses Jahr werden wird.

 

Freude machte der kurze, überraschende Besuch meines Sohns. Nicht nur ich freue mich über diese gemeinsame Zeit. Schon wenn ich in sein Zimmer gehe und den Bettkasten öffne stehen die beiden Graubären bereit und warten. So auch dieses Mal. Beide Kater ließen nicht von ihm ab. Sohnemann musste streicheln bis die Flusen flogen, vorher kam er keinen Schritt weiter. (Härtetest für meinen Staubsauger! mich! – Mistding!!) Sonst halten sich beide Tiere nicht so gerne in diesem Raum auf.

 

 

So ging die Woche vorbei, in der auch der 12te des Monats lag – die Gelegenheit an einer Fotoberichtsammlung teilzunehmen, die Caro von Draußen nur Kännchen organisiert. Schöne Sache und ich nahm daran teil. In meinem 12 von 12 im Mai 2018 steckt der Haushalts- und Markttag, die ich eingangs aufgelistet hatte.

Deshalb mache ich für heute Schluss und wünsche allen LeserInnen eine gute Woche. Danke fürs Lesen.

 

Bis die Tage,

Karin

Vom Küchenabfall zur Pflanze

oder …

Grünzeug recycelt

 

 

Irgendwann im zeitigen Frühjahr dieses Jahres legte mir meine Mutter eine dieser Land*-Zeitschriften in die Wohnung. Dazu hinterließ sie mir eine kurze, schriftliche Botschaft:

„Schöne Ausgabe. Schau mal ab Seite 124. Das wird dir gefallen! Hast du das nicht einmal mit den Kindern gemacht?“.

Hatte ich! Mit meinen Kindern und immer und immer wieder mit SchülerInnen in den vergangenen, nun beinahe 40 Dienstjahren. Auch in diesem Frühjahr, Mitte Februar, ließ ich neben der Samenanzucht von Tomaten & Co. Grünzeug aus dem Kompost holen, das wir sauber geputzt einfach in Gläser mit Wasser setzten. Damit kann schnell beobachtet werden, wie ein wenig Wasser und Licht zu Wachstum führen kann.

Eine tolle Sache um die Zeit zu überbrücken bis Samen keimen und sich zur Pflanze entwickeln!

Möhren, Radieschen, Petersilienwurzel, Pastinake, Lauch, Zwiebel

 

 

Es funktioniert vor allem mit Wurzelgemüse, wie Karotte, Pastinake, Petersilienwurzel, Sellerie, Fenchel, Rübchen, Rettichen, sowie Lauch und Zwiebeln. Die Erfolgsquote liegt bei 50 %, doch der Kompost im Schulgarten liefert immer reichlich Material um die unerfreulichen 50 % misslungener Versuche auszugleichen.

Die Gemüseabschnitte sollten ca. 1 cm lang sein. Kürzere Teile faulen sehr schnell, weshalb wir bei Radieschen bisher nur in ein Mal erfolgreich Radieschengrün gezogen haben.

Täglicher Wasserwechsel ist wichtig. Interessierte SchülerInnen kümmern sich gerne, vor allem wenn sich schnell eine Veränderung zeigt.

 

Über die Ferien hatten wir einige Verluste, doch zum Glück hatte ich einen Teil mit zu mir nachhause genommen. Hier bemühte ich mich um Schadensbegrenzung, wie -ausgleich, mit äußerst interessierten Katern ;-).

 

 

 

Abschnitte von Zwiebeln und Lauch sind besonders interessant zu beobachten.

 

Leider hat sich die Zwiebel, nachdem sie für einige Salate reichlich Zwiebelgrün geliefert hatte, verabschiedet. Der Lauch lebt noch, inzwischen in Erde gepflanzt.

 

Trotzdem die Eisheiligen noch anliegen kamen die letzten Überlebenden des Kompost-Grünzeug-Recyclings vom Frühjahr 2018 heute ins Hochbeet, die Karotte (links) und die Pastinake.

 

Pastinaken hatten wir nicht gesät, weshalb dieses Grün einen Sonderplatz im Hochbeet bekam.

 

Dafür hat die Karotte einiges von mir und den SchülerInnen an Instruktionen mitbekommen:

Zeige den kümmerlichen Karottensämlingen, wie eine ordentliche Karotte Grün zeigt!

 

Karottengrün mit zwei kümmerlichen Sämlingen – beinahe ein Suchbild

 

Allen Karotten wünschen wir: Gutes Gedeihen ins Grün und in die Wurzel!

Woher ich diese Idee ursprünglich bekam, Gemüsereste ins Wassrer zu stellen? Sie stand in meinem allerersten gekauftem Buch zum Gärtnern, das, unterstützt von einer Tabakfirma, 1976 veröffentlicht wurde: Mein Garten im Hause. Auf der entsprechenden Doppelseite (200/201) hat das Buch einen deutlichen Knick.

Der neue Artikel im Zeitschriftformat hat viele schöne Fotos, lässt sich gut lesen und inspiriert. Umfangreichere Anleitung, wie mit Gemüseresten Pflanzen gezogen werden können, finde ich jedoch in meinem altem Buch.

Wir sind alle gespannt, wie sich die Karotten entwickeln werden.

 

Bis die Tage,

Karin

Es tut sich was im Schulgarten #2/2018

im …

April

 

In der Wildblumenecke am Zaun blühten im April die Schlüsselblumen, das Leberblümchen, das Schöllkraut und, meine Lieblinge, die Bachnelkenwurz.

Im Garten selbst wurde viel gejätet, gefegt, repariert und immer noch nicht aufgeräumt – nächsten Monat.

April

 

Erledigte Gartenaufträge im April:

  • die Bohnenstangen im Gemüsebeet wurden ausgetauscht
  • das Hochbeet wurde mit Erde aufgefüllt
  • der Apfelbaum bekam ein neues Spalier, leider noch ohne Drähte
  • die Wassertonne musste repariert werden, sie war undicht
  • ein Aufbewahrungsregal entstand
  • Blumentöpfe wurden gesichtet und sortiert
  • Spinat wurde geerntet, dazu noch Liebstöckel und Zitronenmelisse

Vor allem in den Außenbeeten passierte viel!

Ende April

 

Zum Vergleich ein Bild, wie es vor zwei Jahren in diesem Garten-Teil aussah …

… und im September 2015 noch so!

Ich freue mich über jedes Pflänzchen, das einzieht und sich im folgenden Jahr wieder zeigt.

 

 

Im Mai kommen endlich die selbst gezogenen Gemüse und Kräuter in den Garten. Die SchülerInnen können es schon nicht mehr abwarten.

Bis die Tage,

Karin

 

Anmerkung

Diesen Blogpost verlinke ich bei Tabeas Evas 12tel-Blick, wo meine anderen Blickwinkel und noch viele mehr zu finden sind.

Es tut sich was im Schulgarten #1 2018

von …

Januar bis März

Bis Mitte März sollte es nicht sein, dass im Garten etwas getan werden konnte. Hatte ich passenden Fachunterricht und willige Schüler machte das Wetter nicht mit. Lud das Wetter ein im Garten zu arbeiten hatte ich keine Schüler. Es war für alle frustrierend.

So vergingen beinahe drei Monate ohne das wirkliche Veränderungen sichtbar wurden, außer durch das Wetter.

Im Januar blühte noch einiges. Anfang des Monats blühte die Färberkamille noch mit ihren gelben Blüten. Am Monatsende zeigte der Huflattich erste gelbe Knospen. Der Feldsalat wollte dieses Jahr nicht so wirklich gedeihen, dafür überwinterte der Spinat wie erhofft.

Der Februar machte alle Blüten erst einmal mit Schnee und Eis platt. Nachdem die Schneedecke verschwunden war zeigte sich darunter nicht mehr viel, außer erfrorenen, matschigen Pflanzenteilen. Überlebt hatten vor allem Feldsalat, Spinat und Huflattich.

 

Im März zeigte sich er Garten trostlos. In den Außenbeeten leuchteten nur die Holzblumen bunt. Der Boden war zu nass für Gartenarbeiten und ohne Sonne viel zu kalt zum arbeiten.

 

Deshalb holte ich die im letzten Schuljahr angefertigten Vermessungen und Karten heraus, damit unser Garten endlich kartiert wird. Mein Ergebnis fiel etwas genauer aus. 😉

 

Daneben plante jeder Schüler seine eigene Aussaat. Dazu wurden aus Papprollen Pflanztöpfchen geformt, Erde gemischt und endlich ausgesät.

 

Im Garten und den Außenbeeten konnte Ende des Monats endlich für Ordnung gesorgt werden. Fast alle Beete sind für die Bepflanzung fertig. Der blühende Huflattich durfte stehen bleiben.

Färberpflanzenbeet
Gemüsebeet

 

Ich bin gespannt wie sich alles in den nächsten Monaten entwickeln wird. Die rot gestrichene Bank durfte zumindest schon ins Freie.

Bis die Tage,

Karin

 

Anmerkung

Diesen Blogpost verlinke ich bei Tabeas 12tel-Blick, wo meine anderen Blickwinkel und noch viele mehr zu finden sind.

Faszination Pflanzensamen

oder …

Was sehe und säe ich denn heute?

 

März ist Haupt-Anzuchtzeit für viele Gemüsepflanzen, Kräuter und Blumen. Dabei freue ich mich über die enorme Vielfalt an Formen der Pflanzensamen die aus den Saatguttütchen kommen oder sich in meiner Saatgutsammlung inzwischen finden lassen. Alle zusammen sind mindestens ein Foto wert, dachte ich, spätestens, als dieser kleine Pinsel oben aus dem Tütchen kam. Mich fasziniert die Formenvielfalt der Samenwelt.

Viele Samen sammelte ich selbst. Zehn davon stelle ich hier vor.

 

Na, alle erkannt? 😉

Nein? Kein Problem! Durch schlampige Notizen weiß ich nicht welche Pflanze sich aus Samen 10 entwickeln wird, außer dass es ein Blumensamen ist.

 

Bei den anderen Samen handelt es sich von oben nach unten um:

Sonnenhut – Pimpinelle – Kerbel – Kornblume – Färberwaid – Wiesenbocksbart – Haferwurz – blauer Lein – Ringelblume – die erwähnte Unbekannte

 

 

Alle Samen stecken nun in Erde. Mal sehen was aus ihnen wird.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Habt ihr auch schon ausgesät? Und zeigen sich schon erste grüne Spitzen?

 

Spannung im Katzenkino

und …

Eichhörnchen im Futterhaus

Ich gehöre zu den Ganzjahres-Vogelfütterinnen und ganz besonders seit diesem Jahr. Den Grund schilderte ich im Wochenbericht 32 (Link). Im selben Blogpost berichtete ich zudem von dem Eichhörnchen, das das Vogelhaus von oben leer futtert. Jetzt habe ich von ihm doch tatsächlich mit der Kamera ein Beweisfoto festhalten können, zwar nicht beim Öffnen dafür beim „Auslöffeln“, Futtern und Flüchten. 😀

Katerchen hatte mich aufmerksam gemacht, aufgeregt am Katzenkino-Fenster sitzend.

Eigentlich beobachtet er am liebsten die Büsche. In ihnen ist ständig Bewegung durch eine Horde von Haus- und Feldsperlingen. Es rappelt und zappelt und flattert und wusch sind sie weg. Ist ja auch ein lecker Plätzchen für den Nachtisch!

 

Weil ich mich mit dem Auffüllen der Futterstellen verspätet hatte versuchte sich der Eichelhäher, notgedrungen, an der Spatzenstation, die der Buntspecht am unteren Ende nun beinahe vollständig zerhackt hat. Es herrscht Einsturzgefahr. Demnächst fällt der Boden ab und die Birke vor meinem Küchenfenster muss wohl auch gefällt werden, bevor sie beim nächsten Sturm von alleine fällt.

 

Vielen Dank für’s Schauen und bis die Tage,

Karin

Kräuteressig-Variationen

oder …

Kräuteraroma vom Sommer für den Winter konservieren

Im Schulgarten blühen und gedeihen Gemüse und Kräuter auch in den Sommerferien weiter. So viele Salatgurken wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Darüber freuen sich alle, die mir im Garten halfen und helfen. In der Schulküche liegen auf vielen Flächen Kräuter zum Trocknen, die nach den Ferien von den SchülerInnen weiter verarbeitet werden. Fast täglich können Brombeeren geerntet werden, die zum größten Teil im Tiefkühlgerät landen. Aus der heutigen Ernte wollte ich damit, nach dem letzten Frucht-Kräuter-Essigauszug mit Erdbeeren und Basilikum, einen Auszug mit Brombeeren und Rosmarin probieren.

Die Zutaten für den zweiten Essigauszug sind Grundzutaten für den Vierräuberessig, auch als Pestessig bekannt.

Der Legende nach waren zu Pestzeiten Räuber in den Häusern von Pesttoten unterwegs, ohne sich anzustecken. Man versprach ihnen von einer Verhaftung abzusehen, wenn sie verrieten wie sie sich schützten. Ihr Geheimnis, sie nutzten die Wirkstoffe und ätherischen Öle aus verschiedenen Kräutern, die unter anderem antibakteriell, immunstimulierend und entzündungshemmend wirken, in Essig ausgezogen.

Es gibt eine Menge an Rezepten zu Pestessig. Bei manchen frage ich mich wie ein Räuber zu dieser Zeit an die Zutaten kommen konnte. Andere Zusammenstellungen mag ich mir weder unter der Nase oder im Magen vorstellen. Die meisten finde ich als viel zu viel wenn ich mir die Liste an Kräutern so anschaue.

Ich verwende für meinen Vierräuberessig vier bis fünf Kräuter bzw. Gewürze. So bleibt die Wirkung der Kräuter, auch untereinander, übersichtlich und das Ergebnis ist hinterher auch wirklich kulinarisch lecker (und nicht nur als Putzmittelzusatz verwertbar).

Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian und als zusätzliches Gewürz Wacholderbeeren. Gerne hätte ich statt Wacholder Eberraute dazu gegeben, aber die hatte man mir ja im Frühsommer abgemäht.

Frische Kräuter müssen absolut gute, frische Qualität haben. Ich mag diese nicht einmal von jedem Händler auf dem Markt kaufen. Meist verwende ich sie aus dem Garten. Dazu warte ich eine regenfreie, warme Periode ab und „wasche“ die Kräuter am Abend vor der Ernte mit der Gartenbrause, auch von der Unterseite. Um die Mittagszeit, wenn die Kräuter trocken und warm sind, wird geerntet. Diese frische Ernte lasse ich immer etwas welken; Wasser aus den Pflanzenzellen verdunstet und im Verhältnis bleiben mehr sekundäre Inhaltsstoffe zum Ausziehen übrig. Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Fäulnis- oder Schimmelgefahr.

Anmerkung: Gekaufte frische Kräuter vor der Verwendung zu Waschen ist keine gute Idee, selbst wenn sie hygienisch sinnvoll ist. Vor der Verwendung in einem Auszug in Essig, Öl oder Alkohol sollten, müssen, sie so trocken wie möglich sein.

Kräuter von den Stengeln abzupfen, abrebbeln, so gut es eben geht. Gewürze quetsche und mörsere ich grob. Alles in ein hohes Glasgefäß geben.

Die Kräuter oder Früchte (ich habe ja auch Brombeeren im anderen Essigansatz verwendet) mit gutem Essig aufgießen. Ich verwende Apfelessig in Bio-Qualität, denn ich möchte meine guten Kräuter nicht wie Perlen vor die Säue werfen.

Deckel zu, und zwar luftdicht, wasserdicht, denn ab jetzt muss für mindestens drei bis vier Wochen täglich der Inhalt bewegt werden (ohne dass die Soße heraus läuft).

Der Brombeeressig-Ansatz ist nun völlig in den Hintergrund getreten. Um diesen fertig aufzugießen musste ich noch einmal einkaufen gehen, fand unterwegs etwas was meine Eltern glücklich machen könnte, brachte ihnen dieses auch gleich vorbei um dann auf den Rückweg noch einen ehemaligen Kollegen mit seiner Frau, eine ehemalige Lehrerin von mir, zu treffen. In den Ferien kann ich solche Entwicklungen so was von genießen – schlecht gedeutscht, aber aus der Seele gesprochen!!

Etwas verspätet kam dann der frisch eingekaufte Essig auf die Brombeeren mit Rosmarin. Erschwerte Bedingungen zum Fotografieren, denn nun war das Licht noch schlechter. Sorry.

Ab jetzt heißt es abwarten!