oder …
Frühlingserwachen, nicht nur in den Beeten
Der März 2026 war nicht mein Gartenmonat. Die geplanten Instandhaltungsmaßnahmen blieben in der Planung stecken und hängen dort weiter ab. Jetzt entdeckte ich einen weiteren Schaden am Dach der Gartenhütte.
Zum Glück zieht die Natur ihr eigenes Ding durch und viele Insekten sind froh darüber, wenn sie freien Zugang unter das Dach bekommen. Andere freuen sich, wenn nicht schon im zeitigen Frühjahr in den Beeten herumgeackert und geschnitten wird.
Meine Magnolie bemühte sich nach den Frostschäden um etwas Blüte und der daneben stehende Rhabarber steht da, als ob ihn nichts unterkriegen könnte.
Seit ich den Garten gepachtet habe hat die Magnolie noch nie schön geblüht. Eine Chance bekommt sie noch, sonst droht ihr das, was der Quitte in Nachbars Garten geschieht – sie ist hinter ihr zu sehen – da wurde am Wochenende die Säge angesetzt.

Umso besser stehen einige Kräuter da, wie der Liebstöckel und der Estragon, der sich sein Habitat mit einigen Tulpen teilt.

Tulpen haben gerade den Staffelstab von den Narzissen übernommen.

Es blüht allüberall!
Alle Beerensträucher und viele Obstgehölze sind in Blüte oder stehen in den Startlöchern. Mich wundert gerade, warum der Braeburn-Apfel schon sichtbare Knospen trägt und der Augustapfel noch schlummert.

Dafür blühen die Zwetschge und die Felsenbirne, wobei letztere so unfotogen am Kompost steht – vor allem am Kompost meiner Gartennachbarn. Deren Kompostlegen werden als Zwischenlager für allerlei Gartenzubehör genutzt, kreuz und quer und in bunter Folie eingepackt.

An den Seitenstreifen blüht der Japanische Wasabi und ein kleines Stückchen weiter bildet der Färberwaid seine Knospen. Die Forsythie gehört einem anderen Gartennachbarn. Ich irritiere meine anfliegenden Insekten nicht mit Scheinblüten und halte meine Pflanze kurz.

In den Beuteln der Kaltaussaat hat sich tatsächlich einiges Grün entwickelt. Vor allem die Weberkarde und der Schopfsalbei fanden es sichtbar gut in dieser Variante von „Frühbeet“. In einem der Beutel hatte ich auch Saatgut von Lupinen, das ich vor zehn Jahren an den Fürstengräbern nahe der Heuneburg gesammelt hatte. Es hat gekeimt!


Die Lupine fühlt sich im neuen Zuhause bisher ganz wohl.

So langsam leert sich das Winterlager für die frostempfindlichen Pflanzen. Sie standen seit November in der Hütte an den Fenstern.
Als erstes zogen die Zitruspflanzen aus. Sie stehen schon seit Ende auf Februar auf der Veranda, windgeschützt natürlich. Inzwischen zogen auch die Duftgeranien ins Freie. Ihnen war es in der Frostperiode selbst in der Hütte zu kalt gewesen und sie haben gelitten. Mal sehen welche Sorten mir erhalten bleiben.

Ich werde mir keinen Ersatz besorgen und eher auf einheimische Pflanzen setzen.

Auf der Wiese – kein Rasen – hoffe ich weiter auf Vielfalt. Im Frühjahr zeigt sie sich mit dem Sprießen vom Kleinen Wiesenknopf und der Blüte der Braunelle.

An den Schattenstellen rund um die Gartenhütte steht an einer Stelle Bärlauch, kurz vor der Blüte, und Waldmeister auf der noch schattigeren Seite.


Von den Frühlingsblühern sind die Anemonen und die Schachbrettblume meine ganz besonderen Freundinnen. Sie ziehen sich nach ihrer Saison völlig ein und sind dann wusch weg. Ohne gutes Gedächtnis oder Markierung sind sie im Lauf des Jahres dann bei Grabungen völlig wusch und weg.


Hier und da konnte ich schon Kräuter ernten. Schnittlauch und Oregano, Estragon und Liebstöckel können schon geschnitten werden, der Thymian sowieso.

Auf den Ackerbeeten herrscht fast noch Stillstand bei mir, bewacht vom Wächter-Adler, oder Geier-Adler. Seine Flügel sind zwar angeschlagen, doch sind beide wieder vorhanden, nach Reparaturmaßnahmen, die den Winter überstanden haben!

Drei kurze Zwiebelreihen bekam ich noch gesteckt bevor sich Wolken vor die Sonne schoben und der Regen einsetzte. Auch gut.
Der Frühling ist angekommen. Wie schön!
Der Wochenrückblick #15 entfällt.
Danke für’s Vorbeischauen.
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot
Kommentare
Seit Freitag Abend sollte es hier regnen, nicht viel, aber nehmen wir alles 😉 es ist nämlich schon wieder trocken. GottseiDank fing es gestern Abend dann an. (Hatte schließlich am Rasen angefangen, muss noch etwas Sand einarbeiten, dass hab ich nicht mehr hinbekommen, sonst nützt ja Vertikutieren nix. Und gewisse Blumen dürfen im Rasen bleiben)
Bei Dir ist der Rhabarber schon soooo groß? Und Estragon? Beides hier noch nicht da. Ðer Thymian schmeckt auch noch etwas fade. Aber mit erster Pfefferminze kann ich dienen. Fleißig warst Du und ich hoffe, Du bekommst das Dach wieder dicht, auch wenn die Insekten es gleich ausnutzen. 😉
Deine Post ist zwar verpackt, aber liegengeblieben. Nächste Woche…
Liebe Grüße und schönen Sonntag
Nina
Es ist nur ein Rhabarber, der sich mit Wachsen so beeilt hat. Die beiden anderen Stauden sind lange noch nicht so weit.
Im Garten war ich tatsächlich noch nicht wirklich zugange. Außer die Pötte rausstellen, Zwiebeln stecken und die mediterranen Kräuter scheiden habe ich vor allem geschaut, was gerade passiert.
Meine Pfefferminze ist bisher nur an kleinen Knubbeln, die aus dem Boden schauen, zu erkennen. Da sind Estragon und Schnittlauch schon viel weiter.
Den Schaden am Dach habe ich an Gartennachbarn delegiert und hoffe, die bekommen das hin. Ich bin aus dem Alter raus, um auf ein Vordach zu steigen, abgesehen davon steige ich nicht mehr als drei Stufen auf einer Leiter hoch.
Schönen Sonntag und viele liebe Grüße
Karin
Es ist wirklich schon viel los in deinem Garten! Bunte Blüten, Kräuter, Färberpflanzen… Spannend finde ich, dass die Lupinensaat nach so langer Zeit aufgegangen ist.
Schachbrettblumen und Küchenschellen mag ich auch sehr, kenne aber auch das Problem des „Verschwindens“ dieser Schönheiten.
Weiterhin ganz viel Freude an Garten!!
Liebe Grüße von mano
Über die Lupinen freue ich mich, war dieser Tag an der Heuneburg und den Fürstengräbern, als ich die Samen sammelt, ein ganz besonderer.
Jetzt muss ich allerdings schauen um welche Lupinenart es sich handelt. Manche sind als Neophyt invasiv, andere sorgen für Allergien, ansonsten sind sie giftig. Nun denn, ein paar Pflänzchen möchte ich behalten und kultivieren.
Der Garten muss nun wieder ein paar Tage warten,
mit vielen Grüßen
Karin
Dein Garten steckt vielversprechend im Frühlingsmodus. Sehr schön, wie alles blüht. Die Idee mit den Plastikbeuteln zur Anzucht ist grossartig!
Mein Kalender riet mir gestern vom Zwiebel stecken ab, also bin ich Tannzapfen sammeln gegangen.
Einen gemütlichen Sonntag wünsche ich dir.
Regula
Diese Anzuchtmethode für Kaltkeimer habe ich aus dem Internet und bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Die Zwiebeln steckte ich schon Anfang April, waren ja auch nur eine gute Handvoll Steckzwiebeln. Gestern war die Aussaat der Tomaten dran – der Kalender meinte es wäre ein guter Zeitpunkt.
Schönen Sonntag und viele Grüße
Karin
Das war mal spannend zu lesen, was sich in deinem Garten tut! Und wie unterschiedlich sich doch in den diversen Regionen der Frühling zeigt.
Sonntagsgrüße!
Astrid
Keine zehn Kilometer weiter, egal in welcher Richtung, sieht die Natur auch schon wieder anders aus. Das verblüfft mich jedes Jahr aufs Neue.
Ich freue mich schon auf die Apfelblüte, die im Ammertal – einem Naturschutzgebiet zwischen Herrenberg und Tübingen – besonders schön zu beobachten ist.
Viele liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Karin
Ja auch bei uns hat die Gartensaison schon begonnen, Salate wachsen schon seit Anfang März im Frühbeet und können schon bald geerntet werden. Wunderbar sehen deine Zitruspflanzen aus und gib den Geranien etwas Zeit, die sind stärker als man meint. Die eigenen Kräuter aus dem Garten sind einfach herrlich.
L G Pia
Die Pflanzen werden ihre Zeit bekommen. In den vergangenen Jahren habe ich schon die eine oder andere Pflanze wieder vom Kompost zurückgeholt.
Dieses Jahr freue ich mich riesig über die erste überwinterte Zitronen-Verbene.
Ohne Frühbeet und mit meiner Schneckenpopulation sind Salate bei mir immer eine Herausforderung. Ich habe Salatrauke gesät. Die und Ackersalat wurden bisher von den Schleimern verschmäht.
Ich wünsche dir einen guten Wochenstart, mit vielen Grüßen
Karin