oder …

Mit „geht doch!“ und „geht’s noch?“ durch die Woche

Vorab, an der Impfhotline dranzubleiben hat sich letztlich gelohnt. Freitagnachmittag bekamen, nach mir am Dienstag, meine beiden Ü80-Lieblingsmenschen ihre Corona-Schutzimpfung! Dank der Beratung am Telefon erhielt ich zudem die Information über die Möglichkeit von Partnerterminen, wenn beide Ü80er noch in einem Haushalt wohnen. Also packte ich Anfang der Woche meine Mutter noch zum Vater auf die Warteliste dazu. Tags darauf kamen schon zwei Terminvorschläge und am Freitag durfte ich die beiden zudem noch auf ihrem Impfgang begleiten! Geht doch! Doch es war zum wuschig werden, der weite Weg bis dahin! Ich wünsche allen noch nicht Geimpften gute Nerven, Kraft zum Durchhalten, bis das Impfen endlich flutscht, wie das Brezelbacken. Bis es soweit ist bleibe ich solidarisch zuhause.

Parkplatz am Terminal 1, Flughafen Stuttgart, 23.03.2021 gegen 14:00

Das politische und wirtschaftliche Gerangel plus dem Gemaule von wegen Freiheitsentzug um Lockdownverschärfung oder -lockerung geht mir zunehmend auf den Zeiger. Angesichts dem was da so in dieser Woche geboten wurde fällt mir nur noch „geht’s noch?“ ein. Ich muss nicht shoppen gehen, der Kleiderschrank ist gefüllt. Mir steht nicht der Sinn nach einer Reise ans Meer, obwohl ich letzteres sehr vermisse – nicht nur das Meer, sondern die Freundin die an einem solchen wohnt, oder die in den vergangenen Jahren geschlossenen Bekanntschaften, meinen Bruder, … Ja, mal wieder essen gehen, ins Kino, in eine Ausstellung, ein Konzert genießen, … all das steht auch auf meiner Wunschliste, aber doch nicht bei steigender Inzidenz! Da vergeht es mir doch! Mir hat in dieser Schulwoche die Publikumsmenge um mich herum wirklich gereicht! Die 9. Klassen hatten an meiner Schule ihre Durchführungswoche für ihre Projektarbeiten, die Teil der Abschlussprüfung sind. Da ist eine Distanzbetreuung der SchülerInnen nicht möglich und Präsenz notwendig. Pandemie hin oder her.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen! Vor allem eins, ein Upcycling-Projekt: Eine Sitzbank aus einem alten Bettgestell, machte mir richtig Spaß zu betreuen. Nach der Fertigstellung stand es für kurze Zeit vor dem Ergebnis der allerersten Projektprüfung an meiner Schule. Im Schuljahr 1998/99 war diese Prüfungsform noch in der Erprobungsphase und musste extra genehmigt werden. Dazu hatten wir bei der Präsentation Gäste aus dem Regierungs- und Kultusministerium. Was waren die Schülerinnen und ich aufgeregt gewesen! 😀

Inmitten fremden Publikums befand ich mich dann am Dienstag, als es ins Impfzentrum auf dem Stuttgarter Messegelände ging. Nach fünfzehn Minuten Anfahrt mit dem Auto irrte ich auf ungewohnt leeren Straßen auf der Suche nach der Zufahrt bzw. einem Parkplatz. Man sollte ja meinen, dass es momentan genügend freie Parkplätze in unmittelbarer Flughafennachbarschaft gäbe und es gibt sie auch, aber wegen mangelnder Kundschaft sind sie größtenteils gesperrt. Also nahm ich die erste freie Zufahrt in ein Parkhaus und machte mich auf zu einem 30-minütigen Fußweg. Gespenstisch leer!

Der Mittwoch war dann nicht so mein Tag. Von der Schulleitung heim geschickt legte ich die Füße hoch und ließ meinen Körper tun, was er zu erledigen hatte. Nachdem wie es sich anfühlte, war er schwer beschäftigt.

Als ich dann am Donnerstagmorgen die Augen aufschlug schien er die meiste Arbeit erledigt zu haben, oder zumindest seine Routine gefunden zu haben, ohne die anderen Körperfunktionen zu beeinträchtigen. Dafür musste mein Onkel-Kater nun auf malad umstellen! Er fraß nicht, er trank nicht, er ging nicht aufs Katzenklo, er lehnte sogar sein heiß geliebtes, äußerst rationiertes Kater-Junkfood ab! Nicht gut! Gar nicht gut! Ich vermute, dass er wieder mit den Nieren oder der Blase Probleme hat. Die Zeichen eines kommenden Unwohlseins hatte es schon die Tage vorher gegeben, als er seinen „kleinen“ Neffen immer weniger ertragen mochte. Inzwischen hat sich der Kater wieder etwas berappelt und nimmt wieder am „Familienleben“ teil.
Die beiden Kater werden wohl trotz ihrer Verwandtschaft nie Freunde werden!

Schöner dagegen gestaltete sich der Weg zur Abholung meines Fahrrads. Es lag ein Hauch von Frühling in der Luft! Das sind die Momente, die meinen inneren Akku zur Bereitschaft des Aufladens bringt.

Endlich bin ich auch dazu gekommen die Tomaten auszusäen! Dazu noch ein paar Sommerblumen, für die ich eine Papiertopf-Presse eines Kollegen ausprobierte. Feine Sache. Mal sehen, wie sich diese Töpfchen bewähren.

Und ich bin so müde, dass ich mich nicht nur auf das Wochenende, sondern vor allem auf die Osterferien freue! Keine Pläne. Hauptsache unterrichtsfrei. Langeweile wird auch so nicht aufkommen. Mangels weißer Hühnereier packte ich schon einmal die gesammelten Zwiebelschalen in eine Färberküpe und holte die Osterei-Malwerke der vergangenen Jahrzehnte, die überlebt haben, aus dem Keller.

Gelesen. Gesehen. Angehört.

Warum wir zur falschen Zeit aufstehen? – ein Beitrag von maiLab, vom 10.12.2018, das seit 15.01.2021 in Facebook wieder gezeigt wird

Forschungsschiff in der Antarktis: „Polarstern“ entdeckt verborgene Welt – auf Umwegen – ein Artikel in Der Spiegel, vom 17.03.2021

Gendergerechte Sprache: Papa und das Sternchen – eine Kolumne in der TAZ , vom 19.03.2021

Pandemiepolitik: Angela Merkels Kalkül könnte aufgehen – ein Beitrag von ZeitOnline, vom 24.03.2021

Der Ohrwurm der Woche

Crash Test Dummies – Lyrics fein übersetzt in SWR3 – Official Video, das ich nicht so mag, bleibt der Ohrwurm.

Bis die Tage und macht’s gut,


Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot

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Kommentare

Liebe Karin,
ich kann gut nachvollziehen, dass du froh bist, weil deine Eltern geimpft sind. Meine beiden leben auch noch gemeinsam in ihrem kleinen Häuschen, sind aber weitestgehend auf den rollstuhl angewiesen und haben bisher verzichtet, eine Impftermin im Impfzentrum zu beantragen oder besser durch mich zu beantragen. Wie groß war gestern, meine Freude als ihre Hausärztin anrief und vorschlug sie nach Ostern aufzusuchen, um das Impfen vorzunehmen. Sie erwarte dann eine Charge von Biontech …
ja, impfen, testen, das spukt fast nur noch in unseren Köpfen herum…

Liebe Grüße
Augusta

Das es so langsam mit dem Impfen besser läuft, merkt man ganz langsam, aber das ist doch schon mal was 🙂
Dein Schulprojekt finde ich absolut super!!! So etwas wird viel zu wenig gemacht. Das dabei Präsenz gefordert ist, ist verständlich. Aber nicht gerade einfach!
Meine Tomatensamen habe ich auch immer noch nicht in die Erde gebracht, Toilettenpapierrollen wollte ich dafür wieder nehmen.
Den Bericht über die Polarstar fand ich auch sehr interessant.
Gute Erholung. Hier fühlt es sich noch nicht so an, als hätte der Sohn wirklich Osterferien. Wir haben auch nichts vor, vielleicht ergibt sich mal was 🙂
Dir jedenfalls schöne Ferien! Ganz liebe Grüße und schönes Wochenende
Nina

Fluppt es jetzt endlich auch im Musterländle? Da bin ich für euch froh! Was mir nicht in den Kopf will. dass man ein On line-Portl nicht so gestalten kann, dass es alle nach Impfverordnung zugelassenen Menschen erfassen kann. Dass ich jetzt einen Sonderweg beschreiten musste, weil mein Geburtsjahrgang nicht passt, fand ich ärgerlich. Sonst hätten wir heute Vormittag unsere erste Dosis bekommen…
Deine Fotos aus der Schule begeistern und lassen mich doch tatsächlich was vermissen. Da würde ich ja gleich eine Bank in Auftrag geben…
Dir wünsche ich echt erholsame Ferientage, von ganzem Herzen!
Astrid

Was für ein schönes Schulprojekt, liebe Karin. Auch wenn ich selbst auf das Thema „Schule“ nicht eingehen möchte.. es grummelt zu sehr in mir. Schön, dass Deine Eltern geimpft wurden. Unsere Opas und Oma warten noch auf einen Termin. Ganz liebe Grüße und schöne Ferien! Herzlichst, Nicole

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