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Kunstgenuss in Baden-Baden

und …

Einmal Kombiticket für Museum Frieder Burda und Staatliche Kunsthalle!

Wer in Baden-Baden ist und etwas Interesse an Kunst hat sollte sich das Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle nicht entgehen lassen, vor allem nicht in diesen Tagen. Die 18,-€ sind zwar happig, aber gut investiert für das was geboten wird.

Das Museum Frieder Burda zeigt noch bis zum 26. November 2017 Leuchtkästen, lightboxes, mit Fotos des Kanadiers Rodney Graham – Künstler, Fotograf und Musiker. Er inszeniert akribisch seine Bilder bis ins letzte Detail, wie die holländischen Maler im 17. und 18. Jahrhundert. Rodney Graham hat jedoch den Vorteil der digitalen Nachbearbeitung. Seine Bilder beeindrucken gestochen scharf in großer Größe und erzählen alle eine Geschichte. Der Star in jedem Bild, Rodney Graham.

Audio-Guide auf die Ohren und die Ausstellung genießen. Ich war gut zwei Stunden dabei mit einer Art Déjà vu als ich auf dieses Bild traf:

Media Studies ’77

Ich sah wieder einen meiner Kunst-Dozenten vor mir sitzen, 1976-1978, Kippe in der Hand, die er im Kreidenkästchen der Tafel ausdrückte bevor er sich die nächste Zigarette angezündet hat. Ihm sei Dank, denn er war einer der Initiatoren, dass wir Studenten 1977 gemeinsam die documenta 6 besuchen konnten. Unvergessen seine teilweise kernigen Aussagen zur Entwicklung der Kunst und allgemeinen Kunstverständnis: „Kinder bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Der Steinzeitmensch hat sich einfach nur über die schöne Form gefreut, die beim Pinkeln entstanden ist.“

Doch zurück zu Rodney Graham. Es lohnt sich absolut diese Ausstellung anzuschauen und dazu gibt es hier einen guten Eindruck:

https://www.museum-frieder-burda.de/index.php?id=59&L=0#c4015

http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/Rodney-Graham-im-Museum-Frieder-Burda/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=18349524&documentId=44226626

 

Ich war schon nach dieser Ausstellung im absoluten Glücksmodus, überlegte den Eintritt zur Kunsthalle verfallen zu lassen, lief dann doch weiter. Eigentlich wollte ich nur kurz mal schauen, völlig uninformiert wie ich war über die momentan laufende Ausstellung. So tappte ich unvorbereitet weiter, schnupperte auf den ersten Stufen Holz. Das ist ein Geruch, der bei mir (Sche… auf Allergie) alle Sinne weckt und die Augen strahlen lässt! Hier hätte ich gerne mitgearbeitet. Mann Mann Mann aber auch.

Liang Shuo hat in allen Räumen eine Berglandschaft geschaffen, alles aus Holz von Abbruchhäusern und einer Decke einer Turnhalle. Genial! Und noch bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kunsthalle-beherbergt-bergmassiv-aus-holz-von-liang-shuo-15458992.html

Zum Abschluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulisse.

 

Baden-Baden, ich komme wieder.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 37/2017 und das neue Schuljahr hat begonnen

oder …

Rote Fahnen als Begleiter der Woche

Die erste Schulwoche ist vorbei und schon am Freitag hätte ich einen Kran als Aufstehhilfe benötigt! Schulbeginn und die letzten Wochen vor der Bundestagswahl machten platt, obwohl ich, immer noch nicht ganz fit, nicht bei jeder Aktion meiner Partei zum Mitmachen den Finger hob. Der Kalender ist voller Termine und ich habe immer noch nicht begonnen für meine Prüfung zu lernen. Aber am Dienstag war Dabeisein eine gern gemachte Pflichtsache – Martin Schulz sprach in Böblingen auf dem Marktplatz. (Hier ein Link zu seiner Rede.) Zum Glück begann der Regen erst nach der Veranstaltung und Pöbeleien blieben bis auf eine aus.

Dienstag, bei 12 von 12 im September, berichtete ich ja schon über den normalen Schulalltag. Unglaublich wie schnell der Alltag mich wieder eingeholt hat, doch zum Abschluss gab es etwas Besonderes.

Freitag nach Schulschluss setzte ich mich ins Auto um nach Baden-Baden zu fahren, zum NewPop-Festival, mit einem Ticket für das Konzert der isländischen Band Kaleo in der Tasche. Mit dabei die beiden CDs der Band, die, immer hübsch abwechselnd, auf der Fahrt durchgedudelt wurden. Hach! Doch was für eine Fahrt! Der Navi schickte mich nicht über die Autobahnen A81, A8 und A5 nach Baden-Baden, sondern quer durch die Pampa aka Schwarzwald! Vernünftige Entscheidung an einem Freitagnachmittag, wer die Straßensituation im Raum Stuttgart und Karlsruhe kennt. Aber hallo, der digitale Wegbegleiter zeigte eine überraschend gute Ortskenntnis und Vorliebe für Schleichwege (Einspruch: Nur auf dem Hinweg!), so dass ich durch die schmalen, etwas unebenen Straßen ein ganz klein wenig an Island erinnert wurde.

In Baden-Baden angekommen war unüberhörbar Musik in und an allen Ecken der Innenstadt. Direkt neben meinem Hotel spielte eine Folk-Band unter freiem Himmel. In der anderen Richtung konnte man über Boxen ein Konzert von werweißwoher mitverfolgen. Rote Teppiche lagen hier und dort auf den Fußwegen. Dort ein Plakat oder ein Leuchtkasten, auf der anderen Straßenseite ein Geschäft geöffnet zum Late-Night-Shopping und vorbei an der Großbaustelle (wo wird eigentlich nicht gebaut?) am Leopoldsplatz musste ich nur dem Besucherstrom folgen. Wo sonst Kurgäste vor dem Kurhaus flanieren breitete sich das Festival-Gelände aus. Musik und Menschen, Bühnen und Bands, … . Kaleo spielte erst um 23:00 Uhr und, was soll ich sagen, das Warten lohnte sich. (Hier ein Ausschnitt des Konzerts.)

Der Tag danach, nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück – ich durfte glücklicherweise das Auto in der Hotelgarage stehen lassen – machte ich mich auf zur Stadtbesichtigung. Schon auf dem ersten Blick wusste ich, eine Übernachtung war zu wenig geplant für diesen Ort. Baden-Baden! Logisch! Auch ohne NewPop-Festival, oder gerade ohne Festival-Rummel, zeigte sich an fast jeder Ecke die mondäne Vergangenheit und Gegenwart. Es lohnte sich ein Spaziergang durch den Kurgarten, ausgehend von der Trinkhalle mit der Touristeninformation in den frühen Morgenstunden. Plantschen in einer der Thermen, wie die Besichtigung der Ruinen der römischen Soldatentherme hob ich mir für ein anderes Mal auf. Mein Plan führte mich vor meiner Rückfahrt nachhause ins Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle. Das war eine sehr gute Entscheidung!

Bis zum 15.10.2017 ist in der Kunsthalle noch DISTANT tantamount MOUNTAIN von Liang Shuo zu sehen und im Museum Frieder Burda Lightboxes von Rodney Graham bis zum zum 26. November 2017.

Mein Tipp: Anschauen!! Und vor allem bei Rodney Graham lohnen sich die 4,- € für den Audiobegleiter.

Ich werde in einem Blogpost über die beiden Ausstellungen berichten.

 

 

Ganz zum Schluss noch ein Nachtrag zu 12 von 12 im September, bezüglich der Baustelle, die auch Fußgänger – allen voran unsere Schüler – betrifft. Den riesigen Umweg ließen sich vor allem die Schüler meiner Schule nicht lange gefallen. Schon am dritten Tag nach Schulbeginn hatten sie sich entlang des Bauzauns einen Weg getrampelt, während die Schulleiter der betroffenen Schulen Rabatz bei den Verantwortlichen der Stadt und der Schönbuchbahn machten und die noch überlegten eine Holzbrückenkonstruktion in Auftrag zu geben. Am vierten Tag wurde der Trampelpfad professionell ausgebaut und so was von sofort angenommen. Geht doch! 😀

vorher …
nachher …

 

Das war mein Wochenbericht mit Mut zur Lücke. Draußen regnet es jetzt zum dritten Mal an diesem Sonntag wie aus Kübeln. Was bin ich froh meinen Baustellenrundgang schon früh am Morgen erledigt zu haben. Morgen geht es in die nächste Arbeitswoche. Lasst es euch gut gehen!

 

Bis die Tage,

Karin

 

12 von 12 im September 2017

oder …

Der zweite Schultag nach den Sommerferien

Keine positiven Gefühle wenn sich der Wecker meldet. Zwei Gründe:

  • es fühlt sich herbstlich an mit den kürzer werdenden Tagen und
  • 5:50 Uhr ist wieder Dunkel-Zeit zum Aufstehen

Zwei Fakten:

  • Ich werde nie ein munterer früher Vogel!
  • Ich hasse Wecker! – Ich glaube, ich wiederhole mich mit dieser Aussage!

1 Den ersten Tee gibt es nach Ferienende wieder im Pott und mit Beutelware, dunkelschwarz, stark, leicht gesüßt, mit Milch, denn es muss schnell gehen

2 Eine Runde Therapie zum Durchatmen bevor ich im Bad in den Spiegel schaue, ohne Brille, und ich erinnere mich an eine Aussage von Jerry Hall in diesem Interview von 2014:

… „Jerry added: “I just can’t see very well now so when I look in the mirror, I think I look OK. I never put my glasses on to look in the mirror.“

Ich stimme ihr nach wie vor zu – meine Brille hat morgens Besuchsverbot im Bad, obwohl ich kurz nach dem Aufstehen auch mit Sehhilfe nicht fähig bin scharf zu sehen. Es braucht seine Zeit bis sich meine Augendeckel öffnen. Zum Glück geht Zähneputzen im Dunkelzustand bis sich die Lider von alleine heben, mit dem Glücksmoment im ersten trüben Licht:

„Männo, cool, total faltenfrei!“ 😀

3 Die Brotdose gerichtet und sie aus Zeitnot nur mit Notfallfutter gefüllt. Voll öko, no plastics, alles bio … in den Grundbestandteilen ein gesundes Schulfrühstück und vor Ort gleich rückfällig geworden. KEKSeee! Wieso eigentlich? Ich bin so überhaupt nicht auf Süßes konditioniert, doch kaum in der Schule kommt es über mich.

4 Schulweg im Schülerpulk, denn fast alle kommen durch all die Baustellen selbst als Fußgänger nicht mehr direkt zur Schule. Egal aus welcher Richtung kommend müssen alle Umwege in Kauf nehmen und laufen jetzt meinen Weg. Die Schüler meiner Schule und der Realschule laufen in eine Richtung, die zum Gymnasium in die entgegengesetzte und alles auf einem schmalen Gehweg einer Seitenstraße – gefällt mir gar nicht. Ich nehme mir vor in Zukunft früher aufzustehen und noch früher loszulaufen.

5 Vormittagsunterricht erst mal in der eigenen Klasse – zwischen 14 und 16 Jahren wachsen sie enorm in den Ferien und vorher meine Kleinen füllen als 9er jetzt das Klassenzimmer gewaltig aus, in Masse und, sorry, Ausdünstungen.

6 Es gibt Englisch in den ersten beiden Stunden. Smalltalk about holidays und dann geht es mit dem Buch weiter:

7 Die Baustelle vor den Fenstern ist ein Graus! Störungsfreier Unterricht hört sich anders an.

8 Kunst gibt es nicht wie geplant in der Parallelklasse,  sondern in meiner. Die ersten Vertretungsstunden im neuen Schuljahr und sie machte uns allen Spaß: „Spiel mit grafischen Elementen“, ein Grafikprojekt, das im Laufe des Schuljahres weitergeführt werden wird.

Von den letzten beiden Stunden des Vormittags gibt es leider kein Bild. Wirklich schade Zurück in meiner Klasse für zwei Stunden MNT, Materie-Natur-Technik, einer sinnvollen Fächerkombination für Haupt-, bzw. Werkrealschulen, die in Ba-Wü nun wieder in Biologie, Chemie und Physik aufgedröselt wird. Sehr, sehr schade.

Knappe Mittagspause, die ich für Therapien genutzt mit der Grippeschutzimpfung abgeschlossen habe: Widerstand gegen „The first contact“ von all den Mitbringseln aus aller Herren Länder.

9 Zuhause überrasche ich das Eichhörnchen im Vogelrestaurant aka Katzenkino, per Handy unscharf eingefangen, natürlich.

10 Wie das Eichhörnchen muss ich feststellen, die Gästeräume sind leergefuttert und wie sauber ausgefegt! Sechs Stunden nach dem Auffüllen!!

11 Luxus gegönnt. Friseur mit allem drum und dran. Tochter sagt immer: „Mutti, Du hast keine Haare, sondern Federn!“ und das ist auch so, echt! Immer fusselig, flusig, egal wie geschnitten und föhnen ist vergeudete Liebesmüh‘. Aber diesen Sommer gingen so wenig bleichende Sonnenstrahlen über das Gefussel auf meinem Kopf, dass sich meine ursprüngliche Haarfarbe in die Haarspitzen verflüchtigte und sich ein Straßenköterblond breit machen konnte. Nee, geht nicht. Einmal hole ich mir das „alte“ Blond zurück, bevor das Grau dazwischen den Straßenköter von alleine aufhellt.

So, die Haare sind wieder schön. Und wieder, immer noch, bzw. schon wieder so lang wie auf dem Bild im Hintergrund

12 Kater getröstet. Nach Wochen selten lange alleine zuhaus‘ mochten sie die ersten Tage mit vielen Stunden ohne mich gar nicht so gerne.

Der normale Alltag ist wieder in da!

 

Das sind meine zwölf Bilder, Geschichten, Eindrücke die ich vom zwölften Tag dieses Monats zusammengefasst habe und nun bei „Draußen nur Kännchen“ von Caro in den Pool mit ganz vielen anderen 12 von 12 – Geschichten werfe.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 36/2017 – die letzte Ferienwoche

oder …

Vorbereitungen auf das neue Schuljahr und eine alte (Schul-)Tasche aufgepimpt!

Montagmorgen entschied ich, nach einer unglücklichen Bewegung, kein abschließendes Resümee zu den großen Ferien aus meiner Sicht zu schreiben. Beim Nasespülen reichte eine falsche Bewegung beim Griff nach einem Handtuch und die Hexe hatte zugeschlagen – kein Wunder nach fünf Wochen ohne Sport. Ist so, das Leben geht weiter, auch mit Aua und überhaupt.

In der Schule tut sich einiges, inklusive ersten Sichtungen des Klassenzimmers und meiner Fachräume (steht noch alles so wie es soll nach der Partnerstadtolympiade?), Treffen mit Kollegen, der ersten Konferenz, … und einer schönen Überraschung in meinem Klassenzimmer. Damit, dass in meiner restlichen Lehrerlaufzeit die Fenster repariert werden rechne ich nicht mehr, aber was da gerade eingebaut wird gefällt mir auch recht gut, bringt meine Augen zum Leuchten – blink – und die meines Teamkollegen auch. Ich werde berichten.

Der erste Schulbesuch vor dem Ferienende beinhaltet eigentlich:

  • die Rückkehr der Schultasche in die Schule, wo sie auch den Rest des Schuljahres bleiben wird – Schultasche eben
  • den Auszug der Kaffeetasse aus der Spülmaschine, denn nach fünf Wochen in dieser ist sie entseucht genug für das kommende Schuljahr
  • den Arbeitsplatz im Lehrerzimmer einrichten, nach Plan, denn vor Schuljahresende habe ich mir eine Liste (WOHIN habe ich WAS hingeräumt?) in den Schrank gehängt – wer jetzt sagt: „Voll, die Lehrerin!“ bekommt Haue, echt!
  • nette Gespräche mit lieben Kolleginnen und Kollegen, anfangs noch entspannt
  • den Erhalt vom neuen Stundenplan, wodurch sich die Gespräche etwas unentspannter entwickeln
  • so eine Art Warmlaufen in die Schulroutine
  • und die Lektüre diverser Schreiben des Kultusministeriums inklusive des Briefs der Kultusministerin zum Schuljahresbeginn – im Ernst, ich fand das Gespräch mit unserem Ex-Kultusminister, das ich im Laufe der Ferien führen konnte (Facebook-Freunde haben eventuell das Bild gesehen) konstruktiver und motivierender

 

Zuhause brachte ich ein paar Ferienprojekte zuende, wie das vermaledeite, prüfungsrelevante Herbarium für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Es könnte noch ein paar Fotos vertragen, oder ein paar Texte, aber nee, Ende Gelände, Schluss, aus, fertig, babbela. Bilder davon gibt es ein anderes Mal. Ist schon ganz schick, und anders als die anderen, geworden und alleine schon deshalb ein paar Bilder wert.

 

Das Patchwork-Projekt für das Baby einer Kollegin ist fast fertig genäht und benötigt nur noch ein paar Stiche zum fertigen Quilt. Auch von diesem Werk gibt es erst später Bilder. Erst muss es verschenkt sein, sonst ist es ja keine Überraschung mehr, oder? Alternativ biete ich ein paar Eindrücke vom Nähen mit Kater und unserem Kampf um den Besitz des Nahttrenners! Angus liebt genau DIESES Teil heiß und innig. Wenn ich es nicht in einer Schublade verstecke findet er ihn! Wenn ich ihn in der Hand habe möchte er ihn! Dieses Mal nähte ich ihm beinahe in die Pfote!

 

Und dann stand ich vor meiner in die Jahre gekommenen Frühstücks-/Laptop-/Irgendwas-Transporttasche, die mich eigentlich bis zu meiner Pension hätte begleiten sollen. Es ist zweifelhaft ob dieser Schulterriemen noch sieben Jahre durchhalten wird. Dazu haben die Kater einigen Schaden an der Oberfläche angerichtet, nachdem sie die Tasche als Ersatzkratzfläche benutzt hatten. Sie bröselt an einer Seite mächtig.

Neue Tasche kaufen? Nee, nicht wirklich!

Alte Taschen gesichtet und eine gefunden, die ich, ursprünglich auf einem Afrika-Markt gekauft, auch schon als Proviant- und Notenlistentransporttasche verwendet hatte. Viel benutzt hatte sich in ihr das Futter in der Tasche begonnen an den Nähten aufzulösen und nach einigen Auslaufunfällen von Tee, Saft & Co. waren etliche Flecken unappetitlich nicht mehr zu übersehen (die Fleckenseite zeige ich hier nicht, das Szenario darf sich jeder selbst ausmalen). Von außen immer noch intakt konnte ich mich jedoch nicht von ihr trennen. Deshalb hing sie lange im Keller, bis jetzt. Einmal umgedreht erschien mir eine Wiederbelebung, ein Upcycling, machbar. Katerchen stimmte mir zu.

Futter gesichtet, rausgetrennt, Muster leicht verändert auf einen eigentlich ungeliebten Stoffrest übertragen, zugeschnitten, genäht und voilà … wie Phönix aus der Asche ist das alte Provianttäschchen neu belebt. Jetzt noch das Futter am Rand und am Boden festnähen, einräumen, Equipment (Schlüssel und Haarspange) anpinnen und Montag kann es losgehen.

Bei diesem Nähwerk benutzte ich zum ersten Mal Nähclips und ich finde sie ideal für gerade Nähte. Schwupps dran und genauso schnell wieder entfernt. Einziger Nachteil: Angus mag sie auch! Hmpf!

 

Mit dabei mein neuer Leererkalender (kein Schreibfehler) mit Foto von mir auf dem Einband. Es ist das siebte Exemplar aus diesem Verlag, das mich nun ein Jahr begleiten wird. 2014 hatte ich über diesen etwas anderen Kalender schon einmal berichtet (Link zum Blogpost).

 

 

Für die Baden-Württemberger Schulkinder und Eltern: Guten Start ins neue Schuljahr!

Ansonsten, alles Gute und bis die Tage,

Karin

 

Schlüsselanhänger mit Katze

oder …

DIY mit Schrumpffolie

Im Dezember 2016 hatte ich frustriert einen Versuch mit Kunststoffmüll abgebrochen. Mich hatte ein Video auf Youtube inspiriert gehabt und, obwohl ich mitten in vorweihnachtlichen Aktivitäten war, verflixt viel Zeit in eine ganze Reihe an Fehlversuchen gesteckt.

Nun fand ich, ganz nebenbei, die Schachtel mit dem ganzen Kram und das Päckchen Schrumpffolie – gut abgehangen seit Dezember. Die Versuche mit dem frisch gewonnenem Buch, Neues aus der zauberhaften Papierwerkstatt, müssen also weiter warten. Zudem hat der verflixte Kater das beigelegte Material verspielt.

Mithilfe von einfachen Folienstiften kann die Schrumpffolie bemalt werden. Bitte darauf achten, dass es Permanentschreiber sind!

Mit der Schere die Folie mit dem gemalten Bild ausschneiden. Dabei einen Rand stehen lassen und einen Platz berücksichtigen wo das Loch hinkommen soll. Ich verwendete zum Loch stanzen eine entsprechende Zange. Es geht aber auch jeder Locher.

Backofen auf 175°C vorheizen. Das Kunststoffstück auf ein mit Backpapier (keines mit Wabenmuster nehmen, denn dies drückt sich auf dem Kunststoff ab!) abgedecktes Backblech legen und für kurze Zeit in den Backofen schieben. Das geht recht schnell! Sobald das Kunststoffstück geschrumpft ist aus dem Backofen nehmen – Handschuhe! – und sofort mit einem geeigneten Gegenstand flach drücken. Der Kunststoff wellt sich gerne beim Abkühlen. Ich verwendete eine kleine gusseiserne Pfanne. Falls es doch wellig wird einfach noch einmal in den Backofen zurück legen.

 

Wie eingangs beschrieben hatte ich die Versuche mit Kunststoffabfällen abgebrochen und mir Schrumpffolie gekauft. Ich verwendete die unten abgebildete Folie. Sicher geht auch jede andere, die für diese Zwecke im Handel angeboten werden.

Übrigens, dadurch dass die Folie ruckzuck schrumpft entwickelt sich auch kein nennenswerter Geruch nach Kunststoff.

 

Mit vielen Grüßen und bis die Tage,

Karin

 

Woche 35/2017

oder …

Sommer konservieren in der fünften Ferienwoche

Kaum zu glauben, aber im REWE stehen schon die Spekulatius, Christstollen und anderes Weihnachtsgebäck. Dabei hat Ba-Wü noch eine Woche Sommerferien!

Was die Woche so brachte (ein Ausschnitt):

  • Essig-Variation täglich wenden
  • Kornel-Kirschen und Weißdornfrüchte in Alkohol angesetzt. Dabei darauf geachtet: Nie wieder Trollinger! und Spätburgunder beim Weißdorn verwendet!
  • Tomaten für Gelee entsaftet, die restliche Pulpe kommt mit in die Tomatenmarmelade
  • Kräuter in Salz verarbeitet (Liebstöckel und Estragon)
  • Kater erduldet, wobei mir der junge Wilde momentan zu still ist
  • die Vögel zum Baden eingeladen
  • und entdeckt, dass zwei Eichelhäher die Futterstelle besuchen!

 

 

Soviel für heute, denn ich muss möchte noch zum Sonntagsspaziergang aufbrechen, der mich wohl nur zur Straßenbaustelle führen wird. Dicke graue Wolken ziehen auf.

Bis die Tage,

Karin

Unpassendes zusammenpassend bekommen

oder …

Upcycling mit Vorgaben

 

Be my Bastel-Beast (oder Punk ist nicht tot, Punk bastelt jetzt) lautete der Blogpost von fraumasulzke. Die beschriebene Idee zum Zeitvertreib hörte sich verrückt genug an um mitzumachen.

Material:

  • 1 rosa Heftumschlag
  • 1 einsame, verwaiste Socke
  • Perlen

Anleitung:

  • Keine. Macht halt was draus, was lustig, schön, praktisch oder nicht oder einfach nur Trash ist.

Anmerkungen:

  • Gibt es eine Reihe, die bei fraumasulke nachzulesen sind. Ich habe mich dran gehalten, das Bernsteinzimmer nicht verwendet und auch kein Uran.

 

 

Die Anfänge waren heiß. Die erste Idee kam nämlich beim Bügeln. Verbrannte Finger inklusive landete das Zwischenergebnis im Backofen.

Meine Anmerkungen:

  • gut lüften
  • nicht mit kleinen Kindern versuchen

Eigentlich wollte ich aus dem Heftumschlag Eierbecher herstellen und die Socke zu Warmhaltemützen umfunktionieren, die Perlen statt Bommel. Doch als ich abends aufräumte – wobei ich nie die Sachen einfach so zusammenschiebe, sondern eher zusammenlege – hatte ich plötzlich ein anderes Ergebnis vor mir liegen.

 

So kamen die Eier wieder in den Kühlschrank, um tags darauf in der Pfanne zu landen.

 

Also doch ein Monster, mit dem Blick wie Bert von den Krümelmonstern, ein Sockenmonster mit Augenbrauen wie Theo Waigel.

 

Noch voll, in den Gedanken, auf Socke eingestellt schnitzte ich das Brot zur Socke zurecht und das Ei musste irgendwie dort hinein. Mit viel Tricks klappte das auch und die Olive gab es als Perlenersatz obendrauf. Wenn schon dann richtig.

Das kreative Intermezzo war lustig, das Ei lecker. Was will ich mehr. 😀

 

Bis die Tage,

Karin

Straßengroßbaustelle in Böblingen #1

oder …

Das Grauen beginnt!

Seit dem 31. Juli 2017 ist eine der Hauptdurchgangsstraßen und Umleitungsstrecken der A 81 in Böblingen bis Mitte 2018 voll gesperrt. Die Schönbuchbahn wird von der Haltestelle vor meiner Tür und dem Bahnhof Böblingen zweigleisig ausgebaut und für die B14, bzw. Herrenberger Straße, ein Tunnel gebaut. Baustellen wird es entlang der Strecke der gesamten Bahn geben, doch an dieser Stelle ist es an normalen Arbeitstagen schon eng bis sehr eng!

Noch geht es mit dem Verkehr, auch wenn die empfohlenen Umgehungsstrecken durch andere Baustellen noch umfahren werden müssen. Es sind ja Ferien. Wie das Geschehen ab Mitte September aussieht wird sich zeigen.

Nachdem im Frühjahr entlang der Strecke abgeholzt und gerodet wurde begannen im Juni erste Vorbereitungen der Bauarbeiten. Im Juli beschloss ich jeden Sonntag die Entwicklung dieses Bauvorhabens zu dokumentieren, jeweils mit einem Foto von jedem Ende des Bauabschnitts. Wenn möglich gibt es noch das eine oder andere Detailfoto. Am Monatsende stelle ich die Bilder vor. Ich bin selbst gespannt auf die Entwicklung. Baustellen finde ich faszinierend!

Informationen zum Ausbau der Schönbuchbahn gibt es hier.

Die ersten Fotos entstanden als der Verkehr noch fließen konnte, am 30. Juli 2017. Noch musste ich Zeiten mit wenig Verkehrsaufkommen abwarten um Fotografieren zu können. Keine Chance mich mitten auf die Fahrbahn zu stellen gab es am Ortsausgang.

Die Lärmbelästigung unter der Woche ist momentan enorm. Für den Tunnel werden Stahlträger in den Boden getrieben. Ende der 3. Woche sah ich, die Träger sind ordentlich durchnummeriert!

Ende der 4. Woche ist auf der Hälfte der Strecke der alte Straßenbelag entfernt, weitere Pfeiler sind gesetzt worden. Bei Pfeiler 93 kam das Wochenende dazwischen. Das „Mäntele‘ hängt noch! 😉

 

Bis die Tage,

Karin

 

12++ Fakten über mich und die Musik

oder …

Gemischtwarenprogramm der Töne

Einmal im Monat lädt Astrid zu einer Linkparty mit ganz unterschiedlichen Themen ein. Meinen Beitrag zu den Haustieren bekam ich leider nicht im gesetzten Zeitraum fertig, doch kurz vor knapp erst kürzlich den über die Sommerferien. Das klappte nur durch Mut zur Lücke, denn ich bin eigentlich nicht damit fertig geworden. Es fehlt der Bezug zum Untertitel, weil Texte fehlen. Nun gibt es jedoch schon forderte mich die nächste Aufgabe zur Sammlung von Fakten mehr als erwartet und die Uhr tickt.

die kümmerliche Plattensammlung

Die Zutaten bröseln mir immer wieder weg. Es passt nichts so richtig zusammen und manches stößt sich einfach, wie elektrostatisch aufgeladen, ab.

Wenig hilfreich war die Idee einfach einmal aufzuschreiben, was, wen und überhaupt ich gerne höre, gehört habe und hatte. Das Blatt ist voll und bleibt ein unvollständiges Werk, wie ich beim Schreiben bemerken musste.

Vielleicht ist die übliche Schülerfrage von neuen Klassen an mich zu Beginn des Schuljahres ein Einstieg:

  • „Frau Be, welche Musik hören Sie denn gerne?“
  • „Ich mache morgens das Radio an und drehe manches auf laut!“

Momentan mache ich das gerade für „Thunder“ von den Imagine Dragons und „Wannsee“ von den Toten Hosen.

Ganz ehrlich, ich habe mir die Videos gerade eben erst für diesen Blogpost angeschaut und bei den Toten Hosen schon wieder überlegt, mein Geschreibsel zum millionsten Mal umzuschmeißen. Nee, aber auch.

Also fange ich jetzt endlich wirklich an. Punkt. Und zwar ganz von vorne.

 

1 Die ersten 10 Jahre

Ein gutes Radio war meinem Vater wichtig und direkt daneben stand dann sein Tonbandgerät. Er hat in seiner wenigen Freizeit Stunden vor dem Gerät gesessen und auf seine Lieblingstitel gewartet, den Finger auf der Aufnahmetaste. Später saßen dann mein Bruder und ich in fast ähnlicher, gespannter Jagdhaltung davor. Doch davon an anderer Stelle mehr.
Papa liebte Freddy Quinn und Horst Wendtland, Opa bevorzugte Vornamensvetter Hans Albers und Caterina Valente. Oma drehte das Radio auf wenn Fred Bertelmann den „Lachenden Vagabund“ von sich gab. Opa schaltete aus bei Rita Pavones „Arrivederci Hans“ und Oma steckte morgens eine Stecknadel an die Position des Zeigers vom Senders am Radio, damit sie diese abends zum Zurückstellen wieder fand! 😀 Sendersuchlauf per Hand!!

Aber alle mochten Rocco Granata mit „Marina“! Gut so, denn dieses Stück spielte Jahre später, in Bluegrass-Version auch die Band, in der mein Bruder und der spätere Papa meiner Kinder spielten, Freight Train.

Es mag der Anschein entstehen, ich bin im Schlagerambiente groß geworden, doch da liegt ihr falsch. Meine Mutter hatte ein riesiges Repertoire an Volksliedern und als meine Tante aus dem Ruhrpott in unsere Nähe zog erlebte ich beide als virtuose, vierhändig spielende, Pianistinnen. Tante war eine studierte Kirchenmusikerin und meine Mutter hatte ihren Traum, Konzertpianistin zu werden, aufgeben müssen – eine Nachkriegsgeschichte – um die Kunstglaserei des Vaters zu erhalten.

Ach, und wie gerne erinnere ich mich, wie meine Freundin und ich unsere Eltern beobachteten, als sie mithilfe einer Schallplatte und einer Bildanleitung einen Tanz einübten, Letkiss – was für ein Übermut! 😀

Etwas lauter dröhnte es aus dem Fahrradkeller, wo ein Nachbarskind mit anderen Musikerfreunden probte, nicht zu aller Freude, aber erfolgreich später in Bands wie Message und Birth Control. Horst Stachelhaus war mein Kinderheld und dass er nicht mehr lebte erfuhr ich von seinem jüngeren Bruder Willi, der, auch Musiker, einer der ersten Väter hier im Raum war, der mit einer unvergleichlichen Selbstverständlichkeit die typische Rollenverteilung umgedreht lebte. Wir sind uns, als unsere Kinder noch klein waren, häufig begegnet, später weniger, aber regelmäßig. Jetzt erfuhr ich, durch die Recherche für diesen Blogpost, dass mir nun auch dieser Freund aus der Kindheit nicht mehr begegnen wird.

 

2 Klavierstunden und Flötentöne

Wenn meine Mutter am Klavier meiner Tante saß konnte ich ihr ewig zuhören. Unterricht bekam ich dann von Tante. Ohne zuhause ein Klavier für tägliche Übungen zu haben waren die Klavierstunden zwei Mal die Woche eigentlich für die Katz’. Trotzdem blieb ich eine ganze Weile bei der Stange, weil Tante mit Blues, Boogies, Ragtime und Scott Joplin lockte. Den „Entertainer“ lernte ich noch halbwegs.

Offene Rebellion war mir fremd, wusste ich doch wie wichtig meiner Mutter die musikalische Entwicklung von mir und meinem Bruder war. Heimlich kaufte ich mir eine Blockflöte und brachte mir selbst das Spielen in Feld, Wald, Wiese bei. Irgendwann outete ich mich, Tante fragte: Flöte oder Klavier, ich entschied mich für Flöte. Nur wollte mich die Flötengruppe in der Schule nicht. Kurzzeitig wollte ich allen Instrumenten abschwören, außer meiner eigenen Singstimme. Der Stadtchor hätte mich sogar aufgenommen, nur gehörte zur Choruniform eine weiße Hemdbluse! So etwas zog und ziehe ich bis heute nicht an!! Nichts mit Chor. Ich heulte ohne Ende, übte eine Weile weiter Klavier um dann meine zweite Flöte, eine Altflöte zu kaufen und die Klavierstunden hinzuschmeißen.
Es war eine Trotzreaktion, denn eigentlich und viel lieber wollte ich eine Gitarre. Irgendwann hatte ich die dann auch, übte fleißig spielen, bloß lernte ich sie nie zu stimmen. Mit einem halb-/dreiviertel tauben Ohr, hatte ich mir bei einem Schlittenunfall eingehandelt, ist das nicht möglich und Stimmgeräte waren in dieser Zeit, mit einem 10,-DM Taschengeld im Monat, nicht erschwinglich.

 

3 Deep Purple und das verpatzte Sonntagsfrühstück

Ich besitze weder eine Schallplatte noch eine CD oder eine Musik-Datei von Deep Purple, obwohl ich diese Gruppe immer noch gerne höre. Das hat seine Hintergründe und ich hole mal ganz lang aus. Muss sein.

Musik für junge Leute gab es in den 1970ern nur zu bestimmten Zeiten im Radio. In Ba-Wü hörte man entweder morgens Pop am Morgen vom SDR3 aus Stuttgart,  nachmittags Pop Shop vom SWF3 aus Baden-Baden und nachts, wieder heimlich, mit dem Kofferradio, AFN und Wolfman Jack ab 23:00 Uhr.

Schallplatten waren teuer, gute Abspielgeräte erst recht, weshalb mein Bruder und ich sehr an Vaters Tonbandgerät interessiert waren. Papa nutzte seine wenigen Abendstunden um am Radio sitzend seine Lieblingsmusik aufzunehmen, was wir zwei Geschwister natürlich auch ganz gerne am Nachmittag wollten.

  • Problem 1, die Oma war oft in dieser Zeit im Haus und hielt im Wohnzimmer ihren Mittagsschlaf.
  • Problem 2, das Gerät war mehr oder minder Vaters Heiligtum. Eigentlich war es eher das Band, aber dazu komme ich noch.

Irgendwann hatten wir es erreicht, dank Omas Unterstützung, „Nun lass’ doch die Kinder!“, und wir durften nachmittags unsere Musik aufnehmen, wenn wir die Hausaufgaben nicht vernachlässigen. Bloß wie sollte das gehen? Hausaufgaben machen UND in Habachtstellung mit Finger am Aufnahmeknopf zu sitzen lief nicht. Den meisten Aufnahmen fehlten die ersten Töne. Doch einmal gelang uns der Treffer! Auf den Punkt schafften wir es und Deep Purple war im Kasten! Mann, waren wir glücklich!

Sonntagmorgen. Frühstück. Vater, Mutter, zwei pubertierende Kinder – auch in den 1970ern nicht immer einfach. Vater richtet sein Tonbandgerät, Musik erklingt, irgendein Interpret schluchzt seinen Herzschmerz durch die Lautsprecher, wir schmieren unsere aufgebackenen Brötchen und plötzlich …

diese Töne!

Ich kann bis heute nicht „Smoke on the Water“ hören ohne vor Lachen unter dem Tisch zu liegen, obwohl wir damals wie die Salzsäulen erstarrt waren.

Wir hatten vergessen, zur Aufnahme, Vaters Band mit unserem zu wechseln! Passierte uns nie wieder! Ehrlich!

 

 

Ich kneife mal die Augen zusammen und versuche aus der Megaflut an Eindrücken, die in dieser Zeit über mich gerauscht sind ein paar aufzuhalten und vielleicht anzupflocken.

 

 

4 Teenager in Zeiten vor iPod, iTunes und Youtube

Wir trafen uns in Kinderzimmern, hörten uns unsere Mitschnitte auf den Tonbandgeräten an, tauschten und überspielten Stücke, stritten uns wer besser ist, die Rolling Stones oder die Beatles. Ich stand auf die Stones und wenn es die Beatles sein mussten, dann war John Lennon mein Favorit.
Wer Schallplatten hatte brachte diese Heiligtümer mit zu den Treffen, argwöhnisch darauf achtend, dass ja kein Kratzer auf ihnen entstand, den Lautstärkeregler auf Schmerzgrenze der Eltern und Nachbarn gedreht. Nachbarssohn Bernd erfreute alle im Haus, wochenlang, mit „Cecilia“ von Simon & Garfunkel. Ich kann den Liedtext immer noch auswendig 😀 Von mir gab es im Gegenzug Creedence Clearwater auf’s Ohr oder T.Rex!
Supertoll fanden mein Bruder und ich das Fernsehprogramm am Samstagnachmittag, wenn Beatclub und später Disco liefen. Schwierige Sache, denn letztere Sendung lief parallel zur Sportschau.
Schon in dieser Zeit hörte ich ansonsten das was das Radio so brachte, vorzugsweise mitten in der Nacht, mit dem Kofferradio, American Forces Network, AFN Frankfurt (später Europe) wenn Wolfman Jack seine Sendung moderierte. Legendär sein Wolfsgeheul.

 

5 Hausmusik oder so und abhängen in Proberäumen

Die Gitarre kam nach meiner Mittleren Reife ins Haus. Meine Gitarre! Der Freund meiner Freundin gab mir Unterricht. Mein Bruder saß daneben und irgendwann ich, denn er war einfach besser. Ziemlich fix war er auch besser als unser Gitarrenlehrer. Unser Zuhause entwickelte sich zum Übungsraum, Gruppenraum, Treffpunkt und Café. Mein Wecker war mein früh aufstehender Bruder, dessen erster Griff zur Gitarre ging. Er legte das Instrument auch erst zum Schlafengehen ab. Wenn nicht zuhause geübt und gespielt wurde traf man sich in Garagen, Kellerräumen, Baracken, alten Gemäuern, ausrangierten Bauwagen, eben in Räumen, wo laute Musik erlaubt war und niemand nebenan gestört werde konnte. Hier lernte ich meine ersten festen Freunde kennen und später auch den Vater meiner Kinder. Er und mein Bruder spielten, so fand ich damals wie heute, „Dueling Banjos“ besser, als es im Original, im Film „Deliverance“, zu hören ist.

Über manche der Freunde hatte ich Gelegenheit ab und an etwas früher in die Sporthalle unseres Orts, Böblingen, zu kommen. Sie gehörten zu den örtlichen Helfern, die zum Aufbau von Bühnen und Anlagen gebraucht wurden. Tolle Sache, dafür schleppte ich doch gerne Kabeltrommeln und holte Kaffee oder Cola. Wenn ich mir überlege was für tolle Konzerte ich hier erlebt habe überkommt mich wieder ein wenig Traurigkeit, dass die Halle vor ein paar Jahren abgerissen wurde. Es bleiben die Erinnerungen an The Police, Jethro Tull, Frank Zappa, Queen, UB40, Udo Lindenberg, … und auch Deep Purple. 😀

 

6 Das erste Openair-Konzert

Super-Sommer 1976 (mit dem Anschein von „It will never rain in Southern Germany), Stuttgart, Neckarstadion und dort die Rolling Stones, am 19. Juni, das Ticket für satte 20,- DM für den Innenraumbereich. Egal. Super. Ich wollte hin, doch niemand mit mir. Irgendwie organisierte ich einen Freund, vom Freund einer Freundin, der meinen Eltern vertrauenswürdig genug erschien um mit mir dorthin zu gehen.

Absprachen in Vorhandyzeiten benötigten eine genaue Planung und mein Konzertbegleiter und ich hatten uns für alle Eventualitäten abgesprochen, Treffpunkte bzw. Wartestellen waren abgemacht, alles unter Berücksichtigung meiner Art an Pünktlichkeit. Am Ende kam alles anders.

Bis zu meiner Bushaltestelle schaffte ich es überpünktlich. Zeit genug um die Tasche mit ihrem Inhalt zu kontrollieren – alles drin, bis auf die … arrgh … Eintrittskarte! Ich also nichts wie ab nachhause, Clogs aus und barfuß gerannt was das Zeug hält. Ich erinnere, Supersommer 1976! Heißer Asphalt! Mit Brandblasen an den Füßen und dem Stones-Ticket in der Hand hatte ich es in Rekordzeit noch zum Bus geschafft. Am vereinbarten Treffpunkt in Stuttgart fehlte jedoch mein Begleiter, auch am Alternativtreffpunkt, wir trafen uns erst Wochen später. Ähnlich unstrukturiert lief auch das Konzert ab bis die Stones auftraten. Aber ich war dabei!! Ein Mega-Erlebnis!

Der Heimweg war noch abenteuerlicher, denn als der Pulk an Konzertteilnehmern den Busbahnhof in Stuttgart erreichte standen dort nur die üblichen letzten Busse für die Nachteulen, die „Lumpensammler“, mehr nicht. Der Busfahrer Richtung Böblingen und Herrenberg flüchtete regelrecht vor dem Ansturm an Mitfahrwilligen. Bis zusätzliche Busse bereit gestellt waren dauerte es ewig. Irgendwann in der Nacht war ich zuhause, total k.o. und sah im Lampenlicht meine verdreckten Füße und Beine. Zu müde zum Waschen oder Duschen zog ich mir, statt zu duschen, in der Hitze der Nacht lieber eine Strumpfhose an um ins Bett gehen zu können. Schlafen funktionierte nach all den Eindrücken jedoch nicht und ich malte den Rest der Nacht. Das Bild muss noch irgendwo sein, doch ich finde es nicht. Aber die bestickte Jeans , die ich diesen Abend angezogen hatte, die habe ich noch!

 

7 Hausmusik #2

Meine zweite Gitarre, eine 12-saitige, hatte ich wie die erste nur kurz im Besitz. Auch diese wurde ruckzuck von Bruderherz vereinnahmt. Hatte er anfangs etliche Rock-, Pop- und Bluesinterpreten nachgespielt, wie seine Favoriten der Band Heart (hier „Dog and Butterfly„), lief irgendwann als Inspiration eher Leo Kottke („Last Steam Engine Train„, „The Fisherman“ und ich habe Pipi in den Augen, dabei gab es da noch „June Bug“ „Pamela Brown“, … und schließlich eigene Stücke von Bruderherz. Es dudelte zunehmend auch Folk-, Bluegrass-, Country-Musik und da musste ich gegenhalten.

altes Konzertplakat meines Bruders, in Ehren gehalten von unseren Eltern

Das tat ich indem ich mein Flötenarsenal ausbaute und wieder zu üben begann. Vorzugsweise spielte ich Stücke von Bach und Michael Prätorius.

Inzwischen in der Ausbildung versuchte ich mich zudem etwas an Instrumentenbau. Angefangen von der Pan-Flöte entstanden richtige Bambusflöten und Mengen an Krachmachern, bzw. Geräuschinstrumenten. Mich faszinierte einfach herauszufinden, mit welchen Möglichkeiten Geräusche und Töne erzeugt werden können. Dieser Sache bin ich bis heute treu geblieben, auch wenn ich bis jetzt immer noch keine zufriedenstellende Dulcimer hinbekommen habe.

selbstgemachte Rasseln aus Kokosnüssen

Über die Jahre bin ich so zu interessanten Musikinterpreten und Gruppen gekommen, wie die schwedische Band Filarfolket. Das Lied „Hönsafötter & Gülerötter“ war lange das Lieblingslied meiner Kinder. Im Urlaub in Schweden angekommen musste die Filarfolket-Kassette eingeschoben werden!

Auch in Schweden vor Jahrzehnten aufgeschnappt,  die Band Radio Balkan. Die Kassette lief sich in meinem Auto dünn und wund, angefangen von „Ramo Ramo„.

Oni Wytars mit „Mevlana“ und „1600, Musik am Hof von Neapel„, war eine Perle auf meiner Suche nach Flötentönen.

Zap Mama, Trostmusik in meinen Scheidungs- und Trennungsjahren.

Laurie Anderson, „Let X=X“ ist eigentlich mein Lieblingsstück, doch am Ende sitzen Sätze wie aus „Sharkey’s night“ – I can see two tiny pictures of myself and there is one in each of your eyes, besser. Ein anderer Satz – What is behind that curtain? führt, gegoogelt bei Recherchen direkt zu dieser außergewöhnlichen Musikerin wie Künstlerin. Ich biete hier allerdings „Language is a virus“.

 

8 Liedermacher und Neue Deutsche Welle

Folkmusik und Liedermacher, politische Troubadoure und alte Lieder neu interpretiert. Man Ich hörte Zupfgeigenhansel, Hannes Wader und Konstantin Wecker. In der Schule wurde ich mit Franz-Josef Degenhardts „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“, Bettina Wegners „Sind so kleine Hände“ und Wolf Biermann gefüttert, zuhause liefen auch die österreichischen Liedermacher Ludwig Hirsch, Wolfgang Ambros und Kollegen und es wurde dazu Charles Bukowski gelesen.

In der Schule meines Bruders traten, aus der Schweiz kommend, Toni Vescoli, Töbi Tobler (immer noch gut am Hackbrett) und Bruno Brandenberger auf. Nach dem Konzert holte ich meine Zither aus der tiefsten Versenkung im Keller (die habe ich ja bisher überhaupt noch nicht erwähnt! So was aber auch!), nutzte sie als Hackbrett, fand das ganz nett, aber wurde es nicht mein Ding.

Überhaupt lag mir die anrollende Neue Deutsche Welle viel mehr! Die Kassette voll mit Trio, Extrabreit, Spliff & Co. reiste mit  in den Urlaub nach Schweden und so bekam der Freundeskreis in Stockholm auch noch was davon ab. Hach, ich liebte Trio!

Seite aus dem Fotoalbum von 1982 – unser Auto, Gastgebers Katze 😉

 

 

 

Meine Schüler gröhlten dagegen auf der ganzen Busfahrt ins Schullandheim „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang oder „Ba-Ba-Banküberfall“ von EAV.

EAV gibt es auch, nach wie vor, wenn Familie Be nach Österreich fährt, alleine, in Kleingruppe oder gemeinsam, Hauptsache EAV und bevorzugt „Einmal möchte ich ein Böser sein“ . Ich zieh mir das Stück auch mal gerne zwischendurch rein, zum Dampf ablassen, ohne selbst den Weihnachtsmann oder das Osterhasi zu vergiften, LAUT, mitgesungen im Auto und gut ist’s wieder für eine Weile.

 

 

9 MTV sei Dank

Mitte bis Ende der 1980er wurde ich zwei Mal Mutter, mit viel Liegezeiten. Irgendwann war genug mit Lesen, vor allem in dieser ungesunden Rückenlage. Der Bauch war immer im Weg, weshalb das Buch entweder zu nah an den Augen war oder, mit ausgestreckten Armen, zu weit! Was war ich glücklich über die ersten Ausstrahlungen von MTV Europe, vor allem über die Sendungen mit Ray Cokes. Meine Große liebt noch heute die Musik der 80er Jahre.

 

 

10 Mit den Kindern unterwegs ging nur mit Musik

Schlafen im Auto war für meine Kinder keine gute Idee. In schlechter Haltung nach diesen Autonickerchen war vor allem mein Jüngster nicht mehr zu genießen. Deshalb wurde beschäftigt und gesungen. Laut! Fredrik Vahle und Gerhard Schöne gab es zuhause und unterwegs.

Für das Krankenhaus hatte ich Fingerpuppen und zusammen mit der Großen veranstalteten wir ganze Mini-Singspiele mit ihnen: „Der Cowboy Jim aus Texas“, das „Katzentatzentanz“-Lied“, das „Trampeltier“. Ich liebte vor allem die „Kinderlieder aus aller Welt“ von Gerhard Schöne und ganz besonders „Meeresbezwinger Thomas“, denn so spielten meine Kinder. „Die Jule wäscht sich nie“ oder „Der Popel“ rutschen mir heute noch in der Schule ab und an heraus, wenn wieder mal ein Kind allzu sehr in der Nase bohrt. Ich mache das jedoch ohne Mobbing oder die Kinder bloß zu stellen. Es geht auch anders, mit Lachern und viel Spaß. Hinterher heißt es dann immer kichernd: „Ach die Frau Be mit ihren Geschichten!“. Hauptsache das Popeln hört auf und das Meucheln pubertierender Youngster.

Irgendwann wechselte die Art der Musik und wir hörten Die Prinzen und sangen dazu. Wir hatten auf einer Autofahrt nach London zwei ‚Prinsens’-CDs dabei und in einem Tagebuch steht noch die Zahl wie oft wir die Dinger abgespielt hatten! Mann, Mann, Mann. Auch von diesen Texten kann ich noch etliche auswendig. Nur im Tunnel am Kanal bestand ich auf das Radio! Auf der Rückfahrt handelte ich aus nach fünf Mal Hören beider CDs einmal eine von mir anzuhören zu dürfen: „Naja, wenn’s denn muss“-Gemaule, aber sie haben es überlebt.

Zu späteren Fahrten, als sie aus Kinderliedern herausgewachsen waren, durfte jeder der beiden eine CD mit eigenen Wünschen mit ins Auto nehmen. Ich auch! 😀 Das war manchmal richtig spannend, was dann so aus den Lautsprechern kam. Ich konnte mit The Offspring, der Bloodhouse Gang, von Sohnemann gestiftet, sehr gut leben, mag ich ab und an ja Blur oder Beasty Boys. Auch eine CD mit Dark Metal kann ich aushalten, aber mit seinen japanischen Mädelsgruppen wurde ich nie richtig warm. Die Große ließ, wie erwartet, 80er-Jahre-Musik dudeln und ich stand lange voll auf Ska, Reggae, Metal, Punk und Hauptsache schräg und laut!

Das Stück „Our House“ von Madness hat es sogar in ein Englischbuch der Werkrealschule in Ba-Wü geschafft! Finde ich cool!

 

11 Musik in der Schule

Durch den Bildungsplan in Ba-Wü leben wir seit Jahren mit einem der Fächerverbünde, die ich bis heute nicht verstanden habe: MSG = Musik – Sport – Gestalten. Also, ich unterrichte beinahe alles, aber Sport muss nicht mehr sein! Wirklich nicht! Vor vielen Jahren hatte ich einmal eine 1. Klasse in Sport. Seitdem bin ich in dieser Richtung, wenn mich die Schulleitung anspricht, taub, blind und weg! Gestalten und Musik wird meist, oft, da Musiklehrer in der Werkrealschule Mangelware sind in eine Hand gelegt. Zum Glück haben wir an der Schule wieder eine Musiklehrerin und auch wenn sie meint, ich hätte meine Sache in Musik ganz gut gemacht, bin ich froh wenn sie diesen Teil übernehmen kann. Trotzdem setze ich ganz allgemein gerne Musik in den anderen Fächern ein, manchmal aus der Not heraus.

Ich erinnere mich an eine 9. Klasse, die ich in Englisch hatte. Die kids ignorierten mich dermaßen, dass ich mich hätte nackig ausziehen können und sie hätten mich immer noch nicht wahrgenommen. Gespräche mit dem Klassenlehrer, zusammen mit ihm in der Klasse, mit Eltern halfen nicht. Einen Vormittag bin ich mit meinem CD-Radio-Rekorder in die Klasse, ohne „Good morning“, ohne jemanden zu beachten. Rekorder auf den Tisch. Stecker rein. Schalter gedrückt. Und es erklang eine Runde Rammstein mit „Ich will“ auf höchster Lautstärke. Rammstein war fertig. Ich zog den Stecker, schnappte mein Gerät und verließ das Klassenzimmer. Zehn Minuten später erschien eine Schülerdelegation im Lehrerzimmer und bat mich doch bitte wieder in die Klasse zu kommen. Sie hätten jetzt Lust auf Englisch-Unterricht. Ich habe mit einigen der SchülerInnen heute noch Kontakt.

Überhaupt setzte und setze ich gerne Filme mit Musik und Inhalt in der Schule ein! (Betonung liegt auf Inhalt! Einfach-Zeit-totschlagen-Kino gibt es bei mir nicht.) Zu allen folgenden Beispielen gibt es inzwischen Begleitmaterial für den Unterricht.

  • T.Rex in „Billy Elliot“
  • Beatles-Töne in „Ich bin Sam“. Der Soundtrack ist für sich alleine ist schon so toll, dazu noch die herzerwärmende (Film-)Geschichte, macht in der Summe ein hörens- und sehenswertes Ergebnis. Auch nach Jahren.
  • Eminem in „8 mile“, kann man kontrovers sehen. Ich schicke vor einer gewissen Filmsequenz die Kinder auf die Toilette, aber ansonsten kann ich ihn auch für 13-/14-jährige empfehlen.

 

12 The missing list!

Überhaupt keinen Platz in die anderen Fakten fanden meine Liebe zu Ballett, Gershwin, Musicals, Tanz und der Tatsache, dass ich vor gaaaanz vielen Jahren mal für einen Schulbuchverlag Zeichnungen für ein Begleitheft zu einer Kassette machen durfte. Inzwischen nicht mehr auf Musik-Kassette gibt es eine CD mit Anleitungsheft. Im Heft steht als Copyright-Datum 2005, wohl auf die Überarbeitung bezogen. Tatsächlich ist das Original in den 1980ern entstanden, als ich noch unverheiratet war (mein Mädchenname steht nämlich noch unter ‚Illustrationen’). Einerseits freue ich mich darüber diese Anleitung zu Squaredance-Tänzen noch im Angebot von Schulbüchern zu finden. Meinen Zeichnungen, der Musik vom Bruder, dem Vater meiner Kinder und deren Band zusammen mit den Texten der „Erfinder“ hatte man keine Zukunft gegeben. Wir wurden damals mit einem Appel und einem Ei abgefunden. Geschichte. Abgehakt.

 

Den Sack an anderen Geschichten mache ich jetzt zu, obwohl noch ein paar nette dabei wären.

 

Aber eins noch 😉 :

Ich hätte gerne Step-Tanzen gelernt, bloß inzwischen machen da meine Füße nicht mehr mit. Deshalb gefielen mir auf Anhieb Gruppen wie Stomp, die Tap Dogs und die Gumboot Dancers. Alle habe ich schon mit eigenen Augen und Ohren erleben dürfen. Es lohnt sich wirklich. Es ist und bleibt ein Erlebnis, wie Musik/Rhythmus mit ganz unerwarteten Mitteln entstehen kann:

 

Konzerte sind und bleiben mir wichtig. Es muss immer ein Ticket an der Pinwand auf mich warten. Bei der Auswahl gehe ich immer nach dem Bauchgefühl. So wechseln sich Oldies mit Neulingen ab. Im September werde ich wohl die Älteste auf einem Konzert sein. Egal. Ich möchte Kaleo, eine junge isländische Band, live sehen!

 

Ich könnte noch ewig erzählen, aber einmal muss Schluss sein.

Dadurch fallen nun viele meiner viel geliebten und viel gehörten Interpreten durch das Raster. Bitte verzeiht mir Peter (ob Fox oder Gabriel), Prince, David Bowie, Björk, Seeed, Fantas, … und die vielen anderen. You were always on my mind!

 

Zum Abschluss gibt es aber noch meinen aktuellen Ohrwurm:

 

Geschafft!

Fast wie eine Geburt, das so zusammenzufassen.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

 

Und dann gibt es doch noch einen Nachtrag! Für Christine und Uschi, in Erinnerung.

 

Woche 34/2017

und …

Ferienwoche vier

Keines der geplanten Vorhaben erledigt zerrinnen die Ferientage langsam dahin. Geduldig ziehe ich das postoperative Programm, Nase spülen, tropfen, cremen, weiterhin durch und verliere langsam, seit Mitte der Woche, das Gefühl einen Schlag ins Gesicht bekommen zu haben. Tatsächlich bekomme ich endlich besser Luft durch die Nase, doch bitte nicht bücken oder in der Sommersonne aufhalten. Das kann noch dauern sagte mir der Vertreter des Vertretungsarztes. Ich habe ja noch zwei Wochen Ferien. Super.

Positiv denken hilft enorm, wenn …

  • das älteste Bruder-Kind auf seinem Festlandsbesuch bei Tante (mir!) und Großeltern vorbei kommt
  • ein Gewinnerpäckchen bei der Post liegt 😀 😀
  • frau sich in Kreativitäten ohne Sinn und Verstand verlieren kann
  • ein einfaches Blumenfeld glücklicher macht als ein Einkauf beim Künstlerbedarf
  • das Ferien-Trost-Ersatz-Geschenk, das ich mir selbst gönnte, mir wirklich Spaß macht
  • der Documenta-Besuch in Kassel endgültig gecancelt ist und ich mich dafür im September für ein kurzes Wochenende woanders einmiete
  • noch Ferien sind und eine ganze, echte Ferienwoche noch zu erwarten ist.

Nicht positives gab es zwar auch, aber inzwischen habe ich wieder genug Kraft mistige Erfahrungen in die Tonne zu drücken, bevor sie sich in der Seele festsetzen.

Da erinnere ich mich doch lieber ganz kurz an die letzten drei Documenta-Besuche, Seelen-Manna, von 2002, 2007 und 2012.

2002 war ein Versuch, ob ich es schaffe ganz alleine unterwegs sein zu können. Ich konnte! Das war der Beginn meiner Allein-Reisen und gerne hätte ich dieses Jahr ein Gläschen darauf getrunken, mit Blick auf die Rahmenkonstruktion, die Bestandteil meiner allerersten Documenta 1977 war. Trinke ich halt ein Schlückchen mit Blick auf alte Fotos.

2007 bloggte ich noch nicht, aber ich fotografierte wieder. Unvergessen die roten Bänke am Fridericianum und die Bilder der parallel laufenden Caricatura V. . Seitdem möchte ich auf dem Schulgelände rote Bänke haben. Für den Schulgarten wartet die rote Farbe im Werkraum um auf die, frisch vor den Ferien geschliffenen, Bänke zu kommen. Ich kann auch geduldig sein! 😉

 

2012 begleitete mich eine Freundin und ich bloggte inzwischen schon, auch von dieser Reise, von der Unterkunft im Knast-Hotel und meinem Resümee zur dOCUMENTA 13.

 

Zurück zu dieser Woche, der vierunddreißigsten

Eigentlich begann die Woche so wie die letzte, mit einem Ausflug nach Filderstadt-Stetten. Nur bog ich statt zum Künstlerbedarf in die andere Richtung ab, zur Freude meines Auges und Geldbeutels. Auf ein Blumenfeld zum Selberschneiden schienen gerade in diesem Moment ein paar Sonnenstrahlen, die es herrlich beleuchtend ins Szene setzte.

Über mir startete ein Ferienflieger nach dem anderen (großer Seufzer), vor mir tummelten sich die kleinen Flieger beim Anflug und Abflug. Und ich war ohne Konstanze unterwegs, da beide Akkus leer waren. 🙁 So musste das Mobiltelefon herhalten.

 

 

Das Gewinnerpäckchen

Auch mal was zu gewinnen, ist eine feine Sache! Ich gewinne so selten etwas, dass ich alle Gewinne noch an einer Hand abzählen kann. Also bitte jetzt nicht den Spruch: Glück im Spiel, Pech in der Liebe!, ich bin der Gegenbeweis. Lieber zähle ich meine Gewinne auf, die taugen Welten mehr:

  • eine Reliefkarte von Baden-Württemberg – die bekam ich in der 3. Klasse 1967 und war damit der King die Queen in der Klasse!
  • einen Star Trek-Wecker, der mit „Beam me up, Scotty“ weckt  in den 1990er Jahren – wenn ich nur wüsste, wo ich das Teil hingepackt habe
  • eine Nadel zum Nadelbinden, bei Anne spinnt oder war es Nadelbinden? Egal beide Blogs sind von Anne und bei ihr gewann ich die Nadel, die ich in Ehren halte. Irgendwann blicke ich auch diese Technik.
  • und nun dieses Päckchen von Merle alias fraumasulzke – hach, was habe ich mich gefreut!! Katerchen auch. Ihm gefällt vor allem die kleine Beilage mit der Feder, die mir aber auch gefällt und meine ist! Ist dem Burschen wurscht. Er findet jedes Versteck, bis jetzt. Vielleicht sollte ich den Fadentrenner, das bisherige Dauer-Versteckspiel-Utensil wieder etwas sichtbar machen, damit er mir die Feder wieder überlässt?

Leider bin ich, trotz beigelegtem Sofort-Losleg-Material, noch nicht zum Ausprobieren einer der Anleitungen dieses sehr schön gestalteten Buchs gekommen. Zuerst wollte ich die Quatsch-Punk-Werkelei aus unmöglich zusammengewürfelten Bestandteilen, auch aus dem Haus Masulzke, vom Tisch bringen. Ist sie auch, beinahe, leider zuerst durch Katerchen (die mitverwendeten Federn waren schuld!), so dass ich jetzt wieder reparieren muss. Hier erst einmal die verwendeten Zutaten:

 

Das Geschenk für mich

Lange hin und her überlegt und gerechnet gab es nun, endlich, ein neues Objektiv für Konstanze (meine Kamera – BegleiterInnen müssen einen Namen haben). Für meine alte Spiegelreflexkamera habe ich zwar schon eine Makrolinse, die auch auf den neueren Modellen verwendet werden kann, allerdings ohne elektronischer Unterstützung. Die ersten Testbilder natürlich wieder in katerlicher Begleitung, dieses Mal jedoch von Chewie.

 

Blümchen vom Schwiegersohn gab es beim kleinen Familien-Lunch am Wochenende.

 

Zum Wochenabschluss, noch mit Tränen im Auge, dass der Besuch unseres ältesten Engländers schon wieder vorbei war, entfaltete sich wieder eine neue Blüte an meiner Passionsblume. Es ist die siebte in diesem Sommer!

 

Ganz zum Schluss, beinahe schon vergessen, doch noch ein Zitat eines Politikers, das ich die Woche in der taz zu Lesen bekam, in einem Interview mit Joschka Fischer:

„Man kann in Deutschland nicht einfach sagen: »Make Germany great again.« Großdeutschland hatten wir, war keine gute Idee. Man kann auch nicht sagen: »Let’s build a wall.« Hatten wir auch, war auch keine gute Idee. Ein paar Dinge sind hier in diesem Land halt anders und sich dessen bewusst zu sein, finde ich für die Gestaltung der Zukunft sehr gut.“

 

 

Allen LeserInnen wünsche ich einen schönen Sonntag und eine gute Woche.

Bis die Tage,

Karin

 

 

Wer jetzt noch ein wenig von mir weiter lesen möchte, auf meinem Reise-/Fotoblog gibt es einen neuen Blogpost:

Ost-Island #1