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Woche 46/2017

oder …

Routinen der Woche und Abwechslungen vom Alltag

 

Montag ist Tag der Hyposensibilisierung, die ich Anfang November begonnen habe. Auf dem Weg zum Doktor konnte ich beobachten wie der städtische Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. „So früh?“, dachte ich zuerst. „So früh kann ich auch!“, war mein zweiter Gedanke.

Fast das ganze letzte Wochenende hatte ich Ideen hin und hergeschoben wie ich dieses Jahr die Weihnachtsdekoration für die Schule angebracht bekomme. Diese Woche war eine Klassenstufe im Betriebspraktikum, die nächste Woche ist die nächste dran und zwischendrin müssen die Praktika ausgearbeitet und präsentiert werden. Danach geht es auf den Weihnachtsmarkt. Also fange ich dieses Jahr auch früh an, dachte ich, denn jetzt sind zumindest Schülerchen meiner Klasse noch im Haus. Nicht komplett durchgedacht, denn Dienstag fehlte ein Teil der Schüler! Sie nahmen im Rahmen von Jugend trainiert für Olympia an einem Fußballturnier teil. Schön für sie!

 

In dieser Woche holte ich auch meine Schwimmbadausrüstung aus der Versenkung um endlich wieder einmal im hiesigen Mineralbad Bewegung, Erholung und Entspannung zu finden. Viele Jahre ging es jeden Freitag direkt nach der Schule, ohne Umweg über den Schulgarten oder den Werkräumen, in diese Richtung. Morgens lud ich auf meinem Schulweg die Schwimmtasche ins Auto um mir nach der Schule auch den Weg nachhause zu ersparen. Dort könnte ja der Anrufbeantworter blinken, oder ein Kater Unfug angerichtet oder sich übergeben haben. Alles potentielle Ablenker, Verhinderer von entspannungsfördernden Unternehmungen. Beinahe wäre ich wieder lieber zuhause geblieben. Doch nachdem zum Klassenzimmer hoch Baustellenlärm getönt hatte, wie auch zu den Werkräumen, stellten sich bei mir die Nackenhaare hoch, als ich auf meinem Heimweg von Baustellenfahrzeugen begleitet wurde. Nichts wie weg!

Anmerkung: Ich wohne direkt neben meiner Schule an der ich arbeite und gehe deshalb zu Fuß zur Arbeit. Die Garage liegt auf halben Fußweg.

 

Die zwei Sonnenstrahlen des Tages reichten gerade für dieses Foto. Ansonsten zeigte diese Kalenderwoche die Vielfältigkeit einer nebligen, weich gezeichneten monochromen Grauskala. Keine Kontraste wurden von der Natur geboten. Ohne zu zögern nutzte ich einen Lichtblick am Mittwochmorgen, an dem ich ausnahmsweise die zwei frühen Stunden frei hatte. Die Sonne schien, die von Rauhreif bezuckerten Felder glitzerten und die Luft war prickelnd klar. Mich überkam eine unglaubliche Sehnsucht nach Island und wenn ich die Zeit gehabt hätte, wäre der längst überfällige Blogpost zu Ost-Island endlich fertig und online gestellt worden.

 

Abendstimmung auf dem Heimweg von der Schule und ich freute mich die Morgenstunden draußen erlebt zu haben.

 

Abwechslung aus dem Schulalltag bot der Lehrerausflug ins Ammertal, das zwischen Herrenberg (im Kreis Böblingen) und Tübingen liegt. Wie an den anderen Tagen sorgte der Hochnebel für Grauton und Kälte in der Umgebung, als ob einem der Himmel auf den Kopf fällt (wie es die Gallier rund um Asterix und Obelix ausdrücken würden). Zum Glück war ein Besuch in einer Brennerei, mit Trinkproben, mit im Programm. Glücklicherweise hatte ich eine Mitfahrgelegenheit bei einer Kollegin. Doppelt glücklich, denn als auf die Taxi-Kollegin wartete, mich dabei umschaute und das Laub zu meinen Füßen von einer Seite zur anderen schob hatte ich eine Idee für die Gestaltung meiner Weihnachtskarte in diesem Jahr. Der Prototyp der Karte ist fertig. Kommende Woche probiere ich aus, wie es mit der Serienfertigung funktioniert, denn die Schulleitung möchte die Karte auch gerne in zweistelliger Stückzahl.

 

In den Abenden dieser Woche begann ich mit der Suche nach einer Lösung eines Fehlers auf meinem Blog. Seit meinem Blogumzug von Blogspot in eine eigene Domain rund um den Jahreswechsel 2015/16  – ein Kraftakt! – läuft mein Blog zwar, inzwischen auch wieder mit Besucherzahlen wie vor dem Umzug. Wie es eben halt so ist mit mit Umzügen, bleiben manche Dinge, wenn alles andere funktioniert – nach meinem allerersten Umzug blieben etliche Deckenlampen halb montiert – halblebig, wie der Schwabe sagt. Inzwischen bin ich mit dem Entwickler des Blog-Themes im Kontakt und finde mich damit ab, dass der Blog an anderer Stelle halblebig läuft. Die Home-Seite läuft, aber dafür nicht die Blog-Seite wie sie es eigentlich sollte. Sorry.

Ich kümmerte mich dann lieber um Dinge, die ich kann und setzte mich nach Jahren wieder ans Spinnrad. Zuallererst verabschiedete sich der Antreibsriemen mit einem „peng“, und weg war er zur Freude der Kater. Mit einer Notlösung gerichtet lief das Rad dann zwar, aber es quietschte an jeder möglichen Stelle, war insgesamt schwergängig und vor allem fehlte mir nach dem letzten Umräumen der ideale, rutschsichere Arbeitsplatz. Doch alles wird gut mit ein wenig Geduld und die erste halbe Spule mit Wolle eines kürzlich verstorbenen Nachbarkaters ist gesponnen.

 

Endlich Sonntag gruselte mich der morgendliche Blick aus dem Fenster, es schneite. Trotzdem packte ich mich warm ein und machte mich auf zu meinen Sontagspaziergang. Zuerst schaute ich mir die Baustelle ohne Lärm und Arbeiter an. Als danach sogar die Sonne heraus kam ging es ab in Feld und Wald.

Welch ein Farbunterschied zu Mittwochmorgen!

Zu arg viel mehr kam ich diese Woche nicht, denn nebenher laufen die Vorbereitungen zum Weihnachtsmarkt auf Hochtouren. Sonntag in zwei Wochen ist dieser in Böblingen schon vorbei! Deshalb wollte ich heute die Zeit nutzen um die letzten Teemischungen zum Verkauf zu mischen, als es an der Tür klingelte. Überraschungsbesuch! Wenn Sohnemann und seine Freundin auf der Durchfahrt für eine Tasse Tee vorbeikommen ist nichts anderes mehr wichtig. Solche Stunden sind kostbar.

So geht der Wochenrückblick etwas verspätet online, aber noch zeitig genug bevor die neue Woche beginnt.

Lasst es euch gut gehen und bis die Tage,

Karin

 

 

Vielseitige Brombeere

oder …

Lecker zum Essen, gesund zum Trinken, interessant zum Malen und Zeichnen

Zum Essen – sauer oder süß?

Brombeeren als Beerenfrüchte sind lecker, ob frisch oder verkocht oder als Auszüge. Kulinarisch verarbeitete ich im Sommer 2017 Brombeeren in Essig zusammen mit Rosmarin. Ich finde es immer wieder interessant zu beobachten, wie sich von Wenden zu Wenden bzw. Schütteln, Tag für Tag die Farbe der Flüssigkeit verändert. Vom sanften Goldgelb des verwendeten Bio-Apfelessigs ist nach zwei Wochen nicht mehr viel übrig. Das Rot kommt langsam durch. Ende September wurde der Essig-Auszug Ende September abgesiebt und ich liebe das herb-fruchtige Aroma.

 

Die Beeren stammten aus dem Schulgarten und ich sammelte in den Sommerferien fleißig die reifen Beeren. Einige warten im Tiefkühlgerät auf die weitere Verarbeitung in der Schulküche.

 

Zum Trinken – herb oder aromatisch?

Nach der ersten Beerenernte entwickeln sich am Brombeerstrauch die ersten neuen Triebe. Diese jungen Blätter sammle ich, lagere sie im 0°C-Fach meines Kühlschranks, bis ich eine gute Menge zusammen bekommen habe. Eigentlich können diese Blättchen einfach so für Tee getrocknet werden. Allerdings beinhalten Brombeerblätter eine ganze Menge an Gerbstoffen, was aus dem Tee später herb herausschmeckt. Ich fermentiere deshalb meinen Brombeerblätter-Tee. Schwierig ist das nicht, aber etwas aufwendig. Im Internet kursieren etliche Anleitung zum Fermentieren von Brombeerblättern, zum Beispiel von:

Ich persönlich fermentiere seit Jahren Brombeerblätter nach Art der Kräuterfrau aus der Schweiz.

Zarte Brombeerblätter von den Trieben pflücken und erst einmal im Schatten anwelken lassen.

Die Brombeerblätter in feine Streifen schneiden. Ich verwende dazu inzwischen auch die Schere, wie die Schweizer Kräuterfrau.

Die zerschnittenen Brombeerblätter auf einem sauberen Küchentuch aus Baumwollstoff, das ansonsten keine Verwendung mehr hat, ausbreiten.

Alle Brombeerblätter mit Wasser besprühen und mit dem Nudelholz kräftig bearbeiten – rollen, nicht klopfen. Immer wieder auflockern, neu besprühen und bearbeiten. Die Blattstreifen müssen richtig schlapp sein.

Die schlaffen Blattstreifen mit fein abgeschnittener Zitronenschale belegen.

Alles nicht zu fest zusammenrollen (aber auch nicht zu locker), in eine Plastiktüte packen und an einem warmen Ort in die Sonne legen. Am besten klappt das während einer warmen Sommerperiode. Es funktioniert jedoch auch auf einem hellen, warmen Fensterbrett.

Nach ungefähr vier bis sechs Tagen hat es im Bündel kräftig „gearbeitet“. Das Päckchen kann aufgeschnürt und ausgerollt werden. Die Blätter sind deutlich dunkler geworden und ich freue mich jedes Mal über den herrlichen, herb zitronigen Geruch.

Jetzt müssen die fermentierten Blätter noch im Backofen oder im Dörrautomat getrocknet werden, bevor ich mit diesen Blättern meinen Jahrestee zusammenstelle. Dieses Jahr hatte ich die Idee bei der zweiten Ernte, die Zitronenschale nicht mehr in so dicken Streifen beim Fermentieren zu verwenden. Ich schnitt mit einem speziellen Schneider Zesten in die Blätter, die ich nach dem Fermentieren nicht entfernte, sondern mit trocknete und im Tee ließ. Ich finde es lecker.

Eine erste Probe musste jedoch schon einmal sein: fermentierte Brombeerblätter, Sonnenblumenblütenblätter, Brennnessel und etwas getrocknete Zitronenschale.

 

Anmerkung:

Tee kann auf diesem Weg auch mit Himbeerblättern und Erdbeerblättern hergestellt werden. Tee aus fermentierten Brombeerblättern, und Mischungen mit anderen Blattarten, ist eine Alternative zu Schwarztee, wenn man auf Koffein verzichten möchte. Diese Teemischungen sind auch bekannt als „Deutscher Tee“.

 

Zum Malen, als Farbe für Fasern – in Fruchtfarbe oder Gerbstoff-braun?

Wie am Baumwolltuch vom Fermentieren gut zu erkennen ist, Brombeerblätter färben braun, nicht tiefdunkelbraun, eher goldbraun. Mit Blättern und Trieben lässt sich Stoff färben und auch Malfarbe herstellen.

Im Winter geschnittene Triebe eignen sich zusammen mit Schlehen- und Weißdornzweigen zur Herstellung von Dornentinte (Link). Die Schreibtinte aus den im Sommer geschnittenen Triebe blieb sehr hell, leider.

Bleiben die Früchte, die beim Essen nicht nur die Zunge bläulich rot färben und beim Kleckern oft „echte“ Flecken auf der Kleidung hinterlassen. Tatsächlich wurden mit Brombeeren schon im Mittelalter und in grauer Vorzeit Fasern gefärbt. Der Trester nach der Saftherstellung landete früher nicht auf dem Müll. Solange irgendwelche nahrhaften Inhaltsstoffe zu erwarten waren konnte zumindest das Vieh damit glücklich gemacht werden. Beerentrester eignet sich vor dem Verfüttern jedoch noch zum Färben von Fasern und Stoffen. Die Farbintensität ist auf ihnen geringer, da viele Farbanteile schon im Saft gelandet sind, wenn der Trester wieder mit Wasser verdünnt wird. Andere Techniken verwenden den noch feuchten Trester direkt auf Stoffe, indem die Restflüssigkeit eingeklopft oder eingepresst wird.

links Baumwollstoff mit Brombeertrieben gefärbt, rechts ein Presstuch aus Baumwolle vom Entsaften von Brombeeren

Mich hat der Umfang der Farbpalette, die mit Beeren der Brombeere auf Wolle und Seide erreicht werden kann schon als junge Erwachsene fasziniert. Damals entdeckte ich für mich die Tresterfärbung und ich liebte vor allem die ungleichmäßigen blass-blau-altrosa Färbeergebnisse. Arme Leute erkannte man im Mittelalter auch an der Farbe ihrer Kleidung, denn sie war meist ungleichmäßig, fleckig gefärbt. Ganz klar, denn Essen geht vor. Mir ging es als junger Studentin in etwa ähnlich.

Gerade habe ich nachgelesen, dass aus den Wurzeln der Brombeere ein braunschwarz bis schwarz gefärbt werden kann. Das werde ich ausprobieren. Nicht sofort!

 

Brombeerentraditionen und Geschichten

Schon einmal etwas vom Brombeermann gehört oder kennt ihr die Verbindung von Frau Holle zu den Brombeeren?

Nicht? Keine Sorge, ich lernte diese Geschichten auch erst im Laufe meiner Prüfungsvorbereitung zur Kräuterpädagogin, während meiner Recherchen, kennen.

Der Brombeermann ist eine wichtige Figur im hessischen Ort Wanfried, der in der Nähe von Eisenach liegt. Wenn im Juli das Schützenfest stattfindet übernimmt er sogar für ein paar Tage die Herrschaft im Ort. (Nachzulesen auf der Internetseite von Wanfried, im Archiv der Westfälischen Nachrichten und bei Wikipedia).

Grob nacherzählt hat der Lieblingszwerg der Frau Holle zu heftig mit ihrer Perlenkette gespielt. Als sie zerriss verwandelten sie sich in Beeren, die er im Laufe des Tages alle einsammeln musste um sie wieder zu Perlen werden zu lassen. Wenn er dies nicht bis zum Sonnenuntergang schafft hängen alle Beeren wieder an den Pflanzen und Sträuchern und das Spiel geht am nächsten Tag wieder von vorne los. Zum Glück hatte Frau Holle nach tausend Jahren ein Einsehen und erlöste den Wurzelmann von diesem Fluch.

Eine andere Legende aus England erklärt, warum man nach dem 11. Oktober keine Brombeeren mehr ernten sollte. An diesem Tag soll der Teufel aus dem Himmel vertrieben worden sein und er fiel dabei in einen Brombeerstrauch. Darüber war er so erbost, dass er ihn daraufhin verfluchte  und seine Früchte ungenießbar machte. Andere Versionen der Legende erzählen, der Teufel hätte vor Zorn über seine Verletzungen auf die Früchte gespuckt und sie somit zu Teufelsbeeren gemacht. Ich habe allerdings in diesem Jahr noch leckere Früchte nach dem Stichtag geerntet bis ich tatsächlich eine der ekelhaftesten Beeren, die ich je gegessen habe, erwischte. Pfui Teufel aber auch! Allerdings hat das Phänomen nichts mit der mangelhaften Treffsicherheit des Teufels beim Spucken zu tun. Verantwortlich sind Beerenwanzen, die nicht nur Brombeeren, sondern unter anderem auch Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren aussaugen und im Austausch Verdauungssäfte in der Beere hinterlassen. Das machen sie auch schon vor dem 11. Oktober. Allerdings ist es immer nett einen Schuldigen für Teufelszeug die Teufelsbeeren zu haben.

 

Tatsächlich gehört die Brombeere mit zu den ältesten bekannten Heilpflanzen. Man fand Reste von Brombeeren in Keltengräbern. Theophrast, ein Schüler des Aristoteles, hat schon ca. 350 Jahre v. Chr. über die Brombeere berichtet, wie auch Galen als griechischer Arzt in Rom praktizierend 500 Jahre später. Viele Kräuterbücher aus dem Mittelalter bieten Rezepte mit allen Pflanzenteilen der Brombeere um Mensch wie Tier gesund zu erhalten bzw. zu heilen.

Alles kommt wieder. Heute fand ich im Gemüseangebot eines Bio-Supermarkts in einer Blatt- und Kräutermischungen für grüne Smoothies Brombeerblätter. Wer es mag.

 

Was mir an der Brombeere gefällt ist vor allem die Ausdauer und ihre Robustheit. Irgendwie schafft sie es, zum Kummer vieler Kleingärtner, immer wieder zum Vorschein zu kommen. Auch im Winter ist sie einfach immer da, schließt mit Dornen und Blattwerk viele Hecken, und wenn sie im Frühjahr blüht zeigt sie ihre Pracht als Rosengewächs mit hübschen Blüten.

Brombeerranken an einem frostigen Morgen im November

 

 

Das war ein Auszug meiner Ausarbeitung zur Brombeere für meine Abschlussprüfung zur Kräuterpädagogin, den ich gerne mit euch teilen wollte.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

12 von 12 im November 2017

oder …

Sauwetter-Sonntag

Ausschlafen kann richtig anstrengend sein! Der Wecker ging um 7:50 Uhr, wobei ich ihn nicht benötigt hätte. Ich war schon halb wach durch die andauernden Regengeräusche auf Balkon und Fensterbrettern. Den Beschluss den Wecker abzustellen und mich noch einmal ins Bett zu kuscheln büßte ich anschließend mit Kopf- und Rückenschmerzen. Auf das wirre Zeug was während des Halbschlafs in meinem Kopf zusammengesponnen wurde hätte ich ebenso verzichten können – in einer Endlosschleife hatte ich Unterricht vorbereitet, Kollegen vertreten, mir kalte Füße auf dem Weihnachtsmarkt geholt, weil mir die Reißverschlüsse an den Stiefeln immer aufgingen, … .

1 Aus diesem Tief helfen ein paar Tassen tiefschwarzer Tee mit Milch und ein paar wenigen Krümelchen Zucker.

 

2 Chewbacca nutzt die Chance als ich mein Frühstücksbrötchen aus der Küche holte. Er macht so etwas sonst nie! Der junge Wilde bringt ihm nur Dummheiten bei!

 

3 Ob heute etwas aus einem ausgiebigen Spaziergang wird? Es plätschert und plätschert! Selbst die Vögel bleiben dem Futterhaus fern.

 

4 Kaum gesagt flattern ein paar Besucher an.

 

5 Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Ab in die Regenhose, die Regenjacke übergezogen und nichts wie raus.

 

6 Zumindest den Fortschritt der Großbaustelle möchte ich begutachten.

 

7 Auf dem Rückweg mache ich, bevor mich Sturmböen wegpusten konnten, Pause in meinen Werkräumen.

 

8 Die Zeit nutze ich um Feinarbeiten an Werkstücken für den Weihnachtsmarkt zu machen.

 

9 Draußen tobt der Sturm.

 

10 Drinnen bekomme ich Gesellschaft von den Musikern der alevitischen Gesellschaft. Sie proben jeden Sonntag in meinem Zeichensaal. Zur Stärkung, und zu meiner Überraschung, bekomme ich von ihnen Tee und Gebäck serviert.

Sperre ich doch beim Aufräumen meine Schulschlüssel im Maschinenraum ein. Wie ärgerlich. Wie praktisch unter den Musikern jemanden zu finden, der beim Schlüsseldienst arbeitet 😀 .

 

11 Mühsam geht es nachhause. Der linke Fuß und die rechte Hüfte jammern um die Wette. Trotzdem gehe ich in die Knie um diese leuchtende Pilzansammlung noch zu fotografieren. Weiß jemand um welchen Pilz es sich hier handelt?

 

12 Es ist kurz nach 15:00 Uhr und ich muss in der Wohnung das Licht einschalten! Neben mir sitzt Angus Scotsman, der junge Wilde und übt sich im Umgang mit meinem Drucker bzw. Scanner. Er kann hier eine gefühlte Ewigkeit sitzen und das Gerät ein- und ausschalten. Seine neueste Leistung – er kann kopieren. Heute vervielfältigte er den Ferienkalender 2018/19 bis das Papier alle war. Deshalb muss ich den Papierschacht leer halten. Bleibt die Hoffnung ihn zu meinen Sekretär ausbilden zu können.

Wasn’t me!

 

Inzwischen 16:00 Uhr ist es noch dunkler geworden. Bevor ich mir jetzt ein paar Kerzen anzünde, das Strickzeug in die Hand nehme, oder weiter Weihnachtskarten entwerfe, vielleicht ein paar Blogpost-Baustellen lösche statt sie fertigzustellen, mir noch ein Kännchen Tee mit einer neu zusammengestellten Kräuterteemischung aufgieße, ein Buch fertiglese (geht leider wieder nicht mehr, seufz), den Fernseher anschalte, … stelle ich meine 12 Bilder in Caros Sammlung anderer 12er-Geschichten bei Draußen nur Kännchen ein.

Macht es euch warm

und bis die Tage,

Karin

 

 

 

 

Woche 45/2017

oder …

Weihnachtsmarktvorbereitungen bei Pullover- und Deckenwetter

Montag war es nach den Herbstferien in der Schule wieder so kalt, dass mich die kalte Luft innerhalb des Schulgebäudes, beim Öffnen der Eingangstür, wie ein Brett frontal mit voller Breitseite erwischte. Wohl dem, der wie ich immer etwas wärmer angezogen ist und eine Wolldecke im Lehrerzimmer deponiert hat. Seit Jahren höre ich die Sprüche:

  • Nein, die Heizung wird abends nicht runtergefahren!
  • Klar, läuft die Heizung auch am Wochenende. Das Haus soll ja nicht auskühlen.

Ich arbeite für die Schule in der Schule und nicht zuhause und wenn ich nachmittags bei meiner Arbeit sitze weiß ich zu welcher Uhrzeit es langsam empfindlich kalt von unten nach oben hochsteigt. Entsprechend bin ich ausgerüstet, wenn ich bis in den späten Nachmittag arbeite oder  am Wochenende im Gebäude bin. Es ist völlig in Ordnung, dass außerhalb der Unterrichtszeiten Energie gespart wird. Mit dichten und zu schließenden Fenstern könnte die Effizienz bestimmt erhöht werden. Seit 24 Jahren an dieser Schule, ziehe ich mich warm an, egal nach welchen Ferien. Argumente wie Sparmaßnahmen, Sanierungsstau, Facharbeitermangel sitze ich in meinem, im Winter kalt und zugigen und im Sommer überhitzten, Klassenzimmer aus. Das wird sich auch in meinen letzten paar Dienstjahren nicht ändern. Deshalb darf mich mein kleiner Heizlüfter wieder begleiten und aus dem Keller ans Licht bzw. wieder mit in die Schule.

Wenn ich nur wüsste wo er ist? So groß ist mein Keller doch gar nicht!

Es war Schulanfang in Ba-Wü nach den Herbstferien, wie gesagt megakalt im Schulhaus und ausnahmsweise nicht im Nebengebäude mit den/“meinen“ Technikräumen. Da will ich mal nicht meckern. So konnte die Fertigstellung der Werkstücke für den Weihnachtsmarkt anlaufen. Das Mini-Weihnachtsdorf, das ich 2015 für den Adventskalender nur für mich (Link und noch ein Link) produziert hatte wird es dieses Jahr, unter anderen schönen Dingen, im Angebot meiner Schule geben.

 

Ich freue mich darauf, wenn all die Häuschen, wie vor zwei Jahren auf meinem Blog, auf dem Weihnachtsmarkt präsentiert werden.

Bei den anderen Produkten aus Holz muss noch kräftig Feinarbeit geleistet werden, doch es geht voran.

Ansonsten …

Vor einem Jahr lag ich zu dieser Zeit schwer erkältet im Bett und kann es kaum glauben, dass ich die ersten sieben, inzwischen acht Schulwochen völlig in diesem Schuljahr ohne Rüsselpest überstanden habe. Das Schniefen und Husten um mich herum sprang mich nicht an wie üblich. Es scheint, dass nach und durch die Operation im Sommer mein Immunsystem wieder das tut, was es soll – für eine Abwehr zu sorgen. Daneben trage ich brav meinen Mundschutz im Technik-Unterricht wenn ich im Maschinenraum arbeite („Ey, Frau Be, wo is‘ Maske?“) und ich habe immer mein Notfallspray dabei. Drei Monate ohne Erkältung erleben zu können fand ich klasse (meine Schulleitung garantiert auch).

Montag begann auch meine Hyposensibilisierung um zumindest mal mit zwei meiner Hauptallergene Frieden zu schließen. Ein Allergen rechts in den Arm unter die Haut und dann das andere links. Danach musste ich eine halbe Stunde unter Beobachtung in der Praxis sitzen. Was war mir schwummrig! Nächste Woche geht es weiter.

Pullover trage ich ja das ganze Jahr, oder zumindest habe ich immer einen dabei, denn es könnte ja kühl werden ;-). Draußen ist es wirklich frisch genug die dicken Dinger aus der hintersten Schrankecke nach vorne zu räumen. Ich liebe Pullover!! Aus Wolle, aus Seide, aus Mohair, aus Kaschmir. Vorzugsweise selbst gestrickt! Pullover aus Baumwolle finde ich zu schwer und sie wärmen mich nicht wirklich. Ein paar meiner Pullover müssen sich diesen Winter damit abfinden aufgeribbelt zu werden um etwas tragbareres zu werden.

Eine neue Strickjacke daraus wäre schön. Mal sehen.

Jetzt genieße ich die kalte, trübe Jahreszeit bei einem Gläschen Wein, zünde eine meiner Kerzen an und genieße etwas Räuchergut. November hat auch seine schönen Seiten, warm eingepackt.

Bis morgen,

denn dann ist der 12te, weshalb es heute schon meinen Wochenrückblick gibt.

Karin

 

Lieblingstee neu entdeckt

oder …

Statt gekauft selbst gesammelt!

Was in Sachen Kräutertee auf dem Markt angeboten wird lässt mich immer wieder den Kopf schütteln – inzwischen mehr denn je. Nach Abschluss meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin hinterfrage ich manche Teemischung, die im Handel angeboten wird noch mehr. Hinter all den hübschen Namen wird eine ganze Menge an Emotionen und Versprechungen mit möglichen Wirkungen impliziert. Ich darf mit solchen Aussagen, trotz meiner erworbenen Kenntnisse, keine Tees mit Aussagen jedweder Art die nur im Ansatz eine Heilwirkung oder Stimmungsverbesserung im Namen erwarten lassen  anbieten. Dieser Tee soll nach Packungsaufschrift gut für die Haut sein.

Als leidenschaftliche Teetrinkerin von Tees mit und ohne Teein, genieße ich jede Tasse. Ohne zu den traditionellen  Teezeremonienmeisterinnen zu gehören verachte ich auch keine Teebeutel. Trotzdem schaue ich genau hin, was in den Packungen (und den  Teebeuteln) abgepackt sein soll.

Ich will wissen was ich trinke und trinke nicht alles!

Vor ein paar Tagen landete einer meiner Lieblingstees wieder einmal praktischerweise im Teebeutel in der Tasse. Während er im heißen Wasser zog – ich habe ja wieder etwas mehr Zeit und Muße, die ich auch genieße – las ich mir die Vorderseite der Papierverpackung des Beutels durch und danach die Rückseite. Ohh! Da steht ja noch mehr darauf!

Wie blöd aber auch! Da hatte ich doch in den Sommermonaten nur die drei Zutaten auf der Vorderseite des Kauftees gesammelt um eine meiner Teedosen mit der getrockneten Teemischung nach Art der Kaufmischung aufzufüllen:

Brennnessel, Pfefferminze und Fenchelsamen

Brennnessel wuchs reichlich rund um den Kompost, Pfefferminze wucherte zwischen dem Sellerie im Schulgarten, nur der Fenchel bildete nicht genug Samen, weshalb ich da nachkaufen musste.

Ein Vergleichsteetrinken musste her, doch vorher schaute ich mir den Inhalt vom gekauften Teebeutel vor dem Ausguss genauer an.

Es ist mir klar, dass der Zerteilungsgrad wichtig ist bei chemischen Prozessen, aber bei dieser Teeprobe fragte ich mich dann doch, wo in all den Krümeln neben 40% Brennnesseln, 25% Pfefferminz, 25% Fenchelsamen noch die Löwenzahnwurzel, die Süßholzwurzel und die Aloe Vera Blätter sind.

Meine Süßholzpflanze hat den Sommer nicht überlebt, deshalb kann ich keine (eigenen) Bilder von dieser Pflanze zeigen. Darüber bin ich nicht wirklich unglücklich, denn ich mag Süßholzwurzel eigentlich nicht im Tee (Lakritze ist was ganz anderes :D). Die Blätter der Aloe Vera trockne ich nicht, sie nutze ich frisch zur Hautpflege und Löwenzahnwurzeln zu ernten ist echte Knochenarbeit.

Aloe Vera
Getrocknete Löwenzahnwurzeln

Ich mag es bei Tees, wie bei vielen anderen Dingen auch, lieber pur oder übersichtlich in den Mischungen. Deshalb werde ich meinen Brennnessel-Pfefferminz-Fencheltee nicht noch „ausbauen“. Er ist lecker so wie er ist. Abgesehen davon scheue ich mich davor die Löwenzahnwurzel im Mörser zu zerkleinern. Dagegen ist der Kraftakt bei der Ernte fast Erholung.

Die getrockneten Bestandteile von Brennnesselblättern und Pfefferminze rebbel ich nicht bis zur Unkenntlichkeit. Erst kurz vor dem Aufgießen mit heißem Wasser zerreibe ich die Blätter und quetsche die Fenchelsamen auf einer festen Unterlage etwas. Sind die Fenchelsamen schon untergemischt gebe ich einen guten Esslöffel der Trockenmischung in den Mörser und zerquetsche alles zusammen etwas, denn es kommen schon mehr Inhaltsstoffe in den Aufguss wenn die Kräuter feiner zerteilt sind. Allerdings sind viele Inhaltsstoffe schon längst verpufft, wusch weg, wenn das Zerkleinern Wochen früher geschehen ist.

 

Kräutertees tun nicht nur in der kalten Jahreszeit gut und es wächst so vieles draußen vor der Tür, was nicht nur als Tee lohnenswert zum Sammeln ist. Hauptsache man kennt das Sammelgut wirklich und es wächst an Stellen ohne Tierkontakt, fern einer Straße und gedüngter Flächen. Wer ganz sicher gehen will  kauft sich die Zutaten aus biologischem Anbau und stellt seine Teemischung nach Geschmack zusammen. Es lohnt sich!

 

Bleibt gesund und bis die Tage,

Karin

 

Woche 44/2017

und …

Kaum fort schon wieder hier!

 

Wenn ich das nächste Mal verreise stelle ich den Anrufbeantworter ab und erst wieder ein, wenn ich den Koffer ausgepackt, den Haushalt versorgt und vor allem meine Kater gestreichelt habe. Obwohl ich weiß, dass dieses blinkende Lämpchen eine total technische Sache ist habe ich trotzdem das Gefühl unterschiedliche Taktungen beim Aufleuchten festzustellen – gemächliches Blink Blink Blink, ungemütliches BlinkBlinkBlink, und aggressives BLINK grrr BLINKKKKK wennDUnichtGLEICHranGEHST gibt es was an den Ballon, katschong!

So empfand ich es als ich nach meinem kurzen Ausflug in den Sommer wieder nachhause kam. Spät abends angekommen begrüßten mich meine zwei Graubärchen und im Hintergrund gab die Lightshow der Telefonanlage ihr bestes. ARRGH!

Ganz schnell ausblenden gelang nur bei der Ankunft – zu müde und um 23:30 Uhr rufe ich niemanden zurück, egal wie dringend (außer wenn es die Eltern und Kinder betrifft).

Ganz schnell einblenden, rückblenden,  die schönen Momente der Woche:

Gut gegessen in einer Tapas Bar in Calella de Palafrugell, die ihr Bezahlsystem ähnlich gestaltet wie Sushi-Restaurants. Man nimmt sich was man mag und am Ende werden Holzsticks nach Größe und Schälchen gezählt. Superlecker!

 

Noch einmal gut gegessen in einem japanischen Selbstbedienungs-Restaurant in Palafrugell.

Über meinen Schatten gesprungen und mich auf eine Halloween-Veranstaltung von den Mittwochs-Frauen meiner Freundin eingelassen. Vor zwei Jahren war ich schon einmal mit dabei in dieser Runde. Allesamt liebe und schätzenswerte Frauen mit denen ich einen lustigen Abend verbringen konnte. Doch meine Verkleidung blieb in Spanien, sauber verpackt in einem Karton, für ein anderes Mal. Hier, zuhause, blende ich Halloween komplett aus. Mit der Nacht vor Allerheiligen beginnt für mich die Zeit der Stille vor der Adventszeit (Hektik ausgeblendet, die durch die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarktaufkommt). Wo bleibt die Tradition ein paar Tage später, wenn die Martinssinger unterwegs sind?

Kunst genossen, obwohl der Künstler nicht zuhause war. Im Can Pau de Llabià werden nicht nur Urlaubsquartiere angeboten. Hier lebt auch ein Künstler, der das Umfeld gestaltet. Leider konnte ich wieder nur seine Ausstellungsstücke außerhalb seiner Werkstatt bewundern, dafür funktionierte dieses Mal die Kamera.

Gelesen habe ich, wirklich! Vor dem Abflug nach Barcelona hatte ich vor einer Woche die Verspätung des Flugzeugs genutzt, indem ich in Geschäften nicht in Magazinen blätterte sondern in Büchern, wie früher. Mir fiel das erst so richtig auf, als ich an der Kasse mit drei Büchern stand, auch wie früher. Ob das nun das erhoffte Ende meiner Leseblockade bedeutet? Es ist ein Anfang.

Ausgeschlafen und danach die vielen Gespräche mit meiner Freundin, wie das Zusammensein mit ihr genossen.

Spaziergänge am Meer unternommen, wie hier am Strand von Calella.

 

Farben der Natur bewundert, auch den herbstlichen Sonnenuntergang.

 

Den Kopf geschüttelt, wie es nicht nur herbstlich kühl im Nordosten Spaniens geworden ist. Es ist frostig zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Unabhängigkeit Kataloniens. In der einen Gemeinde wehen Mengen an katalonischen Fahnen, kleben die Fahnen mit dem Aufruf nach „Democracia“ und „Si“ für die Abspaltung von Spanien. Im nächsten Ort ist vieleicht ein Fähnchen zu sehen. Im Hinterland sind unter einigen Ortsschildern nagelneue Schilder angebracht, die deutlich macht, dass der Ort als geschlossene Gemeinde für die Unabhängigkeit Kataloniens ist. Mein erster Gedanke war: Huch!

Als ich abreiste hatten schon ca. 1600 Firmen ihren Firmensitz aus Katalonien in andere Gebiete verlegt und die Verlegung der Produktionsstätten wird vorbereitet. Freixenet gehört zum Beispiel dazu. Doch es sind nicht nur Firmen, die sich eine neue Bleibe suchen. Menschen, die dort zuhause sind überlegen sich ihre Heimat zu verlassen, falls es doch noch zu einer Unabhängigkeit kommen sollte.

 

Den Weg gefunden zu einer Burg, die ich immer wieder aus der Ferne, von der Autobahn aus, gesehen habe. Im Frühjahr hatte ich schon den Weg gesucht und mich ziemlich verfranst in den Ortschaften. Am Ende half mir nicht einmal mehr der Sonnenstand zur Orientierung um zurück zur Autobahn zu finden. Dieses Mal nahm ich eine Ausfahrt früher, Hostalric, und nahm den Weg in Richtung St Hilari Sacalm. Es hörte sich irgendwie richtig an und mit einem Weg muss man ja anfangen. Was für ein kurvenreiches Gegurke! Egal, die Richtung stimmte tatsächlich!!! Leider fehlte mir dann doch die Zeit bis hoch zur Burg zu kommen. Dafür weiß ich jetzt wie Erdbeerbäume aussehen und habe ein neues Vorhaben für meine Bucket-Liste.

 

Abschied von Barcelona, zur richtigen Zeit. Meine Freundin meldete mir im Moment, es stürmt und regnet in den Küstenregionen, inklusive Stromausfall.

 

Ich bin wieder zuhause und ein Jahr älter.

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 43/2017

oder …

Szenenwechsel mit Erholungswert

Ich werde mich kurz halten zu dieser ersten Woche nach meiner Abschlussprüfung, mit der letzten Schulwoche in Ba-Wü vor den Herbstferien und Reisevorbereitungen.

Fünf Stunden vor dem Abflug war der Koffer noch nicht gepackt und ich klappte den Deckel, perfekt in der Zeit, in dem Moment zu, als Tochter-Taxi vor der Tür stand. Wenn ich vorher noch nicht erholungreif gewesen sein sollte, nun war ich es! Mir war klar, dass ich dieses Mal mindestens drei Sachen vergessen hatte einzupacken und es sind zum Glück nur wie üblich drei Dinge die fehlen. Dieses Mal:

  • das Kabel zum Überspielen der Fotos von der Kamera zum Laptop (so ein Mist aber auch)
  • ein Abdeckstift in meiner minimalistischen Schminkabteilung vom Waschbeutel
  • Sonnenschutzcreme

Letzteres kaufte ich heute vor Ort nach, mit riesigen Umständen, denn Sonnenschutzartikel bietet vor Ort kein Geschäft mehr in seinen Regalen an. Man suchte im Keller, im Depot, und wurde für mich fündig. Aber der Rest an vergessenen Sachen ist mir erst einmal egal. So gibt es heute nur Momentaufnahmen vom Mobiltelefon.

Noch zuhause:

Es wird Herbst, wie sich der Himmel im Laufe der Woche bei Sonnenuntergang zur Schau stellt. So lässt sich die übliche Stausituation beinahe etwas genießen. Zum Nachdenken zwingt jedoch der Umstand nach Strom- und Signalanlagenausfall am darauf folgendem Tag. Durch Verkehrspolizisten geregelt gab es trotz hohem Verkehrsaufkommen so gut wie keinen Stau durch die Stadt!

Neue Figuren wurden im Technik-Unterricht zur Gestaltung des Schulgartens fertig gestellt und gleich von zwei Mädels angeschraubt.

Der Blick auf „my hometown“ kurz nach dem Start in Stuttgart-Echterdingen. Etwas zu früh auf den Auslöser gedrückt und so mein Wohnhaus nicht auf das Bild bekommen.

Über den Wolken schlief ich mich erst einmal ein Stündchen aus um den Sonnenuntergang aus anderer Perspektive zu erleben.

Landung, Mietauto abholen, Fahrt an die Costa Brava in stockdunkler Nacht mit den typischen Umwegen von meinereiner um dann doch endlich bei meiner Freundin anzukommen. Wieso ich beinahe jedes Mal die richtige Ausfahrt verpasse ist mir ein Rätsel. Auffallend sind während der Fahrt durch die kleinen Ortschaften im Hinterland der Costa Brava die gefühlte Verdoppelung der katalonischen Flaggen.

Ein Morgen mit diesem Blick …

und diesem macht bei angenehmen Temperaturen einfach nur Freude.

Ferien

und

Eindrücke vom Markt in Palafrugell.

Kunstblumen für Allerheiligen
Kostümstand, nicht nur für Flamenco
Eiweißzugabe im Gemüse
Marktbesucher Hund im Rucksack

Ganz langsam komme ich raus aus der Anspannung und kann entspannen. Endlich! Herrlich mit der guten Freundin zusammen Zeit zu verbringen.

Eine schöne Woche wünsche ich.

Bis die Tage,

Karin

Malkreidenexperimente mit Pflanzensäften

oder …

Erstes Resümee meiner Abschlussprüfung

 

Für den Präsentationstisch zur Abschlussprüfung durfte jede von uns Teilnehmerinnen ihr Thema frei wählen, Hauptsache es passte zur Kräuterpädagogik. Mein Thema, Pflanzenfarben – Farben aus Pflanzen, stand recht früh (nach Meinung vieler Teilnehmerinnen, Freunde und der Familie) fest. Ich sah mich eine Weile eher im dekorativen, künstlerischen Bereich besser aufgehoben für eine Präsentation und kam erst wieder durch die Kreidenherstellung in die Spur. Weshalb ich meinen Bericht hier, zu meiner Präsentation, auch mit den Kreiden beginne.

 

Von einer der letzten Exkursionen während der Ausbildung hatte ich mir Stengel vom Japanischen Staudenknöterich mitgebracht gehabt. Es ist ein tolles Gewächs für das Auge, groß, buschig, mit schönen Blättern und üppigen Blütenständen, die Bienen glücklich machen. Einen Gärtner macht die Pflanze eher unglücklich mit ihrem Drang sich auszubreiten. Die Triebe sind im Frühjahr zwar lecker zu essen, aber sonst? Die Zweige sind innen hohl und damit besser geeignet als Holunder (der leicht giftig ist), um aus ihnen kleine Flöten zu schnitzen. Allerdings reicht diese Nutzung nicht um den Strauch klein zu halten.

Nun unterrichte ich MSG (Musik-Sport-Gestalten) in Ba-Wü, glücklicherweise nur zwei Teilbereiche der Fachkombination, und überglücklicherweise in Kooperation mit einer Musiklehrerin, die mir diesen Teil abnimmt. Das heißt, wenn mir so ein Staudenknöterich über den Weg laufen sollte, schneide ich den mit den kids, schnitze die Flöten und male sie eventuell noch an, aber die Sache mit den Flötentönen kann ich an meine Kollegin abgeben, die dann auch noch etwas daraus macht!

Und dann stehe ich an einem Beet mit „ausgemusterten“, gerodeten Teilen des Japanischen Staudenknöterichs während dieser Exkursion und habe eine Idee, …, völlig unmusikalisch und trotzdem musisch.

Ich möchte Kreidestifte herstellen.

 

Zuallererst schnitt ich mir ein paar Aststücke zurecht und suchte zuhause nach Kreiderezepten. Aus Gips und Wasser gemischte Straßenkreide kenne ich schon. Die Malbarkeit mit diesen Ergebnissen hat meine Kinder früher (inzwischen sind sie längst erwachsen) und mich bisher nicht überzeugen können. Zu dieser Erkenntnis kam ich auch dieses Mal wieder. Gips plus Wasser allein ergibt eine sehr harte Kreide, mit der es wenig Spaß macht auf der Straße zu malen.

 

Never say never – kontra – one more time!

Vielleicht hätte ich durch Google bessere Rezepte finden können, doch dafür hatte ich keine Zeit. Ich setzte mich nach einer schlecht geschlafenen Nacht an den Rechner und bestellte mir nach kurzer Suche Kreidepulver. Mir war durch den Kopf gegangen, dass auch die Tafelkreide ab und an eher Druckspuren auf der Tafel hinterlässt als lesbare Schrift, andere schon beim Anfassen bröselt und das ideale Exemplar ohne Quietschen beim Schreiben gleitet.

Klare Sache – auf die Mischung kommt es an!

Und was wäre eine Kreide ohne Kreide?

 

Im nächsten Schritt überlegte ich mir, wie ich Farbe in die Kreiden bekommen kann, ohne Chemie zu verwenden. Noch bin ich mit Gelbwurzel, Paprikapulver, Brennnessel, Spinat und Rote Bete als Farbgeber nicht so ganz zufrieden. Die Farbanteile verteilen sich nicht gleichmäßig in der Kreidemasse, die meisten bleiben im oberen Bereich nach dem Ausgießen einer Form. Doch ich übe noch.

 

Ich übe auch noch mit geeigneten Gussformen. Eierkartons und andere Röhren sind ideal, doch sie müssen vor dem Ausgießen mit der Gips-Kreide-Masse mit einem Trennmittel vorbehandelt werden. Bei meinem ersten Versuch ohne Trennmittel saß ich Stunden bis ich die ausgehärteten Kreiden von den Papp-, bzw. Papierresten befreit hatte.

Ganz toll erwies sich das Ergebnis mit den gefüllten Zweigen/Ästen des Japanischen Staudenknöterichs.

 

Anmerkung:

Die Äste müssen vor dem Befüllen gut getrocknet sein.

Geeignet sind Äste ab einem Durchmesser von 2 cm.

Am unteren Ende müssen sie abgeklebt werden, damit keine Flüssigkeit auslaufen kann.

Die Gips-Kreide-Masse muss wenn sie sahnig angerührt ist zügig in die Äste/Röhren gefüllt werden. Dazu die Röhren schräg halten, damit die Luft aus ihnen heraus kommen kann. Gips wird verflixt schnell hart!

Zwei Tage benötigen die Kreidestifte zum Aushärten mindestens. Je dicker ums länger ist die Trockenzeit. Danach können die Kleber entfernt werden und, falls Gießformen verwendet wurden auch diese.

 

Grundrezept:

2 EL Gips (Modellbaugips oder Alabastergips)

1 EL Kreide

3 EL bzw. eine halbe Tasse Wasser

 

Wenn ich Farbe in der Kreide haben möchte gebe ich in die trockene Gips-Kreide-Mischung zum Beispiel Gelbwurzelpulver für gelb bis ich die Farbe mag, oder Paprikapulver für einen zarten Rotton.

Prima sind zum Einfärben auch Gemüsesäfte aus Konserven, wie die Flüssigkeit in die Rote Bete eingelegt ist. Diese Flüssigkeit wird dann statt Wasser verwendet.

Für grüne Einfärbungen überzeugt mich eher Brennnesselsaft als Spinat, auch wenn letzterer nach dem Auspressen kräftiger in der Farbe wirkt.

 

Ich werde an diesem Projekt dran bleiben. Zuerst muss jedoch mein Ableger vom Japanischen Knöterich den Winter überleben und kräftig wachsen, wobei er im Topf bleiben muss.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 42/2017 – Prüfungsvorbereitung

und …

Geschafft!

Drei Prüfungteile galt es an diesem Wochenende zu bewältigen. Den dicksten Brocken gab es Freitag von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr – die schriftliche Prüfung. Nach einer anstrengenden Schulwoche fiel es mir nicht so leicht umzuschalten. Meine Klasse wünschte mir viel Glück und ein Schüler fragte mich doch tatsächlich beim Verabschieden ins Wochenende, ob ich denn schon gelernt hätte!

Für Samstag waren eigentlich Regenwolken angesagt gewesen, äußerst unerwünscht, denn an diesem Tag fanden unsere Prüfungen mit einer Kräuterführung statt. Glücklicherweise blieb es trocken und es kam sogar die Sonne heraus. Die Schleusen öffneten sich erst abends, als wir schon unsere Tische für die Präsentationen am Sonntag gerichtet hatten.

Der Prüfungssonntag mit einem eigenen Thema war dann wirklich ein Höhepunkt. Jede von uns Teilnehmerinnen hatte sich schwer ins Zeug gelegt um sich vorzustellen.

Mein Thema, ganz klar: Pflanzenfarben.

 

Wenn ich wieder zu mir gekommen bin, alles weggeräumt, wie auf den Tischen und Ablagen zuhause klar Schiff gemacht worden ist, stelle ich einiges hier auf dem Blog vor. Die Schreib- und Zeichentinte war für meine Kolleginnen der Hit. Die Demonstration mit Farben aus Blüten faszinierte nach unserem Abschluss auch die eingeladenen Familien und Freunde.

Ein sehr interessantes Jahr liegt hinter mir. Ganz tolle Frauen durfte ich kennenlernen. Einige  Termine für ein Wiedersehen sind schon fest gelegt.

Zeit zum Planen hatten wir heute genug, denn es dauerte seine Zeit bis wir alle unsere Themen vorgestellt hatten und wir endlich unsere Zertifikate in den Händen hatten.

Yeah yeah yeah!

Ich darf mich Kräuterpädagogin nennen!!!

 

 

Bis die Tage,

Karin

 

Zum Abschluss noch ein Link zu einem meiner Motivationslieder der letzten Tage, mal nicht laut und von „The Dead South“ – In Hell I’m in Good Company