Woche 23/2018

und …

Hauptsache es geht in den Garten, egal in welchen!

Brandkraut

Der schönste Tag der Woche war für meine SchülerInnen eindeutig der Montag. Ich mag Montage auch nicht, habe zum Glück das zweite Jahr in Folge unterrichtsfrei an diesem Tag, doch dieser Wochenbeginn lief anders. Gleichzeitig Schulbeginn nach den Pfingstferien, begann für die SchülerInnen des Schulzentrums, in dem ich unterrichte, dieser Schultag mit einem freien Tag. Stromausfall, seit dem Unwetter von Donnerstag auf Freitag. Der Hauptschalter im Verteilerhäuschen ließ sich, altershalber, nicht einfach wieder auf „an“ wuchten, bzw. er ließ sich nach einer Säuberung zwar mit vereinten Kräften bewegen, nur ohne Wirkung. In der örtlichen Tageszeitung (Bericht) fand dieser Unterrichtsausfall, der eine Realschule und eine Werkrealschule betraf, keine Erwähnung. Letztlich ist das auch egal, denn für uns Lehrer, alle, bestand Anwesenheitspflicht. Ich mag Montage wirklich nicht, nicht erst seit die Boomtown Rats mir musikalisch beipflichteten (Link). Nebenbei ist „I don’t like Mondays“ untrennbar mit einer Urlaubs- und Autogeschichte verknüpft. Blöd nur, es war nicht mein Auto, weshalb es bei Astrids Linkparty zu unseren Geschichten, wie Erfahrungen mit Autos nicht auftauchen wird (schade eigentlich, denn alleine diese hatte alles in sich, was eine Geschichte ausmacht. Ich schweife ab. 😉

Irgendwie gespenstisch empfand ich die Atmosphäre im Schulhaus. Gleichzeitig wurde nicht nur mir bewusst, in welchem Ausmaß die technischen Geräte um uns herum die Umgebung beschallen. Ein Schulhaus ohne Schüler ist leise, ohne Strom tatsächlich geräuschlos, und dunkel. Da ging ich doch lieber in den Garten, der es nach den Ferien dringend nötig hatte, dass jemand Hand anlegte! Unkraut allüberall, wie dieser hübsche Feinstrahl.

Meine schönsten Arbeitstage – tatsächlich im Plural! – waren dann der Mittwoch und der Donnerstag. Gut 100 km entfernt von meiner eigentlichen Dienststelle durfte ich, wie letztes Jahr (Link), am Landesschulzentrum für Umwelterziehung, LSZU, in Adelsheim einen Lehrervorbereitungskurs unterstützen. Dieser Schulgarten ist mein Traum, obwohl ich mit meinem eigenem, wachsenden Projekt schon glücklich bin. Doch es ist ein ganz anderes Arbeiten mit motivierten Kolleginnen und Kollegen Projekte zu verwirklichen, wie diese kleine Sitzecke.

Da das Material nicht so wirklich schick für zwei Sitzbänke gereicht hatte, stand ich unverhofft an der einer mir unbekannten Kreissäge um eine neue Idee voranzubringen. Statt einer zweiten, sehr kurzen Sitzbank, standen dafür zwei Sitzhocker im Garten – kaum fertig, schon von Schülern besetzt/besessen.

Auch in diesem Jahr schaute ich nach, ob sich der Hirschhornkäfer, der sich vor Jahren in einem neu angelegten Hochbeet angesiedelt hatte, wieder zeigt. Leider nicht, doch ich habe zum Glück immer noch die Fotos von diesem beindruckendem Insekt.

Dienstag und Freitag, als normale Schultage zum Schuljahresende mit Abschlussprüfungen, Schulabschlussvorbereitungen, regulärem Unterricht, und den üblichen Überraschungen könnte ich in Worte fassen. Sie liegen mir auf der Zunge und in den Fingern kribbelt es. Allein es siegt die Vernunft. Nur so viel, ich brauche keine zusätzlichen Aufreger und mache auf dieser breiten Ebene kein Fass auf.  „In Sachen Schule versteht sich jeder als Bescheidwisser, weil er diese einmal besucht hat!“, gab einer meiner Dozenten aus meiner Lehrerausbildungszeit uns mit auf den Weg. Als Junglehrerin belächelte ich Herrn M. ob dieser Aussage. Im Laufe meiner Dienstjahre erinnerte ich mich immer wieder an diese Worte, vor allem wenn wieder ein neuer Bildungsplan auf den Weg geschickt wurde. Inzwischen, mitten drin im Ergebnis dieser Kultusreformen in Ba-Wü, die von Menschen gemacht wurden, weil sie mal zur Schule gegangen sind, bade ich wieder einmal zusammen mit den Schülern diese aus und versuche dort wo die Reformen ankommen sollten zu retten, was zu retten ist. Warum werden neue Ideen nicht zusammen mit den Leuten überlegt, die dort arbeiten, wo neue Entwicklungen hin gehören?

Wunsch. Traum. Ausgeträumt.

Vielleicht sollte ich mich wie diese Biene im Baldrian einfach abhängen lassen.

 

Dagegen verbrachte ich den Sonntag mit Rechnungsprüfung als Beirätin der Wohnungseigentümer meiner Wohneinheit. Viel lieber hätte ich mit Gesumm und Gebrumm das Wochenende genossen.

 

Bis die Tage,

Karin

 

2 Responses

  1. Ach, du warst in Adelsche? Aus der Ecke Stämme ch nämlich ursprünglich…
    Ja, was waren das noch für Zeiten, als die tatsächlich Lehrenden an der Entwicklung der Curriculen beteiligt waren! Das war zumindest bei meinem Start in der Gesamtschule und in meinen Anfangsjahren in der Primarstufe so. Da ich immer noch Kontakt zu Ehemaligen habe, weiß ich auch, was meine Arbeit gebracht hat. Ach Mensch Karin, ich wünschte, du hättest es bald hinter dir….
    Alles Liebe!
    Astrid
    Familienzusammenhalt hoffentlich nicht aus beunruhigenden Gründen…

    1. Vier Jahre noch! Die letzten zwei werde ich mir schenken. Es ist verflixt viel Geld, das mir trotz der vielen Dienstjahre abgezogen wird, doch mein Seelenfrieden ist es mir wert.
      Viele Grüße,
      Karin

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