oder …

Flächen frei räumen und frei arbeiten

Ganz ehrlich, mir reicht es jetzt mit den vollgestellten Flächen, auf denen alles, was ich in den vergangenen Tagen und Wochen angerührt habe, durchzieht, abläuft, trocknet. Ich könnte natürlich einen Schnitt machen und einfach alles abräumen und entsorgen. Doch nein, es steckt zu viel Zeit und Arbeit bisher drin, dass ich diesen Schritt nicht gehen wollte.

Erleichterung stellte sich ein, als ich das letzte große Glas mit Eierschalenweiß abgießen konnte. Ganz offensichtlich habe ich die Schalen nicht so sauber vorbereitet, wie ich gedacht habe. Das war an den Überresten im Sieb deutlich zu erkennen. Eierschalen haben nun einmal innere Häutchen, die Schalenhäute. So gesund diese sein sollen, die müssen weg, sonst klappt es nicht mit einem feinen Pigment. Das erste Häutchen lässt sich meist einfach abpulen, aber das zweite haftet wie angeklebt an der Schale. Nun denn, die nächsten Eierschalen kommen wieder auf die Beete im Garten, mit oder ohne Häutchen.

Als Alternative erwiesen sich, nach einer Empfehlung, Muschelschalen. Vorsichtig geworden, bezüglich der Menge, kamen für diesen Versuch nur vier Schalen ins Glas, zusammen mit einem Espressolöffel voll Zitronensäure und, natürlich, Wasser. Tägliches, mehrfaches Rühren, Wasser auffüllen und drei Mal ein bis zwei Prisen Zitronensäure dazu und das Ergebnis überzeugte, alleine schon ohne den Glibberkram dazwischen.

Nach zwölf Tagen hatte ich das Gefühl lange genug gewartet zu haben, auch wenn im Glas noch etwas beim Rühren klapperte. Von einer Muschel blieb eine Hälfte übrig.

links der Inhalt vom allerletzten Glas mit Eierschalenweiß, rechts das Ergebnis aus Muschelschalen

Einen Tag später ist das Wasser abgelaufen und es zeigen sich die Unterschiede. Das Weiß aus dem Muschelschalen ist klarer und wirkt feiner.

links der Schalenrest, rechts: oben Muschelschalenweiß, unten das letzte Ergebnis aus Eierschalen

Jetzt heißt es wieder warten, bis alles durchgetrocknet ist. Die Rolle, die ich aus dem Inhalt vom letzten großen Glas geformt hatte benötigte dazu eine ganze Woche.

Nebenschauplatz:
Schon einmal die Schale von einem kompletten rohen Ei abgelöst? Ich machte das immer mal wieder mit meinen SchülerInnen. Allerdings meinte ich, aus meiner Erinnerung heraus, dass dies schneller passierte. Die Prozedur dauerte am Ende mehr als zehn Tage. Warum ich es noch einmal ausprobieren wollte? Keine Ahnung. Ich war neugierig.

Bis es mit den weißen Pigmenten weitergeht wird es etwas dauern. Die erste daraus hergestellte Pastellkreide funktioniert als Straßenkreide. Auf dem Papier bremst etwas den Farbauftrag aus. Der Test als Wasserfarbe – ich benutzte dazu die Reste im Mörser – lief besser. Aber ich benötige erst einmal eine Pause.

Werkstatteinblicke

Ansonsten

Ohrwurm der Woche

Klar, es gibt hörenswerteres, als die Sportfreunde Stiller, aber das neue Stück hat wieder Gassenhauerpotential, passend zur Jahreszeit …

Macht’s gut, bleibt gesund, tolle Faschings- oder Karnevalstage und einen schönen Valentinstag


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot 

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Kommentare

Die Chefarztrechnung für meinen Mann kam erst nach über einem Jahr, also da ist noch Luft nach oben….
Deine Experimentierfreude ist also ungebrochen! Irgendwie kommst du auch nach der Pensionierung nicht von der Kreide los 🤣
Die Tomatensoße im Glas macht Sehnsucht nach Sommer…
Bon week-end!
Astrid

Ein Jahr?! Nun, dann gilt es weiter zu warten.
😂 feiner Spaß, denn es ist offensichtlich so, dass mich Kreiden weiter begleiten. Bis zum ersten Kurs im März möchte ich jedoch ein funktionierendes, neues Rezept haben.
Die Tomatenausbeute war sehr übersichtlich, im Vergleich zum Vorjahr. Ich wollte sie nun endlich in Gläsern haben, bevor im März das Saatgut für dieses Jahr in die Erde kommt.
Schönes Wochenende und viele liebe Grüße
Karin

Seit ich in dem Kreidemuseum auf Rügen war, finde ich Kreide total interessant und kann gut verstehen, wie Du da ausprobierst.
Da Du ja auch schon häufiger bei den Materialien zu niedrig ran gegangen bist, kann man auch mal mehr nehmen.
Ich kenn da nur Äußerungen von Freundinnen und Schwiegereltern, wo man kaum daheim und die Post gefühlt vor einem da war. Ich kann da nicht mitreden.
Gute Erholung, eingeäschert im echt schönen Pullover
Liebe Grüße
Nina

Späte Antwort, was seine Gründe hatte.
Kreide finde ich immer wieder interessant und faszinierend. Ganz ist das Thema bei mir noch nicht vom Tisch, denn da sind noch ein paar Dinge offen.
Ich war von der Krankenhausverwaltung darauf vorbereitet worden, dass die Rechnungen spät kommen werden. Bei Todesfällen ist das anscheinend häufig so. Jetzt ist die Rechnung eingereicht und ich warte auf die nächste(n).
Viele liebe Grüße
Karin

deine experimentierfreude ist ungebrochen – wie schön, dass wir daran teilhaben können! ich mag deine kreidefotos sehr gerne! für mich ist es völlig neu, dass man so aus muschelschalen kreide herstellen kann. meine geliebte mönkreide habe ich wohl aus versehen beim umzug entsorgt, ich finde sie leider nicht wieder. sehr nett übrigens vom kater, dass er deine schätze so gut bewacht!!
der pullover sieht wunderbar wintertauglich aus und bänder aus herdwick-wolle stelle ich mir auch sehr schön vor.
liebe sonntagsgrüße von mano

Stimmt, es gibt immer noch Dinge die sich auszuprobieren lohnen. 😊
Die Kreide aus Muschelschalen ist immer noch nicht getrocknet, aber sie ist vielversprechend. Zumindest zeigten es die ersten Versuche mit Bruchstücken.
Schade um deine verlorene Kreide. Meist hängen an diesen Stücken noch Erinnerungen dran, die den Verlust noch steigern.
Der Pullover ist deutlich angenehmer zu tragen, als das Ergebnis aus der Herdwick-Wolle. So kuschelig diese Tier aussehen, ihre Wolle ist es (leider) nicht.
Viele liebe Grüße und sorry für den späten Kommentar
Karin

Deine Experimente sehen total interessant und spannend aus. Es macht schon Spaß, nur die Bilder zu sehen.
Ein rohes Ei ohne Schale habe ich noch nie gesehen, das ist der Hammer. Ich hätte mir gar nicht vorstellen können, das dies überhaupt funktioniert. Einfach klasse.
Liebe Grüße,
Claudia

Ich habe diese Idee, die Eierschale von dem Ei zu trennen, aus einer Kinder-Forschungssendung, als meine Kinder noch in diesem Alter waren. Sohnemann musste das unbedingt auch ausprobieren und dann faszinierte das Ergebnis auch meine Klasse. Das schalenlose Ei fühlt sich in der Hand völlig anders an und es verändert zudem seine Kochzeit.
Auch dir die Entschuldigung für die späte Freistellung deines Kommentars und die noch spätere Antwort.
Viele Grüße
Karin

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