… manchmal

oder …

Tschüss 2021 und Happy New Year

Ich beginne heute mit einem Zitat, mit dem Andrea Karminrot im Samstagsplausch ihren Wochenrückblick vom 18.12.2021 schloss:

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit

(Erasmus von Rotterdam)

An diesem Tag unterschrieb ich, bei klirrender Kälte, den Pachtvertrag für einen Kleingarten.

So ist’s und die Katze aus dem Sack, was mich seit sechs Monaten beschäftigt hat.

Im Frühsommer beschloss ich die Versetzung in den Ruhestand zu beantragen – ein Schuljahr noch und dann den Abschied zu nehmen. Gleichzeitig begann ich mich nach einem Garten umzuschauen. Dabei entschied ich mich, nach einer Reihe an Abwägungen, es bei den Kleingärtnern zu versuchen.

Der Wunsch nach einem Garten war mir so wichtig, vor allem im Zusammenhang mit dem Beginn des Ruhestands, dass ich dieses Projekt lange für mich behielt. Anfangs wussten nur meine Kinder von den Plänen, dann meine Lieblingsmenschen. Ich hatte Null Bock auf Für-und-Wider-Gespräche, denn solche hatte ich mit mir selber genug. Zudem habe ich es in der Vergangenheit oft zugelassen mich „zu meinem Guten“ überzeugen zu lassen.
Es war nicht einfach, vor allem dann das Warten, nachdem ich endlich Mitglied bei den Kleingärtnern war und auf der Warteliste für eine Parzelle stand. Und ich wartete, auf einen Anruf, eine Nachricht, ein Email. Wochen. Monate. Das war der Zeitpunkt, als ich einen klitzekleinen Mitwisser-Personenkreis dazuzog, weil ich es nicht mehr aushielt, es völlig untypisch für mich ist, so lange etwas geheim zu halten – Herz auf der Zunge, und so. 😀

Es mag verrückt sein in meinem Alter einen Garten zu übernehmen. Die gesundheitlichen und familiären Rahmenbedingungen sind nicht ideal. Als ich dann auf dem Gelände stand, nachdem alle Papiere unterschrieben waren und die Schlüssel in meiner Hand hielt, fühlte sich alles richtig an und das Gefühl hält an!

Wenn mir das Leben schon kein Haus mit Garten beschert hat kommt ein Garten mit Laube ganz dicht dran. Haken an diese Position meiner nach unten offenen Wish/Bucketlist.

Aus diesem Gartengrundstück meinen Garten zu machen ist mein neues Projekt.

Die Zugabe ist das Sichten und Entrümpeln der Gartenhütte. Oh! Oh! Sack vier landete schon auf der Deponie. Was ich mit dem Adler-Geier machen werde, der im Zentrum einbetoniert ist, wird sich zeigen. Wahrscheinlich werde ich ihn als Wächter an einer weniger exponierten Stelle integrieren.

Das Beet für die Färberpflanzen habe ich schon gerichtet. Die ersten Pflanzen zogen inzwischen ein. Als ich im Schulgarten Krappwurzeln erntete sah ich es nicht ein, das eine oder andere Rhizom nicht gleich umzusetzen.

In dem Zug kam auch gleich die Färberkamille mit.

Aus dem folgenden Blickwinkel lässt sich schon erahnen, dass ich meine Finger hier wirken ließ.

Was diese Woche sonst so brachte?
Weihnachten mit den Lieblingsmenschen und Sohnemann – schön war’s, vor allem der Abschluss, als ich endlich mal wieder mit jemanden ein Brettspiel spielen konnte.

Fünfe gerade sein lassen und den Wecker gepflegt ignorieren – hat geklappt.
Zu viel und zu gehaltvoll gegessen – lecker und egal!
Gestrickt, nach Anleitung – fast fertig!
Noch einmal schöne Post bekommen – Danke! – und nicht nur die üblichen Vertreter zum Quartalsende, Rechnungen, aus dem Briefkasten geholt.

Das Jahr im Rückblick? Kein Bahnhof, kein Flughafen. Nicht einmal der Finger wanderte auf einer Landkarte. Nur ein paar Tagesausflüge in die nähere Umgebung. Ich bin soweit gesund geblieben, meine mir Lieben sind noch komplett, und darüber bin ich froh.

Gelesen. Gesehen. Angehört.

Gartenbücher!

Das grosse Schlummern – ein Artikel in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung), vom 26.12.2021

Dem Boden sei Dank! – ein Artikel der RiffReporter, vom 29.12.2021

Patti Smith: Poetin mit Punk im Herzen wird 75 – ein Bericht auf DW (Deutsche Welle), vom 29.12.2021

Jahresbilanz der Pressefreiheit 2021, Bericht der Reporter ohne Grenzen, vom 16.12.2021 – Video der Reporter ohne Grenzen, vom 11.12.2021

Ohrwurm der Woche.

Nach diesem Jahr war mir musikalisch nach LAUT und dem entsprechend hatte und habe ich an dieser Stelle AC/DC mit Hells Bells auf dem Programm bzw. Ohr.
Dann lief mir an Silvester U2 am Ohr vorbei und flippte die Jungs von AC/DC von ihrer Position. Die Zeile … „nothing changes on New Year’s Day“ … konnte auch mit laut nicht getoppt werden.

Oje, das Teil ist auch schon älter, als meine Kinder!

In diesem Sinn wünsche ich allen LeserInnen alles Gute für 2022.

Macht’s gut und bis die Tage,


Verlinkt bei Andrea Karminrot, bei der ich mich mit meiner Tasse Tee zum Samstagsplausch dazu setze.


Der Löwenzahn vom Titelbild blühte tatsächlich am 31.12.2021 und dicht daneben stand ein Gänseblümchen in den Startlöchern.


Mitternacht.
Abrechnung erledigt.
Tagebuch abgeschlossen.
Pullover fertig.
Vor den Fenstern macht es Knall-Bumm-Kawumm-pfüüüüü-Krach-Peng, in einer Art und Weise, dass ich mich frage, wo die Leute all das Zeug herbekommen haben! Höre ich in der Ferne etwa Kirchenglocken? Oder sind das … 😉 … ich mache das Radio an … Hells Bells 😀
Ich erlaube mir die Lautstärke auf Anschlag zu drehen.
Die Glocken klingen aus. In der Ferne höre ich eine Reihe ausgemotteter Vuvuzelas … 2022 …

Machen wir was aus diesem Jahr!

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Kommentare

Wie schön! Ich bin mir sicher, dass Du Dich in Deinem Garten so richtig nach Herzenslust austoben und ausleben kannst. Eine wunderbare Idee! Den Greifvogel würde ich wohl knallbunt anmalen…
Geknallt wurde hier auch, denn die Schweiz ist nahe. Der sowieso schussfest gewesene Hund ist mittlerweile taub, der kleine Collie löste lieber sein mitternächtliches Intelligenzspiel, als sich aufzuregen. Mir tun wie jedes Jahr die ängstlichen Tiere in der Natur und im Haus leid.
Viel Freude, Optimismus und Gesundheit im Jahr 2022
wünscht
Andrea

Ich freue mich auf die Stunden im Garten. Dass auch hier nicht alles glatt laufen wird ist sicher, dafür muss ich (hoffentlich) nicht wieder mit Vandalismus rechnen.
Meine beiden Kater haben die Ballerei gut überstanden, im Gegensatz zu der Tierwelt in der Nachbarschaft, wie vor der Tür. Das Futterhaus am Katzenkino hatte heute, trotz der frühlingshaften Temperaturen, nur spärliche Besucher.
Gehen wir das Neue Jahr positiv gestimmt an.
Viele Grüße,
Karin

Liebe Karin, nun muss ich dir doch endlich mal schreiben. Ich liebe deinen Blog, ich lese ihr sehr gerne und es ist für mich immer wieder inspirierend, auch wenn mein Leben als Schäferin, mit Hochbeetgarten und Ackerstück schon spannend genug ist. Ich möchte dir nochmals herzlich zu deiner Entscheidung gratulieren, den Schritt als Gärtnerin mit gepachtetem Garten zu wagen. Du wirst es lieben und nicht mehr missen wollen. Einen Platz, an dem alles wächst was du selbst gepflanzt und gezogen hast. Es ist so bereichernd. Von mit bekommst du auf jeden Fall einige Säcke guten Mist, Wolle zum Mulchen und viele Ableger, aus meinem Hochbeet das für so viel Grün viel zu klein ist. Mach weiter so, ich finde es toll wenn Menschen noch Ideen haben und etwas neues Anfangen. Achso, ich habe das ja noch nicht erzählt: Mein neues Buchprojekt über sammeln, damit kochen, gärtnern und haltbarmachen hat schon begonnen und ich freue mich schon auf Anregungen aus deinem Erhahrungsschatz. Grüße Sabine, Schäferin.

Liebe Sabine, schön von dir zu hören und zu lesen! Wie schön, dass du mit einem neuen Buchpojekt wieder zugange bist! Darauf freue ich mich auch.
Das Stückchen Garten, dass ich nun gepachtet habe, ist in Sachen Kräutern absolut minimalistisch bisher und entpuppt sich, wie angekündigt, als Fleckchen mit Potential. 😀
Wir bleiben weiter in Kontakt und Austausch. Das wird sicher klasse, was wir uns für 2022 vorgenommen haben!
Ganz liebe Grüße,
Karin

Das ist ja mal ne tolle Entscheidung! Auch wenn ich nicht so die aufs Praktische bezogene Gärtnerin bin, kann ich deinen Wunsch verstehen und bin gespannt, wie es sich entwickeln wird.
Mögest du die restliche Zeit des Schuljahres heil an Leib und Seele überstehen, dann wird in die Hände gespuckt!
Alles Liebe!
Astrid

😀 Es ist ein ziemlich dickes Ei/Projekt, das ich da ausgebrütet habe. Als es noch vor Weihnachten und vor Jahresschluss klappte – man hatte mir frühestens im Januar/Februar Rückmeldung versprochen – hat mich selbst überrascht und echt aus den Puschen gehoben. Ich kann tatsächlich schon ein Gartenjahr beginnen und ernten, wenn der Ruhestand beginnt.
Jetzt noch gesund bleiben …
Viele liebe Grüße,
Karin

Oh, was für ein wunderbares „Projekt“! Herzliche Glückwünsche zum eigenen Garten und Laube, samt schrägem Vogel (der sich mit Grün bewachsen und berankt sicher gut macht) Eine gute Entscheidung, wenn auch mit Arbeit verbunden. Es ist positive Arbeit! „All mein Mühsal kann mein Gartenspaten heilen“ (R. Waldo)
Ich bin so gespann auf Deine Berichte, steht da ein Apfelbaum auf dem Foto zur nicht so gut zu erkennen?
Der Jahreswechsel hier wieder der ruhig, Hund hat immer Panik, da bleiben wir eh in Mini Runde daheim. Hier gab es auch noch Knaller Vorräte und wohl Einkäufe bei den Nachbarländern. Aber insgesamt ok.
Dann starten wir Mal in ein gutes neues Jahr!
Hab noch einen guten Sonntag und ganz liebe Grüße
Nina

Auf dem Gelände stehen ein Plattpfirsich, eine kleine Sauerkirsche und ein Apfelbaum. Der Vorpächter konnte sich nicht mehr erinnern, um welche Sorte es sich handelt, also muss ich mich auch da überraschen lassen. Es ist schon viel zu tun, aber darauf freue ich mich.
Viele liebe Grüße mit den besten Wünschen für das Neue Jahr,
Karin

Viel Freude im Garten wünsche ich dir. Schritt für Schritt zum Ziel. Du kannst im Garten ja auch ausruhen. Eine Bank wäre das erste, was ich mir hinstellte. 🙂

Das beste Buch für den Garten ist überigens „Spriessbürger“, es lässt dich Arbeit sparen, wo es nur geht. Am Ende gibt der Garten (selber ausprobiert) gar nicht so viel zu tun.

Liebe Grüsse von Regula

Bänke sind vorhanden. Die müssen überarbeitet werden und eine einen Platz an der Sonne finden. Danke für den Buchtipp.
Liebe Grüße,
Karin

Liebe Karin,
das freut mich sehr für dich und ich wünsche dir von Herzen ein Jahr mit Gesundheit, Kraft und ganz viel Gartenglück, ob beim Werkeln oder auf dem Bänkchen sitzen 😊!
Liebe Grüße
Ingrid

ich freu mich sehr für dich! dein garten wird ein kleinod werden. sicher am anfang mit viel arbeit verbunden, aber mit einer die freude macht, auch wenn sie manchmal rückenweh verursacht. aber in der erde zu buddeln und irgendwann erfolge zu sehen, gutes zu verarbeiten, zu schmecken, zu konservieren – das ist einfach toll und du wirst es genießen!
liebe grüße
mano

Mir ist klar, dass einige Arbeit auf mich zukommt, bis dieses Stückchen Erde meine Handschrift trägt. Ich freue mich darauf und muss mich gerade etwas bremsen. 😀 Zuallererst sind schon einmal Färberpflanzen eingezogen. Alles weitere wird sich zeigen.
Viele liebe Grüße,
Karin

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