oder …
meine Kategorien und ich
Endlich hatte ich Rosatöne auf Wolle gefärbt bekommen, die mir für die Mammutaufgabe, von der ich in der 32. Woche berichtet hatte – Link , fehlten. Das gute Stück hätte eigentlich schon Ende August fertig sein sollen, doch nun bin ich erst einmal froh über den aktuellen Fortschritt.
Am Ende dieser Woche sind 180 Quadrate gesichtet, 49 davon repariert, Löcher geflickt und manche komplett überarbeitet worden. Letzteres versuchte ich so nah wie möglich zum Original hinzubekommen, um den ursprünglichen Charakter, die Handschrift meiner Schwiegermutter, zu erhalten. Im Grunde leistete ich Restaurationsarbeit.

Die nachgefärbten Rosatöne passten sich wunderbar ein. Bis ich sie endlich hatte musste ich mich durch eine Reihe Farbtöpfe arbeiten, bis ich zwei fast erschöpfte Küpen aus Krapp und Cochenille hatte. Die, zusammengeschüttet, ergaben dann tatsächlich die Farben, die mir in der Restekiste mit Naturmaterialien gefärbter Wolle aus den 1980ern mittlerweile fehlten. Wenn das nicht geklappt hätte, weiß ich nicht, was ich dann gemacht hätte.

Ab jetzt ging das Sticken flott voran, wenn der Stuhl von meinem Arbeitsplatz nicht ständig besetzt gewesen wäre. Kaum aufgestanden übernahm der Sorgenkater meinen Platz – leider nicht zum Sticken.

Das nächste Problem tauchte auf, als die letzten Fadenstücke von zwei Blautönen verarbeitet waren. Vom reinen Indigoblau habe ich noch reichlich, was fehlt ist helles Blau und die Bandbreite von Blaugrün in allen Schattierungen.

Für eine Indigofärbung habe ich zwar die Farbstoffe und Zusätze, aber keine gesponnene Wolle, schon gar nicht auf die Schnelle. Der Gedanke an Wolle färben bei diesem Wetter machte ebenfalls keine Laune. Das Internet mit seinen einschlägigen Verkaufsportalen bot nur Mengen an, die mir zu viel waren, zudem nicht besonders günstig. Wieso ich nicht an meine beiden Adressen für Rohwolle, fast um die Ecke liegend, dachte, ist mir ein Rätsel, doch zum Glück fiel mir dann die wichtigste Adresse wieder ein und die Fahrt dorthin erhellte meinen Tag! Es hatte sich gelohnt! Ich bekam meine Blautöne.

Es kann weitergehen!
Was macht das Um-, Auf-, Wegräumen?
Es geht voran, doch, wie im alternativen Titel erwähnt, ist meine Idee nach Kategorien Ordnung zu schaffen eine Sache für sich.
Ich betone es wieder, die Kategorie „Kleidung“ ist ideal als Einstieg, zum Üben und Einarbeiten. Das gilt zumindest für Menschen, wie mich, die nicht gerne Shoppen gehen, wodurch der Inhalt vom Kleiderarsenal überschaubarer ist. Trotzdem war einiges in die Kleidersammlung, den Second Hand-Laden und in die Tonne gewandert, bis ich mich wohl fühlte.
Die Kategorie „Fundus“ oder „Materialsammlung“ ist dagegen bei etlichen gelebten Interessen ein Fass ohne Boden!
All die (an)gesammelten Materialien und Utensilien gilt es in eine übersichtliche Ordnung zu bringen und in mein Wohnkonzept zu integrieren. Was zuvor im Tetris-Verfahren in der Garage, im Keller, in der Wohnung oder im Garten ver- oder aufgeräumt war kommt auf den Tisch, wird zugeordnet und hinterfragt.
In dieser Woche konzentrierte ich mich nur auf die verschiedenen Messer, zum Schneiden von Papier, Pappe, Folie. Dazu sammelte ich Glasschneider zusammen, die Schnitzmesser … und am Ende schnitzte ich, statt weiter zu sortieren. Zumindest liegen an allen fünf Orten, wo sie gebraucht werden, frisch mit Messern bestückte, funktionierende Cutter. Das ist doch zumindest schon etwas.

Bisher bekam ich nur die Wolle sortiert, eingeteilt, organisiert und fast fertig verräumt. Für die Boxen mit nach Stärken und/oder Farben sortierter Wolle zum Stricken fehlt noch das Regal.

Die pflanzlichen Fasern haben noch kein einheitliches Lager. Die verteilen sich noch gebündelt, geschnürt, gewickelt in Kisten, Boxen, Kissenbezügen, … wo ein freier Platz ist … oder es wird kurz mal wieder eine Schnur gedreht.

Wichtig ist, es geht voran. Auch wenn das ganze Projekt andauern wird, es wird richtig gut.
Ansonsten
… in Auszügen …
- das Strickwerk stagniert, teilweise, weil immer wieder die Kater die Strickplätze blockieren

- eins meiner ganz alten Spinnräder baute ich um. Es hat nun zwei Trittbretter. Der Preis vom Bausatz ließ mich erst einmal schlucken, knapp 200 Euro. Andererseits waren 250 DM für mich in den späten 1970ern ein kleines Vermögen, auf das ich, als junge Studentin, lange sparen musste. Heute kostet dieses Spinnrad mehr als 600 Euro. Doppeltritt-Spinnräder sind noch teurer. Da lohnte sich der Umbau, zumal ich positiv überrascht war, dass die neuen Teile perfekt auf das alte Rad passten.
- ein interessantes Gespräch mit meinem Sohn geführt, bezüglich KI und der Span-Flut in meinem Kommentar-Postfach. Seine Sicht und Erklärungen als Programmierer und Informatiker brachten mich nun soweit, dass ich – zumindest vorübergehend – mit dieser Pest in etwa so umgehe, wie mit meinen Schleimern im Garten. Sie sind da und wir werden sie nicht mehr los. Wobei die Schnecken wenigstens einen echten Nutzen im Nahrungskreislauf haben, der auch mir letztlich zugute kommt. Die Spams bringen mir nichts, außer dass sie nerven und ich bin diejenige, die sich nerven lässt oder nicht. Wegschieben funktioniert auch ohne den Puls hochzutreiben.
Interessant ist die Veränderung der Spam-Kommentare. Sie machen immer mehr Sinn, haben Bezug zum Blogpost, doch beim genauen Hinschauen sitzen die Server in den USA, Bahrain, etc. und die Mailadressen haben Länderkürzel von werweißwoher. Aktuell kommen sie aus Polen und der Türkei. Wusch weg und gut ist. - mir eine Schnupfennase eingefangen, Mist aber auch! Ich habe nicht aufgepasst und nicht daran gedacht, dass ich im Garten einfach früher aufhören muss, bevor es mir kalt wird.
- …
Ohrwurm der Woche
Zur Geschichte mit dem Spinnrad passt 1979 von den Smashing Pumpkins …
Was mir das Wochenende bringen wird?
Wahrscheinlich werden mich das Wetter und die Rüsselpest etwas ausbremsen. Den Besuch beim jüngsten Lieblingsmenschlein habe ich schon abgesagt.
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot