oder …
Lust auf Flechten und Binden
Vergangenes Wochenende hatte ich an der Brennnessel-Werkstatt vom Wollwerk auf dem Albgut in Münsingen teilgenommen. Mechtilde Frintrups Brennnesselbuch hat mir, seit ich es entdeckt hatte, bisher viel geholfen an die Fasern der Pflanze zu kommen. An diesen beiden Tagen nun wollte ich sie persönlich kennen und von ihr noch etwas dazu lernen.
Papier aus Brennnesselfasern hatte ich bisher nur als Nebenprodukt ausprobiert und ich fand es faszinierend, wie schön es, gezielt hergestellt, herauskommt.


Hatten wir am Samstag vor allem mit frischer Brennnessel gearbeitet, ging es sonntags an die Fasern von getrockneten und gerotteten Stengeln.
Es ist ein langwieriger Prozess, die Stengel zu knacken, zu teilen und die harten Bestandteile so herauszubrechen, dass lange Streifen mit Faseranteilen übrig bleiben. Doch es lohnt sich danach noch zu rubbeln und zu reiben, bevor mit Kämmen gearbeitet werden kann. Darüber schreibe ich ein anderes Mal genauer.!
Wenn schließlich Fasern entstehen, die versponnen werden können, ist die Freude darüber groß. Gefühlt entstehen jedoch 50% Ausschuss. Das ist kein wertloser Abfall, denn mit Karden können spinnbare Faserbüschel herausgearbeitet werden. Selbst der allerletzte Rest ist noch brauchbar, in der Faserküpe für die Papierherstellung. Das nenne ich Nachhaltigkeit.

Zurück zuhause arbeitete ich an den Fasern weiter.

Vor allem kümmerte ich mich um die beim Kämmen herausgekommen Fasern, zu denen ich meine eigenen Reste aus früheren Versuchen dazu packte. Faszinierend was nach dem Kardieren übrig blieb.


Was für ein Unterschied beim Vergleich der von Hand gedrehten Schnur aus langen Fasern und dem gesponnenen Faden aus dem kardierten, flaumigen Faserpuschel.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis aus den langen Fasern.
Gartenzeit
Meine Gartennachbarn sind aus dem Urlaub zurück und endlich habe ich wieder mehr Zeit für den eigenen Garten. Die vergangenen Sommerwochen hatte ich immer mindestens einen zweiten Garten zu versorgen. Das werde ich nächstes Jahr anders machen. Hoffentlich erinnere ich mich dann auch an diesen Vorsatz.
Erste Tat in dieser Woche war das Auflösen der Dekoration mit Kürbissen für ein Sommerfest. Leider bekam ich ein Video der Veranstaltung und kein Foto. Schade, doch ich weiß zumindest, dass sie passend für die Veranstaltung gewesen war. Ein kleiner Teil der Kürbistöpfchen blieb bei mir. Die Kürbisse selbst wanderten zurück in die Verkaufskiste, das Stroh liegt unter den Stangenbohnen.

Als nächstes schnitt ich die vertrockneten Halme vom Zitronengras heraus, um dann die Riesen-Segge auszubuddeln. Es hatte endlich etwas geregnet, was die Arbeit erleichterte. Es ist wirklich keine schöne Sorte an (Zier-)Gras und ich hoffte zumindest das Zeug verarbeiten zu können. An die frei gewordene Stelle platzierte ich die Töpfe mit den Korbweiden.
Es blieb sogar noch etwas Zeit den Frühbeet-Bausatz zusammenzubauen und aufzusetzen.


Keinen Tag verließ ich den Garten ohne etwas für den Menüplan der Woche mitzunehmen. Die Pfirsiche wachsen eigentlich auf einem Baum in einem der Nachbargärten, doch einige der reifen Früchte purzelten freundlicherweise auf meine Beete. Von den Mexikanischen Minigürkchen kann ich dieses Jahr reichlich pflücken. Inzwischen wuchern diese beiden Pflanzen den großen Teil des Hochbeets zu. Im nächsten Sommer werde ich sie in einem eigenen Beet anbauen und ranken lassen.

Auch die Stangenbohnen rankten üppig, aber tragen keine Bohnen. Es kamen dieses Jahr bisher gerade einmal zwei Portionen zusammen, die als solche bezeichnet werden können. Dafür reift es weiter an den Tomatensträuchern, dass ich regelmäßig Früchte ernten kann.
Komme ich zum nächsten Punkt.
Küchenwerkstatt
Im Backofen brutzelten die nächsten Tomaten. Viele waren durch den Regen aufgeplatzt, dass ich sie zügig verarbeiten musste. Mit weiteren Zutaten aus meinem Garten gab es Tomatensoße.

Auf dem Herd stand parallel dazu ein Lammeintopf, für die Helfer, die sich hoffentlich bald für die eine oder andere Renovierungsaufgabe einstellen.

Flecht- und Bindewerk
Im Garten sorgte die Menge an frischen und getrockneten Grashalmen für Abwechslung. Ein Blumentopf, den ich häufig zum Sammeln von Faserresten verwende, bekam einen Deckel. Diese Idee hatte ich auf dem Campus Galli gesehen. Ich erinnerte mich daran, als Wind aufkam, der mir die feinen Brennnesselreste vom Tisch wehte. In der rauen Keramik bleiben Fasern zwar hängen, aber mit einem Deckel versehen kommt auch nichts Zusätzliches in den Topf.

Das dunklere Zitronengras reichte leider nicht für den kompletten Deckel, weshalb die Seiten aus den Halmen der Seggenart entstanden. Das Gras drehte ich leicht zusammen, bevor ich es mit einem Leinengarn mit der Vorreihe zusammenband.
Für ein Erstlingswerk finde ich es ganz passabel. Die Fehler sind auf der Schattenseite. 😅

Ansonsten
Diese Woche schrieb ich an dieser Stelle fleißig und täglich Berichte, was ich sonst nicht mache. Die sind nun wusch und weg, weil mir das einfach viel zu viel erschien und zu persönlich.
Vielleicht tauchen Teile an dieser Stelle in der nächsten Woche auf, wenn es mit meinen Renovierungstätigkeiten voran geht. Die Vorbereitungen laufen, mit Stolpersteinen, Erfreulichem und neuen Überlegungen.
Ohrwurm der Woche
Älter als ich …, 1952 entstanden, Bertha Mae Lightning mit Ain’t no man can handle me.
Was mir das Wochenende bringen wird?
Ich werde es mir ruhig gestalten, ohne körperliche Anstrengung.
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot