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Himmelsbilder im Juli #1

und …

Woche 28/2018 in Sparversion

 

Wem das Wasser bis zum Halse steht, darf den Kopf nicht hängen lassen! – ein Titel von einem Buch, das ich nie gelesen habe. Es ist ein Satz, der bei mir hängen blieb, mich einige Jahre begleitete und immer wieder in meinem Kopf auftaucht, wenn es mal nicht ganz so rund läuft.

Richtig gute Sache an und für sich, denn es atmet sich grundsätzlich besser in aufrechter Haltung!

Kein gutes Timing, wenn die Erinnerung „Lass den Kopf nicht hängen …“ mit der Reaktion „Kopf hoch“ genau dort erfolgt, wo ein verflixtes, mehrteiliges Baustellenschild auf einem sowieso schon viel zu schmalem Fußweg steht. DONG!

Dann doch lieber Kopf hängen lassen! Zwei einzelne Eurocent sammelte ich auf, vielleicht als Glücksbringer, und einen Dollarschein. Über die letzte Fundsache freute ich mich allerdings richtig, denn den werde ich dieses Jahr noch ausgeben.

 

 

Bis dahin dauert es noch etwas und ich war am Wochenende wieder einmal auf dem Weg ganz normale Euros für Stoffe beim Werksverkauf um die Ecke liegen zu lassen. Auf dem Weg lachte die Sonne so herrlich auf Getreidefelder, dass mir der Stoffeinkauf erst einmal Nebensache war.

Leider verschwand die Sonne hinter denn Wolken während ich das Auto abstellte und zu Fuß zurück an die Felder lief.

Leider hatte ich die richtige Kamera an diesem Morgen aus dem Auto geräumt und nur das Smartphone dabei.

Schade.

Rechts auf dem Foto ist noch, ganz schmal an den Strommasten, ein von der Sonne beleuchteter Fleck zu sehen. Das machte Hoffnung, dass die Sonne noch einmal eine Lücke finden kann.

 

Warten.

 

Doch die Wolken ließen nicht mehr so viel Sonne durch, wie bei meinem ersten Eindruck. Schade, doch kein Unglück. Ohne tief hängende Schilder ging es problemlos, aufrecht, zurück zum Stoffe kaufen. 😀

 

Bis die Tage,

Karin

 

Verlinkt mit Andrea/Die Zitronenfalterin: Monatsmotto Juli – Blick zum Himmel

 

 

Sommerlieben, Sommercocktails und gelegentliche Stereotypen, nicht nur im Sommer

oder …

Fünf Fragen (am Fünften) im Juli 2018 statt Wochenrückblick #27 …

… denn der bietet wenig Inhalt. Ich war krank geschrieben, hatte (gefühlt) Hausarrest und Zeit mir Gedanken zu ein paar Fragen zu machen (eigentlich zum Fünften, aber mal wieder zu spät dran):

  1. Was magst du am Sommer am liebsten?
  2. Was an dir ist typisch deutsch?
  3. An welchem Kurs oder Workshop würdest du gerne teilnehmen?
  4. Wo bist du deinem Partner zuerst aufgefallen oder er natürlich auch dir?
  5. Welcher Cocktail beschreibt dich am besten?

Was für Fragen dachte ich zuerst, denn bei Frage vier falle ich schon einmal durch das Raster. Aber was soll’s. Ich lag mit Fuß hochlegen, Kühlpackung als Auflage, in Schieflage auf dem Sessel, auf der Suche nach Beschäftigung und wollte was tun.

 

Ich fange von hinten an, denn dazu habe ich tatsächlich einmal eine Testreihe durchgeführt – Kuba (kurz mal auf meinem Blog und im Fotoalbum nachgeschlagen) 2005.

 

5 Welcher Cocktail beschreibt dich am besten?

In der Ferienanlage, in der unsere Gruppe an Tauchern plus Anhang untergebracht war, wurde Wein nur zum Abendessen angeboten. Ansonsten bot die Bar Wasser, Softdrinks, Cocktails und wahrscheinlich auch Bier an. Völlige Analphabetin auf diesem Gebiet zählte ich die aufgelisteten Varianten durch, zog diese mit Kokosbestandteilen ab, erhielt ein Endergebnis von zehn, die ich dann durchprobierte. Jeden Abend eine Sorte! ;-). Die übrigen vier Tage hatte ich einen Deal mit dem Barkeeper, denn spätestens seit diesem Urlaub weiß ich, ich mag es auch bei Getränken einfach und übersichtlich: Sours oder besser noch die Varianten mit Sodawasser (Fizz oder Collins), damit hält frau den Abend länger durch.

Viel, viel lieber sind mir allerdings ein Glas Wein mit einem Glas Wasser ohne Blubber daneben. Mehr brauche ich nicht und gut ist.

 

4 Wo bist du deinem Partner zuerst aufgefallen oder er natürlich auch dir?

Meine Partner gehören der Gattung Felidae und nicht der Gattung Homo an. Inzwischen zwanzig Jahre geschieden hat sich kein neuer Partner gefunden oder finden lassen. Für Hintergrundforschung war mir die Zeit zu schade, denn die verbrachte ich nach der Trennung lieber mit meinen Kindern, die mich brauchten. Meine Große mit ihren gesundheitlichen Problemen – sie wurde mit einer Speiseröhrenfehlbildung geboren – bestimmte häufig den Alltag bis ins junge Erwachsenenalter. Damit ihr Bruder seinen Teil an Zuwendung bekommen konnte musste ich manchmal erfinderisch sein. Unter dem Strich hatte ich, ehrenkäsig und bloß keine Schwäche zeigend, weniger Fehlzeiten auf meiner Arbeitsstelle als andere berufstätige Mütter, aber kein dauerhaftes, eigenes Beziehungsleben mehr seit dem Ehe-Aus.

Ich bereue nichts!

Die zwei Pelze in meinem Leben lernte ich übrigens über das Internet kennen. 😉

 

3 An welchem Kurs oder Workshop würdest du gerne teilnehmen?

Wenn es ein Kurs ohne Abschlussprüfung ist fällt mir da ganz viel ein, denn nach meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin steht der Beschluss: Das war die letzte Prüfung!

Trotzdem möchte ich schon noch einiges lernen, wie zum Beispiel …

  • Mineralien für die Herstellung eigener Aquarellfarben zu sammeln und aufzubereiten
  • meine Kamera, Konstanze, tatsächlich tickt und was ich für gute Bilder machen muss
  • mehr über Arzneipflanzen zu erfahren

oder ganz einfach mal wieder an einem Filzkurs bei/mit Gabi dabei sein.

 

Doch eigentlich wünsche ich mir Zeit meine eigenen Ideen zu verwirklichen, die mich zum Glück immer noch überfallartig überraschen.

 

2 Was ist an Dir typisch deutsch?

Vorab, Probleme mit meiner deutschen Staatsangehörigkeit hatte ich nie. Die hatten eher Menschen mit einer Erinnerung an eine Vergangenheit, die ich nicht selbst miterlebt hatte. In den von mir besuchten Ländern während meiner Interrail-Reisezeit durch Europa in den späten 1970ern wurde mir nach der letzten Zugfahrt klar: I am what I am, European!

Nun forschte ich mich für diesen Beitrag durch eine Reihe an „Typisch-deutsch-Artikel“ im Internet und bin etwas irritiert erleichtert.

Obwohl ich kein Nutella mag, kein Sauerkraut vertrage, Bier nur zu therapeutischen Zwecken trinke (ein Glas reicht um mich in Tiefschlaf zu versetzen) und im Privatleben nicht mit Pünktlichkeit glänze, punkten andere Kompetenzen, für die ich gerne einstehe.

 

Ich gehöre zur Klientel, die erst einmal an einer einsamen roten Ampel stehen bleibt, trotz Null Verkehr. Mir geht es auch nicht wirklich gut, wenn ich, nüchtern und trotzdem voll verpeilt, nächtens eine rote Ampel überfahre, vor allem wenn diese direkt neben der Polizei steht. Zudem trenne ich seit ganz vielen Jahren Müll, was im Kreis Böblingen eine Wissenschaft für sich ist.

(Link) https://www.lrabb.de/,Lde/start/Service+_+Verwaltung/Abfall_ABC.html

Ich mag es ordentlich und übersichtlich, auch wenn das mein Schreibtisch und mein Arbeits-, Ess-, Näh-, Multifunktionstisch meist nicht vermuten lassen.

Ich schreibe Listen und organisiere meinen Alltag mit Kalendern, die an der Wand hängen oder in Buchform in Taschen mitgeführt werden. Dort landen neben Notizen auch Erlebnisschnipsel, handschriftlich oder geklebt.

Ich liebe Verlässlichkeit, und sage inzwischen eher gleich nein, wenn ich die Befürchtung habe etwas nicht im Zeitrahmen zu schaffen. Mein Hang zum Perfektionismus steht da im Vordergrund.

Dazu liebe ich den Sommer, ohne mich über die „wochenlange“ Hitze zu beschweren, die meist gerade einmal ein paar Tage andauert. Männo, der nächste Winter kommt bestimmt und dann wird sich erst richtig beschwert.

Egal wie das Wetter auch ist, ich liebe den Sommer zuhause in Ba-Wü vor allem während der Sommerferien, wenn (gefühlt) alle unterwegs sind.

 

1 Was magst du am Sommer am liebsten?

Sunshine on my shoulder makes me happy …
  • Sommersonnenschein
  • Sommerregen
  • Vogelgezwitscher
  • Bienen- und Hummelgesumm
  • Schmetterlinge und Libellen
  • Blumenfarben und Kräuterdüfte
  • frisches Beerenobst
  • eigene Ernte von Gemüse und Kräutern
  • warme Abendstunden
  • barfuß laufen können – auch wenn ich warme Stiefel mag
  • ärmellose Kleidung – trotzdem ich meine Pullover liebe
  • lange Tage – kurze Nächte

Wie gerne wäre ich in diesen Tagen im Norden mit seinen noch längeren Tagen! Ich erinnere mich auch gerne an Mitternachtsspaziergänge am Strand oder wie wir Pilze und Beeren auf Öland gesammelt haben.

 

 

Wenn das viele, fiese Stechviechzeug nicht wäre!

Im Augenblick beschäftigt mich seit einer Woche eine unangenehme Seite des Sommers. Ich rede von schwirrenden oder krabbelnden Lebewesen, die, ohne Berücksichtigung irgendwelcher von Menschen gemachten Richtlinien und Schutzbestimmungen gerade diese überfallen um ihre Familienplanung zu gewährleisten.

Einer dieser Minivampire oder Blutsauger hat mit einem Biss einen echten Treffer gelandet und mir eine Entzündung plus Elefantenfuß vom feinsten beschert. Die Schwellung hat sich nach einigen Tagen gelegt, aber die Hautrötung mit Juckreiz nicht.

Da muss ich jetzt nun durch und ist hoffentlich bald durchgestanden.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

Dieser Beitrag ist verlinkt auf Nics Blog Luzia Pimpinella und der Blogsammlung: Fünf Fragen am Fünften.

 

 

Es tut sich was im Schulgarten #4/2018

im …

Juni 2018

 

So schnell wie der Monat vorbei zu gehen schien, spross, grünte, blühte und reifte es auch im Garten.

Der Lavendel schoss so in die Höhe, dass, um zur Bank zu gelangen, zurzeit ein kleiner Umweg gelaufen werden muss. Sie verschwindet beinahe im Lavendelmeer, das seit Monatsmitte herrlich duftend blüht. Zu meiner Freude wird dieser Teil rege von Schmetterlingen und Hummeln besucht.

Nebendran blüh(t)en Mädesüß, die Stockrose, Rosen, Ysop, Heilziest, Quendel, Johanniskraut, Mädesüß, und vieles mehr.

 

Doch jetzt erst einmal geht es in den geschlossenen Gartenteil zum 12tel-Blick.

Außer fleißigem Gießen geschah hier im Juni wenig von Menschenhand. Die 9er und 10er waren mit ihren Prüfungen beschäftigt und die Gruppe mit den 8ern schaffte es auch nur ein Mal echte Gartenarbeit zu erledigen. Dazu gehörten vor allem Reparaturarbeiten an den Beeten. Alle losen Bretter sind befestigt, das verrottete Brett am Kompost wurde ersetzt und etliche Schilder neu verschraubt.

Vorbei am Beet der 5./6. Klasse, die dieses Jahr Zwiebeln und Kartoffeln gesetzt haben geht es zu den Beeten, die von der Schulküche, der Ganztagesbetreuung und den Schülern in Natur und Technik genutzt und betreut werden. Die im Mai gebaute Wegbegrenzung hält!

 

 

Die Aussaat im Hochbeet tut sich dieses Jahr schwer. Bis auf den Koriander will kein Kraut richtig keimen und wachsen. Dagegen entwickeln sich, in der Beetmitte zu sehen, die Exoten prächtig. Gut durch den Winter gebracht bekommen, wachsen Zitronengras, Gelbwurzel und Ingwer mächtig im Sonnenschein. Die Schnecken lassen diese Pflanzen links stehen, ihnen reicht der Salat.

 

Ein Beet weiter wachsen die Färberpflanzen neben einigen Kräutern. Viel zu dicht teilen sich Färberhülse, Färberröte, Klatschmohn, Ringelblume, Färberscharte, und mehr, als Färberpflanzen die kleine Fläche. Der Rotkohl, den die Schnecken übrig gelassen hatten, geht in dieser Menge an Grün unter. Dazwischen wuchern noch Pfefferminze, Wiesenkümmel, Senf und Süßdolde (Myrrhenkerbel) mit ein paar blühenden Zwiebeln aus dem Vorjahr. Nächstes Jahr müssen einige Stauden versetzt werden.

 

Dagegen wirkt das letzte Beet, das Gemüsebeet, geradezu kahl und übersichtlich mit den Bohnen, zwei Gurkenpflanzen und zwei Kürbissen aus eigener Anzucht. Nächsten Monat wird dieses Beet entsprechend begrünt sein! Die mühsam gepäppelte Zucchini fiel den Schleimspurmachern zum Opfer. Zwei meiner Schülerinnen fanden das ganz in Ordnung, denn „die brauchen doch auch was zum essen“! Liebevoll sammelten sie danach die Schnecken von gezogenem Unkraut um sie vor der Vernichtung im Kompost oder im Mülleimer zu retten: „Frau Be., das sind doch Lebewesen!“.

Im Moment reifen die ersten „normalen“ Stangenbohnen. Die Feuerbohnen zeigen noch Knospen.

Doch die größte Freude fanden wir zu unseren Füßen, die erste Gurke!

 

Vor dem Zaun, im äußeren Bereich hat sich jedoch einiges getan in einem Beet. Während der Projektprüfung bekam es eine Begrenzung zum Schulhof, damit die Erde nicht mehr weggespült werden kann (wenn es dann mal wieder regnet – tut es tatsächlich beim Korrekturlesen!). Das war harte Arbeit! Jetzt fehlt noch der terrassenartige Aufbau für Beerensträucher, denn nachdem die Himbeere an anderer Stelle schon wieder abgemäht wurde kommt sie nun an diesen Platz, zusammen mit den Stecklingen, die wir von einer Jostabeere angewurzelt bekommen haben.

 

Es bleibt noch viel zu tun!

Immer unter Beobachtung vom zickigen Gartenrotschwanz, der so langsam begreift, dass wir ihm nichts tun.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

Verlinkt mit 12tel-Blick von Eva von verfuchstundzugenäht – die Sammelstelle für viele andere schöne Blicke. Dort findet ihr auch die 12tel-Blicke meines anderen Blogs oder hier.

Woche 26/2018

oder …

Von „Let it be“ bis “ This could be the last time“!

 

Wochenbeginn mit Paul … (Link)

Meinen unterrichtsfreien Montag lebte ich tatsächlich wieder, wie er in meinem Stundenplan steht, schulfrei. Nicht einmal um den Schulgarten kümmerte ich mich! Let it be!

Viel lieber kümmerte ich mich darum, die Patchworkoberflächen für die geplanten Babyquilts genäht zu bekommen. Eine Oberfläche ist fertig. Zeigen geht leider noch nicht, da sie doch ein Stück weit Überraschungen werden sollen. Aber es werden wieder Karin-Quilts, fernab jeglicher Anleitung, nur mit dem nötigsten an Planung. Die Hauptvorgaben kamen von den werdenden Müttern:

  1. blau
  2. quadratisch

Ende der Arbeitswoche mit der Fortsetzung des Färberworkshops, an dem ich vor einem Jahr teilgenommen hatte. Nach einem kurzen Rückklick innerhalb meines Blogs stellte ich fest, dass ich den Text aus meiner 26. Kalenderwoche des Vorjahres (Link) beinahe komplett für die aktuelle 26. Woche dieses Jahres hätte übernehmen können.

 

Für das Wochenende mit Mick, Keith & Co. hängt hing seit Wochen ein beinahe unverschämt teures Konzertticket an meiner Pinnwand! 1976 schüttelte beinahe jeder seinen Kopf über die 20,- DM Eintritt ins Neckarstadion Stuttgart um die Rolling Stones zu sehen und zu hören. Ich war trotzdem dabei. 2018 schüttelte mich kurz die weitere Null hinter der 20, die zudem noch Euro heißt. Im Konzert war das spätestens vergessen, als sich meine müden Knochen beinahe von selbst im Rhythmus der vielen bekannten Töne schüttelten.

Mick Jagger überraschte mit ein paar witzigen Bonmots auf deutsch, wie z.B. dass sie Charlie Watts aus dem (Benz-)Museum geholt haben oder Ron Woods als „Meister der Kehrwoche“. Beifall gab es vor allem auf seinen Kommentar zur Baustellensituation in Stuttgart: … „schade, dass ich nicht im Baugewerbe beschäftigt bin.“

Der Abschiedsbildschirm zeigte zum Abschluss, wie locker die alten Herren dabei sind. „This could be the last time“ hatten sie nicht in ihrem Programm, wahrscheinlich bewusst. Ihre Überlebenschancen schätze ich höher ein, als die der Familie Storch auf dem Starkstrommast entlang der A5 nördlich von Freiburg.

Nun ist Wochenende, Zeit zum Füße hochlegen und den Sommer genießen. Beim Umblättern des Kalenders zum Monatswechsel wurde mir bewusst, das Jahr ist schon zur Hälfte vorbei!

So viel für heute. Eine gute Woche wünsche ich .

Bis die Tage,

Karin

Woche 25/2018

oder …

Sieben Tage – sieben Bilder

Termine, Aufgaben, Prüfungen (mit dem ganz normalen Aufwand an Bürokratie), Schülerbesuche im Praktikum ließen sich in den verbleibenen Mußestunden nicht abschütteln. Sie klebten an mir fest wie Kletten, nur nicht so hübsch, wie die Blüten der Kleinen Klette am Rand einer der vielen Baustellen im Umfeld. Leider hatte ich nur das Handy zum Fotografieren dabei, denn das Insekt hing an der Blüte wie ein Säugling an seiner Flasche.

 

Ungestörten Schlaf wünschte ich mir zum Ausgleich vom Alltag. Dem wirkten Insekten im Haus entgegen. Vor allem Nachtfalter hatten den Weg hinein in die Räume gefunden, die meine zwei Graubären fix als ihr Jagdrevier nutzten. Einmal im Jagdfieber waren beide Kater nicht mehr zu bremsen:

  • die angefangene Näharbeit – vom Tisch gefegt
  • die frisch getopften Pflanzen – im Flug ausgetopft und breit getreten
  • Vorhänge – zum Waschen „abgenommen“

Chewie und Angus grüßen „Simon’s Cats“ (Link auf Youtube).

Alles halb so schlimm, wenn die zwei mich nicht mehrfach als Landeplatz oder Absprungsschanze genutzt hätten! Von sieben Kilo Lebensgewicht, nach einem Absprung vom Kratzbaum, aus dem Schlaf geholt zu werden hat mich wenig freundlich gestimmt! Mein „Morgen kommt ihr ins Tierheim!“, hat beide wenig interessiert, brummte und flatterte doch an anderer Stelle schon wieder etwas mit Flügeln.

Ausgetobt!

 

Die Tierwelt vor der Tür hinterließ in der vergangenen Woche ebenfalls einigen Schaden. Das Doppelpack an Eichhörnchen hatte ganze Arbeit geleitet. Wo einmal ein Futterhaus hing klaffte plötzlich ein Loch in der Hecke. Kein Problem für Erich. Er schlug sich woanders seinen Bauch voll. Untreuer Bursche! Allerdings kann ich verstehen, dass er sich in diesem sommerlich blühenden Vorgarten wohl fühlt.

 

Sommerlich sah es ebenso auf meinen abendlichen Spaziergängen aus. Das Getreide reift, die Wiesen sind gemäht worden, die Lerchen sangen ihr Lied, der Bussard zog seine Kreise, ein paar Tauben gurrten auf den Leitungen zwischen den Strommasten. Entlang der Felder stellte sich, wie gewohnt, Entspannung ein.

 

Die Schafgarbe erinnerte mich, dass es Zeit ist weiter Kräuter zu sammeln. Noch fehlen einige für die geplanten Teemischungen. Doch zuerst sammelten wir mit Blick nach oben Teebestandteile. So herrlich und üppig wie dieses Jahr blühten die Linden schon lange nicht mehr.

 

Dieser Wochenrückblick mit Lücken kommt einen Tag früher als üblich, denn ich habe mir für Sonntag einen echten Ruhetag verordnet. Füße hoch und Nichtstun, außer Dinge, die ich mag, aber ohne Computer & Co.. Das schließt auch das Smartphone ein. Immer öfter kommt letzteres am Freitag nach der Schule in die Schublade und wird durch ein altes Handy ersetzt. Ohne  Internet lebt es sich ab und an ganz nett. Habe ich das Smartphone dabei sehe ich, obwohl ich eigentlich nur nach der Uhrzeit sehen wollte, den roten Punkt an diesem oder jenem Icon, die Zahl an nicht gelesenen Emails, fühle mich verpflichtet und kümmere mich darum.

Die ständige Erreichbarkeit strengt mich an. Selbst wenn ich mich über Bilder, Mitteilungen und Emails freue, ist es mein Wunsch sie in Ruhe zu lesen und nicht im Vorbeigehen zu beantworten. Zugegeben, auch ich antworte mal auf die Schnelle mit einem Daumen-hoch-Icon oder einem Smiley, doch ich bleibe die Frau der ganzen Sätze.

Von der Fülle an sozialen Netzwerken nutze ich nur einige wenige, habe ich doch den Eindruck, eine Freundschaftserklärung auf Facebook, zum Beispiel, erübrigt ein reales Treffen zu einer Tasse Kaffee an einem Nachmittag oder einem echten Gespräch. Dafür gab es ab und an ordentlich verbale Haue, teilweise unter der Gürtellinie, von völlig Unbekannten nach einigen meiner in Wort gefassten Äußerungen und Kommentaren. Instagramm, die kleine schnelle Tochter Facebook’s, kam mir ruckzuck wieder weg. Ebensowenig nutze ich Twitter, Google+, LinkedIn, …, wozu auch, denn ich blogge.

Ich begann zu bloggen, weil ich in erster Linie für mich eine Art nachzuschlagende, online verfügbare Dokumentation meiner handwerklichen, kreativen Unternehmungen haben wollte. Berichte von Reisen und Unternehmungen kamen für Familie, Freunde und Bekannte erst später dazu, noch später die Wochenrückblicke. Follower, Leser, etc. waren mir nie wichtig, bis ich irgendwann doch ein Zählwerk in meinen Blog integrierte. Das war keine gute Entscheidung für mich. Neugierde ist nicht immer von Vorteil. Ab jetzt konnte ich sehen und vergleichen, erkennen, dass ich wohl etwas falsch machte, darüber grübeln, mich vertüdeln. Mithilfe einiger hilfreicher Tipps vervielfachte sich die Besucherzahl um dann, nach dem Wechsel in die eigene Domain, wie Regentropfen auf einem heißen Stein zu verdunsten. Der DSGVO-Hype in der Bloggerwelt gab dann noch seinen Rest dazu. Von Harmonie spüre ich nichts.

 

Ich vermute die Besucherzahl auf meinen beiden Blogs wird sich inzwischen im einstelligen Bereich pro Tag bewegen, mit der Betonung auf die Vermutung.

Um nicht mehr wie ein großäugiges Kaninchen die Kurve der Klicks zu verfolgen sind Google Analytics und ähnliches deaktiviert und/oder raus aus meinem PC. Der letzte Wusch-Weg-Klick tat gut. Andere Blogger mögen sich zwar motiviert sehen in der Zahlenvergleichskonkurrenz, ich nicht.

 

Ich blogge weiter. Ebenso bleibe ich den Blogs meiner Wahl treu, lesend und nicht überfliegend.

Statt sich über Besucherzahlen graue Haare wachsen zu lassen oder vor der DSGVO zu kapitulieren sehe ich Handlungsbedarf in der weiteren Entwicklung der Reformen, die von der EU geplant sind.

Lest selber auf https://www.change.org/p/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter. Ich habe unterschrieben.

 

Inzwischen ist Fußball-Deutschland zufrieden, wie es sich durch die offenen Fenster anhört.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

 

Woche 24/2018

oder …

Think pink!

and blue 😉

Wenn meine Eltern tagsüber mit ihrem Handy auf meinem Festnetz anrufen werde ich gebraucht. Wenn auf meinem Handy die Handynummer meiner Eltern erscheint, lasse ich sofort alles stehen, dann ist Notstand. Alarmstufe rot mag ich mir gerade nicht vorstellen, die wäre wenn mich jemand anderes informieren sollte, dass ein Problem bei meinen Eltern vorliegt.

Das Telefon vom Festnetz funktionierte dieses Mal nicht, auch nicht das Internet. Die pinkfarbene Hotline – zum dritten Mal in einer Woche genutzt – war wieder relativ zügig erreichbar. (Beim ersten Mal rief ich an, kam sofort durch und musste lachen, als sich die Dame am Ende der Leitung für die entstandene Wartezeit entschuldigte.) Nur helfen konnte man nicht. Es besteht ein Schaden, der seit Anfang der Woche repariert wird, wohl auch noch ein Gewitterschaden, und nach dem Wochenende weiter repariert werden wird. Im Hochhaus, in dem meine Eltern wohnen fällt weiter ein Anschluss nach dem anderen aus und es gibt ein weiteres Problem.

Wenn ich dann in einem Fahrstuhl stehe, in dem ich durch einen Handzettel informiert werde ihn auf eigene Gefahr zu benutzen, da durch Leitungsprobleme mit dem Telefonanbieter der Notruf nicht funktioniert, aber im Notfall ja diese oder jene Telefonnummer angerufen werden könnte … greife ich natürlich zu meinem Mobilgerät, obwohl ich weiß, in diesem Fahrstuhl hat man keinen Empfang, wie auch nicht an allen Stellen in der Wohnung meiner Eltern.

Massenstörung! Was für ein Wort, aus der Telekommunikation, das ich bisher noch nicht kannte. Mal ganz ehrlich, ich hätte ganz gerne wieder ein Telefon, das unabhängig von der sonstigen Stromleitung nutzbar ist. Das würde mir und meinen Eltern zwar in der momentanen Situation auch nichts nützen, doch dieses Kabelgefussel an den Steckdosen geht mir inzwischen ordentlich auf den Zeiger.

Was bin ich froh erst meine Mutter, dann meinen Vater mit neuen, einfach zu bedienenden Handys Anfang des Jahres versorgt zu haben. Dadurch werden sie auch benutzt, was in den anhaltenden Ohne-Festnetz-Tagen ein Segen ist.

Irgendwie von den Hotline-Aktionen beeinflusst suchte ich mir für das Deckblatt meines neuen Lehrerkalenders ein rosa-lastiges Foto für den Buchdeckel aus.

 

Die schönen Momente der Schulwoche waren spärlich. Einer war am Dienstag, als meine paar Jungs aus der 8ten in Natur und Technik (Wahlpflichtfach in Ba-Wü) ein neues Hochbeet für den Garten aufzubauen begannen (Bild 8 im letzten Beitrag: 12 von 12 im April 2018). Für den anderen schönen Moment sorgten drei meiner vielen Sprachlernkinder aus nahen und fernen Ländern. Auch sie mussten, wie alle anderen 9er, nach einer Vorbereitungs- und Durchführungszeit im Rahmen einer Projektprüfung ihr Thema präsentieren. Gerade einmal zwei bis zweieinhalb Jahre in Deutschland setzten sie Maßstäbe.

 

 

Für völlig unerwartete schöne Momente am Rand von Schule und Schulgarten sorgte der Kulturverein, der sich in „meinem“ Kunstraum beinahe jeden Sonntag immer aktiv zum musizieren zusammenfindet. Auch an diesem Sonntag, dem dritten Tag des Zuckerfests, trafen sich die Mitglieder und es wurde viel Kulinarisches mitgebracht. Man sah mich im Schulgarten werkeln und schon stand der erste Teller mit Leckereien da!

 

Mit dieser Stärkung ließ sich die Ernte von griechischem Bergtee und Zitronenmelisse entspannt auf der roten Bank putzen und bündeln, bevor sie in Ruhe zu Teekräuter trocknen dürfen.

 

 

Zuhause wird genäht

Die vor Monaten angedachten Babyquilts sind in meiner Freizeit jetzt wirklich Thema. Vorsichtig angefragt, welche Farbe denn gewünscht ist, habe ich mich inzwischen in Sachen Stoffen eingeblaut. Allerdings muss ich jetzt wirklich langsam voran kommen, sonst sind die Babys schneller da als ich mit einer weichen Unterlage, bzw. warmen Decke!

 

 

 

Filmtipp!

Amelie rennt! – Trailer

Es war der erste Film, den ich komplett in diesem Schuljahr mit einer Klasse schaute. Nicht der Film der ersten Wahl meiner Kollegin und mir, doch nachdem sich der Wunschfilm im Fundus nicht auffinden ließ, musste aus den vorhandenen DVDs ausgewählt werden. Nach etlichen gelesenen Rückseitentexte fiel die Entscheidung auf diesen Film – gute Wahl, wie sich bei der gemeinschaftlichen Filmzeit der beiden 8er-Klassen erwies. Spätestens das anschließende Gespräch mit den SchülerInnen zeigte, der Film kam bei den 13- bis 15/16jährigen an. Die Geschichte der jungen Amelie, die trotz Asthma einfach leben möchte, nicht in Watte gepackt, ist meines Erachtens für jung und alt sehenswert aufbereitet.

Leider sind meine Erichs nicht so handzahm, wie das im Film gezeigte Eichhörnchen.

 

 

Katzenkino

Die beiden Flohträger zerlegen das hängende Futterhaus inzwischen wirklich systematisch, vor allem der scheuere Erich der Braune. Alles halb so wild, außer die Flöhe! Yuck! Egal welche Sorte an Flöhe, ob von Hunden, Katzen, Hoppeltieren, Federvieh und Wildgetier, ein Meter reicht und ich werde gekapert, feindliche Übernahme, Widerstand ist zwecklos. Flöhe lieben mich! Vorerst füttere ich keine Vögel (und Eichhörnchen) mehr, bis ich die Vogelfutterhäuser vor Fremdfressern gesichert habe. Meine Erichs werden nicht zu kurz kommen. Sie bekommen ihren eigenen Futterplatz. Ihre ganz persönliche Mensa ist schon im Bau.

 

Macht’s  gut und bis die Tage,

Karin

 

 

 

 

 

 

 

12 von 12 im Juni 2018

und …

Schafskälte light und nass

1 Schon die Nacht brachte, nach den Regenperioden des Vortags, etwas Frische mit sich. Echte Abkühlung sieht anders aus, doch sie reichte um die Strickjacke morgens anzuziehen, wie den Regenschirm einzupacken. Vor zwei Jahren war es nicht anders (Link), weshalb ich den verregneten Erich aus dem Archiv herausholte. Allerdings saß er heute morgen genau so in der Birke und fand sein Leben zum k****, denn auch beide Futterhäuser waren leer. Zu kalt, zu nass, zu wenig Zeit um diese aufzufüllen. Ich fand die Aussicht auf den Tag nicht weniger toll, doch schaffte ich es positiv zu denken und mir etwas Gutes zu tun.

2 Ich füllte meine Futterbox mit unverpackt gekauftem Gemüse vom Markt, geputzt, geschnippelt und abgepackt in meine Blechdose. Langsam hat sie Benutzungsspuren, YEAH! Die Spiegelung von meinem Saftkrug im Deckel animierte mich im Laufe des Tages die Augen aufzuhalten, wo ich noch mehr finden kann. Es war schwierig. Der Schultag war lang und es war zudem der letzte Durchführungstag der Projektprüfung für die 9er, mit Abgabeschluss der schriftlichen Dokumentation.

3 Mittagspause und unterwegs in die Innenstadt um eine Postsendung abzuholen, als der Regen wieder einsetzte.

4567 Farbenspiel und Nebenschauplätze am Bahnhof

8 Kleine Sternstunde im Fach Natur und Technik. Geplant war im Garten zu arbeiten, doch pünktlich zum Unterrichtsbeginn goss es wieder in Strömen. Mit den Schülern sichtete ich das letzte verfügbare Material und aus den Resten entsteht nun ein neues, niedriges „Hoch“-Beet. Bis auf den Einsatz der Bohrmaschine und dem Akku-Schrauber lief alles in reiner Handarbeit – selbstständig, fachlich und sachlich richtig.

Solche Stunden tun mir so gut!

9 Der Aufreger des Tages – der Kirschbaum steht HINTER dem Bauzaun! Und die Bauarbeiter haben eine Leiter an UNSEREN Baum gestellt!! „Frau Be, dürfen die das?“, war die aufgeregte Frage. Ich war auch traurig nicht einmal eine Kirsche abbekommen zu haben, doch der Baum ist, dank besserer Leitern, dieses Jahr beinahe professionell abgeerntet worden. Nicht einmal den Vögeln wurde etwas übrig gelassen.

10  und 11 Selbst nach Unterrichtsschluss am Nachmittag schüttete es noch auf meinem Heimweg.

12 Zuhause wartete der Rest vom gefrorenem Joghurt, den ich mir mit Rosenzucker aufhübschte und versüßte. Lecker!

 

Zwölf Eindrücke am Zwölften eines Monats ist das Thema, das Caro von Draußen nur Kännchen jeden Monat anbietet und ich mache mit. Mehr Geschichten von diesem Tag im Juni 2018 gibt es hier.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Apropos Schafskälte: Regen und Abkühlung um diese Jahreszeit sind nicht ungewöhnlich -> Link

Woche 23/2018

und …

Hauptsache es geht in den Garten, egal in welchen!

Brandkraut

Der schönste Tag der Woche war für meine SchülerInnen eindeutig der Montag. Ich mag Montage auch nicht, habe zum Glück das zweite Jahr in Folge unterrichtsfrei an diesem Tag, doch dieser Wochenbeginn lief anders. Gleichzeitig Schulbeginn nach den Pfingstferien, begann für die SchülerInnen des Schulzentrums, in dem ich unterrichte, dieser Schultag mit einem freien Tag. Stromausfall, seit dem Unwetter von Donnerstag auf Freitag. Der Hauptschalter im Verteilerhäuschen ließ sich, altershalber, nicht einfach wieder auf „an“ wuchten, bzw. er ließ sich nach einer Säuberung zwar mit vereinten Kräften bewegen, nur ohne Wirkung. In der örtlichen Tageszeitung (Bericht) fand dieser Unterrichtsausfall, der eine Realschule und eine Werkrealschule betraf, keine Erwähnung. Letztlich ist das auch egal, denn für uns Lehrer, alle, bestand Anwesenheitspflicht. Ich mag Montage wirklich nicht, nicht erst seit die Boomtown Rats mir musikalisch beipflichteten (Link). Nebenbei ist „I don’t like Mondays“ untrennbar mit einer Urlaubs- und Autogeschichte verknüpft. Blöd nur, es war nicht mein Auto, weshalb es bei Astrids Linkparty zu unseren Geschichten, wie Erfahrungen mit Autos nicht auftauchen wird (schade eigentlich, denn alleine diese hatte alles in sich, was eine Geschichte ausmacht. Ich schweife ab. 😉

Irgendwie gespenstisch empfand ich die Atmosphäre im Schulhaus. Gleichzeitig wurde nicht nur mir bewusst, in welchem Ausmaß die technischen Geräte um uns herum die Umgebung beschallen. Ein Schulhaus ohne Schüler ist leise, ohne Strom tatsächlich geräuschlos, und dunkel. Da ging ich doch lieber in den Garten, der es nach den Ferien dringend nötig hatte, dass jemand Hand anlegte! Unkraut allüberall, wie dieser hübsche Feinstrahl.

Meine schönsten Arbeitstage – tatsächlich im Plural! – waren dann der Mittwoch und der Donnerstag. Gut 100 km entfernt von meiner eigentlichen Dienststelle durfte ich, wie letztes Jahr (Link), am Landesschulzentrum für Umwelterziehung, LSZU, in Adelsheim einen Lehrervorbereitungskurs unterstützen. Dieser Schulgarten ist mein Traum, obwohl ich mit meinem eigenem, wachsenden Projekt schon glücklich bin. Doch es ist ein ganz anderes Arbeiten mit motivierten Kolleginnen und Kollegen Projekte zu verwirklichen, wie diese kleine Sitzecke.

Da das Material nicht so wirklich schick für zwei Sitzbänke gereicht hatte, stand ich unverhofft an der einer mir unbekannten Kreissäge um eine neue Idee voranzubringen. Statt einer zweiten, sehr kurzen Sitzbank, standen dafür zwei Sitzhocker im Garten – kaum fertig, schon von Schülern besetzt/besessen.

Auch in diesem Jahr schaute ich nach, ob sich der Hirschhornkäfer, der sich vor Jahren in einem neu angelegten Hochbeet angesiedelt hatte, wieder zeigt. Leider nicht, doch ich habe zum Glück immer noch die Fotos von diesem beindruckendem Insekt.

Dienstag und Freitag, als normale Schultage zum Schuljahresende mit Abschlussprüfungen, Schulabschlussvorbereitungen, regulärem Unterricht, und den üblichen Überraschungen könnte ich in Worte fassen. Sie liegen mir auf der Zunge und in den Fingern kribbelt es. Allein es siegt die Vernunft. Nur so viel, ich brauche keine zusätzlichen Aufreger und mache auf dieser breiten Ebene kein Fass auf.  „In Sachen Schule versteht sich jeder als Bescheidwisser, weil er diese einmal besucht hat!“, gab einer meiner Dozenten aus meiner Lehrerausbildungszeit uns mit auf den Weg. Als Junglehrerin belächelte ich Herrn M. ob dieser Aussage. Im Laufe meiner Dienstjahre erinnerte ich mich immer wieder an diese Worte, vor allem wenn wieder ein neuer Bildungsplan auf den Weg geschickt wurde. Inzwischen, mitten drin im Ergebnis dieser Kultusreformen in Ba-Wü, die von Menschen gemacht wurden, weil sie mal zur Schule gegangen sind, bade ich wieder einmal zusammen mit den Schülern diese aus und versuche dort wo die Reformen ankommen sollten zu retten, was zu retten ist. Warum werden neue Ideen nicht zusammen mit den Leuten überlegt, die dort arbeiten, wo neue Entwicklungen hin gehören?

Wunsch. Traum. Ausgeträumt.

Vielleicht sollte ich mich wie diese Biene im Baldrian einfach abhängen lassen.

 

Dagegen verbrachte ich den Sonntag mit Rechnungsprüfung als Beirätin der Wohnungseigentümer meiner Wohneinheit. Viel lieber hätte ich mit Gesumm und Gebrumm das Wochenende genossen.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Pflanzenfarben aus Birkenblättern #2

oder …

Von brodelndem Pflanzenmaterial zu Malfarbe, Farbpigmenten und Malversuchen

 

Am Anfang stand der große emaillierte Topf, ehemals als Bräter in meiner Vor-Vegetarierzeit genutzt, auf dem Herd. Gefüllt mit einer ordentlichen Portion getrockneter Birkenblätter und Wasser simmerte alles vor sich hin und in der Küche duftete (roch, stank – je nach Geruchsempfinden) es für meine Begriffe wie zu Zeiten, als ich mit meiner ehemaligen Schwiegermutter Teppichwolle färbte.

Im Gegensatz zu früher verzichtete ich bei der Herstellung vom Farbsud auf irgendwelche Zusatzstoffe und verwendete nur Birkenblätter und Wasser, mehr nicht. Entsprechend unspektakulär fiel auch das erste Färbeergebnis beim im Sud schwimmenden Wollstrang aus. Zum Malen war die in Brühe in diesem Stadium ebenso wenig geeignet.

Abgeseiht von den Pflanzenresten  kochte ich den Sud ein und filtrierte die restliche, ziemlich braune Brühe. Dieser Vorgang dauerte eine gefühlt Ewigkeit, Tage, um mir ganz zum Schluss ein paar grünliche Partikel im Filterpapier als „Ernte“ zu bieten.

Ich spreche jetzt mal nicht darüber welche Assoziationen mich im ersten Moment überkamen, als ich die getrockneten Reste, aus dem Filter abgeschabt, vor mir liegen hatte, sondern lieber über die magere Ausbeute an Farbpigmenten. Enttäuschend! Inzwischen etwas klüger werde es noch es noch einmal versuchen, doch zuerst zur Weiterverarbeitung der paar Brocken Farbpigmente.

Im Mörser zerkleinert, und durch ein zweckentfremdetes Glasursieb gearbeitet, freute ich mich schließlich doch über das Ergebnis. Egal wie groß die Ausbeute schließlich war, es hatte geklappt!

 

Der restliche Sud, der vom Filtrieren übrig blieb, erwies sich überraschend vielfältig, dass ich meine Pinsel wieder herausholte.

Zwar nicht in erhofftem grün, sondern in einer Reihe von Gelbtönen sammelten sich Linien und Druckmuster auf Resten von Papierstreifen.

 

Zum Schluss reichte die Doppelseite in meinem Musterbuch gerade zur Dokumentation der vielen Schritte zur Farbherstellung aus, einschließlich der aus der ersten Versuchsreihe (Link).

 

Von den Malproben schafften es ein paar Stücke als Bild an die Wand.

 

Bis die Tage,

Karin